[News] GAMEBOARD – Erweitertes Programm

4. September 2015

Es ist nun schon einige Zeit her das ich das GAMEBOARD von TP-Media HIER rezensiert habe. Mittlerweile ist es seit Monaten im Einsatz und hat auch schon viele gute Dienste geleistet. Nun gibt es Neuigkeiten, denn das Programm wurde um die Grössen A1 und A2 erweitert.

Die beiden Neuen können, wie gewohnt, auch in zwei Varianten bestellt werden, das heißt, ob es Rund oder Eckig an den Spitzen sein soll. Die A2 Vatiante kann für € 43,90 und die A1 für € 57,90 erworben werden.

Somit dürften nun auch die Tabletopper unter Euch zum Zuge kommen.

Weitere Infos dazu finden sich -> H I E R <-


[RSP Rezension] Turbo-Fate

2. September 2015

as-Fate-TurboEntwickler/Autoren: Fred Hicks, Leonard Balsera, u.a.
Verlag: Uhrwerk-Verlag
Format: Softcover,
Seitenzahl: 72
Erschienen: April 2015
ISBN: 978-3958670068
Preis: 9,95 Euro

von: Kris

„Turbo Fate“ ist die abgespeckte Version von „Fate Core System“ und auch in Deutschland einen Monat vor diesem erschienen. In einem dünnen, A5 großen Heft werden den Fans, die nach einem schnell aufzubauenden Tischrollenspiel suchen, die wichtigsten Regeln an die Hand gegeben, um einfach und schnell eine Rollenspielrunde aufzubauen.

Klappentext:
Volle Kraft voraus mit deiner Geschichte! Du kannst das Universum mit deinem Lieblingscharakter aus Science-Fiction oder Fantasy erforschen, die Mächte des Bösen gemeinsam mit einer Gruppe sprechender Schimpansen bekämpfen oder als moderne Hexe ein Geschäft für Liebestränke eröffnen – und das alles mit nur ein paar Minuten Vorbereitung! Vielleicht suchst du nach dem idealen Rollenspiel für eine schnelle Runde zwischendurch. Oder du bist Anfänger und suchst nach etwas Neuem, das du dir ohne großen Aufwand anlesen kannst. Egal, mit Turbo-Fate könnt ihr etwas Besonderes an euren Tisch bringen.

Turbo-Fate ist eine gekürzte Form des beliebten Fate-Core-Rollenspiels. Hier findet ihr die gesamte Flexibilität und Stärke von Fate Core in einer kürzeren Version. Ihr findet Methoden, um schnell spaßige Charaktere zu bauen und ein einfaches System, mit dem ihr alles spielen könnt, was euch gerade einfällt. Mit Turbo-Fate seid ihr innerhalb weniger Minuten bereit loszuspielen. 3… 2… 1… Spielt los!

Zum Inhalt:
Auch in „Turbo Fate“ geht es in erster Linie um die Charaktere, um die sich die Geschichte drehen soll. Der Hintergrund ist frei wählbar – so können sich die Fans einfach eine ihnen aus Film, Fernsehen oder Comics bekannte Welt aussuchen oder einfach mit den üblichen Fantasy- oder SF-Grundklischees beginnen.

Figuren müssen nicht unbedingt aus Werten bestehen, sondern sollten eine Sammlung von Ideen sein, durch die es möglich wird, eine Geschichte zu gestalten. Die Erklärung, was ein Tischrollenspiel ist und wie es abläuft, gibt es auch hier, wenn auch in abgespeckter Form. Danach werden die Säulen des Fate-Rollenspiels vorgestellt, Papier, Bleistift und Fate-Würfel, die man aber auch mit normalen Würfeln simulieren kann, wenn man sich diese nicht extra kaufen möchte.

Der Charakteraufbau ist stark vereinfacht. Jeder Spieler denkt sich interessante Aspekte aus – Schlagworte, die das Wesen der Figur definieren und deutlich machen, warum sie eigentlich so wichtig ist, aber auch wie ihr größtes Dilemma aussieht, das das Leben immer wieder schwer machen kann. Dazu kommen Stunts, die dem Helden entsprechende Vorteile bringen, aber auch Ärger machen können. Fertigkeiten sind hier allerdings auf das Notwendigste reduziert, um die Erstellung der Figuren und das Spiel auf einem überschaubaren Level zu halten.

Aktionen sind ebenfalls wieder so personenbezogen gehalten wie in „Fate Core“, Stress und Konsequenzen sind die Folge.

