[Rezension] Ironsworn – Verhängnisvolle Questen in den Eisenlanden (Rollenspiel)

© System Matters

Wie so viele andere Rollenspiele mit »Powered by the Apocolypse«-Regelkern auch, hat das 2019 erschienene Ironsworn einen kleinen Hype erlebt und erfreut sich seitdem einer lebhaften Community. Kein Wunder also, dass der deutsche System Matters Verlag sich jüngst um eine Übersetzung bemüht hat, passt das Rollenspiel doch wunderbar ins eigene Produktportfolio. Was also kann der Rollenspiel-Überraschungserfolg von 2019?

INHALT
Die größte Besonderheit, mit der sich Ironsworn von der Masse der bisher erschienenen PbtA-Titel unterscheiden will, prangt bereits groß auf der Rückseite des Regelwerks: Das Rollenspiel soll sowohl mit Unterstützung einer klassischen Spielleitung, als auch völlig ohne funktionieren. Dabei ist es egal, ob die Eisenlande gemeinsam kooperativ oder völlig allein bereist werden. Jeder soll Spaß mit dem System haben. Ironsworn präsentiert dabei zwar eine Fantasy-Welt, die im Gegensatz zu Dungeons & Dragons oder Pathfinder aber alles andere als bunt ist. Hier geht’s deutlich rauer und düsterer zur Sache, denn die Eisenlande – eine ausgedehnte Halbinsel im hohen Norden irgendwann auf unserer Welt, die sich aus insgesamt neun Regionen zusammensetzt – bieten nur wenig für ein feudales Leben und erinnern an ein mittelalterliches Skandinavien. Die Winter sind lang und unerbittlich kalt, die Böden vielerorts kaum fruchtbar und Siedlungen daher spärlich. Die Küste wird von schneidenden Winden umtost und kostete bereits etlichen unachtsamen Seefahrern und Fischern das Leben, während die zerklüfteten Gebirge, in denen das seltene und kostbare Eisen gefördert wird, nur unter großen Anstrengungen zu passieren sind. Und wer nicht aufpasst, den holen entweder der tückische Sumpf oder die dichten, kaum erforschten Wälder, in denen alptraumhafte Kreaturen hausen. Naja, zumindest der letzte Punkt passt weniger zu einem mittelalterlichen Skandinavien…
Doch trotz aller Gefahren gibt es genug Menschen, die diese unwirtliche und bedrohliche Landschaft ihr Zuhause nennen. Vor zwei Generationen aufgrund einer nicht näher genannten Katastrophe aus ihren eigentlichen Heimatländern vertrieben worden, haben sich die Eisenländer, wie sie sich nun selbst nennen, auf diesem Flecken Erde ein neues Domizil aufgebaut. Die Tapfersten unter ihnen machen sich seitdem immer wieder auf, das Land zu erforschen und sich einen Namen zu machen. Darunter, na klar – die Charaktere.

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Ein Stück aus der Rollenspiel-Sammlung

Da sitzt man Abends ganz gemütlich im Zockzimmer und lässt seinen Blick über die Sammlung schweifen. Ja da ist eine Menge zusammengekommen, auch wenn ich mich in den letzten Jahren immer wieder von Sachen, ohne Reue oder Bedauern, getrennt habe. Schließlich sollen Spiele gespielt und Romane gelesen werden… Aber mit dem ein oder anderen Teil wird man mich wohl irgendwann in die Holzkiste stecken und abfackeln

Bei der Schweiferei bin ich dann auf folgendes Teil gestoßen. Mal schauen wer von Euch weiß was das genau ist? (ich kann sogar genau sagen wie ich drangekommen bin. Aber das folgt, wenn es jemand genau errät.)

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[Vorgehört] Der niveauvolle Trashtalk, Spin-Off #33: Urban Fantasy

© NgS

Am Donnerstag Abend, 23.09. wird die nächste Folge des niveauvollen Trashtalks erscheinen. Diesmal hat sich Philipp zwei Gäst:innen, nämlich Sarah Stoffers und Aşkın-Hayat Doğan eingeladen.

