[Rezension] Die Herbstlande – Das Rollenspiel

© Edition Dungeon Owl

Hmmmm… Ich glaube ich habe dem kleinen Büchlein auf den ersten Blick ein schlimmes Unrecht angetan. Ich hatte es ein paar Mal in der Hand, habe es aber immer wieder weggelegt, weil mir die Titel-Illu einfach zu amateurhaft war. Dieser „Buntstift-Charme“ hat sich mir einfach nicht erschlossen. Jetzt, wo ich „gezwungen“ bin, es zu rezensieren, habe ich mich etwas genauer damit beschäftigt und mir auch die Illustrationen genauer zu Gemüte geführt. Ganz ehrlich? Mein persönlich bevorzugter Stil ist es immer noch nicht, aber ich muss anerkennen, dass eigentlich eine nette herbstliche, märchenhafte Stimmung vermittelt wird – gewürzt mit einer Prise Alice im Wunderland und Zauberer von Oz. Und seien wir ehrlich – an dieser Mischung ist nun wirklich nichts verkehrt.

Der Klappentext verspricht zusätzlich, dass auch Rollenspielneulinge mit dem System klarkämen. Das will ich doch mal genauer unter die Lupe nehmen.

INHALT
Die ersten 9 Seiten werfen mich als gedachten Neuling direkt mal in das Thema Rollenspiel hinein und ich erfahre, dass ich als Fan der Herbstlande-Geschichten diese nun endlich mit beeinflussen kann. Hört sich schonmal direkt gut an. Auch die Karte der Herbstlande, die etwas von einem Blatt haben, macht Lust auf mehr und eine kurze Settingskizze gibt es direkt auch, damit ich weiß, wo sich meine Abenteuer abspielen. Das mag ich immer ganz gerne. Erst etwas (aber nicht zu viel) Welt, dann geht es erst an Werte und Co.

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[Rezension] Schnutenbach – Siebenbrucken: Die Toten ruhen nicht (Fantasy, Rollenspiel)

© Mantikore Verlag

Mit Siebenbrucken schiebt Schnutenbachautor Karl-Heinz Zapf bei Mantikore eine SpinOff-Kampagne, welche mit dem „Silbernen Stephan“(Preis) ausgezeichnet wurde, mit Horror-Elementen an, die an anderem Ort aber in der selben Welt spielt. In Siebenbrucken – erinnert nicht umsonst an Siebenbürgen vom Klang – sind Untote, Nekromantie und Flüche ab der Tagesordnung.

Das Abenteuer startet in Augenburg, eine Großstadt, die man leicht gegen eine andere der eigenen Spielwelt tauschen kann. Dort stolpert man über einen alten Bekannten, der von maskierten Fremden gejagt wird. Er fürchtet um die „Sieben Bücher des unsterblichen Nekromanten Nikolai Koschtschai“ und dass diese in falsche Hände geraten. Grund genug eine Gruppe Helden zur Burg Bluthorn auszusenden, welches durch das Sumpfland Siebenbrucken zu erreichen ist. Es entspinnt sich ein relativ lineares Reiseabenteuer (in dem Fall nicht unbedingt negativ zu verstehen) mit zahlreichen Begegnungen, Gefahren und -verfolgern. Neben den festen Begegnungen würfelt man auf eine W100-Tabelle mit etwa netto 40 Seiten und ca. 70-80 Begegnungen, viele dann individuell, aber nur dann einmalig, wenn man sie auch abgeschlossen hat. Sonst kann ihnen potenziell nochmal begegnen – hervorragende Idee. Zwar braucht es so nicht zwingend eine Karte, mich als Fan von Kareten und haptischen Handouts stört ihr Fehlen schon. Immerhin die Burg am Ende hat einen Raumplan abbekommen, allerdings auch wenig spektakulär. Zwar ist die Welt von Warhammer inspiriert, allerdings gibt es hier kein System oder Werte, da muss der SL aktiv werden. Z.B. erfahren wir über Jadwiga, die Sumpf-Vettel, dass sie Hexerei beherrscht, ihre Haut das Äquivalent einer Lederrüstung ist, ihre Krallen giftig und lähmend sind sowie sie innerhalb des Sumpfes über Regeneration. In einigen Systemen leicht umzusetzen, in anderen nimmt man halt die Vettel aus dem Monsterhandbuch und pimpt sie ggf., aber in manchen wird das ne Heidenarbeit sein. Für eine 2%ige-Zufallsbegegnung. Da gefallen mir im Zweifelsfall Universalabenteuer besser, die schon Werte für drei Systeme anbieten. Oder zumindest Prozentwerte wie im Schnutenbach-Grundbuch.