Wichtig ist auch in „Turbo Fate“, dass die Gruppe gemeinsam spielt und jeder den anderen zu unterstützen versucht. Spielleiter sind nicht dazu da, um die anderen die ganze Zeit an der Hand zu führen, sondern eher um zu moderieren – Anstöße zu geben oder den ein oder anderen, der sich zu sehr in den Vordergrund spielt, auszubremsen.

Auch für den Spielleiter gibt es daher wichtige Hinweise, wie er trotz der abgespeckten Regeln die Oberhand behalten und die Struktur der Runde im Auge behalten kann.

Wie „Fate Core“ ist auch „Turbo Fate“ dazu gedacht, die Spieler und Gruppen anzusprechen, die auch einmal daran interessiert sind, nicht mehr nur in einem engen Regelkorsett zu spielen, sondern auch einmal das Erzählspiel ausprobieren wollen. Daher ist es wichtig, das Teile der Gruppe schon etwas Erfahrung haben – vor allem der Spielleiter selbst. Ein oder zwei Einsteiger kann man mitziehen – ist die ganze Gruppe unerfahren, erreicht sie vermutlich schnell ihre Grenzen. Denn ein wenig Erfahrung in der Gestaltung von Figuren und Geschichten gehört schon dazu, um sich ungezwungen bewegen zu können.

Die abgespeckte Version des Systems eignet sich ausgezeichnet als Einführung in das freiere Spielen. Die Regeln sind für alle überschaubar und leicht zu erlernen, der Spielleiter kann auch schon loslegen – da er sich nicht all zu viel für den Hintergrund ausdenken muss.

Auf Treffen ist mit „Turbo Fate“ innerhalb von einer Stunde, wenn nicht weniger eine Runde zusammengestellt, in der die Spieler auch während des Spiels noch an ihren Figuren basteln können. Zwar werden sie durch die reduzierten Möglichkeiten etwas eingeschränkt, was am Anfang aber nicht viel ausmachen dürfte.

Und es kann auch für seit Jahren aktive Gruppen eine neue Welt eröffnen, ohne das viel Geld investiert werden muss.Trotz aller Freiheiten bleiben nämlich noch genug Regeln, die den Übergang zum ganz freien Erzählspiel erleichtern und durch die Würfel auch den Faktor „Glück“ nicht ganz außer Acht lässt, durch den die Geschichte immer wieder unerwartete Wendungen aufweisen darf.

Wie auch schon in „Fate Core“ liegen die Vorteile klar auf der Hand – der Spielspaß wird groß geschrieben, ebenso wie die Zusammenarbeit der Gruppe, und man kann endlich das Potential seiner eigenen Phantasie voll ausschöpfen.

Mein Fazit:
„Turbo Fate“ erlaubt auf kostengünstige Weise in ein interessantes Konzept hinein zu schnuppern, das vor allem Rollenspieler ansprechen dürfte, die schon etwas Erfahrung gesammelt haben, sich nun aber auch freier entfalten möchte. Eine gesunde Portion an Phantasie, guter Selbsteinschätzung und Teamgeist gehören mit dazu, dann kann auch bei der abgespeckten Version von „Fate Core“ nichts daneben gehen.

Meine Wertung:
4,5 von 5 Regeln


[Rezension] Die Klabauterkatze und andere Fundstücke des Grauens: Auf den Spuren H.P. Lovecrafts

2. September 2015

Autoren: M. Bianchi, T. Backus, S. Hubmann (Hrsg.)
Verlag: Verlag Torsten Low
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 408
Erschienen: 2011
ISBN: 978-3-940036-09-4
Preis: 14,90 Euro

von: Moritz

Ein kleiner Verlag mit interessantem Programm – und erneut vom großen Meister Lovecraft inspirierte Kurzgeschichten. Auf geht’s!

Klappentext:
Mit Metamorphosen ist es den Geschichtenwebern gelungen, den Lovecraftschen Kosmos um einige Facetten zu bereichern. Dennoch lauern noch viele Geheimnisse der Großen Alten verborgen in der Vergessenheit und warten darauf, von unseren Autoren erweckt zu werden. Grund genug, noch einmal Auf den Spuren H.P. Lovecrafts zu wandeln:

Die Klabauterkatze und andere Fundstücke des Grauens

Auf dem Weg zu einem abgelegenen Dorf leistet einem Heiler eine Katze Gesellschaft. Kann ein so liebes Tier Tod und Verderben über die Menschen bringen?
Ein Student entdeckt in Schreibtisch seines Professors ein blasphemisches Buch. Sind tatsächlich mordende Monster auf der Suche danach?
Er erhält gute Pflege und seltsame Bücher. Was hat diese rührende alte Dame mit ihrem Patienten vor?

