[Interview] Mit Herrn Schnute, Karl-Heinz Zapf, am Lagerfeuer im Hort des Oger-Magiers

Grafik von Ulrike Kleinert

Grafik von Ulrike Kleinert

In letzter Zeit ist es um „Schnutenbach“ etwas ruhiger geworden. Also habe ich mir mal Karl-Heinz Zapf geschnappt und  ihn einige Fragen gestellt. Kurzfazit: Es tut sich einiges an der Schnute. Aber lest selbst.

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Hallo Karl-Heinz,
danke dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast. Würdest du dich bitte kurz vorstellen?
Ach, das wird ja dann doch gleich wieder ein ganzer Roman. „Krieg und Frieden“ ist eine leichte Lektüre dagegen … Nein, das war natürlich nur ein Scherz – auch wenn ich mir durchaus manchmal wie ein wahrhaftiges „Rollenspiel-Relikt“ vorkomme (und vieles, was ich bisher so in der Szene getrieben habe, schon lange wieder vergessen habe).
Im deutschen Fandom tätig bin ich jetzt seit ca. 1982/83. Damals habe ich angefangen zu schreiben und gab zusammen mit einem Freund mein eigenes kleines Fanzine namens „Einhorn“ heraus. Kein sonderlich einfallsreicher Name, ich weiß, aber damals fand ich den großartig. Und die Entwicklung gibt mir Recht: Einhörner sind ja jetzt wieder schwer im Kommen!
Über einige Jahre schrieb ich damals Kurzgeschichten (und sogar einen ganzen Roman, der aber leider verschollen ist), besuchte mit Feuereifer meine ersten Conventions und das Fanzine wurde nach und nach immer professioneller. Zumindest für damalige Verhältnisse. Ich erinnere mich noch mit Schaudern an das regelmäßige Drama, diese Heftchen irgendwie möglichst kostenlos und ohne den heiß laufenden Kopierer abzufackeln, doch noch aufs Papier zu bekommen …
Da meine Gruppe in 1984 über DSA den Einstieg ins Rollenspiel-Hobby fand, kam mir nach einigen Jahren des intensiven Spiels dann die komplett durchgeknallte Idee, ein eigenes Rollenspielsystem zu verfassen. Scheinbar hatte ich damals echt noch viel zu viel Zeit übrig. Gesagt, getan: Im Jahr 1989 erschien „Mächte, Mythen, Moddermonster“ mit einer Auflage von immerhin 500 Exemplaren im Eigenverlag. Dafür kam dann noch ein Abenteuerband sowie die erste Ausgabe eines Magazins heraus, dann aber brach unsere kleine Verlegergruppe leider auseinander und ich legte – auch aus privaten Gründen – erst einmal eine längere Pause bei meinem eigentlich heiß geliebten Hobby ein.
Allerdings ließ mich die Rollenspielerei einfach nicht los, wie sich herausstellen sollte und die „goldenen 80er Jahre“ dieser in Deutschland neuen Art des Spiels hatten einen starken, bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Daher begann ich schon bald, wieder zu schreiben, zum Beispiel ein kleines Horror-Regelwerk namens „Abyssus“ für das ich unter anderem ein kurzes Soloabenteuer namens „Das Auge des Abyssus“ verfasste; und dieses Solo gelangte tatsächlich in diesem Jahr noch zu späten Ehren, denn es erschien als kostenlose Beilage in der Contüte auf der „MantiCon“ – aber natürlich habe ich es vorher extra vollständig überarbeitet und vor allem mit einem ganz neuen Handlungsstrang deutlich erweitert. Mit etwas Glück kann man davon sicher immer noch ein Exemplar beim Mantikore-Verlag ergattern …
Danach schrieb ich einen ganzen Stapel Rollenspiel-Abenteuer (ein paar davon sind in der „Mephisto“ erschienen), war aber auch als Con-Fotograf (meine Bilder sind z. B. in der „LARPZeit“ aufgetaucht) und Redakteur für verschiedene Magazine (u. a. den „SpielXPress“) tätig. Mein anderes Hobby – das Live-Rollenspiel – dem ich seit ca. 1995 nachgehe, verschlingt außerdem mittlerweile viel von meiner freien Zeit. Denn hierfür habe ich zwischenzeitlich ebenfalls ein „paar Seiten“ zu Papier gebracht, nebenzu ganze Welten neu erschaffen, Veranstaltungen organisiert und jede Menge Plots sowie Handouts wie z. B. ganze Folianten geschrieben.
Ach ja – da war noch was: 1991 veranstaltete ich den ersten CDLS („Con der langen Schatten“), eine Pen & Paper-Spieleconvention, die meistens über vier bis fünf Tage in einem Übernachtungshaus stattfand. Einmal sogar eine ganze Woche lang! Das war zur damaligen Zeit eine recht neue Idee, denn ansonsten gab es ja fast nur die hektischen und lauten „typischen“ Rollenspielcons, bei denen man irgendwann einfach aus der Halle gekehrt wurde. Den CDLS gibt es übrigens immer noch und ich bin auch nach wie vor im Orgateam, habe mich aber verstärkt einem neuen Wochenend-Spieletreffen namens „DIES LUDI – Tage der Spiele“ zugewendet, das ich seit drei Jahren deutlich näher an meinem Wohnort organisiere. Wer mich also mal in Ruhe treffen und bei mir mitspielen möchte, hat auf diesen beiden Veranstaltungen die besten Chancen.
Zurück zum Rollenspiel: Für unsere langjährige RPG-Kampagne wollte ich irgendwann vor ca. 17 Jahren dann ein eigenes Dorf als Ausgangsbasis für die vielen Abenteuer aus meiner Feder schaffen, und so entstand schließlich Schnutenbach. Es war also ein ganz schön langer Weg, aber ich finde, er hat sich gelohnt. Und Spaß gemacht hat es meistens auch.