Nach einer kurzen Vorstellung geht es auch schon direkt zum Getränketest. Dieser wird kurz und knapp abgehandelt.

Letztlich gab es einige Diskussion zur Webshow/-projekt „Meet a Roleplayer“, welche in vielerlei Hinsicht heftig geführt wurde. Sarah und Aşk geben Einblick in ihre Sicht der Dinge und beleuchten die geäußerte Kritik genauer. So wird das Ganze für mich etwas stimmiger und runder. Wobei ich gestehen muss, dass ich die Diskussion nicht zu 100% verfolgt habe.

Anschließend berichtet Ask über seinen Besuch bei der Vorbilder*innen. Feminismus in Comic und Illustration Ausstellung. Rein vom hören würde ich die Veranstaltung gerne besuchen. Mal schauen ob und wann das klappen könnte.

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Vorgehört: Der nerdige Trashtalk – Bonusfolge #20 „Freude Schöner Götterfunken“

Gestern konnte ich Euch schon einmal auf die 100.Greienklaue-Podcast-Folge aufmerksam machen. Folge um Folge geht es nun. Morgen könnt Ihr Euch, die bereits 20.Bonusfolge von „Der nerdige Trashtalk“ von Philipp in die Gehörgänge jagen.

Philipp hat sich das kreative Dup vom „Donnerhaus“ eingeladen, um mit ihnen über ihr aktuell laufendes Projekt „Freude Schöner Götterfunken“ zu quatschen. Dabei handelt es sich um eine randvolle Rollenspielbox, welche zur Zeit noch über ein Vorbestellaktion zu haben ist. Weiterhin wird über die dazugehörige Streaming-Spielrunde, welche mit dem DoktorFroid-Team, gezockt wird, und welche mit mehr als 500.000 Klicks pro Folge ein großer Erfolg ist, gesprochen.

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[Rezension] Durance – Gefangen! (Rollenspiel)

© Pro Indie

Pro Indie ist mittlerweile eine gute Adresse für kleine Überraschungshits, was quasi mit Fiasko von Jason Morningstar begann. Von genau jenem stammt Durance, welches im Deutschen den Untertitel Gefangen! bekommen hat. Auf 144 Seiten wird das spielleiterlose Spiel im Hardcover rund um einen Gefängnisplaneten (oder genauer: dutzend verschiedene) präsentiert.

WELT- UND CHARAKTERERSCHAFFUNG
Schon die Erschaffung des Settings ist Teil des Spiels. Als erstes folgt die Planetare Einstufung (ATE) mit den Kategorien Atmosphäre, Klima, Geotechnik, Wasservorkommen, Flora und Fauna sowie Intelligentes Leben. Dazu wird ein Bogen reihum gereicht und der/die erste Spieler*in wählt eine Kategorie aus und streicht eine andere, entsprechend die nächsten zwei Spieler*innen. Dadurch entsteht ein Profil, welche 3 Kategorien funktionieren und welche drei Probleme bereiten – 20 unterschiedliche Profile sind möglich – und für alle ein Beispiel eingeführt.

Zwei Beispiele: Jorca Ten hat die Kategorien Atmosphäre, Flora und Fauna sowie Intelligentes Leben, daher sagt das Gutachten: „… fast perfekte Stickstoff-Sauerstoff-Mischung. Endemische Arten … noch nicht über Mehrzeller.“ Doch das alsbald revidierte Gutachten macht darauf aufmerksam: „Kern aus Nickel sorgt für erdrückende Schwerkraft … Wasser gibt es nur an Äquator in schwer erreichbaren Gebiete … von Zeit zu Zeit fegen unberechenbare, kontinentumspannende Megastürme über die Welt.“ Außerdem werden sechs Details geliefert um die Welt zu beschreiben, z.B. ein perfekter Monolith aus Nickel oder elektrische Stürme.