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RPG-Blog-O-Quest #60: 5 Jahre – Geburtstage und Jubiläen

5 Jahre bzw. hiermit 60.Ausgaben der RPG-Blog-O-Quest liegen nun hinter uns. Es hat sehr viel Spaß gemacht und es gab viele tolle Themen. Da wir dieses kleine Jubiläum haben, könnte man zurückblicken – das hatten wir aber bereits bei der 50.Ausgebe und es wäre langweilig. Also lasst uns ein passendes Thema nehmen. Also „Geburtstage und Jubiläen“.

Ab geht`s…

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[Rezension] Blaupausen 2019 – SPIELMATERIAL MATTERS (Rollenspiel)

© System Matters

Mit „Blaupausen – Spielmaterial matters“ stellt System Matters zum Preis von fast 18 Euro ein ungewöhnliches Fanzine vor. Das Format ist ein quadratisches Softcover mit 160 Seiten, ein Produkt zu einem beliebigen System hätte sicherlich den Preis bei einem Verlag. In der Einteilung der Aktion Fandom würde man es wohl in die Kategorie semipr. Zines packen, allein weil es ein Verlagsprodukt ist. Laut Eigenbeschreibung ist Blaupausen ein nichtkommerzielles Gemeinschaftsprojekt, bei der sich jeder einbringen kann. Die vielen Zufallstabellen sind wohl alle neu und im Discord bei System matters entstanden, während Artikel und Abenteuer oft auch alte Artikel – oder übersetzte Artikel – sind, die einfach gut waren (aus Sicht von Redakteur Daniel Neugebauer). Kurzum, ein echt spannendes Projekt und die Idee, jährlich so eine Artikelsammlung zusammenzustellen, gefällt dem Rezensenten.

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[Interview] Im Gespräch mit System Matters (Spire)

In naher Zukunft  wird die deutschsprachige Version von „Spire“ durch Systam Matters auf das Spielevolk losgelassen. Somit war es an der Zeit Frank und Daniel einige Fragen zu stellen. Viel Spaß beim lesen.

© Syytem M

Hallo Daniel, hallo Frank,
vielen Dank für Eure Zeit. Stellt Euch bitte kurz vor?
Frank: Vielen Dank für deine Interviewanfrage! Ich bin Frank Reiss und bin der verantwortliche Redakteur für Spire. In dieser Rolle habe ich das Projekt von Anfang an betreut. Spire ist ja eine Übersetzung eines Rollenspiels, das auf Englisch erschienen ist, so dass es hier vor allem um die Übersetzung, aber auch ums Lektorat, Layout und die Begleitung der Vorbestellungsaktion ging. Vor meiner Arbeit an Spire habe ich den Essay-Band Roll Inclusive mitherausgegeben und war als Autor für Splittermond tätig.

 Daniel: Mein Name ist Daniel Neugebauer und ich mache gemeinsam mit Patrick Jedamzik (und natürlich vielen, vielen talentierten und kreativen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern) den System Matters Verlag. Überraschenderweise habe ich festgestellt, dass der Verlag im September schon 5 Jahre alt wird! Begonnen hat natürlich alles mit unserem Podcast, der in diesem Jahr 11 Jahre wurde.

