[Interview] Im Gespräch mit Karl-Heinz Zapf (Schnutenbach)

Nachdem ich letztlich in „Schnutenbach: Der Klang des Untergangs“ reingeschaut habe, habe ich mir Karl-Heinz Zapf geschnappt und einige Fragen gestellt. Was soll ich sagen? Es gab viel zu erzählen. Aber lest selbst.

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Hallo Karl-Heinz,
vielen Dank für deine Zeit. Stell dich doch bitte kurz vor. (auch wenn dich regelmäßige Würfelheld-Leser ja eigentlich schon kennen sollten).
Da stellt sich mit jetzt natürlich mal wieder die Frage: Wo und wie fange ich an? Als „Rollenspiel-Fossil“ und Wanderer zwischen den Welten (wenn man es eher poetisch betrachten möchte) habe ich mittlerweile ganz naturgemäß eine eher gespaltene Persönlichkeit (oder zwei oder fünf) …

Los ging es für mich – ich gebe es ganz schamlos zu – damals wie bei so vielen verlorenen Seelen mit der ersten Box von DSA. Aber mir wurde diese Welt schon bald zu eng (eigentlich witzig, wenn man bedenkt, wie viel Freiheiten man als SL bei diesem System und vor allem der Hintergrundwelt im Gegensatz zu heute hatte). Also fing ich an, eigene Abenteuer zu schreiben. Fatalerweise kam ich dann auf die verrückte Idee, dass ich gerne mein eigenes Regelwerk hätte – dies führte dann zur Veröffentlichung von „Mächte, Mythen, Moddermonster“ im Jahre 1989 (von dem ja erst im vergangenen Jahr ein limitierter Jubiläums-Nachdruck erschienen ist). Leider erstrahlte mein Name anschließend nicht so wie erhofft in güldenen Lettern am Horizont! Ganz im Gegenteil, einige Zeit kehrte ich dem Hobby sogar ganz den Rücken.

Mir wurde aber bald bewusst, dass ich diese Reisen in fantastische Welten zu schmerzlich vermisste und fing wieder an, mich verstärkt der Spieleszene zuzuwenden. So kam es zum ersten CON DER LANGEN SCHATTEN im Jahr 1991; einem familiären, mehrtägigen Spiele-Spektakel, das bis heute einmal im Jahr stattfindet. Zusammen mit zwei Freunden gründete ich kurz vorher den „Augsburger SpieleSpieler“ e. V. Und na ja, damit war es wohl endgültig um mich geschehen …
Heutzutage friste ich mein Rollenspiel-Dasein als Autor von Abenteuern und Supplements für meine geliebte Dorfbeschreibung „Schnutenbach“, schreibe Plots und erfinde Background-Stories für Larps, besuche Messen und Conventions und versuche ganz allgemein so umtriebig wie möglich zu sein. Und das klappt eigentlich ganz gut soweit.

„Schnutenbach: Böses kommt auf leisen Sohlen“ eine universelle Fantasy-Dorfbeschreibung bzw. mittlerweile eigenständiges Setting, stammt ja von dir. Nimm uns doch mal in fünf bis sechs Sätzen mit ins Dorf.
Schnutenbach, oh Schnutenbach … Ja, das Dorf an der Grenze des Königreiches, im Schatten des majestätischen Riesenjoch-Gebirges, ist schon eine Reise wert. Auf über 200 Seiten kann man hier jede Menge seltsame Gestalten, unheimliche Kreaturen und sagenhafte Schauplätze kennenlernen. Dabei ist die Dorfbeschreibung völlig systemunabhängig spielbar. Mit dem Basisband hat der/die SpielleiterIn schon so viel Material – natürlich auch Abenteuer – an der Hand, dass es ganz locker für eine schöne, lange Kampagne ausreicht.

