[Rezension] Im Hort des Oger-Magiers (Schnutenbach)

31. Juli 2016

Autor: Karl-Heinz Zapf
Verlag: Mantikore-Verlag
System: Schnutenbach, Abenteuerband 2
Format: Softcover
Seitenzahl: 140
Erschienen: Februar 2016
ISBN: 978-3939212904
Preis: 14,95 Euro

von: Würfelheld

Nach einiger Wartezeit ist nun der nächste Abenteuerband zu „Schnutenbach – Böses kommt auf leisen Sohlen“ erschienen. Das Softcover enthält diesmal drei Abenteuer, wobei die Besonderheit darin besteht, das diesmal ein weiterer Hotspot, sprich eine weiteres Dorf in die Universelle Fantasywelt eingeführt wird und man somit ein weiteren Ansatzpunkt für eigens entwickelte Abenteuer an die Hand bekommt. So sieht man auch das Schnutenbach stetig wächst und sich weiterentwickelt.

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[Interview] Mit Karl-Heinz Zapf zu Gast im Oger-Hort

4. Juli 2016

Da sich beim Schnutenbach-Rollenspiel etwas getan hat, war es erneut an der Zeit sich Karl-Heinz Zapf zu schnappen und selbigen einige Fragen zu stellen. Was dabei rauskam, könnt Ihr nun folgend nachlesen.

IHdO-MHallo Karl-Heinz,
es ist schon wieder einige Zeit her und es hat sich in Schnutenbach einiges getan. Somit war es an der Zeit Dir erneut ein paar Fragen zu stellen. Auf die Vorstellung möchte ich aber nicht verzichten. Also wer ist Karl-Heinz Zapf?
Wer ist Karl-Heinz Zapf? Hm, so ne Art von Rollenspiel-Relikt, würde ich mal behaupten … Ein Tagträumer und Langschläfer, ein Weltenbauer und Conorganisator, Messe-Maniac und Fandom-Nerd (noch bevor es den Begriff „Nerd“ in dieser Form für uns eigentlich gab), leidenschaftlicher LARPer und immer wieder mal Plot-Gott. Eigentlich muss das allerdings jeder ganz aufs Neue für sich selbst herausfinden, wenn sie oder er mich kennen lernt. In jedem Fall bin ich aber ein langjähriger Fan von gutem Rollenspiel.

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[Interview] Mit Herrn Schnute, Karl-Heinz Zapf, am Lagerfeuer im Hort des Oger-Magiers

30. Oktober 2015
Grafik von Ulrike Kleinert

Grafik von Ulrike Kleinert

In letzter Zeit ist es um „Schnutenbach“ etwas ruhiger geworden. Also habe ich mir mal Karl-Heinz Zapf geschnappt und  ihn einige Fragen gestellt. Kurzfazit: Es tut sich einiges an der Schnute. Aber lest selbst.

***   ***   ***

Hallo Karl-Heinz,
danke dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast. Würdest du dich bitte kurz vorstellen?
Ach, das wird ja dann doch gleich wieder ein ganzer Roman. „Krieg und Frieden“ ist eine leichte Lektüre dagegen … Nein, das war natürlich nur ein Scherz – auch wenn ich mir durchaus manchmal wie ein wahrhaftiges „Rollenspiel-Relikt“ vorkomme (und vieles, was ich bisher so in der Szene getrieben habe, schon lange wieder vergessen habe).
Im deutschen Fandom tätig bin ich jetzt seit ca. 1982/83. Damals habe ich angefangen zu schreiben und gab zusammen mit einem Freund mein eigenes kleines Fanzine namens „Einhorn“ heraus. Kein sonderlich einfallsreicher Name, ich weiß, aber damals fand ich den großartig. Und die Entwicklung gibt mir Recht: Einhörner sind ja jetzt wieder schwer im Kommen!
Über einige Jahre schrieb ich damals Kurzgeschichten (und sogar einen ganzen Roman, der aber leider verschollen ist), besuchte mit Feuereifer meine ersten Conventions und das Fanzine wurde nach und nach immer professioneller. Zumindest für damalige Verhältnisse. Ich erinnere mich noch mit Schaudern an das regelmäßige Drama, diese Heftchen irgendwie möglichst kostenlos und ohne den heiß laufenden Kopierer abzufackeln, doch noch aufs Papier zu bekommen …
Da meine Gruppe in 1984 über DSA den Einstieg ins Rollenspiel-Hobby fand, kam mir nach einigen Jahren des intensiven Spiels dann die komplett durchgeknallte Idee, ein eigenes Rollenspielsystem zu verfassen. Scheinbar hatte ich damals echt noch viel zu viel Zeit übrig. Gesagt, getan: Im Jahr 1989 erschien „Mächte, Mythen, Moddermonster“ mit einer Auflage von immerhin 500 Exemplaren im Eigenverlag. Dafür kam dann noch ein Abenteuerband sowie die erste Ausgabe eines Magazins heraus, dann aber brach unsere kleine Verlegergruppe leider auseinander und ich legte – auch aus privaten Gründen – erst einmal eine längere Pause bei meinem eigentlich heiß geliebten Hobby ein.
Allerdings ließ mich die Rollenspielerei einfach nicht los, wie sich herausstellen sollte und die „goldenen 80er Jahre“ dieser in Deutschland neuen Art des Spiels hatten einen starken, bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Daher begann ich schon bald, wieder zu schreiben, zum Beispiel ein kleines Horror-Regelwerk namens „Abyssus“ für das ich unter anderem ein kurzes Soloabenteuer namens „Das Auge des Abyssus“ verfasste; und dieses Solo gelangte tatsächlich in diesem Jahr noch zu späten Ehren, denn es erschien als kostenlose Beilage in der Contüte auf der „MantiCon“ – aber natürlich habe ich es vorher extra vollständig überarbeitet und vor allem mit einem ganz neuen Handlungsstrang deutlich erweitert. Mit etwas Glück kann man davon sicher immer noch ein Exemplar beim Mantikore-Verlag ergattern …
Danach schrieb ich einen ganzen Stapel Rollenspiel-Abenteuer (ein paar davon sind in der „Mephisto“ erschienen), war aber auch als Con-Fotograf (meine Bilder sind z. B. in der „LARPZeit“ aufgetaucht) und Redakteur für verschiedene Magazine (u. a. den „SpielXPress“) tätig. Mein anderes Hobby – das Live-Rollenspiel – dem ich seit ca. 1995 nachgehe, verschlingt außerdem mittlerweile viel von meiner freien Zeit. Denn hierfür habe ich zwischenzeitlich ebenfalls ein „paar Seiten“ zu Papier gebracht, nebenzu ganze Welten neu erschaffen, Veranstaltungen organisiert und jede Menge Plots sowie Handouts wie z. B. ganze Folianten geschrieben.
Ach ja – da war noch was: 1991 veranstaltete ich den ersten CDLS („Con der langen Schatten“), eine Pen & Paper-Spieleconvention, die meistens über vier bis fünf Tage in einem Übernachtungshaus stattfand. Einmal sogar eine ganze Woche lang! Das war zur damaligen Zeit eine recht neue Idee, denn ansonsten gab es ja fast nur die hektischen und lauten „typischen“ Rollenspielcons, bei denen man irgendwann einfach aus der Halle gekehrt wurde. Den CDLS gibt es übrigens immer noch und ich bin auch nach wie vor im Orgateam, habe mich aber verstärkt einem neuen Wochenend-Spieletreffen namens „DIES LUDI – Tage der Spiele“ zugewendet, das ich seit drei Jahren deutlich näher an meinem Wohnort organisiere. Wer mich also mal in Ruhe treffen und bei mir mitspielen möchte, hat auf diesen beiden Veranstaltungen die besten Chancen.
Zurück zum Rollenspiel: Für unsere langjährige RPG-Kampagne wollte ich irgendwann vor ca. 17 Jahren dann ein eigenes Dorf als Ausgangsbasis für die vielen Abenteuer aus meiner Feder schaffen, und so entstand schließlich Schnutenbach. Es war also ein ganz schön langer Weg, aber ich finde, er hat sich gelohnt. Und Spaß gemacht hat es meistens auch.

