[Erschienen] ISHKOR

© Mark Freier

Ein Krieger aus einer fremden, mittelalterlichen Welt, mit dessen Seele man verschmilzt – genau das passiert der Geschichtsstudentin Mona Johansson, als sie bei Recherchen für ihr Studium durch eine magische Entladung in eine andere Welt geschleudert wird.

Fortan hört sie die Stimme von Korvas Weißwolf in ihrem Kopf. Der ist ungehobelt, raubeinig und Verfechter eines antiquierten Frauenbildes. Dennoch muss sich das Gespann wider Willen zusammenraufen, denn Korvas´ Mission ist eng mit Monas eigenem Schicksal verwoben.

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[Rezension] Untold Stories of a Galaxy: Kysaek: Der Anfang (eBook, Science Fiction)

© M.E. Campbell

Autor: Michael E. Campbell
Verlag: Selfpublishing
Format: eBook, EPUB
Daten: 127 kb entspricht ca. 81 Seiten
ASIN: B01M4NN2MU
Preis: 2,99 Euro (Kindle Edition)

von: Würfelheld

Vor einiger Zeit erhielt ich vom Autor die Anfrage ob ich sein Buch rezensieren möchte. Da ich derzeit wieder vermehrt SciFi konsumiere und Selfpublishern gegenüber offen bin, griff ich gerne zu. 81 Seiten sind ja eine kleine Vorstellung fürs Kopfkino.

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Interview: Im Gespräch mit Stefan Holzhauer (PhantaNews, Steampunk Chroniken)

Stefan stand mir Rede und Antwort. Es gab einiges rund um PhantaNews, Steampunk und Phantastik zu besprechen. Somit viel Lesespaß!

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Hallo Stefan,
vielen Dank das Du die Zeit für dieses Interview gefunden hast, Würdest Du Dich bitte kurz vorstellen.
Stefan Holzhauer, Jahrgang 1965, IT-Berater, Datendompteur, Designer, Pixelschubser, Publizist, Betreiber des Portals PhantaNews. In jungen Jahren mit Star Trek, Perry Rhodan und Star Wars infiziert, danach hoffnungsloser Phantastik-Fan und nicht mehr resozialisierbar. Leser, Computerspiele, Film- und Fernsehfan. Lieblingsautoren im Bereich Phantastik: Alan Dean Foster und Jim Butcher (wenn er Urban Fantasy schreibt, sein Steampunk-Roman war gruselig). Neuerdings auch viel in Sachen »Amt für Ætherangelegenheiten« in Aktion und unterwegs.

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[Buch] Wurdack Verlag stampft BIOM ALPHA ein , aber…

Frank Lauenroth gab vor knapp einer Stunde bei SciFiNet.org bekannt, das BIOM ALPHA aufgrund extrem geringer Verkaufszahlen beim Wurdack Verlag eingestampft wird. Allerdings haben sich die Autoren dazu entschlossen die Serie in Eigenregie, was sowohl Print
als auch eBooks betrifft.

Man darf gespannt sein ob es die Serie schafft doch Konsumenteninteresse zu wecken.

BIUM ALPHA im Netz

 

[Rezension] Plan B

Autor: Sven Svenson
Verlag: CreateSpace // SelfPublishing
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 94
Erschienen: Nov. 2014
ISBN: 978-1502947376
Preis: 3,90 €

von: Würfelheld

Einfach mal ein Buch geschnappt, gemütlich zurückgelehnt und angefangen zu lesen. Dabei ging der Griff zu Plan B einem SelfPublishing Buch. Na da ich schon die ein oder andere Perle erwischt habe, bin ich gespannt was mich nun erwartet.

Klappentext:
In dieser Kurzgeschichtensammlung geht es überwiegend um Alternativen. Nicht immer funktioniert alles so, wie es soll. Jemand findet ein Tor zum Universum; ein Raumschiff muss gerettet werden, bevor es zerstört wird; ein neuer Krieg zwischen Deutschland und Frankreich bricht aus; Außerirdische wollen die Erde erobern.

Manchmal braucht man eben einen „Plan B“, wenn man solche Situationen überstehen will. Die Lösungen hier sind zum Teil skurril, anrüchig, provokant, und stets schwingt etwas Ironie mit. Es sind Geschichten für eine kurzweilige Unterhaltung, die zugleich auch zum Nachdenken anregen.

Zum Inhalt:
Zwischen den Buchdeckeln hat Sven Svenson acht Kurzgeschichten gepackt die ein weites und buntgemischtes Spektrum der Science Fiction abdecken. Allerdings gelingt es ihm, eine Thematik immer wieder in den Mittelpunkt seiner Geschichten zu packen, den sogenannten Plan B. Wer kennt es nicht, man befindet sich in einer Situation und die offensichtliche Lösung eines Problems befindet sich direkt vor einem, man muss nur zugreifen und die Sache ist erledigt. Allerdings bedenkt man die Folgen, ist es doch nicht so einfach. Genau so ergeht es den Protagonisten der Storys, denen Svenson geschickt einen Ausweg bzw. Alternative anbietet und aufzeigt, das diese auch eine Möglichkeit ist. Das ganze wird mit Science Fiction Elementen wie etwa „Sprungtore“ gemischte und auf dem Silbertablett serviert.