Dabei war es mir wichtig, dass man den Band fast so wie ein Buch lesen kann und dabei quasi „nebenbei“ das Dorf, seine Bewohner und die gefahrvolle Umgebung kennenlernt. Und tatsächlich zeigt mir das Feedback, dass genau dieser Umstand Schnutenbach ganz besonders auszeichnet sowie offensichtlich wohltuend von anderen ähnlichen Produkten abhebt. Dennoch habe ich mir irgendwann überlegt, dass es toll wäre, speziell für die Dorfbeschreibung und die mittlerweile dafür erschienenen Abenteuerbände ein eigenes, kleines aber feines Regelsystem zu erstellen. Das noch dazu kostenlos ist! Daher begann ich „nebenher“ mit der Arbeit an RABENSCHNABEL … Aber damit – ebenso wie mit den Geschichten um das Dorf am Riesenjoch – bin ich natürlich noch lange nicht fertig.

Kürzlich hatte ich „Der Klang des Untergangs“ rezensiert. Dabei bin ich auf eine Neuerung gestoßen: Ihr habt euch dazu entschieden, ein wenig mehr Farbe in die Publikationen zu bringen. Wie kam es zu dieser Entscheidung?
Diese Idee gab es eigentlich schon von Anfang an. Auch alle Illustrationen für die vorherigen Bände liegen farbig vor. Es war damals einfach größtenteils eine finanzielle Entscheidung. Und mit dem Wechsel der Zeichnerin (denn nach über zehn Jahren fleißigem Schaffen für Schnutenbach war die frühere Illustratorin rechtschaffen erschöpft) bot sich der Übergang zu farbigen Abenteuern schlicht und ergreifend an. Daher auch das neue, etwas zeitgemäßere und moderner wirkende Layout. Die „antiquiert“ wirkenden früheren Bände waren dabei allerdings auch reine Absicht; denn ich wollte ganz bewusst einen Bezug zu den „old school“-Regelwerken und -abenteuern aus den 80er Jahren herstellen.

Die nächsten Abenteuer – darunter auch das sehr umfangreiche „Eine Handvoll Federn“ – werden ebenfalls in Farbe (und buuunt!) veröffentlicht. Zum diesjährigen CON DER LANGEN SCHATTEN erscheint dabei wieder ein exklusiver Sonderdruck für die TeilnehmerInnen, der neben neuen, spielfertigen RABENSCHABEL-Charakteren auch ein kurzes, knackiges Einsteigerabenteuer enthalten wird. Dieses Material erscheint anschließend wie üblich als kostenloser Download auf der Schnutenbach-Homepage.

© Mantikore Verlag

„Der Klang des Untergangs“ enthält ja zwei sehr unterschiedlicje Abenteueransätze. Hattest du dies von Anfang an so vor?
Wie so oft entstand diese Idee beim eigentlichen Schreiben. Zwar hatte ich das Abenteuer schon vor einigen Jahren zu Papier gebracht, aber im Laufe der umfangreichen Überarbeitung fiel mir auf, dass es sich anbieten würde, verschiedene Ausgangssituationen zu ermöglichen. Tatsächlich entstehen die allermeisten meiner Ideen für Charaktere, Handlungsstränge und Schauplätze bei der aktiven Arbeit an den neuen Bänden. Darum ist der Umfang des Schnutenbach-Basisbandes auch dermaßen „explodiert“. Ich hatte damals bei der Überarbeitung so viele neue Geistesblitze, die ich alle unbedingt im Buch umsetzen wollte, dass ich quasi fast ununterbrochen auf die Tastatur eingehackt habe. Bis der Band dann endlich fertig war.

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Als blinder (hochgradig sehbehinderter) Spieler bei Board Game Arena – Ersteindruck

© Board Game Arena

Ich bin letztlich durch Greifenklaue auf das Online-Angebot von Board Game Arena aufmerksam gemacht worden. Ja, es dauert etwas bis ich mich dann auf der Plattform, dank Zeitmangel, eingefunden hatte. An den letzten beiden Wochenenden war es dann soweit. Kurze kostenlose Registrierung und los geht es. So der Plan!

Die Registrierung ging leicht von der Hand, man könnte sagen, keine Probleme. Also schon einmal gut. Und der kostenlose Account sollte zum testen auch locker reichen. Wobei der kostenpflichtige Account, für 2 EUR / Monat auch seinen Reiz versprüht. Aber erst einmal schauen.