Die letzte Schnutenbach-Veröffentlichung „Dunkles Vermächtnis“ liegt nun schon eine Weile zurück und es ist etwas stiller um die Schnute geworden. Kommt dieses Jahr noch etwas?
Ja, dieses „Schweigen der Schnute“ ärgert und frustriert wohl niemanden mehr als mich selbst, allerdings kann ich tatsächlich nur erstaunlich wenig dafür. Denn natürlich habe ich nach dem Szenario „Dunkles Vermächtnis“ fleißig weiter am nächsten, großen Abenteuerband „Im Hort des Oger-Magiers“ gearbeitet, der zum jetzigen Zeitpunkt schon geraume Zeit druckreif ist. Und leider wurde der Druck nun schon zum dritten oder vierten Mal verschoben (ich habe mittlerweile aufgehört zu zählen). Ich sage es mal so: Bei der ersten Terminverschiebung war ich noch der böse Bube, denn da der neue Band deutlich umfangreicher ist als sein Vorgänger „Der Zirkus des Schreckens“, hatte ich mich einfach mit der eingeplanten Zeit für die Korrekturen und das Endlayout total verschätzt. Alle weiteren Verzögerungen danach sind aber auf verlagsinterne Entscheidungen zurückzuführen. Worüber ich natürlich alles andere als glücklich bin, allerdings durchaus Verständnis für die zugrunde liegenden Entscheidungen habe, die mir alle mitgeteilt worden sind.
Schnutenbach hat zwar bisher nur eine relativ kleine Fangemeinde, aber die wartet nun leider geraume Zeit vergeblich darauf, den nächsten Band in die Finger zu bekommen. Genau wie ich übrigens auch … Der neue Erscheinungstermin ist jetzt für die RPC 2016 angedacht, der Druck wird voraussichtlich im März 2016 erfolgen! Das sind gute, ganz brandaktuelle Neuigkeiten. Bitte alle feste die Daumen drücken, dass es endlich klappt und wir gemeinsam an die Schnute zurückkehren können. Mit diesem Band möchte ich zudem eine neue Werbekampagne lostreten, um die Rollenspielbücher um diese Dorfbeschreibung mehr in den Fokus der Rollenspielgemeinschaft zu rücken.

