[Rezension] Choose Cthulhu 1: Cthulhus Ruf (Horror Spielbuch)

© Mantikore Verlag

Nach wie vor erfahren die Romane und Erzählungen von H.P. Lovecraft eine große Wertschätzung, haben sie das Bild der literarischen Phantastik doch nachhaltig geprägt. Dabei werden die Geschichten immer wieder neu aufgelegt und teilweise auch noch weiter geführt oder eben auch in spielbare Bücher umgesetzt.

INHALT
Der Held erfährt im Jahr 1926 überraschend vom Tod seines Großonkels George Gammell Angell, der bisher an der Brown University Sprachen unterrichtet hat. Der ist auf seltsame Art und Weise ums Leben gekommen. Aufschluss über den Grund und die Art seines Todes könnten die seltsamen Aufzeichnungen geben, die er hinterlassen hat. Vor allem eine schrecklich anzusehende Tonskulptur, die zum Teil wie ein Drache aussieht, zum anderen wie ein Oktopus. Und natürlich ist die Neugier größer als die aufkeimende Furcht …

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[Rezension] Splittermond: Einsteigerbox (Neuauflage)

© Uhrwerk Verlag

Splittermond bekommt eine neue Einsteigerbox, jetzt in A4 statt dem „süßen“ A5, in Kooperation mit Pegasus, so dass sie vielleicht auch mal im Spielwarenhandel auftaucht – schön wäre es! schauen wir uns die drei Hefte und das Zubehör mal genauer an.

DIE REGELEN VON SPLITTERMOND (64 Seiten)
Hier finden sich zentral die Regeln zum Spiel, zentral deshalb, weil jeder Spieler kurze Regelübersichten hat mit kurzen Grundregeln und Verweisen auf dieses Heft für Details. Der zentrale Mechanismus von Splittermond ist der 2W10-Wurf+ 2 Attributboni + Fertigkeitspunkt +/- Modis = Erfolgswert gegen Schwelle. Während Erfolge hinten runter fallen, werden Details wie Zusammenarbeiten (senkt Schwelle um 5) erläutert oder der Risikowurf vorgestellt: hier werden 4W10 gewürfelt und nur die beiden besten gewertet – außer bei Patzern (2 und 1 oder Doppel-1). Die haben beim Normalwurf eine Chance von etwa 3% gegenüber 14% beim Risikowurf. Die allgemeinen Fertigkeiten werden erläutert inkl. der dazugehörigen Meisterschaften, das sind quasi Talente. Athletik zum Beispiel bietet die Möglichkeit Auszuweichen oder mit Blitzreflexen eine verbesserte Initative.

Auch der Kampf wird erklärt, der bei Splittermond über eine Tickleiste gesteuert wird, bei der man mit Initative einsteigt und dann je nach Handlung – Kämpfen, Bewegen, Heiltrank trinken, Zaubern etc. – unterschiedlich lange dauert. Ebenfalls eingeführt werden Zustände (wie Angst, Blutend, Erschöpft) – insgesamt 10. Kampfsituationen wie Lichtverhältnisse, Überzahl oder taktische Vorteile werden erläutert. Zuguterletzt wird Schaden, Fallschaden und Regeneration besprochen.

Zauberei – theoretisch kann ja jeder Splitterträger (und damit jeder SC) zaubern –  wird bis Grad 3 erklärt und umfasst Magieschulen mit rund 80 Zaubern.
Schließlich folgt die schrittweise Erschaffung von Charakteren, hier stehen 5 Spezies, 9 Kulturen (manche, wie die Furgand, speziesexklusiv) und 10 Ausbildungen zur Verfügung. Splitterpunkte, Mondzeichen, Ausrüstung und Steigerungsregeln runden das ganze ab.

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[Rezension] Shadowrun: Marlene lebt (Roman)

© Pegasus Press

Mit »Iwans Weg« von Autor David Grade leitete der PEGASUS Verlag 2018 seine neue Shadowrun-Romanserie ein, die ausschließlich im Deutschland der Zukunft angesiedelt ist. Mit »Marlene lebt« folgte bereits 2019 der zweite Roman Grades‘, der sich um nichts Geringeres als die deutsche Film- und Stilikone Marlene Dietrich dreht, die insbesondere in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts enorme Popularität erlangte.