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RPG-Blog-O-Quest #070 – #RPGaDay meets Blog’O’Quest

Die Zeit zerrinnt und wir haben bereits wieder August. Das Gefühl, das ich dieses Jahr noch nicht wirklich etwas geschafft habe, beschleicht mich immer mehr. Also nutze ich die aktuelle Queste um etwas dagegen zu tun.

Bevor es dann endlich losgeht, die aktuelle Ausgabe wir von Greifenklaue präsentiert.

DIE FRAGEN

  1. Über [RPGaDay] wollte ich Euch schon immer berichten: _____________.
  2. Zu [RPGaDay] hab ich einen Link- oder Lesetipp, nämlich: _. Kurz beschrieben findet sich dort: __________.
  3. Ein kritisches/denkwürdiges Erlebnis hatte ich mit [RPGaDay] und das verhielt sich so: __________.
  4. Beim Rollenspielsystem gibt es eine interessante Auseinandersetzung mit [RPGaDay], nämlich __________..
  5. Zu [RPGaDay] wollt ich Euch schon immer etwas mitteilen, nämlich: __________.
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[Rezension] So tief die schwere See (Rollenspiel)

© System Matters

Seemannsgarn und Schauermärchen auf den Britischen Inseln in Rollenspielform gepresst, 244 Seiten im schicken Hardcover im B5-Format, herausgegeben von System Matters, basierend auf dem sogenannten pbtA-System („powered by the Apocalypse“). Kurzum hochspezialisierter Grusel auf erfolgreichem Universalsystem.

INHALT
Bevor es im Kapitel I Regeln an selbige geht, gibt es 12 Seiten historischen Hintergrund, wie das zu bespielende Setting aussieht. Verarmte Landbevölkerung, deren Dienste durch Maschinen ersetzt wird, Stadtflucht, Hilflosigkeit, nur dem Fischer geht es überdurchschnittlich gut, zumindest wenn die See ruhig bleibt … Und so kann man zwischen zehn Charakterrollen (wie Kapitän, alter Seebär, Smutje, Schiffsarzt oder blinder Passagier) und sechs Charaktermotiven (wie Verwandt, Fromm oder Vertraut) wählen.

Bei pbtA wird das Narrativ in sogenannte Spielzüge übersetzt, die wie gewohnt funktionieren: der/die Spieler*in wirfst 2W6+ eines der fünf Attribute (Haltung, Kraft, Schönheit, Verstand und Jenseits) als Modifikator. Ab einer 10+ gelingt die Probe reibungslos, bei einer 7-9 gelingt es nur zum Teil, man muss einen Nachteil in Kauf nehmen oder wählt zwischen zwei Übeln, die der SL anbietet. Bei 6 oder weniger darf der SL die Lage verschlimmern …

Grundspielzüge von So tief die schwere See sind Unter Druck handeln, Jemanden einschüchtern, Gewalt ausüben, Jemanden manipulieren, Die Situation einschätzen, Gedanken lesen, Ins Jenseits greifen sowie Helfen oder hindern. Auch ein Kampf wird als Spielzug betrachtet. Und jede Rolle bekommt einen eigenen, individuellen Spielzug. Der Bootsmann kann mit „Deine Besatzung“ seinen Willen durchsetzen, der Söldner als „Ein echter Profi“ oder der alte Seebär darf Fragen bei „Die See spricht“ zu Ereignissen auf See oder Artefakten aus der See stellen.

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RPG-Blog-o-Quest #068: Geister und Gespenster

Da ist der Mai fast schon wieder vorbei, also ist es an der Zeit sich der aktuellen Quest zu widmen. Auch dieses mal wieder von Seanchui auf die Beine gestellt. Mh, ich muss aber ehrlich zugeben, bei dem Thema werde ich wohl nicht wirklich was beisteuern können. Beruht wohl darauf, das ich in der Vergangenheit nicht viel mit Horror(-elementen) und Untote usw. an der Mütze hatte. Teils konnte ich das nicht für „ernst“ nehmen, teils fand ich es immer „altbackend“. Aber so langsam ändert sich dies. Schließlich konnte ich in letzter Zeit schonmal einigen Genre-Filmen und Serien etwas abgewinnen und fühlte mich gut unterhalten. Also von daher, entschuldigt wenn diese Queste etwas kürzer werden wird. Für Tipps, ob Rollenspiele, Serien, Filme, Brettspiele, usw. würde ich mich sehr freuen. So kann ich bestimmt meinen Horizont merdsinnig erweitern.