Nach Werken wie „Beyond the Wall“, „Dungeon Crawl Classic“ und der Kleinen Reihe, legt Ihr bald „Spire“ vor. Beschreibt doch bitte einmal in drei Sätzen worum es dabei geht?
Frank: Bei Spire handelt es sich um ein Fantasy-Punk-Rollenspiel in einem urbanen Setting. Die Spieler*innen schlüpfen dabei in die Rolle von Dunkelelfen, die ihre von den Hochelfen eroberte Stadt, den Spire, wieder zurückerobern wollen. Spire ist ein Spiel um Revolution und Widerstand aus dem Verborgenen heraus und um den Kampf einer unterdrückten Gemeinschaft gegen einer übermächtige Elite.

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[Rezension] Schnutenbach: Der Klang des Untergangs

© Mantikore Verlag

Seit einigen Jahren erscheinen im Mantikore-Verlag regelmäßig Publikationen zum fantastischen Setting „Schnutenbach: Böses kommt auf leisen Sohlen“. Dabei handelt es sich um eine universelle Dorfbeschreibung welche man mit ein bisschen Engagement auf viele Fantasy-Systeme anwenden bzw. einbauen kann. Wer meinen Blog verfolgt, weiß das ich schon öfters nach Schnutenbach gereist bin um mich dort von den sich bietenden Geschichten einfangen zu lassen. Bis jetzt hat Dorfgründer Kall-Heinz-Zapf einen guten Job gemacht. Um so gespannter war ich „Der Klang des Untergangs“.

INHALT
Zuerst erfolgt ein Blick auf die aktuellen Ereignisse. Schnutenbach und seine Umgebung wurden durch ein sehr schweres Erdbeben erschüttert. Etliche Gebäude konnten dieser Naturgewalt nicht standhalten. Zusätzlich fraß sich Feuer durch das Unglücksgebiet. Den Bewohner von Schnutenbach erlebten die härtesten Stunden/Tage ihres Lebens. Allerdings ist  scheinbar das Schlimmste von Schnutenbach ferngeblieben und so scheint das Dorf mit einigen Brandwunden und großen Schrecken davongekommen zu sein. Aber erstens kommt es anders als man denkt und zweitens wissen die Bewohner zu diesem Zeitpunkt noch nicht das sich im Riesenjoch-Gebirge eine Erdspalte gebildet hat. Diese Spalte sorgt dafür, dass die Magrond, eine alte fast vergessene und gefürchtete Spezies, in eine bis dato unentdeckte Dunkelzwergen-Festung gelangen. Aber wie es sich so ergibt, finden die Magrond in der Festung eine machtvolle Reliquie. Die Magrond verlieren keine Zeit und setzten die Reliquienkräfte dazu ein, Gewalt über einige Dorfbewohner*innen zu erlangen und diese so in ihr Höhlensystem zu locken.

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Karneval der Rollenspielblogs: Fahrzeuge und Fahrer (Mai 2020)

Der aktuelle Karnevalsumzug stellt mehr oder minder den dritten Teil einer Reihe da, welche sich Greifenklaue ausgedacht hat. Der erste Teil drehte sich um „Flieger und Piloten“ (Link), wobei der zweite Teil „Kapitäne und ihre Schiffe“ (Link) behandelte. Nun folgt mit „Fahrzeuge und Fahrer“ der dritte Teil. Da ich bei den ersten beiden Teil mit umgezogen bin, will ich dies nun auch beim dritten Teil tun.