Mein Fazit:
Am Anfang, so nach den ersten beiden Storys wirkten die Alternativen, noch simple und logisch, allerdings bohrte sich nach einiger Zeit die Erkenntnis in meine Hirnwindungen und zeigte mir, dass es nicht selbstverständlich ist das man sich für Plan B entscheidet, da dieser ja auch Probleme und Konsequenzen mit sich bringen kann. Die SciFi Verpackung, in der die Storys stecken, bringt dem Autor natürlich die Möglichkeit auch Themen anzugehen, die im derzeit realistischen nicht möglich wären, aber ohne dabei die Greifbarkeit zu verlieren.
Es war ein wirklich schönes, wenn auch kurzes Lesevergnügen , dasshier zwischen den Buchdeckeln liegt.

Meine Wertung:
4 von 5 Alternativen

[Rezension] Die Sanduhr (Die Korsann Saga III)

as-Krosann3-SanduhrAutor: Sam Feuerbach
Verlag: Selbstverlag(Create Space)
Reihe: Die Krosann Saga, Band 3
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 402 Seiten
Erschienen: Oktober 2014
ISBN-13: 978-1502851536
Preis: 13,90 €

von: Christel Scheja (kris)

Zwischen dem zweiten und dritten Band hat sich Sam Feuerbach etwas mehr Zeit gelassen, aber auch noch weniger als manche andere Verlage. So erscheint „Die Sanduhr“ bereits knapp vier Monate nach dem zweiten Band. Auch dieser Roman schließt direkt an seinen Vorgänger „Der Schwertmeister“ an.

Die Verschwörer haben ihre Masken fallen gelassen, Fürst Schontar sich selbst zum Fürsten des Südens ausgerufen und seine Verbündeten um sich versammelt. Nun greift er nach der Krone und dafür ist ihm jedes Mittel recht, auch wenn Unschuldige sterben müssen. Eine der ersten königstreuen Festungen die fallen ist die von Fürst Rogan. Prinz Karek, der dort als Soldatenanwärter Linnek lebte, konnte gerade noch mit ein paar Freunden und der Auftragsmörderin entkommen und sich auf ein Schiff retten.
Sie haben erkannt, dass es nur einen Weg gibt, um den Feind aufzuhalten und die Kräfte zu brechen, die er mittlerweile um sich versammelt hat. Sie machen sich auf der Suche nach einem Artefakt der legendären Myrnen, hinter dem auch der Fürst her zu sein scheint. Wer die Sanduhr in Händen hält, der beherrscht auch die Zeit.
Das Ziel zu erreichen ist nicht schwer, auch wenn natürlich einige Probleme auf dem Weg liegen. Aber wieder ist es Karek, der überraschende Qualitäten zeigt. Doch noch wartet der schwierigsten Teil der Aufgabe auf ihn, gilt es doch, die Geheimnisse und Fallen einer alten Gruft auszutricksen, zu überwinden und sich schließlich der größten Herausforderung zu stellen …

Dienten die beiden ersten Romane noch dazu, um Karek reifen zu lassen, verlangsamt sich diese Entwicklung in „Die Sanduhr“ erst einmal, denn der Autor setzt jetzt in erster Linie auf ein Abenteuer, wie man es auch aus vielen Rollenspielen kennt – die Helden kämpfen sich durch einen Dungeon, wohl wissend, dass die Erbeutung des gesuchten Artefakts nicht der schwierigste Teil ihrer Aufgabe sein wird.
Natürlich kommt der junge Prinz dabei auch nicht zu kurz – immer wieder werden neue Andeutungen gemacht, die sich mit denen aus den ersten beiden Bänden verknüpfen. In dieser Hinsicht ist Sam Feuerbach natürlich klar durchschaubar – auch das Abenteuer in der alten Gruft ist eine nette Hommage an die klassischen Pen-und-Paper-Rollenspiele, in denen sich viele Heldengruppen auch nicht anders verhalten haben.
Auf einer anderen Handlungsebene erfährt man mehr über die weiteren Pläne des Gegenspielers, allerdings verpasst der Autor die Gelegenheit, Fürst Schontar und seinen Schergen ein wenig mehr Profil zu verpassen. So lesen sich diese Ausflüge in das Lager der Feinde eher wie Geplänkel.
Dazu kommt, dass die Geschichte zeitweise auch unter den typischen Schwächen eines Mittelbandes leidet: Man muss den Auftakt kennen, um das Verhalten und die Motive der Figuren zu verstehen, die Action bleibt eher verhalten, da die Helden ja noch für den großen Showdown braucht und letztendlich werden Dinge, die schon jetzt offensichtlich sind, noch nicht ausgesprochen, obwohl der Leser schon ahnt, auf was die Andeutungen hinauslaufen werden.
Alles in allem macht der Autor seine Arbeit aber trotzdem wieder gut. Die Geschichte wird weiterhin sehr flott erzählt, schlägt durch ihre lebendigen, sympathischen Figuren in den Bann und bietet eine gute Mischung aus Abenteuer und Beschreibung. Humor ist ebenfalls vorhanden, Romantik bleibt auf einem angenehm naiven Niveau, was sehr gut zu der Handlung passt. Klischees werden auf eine ansprechende Weise ausgelebt und manchmal auch interessant variert, so dass man das Buch am Ende zufrieden beiseite legen und auf die Fortsetzung hoffen kann.