Die letzte Schnutenbach-Veröffentlichung „Dunkles Vermächtnis“ liegt nun schon eine Weile zurück und es ist etwas stiller um die Schnute geworden. Kommt dieses Jahr noch etwas?
Ja, dieses „Schweigen der Schnute“ ärgert und frustriert wohl niemanden mehr als mich selbst, allerdings kann ich tatsächlich nur erstaunlich wenig dafür. Denn natürlich habe ich nach dem Szenario „Dunkles Vermächtnis“ fleißig weiter am nächsten, großen Abenteuerband „Im Hort des Oger-Magiers“ gearbeitet, der zum jetzigen Zeitpunkt schon geraume Zeit druckreif ist. Und leider wurde der Druck nun schon zum dritten oder vierten Mal verschoben (ich habe mittlerweile aufgehört zu zählen). Ich sage es mal so: Bei der ersten Terminverschiebung war ich noch der böse Bube, denn da der neue Band deutlich umfangreicher ist als sein Vorgänger „Der Zirkus des Schreckens“, hatte ich mich einfach mit der eingeplanten Zeit für die Korrekturen und das Endlayout total verschätzt. Alle weiteren Verzögerungen danach sind aber auf verlagsinterne Entscheidungen zurückzuführen. Worüber ich natürlich alles andere als glücklich bin, allerdings durchaus Verständnis für die zugrunde liegenden Entscheidungen habe, die mir alle mitgeteilt worden sind.
Schnutenbach hat zwar bisher nur eine relativ kleine Fangemeinde, aber die wartet nun leider geraume Zeit vergeblich darauf, den nächsten Band in die Finger zu bekommen. Genau wie ich übrigens auch … Der neue Erscheinungstermin ist jetzt für die RPC 2016 angedacht, der Druck wird voraussichtlich im März 2016 erfolgen! Das sind gute, ganz brandaktuelle Neuigkeiten. Bitte alle feste die Daumen drücken, dass es endlich klappt und wir gemeinsam an die Schnute zurückkehren können. Mit diesem Band möchte ich zudem eine neue Werbekampagne lostreten, um die Rollenspielbücher um diese Dorfbeschreibung mehr in den Fokus der Rollenspielgemeinschaft zu rücken.

„Der Hort des Oger-Magiers“ hört sich von Titel schon einmal interessant an. Worum, ohne viel zu spoilern, dreht es sich bei diesem Band?
Zunächst einmal ist auch dieser zweite Abenteuerband nach dem bewährten Muster aufgebaut: Los geht es mit einem Einsteiger-Abenteuer (was aber keinesfalls bedeutet, dass es nicht ganz schön anspruchsvoll ist) mit dem Titel „Die Expedition der Zwerge“. Hierbei müssen sich die SpielerInnen auf die Bitte eines sterbenden Zwerges hin auf die Suche nach seinen Gefährten machen, die sich in einer lange vergessenen Zwergenmine in Todesgefahr befinden. Danach folgt das titelgebende Abenteuer, nämlich „Im Hort des Oger-Magiers“. Auch hier geraten die Abenteurer an einen Kontrahenten, der sich gewaschen hat, und müssen sich mit übermenschlichen Gegnern herumärgern, die schnell zu einer Bedrohung für die ganze Gegend werden können.
An dritter Stelle in diesem Abenteuerband kommt eine Ortsbeschreibung, diesmal vom kleinen Holzfällerdorf namens Stammhausen, das nicht allzu weit von Schnutenbach entfernt liegt. Damit möchte ich nach und nach – wie bereits beim vorherigen Band mit dem Gasthaus am Galgenbaum – auch die Umgebung um Schnutenbach herum weiter mit Leben erfüllen. Außerdem bietet sich Stammhausen als Ausgangspunkt für weitere Abenteuer in Richtung des Riesenjoch-Gebirges förmlich an; da dieses Dorf deutlich kleiner als Schnutenbach selbst ist, ist es auch für SpielleiterInnen und die SpielerInnen deutlich leichter, den Überblick zu behalten. Hier kennt jeder jeden und die Einwohnerzahl ist sehr überschaubar. Dunkle Geheimnisse gibt es selbstverständlich dennoch und der stets drohende, beunruhigend nahe Waisenwald mit all seinen Gefahren lässt die Dorfbewohner niemals zur Ruhe kommen.
Abschließend folgt „Spuk auf Burg Altenklamm“, ein eher detektivisch-geisterhaft angelegtes Abenteuer, mit dem außerdem Stammhausen sinnvoll ins laufende Spiel integriert werden kann. Dafür werden die SpielerInnen definitiv Nerven wie Drahtseile benötigen, wenn sie Auge in Auge mit einem alten und tödlichen Familienfluch konfrontiert werden.
Stolze 144 Seiten hat der neue Abenteuerband und ich bin wirklich sehr zufrieden mit dem Endergebnis. Damit sind viele Stunden spannendes Spiel eigentlich garantiert. Ich finde ihn deutlich besser und „runder“ als den Vorgänger – was aber wohl auch daran liegen mag, dass ich langsam immer mehr in Fahrt komme und mich in der Welt von Schnutenbach selbst immer mehr heimisch fühle. Außerdem ist diese Abenteuersammlung wieder komplett unabhängig vom Basisband verwendbar, durch die enthaltene Dorfbeschreibung kann eine Spielgruppe direkt damit loslegen.

Wird der Band, wie gewohnt, auf die Grundbuch-Charaktere zurückgreifen und werden neue Persönlichkeiten eingeführt?
An manchen Stellen verweist der neue Abenteuerband wieder auf einige Charaktere, die schon in Schnutenbach oder im ersten großen Abenteuerband „Im Zirkus des Schreckens“ aufgetaucht sind. Es ist aber problemlos machbar, diese Hinweise zu ignorieren bzw. einfach eigene Charaktere zu erfinden und zu verwenden. Denn diese Personen stehen nicht im Mittelpunkt der jeweiligen Abenteuer, sondern sollen diese nur sinnvoll abrunden. Mir ist diese Vorgehensweise aber dennoch wichtig, denn trotz aller Eigenständigkeit ist auch „Im Hort des Oger-Magiers“ immer noch ein fester Bestandteil der Welt von Schnutenbach und greift natürlich auf die bereits bekannten Personen, Kreaturen, Hintergründe und Orte zurück.

Grafik von Ulrike Kleinert

Grafik von Ulrike Kleinert

Ist bei dem langen Weg „von der Idee zum Buch“ etwas Aufregendes passiert?
Oh ja, allerdings! Ziemlich zu Beginn habe ich mir ja glorreicherweise die rechte Hand gebrochen, so dass mich das ein wenig im Zeitplan zurückwarf. Damals war auch noch nicht klar, inwieweit mich dieser Bruch allgemein bei der weiteren Arbeit am Computer behindern würde. Es stellte sich aber zum Glück relativ rasch heraus, dass die Einschränkungen eher minimal sind. Bei der weiteren Arbeit merkte ich dann jedoch schnell, dass der Aufwand für „Im Hort des Oger-Magiers“ aus mir unerfindlichen Gründen deutlich höher als noch für „Der Zirkus des Schreckens“ ausfiel. Und die etwas erhöhte Seitenzahl kann dafür eigentlich nicht allein verantwortlich gemacht werden. Also hatte ich wieder mehr als genug zu schreiben, zu layouten und zu korrigieren.
Teilweise habe ich dabei wieder bereits vorhandenes Material aus unserer früheren Kampagne verwendet und nur ergänzt und abgeändert, manche Texte – wie zum Beispiel alles über die Naturgeister oder das titelgebende Abenteuer – sind aber noch nie zuvor veröffentlicht worden. Auch das erste Abenteuer um die vergessene Zwergenmine musste massiv abgeändert werden, um in das neue Setting zu passen.
Außerdem ist mir mein treuer Arbeitsrechner zwischenzeitlich – und „passenderweise“ kurz vor der Vollendung des Abenteuerbandes – einmal komplett abgeraucht (zum Glück konnte ich ihn
samt aller Daten retten) und das war natürlich so kurz vor der Fertigstellung dieses Bandes ein Mega-Schock für mich! Denn auch mit gesicherten Daten muss ein neuer Computer ja erst einmal wieder passend eingerichtet werden. Und das dauert und kostet nicht gerade wenig Zeit und Nerven. Aber so ist es – zumindest für diesmal – noch gut ausgegangen.