Nachfolgend die Verlinkungen zu meinen beiden Beiträgen:

Kommen wir nun aber zum aktuellen Umzug. Für mich stellte sich gar nicht lange die Frage, wo oder wie ich meine kleinen Beitrag ansiedle. Ich halte es etwas offener gehalten, wobei man den CP / SR Einfluss nicht ganz wegleugnen kann. Wenn wundert`s! 🙂

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[Rezension] Der Schatten des Dämonenfürsten: Geschichten aus dem Schatten

© System Matters

Mit „Geschichten aus dem Schatten“ haben System Matters eine komplette Kampagne für „Der Schatten des Dämoenfürsten“ vorgelegt. Mit 11 Abenteuern, um von Stufe 0 auf Stufe 10 zu kommen. Dies ist zugleich der Unique Selling Point des tollen, düsteren, teils warhammeresken Systems, dessen Kampagnen quasi Abenteuer für Abenteuer separat aufeinander aufbauen und man jeweils eine Stufe aufsteigt. So ist es mit dieser Kampagne möglich, sie by the book zu spielen, aber auch einzelne Kapitel auszutauschen und andere Abenteuer zu nutzen, mit Fansachen gibt es schon über 30 Abenteuer auf deutsch.

INHALT
Zentrum und Angelpunkt ist die Stadt Kreutzing mit Stadtteilen wie Kummer, Münz und Senkel. Die zehn Stadtteile werden in aller Kürze vorgestellt in drei bis sechs Sätzen, dazu ein, zwei markante Gebäude oder Orte – so hat man einerseits genug feste Struktur und zum anderen genug Freiraum. Auch die wichtigsten Institutionen – Regierung, Braunröcke (Stadtwache) und Bürgergarde (Armee bzw. Patrouillen außerhalb der Stadt) werden kurz vorgestellt (etwas verwunderlich, warum beide braune Röcke tragen). Die wichtigsten NSC werden kurz vorgestellt, potenzielle Gegner gleich mit Werten, am allerwichtigsten ist aber die alphabetische NSC-Tabelle mit Kurzbeschreibung und wo sie auftauchen. So behält man halbwegs den Überblick und kann ggf. bestimmte NSCs schon früher einführen, damit sich das ganze organisch anfühlt. Ebenfalls sehr nützlich ist die zweiseitige Ereignistabelle mit W20 Ereignissen. So kann man Goblins vor einer Wäscherei entdecken, die das Haus mit Unrat und Fäkalien bewerfen, weil diese ihr wohlriechendes Waschwasser in die Kanalisation einleiten oder einen trickreichen Hütchenspieler. Zuguterletzt noch eine gelungene Stadtkarte der Stadt am Düsterwasser mit den 20 markanten Gebäuden und den zehn Stadtvierteln.

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[Rezension] Der Schatten des Dämonenfürsten: Geborene Krieger

© System Matters

Mit „In the Shadow of Demon Lord“ bzw. zu Deutsch „Der Schatten des Dämonenfürsten“ haben System matters ein tolles, düsteres, teils warhammereskes System vorgelegt, dessen Unique Selling Points eine zehn- bzw. elfteilige Kampagne ist, die an genausovielen Abenden durchgespielt ist. Nach jedem Abenteuer gibt es einen Stufenaufstieg und damit genug Platz für Charakterentwicklung, die bei DSdDF auf Lehrlings-, Gesellen- und Meisterpfaden besteht. Entgegen dem Heft für Schurken, Glorreiche Halunken (Rezi), können hier „nur“ zehn verschiedene Kriegertypen als Lehrlingpfad genommen werden – daher auf Stufe 1./2. /5. und 8. gibt es Verbesserungen. Dabei ist man angenehm dünn geblieben – 32 Seiten A5 – für knapp 8 Euro.

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Finales Update zum 8.Winter One Page Contest

Hallo zusammen,
der 8.Winter One Page Contest ist seit Anfang Januar bereits vorbei. Seit dieser Zeit ist einiges passiert. So haben sich unsere fleißigen Juroren durch Eure eingereichten Einseiter gearbeitet und die Sieger der drei ausgeschriebenen Kategorien gekürt.

Danach haben wir, in guter alter Tradition, den PDF-Download zum GratisRollenspielTag 2020 zur Verfügung gestellt.

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