INHALT
Stell Dir vor, Du bist 91 Jahre alt und erwachst aus einem tiefen Schlaf. Normalerweise würde es dich etliche Mühe kosten, deinen Körper aus dem Bett zu hieven, aber diesmal geht das erstaunlich leicht. Aber irgendetwas stimmt nicht. Was ist das für ein Raum, in dem du erwacht bist? Weshalb ist deine Haut, gestern noch schlaff und faltig, plötzlich straff und jung? Dein Haar plötzlich voluminös und voll, dein Gang wieder so elegant wie einst? Was aber wirklich beunruhigend ist, während du verwundert in den Spiegel blickst: Wieso sehe ich der Person, die ich glaube seit 91 Jahren zu sein, plötzlich nur ähnlich?

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Der nerdige Trashtalk #25: Schnutenbach – vorab reingehört

Erneut konnte ich in die kommende Folge vom „Der nerdige Trashtalk“ vorab reinhören. Dieses Mal haben sich Elea und Philipp einen Gast, nämlich Herrn Schnutenbach, also Karl-Heinz Zapf eingeladen.

In den gut 2:15 Stunden erwarten Euch ein bunter Strauß Blumen. Den Anfang macht, wie gewohnt, der Getränketest. Kaffee – yeah was anderes als Energydrinks!

Weiter geht es dann mit zwei ask-me-anything-Fragen. Dies wird dann mit ein wenig Eigenwerbung zu Elea`s neuem Roman „Mutterschoß“ gefolgt, welche dann ins Thema Literatur übergeht.

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RPG-Blog-o-Quest #068: Geister und Gespenster

Da ist der Mai fast schon wieder vorbei, also ist es an der Zeit sich der aktuellen Quest zu widmen. Auch dieses mal wieder von Seanchui auf die Beine gestellt. Mh, ich muss aber ehrlich zugeben, bei dem Thema werde ich wohl nicht wirklich was beisteuern können. Beruht wohl darauf, das ich in der Vergangenheit nicht viel mit Horror(-elementen) und Untote usw. an der Mütze hatte. Teils konnte ich das nicht für „ernst“ nehmen, teils fand ich es immer „altbackend“. Aber so langsam ändert sich dies. Schließlich konnte ich in letzter Zeit schonmal einigen Genre-Filmen und Serien etwas abgewinnen und fühlte mich gut unterhalten. Also von daher, entschuldigt wenn diese Queste etwas kürzer werden wird. Für Tipps, ob Rollenspiele, Serien, Filme, Brettspiele, usw. würde ich mich sehr freuen. So kann ich bestimmt meinen Horizont merdsinnig erweitern.

DIE FRAGEN

  1. Erzählt doch einmal: Gab es in einer Eurer Rollenspielrunden schon einmal eine gute Geistergeschichte, von der Ihr erzählen mögt?
  2. Spätestens seit „Ghostbusters“ finden sich Geister zumeist auf der Antagonistenseite abenteuerlicher Geschichten wieder. Hattet Ihr auch schon Erfahrungen mit anderen Geistern – zum Beispiel als Auftraggeber, Wegbegleiter oder Opfer in der Geschichte? Falls ja, wie sah das aus?
  3. a) an die Spielleiter unter Euch: Habt ihr bestimmte Techniken, um Geister auch wirklich gruselig darzustellen? Schafft Ihr es, Euren Spielern einen Schauer über den Rücken laufen zu lassen?
    b) an die Spieler unter Euch: Hat Euer Spielleiter Euch schon einmal richtig bei einer Gespenstergeschichte gegruselt? Wie ist ihm das gelungen?
  4. Ich bin unlängst noch einmal über den Geisterbaukasten im Grundregelwerk von „Die schwarze Katze“ gestolpert und war ein zweites Mal hin und weg. In welchem Regelwerk denkt Ihr sind Geister treffend dargestellt? Oder gibt es Hausregeln für Euer Lieblingssystem, die Ihr mit uns teilen möchtet?
  5. Kennt Ihr eine gute Geistergeschichte über einen gruseligen Ort, ein heimgesuchtes Schloss, eine verfluchte Ruine oder sonst etwas, aus der ihr schon einmal ein Rollenspielabenteuer geschnitzt habt? Welche Geschichte war das, und wie gut hat es funktioniert?
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GKpod #99: Rezensionen – Vorschau

Nachdem ich letztlich die 29. Folge von „Der niveauvolle Trashtalk“ zum Thema „Fanzines“ vorhören durfte, wurde nun die 99.Folge des Greifenklaue Podcasts an mich herangetragen.