Wie sieht die Planung für 2016 aus?
Da ist einiges am Start. Neben der – zur RPC mit Sehnsucht erwarteten Veröffentlichung von „Im Hort des Oger-Magiers“ – arbeite ich nebenzu noch an einem umfangreichen Soloabenteuer namens „Elfenwald – Schatten über Cas’Ashar“, das ich ursprünglich bereits 1984 geschrieben habe. Es wird von mir jetzt komplett überarbeitet, ergänzt und vor allem mit vielen vollkommen neuen Spielfeatures versehen, die es deutlich aufwerten sollen. Aber auch ein eigenes Soloabenteuer für Schnutenbach ist in Planung. Im Laufe des Jahres werde ich dann außerdem mit dem dritten großen Abenteuerband loslegen, nämlich „Das Dorf der Verdammten“. Hierfür sind alle Grafiken bereits vorhanden, allerdings werde ich viele Texte komplett neu schreiben – unter anderem die Beschreibung der Burg der Familie von Geissler, also der Fürsten des Landstriches, in dem sich Schnutenbach befindet – und das bereits vorhandene Material wird wie immer überarbeitet und ergänzt. Auch dieser Band soll dann wieder dem schon etablierten Aufbau folgen, also drei Abenteuer und eine Ortsbeschreibung. Es könnte aber auch sein, dass ich daran ein wenig ändere, wobei sich das erst im Laufe der Arbeit herausstellen wird.
Ob dieser dritte Abenteuerband dann noch in gedruckter Form erscheinen wird (und falls ja, ob er noch einmal beim Mantikore-Verlag sein Zuhause findet), das muss auch erst noch geklärt werden. Ansonsten gibt es ihn aber mit Sicherheit als Ebook, denn ich möchte das tolle Material auf jeden Fall der Rollenspielgemeinschaft zur Verfügung stellen …
Und dann ist da natürlich noch mein Fantasy-Roman. Ich gebe offen zu, es ist – nach so vielen Rollenspielbeschreibungen – etwas umständlich, wieder in einen voll und ganz erzählerischen Stil zu wechseln, aber von Absatz zu Absatz läuft es fließender aus der Feder bzw. der Tastatur. Der Roman wird auf die Hintergrundwelt sowie einige bereits aus den Abenteuern bekannten Charaktere zurückgreifen und soll zwar komplett eigenständig sein, aber dennoch das Gesamtkonzept des Dorfes und der Welt drumherum stimmungsvoll und spannend abrunden.
Da diese ganzen Projekte wie üblich echte „One-Man-Shows“ von mir sind, wird vermutlich nicht alles bereits in 2016 das Licht der Welt erblicken. Aber es tut sich was.

Grafik von Ulrike Kleinert

Grafik von Ulrike Kleinert

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern, 2016 soll „ZAPFenstreich!“ das Licht der Welt erblicken. Worum dreht es sich dabei?
Das soll ein kostenloses (!), gedrucktes Magazin in Kleinauflage werden, in dem dann exklusive Materialien für Schnutenbach enthalten sind. Also kurze Abenteuer, Orts- und Charakterbeschreibungen, magische Artefakte und ähnliche Dinge mehr.
Warum ich das mache? Zunächst einmal soll das natürlich ein Dankeschön für die tollen, treuen Fans von Schnutenbach sein, die dieses Magazin dann immer zuerst erhalten werden. Und außerdem möchte ich dem Rollenspielhobby damit ein klein wenig zurückgeben, das mich immerhin über so viele Jahre meines Lebens so großartig unterhalten hat. Wie oft „ZAPFenstreich!“ erscheinen wird, hängt natürlich stark von meinen anderen laufenden Projekten ab – derzeit gehe ich aber schon davon aus, dass es mindestens ein bis zwei Ausgaben pro Jahr geben wird.

Wie kam es zu dieser Überlegung Schnutenbach mit einem kostenlosen Magazin zu unterstützen?
Es erschien mir einfach naheliegend. Zunächst ist es wie erwähnt ein kleiner Dank für die loyalen Fans, aber natürlich macht es auch Sinn, so ein Magazin an Personen zu verteilen, die Schnutenbach noch gar nicht kennen. Richtig viel Werbung wurde ja bisher für die Dorfbeschreibung nicht betrieben und ein Magazin mit Spielmaterial, das man auch für andere Regelwerke verwenden kann, hat eben einen deutlich höheren Mehrwert als z. B. ein einfacher Werbeflyer.
Dies wird dann also ebenfalls ein Bestandteil der neuen Werbeoffensive, die mit „Im Hort des Oger-Magiers“ ja losgehen soll.

Kann man bei dem Magazin mitarbeiten bzw. Abenteuerideen oder Hintergründe einsenden?
Das wäre sicher möglich, ist jetzt aber zumindest bei der ersten Ausgabe noch nicht geplant. Hier muss ich erst mal selbst schauen, wie ich diese neue Aufgabe angehe und es ist außerdem mehr als genügend Material vorhanden, um die erste Ausgabe gut zu füllen. Aber in Zukunft – ja, warum eigentlich nicht?

Die Verlagsheimat von Schnutenbach ist ja bekanntlich der Mantikore-Verlag. Da stellt sich die Frage, ob es von Schnutenbach nicht auch einmal Spielbücher, Romane oder aber auch ein Brettspiel geben wird? Sind diese eventuell angedacht?
Tatsächlich habe ich vor kurzer Zeit damit angefangen, einen Roman zu schreiben, der in der Welt von Schnutenbach angesiedelt ist und in dessen Verlauf die Protagonisten zumindest für einige Zeit in diesem kleinen Dorf zu Gast sein und entsprechend einige der Dorfbewohner kennenlernen werden. Nebenbei wird der Leser dabei natürlich sehr viel über den ganzen Hintergrund und die Welt erfahren, die es ja nun einmal um Schnutenbach herum noch so gibt. Also die ideale Lektüre für alle Fans der Dorfbeschreibung, aber ebenfalls für Leser, die gerne klassische Fantasy schmökern.
Ein 150-Abschnitte-Soloabenteuer ist ebenfalls in Planung, das vor allem Einsteiger mit der zugrunde liegenden Dorfbeschreibung – sozusagen „von der Pike auf“ – bekannt machen soll. So kann der Leser dann spielerisch seine ersten Schritte im Dorf an der Schnute erleben.
Und das Spielbuch „Elfenwald – Schatten über Cas’Ashar“ sollte ebenfalls relativ bald fertiggestellt werden. Ob es dann beim Mantikore-Verlag veröffentlicht wird, wird sich zeigen. Wünschen würde ich mir dies aufgrund der langjährigen, tollen und nie langweiligen Zusammenarbeit aber natürlich schon.
Und ich sage es daher mal so: Was man hat, das hat man. Und genau nach diesem Motto werde ich jetzt nacheinander die verschiedenen Projekte abarbeiten und fertigstellen.

Da Crowdfunding für einige Produkte der eingeschlagene Weg war, wird es dort in Zukunft auch was zu Schnutenbach geben?
Das steht zwar im Moment noch nicht zur Diskussion, ausgeschlossen ist das aber keineswegs. Allerdings muss ich mich dazu erst noch gründlich in die ganze Materie einarbeiten.

Wie stehst Du zum Thema Crowdfunding?
Eine generell geniale Sache und eine gute Option, Projekte zu verwirklichen, die sonst vielleicht nie das Licht der Welt erblicken würden. Aber es gibt auch einiges zu beachten. Und wenn man es richtig und gut machen möchte, dann ist dazu ja nicht gerade wenig Vorarbeit und fundiertes Know-how notwendig …

Die SPIEL 15 ist vorüber. Warst du wieder vor Ort mit dabei?
Aber klar doch! Diesmal hat es aber leider nur für einen Tag (sowie den Aufbau) gereicht, denn dummerweise habe ich auf das gleiche Wochenende unser LARP „Kalter See – Das Grauen aus der Tiefe“ gelegt. Und da war es für mich natürlich extrem wichtig, anwesend zu sein, damit das alles in geregelten Bahnen abläuft. Was zum Glück auch wieder mal der Fall gewesen ist.
Da ich also am Donnerstag schon wieder von der SPIEL zurück in südliche Gefilde gedüst bin, habe ich nur sehr wenig von der Messe mitnehmen können. Und ich wäre wirklich gerne noch länger geblieben, auch um mit vielen Bekannten, Freunden, Spiele-Fans und Mit-Autoren zu palavern. Aber Dienst ist Dienst und Messe ist Messe … Nächstes Jahr bin ich dafür sicher wieder die ganze Zeit über mit dabei. Also – immer gut Ausschau halten. Und vorher gibt es ja auch noch die RPC 2016, zu der ich eigentlich fest vorhabe, zu kommen.