„Die Sanduhr“ kommt inhaltlich nicht ganz an die vorhergehenden Bände heran, da Sam Feuerbach diesmal mehr auf das reine Abenteuer setzt. Die Geschichte weiß aber trotzdem noch genug zu fesseln, da die Figuren auch weiterhin interessant bleiben, der Hintergrund zumindest ein wenig ausgebaut wird und auch die Gewichtung der Handlung stimmt. Vor allem Rollenspieler werden sich diesmal im Abenteuer wiederfinden, dürften sie doch viele Verhaltensweisen aus ihrer eigenen Gruppe wiedererkennen.

Meine Wertung:
4 von 5 Schwertmeister

[Rollenspiel-Rezension] Finsterland Compendium der Curiositäten

Autor: Georg Pils, Gregor Eisenwort, Anette Meister, Michael Prammer
Verlag: Eigenverlag
Erschienen: 2014
Format: Softcover A4
Seitenzahl: 208
ISBN13: 978-3-9503270-7-6
Preis: 25,- €

von: Greifenklaue

Nach dem Handbuch der Technologie und dem Almanach der Zauberkunst folgt mit dem Compendium der Curiositäten das dritte Quellenbuch (mit reichlich Abenteuerkost – etwa 200 Plothooks und kurze Abenteuer warten hier!!!) für das österreichische Steampunk-Rollenspiel Finsterland. Das ganze im Softcover auf 208 Seiten für 25 Euro im Eigenverlag.

Den Auftakt macht eine einstimmende Kurzgeschichte und ein Errata auf zwei Seiten mit kurzen Regelfragen und Antworten, die im Zuge der bisherigen Veröffentlichungen aufgekommen sind.

An zweiter Stelle mit knapp 80 Seiten wird die Stadt Alexanderstadt bzw. Alexandragrad vorgestellt, die Hauptstadt der Finsterlande. Bezirk für Bezirk wird erforscht, immerhin 19 gibt es davon. Das klingt langatmiger als es ist, der Aufbau ist etwa ein kurzer Ingametext, eine allgemeine Einleitung, eine Vorstellung der wichtigsten Bauten, eine Detailkarte und – vorbildlich – jeweils 5 Plothooks, oft kleine aber feine Ideen. Z.B. soll ein Park niedergerissen werden und die SC werden um Hilfe gebeten oder die Expertengruppe auf der Suche nach einem verschollenen Buch ist verschwunden. Zusammen mit den etwas kompakter beschriebenen Vorstädten macht allein das schon 100 Plothooks.

Das Compendium wird auch genutzt, um die Spielwelt näher vorzustellen, so z.B. das Geld im Finsterland, die Landwirtschaft sowie die zwei gegenseitig sich spinnefeind seienden Organisationen Leoniden und Kaiserliche. Beim Geld z.B. heißt das ein Blick auf die Historie, der Kaiserlich-Priviligierten Bank, quasi die Zentralbank, die Inflation des Geldes, die Einkommenssituation der Bürger sowie das Bankwesens. Abgeschlossen wird das jeweilige Thema mit weiteren Plothooks, hier kommen insgesamt 19 zusammen.

Wie in den bisherigen Quellenbänden auch bringt der Spielerteil neue Beispielcharaktere, Spezialmanöver (eine Art Talentgebiet), neue Hintergründe und Organisationen sowie ausführliche Hinweise zum Entwickeln einer eigenen Organisation. Kleiner Bonus ist ein Artikel über Katzen im Finsterland (inkl. Charaktererschaffung), so dass man hier ganz im Stile von Kathulhu loslegen kann … Plus 6 Plothooks anbei.

Der Spielleiterteil, den ich allein schon immer für seine Eingangsillustration einer Spielrunde liebe (diesmal liegen Bananen auf dem Tisch und die Battlemap wird mit Mensch-ärgere-DichFiguren benutzt) erklärt die typischen Spielleitertypen ganz ähnlich dem Modell von Robin D. Laws. Genau wie er,versucht man jeden Spielertyp positiv zu besetzen, was imho nur zu 90% gelingt, klappt hier zu nahezu 100%. Der Power-Gamer wird hier zum Experten / Technikerin – jede der 7 Typen bekommt zwei Begriffe, wovon der zweite immer weiblich ist. In einer kurzen Mag / mag nicht-Liste werden die Vorlieben deutlich, hier z.B.:
Mag: viele Charakteroptionen / harte Herausforderungen / außergewöhnliche Extras
Mag nicht: Problemlösungen, ohne auf das System zurückzugreifen / Langweilige Situationen unter seinem Können / Unfaire Herausforderungen, die daraus ausgelegt sind, dass sie scheitern.
Neben einer allgemeinen Beschreibungen, den Vorlieben via Liste werden noch die besonderen Stärken des Typs beschrieben und auf mögliche Probleme und wie man ihnen begegnet hingewiesen. Das alles einerseits sehr locker, auf einer Ebene mit dem Leser, nie von oben herab, nie besserwisserisch und immer positiv. Fand ich sehr gelungen, bisher das beste, was ich in der Richtung gelesen habe – und das ist nicht wenig.