Das aus der Trashtalk-Folge bekannte Trio Philipp (Nerds gegen Stephan), Christoph (Christophorus) und Ingo (Greifenklaue) haben sich erneut zusammengefunden um über Rezensionen zu sprechen. Das Thema wird von „Wie schreibe ich eine Rezension“, über „Wie bewertest du“, bis hin zu „Wie komme ich an Rezensionsmuster heran“ beleuchtet.

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[Rezension] Der Heilige von Bruckstadt – historischer OSR-Dungeoncrawl (Rollenspiel)

© Gazer Press

Neulich bei Facebook stolperte ich über etwas ungewöhnliches: ein historischer Dungeoncrawl auf Basis von Lamentations of the flame Princess (LotfP) in Deutsch aus Österreich, im Hardcover gedruckt via Lulu. Um Porto zu sparen hab ich eine Sammelbestellung organisiert, bei dem immerhin 15 Personen zusammenkamen. Die kamen dann schließlich aus Spanien an und machten schon optisch einen hervorragenden Eindruck. 104 Seiten im Inneren in sw, außen ein Cover in rosa-schwarz. Das sticht ins Auge, ist aber sehr oldschool-affin.

Der Weg zu dem Modul war inhaltlich ein langer, zeitmäßig ein kurzer. Vor einiger Zeit stieg man erneut ins Rollenspiel nach Jahren der Abstinenzenz ein, DSA 5 entpuppte sich für die Gruppe als zu komplex und man entdeckte gemeinsam Oldschool-Rollenspiele. Erst schuf man einen klassischen Megadungeon, was das Modul im Kern immer noch ist, lagerte dann allerdings einige Ebenen an andere Orte aus, so dass neben Dungeon Crawling auch andere Sachen abgefordert werden.

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[Rezension] Scherbenfresser (Erzählspiel, Horror)

© Scherbenfresser

Die Charaktere öffnen nahezu gleichzeitig ihre Augen. Ein stechender Schmerz schießt durch ihre Schädel, als das flackernde Licht der schiefen Deckenlampe die Netzhaut berührt. Ein kurzer Blick aus zusammengekniffenen Augen verrät, dass sie alle sich in einem von Schutt überhäuften Raum befinden, aus dessen eingerissenen Wänden unablässig das Wasser hineinläuft. Umgekippte und zersplitterte Regale. Zertrümmerte Stühle. Abgesplitterter Putz. Die Charaktere werden ihrer gewahr und blicken sich in die Augen. Was zur Hölle ist passiert? Und wer sind die alle? Ah, ja. Der Koch mit diesem intensiven französischen Akzent, der so verflucht gekünstelt klingt. Und dort, diese Lady. Anwältin ist sie. Und so überheblich. Aber guckt sie euch jetzt an mit diesen panisch aufgerissenen Augen. Und die da? Stimmt, das ist die nervige Polizistin, die allen diese bohrenden Fragen gestellt hat. Aber was machen sie alle hier, gemeinsam in diesem Raum? Und weshalb stehen sie fast knietief im Wasser? Es schwirren nur Fragmente in den Köpfen herum, Fetzen vager Erinnerungen. Ein Haus…dieses Haus. Irgendetwas ist mit diesem Haus. Im Keller. Ja, es war im Keller. Dieses Leuchten. Und es war…böse.