Garfik von Jenny Harder

Grafik von Jenny Harder

Auf welchen Conventions wird Schnutenbach Ende diesen, Anfang nächstes Jahr supportet werden?
Als nächster Termin steht natürlich die Schnutenbach-Hauscon „DIES LUDI – Tage der Spiele“ vom 27. bis 29. November 2015 an. Ein Wochenende lang zocken, bis die Würfel glühen. Unser Motto diesmal: Nur wer spielt, gewinnt! Ein paar wenige Hausplätze sind noch frei, aber auch Tagesgäste sind gerne gesehen. Infos gibt es unter http://www.dies-ludi.de. Auf dieser Veranstaltung werde ich vermutlich (mindestens) ein Abenteuer aus dem neuen Schnutenbach-Band leiten.
Und dann ist es ja auch schon fast wieder Zeit für den nächsten „Con der langen Schatten“, der diesmal vom 4. bis 8. Mai, erneut in der Nähe von Karlsruhe in einem schnuckeligen Übernachtungshaus, stattfinden wird. Alle wichtigen Infos hierzu im Forum von Flying Games: http://www.flyinggames.de.
Zwischenzeitlich toure ich außerdem oft zu Veranstaltungen wie z. B. der Cat-Con in Ulm – allerdings entscheidet sich das leider recht oft erst kurz vorher.
Und dann ist es endlich wieder soweit, die „MantiCon“ (die Hauscon des Mantikore-Verlages) vom 19. bis 21. August 2016 öffnet ihre Pforten. Dieses Spiele-Spektakel sollte man sich nicht entgehen lassen. Alles Wissenswerte findet sich auf der Homepage http://www.manti-con.de. Nicht vergessen: Gute Spiele sterben nie!

Vielen Dank für das Interview. Die letzten Worte gehören dir.
Hm. Was schreibe ich da denn jetzt? Ich hoffe, es werden keine allzu weisen, salbungsvollen und weltbewegenden Parolen erwartet. Und Werbung in eigener Sache habe ich ja jetzt auch schon mehr als genug gemacht …
Daher nur soviel: Bleibt euch selbst und eurem spannenden, verrückten und außergewöhnlichen Hobby treu. Denn welche andere Freizeitbeschäftigung kann schon von sich behaupten, so kreativ, kommunikativ und gleichzeitig herrlich chaotisch, faszinierend und versponnen zu sein? Ganz genau!


[Rezension] Schnutenbach – Dunkles Vermächtnis

14. Oktober 2014

Autor: Karl-Heinz Zapf
Verlag: Mantikore-Verlag
Erschienen: August 2014
Format: Softcover, 20 Seiten
ISBN 10: 3945493005
ISBN 13: 978-3945493007

von: Würfelheld

Ein weiteres Buch für Schnutenbach ist erschienen. Dabei handelt es sich um ein Szenarioband namens Dunkles Vermächtnis. Somit wird es Zeit erneut ins Dorf zu reisen und den Ereignissen zu folgen.

Klappentext:
Es gibt unzählige schauerliche Geschichten über den gefahrvollen Waisenwald und alle, die in Richtung des Riesenjoch-Gebirges reisen, müssen ihn auf die einer oder andere Weise durchqueren. Es ist kein Geheimnis, dass alle Ansiedlungen in diesem finsteren Forst verlassen wurden – alle, bis auf Kaltenanger! Dieses winzige Dorf und seine braven Bewohner boten allen Widrigkeiten des Waisenwaldes bisher tapfer die Stirn. Doch nun hat sich ein alter, vergessener Feind erneut erhoben und droht damit, hier eine Herrschaft des nackten Grauens und des Untods zu errichten. Das Schicksal will es aber, dass einige verirrte Wanderer im Waisenwald auf ein kleines Mädchen stoßen, das verzweifelt nach seiner verschwundenen Schwester sucht – und sie geraten dadurch in ein Abenteuer, das sie sicher nicht so schnell vergessen werden. Sofern sie es überleben … Unzählige düstere Geheimnisse, zahlreiche Legenden und Geschichten sowie gut verborgene Schätze warten hier – am Rande der bekannten Welt – nur darauf, entdeckt zu werden.

Der Inhalt:
Die Spieler befinden sich auf reisen. Dabei führt ihr Weg, aufgrund einer Abkürzung, durch den sagenumwobenen Waisenwald, welcher durch einen seiner Bewohner diesen Ruf erlangt hat. Nach einiger Wanderschaft gelangen die Abenteurer an eine alte Ruine, die ihnen auch als Unterschlupf für die Nacht dient. Diese Nacht wird für die Abenteurer zu einer unvergesslichen, denn das was kommt, damit rechnen sie unter Garantie nicht (je nach SL kann das sehr heftig ausgespielt werden – hohes Diskussionspotenzial).
Nach dieser Nacht führt der Weg direkt nach Kaltenanger. Einem kleinen Dorf, welches im Waisenwald liegt und mit einem Alten Feind in einem unüberwindbaren Streit verfallen ist. Dieser Streit scheint sich in letzter Zeit zuzuspitzen, so gab es einige Tage vor dem Eintreffen der Abenteurer einen schrecklichen Todesfall. Dieser wird auf das Mitwirken von Magie bzw. unbeschreiblicher Kräfte geschoben.
Weiterhin scheint es in dem kleinen Dorf aber noch mehr zu geben. Es scheint als ob alle Einwohner verängstigt wären und dieses wird den Abenteurern deutlich vor Augen geführt als ihr Verdacht durch das Erscheinen eines ungewöhnlichen Verbündeten untermauert wird.
Der Verbündete stellt sich schnell als Glücksgriff heraus und sollte den Abenteurern wirklich hervorragend dabei behilflich sein, einige ungeklärte Fragen zu lösen und die Spuren zu finden, die zur Lösung des Problems führen, ohne dabei aber allwissend zu wirken bzw. zu sein.
Die Spuren führen schließlich alle zu einer gewissen Sippschaft, welche sowohl in der Vergangenheit wie nun auch in der Gegenwart immer wieder auffällig war. Die Spur der Helden wird dabei sogar aktuellen Geschehnissen folgen, was ggf. skurril wirken könnte.

Mein Fazit:
Offizielle Abenteuerbände haben es in der Regel nicht einfach. Dieses kleine Schmuckstück weiß aber wo es ansetzen muss und liefert viel Spielspaß für den kleinen Geldbeutel. Es wird Schnutenbach-typisch ein detailreiches und sehr schon designtes Produkt geboten. Auch wurde auf Freiraum viel Wert gelegt. So kann dieses Abenteuer ohne Probleme über mehrere Abende unterhalten oder aber in wenigen Stunden durch sein.
Seine leichte Adaptierbarkeit ist ein weiterer sehr großer Pluspunkt – aber dadurch glänzen ja alle Schnutenbach Produkte.
Ich möchte mehr davon!

Meine Bewertung:
4,75 von 5 Vertriebenen


[Interview] Karl-Heinz Zapf als Zirkusdirektor von Schnutenbach

7. August 2014

hort-titelHallo Karl-Heinz,
vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für dieses Interview nimmst. Könntest Du Dich bitte kurz vorstellen!

Wo fange ich denn da an? Ich bin hier in Deutschland vermutlich ein Rollenspieler der „ersten Stunde“, mit dem guten alten DSA ging es damals los, als ich gerade mal 16 Jahre alt war. Das Hobby hat mich danach bis zum heutigen Tage nicht mehr los gelassen und irgendwann bin ich von fertig gekauften Abenteuern auf selbst geschriebene umgestiegen.