Dann wird ein Punkteverteilsystem zur Charaktererschaffung als Alternative zum Auswürfeln vorgestellt, eine Regelvariante für Bessere Charaktere (also kompetentere Startcharaktere), und zwei Subsysteme für Krankhe.iten und Wahnsinn. Den Abschluß hier bilden sechs Ereignisse, quasi ausgearbeitete Plothooks.

Der Teil Neue Gegner beschäftigt sich erstmal mit Gegnervarianten und Regeloptionen, so z.B. mehrstufige Gegner (im Sinne von Multi-Stage-Gegnern, also z.B. der Werwolf, der erst als normaler Mensch, dann in Wolfs- und dann in Werwolfsform kämpft) mit einigen Vorschlägen, alternative Ideen, die Bonusschaden bei Krits ersetzen. Ein Abriss über Nekromantie, die außerirdischen bzw. außerfinsterländischen Athananer sowie den Bahöstren, Dämonen, die sich vom Schall nähern – vorzugsweise Angstschreie oder Hiferufe. Allein die Athaner, deren Kultur kurz angerissen werden, bieten wieder Potential, aber auch die unterschiedlichen Ausprägungen der Bahöstren, grammophonartigen Wesen, haben einiges für sich.

Mit Monstrositäten des Krieges gibt es noch ein Arsenal des Schreckens, welches in den Wirren der nachkriegsjahre für Unheil sorgt, so aus Massengräbern entwachsende Totenhunde oder Beckmänner, die wie verarmte, heruntergekommende Soldaten aussehen und sich an der Zuneigung des Gegenüber laben. Einen eigenen Abschnitt bekommen die Totmacher, die an Oger erinnern, aber noch menschlich genug sind, um in der Gesellschaft leben zu können und häufig in Schlachthöfen, Lazaretten oder Bestattungsinstituten zu finden sind.

Dann folgt das Kapitel Abenteuer. Und das meint: Abenteuer! 31 Abenteuer im Ca.-Umfang eines OnePages, ein normales Abenteuer, eine Minikampagne und zwei Kampagnen werden präsentiert. Das Format der Onepages, quasi Abenteuerskizzen, stellt das Abenteuer kurz vor (Kurzinhalt), präsentiert den Ablauf in 5 Szenen, von denen ausschließlich nur die Namen genannt werden, die wichtigsten, beteiligten Charaktere in je ein, zwei Sätzen und eine Beschreibung des Handlungsschauplatz (Die Ortschaft). Gefällt mir sehr gut. Ohne Frage muss man noch Arbeit reinstecken, aber dafür hat man ergebnisoffene Szenarioskizzen, die durch SL, Spieler und die Entscheidung ihrer SC zu Leben erweckt werden, ohne auf etwas festgelegt zu sein. Das Abenteuer Die Rettung ist dann wieder wie ein klassisches Abenteuer aufgebaut, die Kampagnen wiederum wie mehrere OnePages hintereinander. Kurzum, wer hier vorgekaute Abenteuer erwartet wird (fast) enttäuscht, wer Ideen, Plothooks und einen Abenteuerrahmen zum Selbstauffüllen sucht, bekommt hier eine echte Schatzkiste.

Das Layout ist übersichtlich, der einheitliche Rahmen wertet das Werk durchaus auf und die Illustrationen reichen von gutem, aber symphatischen Fanniveau bis hin zu sehr guten sw-Illus.

Mein Fazit:
Nach meinem Geschmack ist dieser Quellenband noch stärker als die beiden bisherigen. Die große Stärke der vielen Plothooks wurde weiter ausgebaut und um etwas ausführlichere Formate ergänzt. Die Hauptstadt wird detailliert beschrieben, aber alles mit Orten, von denen man sich vorstellen kann, dass sie auch innerhalb eines Abenteuers vorkommen – und kann man sich dies nicht, hilft oft einer der Plothooks auf die Sprünge. Wer Finsterland schon hat, wird von dem Band unter Garantie nicht getäuscht. Theoretisch lohnt der Kauf auch allein aufgrund der vielen Plothooks und Abenteuer, die sich nicht nur innerhalb des Genres transponieren lassen, ¾ oder mehr funktionieren auch locker in Fantasy-Kulissen. Kurzum, empfehlenswert!

Meine Bewertung:
5 von 5 Curiositäten

[Interview] Anja Bagus erklärt uns den Æther

02Hallo Anja,
vielen Dank das Du Dir die Zeit für dieses Interview nimmst. Würdest Du Dich bitte vorstellen.
Ich bin bald 48 Jahre alt, hab viel studiert, noch mehr dumme Jobs gehabt und schließlich eine Ausbildung zur Heilpraktikerin abgeschlossen. Statt Praxis hab ich dann aber lieber ein Kind bekommen und schreibe seit 2012Vollzeit.