INHALT
So oder so ähnlich könnte der Beginn eines Szenarios im regelarmen Horror-Erzählspiel Scherbenfresser von Gianni Ventrella aussehen, das die Geschichte von verschiedenen Charakteren – hier „Überlebende“ genannt – erzählt, die aufgrund eines schrecklichen Ereignisses ihr Gedächtnis verloren haben und verzweifelt versuchen, den Scherbenhaufen an zersprungenen Erinnerungen zu einem Gesamtbild zu formen, um sich an sich selbst, das Geschehene und an die Verbindungen untereinander zu erinnern, bevor es zur unausweichlichen Konfrontation mit jenem Albtraum kommt, dem sie ihren Umstand zu verdanken haben: dem namensgebenden „Scherbenfresser“.

Aber vielmehr erzählt nicht das Spiel diese Geschichte – die Spier*innen tun es. Denn mehr als ein knapper Satz, der die Handlung der Geschichte grob beschreibt, existiert zu Beginn nicht. Auch die Charakterbögen bleiben weitgehend leer. Es obliegt den Spieler*innen das Szenario, in dem sich die Charaktere bewegen, sowie diese selbst im Verlauf des Spiels zu entwickeln und mit Leben zu füllen. Die Spielleitung – hier mit „Schicksal“ betitelt – hat also nicht die Aufgabe, eine vorgefertigte Welt zu präsentieren, sondern ist lediglich Schiedsrichter*in wie Moderator*in und stellt hier und da ein Hindernis in den Weg, das es zu überwinden gilt. Ansonsten liegt die Erzählgewalt bei den Spieler*innen und baut auf deren Spontanität und Ideenreichtum auf.

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[Rezension] Kontext-Sensitiv: Unternehmen Taube (powered by FHTAGN)

© Pyromancer Publishing

Uh. da bekomme ich doch glatt ein PDF zum rezensieren. Schwierig. Ich bin doch so alt – okay, dann drucke ich es mir einfach aus und lese es in Ruhe im Sessel.

Was haben wir denn hier? Ein Sci-Fi-Abenteuer für das cthuloid angehauchte Fthagn-System. Alles klar. Da weiß ich, worauf ich mich einlasse.

INHALT
Bevor wir zum wirklich guten Inhalt kommen, muss ich, als jemand, der an dem einen oder anderen Rollenspielprodukt mitgearbeitet hat, kurz etwas streng werden: Es ist nie eine gute Idee, sein eigenes Lektorat zu machen. Da schlüpfen einfach zu viele Fehler in das fertige Produkt – und das ist nie schön, auch wenn es ein mehr oder weniger „kleines“ Abenteuer ist. Aber ich will ja Geld dafür haben und dann darf ich wenigstens meine Schwippschwägerin oder einen vorbeireisenden Schlawiner aus dem Internet mal drüberlesen lassen. Auch das Design ist – nun ja, sagen wir mal „hemdsärmelig“. Funktionell und straight, aber nicht sonderlich ansprechend. Ich hoffe mal, dass das in meinem Preview-Exemplar so ist und für die finale Fassung noch nachgelegt wurde.

Aber come on, Alter. Sei nicht so streng. Schau dir das gute Stück lieber mal in Bezug auf seinen Spielwert an!

Hintergrund: Die Menschen haben ein außerirdisches Raumschiff gefunden und dadurch ihre Technologie in unfassbarer Geschwindigkeit gesteigert – allerdings ist mensch noch nicht auf Außerirdische gestoßen und so ist es jetzt etwas ganz Besonderes, dass ein außerirdisches Artefakt gefunden wurde.

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Meine Braille Würfel

Ich war Anfang März über diesen Artikel gestolpert. Sehr cool, also teilte ich diesen. Kurz darauf meldet sich Michael von jaegers.net bei mir und meinte „Der erste Testdruck läuft…“.

Kurzerhand fragte ich Michael, ob er mir vielleicht auch einen Satz ausdrucken und zusenden würde. Es vergingen ein paar Tage und pünktlich zu meinem Geburtstag lag dann ein Satz Braille Würfel, gut verpackt, in meinem Briefkasten.

An dieser Stelle nochmals VIELEN LIEBEN DANK MICHAEL !!!

Die Würfel machen einen sehr guten Eindruck und ich freu mich schon auf den ersten vorsichtigen Einsatz. Ich glaube ich werde den kleinen Teilen einen besonderen Platz suchen.

Hier mal ein paar Fotos:

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