Archäologen graben sich durch uralte Ruinen und finden einen bizarren Spiegel. Zu welchen blutigen Rituale diente er einst den Maya?
Ein Taucher birgt eine seltsame Statue vom Grunde des Meeres. Hat der damit einen Fluch auf sich geladen?

Mitten im Wald steht ein verwunschenes Knusperhäuschen. Wohnte in ihm einst eine Hexe, oder warum passieren dort seltsame Dinge?
Ein Vogelkundler erforscht versunkene Städte im Wattenmeer. Könnte es sein, dass dort unten etwas Unvorstellbares umgeht?

Das Grauen ist nicht von dieser Welt. Aber es lauert hier … und es will gefunden werden!

Zum Inhalt:
Ich werde hier ähnlich einem Live-Ticker vorgehen und immer meine Gedanken zu „Papier“ bringen, wenn ich einige Geschichten gelesen habe – mal schauen, ob das unterhaltsam wird. Ich weiß es selber noch nicht so recht, ob diese Form sinnvoll ist und muss mich überraschen lassen – die Titel sind auf jeden Fall viel versprechend:

Die Klabauterkatze – Arndt Ellmer
Goldene Locken, kaltes Herz – Matthias Töpfer
Spuren im Watt – Johannes Harstick
Bausteine aus Lem – Thomas Backus
Das Ding – Bettina Ferbus
Faustpfand – Matthias Töpfer
Das Lied des Meeres – Sabrina Hubmann
Schwarzes Glas – Chris Schlicht
Der Fang – Benjamin Nemeth
Oh Bruder mein – Martin Beckmann
Treibgut – Carsten Steenbergen
Die perfekte Musik – Sabine Völkel
Die kalte Brut – Samuel White
Fleischmanns Trophäe – Jan Christoph Prüfer
Wo die Straße dunkel ist – T. S. Orgel
Zauber der Karibik – Andreas Zwengel
Im Knusperhäuschen – Matthias Töpfer

Bevor ich zum Inhalt komme, die obligatorische Bemerkung, dass das Lektorat gute Arbeit geleistet und außer einem verbaselten „dass“ nur einen amtlichen Schnitzer durchflutschen gelassen hat – so soll in einer Geschichte ein Spiegel in einen Brunnen geworfen werden, und ausgerechnet im finalen Abschnitt steht zweimal statt „Spiegel“ „Stiefel“. Sehr verwirrend, was der arme Stiefel da nun schon wieder angestellt hat…

Die Sammlung startet ziemlich furios mit der titelgebenden Geschichte von Arndt Helmer, in der ein Heiler einer nicht näher genannten Fantasywelt mit einer Katze reist, die angeblich Unglück bringen soll. Schöne Geschichte mit einem Titel, der mir persönlich nicht sonderlich gefällt (und den ich auch nicht als Titel für die gesamte Antho genommen hätte), da er mich immer irgendwie an Pumuckl in Katzenform erinnert und ich den Heiler sofort als Eder-Meister vor meinem geistigen Auge hatte…

„Goldene Locken, kaltes Herz“ ist eine berechtigte Warnung vor dem Leben in Mietskasernen.

An Position 3 kommt direkt mein Favorit – es kann gar nicht anders sein: „Spuren im Watt“ – ein nichtssagender Titel, der es nichtmal zum Titel einer Tatort-Folge bringen würde, aber der Autor macht von da an alles richtig – cthuloide Bücher, Rungholt, ein verschwundener Forscher, eine einsame Forschungsstation und eine (angebliche) Verbindung zur realen Welt. Check! Das Ende könnte noch etwas mehr rocken, aber auch so macht das Teil richtig Spaß.

„Bausteine aus Lehm“ sind vom großartigen Thomas Backus, den ich sehr schätze, aber diese Story dümpelt irgendwie so vor sich hin und außer der schon vorher gefassten Erkenntnis, dass Öki-Tussen ihren Kindern lieber echtes Lego schenken sollten, als von einem afrikanischen Stamm mundgeschnitzte und fair gehandelte Bauklötze, ist nicht viel zurückgeblieben.

In „Das Ding“ geht es irgendwie um ADHS oder komische Babys oder so… weiß nicht mehr genau.

„Faustpfand“ handelt von einer cthuloiden Maschinerie und ihrer Auswirkung auf den schwulen Straßenstrich. Hmmm… Langsam brauche ich mal wieder ein Highlight. Die Teile sind alle nicht schlecht und lesen sich gefällig, aber seit der Rungholt-Kiste fehlt irgendwie der Kracher!