Du hast bereits einige Ætherwelt-Romane veröffentlicht. Was ist der Æther und worum geht es in der Ætherwelt?
Der Aether ist bei mir eine grüne Substanz, die seit dem Jahr 1900 über Flüssen und Seen aufsteigt. Erst nur wenig und dann mehr. Er verändert die Welt. Auf einmal wurden die Buhmänner, von denen die Omas abends den Kindern erzählten, Realität. Der Nachbar wandelt sich zu einem Mannwolf oder die eigene Frau tauscht Herd gegen Fischteich und lebt als Quellnymphe weiter.
Aber es gibt auch technische Innovationen, und so gibt es zB. Luftschiffe und aetherbetriebene Automobile.
In der Aetherwelt geht es um die Auseinandersetzung mit diesen Neuerungen. Einerseits ist der Aether toll, man kann viele Dinge mit ihm machen und verbessern. Andererseits verurteilt man die, die sich verändern, als „Verdorbene“. Die wilhelminische Gesellschaft ist aber nicht gerade für ihre Toleranz bekannt, und so kommt es zwangsläufig zu Konflikten. Nicht nur im Deutschen Reich, auch weltweit.

01Wie bist Du auf die Idee zu Ætherhertz gekommen?
Das hat sich entwickelt. Ich wollte eigentlich Pulp schreiben, also einen typischen Abenteuerroman. Annabelle Rosenherz ist die Tochter einer Rollenspielfigur, die ich im System Cthulhu geführt habe. Ich wollte, dass sie einzigartige, fantastische Dinge erlebt, und habe das entwickelt, wie ich ein Pen&Paper Abenteuer plane.
Ein gutes Abenteuer ist wie eine Zwiebel und besteht aus vielen Schichten. Und wenn man seine Hauptfigur hat, und die dann in Bedrängnis bringen will, dann geht man eben Schicht für Schicht immer tiefer. Und ganz innen habe ich dann den Aether gefunden. Ich wusste am Ende des ersten Buches selbst noch nicht genau, was das ist. Erst als ich für das Glossar den Wikipedia Eintrag las, machte plötzlich alles Sinn, und mir wurde klar, was für eine grandiose Möglichkeit ich habe, eine Welt komplett neu zu erschaffen.

Wieso ist das ganze in einem Steampunk-Hintergrund angesiedelt
Steampunk ist eine Bewegung, der ich mich sehr zugehörig fühle. Und letztlich könnte man es ja auch einfach Fantasy nennen, was ich schreibe. Manchen ist es auch zu fantastisch und die schimpfen es schon Aetherpunk. Mir egal. Steampunk ist aber toll, weil es die Abenteuerlust schon drin hat. Steampunker suchen nach Luftschiffen und Herausforderungen, sie sind vorbereitet auf Reisen und Schwierigkeiten. Ich liebe es auch, die Zahnräder, das Maschinenöl und fantastische Elemente zu verbinden.

Ætherhertz ist beim Thono-Audio-Verlag auch als Hörbuch erschienen. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?
Oh, der Thomas Nolte hat mich gefragt, und ich hab „Ja“ gesagt. So einfach. Ich bin als Selbstverlegerin in der Lage, einfach ganz schnell mal „Ja“ zu sagen. Und der Thomas war ein großartiger Partner. So kann man dann auch andere Konsumenten erreichen.

Werden die weiteren Teile ebenfalls vertont?
Ja. Aetherresonanz wird gerade eingesprochen.

Waldesruh ist nun der aktuellste Titel von Dir. Warum geht es?
Es geht um eine Glasfabrik im Hochschwarzwald, einen Mord, seltsame Kulte und einen mysteriösen Berg aus Glas. Die Hauptpersonen logieren im luxuriösen Hotel Waldesruh, welches dann auch im Zentrum des Geschehens liegt. Die alljährlich Silvesterparty der Crème de la crème von Baden-Baden und Umgebung wird durch die Ereignisse gehörig durcheinandergewirbelt.
Die Handlung schließt nahtlos an die Annabelle Rosenherz-Romane an, aber ich brauchte einmal neue Figuren, obwohl einige Bekannte wieder auftauchen werden.

Mit Waldesruh bist Du, im Gegensatz zu den vorangegangenen Ætherwerken, bei einem Verlag gelandet. Was waren die Beweggründe?
Der Holger Kliemannel von „Edition Roter Drache“ ist ein wunderbarer Mensch. Er hat mich angesprochen und ich durfte alles so machen, wie ich das wollte. Unsere Kommunikation war super und das Ergebnis spricht für sich.
Klar habe ich als Selbstverlegerin begonnen, aber man darf da ja nicht eingeschränkt sein. Wenn man etwas besser machen kann, dann muss man das tun. Und der Holger hat einfach in vielen Dingen Möglichkeiten und Erfahrungen, von denen ich doch dann nur profitieren kann. Und das, ohne dass ich ein hohes Maß an Mitbestimmung über alle Aspekte hatte.
Was will man mehr?