„Der Hort des Oger-Magiers“ hört sich von Titel schon einmal interessant an. Worum, ohne viel zu spoilern, dreht es sich bei diesem Band?
Zunächst einmal ist auch dieser zweite Abenteuerband nach dem bewährten Muster aufgebaut: Los geht es mit einem Einsteiger-Abenteuer (was aber keinesfalls bedeutet, dass es nicht ganz schön anspruchsvoll ist) mit dem Titel „Die Expedition der Zwerge“. Hierbei müssen sich die SpielerInnen auf die Bitte eines sterbenden Zwerges hin auf die Suche nach seinen Gefährten machen, die sich in einer lange vergessenen Zwergenmine in Todesgefahr befinden. Danach folgt das titelgebende Abenteuer, nämlich „Im Hort des Oger-Magiers“. Auch hier geraten die Abenteurer an einen Kontrahenten, der sich gewaschen hat, und müssen sich mit übermenschlichen Gegnern herumärgern, die schnell zu einer Bedrohung für die ganze Gegend werden können.
An dritter Stelle in diesem Abenteuerband kommt eine Ortsbeschreibung, diesmal vom kleinen Holzfällerdorf namens Stammhausen, das nicht allzu weit von Schnutenbach entfernt liegt. Damit möchte ich nach und nach – wie bereits beim vorherigen Band mit dem Gasthaus am Galgenbaum – auch die Umgebung um Schnutenbach herum weiter mit Leben erfüllen. Außerdem bietet sich Stammhausen als Ausgangspunkt für weitere Abenteuer in Richtung des Riesenjoch-Gebirges förmlich an; da dieses Dorf deutlich kleiner als Schnutenbach selbst ist, ist es auch für SpielleiterInnen und die SpielerInnen deutlich leichter, den Überblick zu behalten. Hier kennt jeder jeden und die Einwohnerzahl ist sehr überschaubar. Dunkle Geheimnisse gibt es selbstverständlich dennoch und der stets drohende, beunruhigend nahe Waisenwald mit all seinen Gefahren lässt die Dorfbewohner niemals zur Ruhe kommen.
Abschließend folgt „Spuk auf Burg Altenklamm“, ein eher detektivisch-geisterhaft angelegtes Abenteuer, mit dem außerdem Stammhausen sinnvoll ins laufende Spiel integriert werden kann. Dafür werden die SpielerInnen definitiv Nerven wie Drahtseile benötigen, wenn sie Auge in Auge mit einem alten und tödlichen Familienfluch konfrontiert werden.
Stolze 144 Seiten hat der neue Abenteuerband und ich bin wirklich sehr zufrieden mit dem Endergebnis. Damit sind viele Stunden spannendes Spiel eigentlich garantiert. Ich finde ihn deutlich besser und „runder“ als den Vorgänger – was aber wohl auch daran liegen mag, dass ich langsam immer mehr in Fahrt komme und mich in der Welt von Schnutenbach selbst immer mehr heimisch fühle. Außerdem ist diese Abenteuersammlung wieder komplett unabhängig vom Basisband verwendbar, durch die enthaltene Dorfbeschreibung kann eine Spielgruppe direkt damit loslegen.

Wird der Band, wie gewohnt, auf die Grundbuch-Charaktere zurückgreifen und werden neue Persönlichkeiten eingeführt?
An manchen Stellen verweist der neue Abenteuerband wieder auf einige Charaktere, die schon in Schnutenbach oder im ersten großen Abenteuerband „Im Zirkus des Schreckens“ aufgetaucht sind. Es ist aber problemlos machbar, diese Hinweise zu ignorieren bzw. einfach eigene Charaktere zu erfinden und zu verwenden. Denn diese Personen stehen nicht im Mittelpunkt der jeweiligen Abenteuer, sondern sollen diese nur sinnvoll abrunden. Mir ist diese Vorgehensweise aber dennoch wichtig, denn trotz aller Eigenständigkeit ist auch „Im Hort des Oger-Magiers“ immer noch ein fester Bestandteil der Welt von Schnutenbach und greift natürlich auf die bereits bekannten Personen, Kreaturen, Hintergründe und Orte zurück.