Im Jahr 1989 habe ich dann mit Freunden das Regelwerk „Mächte, Mythen, Moddermonster“ in kleiner Auflage im Eigenverlag veröffentlicht und ich schreibe immer wieder auch mal für diverse Spielemagazine. Ich lese gerne – wenn es die Freizeit denn zulässt – und bin auch begeisterter Live-Rollenspieler … Zur Zeit arbeite ich gerade ziemlich viel für kommende Publikationen rund um Schnutenbach.

Schnutenbach_KrötensteinEnde 2013 ist Der Zirkus des Schreckens für Schnutenbach erschienen. Worum geht es zuerst einmal gefragt bei Schnutenbach und was hat Der Zirkus des Schreckens damit zu tun?

Bei Schnutenbach geht es kurz gesagt um ein kleines Dorf mit allen seinen (manchmal eher schrulligen und seltsamen) Einwohnern. Die Dorfbeschreibung bietet dabei einiges an Material, um damit sehr viele spannende Spielstunden zu verbringen und bietet mehr oder weniger die „Bühne“ für alle weiteren Publikationen.

Der „Zirkus des Schreckens“ – also der erste erschienene, größere Abenteuerband – führt nun noch einige neue und wissenswerte Geschichten, Charaktere und Infos über das Dorfleben ein und hat zudem das Ziel, mit dem Einsteiger-Abenteuer „Die Mission des Magiers“ und natürlich dem namensgebenden, umfangreichen Detektiv-Abenteuer die SpielerInnen so gut als möglich ins Dorf einzuführen.

Dabei ist der Band aber dennoch so universell einsatzbar wie nötig gehalten, damit auch Leute, die sich die Dorfbeschreibung noch nicht angeschafft haben (schämt euch was!), die Abenteuer gut nutzen können.

alexanderWie bist Du auf die Idee gekommen und wie lange hast Du an den Abenteuern gebastelt und gefeilt?

Na ja, einen Abenteuerband zu Schnutenbach herauszugeben war natürlich der erste naheliegende Gedanke, nachdem die Dorfbeschreibung erschienen war. Denn es gibt noch so viele Geschichten zu erzählen! Genau wie bei Schnutenbach selbst war viel Material schon von unserer eigenen Kampagne vorhanden, für die ich die meisten Abenteuer ja ursprünglich einmal geschrieben hatte; daher musste ich dieses Material „nur“ entsprechend anpassen und umarbeiten – was aber mit deutlich mehr Aufwand verbunden war als angenommen. Zunächst einmal war der Schreibstil nicht mehr up to date und viele der Angaben mussten natürlich geändert werden, damit am Ende wirklich ein rundes Produkt daraus wird, das möglichst viele SpielerInnen anspricht. Vor allem die Korrekturen am Ende stellten sich als schier „unendliche Geschichte“ heraus und kosteten mich viele Nerven und so manche schlaflose Nacht.

Aber natürlich wurde nicht nur bereits vorhandenes Material von mir verwendet: „Das Grab des Gruftkönigs“ habe ich eigens für diesen Band völlig neu geschrieben, damit den SpielerInnen auch das Erforschen eines unterirdischen Bauwerks nicht erspart bleibt.

koboldDie Abenteuer sind schön ausgearbeitet, lassen aber genügend Spielraum um die Spieler nicht in vorgefertigte Bahnen zu drängen. Wie viel Augenmerk lag darauf?

Darauf liegt bei mir sehr viel Augenmerk. Und zwar aus dem einfachen Grund, weil ich mich nach meinen eigenen langjährigen Erfahrungen als Spielleiter richte. Allzu sehr mit Regeln überfrachtete und die Fantasie einengende Abenteuer sind da ja auch nicht mein Ding.

Allerdings muss ich zugeben, dass ich einen eher erzählerischen Schreibstil habe, den man natürlich mögen muss. Gerne umschreibe ich lieber möglichst detailverliebt, damit schon beim ersten Durchlesen des Textes ein echtes Bild im Kopf des künftigen Spielleiters entsteht, das er dann an seine Zuhörer weitergeben kann. Ich sehe mich als eine Art (hoffentlich gelungene) Mischung aus Romanautor und Spielleiter – denn tatsächlich sollen meine Abenteuer irgendwo auch immer eine richtige Geschichte erzählen.

anführerDer Zirkus des Schreckens wartet aus meiner Sicht mit drei Abenteuern und einer sehr detaillierten Örtlichkeitsbeschreibung auf. Wie kam es zu dieser Zusammenstellung?

Tja, ich könnte jetzt einfach behaupten, dass das pure Absicht war, das wäre dann aber erstunken und erlogen. Tatsächlich sollte dieser Band ursprünglich nämlich ganz anders aussehen.

Es war geplant, verbindende Kurzgeschichten zwischen den einzelnen Abenteuern zu veröffentlichen, außerdem wurde der Inhalt teilweise komplett von mir ausgetauscht; das ominöse „Gasthaus am Galgenbaum“ wurde anhand von nur wenig vorhandenem Material fast völlig neu von mir verfasst, während dafür einige kürzere Szenarios – u. a. „Das Biest im Waisenwald“ – weichen mussten.

Beim „Gasthaus“ hat mich vor allem angetrieben, dass ich eine richtig schön „böse“ Location für die SpielerInnen schaffen wollte, die für angenehmes Gruseln und entsprechendes Gefahrenpotenzial sorgt. Außerdem ist die farbenfrohe Beschreibung von schillernden Charakteren beim Rollenspiel sowieso schon seit langer Zeit mein Steckenpferd und da konnte ich mich bei diesem von allen Göttern verlassenen Ort wieder einmal so richtig austoben.

Da der Umfang des Bandes aber binnen kürzester Zeit förmlich explodiert ist, war ich dazu gezwungen, irgendwann Dinge zu streichen. Aber keine Bange, dieses Material ist nur aufgeschoben und wird sicher noch publiziert. Vor allem eine besonders tödliche Bewohnerin des Waisenwaldes bei Schnutenbach erwartet schon begierig ihr Erscheinen …

gasthaus_geistMan trifft im Abenteuer immer wieder auf Personen, die man aus dem Grundregelwerk her kennt. Das Ganze wird über einen Verweis geregelt. Daher sei die Frage gestattet, ob man die Beschreibungen nicht hätte übernehmen können?

Dass ich das so nicht gemacht habe hat den einfachen Hintergrund, dass dies immens viel Platz weggenommen und entsprechend den Umfang des Abenteuerbandes extrem aufgebläht hätte. Schaut man sich nämlich so eine Charakterbeschreibung einmal an, dann wird ja klar, dass es mit ein paar kurzen Sätzen nicht getan ist.

Außerdem ist „Der Zirkus des Schreckens“ natürlich nach wie vor eine Erweiterung für „Schnutenbach: Böses kommt auf leisen Sohlen“, daraus wird ja auch kein Geheimnis gemacht. Alle treuen Fans, die sich nun also diesen Band kaufen und da noch einmal die gleichen Beschreibungen wie in der Dorfbeschreibung finden – und die dafür vermutlich aufgrund der erhöhten Seitenzahl auch tiefer in die Tasche hätten greifen müssen – hätten sich da sicher völlig zu Recht beschwert.

In der jetzigen (und meiner Meinung nach für ein reibungsloses Spiel auch sinnvollsten) Form bietet der Abenteuerband hingegen eine ganze Menge an wirklich neuem Material zu einem beachtlich günstigen Preis.

mantikore logo mit schriftzug swDie Abenteuer werden am Anfang kategorisiert, sprich welche Spielerfahrung man haben sollte. Wird so nicht eine „Hürde“ geschaffen?

Das sehe ich gar nicht so. Es bleibt letzten Endes ja immer dem jeweiligen Spielleiter und seiner Gruppe überlassen, an welches Abenteuer sie sich wagen wollen und ein vorheriges Durchlesen bleibt niemandem erspart, der leiten möchte.

Dies ist lediglich als reiner Hinweis zu verstehen, wie gefährlich ein Abenteuer ist und wie fortgeschritten die Gruppe sein sollte. Ich denke, so ein Hinweis gehört mittlerweile einfach irgendwo mit dazu.

Welches der Abenteuer ist Dein liebstes und warum?