03Auf der diesjährigen BuCon fand man Dich zusammen mit dem „Amt für Ætherangelegenheiten“ an einem Stand. Was hat es mit dem Amt auf sich?
Das Amt wird am Ende meines ersten Buches gegründet und ich habe damals als Werbemaßnahme eine Facebook Seite dafür eröffnet. Jeder hatte sofort Spaß an der Vorstellung von preußischen Beamten und den Vorgängen rund um den Aether und die Veränderten. Schnell hatte ich jede Menge Leute und es reifte ein Plan:
Wir gründeten eine Gruppe, die es sich zum Ziel macht, das Amt filmisch zum Leben zu erwecken. Ein Hobby-Spaß-Projekt, Non-Profit und für alle kostenlos miterlebbar. Wir haben schon einiges gedreht und sind mit einem größeren Film (15 min, das hört sich wenig an, aber wer sich auskennt, weiß, was das für eine Arbeit ist …) in der Post-Production.
Wir haben das Amt nun auch als Kulisse gebaut und reisen damit zu Conventions um auf uns aufmerksam zu machen. Primär haben wir dann Spaß und sekundär verkaufen wir auch noch meine Bücher … win-win …

Was erwartet uns in naher Zukunft von Dir?
Der 16-stündige Film mit 3 ½ tägiger Dokumentation der Dreharbeiten von und mit Guillermo del Toro; die App; der zweite Film, der dritte und vierte Film (die Story verlangte da ein Splitting, das macht man ja heute so); der Comic; die Graphic Novel …
OK: ganz real? Wir planen ein Rollenspiel. Ich schreibe natürlich weiter. Die Fortsetzung von Waldesruh heißt „Glasberg“ und wird Anfang 2015 erscheinen. Ein paar Kurzgeschichten werden auch dazukommen …
Ich will demnächst eine Ausschreibung machen, wo Autoren in der Aetherwelt schreiben können. Dazu wird die Kulisse des Casino-Luftschiffes Fortuna einen wunderbaren Hintergrund bieten.
Die erste Ausgabe des Aetherwesterns (Staub und Asche) ist schon erhältlich. Das ist ein Heftchen im Groschenroman-Format, in dem auch verschiedene Autoren vertreten sind. Weitere Ausgaben sind in Arbeit.

Vielen Dank für das Interview. Die letzten Worte überlasse ich Dir.
Danke dir und allen, die bis hierhin lesen.
Letzte Worte … schaut euch die Seite von „Aetherangelegenheiten“ an, da könnt ihr alles über den Film und meine tolle Gruppe erfahren.
Kauft meine Bücher, und wenn ihr sie schon habt, dann empfehlt sie weiter. Schreibt eine Rezi oder schickt mir eine Nachricht, was euch gefallen hat- und auch vielleicht, was nicht.
Wenn ihr was wissen wollt, schreibt mir. Ich bin vielseitig interessiert, vielleicht können wir zusammenarbeiten.
Ansonsten: Habt Spaß und bleibt neugierig.

[Rezension] Der Schwertmeister (Die Krosann Saga II)

as-Krosann2-SchwertmeisterAutor: Sam Feuerbach
Verlag: Selbstverlag(Create Space)
Format: Taschenbuch, 418 Seiten
Erschienen: Juni 2014
Karte: bene
Titelbildgestaltung: jasmin
ISBN-10: 1499502478
ISBN-13: 978-1499502473

von: Christel Scheja (kris)

Auch in anderer Hinsicht macht es Sam Feuerbach den großen Verlagen vor. „Der Schwertmeister“, die Fortsetzung von „Die Auftragsmörderin“, dem ersten Band der „Krosann-Saga“ erscheint bereits einen Monat später und schließt ohne Umschweife an die Ereignisse um den jungen Prinzen Karek an.

Weil sich die Anzeichen mehren, dass sein Sohn von einer Auftragsmörderin umgebracht werden soll, beschließen sein Vater König Tedore und einige Vertraute ihn heimlich fortzuschicken. Er soll am Hof eines treuen Fürsten unter anderem Namen als Soldatenanwärter leben und lernen, um seine Herkunft zu verbergen.

Aus diesem Grund kommen schwere Zeiten auf den nun vierzehnjährigen Prinzen zu. Er muss auf sein geliebtes Essen verzichten und nun mehr denn je trainieren und arbeiten. Und seine Zimmerkameraden machen es ihm erst einmal nicht einfacher, sich einzugewöhnen, vor allem der derbe Söldnersohn Krall hat zunächst immer nur Hohn und Spott für ihn übrig.

Aber Karek macht unter dem Namen Linnek auch zunehmend gute Erfahrungen. Er lernt auch ohne Rückhalt durch seinen Rang für sich und andere einzustehen und ist nicht mehr länger nur der Außenseiter, sondern findet mit der Zeit sogar Freunde, denen er voll und ganz vertrauen kann. Auch entdeckt und schärft er nach und nach seine eigenen Fähigkeiten, ohne dass er sich dabei sonderlich verbiegen muss.