DIE FRAGEN

  1. Erzählt doch einmal: Gab es in einer Eurer Rollenspielrunden schon einmal eine gute Geistergeschichte, von der Ihr erzählen mögt?
  2. Spätestens seit „Ghostbusters“ finden sich Geister zumeist auf der Antagonistenseite abenteuerlicher Geschichten wieder. Hattet Ihr auch schon Erfahrungen mit anderen Geistern – zum Beispiel als Auftraggeber, Wegbegleiter oder Opfer in der Geschichte? Falls ja, wie sah das aus?
  3. a) an die Spielleiter unter Euch: Habt ihr bestimmte Techniken, um Geister auch wirklich gruselig darzustellen? Schafft Ihr es, Euren Spielern einen Schauer über den Rücken laufen zu lassen?
    b) an die Spieler unter Euch: Hat Euer Spielleiter Euch schon einmal richtig bei einer Gespenstergeschichte gegruselt? Wie ist ihm das gelungen?
  4. Ich bin unlängst noch einmal über den Geisterbaukasten im Grundregelwerk von „Die schwarze Katze“ gestolpert und war ein zweites Mal hin und weg. In welchem Regelwerk denkt Ihr sind Geister treffend dargestellt? Oder gibt es Hausregeln für Euer Lieblingssystem, die Ihr mit uns teilen möchtet?
  5. Kennt Ihr eine gute Geistergeschichte über einen gruseligen Ort, ein heimgesuchtes Schloss, eine verfluchte Ruine oder sonst etwas, aus der ihr schon einmal ein Rollenspielabenteuer geschnitzt habt? Welche Geschichte war das, und wie gut hat es funktioniert?
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GKpod #99: Rezensionen – Vorschau

Nachdem ich letztlich die 29. Folge von „Der niveauvolle Trashtalk“ zum Thema „Fanzines“ vorhören durfte, wurde nun die 99.Folge des Greifenklaue Podcasts an mich herangetragen.

Das aus der Trashtalk-Folge bekannte Trio Philipp (Nerds gegen Stephan), Christoph (Christophorus) und Ingo (Greifenklaue) haben sich erneut zusammengefunden um über Rezensionen zu sprechen. Das Thema wird von „Wie schreibe ich eine Rezension“, über „Wie bewertest du“, bis hin zu „Wie komme ich an Rezensionsmuster heran“ beleuchtet.

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[Rezension] Der Heilige von Bruckstadt – historischer OSR-Dungeoncrawl (Rollenspiel)

© Gazer Press

Neulich bei Facebook stolperte ich über etwas ungewöhnliches: ein historischer Dungeoncrawl auf Basis von Lamentations of the flame Princess (LotfP) in Deutsch aus Österreich, im Hardcover gedruckt via Lulu. Um Porto zu sparen hab ich eine Sammelbestellung organisiert, bei dem immerhin 15 Personen zusammenkamen. Die kamen dann schließlich aus Spanien an und machten schon optisch einen hervorragenden Eindruck. 104 Seiten im Inneren in sw, außen ein Cover in rosa-schwarz. Das sticht ins Auge, ist aber sehr oldschool-affin.

Der Weg zu dem Modul war inhaltlich ein langer, zeitmäßig ein kurzer. Vor einiger Zeit stieg man erneut ins Rollenspiel nach Jahren der Abstinenzenz ein, DSA 5 entpuppte sich für die Gruppe als zu komplex und man entdeckte gemeinsam Oldschool-Rollenspiele. Erst schuf man einen klassischen Megadungeon, was das Modul im Kern immer noch ist, lagerte dann allerdings einige Ebenen an andere Orte aus, so dass neben Dungeon Crawling auch andere Sachen abgefordert werden.

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