[Rezension] Die Sanduhr (Die Korsann Saga III)

as-Krosann3-SanduhrAutor: Sam Feuerbach
Verlag: Selbstverlag(Create Space)
Reihe: Die Krosann Saga, Band 3
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 402 Seiten
Erschienen: Oktober 2014
ISBN-13: 978-1502851536
Preis: 13,90 €

von: Christel Scheja (kris)

Zwischen dem zweiten und dritten Band hat sich Sam Feuerbach etwas mehr Zeit gelassen, aber auch noch weniger als manche andere Verlage. So erscheint „Die Sanduhr“ bereits knapp vier Monate nach dem zweiten Band. Auch dieser Roman schließt direkt an seinen Vorgänger „Der Schwertmeister“ an.

Die Verschwörer haben ihre Masken fallen gelassen, Fürst Schontar sich selbst zum Fürsten des Südens ausgerufen und seine Verbündeten um sich versammelt. Nun greift er nach der Krone und dafür ist ihm jedes Mittel recht, auch wenn Unschuldige sterben müssen. Eine der ersten königstreuen Festungen die fallen ist die von Fürst Rogan. Prinz Karek, der dort als Soldatenanwärter Linnek lebte, konnte gerade noch mit ein paar Freunden und der Auftragsmörderin entkommen und sich auf ein Schiff retten.
Sie haben erkannt, dass es nur einen Weg gibt, um den Feind aufzuhalten und die Kräfte zu brechen, die er mittlerweile um sich versammelt hat. Sie machen sich auf der Suche nach einem Artefakt der legendären Myrnen, hinter dem auch der Fürst her zu sein scheint. Wer die Sanduhr in Händen hält, der beherrscht auch die Zeit.
Das Ziel zu erreichen ist nicht schwer, auch wenn natürlich einige Probleme auf dem Weg liegen. Aber wieder ist es Karek, der überraschende Qualitäten zeigt. Doch noch wartet der schwierigsten Teil der Aufgabe auf ihn, gilt es doch, die Geheimnisse und Fallen einer alten Gruft auszutricksen, zu überwinden und sich schließlich der größten Herausforderung zu stellen …

Dienten die beiden ersten Romane noch dazu, um Karek reifen zu lassen, verlangsamt sich diese Entwicklung in „Die Sanduhr“ erst einmal, denn der Autor setzt jetzt in erster Linie auf ein Abenteuer, wie man es auch aus vielen Rollenspielen kennt – die Helden kämpfen sich durch einen Dungeon, wohl wissend, dass die Erbeutung des gesuchten Artefakts nicht der schwierigste Teil ihrer Aufgabe sein wird.
Natürlich kommt der junge Prinz dabei auch nicht zu kurz – immer wieder werden neue Andeutungen gemacht, die sich mit denen aus den ersten beiden Bänden verknüpfen. In dieser Hinsicht ist Sam Feuerbach natürlich klar durchschaubar – auch das Abenteuer in der alten Gruft ist eine nette Hommage an die klassischen Pen-und-Paper-Rollenspiele, in denen sich viele Heldengruppen auch nicht anders verhalten haben.
Auf einer anderen Handlungsebene erfährt man mehr über die weiteren Pläne des Gegenspielers, allerdings verpasst der Autor die Gelegenheit, Fürst Schontar und seinen Schergen ein wenig mehr Profil zu verpassen. So lesen sich diese Ausflüge in das Lager der Feinde eher wie Geplänkel.
Dazu kommt, dass die Geschichte zeitweise auch unter den typischen Schwächen eines Mittelbandes leidet: Man muss den Auftakt kennen, um das Verhalten und die Motive der Figuren zu verstehen, die Action bleibt eher verhalten, da die Helden ja noch für den großen Showdown braucht und letztendlich werden Dinge, die schon jetzt offensichtlich sind, noch nicht ausgesprochen, obwohl der Leser schon ahnt, auf was die Andeutungen hinauslaufen werden.
Alles in allem macht der Autor seine Arbeit aber trotzdem wieder gut. Die Geschichte wird weiterhin sehr flott erzählt, schlägt durch ihre lebendigen, sympathischen Figuren in den Bann und bietet eine gute Mischung aus Abenteuer und Beschreibung. Humor ist ebenfalls vorhanden, Romantik bleibt auf einem angenehm naiven Niveau, was sehr gut zu der Handlung passt. Klischees werden auf eine ansprechende Weise ausgelebt und manchmal auch interessant variert, so dass man das Buch am Ende zufrieden beiseite legen und auf die Fortsetzung hoffen kann.

„Die Sanduhr“ kommt inhaltlich nicht ganz an die vorhergehenden Bände heran, da Sam Feuerbach diesmal mehr auf das reine Abenteuer setzt. Die Geschichte weiß aber trotzdem noch genug zu fesseln, da die Figuren auch weiterhin interessant bleiben, der Hintergrund zumindest ein wenig ausgebaut wird und auch die Gewichtung der Handlung stimmt. Vor allem Rollenspieler werden sich diesmal im Abenteuer wiederfinden, dürften sie doch viele Verhaltensweisen aus ihrer eigenen Gruppe wiedererkennen.