In diesem Band gefällt mir eigentlich das relativ einfach aufgebaute und geradlinig strukturierte „Die Mission des Magiers“ tatsächlich am besten. Das mag auch daran liegen, dass ich es vor Erscheinen noch ein paar Mal mit völlig unterschiedlichen Gruppen durchgespielt und dabei gemerkt habe, dass es trotz seiner „old school“-Mentalität enorm viel Freude bereiten kann.

buch7siegel2Kommen wir zur Zukunft. Wie wird es mit Schnutenbach weitergehen? Es sind ja zwei Bände angekündigt. Würdest Du uns ein wenig mehr verraten?

Gerne. Der nächste umfangreiche Band wird „Im Hort des Oger-Magiers“, auf den ich mich schon jetzt sehr freue. Er soll ähnlich aufgebaut sein wie der erste Abenteuerband, also wieder mit einem kürzeren Einsteigerabenteuer am Anfang, dann gefolgt von einer Ortsbeschreibung – dem Holzfällerdorf Stammhausen – sowie einem zugehörigen, längeren Szenario namens „Spuk auf Burg Altenklamm“. Und dann gibt es da natürlich noch das umfangreiche Hauptabenteuer, bei dem die SpielerInnen sich erfolgreich gegen die Überfälle des Oger-Magiers Szarokk und seiner Horde erwehren müssen … Alles in allem sollte das also wieder eine runde Sache werden und wird wohl in etwa den gleichen Umfang haben wie schon der erste Abenteuerband.

Um die Wartezeit bis zur geplanten Veröffentlichung im Frühjahr 2015 etwas zu verkürzen und als Goodie für die TeilnehmerInnen der MantiCon jetzt im August erscheint außerdem – sozusagen außerhalb der Reihe – das Szenario „Dunkles Vermächtnis“, das zwar nicht direkt in Schnutenbach selbst, dafür aber nicht allzu weit entfernt im düsteren und gefährlichen Waisenwald spielt. Dieses Abenteuer ist gerade im Druck und hat einen Umfang von 20 Seiten. Ich habe es mehrere Male auf Conventions angeboten und werde es natürlich ebenfalls auf der MantiCon leiten.

hort-titelÜbrigens: Wer sich mal in Ruhe mit mir über Schnutenbach und die weiteren Veröffentlichungen unterhalten sowie auch das eine oder andere Spielchen erleben möchte, der darf gerne zu meiner „Hauscon“ DIES LUDI vom 21. bis 23. November 2014 kommen. Da wird dann wirklich gezockt, bis die Würfel glühen …

Vielen Dank für Deine Zeit. Die letzten Worte hast Du!

Ich hoffe, wir sehen uns mal auf einer Convention und finden die Zeit für ein Spiel oder ein Gespräch über unser Hobby. Und bis dahin – lasst euch nicht von der Schnutenschlange beißen!


[Rezi] Schnutenbach – Der Zirkus des Schreckens

28. Juli 2014

Autor: Karl-Heinz Zapf

Verlag: Mantikore Verlag

Format: Softcover, 120 Seiten

Erschienen: Dez. 2013

ISBN 13: 978-3939212430

 

Mit SchnutenbachDer Zirkus des Schreckens liegt nun der nächste Band zum universellen Regelsystem aus dem Mantikore Verlag vor. Dabei handelt es sich um eine Mischung von Abenteuer- und Quellenband. Da das erste Buch schon gefiel, wird es Zeit in die Manege zu treten und die Show beginnen zu lassen.

Zum Inhalt:

Das Vorwort beschreibt kurz die Entstehungsgeschichte dieses Buches. Den Anfang macht Die Mission des Magiers, welches ein Anfängerabenteuer ist. Die Spieler werden in Schnutenbach eingeführt und auch sofort in das Abenteuer gezogen. So erhalten Sie den Auftrag etwas wiederzubeschaffen,egal wie, notfalls auch mit Gewalt. Nachdem die Einführung in Schnutenbach und ins bevorstehende Abenteuer geklappt haben sollte, bekommt der Spielleiter alles an die Hand, was er für das erfolgreiche Leiten benötigt, sprich Ortsbeschreibungen, NSCs inklusive Bild, Pläne und Hintergrundmaterial. So können die Spieler die mehrtägige Reise und die damit verbundenen Überraschungen angehen.

Weiter geht es mit Das Grab des Gruftkönigs. Ein Abenteuer welches sich an fortgeschrittene Spieler wendet und welches auf die uralte Geschichte von Schnutenbach zurückgeht. Ohne das die Spieler es merken sollten, stecken sie wohl in dem größten Abenteuer ihres Lebens, aber nicht nur das, sie bekommen es mit Mächten zu tun die man als Normalsterblicher besser in Ruhe lässt. Aber hier wird eindeutig die Karte der Neugier ausgespielt. Man kann einfach nicht anders als zu schnüffeln und das hat nichts mit dem Plot zu tun.

Als nächstes folgt dann das namensgebende Abenteuer Der Zirkus des Schreckens. Ein Wanderzirkus mit all seinen unvorstellbaren Monstern, Kreaturen, Akrobaten und Gauklern fährt in Schnutenbach ein und sorgt von Anfang an nicht nur für Trubel und Glückseligkeit. Der Zirkus birgt einige Geheimnisse, denn er ist nicht umsonst eine Ansammlung von gewaltbereiten Halunken und Betrügern. Während einer Aufführung beginnt dann auch der Trubel und das Abenteuer für die Spieler nimmt seinen Lauf.

Mit Das Gasthaus zum Galgenbaum wird dieser Abenteuerband dann komplettiert. Dabei handelt es sich aber um die Einführung einer neuen Örtlichkeit. Diese umfasst die Historie, die Machenschaften der Besitzer, eine Beleuchtung der Gäste und die Besonderheiten selbiger. Wer den Gasthof für ein Gerücht hielt wird hier eines besseren belehrt. Hier wird soviel Material geliefert, das man den Gasthof gut in seine Kampagne einbauen oder aber mehrere Kampagnen um ihn stricken kann.

Mein Fazit:

Mit Schnutenbach: Der Zirkus des Schreckens findet ein liebevoll ausgearbeitetes Buch den Weg in die Spielleiterhände. Das aus dem Regelwerk bereits bekannte Design wird hier fortgesetzt. Man erhält sehr viele Details zu den in den Abenteuer vorkommenden Örtlich- und Persönlichkeiten, teils auch als Verweis auf das Regelwerk. Das Buch geizt ebenfalls nicht mit Illustrationen und Karten.

Die Abenteuer sind für den Spielleiter leicht vorzubereiten und bieten genügend Platz für eigene Ideen. Man merkt einfach, dass die im Vorwort erwähnte lange Zeit und viel Herzblut, tatsächlich in dieses Spielmaterial investiert wurde.

Beim Spielen der Abenteuer fiel auf, dass teils ein Schlagwortverzeichnis hilfreich gewesen wäre. Durchweg wurden die Abenteuer positiv und unterhaltsam aufgefasst. Natürlich kann ich hier nur für meine Spielrunde sprechen, aber es kann auf den unterschiedlichsten Niveaus und Herangehensweisen gespielt werden.

Es bleibt zu hoffen dass die nächsten Bände Dunkles Vermächtnis, welcher zur MantiCon 2014 und Im Hort des Oger-Magiers, Fruhjahr 2015, die Qualität halten können!

Meine Wertung:

4,75 von 5 Zirkuszelten

 


[Interview] Eine Führung durch Schnutenbach mit Karl-Heinz Zapf

24. November 2012

Hallo Karl-Heinz,,

besten Dank das Du Dir die Zeit für dieses Interview genommen hast. Verrat uns doch einmal wer Du bist?

Karl-Heinz Z.: Wer bin ich? Weiß man das jemals so genau? Nein, nur Spaß.

Schon als Kind war ich eine richtige Leseratte und bin daher mehrmals in der Woche zu unserer kleinen Stadtbücherei gepilgert, zur Fantasy kam ich aber erst relativ spät über das Buch „Der Hobbit“; danach konnte mich nichts mehr halten und ich begann ab ca. 16 Jahren meine eigenen Geschichten zu schreiben, die ich in den Fanzines „Einhorn“ und „From Sunrise to Sunset“ veröffentlichte.