So nachdem wir uns also mit 4 Spielern registriert hatten, ging es darum ein Spiel zu finden, welches sich mit meinen gewählten Grafikeinstellungen einfach spielen lässt. Zur Erklärung: Aufgrund meiner starken Sehbehinderung (Blindheit) verwende ich folgende Einstellungen: Win10-Bildschirmlupe, 400%, Farbinvertierung, Fokus folgen. Das ganze auf einen 27″ Monitor dargestellt.

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rudy games: Spielend durch die Krise! (PM)

Mich hat soeben folgende Pressemitteilung von rudy games erreicht. Der Spielverlag hat sich ein wenig Gedanken gemacht und verschenkt 100 Exemplare von Lost Galaxy.

Dazu heißt es:

© rudy games

Wir verschenken 100x LOST GALAXY bei uns im Webshop!

Damit bei den Kids zuhause keine Langeweile aufkommt, haben wir ein spezielles Goodie geschnürt: Von Freitag 09:00 bis Sonntag 24:00 verschenken wir 100 Exemplare von LOST GALAXY kostenlos in unserem Webshop. Natürlich ist kein zusätzlicher Kauf notwendig. Das Angebot gilt solange der Vorrat reicht bzw. erfolgt die Abgabe nur in Einzelstück. Das Angebot gilt exklusive Versandkosten..

Hier geht es zu LOST GALAXY

 

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SPIEL DOCH wegen Coronavirus abgesagt

Nachdem es letztlich schon die Leipziger Buchmesse getroffen hat, ist nun nach der gestrigen Anweisung der Landesregierung auch die SPIEL DOCH 2020 in Duisburg wegen des Coronavirus abgesagt worden.

© Spiel doch

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8.Winter One Page Contest – Preisübersicht

Die mittlerweile achte Ausgabe des Winter One Page Contest ist gestartet und damit seit Ihr erneut aufgerufen kreative Einseiter zu basteln und einzureichen. Um Eure Kreativität noch mehr anzuregen und Euren Basteltrieb in unbekannte Höhen zu treiben, ist der Gabentisch sooooo richtig voll. Der Weihnachtsmann kam auch in diesem Jahr an seine Belastungsgrenze. Aber das alles wäre nicht ohne die herzliche Unterstützung unserer Sponsoren möglich gewesen.

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8.Winter One Page Contest

Nach einem Jahr Pause präsentieren wir zum achten Mal den Winter One Page Contest, kurz WOPC. Und wieder gilt es bis zu drei Einseiter mit Rollenspielmaterial zu erstellen. Bedingung: Du musst Deinen Einseiter in einer der Kategorien einreichen. Damit genug den Vorworten, wir lassen die Regeln folgen.

Gesucht werden die besten einseitigen Beiträge zu diesen drei Kategorien. Bei den Beiträgen geht es immer um bespielbares Material, ob universell, ob genrebezogen oder für ein konkretes System, ob Abenteuer, NSC, Kartenmaterial, Zufallstabellen etc. pp. Da die Kategorien einzel gewertet werden, muss diese auf dem eingereichten Einseiter ausgewiesen werden.

THEMEN UND KATEGORIEN
01. Cyberrunner – Von Cyberpunk 2020 bis Philipp K. Dick
Hintergrund: Nächstes Jahr ist sowohl das Cyberpunkjahr als auch das Philipp K. Dick-Jahr, welcher mit seinen Near-SF-Geschichten viel zum Genre beitrug – der Kategoriename erinnert an sein vielleicht berühmtestes Werk „Blade Runner“.

02. Sport – Von Rennbahnen, Wettkampfarenen und Grubenkämpfen
Quasi als Fortsetzung und Erweiterung des Karnevals Gladiatoren, Wrestler und Fallobst (Link). Neben Kampfsport ist ein Wettrennen, Olympiade oder eine Rollenspielumsetzung einer der unzähligen Tabletopsportarten wie Bloodbowl, Guildball, Dreadball oder Ironball möglich.