Meine Wertung:
4 von 5 Schwertmeister

[Rezension] Der Schwertmeister (Die Krosann Saga II)

as-Krosann2-SchwertmeisterAutor: Sam Feuerbach
Verlag: Selbstverlag(Create Space)
Format: Taschenbuch, 418 Seiten
Erschienen: Juni 2014
Karte: bene
Titelbildgestaltung: jasmin
ISBN-10: 1499502478
ISBN-13: 978-1499502473

von: Christel Scheja (kris)

Auch in anderer Hinsicht macht es Sam Feuerbach den großen Verlagen vor. „Der Schwertmeister“, die Fortsetzung von „Die Auftragsmörderin“, dem ersten Band der „Krosann-Saga“ erscheint bereits einen Monat später und schließt ohne Umschweife an die Ereignisse um den jungen Prinzen Karek an.

Weil sich die Anzeichen mehren, dass sein Sohn von einer Auftragsmörderin umgebracht werden soll, beschließen sein Vater König Tedore und einige Vertraute ihn heimlich fortzuschicken. Er soll am Hof eines treuen Fürsten unter anderem Namen als Soldatenanwärter leben und lernen, um seine Herkunft zu verbergen.

Aus diesem Grund kommen schwere Zeiten auf den nun vierzehnjährigen Prinzen zu. Er muss auf sein geliebtes Essen verzichten und nun mehr denn je trainieren und arbeiten. Und seine Zimmerkameraden machen es ihm erst einmal nicht einfacher, sich einzugewöhnen, vor allem der derbe Söldnersohn Krall hat zunächst immer nur Hohn und Spott für ihn übrig.

Aber Karek macht unter dem Namen Linnek auch zunehmend gute Erfahrungen. Er lernt auch ohne Rückhalt durch seinen Rang für sich und andere einzustehen und ist nicht mehr länger nur der Außenseiter, sondern findet mit der Zeit sogar Freunde, denen er voll und ganz vertrauen kann. Auch entdeckt und schärft er nach und nach seine eigenen Fähigkeiten, ohne dass er sich dabei sonderlich verbiegen muss.

Denn gerade letzteres ist wichtig, droht dem Reich seines Vaters doch nicht nur Gefahr durch das Nachbarreich, sondern auch einen intriganten Fürsten, der es nun nicht mehr nötig hat, hinter den Kulissen zu agieren.

Ausgerechnet die Auftragsmörderin, die den Prinzen eigentlich töten soll, wird dabei zu einer Schlüsselfigur im komplizierten Intrigenspiel um die Macht, ebenso wie ein geheimnisvoller alter Schwertkämpfer, der aus der Versenkung auftaucht und zu einem wichtigen Lehrmeister und Verbündeten für Karek wird …

„Der Schwertmeister“, der bereits im ersten Band seine Auftritte hatte, wird nun zu einer wichtigen Figur in Kareks Leben und beantwortet einfach durch seine Anwesenheit einige Fragen, die sich der junge Prinz schon die ganze Zeit gestellt hat. Doch bevor es so weit ist, muss der junge Held eine schwierige und schmerzvolle Lehrzeit durchstehen und sich dabei auf die Dinge konzentrieren, denen er früher so gut wie möglich aus dem Weg gegangen ist.

Die Szenen im Ausbildungslager sind zwar klassisch gestrickt, aber auch hier findet Sam Feuerbach seinen ganz eigenen Stil damit umzugehen und die meisten Klischees abzuwandeln. Wieder gelingt es ihm, den neuen Figuren nur mit wenigen Worten Leben einzuhauchen und sie unverwechselbar zu machen.

Gleichzeitig entwickeln sich auch Karek und die Auftragsmörderin weiter und zeigen, dass sie noch andere Qualitäten haben. Dabei ist die junge Frau von noch mehr Geheimnissen umgeben als der junge Prinz, so dass auch in dieser Hinsicht die Spannung gewahrt bleibt.

Mit einem unverwechselbaren Gespür für menschliche Verhaltensweisen schafft es der Autor nicht nur seine Helden zusammenzubringen und eine glaubwürdige Veränderung in der Auftragsmörderin auszulösen, sondern auch den Prinzen an dieser Begegnung wachsen zu lassen. Ebenso wenig überzeichnet sind die Gegenspieler, auch wenn sie sich vor allem durch Machtgier, Skrupellosigkeit und Sadismus auszeichnen. Aber auch diese negativen Züge bleiben in einem angemessenen Rahmen, sie machen die Feinde um so vorstellbarer und gefährlicher.

Langsam aber sicher kommen auch die magischen Elemente ins Spiel – jemand glaubt offensichtlich nur all zu gerne an die im ersten Band geäußerte Prophezeiung und will deren Erfüllung verhindern.

Die Handlung bietet auch wieder sehr viel Abwechslung, einige neue Hinweise und weitere Mosaiksteine, nur die Spannung ist nicht mehr ganz so gut getaktet wie im ersten Band, weil sich der Autor im Mittelteil etwas zu viel Zeit lässt, um sich dann auf den letzten 70 Seiten mit den Ereignissen zu überschlagen, was gerade die letzten Konfrontationen überhastet wirken lässt.

Das ist auch das einzige Manko, dass den positiven Eindruck jedoch nur wenig schmälert, weil alles andere wieder stimmt und weit von den gängigen Klischees des Genres entfernt ist.

Auch in „Der Schwertmeister“, dem zweiten Band von „Die Krosann-Saga“ überzeugt Sam Feuerbach wieder mit interessanten Entwicklungen, einem komplexen Hintergrund, der sich immer mehr entfaltet, einem ordentlichen Schuss Humor und facettenreichen Figuren, die durchweg menschlich gezeichnet werden. Heraus kommt ein unterhaltsames und kurzweiliges Fantasy-Abenteuer, das auch diesmal Lust auf mehr macht

Meine Bewertung:
4,5 von 5 Schwertmeister