Denn gerade letzteres ist wichtig, droht dem Reich seines Vaters doch nicht nur Gefahr durch das Nachbarreich, sondern auch einen intriganten Fürsten, der es nun nicht mehr nötig hat, hinter den Kulissen zu agieren.

Ausgerechnet die Auftragsmörderin, die den Prinzen eigentlich töten soll, wird dabei zu einer Schlüsselfigur im komplizierten Intrigenspiel um die Macht, ebenso wie ein geheimnisvoller alter Schwertkämpfer, der aus der Versenkung auftaucht und zu einem wichtigen Lehrmeister und Verbündeten für Karek wird …

„Der Schwertmeister“, der bereits im ersten Band seine Auftritte hatte, wird nun zu einer wichtigen Figur in Kareks Leben und beantwortet einfach durch seine Anwesenheit einige Fragen, die sich der junge Prinz schon die ganze Zeit gestellt hat. Doch bevor es so weit ist, muss der junge Held eine schwierige und schmerzvolle Lehrzeit durchstehen und sich dabei auf die Dinge konzentrieren, denen er früher so gut wie möglich aus dem Weg gegangen ist.

Die Szenen im Ausbildungslager sind zwar klassisch gestrickt, aber auch hier findet Sam Feuerbach seinen ganz eigenen Stil damit umzugehen und die meisten Klischees abzuwandeln. Wieder gelingt es ihm, den neuen Figuren nur mit wenigen Worten Leben einzuhauchen und sie unverwechselbar zu machen.

Gleichzeitig entwickeln sich auch Karek und die Auftragsmörderin weiter und zeigen, dass sie noch andere Qualitäten haben. Dabei ist die junge Frau von noch mehr Geheimnissen umgeben als der junge Prinz, so dass auch in dieser Hinsicht die Spannung gewahrt bleibt.

Mit einem unverwechselbaren Gespür für menschliche Verhaltensweisen schafft es der Autor nicht nur seine Helden zusammenzubringen und eine glaubwürdige Veränderung in der Auftragsmörderin auszulösen, sondern auch den Prinzen an dieser Begegnung wachsen zu lassen. Ebenso wenig überzeichnet sind die Gegenspieler, auch wenn sie sich vor allem durch Machtgier, Skrupellosigkeit und Sadismus auszeichnen. Aber auch diese negativen Züge bleiben in einem angemessenen Rahmen, sie machen die Feinde um so vorstellbarer und gefährlicher.

Langsam aber sicher kommen auch die magischen Elemente ins Spiel – jemand glaubt offensichtlich nur all zu gerne an die im ersten Band geäußerte Prophezeiung und will deren Erfüllung verhindern.

Die Handlung bietet auch wieder sehr viel Abwechslung, einige neue Hinweise und weitere Mosaiksteine, nur die Spannung ist nicht mehr ganz so gut getaktet wie im ersten Band, weil sich der Autor im Mittelteil etwas zu viel Zeit lässt, um sich dann auf den letzten 70 Seiten mit den Ereignissen zu überschlagen, was gerade die letzten Konfrontationen überhastet wirken lässt.

Das ist auch das einzige Manko, dass den positiven Eindruck jedoch nur wenig schmälert, weil alles andere wieder stimmt und weit von den gängigen Klischees des Genres entfernt ist.

Auch in „Der Schwertmeister“, dem zweiten Band von „Die Krosann-Saga“ überzeugt Sam Feuerbach wieder mit interessanten Entwicklungen, einem komplexen Hintergrund, der sich immer mehr entfaltet, einem ordentlichen Schuss Humor und facettenreichen Figuren, die durchweg menschlich gezeichnet werden. Heraus kommt ein unterhaltsames und kurzweiliges Fantasy-Abenteuer, das auch diesmal Lust auf mehr macht

Meine Bewertung:
4,5 von 5 Schwertmeister

[Rezension] Die Auftragsmörderin (Die Krosann Saga i}

as-Krosann1-AuftragsmörderinAutor: Sam Feuerbach
Verlag: Selbstverlag(Create Space)
Format: Taschenbuch, 410 Seiten
Erschienen: Mai 2014
Karte: bene
Titelbildgestaltung: jasmin, bene
ISBN-10: 1499355130
ISBN-13: 978-1499355130

von: Christel Scheja (kris)

Der Vorteil des modernen Selfpublishing ist, dass sich der veröffentlichende Autor nicht den Konventionen unterwerfen muss, die ihm Verlage auferlegen und seine Vision so umsetzten kann, wie er es möchte, nur beeinflusst von seinen eigenen Testlesern.

Das sorgt zwar für große Qualitätsunterschiede, ermöglicht aber auch Romanen oder Serien das Licht der Welt zu erblicken, die sich als kleine Perlen entpuppen. Eine davon ist „Die Auftragsmörderin“, der erste Band der „Krosann“-Saga.

Mit seinen fast vierzehn Jahren ist Prinz Karek noch nicht sonderlich daran interessiert, seinen Platz in der großen Politik einzunehmen. Er ist zwar der Thronfolger und wird entsprechend ausgebildet, aber die Unterrichtsstunden, vor allem das Waffentraining, empfindet er als große Last. Und in den Sitzungen seines Vaters mit dem königlichen Rat oder an Gerichtstagen langweilt er sich eher, als aktiv mitzumischen.