Grafik von Ulrike Kleinert

Grafik von Ulrike Kleinert

Ist bei dem langen Weg „von der Idee zum Buch“ etwas Aufregendes passiert?
Oh ja, allerdings! Ziemlich zu Beginn habe ich mir ja glorreicherweise die rechte Hand gebrochen, so dass mich das ein wenig im Zeitplan zurückwarf. Damals war auch noch nicht klar, inwieweit mich dieser Bruch allgemein bei der weiteren Arbeit am Computer behindern würde. Es stellte sich aber zum Glück relativ rasch heraus, dass die Einschränkungen eher minimal sind. Bei der weiteren Arbeit merkte ich dann jedoch schnell, dass der Aufwand für „Im Hort des Oger-Magiers“ aus mir unerfindlichen Gründen deutlich höher als noch für „Der Zirkus des Schreckens“ ausfiel. Und die etwas erhöhte Seitenzahl kann dafür eigentlich nicht allein verantwortlich gemacht werden. Also hatte ich wieder mehr als genug zu schreiben, zu layouten und zu korrigieren.
Teilweise habe ich dabei wieder bereits vorhandenes Material aus unserer früheren Kampagne verwendet und nur ergänzt und abgeändert, manche Texte – wie zum Beispiel alles über die Naturgeister oder das titelgebende Abenteuer – sind aber noch nie zuvor veröffentlicht worden. Auch das erste Abenteuer um die vergessene Zwergenmine musste massiv abgeändert werden, um in das neue Setting zu passen.
Außerdem ist mir mein treuer Arbeitsrechner zwischenzeitlich – und „passenderweise“ kurz vor der Vollendung des Abenteuerbandes – einmal komplett abgeraucht (zum Glück konnte ich ihn
samt aller Daten retten) und das war natürlich so kurz vor der Fertigstellung dieses Bandes ein Mega-Schock für mich! Denn auch mit gesicherten Daten muss ein neuer Computer ja erst einmal wieder passend eingerichtet werden. Und das dauert und kostet nicht gerade wenig Zeit und Nerven. Aber so ist es – zumindest für diesmal – noch gut ausgegangen.

Wie sieht die Planung für 2016 aus?
Da ist einiges am Start. Neben der – zur RPC mit Sehnsucht erwarteten Veröffentlichung von „Im Hort des Oger-Magiers“ – arbeite ich nebenzu noch an einem umfangreichen Soloabenteuer namens „Elfenwald – Schatten über Cas’Ashar“, das ich ursprünglich bereits 1984 geschrieben habe. Es wird von mir jetzt komplett überarbeitet, ergänzt und vor allem mit vielen vollkommen neuen Spielfeatures versehen, die es deutlich aufwerten sollen. Aber auch ein eigenes Soloabenteuer für Schnutenbach ist in Planung. Im Laufe des Jahres werde ich dann außerdem mit dem dritten großen Abenteuerband loslegen, nämlich „Das Dorf der Verdammten“. Hierfür sind alle Grafiken bereits vorhanden, allerdings werde ich viele Texte komplett neu schreiben – unter anderem die Beschreibung der Burg der Familie von Geissler, also der Fürsten des Landstriches, in dem sich Schnutenbach befindet – und das bereits vorhandene Material wird wie immer überarbeitet und ergänzt. Auch dieser Band soll dann wieder dem schon etablierten Aufbau folgen, also drei Abenteuer und eine Ortsbeschreibung. Es könnte aber auch sein, dass ich daran ein wenig ändere, wobei sich das erst im Laufe der Arbeit herausstellen wird.
Ob dieser dritte Abenteuerband dann noch in gedruckter Form erscheinen wird (und falls ja, ob er noch einmal beim Mantikore-Verlag sein Zuhause findet), das muss auch erst noch geklärt werden. Ansonsten gibt es ihn aber mit Sicherheit als Ebook, denn ich möchte das tolle Material auf jeden Fall der Rollenspielgemeinschaft zur Verfügung stellen …
Und dann ist da natürlich noch mein Fantasy-Roman. Ich gebe offen zu, es ist – nach so vielen Rollenspielbeschreibungen – etwas umständlich, wieder in einen voll und ganz erzählerischen Stil zu wechseln, aber von Absatz zu Absatz läuft es fließender aus der Feder bzw. der Tastatur. Der Roman wird auf die Hintergrundwelt sowie einige bereits aus den Abenteuern bekannten Charaktere zurückgreifen und soll zwar komplett eigenständig sein, aber dennoch das Gesamtkonzept des Dorfes und der Welt drumherum stimmungsvoll und spannend abrunden.
Da diese ganzen Projekte wie üblich echte „One-Man-Shows“ von mir sind, wird vermutlich nicht alles bereits in 2016 das Licht der Welt erblicken. Aber es tut sich was.