03. Herbst – Von Kürbisschnitzereien und fallenden Blättern
Nachdem wir schon Winter und Frühling im WOPC hatten, wird es Zeit für den Herbst. Die Herbstlande, zu dem kürzlich ein Rollenspiel erschienen ist (Rezi), bieten z.B. eine Inspirationsquelle.

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Mattel hat UNO Braille veröffentlicht

© Mattel Games

Weil der Oktober so randvoll war, ist das Thema etwas abseits geraten, aber ich bin gerade durch einen Link wieder drauf gestoßen. Was, wie, wo? Also seit etwas über einen Monat hat Mattel Games eine Braille-Version seines Spieleklassiker UNO auf den amerikanischen Markt zum verkauf stehen. Diese Version wurde mit der National Federation of the Blind „NFB“entwickelt und soll dank seiner nun vorhandenen Braille-Prägung auch für sehbehinderte und blinde Spieler*in geeignet sein.

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Mein phantastischer Mai 2019

Erneut ist ein Monat Geschichte. Somit ist es wieder an der Zeit meinen Nerdkonsum zu checken und an dieser Stelle nachzuhalten.

Also Ohren angelegt und Augen auf. Ab dafür.

READING CHALLENGE 
An meinen Count zur Chellenge, im Greifenklaue Forum,  habe ich auch im Mai gewirkt.

13. Ein Buch, das aus der Perspektive mehrerer Personen erzählt wird
-> „Mias Gute Nacht Geschichte“ von Daniel Isberner

© Amrun Verlag

14. Ein Buch, in dem es um eine Hochzeit geht–> „Zombie Zone Germany: Blutzoll“ von Matthias Ramtke

PODCASTS
Im Mai gab es auch wieder etwas fürs Hörzentrum. Ich habe mir die erste Folge von Per Anhalter durch die Phantastik zum Thema „Wie finde ich eine Rollenspielrunde“. Aus meiner Sicht sehr angenehm zu hören. Die Mischung aus nerdigem Wissen, Tipps und der ausgestrahlten Ruhe passt und macht diesn Podcast zum Tipp!

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Mein phantastischer April 2019

Der April ist Internetgeschichte und somit möchte ich an dieser Stelle meinen phantastischen Konsum nachhalten. Der April war bunt gemischt und brachte sehr viel Spaß.

LESEHERAUSFORDERUNG
Weiter geht es mit der Greifenklaue-Forum-Reading-Challenge. Meine 12te Herausforderung ist „Ein Buch, das auf Mythologie, Legenden oder Folklore basiert.“ Hier fiel meine Wahl auf „Dunkle Echos“ von Peter Hohmann. Dabei handelt es sich um ein Urban Fantasy Romane, welcher sich der Mythologie des „Mottenmannes“ annimmt. Aber nicht schnöde und langweilig, sondern mit einer Prise Nerdkultur. Immer wieder stößt man auf Verweise wie etwa Star Wars, Metallica, bekannte Dokus, etc., pp. . Tolles Buch.

Die anderen Bücher kann ich hier noch nicht wirklich nennen, da ich noch mittendrin im Abenteuer steck. Die sind dann wohl eher was für den Mai.

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Rückblick auf die SPIEL DOCH

Am letzten Wochenende, 29.März – 31.März 2019 fand die zweite SPIEL DOCH statt. Als Location wählte der Veranstalter, Nostheide Verlag, die Kraftzentrale im Landschaftspark Nord in Duisburg.

Die Anreise war für mich sehr einfach, da ich nur schnell mal über Gevatter Rhein düsen muss und nach ein paar mal links und rechts abbiegen bin ich dann auch schon da. Die Lokation bietet doch einiges an Parkplätzen und so hatten wir Freitags Vormittags auch keinerlei Probleme einen freien Parkplatz zu bekommen, wobei ein Lob, es gibt genügend Rolli-Plätze. Und dank des ruhrpott-typischen Parkplatzwächters, wusste jeder wo er parken darf und was nicht geht. So muss das sein, einfach mal eine Ansage machen, schon sind Nerds handzahm 🙂

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