Er isst lieber für sein Leben gern und hangelt sich von Mahlzeit zu Mahlzeit, denn auch Freunde fehlen ihm, mit denen er sich die Zeit vertreiben könnte. Dennoch entwickelt er einen wachen Verstand und einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, die ihm dabei helfen, immer die richtigen Fragen zu stellen und damit den Geheimnissen seiner Umwelt auf den Grund zu gehen. Zudem ist er von ausgeprägt friedliebender Natur und zieht gewaltlose Lösungen vor.

Ein Hexenprozess reißt Karek jedoch schon bald aus seinem trägen und langweiligen Leben, weckt ein Interesse, das er vorher noch nicht kannte. Warum will ein Adliger eine angesehene Priesterin töten, nachdem er sie grausam gefoltert hat, Welches Geheimnis versteckt sich in den Zeichen auf einem Pergament, auf das es nicht nur er abgesehen hat, und nicht zuletzt – was haben die Fetzen einer uralten Prophezeiung damit zu tun?

Derweil haben sein Vater und dessen Vertraute andere Sorgen, erkennen sie doch, dass eine Auftragsmörderin ihr Unwesen in und um die Burg treibt und ihr Ziel ganz offensichtlich der Prinz zu sein scheint …

„Die Auftragsmörderin“ ist einer jener Romane, die eigentlich keine spektakulären und epischen Geschichten erzählen, sich aber dennoch irgendwie in das Herz des Lesers schleichen und ihn ganz schnell mitten in das Geschehen ziehen.

Sam Feuerbach verzichtet nämlich zuerst einfach darauf, den Hintergrund zu enthüllen und beschreibt seine beiden Hauptfiguren in ihrer kleinen Lebenswelt. Der Prinz, verwöhnt und verweichlicht, aber dennoch nicht moralisch und geistig verdorben steht dabei im krassen Gegensatz zu der namenlosen Auftragsmörderin, die keine Gefühle mehr, außer Hass und Mordlust zu haben scheint und für die Töten wie das Atmen zum Leben gehört. Und in einer dritten Handlungsebene wird eine weitere Figur eingeführt, die allerdings erst später zum Tragen kommt, aber auch ihren Teil zum Hintergrund beiträgt.

In lebendig erzählten Szenen erfährt der Leser nicht nur vom alltäglichen Dasein seiner Helden, sondern auch den im Hintergrund schwelenden Gefahren, sei es nun einem heraufziehenden Konflikt mit dem südlichen Nachbarreich oder aber Intrigen am eigenen Hofe. Immer wieder gibt es Andeutungen und Hinweise, dass hinter all den Problemen vielleicht noch mehr mitschwingt und auch die Magie nicht so ganz aus der Welt der Menschen verbannt ist.

Es sind scheinbar kleine und unspektakuläre Ereignisse, die sich nach und nach zu einem abwechslungsreichen und bunten Mosaik zusammenfügen. Deshalb bedarf der Autor auch keiner epischen Schlachten oder viele dramatische Kämpfe, um die Geschichte spannend zu gestalten.

Es sind die facettenreichen Figuren, die die Handlung tragen, denn immer wieder zeigt sich, dass auch sie Geheimnisse haben, die die einzelnen Hinweise miteinander verbinden.

Dabei stört es überhaupt nicht, dass die Helden und Schurken durchaus auch so ihre Klischees bedienen, denn der Autor lässt sich nicht auf die reinen Archetypen festlegen und belässt es oft bei reinen Andeutungen, in die man als Leser selbst genug hineininterpretieren darf.

Erzählt wird das alles in einem warmherzigen und flüssigen Stil, der niemals langweilt und viele Ereignisse mit einem Augenzwinkern unterlegt. Sam Feuerbach trifft den Charakter seiner Helden und der anderen Figuren oft mit wenigen Worten und findet auch sonst eine gute Balance zwischen Abenteuer, Beschreibung und Dialogen, um den Leser durchweg bei der Stange zu halten. Am Ende ist man nicht nur rundum zufrieden mit der Geschichte sondern hat auch noch Lust darauf zu erfahren, wie es in Krosann weitergehen wird.

„Die Auftragsmörderin“ ist ein rundum gelungenes Fantasy-Abenteuer für alle Fans lebendiger Geschichte aus fremden Welten, in denen die Spannung nicht allein auf Action, exotische Monster oder gar übermächtige Gegnern setzt, sondern eher auf Geheimnisse, die sich erst nach und nach enthüllen, ähnlich wie das Intrigenspiel hinter den Kulissen, das die Handlung zusammenhält. Dazu kommen ausgefeilte Figuren, die immer wieder zu überraschen wissen, und eine abwechslungsreiche Handlung, die von Anfang bis Ende durch die unkomplizierte und vor allem lebendige Erzählkunst von Sam Feuerbach getragen wird.

Meine Bewertung:
4,75 von 5 Aufträgen