Schon seit sehr vielen Jahren bin ich außerdem ein echter Spiele-Nerd, los ging es damals bei mir mit den „Fighting Fantasy“-Soloabenteuern, ehe ich 1984 über die DAS-Box meine ersten Kontakte zum Rollenspiel erhielt. Ich hatte außerdem das große Glück, einen tollen Freundeskreis zu haben, mit dem ich dann lange Zeit viele spannende Rollenspielrunden erleben durfte. Und da ich bei uns der erste mit eigener Wohnung war, wurde die ziemlich rasch zur einer echten „Spiele-Zentrale“ umfunktioniert; oft zockten wir an den Wochenenden fast komplett durch – ja, das war die „gute alte Zeit“ des Rollenspiels für mich.

Im Jahr 1989 veröffentlichte ich dann mit der Hilfe von Freunden mein Rollenspielsystem „Mächte, Mythen, Moddermonster“, ein wahres Sammelsurium von Spielregeln, aber durchaus auch vielen eigenen Ideen.

Immer schon war ich ein echtes Kind des deutschen Fandoms und besuchte bereits als Jugendlicher viele Conventions – daran hat sich bis heute kaum etwas geändert. Ich bin einfach gerne unter Leuten und vor allem unter Spielverrückten. Seit geraumer Zeit ist zu meinem Hobby Spiel auch das LARP hinzugekommen, das ich mit großem Eifer ausübe.

Ich habe in den letzten Jahren einige Abenteuer und Artikel ver“zapf“t, die teilweise in Magazinen wie dem „Mephisto“, der „Anduin“, aber auch im „SpielxPress“ und der „LARPZeit“ erschienen sind. Und dann folgte ich eines Tages dem Flusslauf der Schnute und …

Würfelheld: „Schnutenbach“ ist ja eine universelle Dorfbeschreibung für Fantasy-Rollenspiele. Wie bist du auf die Idee gekommen?

Karl-Heinz Z.: Die Idee war eigentlich schnell gefasst, denn meine damalige Spielgruppe zockte regelmäßig und daher fand ich es wichtig, dass ich als Spielleiter eine gute Basis für unsere Sessions und auch meine eigenen Abenteuer hatte. Die erste und wesentlich kürzere Version der Dorfbeschreibung mit deutlich weniger Einwohnern war dann auch schnell fertig und wurde praktischerweise sowohl von meiner Gruppe, wie auch auf vielen Conventions mit allerlei mir bis dahin unbekannten Leuten getestet. Und sie kam doch so gut an, dass ich nach und nach immer wieder Lust darauf hatte, das Dorf etwas auszubauen, neue Charaktere zu entwickeln und vor allem auch weitere Szenarios dafür zu verfassen.

Würfelheld: Im Vorwort des Buches schreibst Du, das die Entwicklung eine sehr lange Zeit eingenommen hat. Wie ist dann das Gefühl sein Dorf in gedruckter Form zu sehen?

Karl-Heinz Z.: Das war natürlich ein absolut geniales Gefühl, denn gegen Ende wollte ich es einfach nur noch endlich in Händen halten. Es war mir dann sehr wichtig, dass diese lange Zeit, in der das Dorf gewachsen und sozusagen aufgeblüht ist, auch zu einem guten Abschluss kommt.

Allerdings habe ich Blut und Wasser geschwitzt, bevor ich den Band dann wirklich aufschlagen konnte, da ich mir nicht sicher war, wie der Druck ausfallen würde; zwar hatte ich ja auch das Layout erstellt, aber sobald die Druckdatei mal unterwegs ist, hat man da nur noch wenig Einfluss auf das Endresultat. Aber ich bin glücklich und zufrieden, denn das Hardcover macht echt was her.

Würfelheld: Würdest Du bitte etwas mehr zum Dorf erzählen?

Karl-Heinz Z.: Oha, wo fange ich denn da an? Wie gesagt begann die Geschichte Schnutenbachs bereits vor ca. 15 Jahren und es hat sich langsam zu dem gemausert, was es jetzt ist. Dabei ist es in verschiedenen Formen bereits veröffentlicht worden, allerdings nie in dieser Aufmachung oder in diesem Umfang. Außerdem war es lange Zeit für mein Lieblings-Rollenspielsystem konzipiert, dies war aber im Zusammenhang mit der Veröffentlichung in dieser Form nicht mehr möglich; immerhin wurde dadurch für mich auch der Anreiz geschaffen, viel des Hintergrundes sinnvoll zu ändern, so dass die Dorfbeschreibung nun gut universell eingesetzt werden kann.

Eine kleine Anekdote am Rande: Der Name „Schnutenbach“ hat ja bereits für einige Diskussionen und Debatten gesorgt, da er wohl für wenig verkaufsfördernd gehalten wird. Nun existiert dieser Name – ebenso wie die vielen manchmal skurrilen Namen der Charaktere – ja schon immerhin 15 Jahre und ich hätte es fast schon als Verrat an der Dorfbeschreibung und somit am Gesamtwerk empfunden, diesen Namen zu ändern (vor allem nur weil irgendwo in einer Marketingabteilung jemand die Hände über dem Kopf zusammen schlägt). Ich bin viel zu sehr Fan und sehe das Ganze viel zu unverkrampft, um nur aus diesem Grund irgendwelche aalglatten (und dadurch auch wenig erinnerungswürdigen) austauschbaren Fantasy-Namen zu verwenden.

Außerdem sind viele der Namen der Dorfbewohner tatsächlich alte Berufsbezeichnungen ihres Standes (man kann mit Schnutenbach also sogar noch was dazu lernen) …

Würfelheld: Es gibt im Buch auch sehr schöne Beschreibungen rund um Schnutenbach. Welcher dieser Orte ist Dir besonders ans Herz gewachsen und warum?

Karl-Heinz Z.: Da gibt es einige, aber vor allem das Sumpfgebiet namens „Pfuhl“ und natürlich der Krötenstein. Ich denke nämlich, dass ich als Spieler genau solche Orte während eines Abenteuers gerne erforschen würde – auch wenn dies mit zahlreichen Gefahren verbunden sein sollte. Und die Personen, die diese Gegenden bewohnen, bilden ebenfalls gute Möglichkeiten für spannende Geschichten … Aber ganz allgemein finde ich viele der Orte rund um das Dorf interessant, auch ein Besuch beim Zauberkundigen oder ein kurzer Abstecher in die Knochenhügel oder nach Goldenhofen sind aufregend.

Würfelheld: Im Buch sind ja einige Abenteuer und Szenarien enthalten. Wie bist Du auf diese dort verarbeiteten Ideen gekommen?

Karl-Heinz Z.: Ich lasse mich generell gerne von Büchern und Filmen inspirieren, manche meiner Abenteuer sind auch direkt an diese angelehnt. Meistens aber hole ich mir nur eine erste, vage Idee und fange dann an, wie wild zu fabulieren und daraus ein vollständiges Szenario zu entwickeln. Und nicht wenige Inspirationen stammen aus dem echten Leben.

Mein Abenteuer „Im Norden lauert der Tod“ ist zum Beispiel an den Film „Der 13. Krieger“ angelehnt und „Das Geheimnis von Haderfurt“ an ein Buch von Kai Meyer. Ich finde das auch durchaus legitim, denn am Ende zählt das, was daraus gemacht wird und wie sich die Geschichte entwickelt. Diese beiden Abenteuer sind zwar nicht im Rahmen der Dorfbeschreibung erschienen, aber wer weiß – falls Schnutenbach gut ankommt, werden diese vielleicht auch irgendwann einmal „richtig“ veröffentlicht.

Würfelheld: Das Buch enthält weit über hundert Charaktere, wobei allen Leben eingehaucht wurde und man diese durchs Buch verteilt auch alle antrifft. War es für Dich schwierig dort den Überblick zu behalten?