Grafik von Ulrike Kleinert

Grafik von Ulrike Kleinert

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern, 2016 soll „ZAPFenstreich!“ das Licht der Welt erblicken. Worum dreht es sich dabei?
Das soll ein kostenloses (!), gedrucktes Magazin in Kleinauflage werden, in dem dann exklusive Materialien für Schnutenbach enthalten sind. Also kurze Abenteuer, Orts- und Charakterbeschreibungen, magische Artefakte und ähnliche Dinge mehr.
Warum ich das mache? Zunächst einmal soll das natürlich ein Dankeschön für die tollen, treuen Fans von Schnutenbach sein, die dieses Magazin dann immer zuerst erhalten werden. Und außerdem möchte ich dem Rollenspielhobby damit ein klein wenig zurückgeben, das mich immerhin über so viele Jahre meines Lebens so großartig unterhalten hat. Wie oft „ZAPFenstreich!“ erscheinen wird, hängt natürlich stark von meinen anderen laufenden Projekten ab – derzeit gehe ich aber schon davon aus, dass es mindestens ein bis zwei Ausgaben pro Jahr geben wird.

Wie kam es zu dieser Überlegung Schnutenbach mit einem kostenlosen Magazin zu unterstützen?
Es erschien mir einfach naheliegend. Zunächst ist es wie erwähnt ein kleiner Dank für die loyalen Fans, aber natürlich macht es auch Sinn, so ein Magazin an Personen zu verteilen, die Schnutenbach noch gar nicht kennen. Richtig viel Werbung wurde ja bisher für die Dorfbeschreibung nicht betrieben und ein Magazin mit Spielmaterial, das man auch für andere Regelwerke verwenden kann, hat eben einen deutlich höheren Mehrwert als z. B. ein einfacher Werbeflyer.
Dies wird dann also ebenfalls ein Bestandteil der neuen Werbeoffensive, die mit „Im Hort des Oger-Magiers“ ja losgehen soll.

Kann man bei dem Magazin mitarbeiten bzw. Abenteuerideen oder Hintergründe einsenden?
Das wäre sicher möglich, ist jetzt aber zumindest bei der ersten Ausgabe noch nicht geplant. Hier muss ich erst mal selbst schauen, wie ich diese neue Aufgabe angehe und es ist außerdem mehr als genügend Material vorhanden, um die erste Ausgabe gut zu füllen. Aber in Zukunft – ja, warum eigentlich nicht?

Die Verlagsheimat von Schnutenbach ist ja bekanntlich der Mantikore-Verlag. Da stellt sich die Frage, ob es von Schnutenbach nicht auch einmal Spielbücher, Romane oder aber auch ein Brettspiel geben wird? Sind diese eventuell angedacht?
Tatsächlich habe ich vor kurzer Zeit damit angefangen, einen Roman zu schreiben, der in der Welt von Schnutenbach angesiedelt ist und in dessen Verlauf die Protagonisten zumindest für einige Zeit in diesem kleinen Dorf zu Gast sein und entsprechend einige der Dorfbewohner kennenlernen werden. Nebenbei wird der Leser dabei natürlich sehr viel über den ganzen Hintergrund und die Welt erfahren, die es ja nun einmal um Schnutenbach herum noch so gibt. Also die ideale Lektüre für alle Fans der Dorfbeschreibung, aber ebenfalls für Leser, die gerne klassische Fantasy schmökern.
Ein 150-Abschnitte-Soloabenteuer ist ebenfalls in Planung, das vor allem Einsteiger mit der zugrunde liegenden Dorfbeschreibung – sozusagen „von der Pike auf“ – bekannt machen soll. So kann der Leser dann spielerisch seine ersten Schritte im Dorf an der Schnute erleben.
Und das Spielbuch „Elfenwald – Schatten über Cas’Ashar“ sollte ebenfalls relativ bald fertiggestellt werden. Ob es dann beim Mantikore-Verlag veröffentlicht wird, wird sich zeigen. Wünschen würde ich mir dies aufgrund der langjährigen, tollen und nie langweiligen Zusammenarbeit aber natürlich schon.
Und ich sage es daher mal so: Was man hat, das hat man. Und genau nach diesem Motto werde ich jetzt nacheinander die verschiedenen Projekte abarbeiten und fertigstellen.