Karl-Heinz Z.: Na ja, durch die umfangreiche Überarbeitung des Bandes – immerhin ist er im Verhältnis zur letzten Version fast auf die doppelte Seitenzahl angewachsen und es kamen entsprechend viele neue Personen und Kreaturen hinzu – war es manchmal schon ein wenig problematisch, die jeweiligen Charaktere immer im Überblick zu behalten. Aber da ich in diesem Dorf ja quasi zuhause bin, war das ein Problem, das relativ leicht in den Griff zu bekommen war. Und mir sind dabei natürlich gewisse Dorfbewohner auch so richtig ans Herz gewachsen …

Würfelheld: Im Buch sind ja sehr viele Grafiken verarbeitet worden, z.B. hat jeder Dorfbewohner auch sein eigenes Abbild erhalten, etliche Gebäudepläne und vieles mehr. Wie ist die Masse zusammengetragen worden?

Karl-Heinz Z.: Das lief über einige Jahre ab. Eigentlich hatte ich zusammen mit der Grafikerin des Bandes auch vorher an einem sehr umfangreichen Abenteuer gearbeitet, ehe mir die spontane Idee dazu kam, ich könnte mit ihr ja auch die Dorfbeschreibung endlich mal neu angehen. Was als spontane Idee begann, hat sich dann eben nach und nach dazu entwickelt, dass mich immer mehr der Ehrgeiz packte, Schnutenbach zu dem zu machen, was es jetzt geworden ist.

Zunächst illustrierte Ulrike also die bereits vorhandenen Einwohner anhand des PDFs, das ich ihr hierzu geschickt habe (denn in der alten Version waren auch schon viele Dorfbewohner von einer anderen Zeichnerin angefertigt worden) und danach beschrieb ich ihr die neuen Einwohner und Kreaturen, die ich mir so aus meinen Gehirnwindungen leierte. Und schließlich waren wir soweit, dass ich ernsthaft mit dem Layout anfangen konnte …

Würfelheld: Könntest Du bitte mehr zu dem sich im Buch befindlichen Regeln erzählen?

Karl-Heinz Z.: Die Regeln sind eigentlich nur ein ganz simples Konstrukt, um Schnutenbach theoretisch auch ohne ein anderes Regelwerk sofort einsetzen zu können. Es kann und soll aber ein „echtes“ Regelwerk nicht ersetzen (und das war auch nicht meine Absicht). Eigentlich ist es in erster Linie eine Auflistung aller in der Dorfbeschreibung auftauchenden Charaktere samt ihrer Attributswerte in Prozent, so dass man direkt mit dem Spiel beginnen kann.

Meine Hauptaugenmerk lag hierbei darauf, dass ich es als Leser oder Spieler auch gut finden würde, wenn ich nach dem Kauf eines solchen Buches ein „rundes“ Produkt in Händen halte, ohne dann erst mal noch lange überlegen zu müssen, nach welchem Regelwerk ich es am besten spiele.

Würfelheld: Schnutenbach ist ja beim Mantikore-Verlag erschienen. Wie kam es zu der Zusammenarbeit?

Karl-Heinz Z.: Ich bin mit den Mitarbeitern des Verlages sehr gut befreundet und das sind alles klasse Leute – das machte mir die Wahl natürlich sehr leicht. Außerdem layoute ich ja u. a. die „Einsamer Wolf“ Soloabenteuer-Reihe des Verlages, es gab also eine solide Grundlage für die jetzige gute Zusammenarbeit. Bei einem Verlag, dessen „Hintermänner“ ich nicht persönlich kenne, hätte ich mich sicherlich nicht so wohl und gut aufgehoben gefühlt. Und wie bereits oben erwähnt würde Schnutenbach dann jetzt auch nicht so heißen, sondern eventuell „Blödmannskoog“ (oder hätte einen beliebigen Namen, der sich dann angeblich besser vermarkten und verkaufen lässt) …

Würfelheld: Was erwartet uns in naher Zukunft von Schnutenbach?

Karl-Heinz Z.: In absehbarer Zeit wird ein erstes Abenteuer erscheinen, nämlich „Der Zirkus des Schreckens“ (geplant zur RPC 2013). Darauf freue ich mich auch schon sehr, da ich dieses Abenteuer sehr gelungen und spannend finde; außerdem lernen die Spieler viele neue und exotische Charaktere kennen und das Dorfspiel wird auch vorangetrieben. Neben dem Hauptabenteuer wird in diesem Band noch als Bonus das verrufene Wirtshaus „Zum Galgenhügel“ – das an einer Wegkreuzung nahe dem Riesenjoch-Gebirge in den Knochenhügeln liegt – vorgestellt.

Da dieses Abenteuer eher detektivische Fähigkeiten von den Spielern erwartet, wird danach „Im Hort des Oger-Magiers“ in Angriff genommen, bei dem es sich eher um ein „old school“-Szenario in einem weitläufigen Höhlensystem handelt …

Würfelheld: Ich habe ja letztlich eine Rezension zu Schnutenbach veröffentlicht und bin ja bei dieser im Fazit auf einige Punkte eingegangen die mir nicht so gefiehlen, wie etwa ein fehlender Index, die Kapitelunterscheidung und ggf. das Anbringen eines Lesebändchen. Kann ich bzw. das Volk da Änderungen erwarten?

Karl-Heinz Z.: Wie es mit Schnutenbach nun weitergeht, das hängt schlicht und ergreifend von der Akzeptanz der Dorfbeschreibung bei der Käufer- und Spielerschaft ab. Sollte es eine zweite Auflage geben, dann gehe ich natürlich gerne auf solche Anregungen und Wünsche ein, so lange sich diese sinnvoll umsetzen lassen und noch bezahlbar bleiben.

Würfelheld: Wenn sich jemand berufen fühlt etwas zu Schnutenbach zu schreiben bzw. sogar etwas veröffentlichen möchte (Blog) was muss beachtet werden bzw. kann man sich an Dich wenden. Wie sind da die Abläufe und wie gehst Du mit Fanmaterial um?

Karl-Heinz Z.: Da ich mich selbst eher als Fan denn als professionellen Autor betrachte bin ich natürlich Fanmaterial gegenüber sehr aufgeschlossen – tatsächlich sind bereits einige Personen an mich herangetreten. In diesem Falle kann man sich ganz ungezwungen und unverbindlich per Mail an mich wenden. Ich freue mich natürlich über jegliche Resonanz und Beteiligung.

Würfelheld: So zum Ende habe ich dann noch fünf kurze Fragen mit der bitte um kurze Antworten.

Karl-Heinz Z.: Dann leg mal los.

Würfelheld: Rollenspiel ist für Dich?

Karl-Heinz Z.: Ein faszinierendes und immer spannendes Hobby, das extrem kommunikativ ist

Würfelheld: Dein Lieblingsbuch aus dem Genre Fantasy?

Karl-Heinz Z.: Die „Erdsee“-Trilogie

Würfelheld: Dein Lieblings-Fantasy Film?

Karl-Heinz Z.: Der dunkle Kristall

Würfelheld: Was wünscht Du Dir für 2013?

Karl-Heinz Z.: Die Möglichkeit, weiter an Schnutenbach arbeiten zu können und damit das Dorf und seine Umgebung immer mehr mit Leben zu erfüllen

Würfelheld: Die RPC 2013 ist?

Karl-Heinz Z.: Ein wichtiger und guter Treffpunkt für das Fandom

Würfelheld: So damit sind wir auch schon am Ende angelangt. Die letzten Worte überlasse ich Dir.

Karl-Heinz Z.: Was bleibt mir da noch zu sagen? Spielt weiter, lasst die Würfel rollen; und wenn ihr mal in der Nähe des Riesenjoch-Gebirges seid, dann schaut doch auf einen kurzen Abstecher in Schnutenbach vorbei. Ihr werdet es nicht bereuen … oder doch?

WEITERE INFOS

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Meine Rezi zu Schnutenbach

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Gewinne eine von Karl-Heinz Zapf signierte Ausgabe von Schnutenbach

Beantworte dafür einfach die folgende Frage und sende eine E-Mail bis zum 01.12.2012 – 16 Uhr mit der richtigen Lösung und Deiner Adresse am wuerfelheld [at] arcor [.] de

Frage: Wie heißt die Dorfschenke in Schntenbach?

  • a. Zur Neuen Mühl
  • b. Zum Steinigen Metkrug
  • c. Zur Alten Bruck
  • d. Zur plappernden Mathilda

Tipp: Schaut mal in meine Schnutenbach Rezension rein!