Da Crowdfunding für einige Produkte der eingeschlagene Weg war, wird es dort in Zukunft auch was zu Schnutenbach geben?
Das steht zwar im Moment noch nicht zur Diskussion, ausgeschlossen ist das aber keineswegs. Allerdings muss ich mich dazu erst noch gründlich in die ganze Materie einarbeiten.

Wie stehst Du zum Thema Crowdfunding?
Eine generell geniale Sache und eine gute Option, Projekte zu verwirklichen, die sonst vielleicht nie das Licht der Welt erblicken würden. Aber es gibt auch einiges zu beachten. Und wenn man es richtig und gut machen möchte, dann ist dazu ja nicht gerade wenig Vorarbeit und fundiertes Know-how notwendig …

Die SPIEL 15 ist vorüber. Warst du wieder vor Ort mit dabei?
Aber klar doch! Diesmal hat es aber leider nur für einen Tag (sowie den Aufbau) gereicht, denn dummerweise habe ich auf das gleiche Wochenende unser LARP „Kalter See – Das Grauen aus der Tiefe“ gelegt. Und da war es für mich natürlich extrem wichtig, anwesend zu sein, damit das alles in geregelten Bahnen abläuft. Was zum Glück auch wieder mal der Fall gewesen ist.
Da ich also am Donnerstag schon wieder von der SPIEL zurück in südliche Gefilde gedüst bin, habe ich nur sehr wenig von der Messe mitnehmen können. Und ich wäre wirklich gerne noch länger geblieben, auch um mit vielen Bekannten, Freunden, Spiele-Fans und Mit-Autoren zu palavern. Aber Dienst ist Dienst und Messe ist Messe … Nächstes Jahr bin ich dafür sicher wieder die ganze Zeit über mit dabei. Also – immer gut Ausschau halten. Und vorher gibt es ja auch noch die RPC 2016, zu der ich eigentlich fest vorhabe, zu kommen.

Garfik von Jenny Harder

Grafik von Jenny Harder

Auf welchen Conventions wird Schnutenbach Ende diesen, Anfang nächstes Jahr supportet werden?
Als nächster Termin steht natürlich die Schnutenbach-Hauscon „DIES LUDI – Tage der Spiele“ vom 27. bis 29. November 2015 an. Ein Wochenende lang zocken, bis die Würfel glühen. Unser Motto diesmal: Nur wer spielt, gewinnt! Ein paar wenige Hausplätze sind noch frei, aber auch Tagesgäste sind gerne gesehen. Infos gibt es unter http://www.dies-ludi.de. Auf dieser Veranstaltung werde ich vermutlich (mindestens) ein Abenteuer aus dem neuen Schnutenbach-Band leiten.
Und dann ist es ja auch schon fast wieder Zeit für den nächsten „Con der langen Schatten“, der diesmal vom 4. bis 8. Mai, erneut in der Nähe von Karlsruhe in einem schnuckeligen Übernachtungshaus, stattfinden wird. Alle wichtigen Infos hierzu im Forum von Flying Games: http://www.flyinggames.de.
Zwischenzeitlich toure ich außerdem oft zu Veranstaltungen wie z. B. der Cat-Con in Ulm – allerdings entscheidet sich das leider recht oft erst kurz vorher.
Und dann ist es endlich wieder soweit, die „MantiCon“ (die Hauscon des Mantikore-Verlages) vom 19. bis 21. August 2016 öffnet ihre Pforten. Dieses Spiele-Spektakel sollte man sich nicht entgehen lassen. Alles Wissenswerte findet sich auf der Homepage http://www.manti-con.de. Nicht vergessen: Gute Spiele sterben nie!

Vielen Dank für das Interview. Die letzten Worte gehören dir.
Hm. Was schreibe ich da denn jetzt? Ich hoffe, es werden keine allzu weisen, salbungsvollen und weltbewegenden Parolen erwartet. Und Werbung in eigener Sache habe ich ja jetzt auch schon mehr als genug gemacht …
Daher nur soviel: Bleibt euch selbst und eurem spannenden, verrückten und außergewöhnlichen Hobby treu. Denn welche andere Freizeitbeschäftigung kann schon von sich behaupten, so kreativ, kommunikativ und gleichzeitig herrlich chaotisch, faszinierend und versponnen zu sein? Ganz genau!

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