Der geforderte Kracher ist „Das Lied des Meeres“ auch nicht, aber dafür schießt der Lovecraft-Faktor durch die Decke. Ein Enkel liest den Brief seines Großvaters, der ihm seien Geschichte erzählt und ihm vom Meer erzählt. Die letzten zwei Sätze sind – wie es der große Meister auch liebte – dann der überraschende Schockeffekt, der vielleicht sogar wirkt, wenn man nicht schon 25639410 ähnliche Geschichten gelesen hat. Also nicht richtig granatenmäßig, aber mit tollem Gespür für „das Original“.

Ärchäologische Expeditionen sind ja das Salz in der lovecraft’schen Suppe und hier haben wir es mit einer Ausgrabung in einer Maya-Ruine zu tun, die (natürlich) ziemlich schockierend endet…

„Der Fang“ – tja, liebe Hochseefischerei! So kann es gehen! Wehe, wenn ich auf das Ende sehe!

„O Bruder mein“ ist dann das nächste Highlight. Und ja – ich beziehe mich hier lediglich auf meinen persönlichen Geschmack, denn handwerklich sind wirklich alle Geschichten mehr als gut, ich gehe einzig und alleine danach, wie viel Vergnügen ich bei der Lektüre hatte. Hier gehen zwei Brüder gänzlich unterschiedliche Wege und die Warnung davor, nach Paris zu gehen, werde ich mal in Zukunft ernster nehmen.

Was tut „Treibgut“? Es plätschert so vor sich hin.

„Die perfekte Musik“ kommt nicht von Helene Fischer oder Erich Zann, sondern von dem unbekannten Künstler Philip Brückner. Zwei Abiturientinnen machen sich auf die Suche nach ihm und werden fündig. Hört sich unspektakulär an, hat mir aber wider Erwarten ausgezeichnet gefallen. Wir befinden uns hier ganz kurz vor „Kracher“-Status und ich bin auf jeden Fall wieder etwas wacher – da geht noch eine Geschichte vor dem Einschlafen.

„Krieg der Kraken“ ist die Fortsetzung der Kurzgeschichte „3,5“ aus der Sammlung „Metamorphosen“, die dort schon eines meiner Highlights war. Und ich sage nur: Antarktisexpedition! Nuff said. Alles, was auch nur entfernt an die Berge des Wahnsinns erinnert, muss gut sein. Und ganz ehrlich, ich würde mir auch glatt eine weitere Anthologie mit einer Geschichte von Samuel White kaufen.

„Fleischmanns Trophäe“ spielt zwar komplett in einem Professoren-Büro, das ich mir sehr wie das von Indiana Jones vorstelle, aber abgesehen von der coolen Location erinnere ich mich nicht an viel. Der Hiwi des Professors schnüffelt da rum und gerät in Probleme, weil der Professor irgendetwas entwendet hat, was „jemand“ zurückhaben möchte.

„Wo die Straße dunkel ist“ scheint die Sonne nicht hin. Ein Typ ist auf der Flucht vor einer übernatürlichen Macht und – fast schon folgerichtig – erweist sich am Ende alles so unglaublich überraschend anders, dass man es schon seit locker 10-12 Seiten gewusst hat. Ich muss aufhören, diese Geschichten am Stück zu lesen. Damit raube ich mir selber die Überraschungsmomente.

Der „Zauber der Karibik“ umweht ein Hotel auf einer kleinen karibischen Insel, bevor alles in die Grütze läuft, der ganze Laden zerstört wird und wir uns fragen, was Realität und was Fiktion ist.

Abschließend geht es „Im Knusperhäuschen“ zur Sache. Eine klassische Durchschnittsfamilie betritt das Gebäude und es bleibt nicht mehr viel von ihr über. Tja, Häuser über indianischen Begräbnisstätten oder ähnlichem Zeugs zu bauen, hat sich noch nie ausgezahlt. Und vor Kellern hatte ich sowieso schon immer Angst. Die Moral von der Geschicht’ hilft mir also nicht direkt weiter.

Mein Fazit:
Wieder eine sehr gelungene Zusammenstellung mit wenigen Schwachpunkten. Die deutsche leicht angehorrorte Kurzgeschichten-Szene lebt…

Absoluter Anlesetipp, gerade für Nordsee-Fans sollte „Spuren im Watt“ sein und „Krieg der Kraken“ ist eine schicke Antarktis-Erzählung lovecraft’scher Prägung, die dazu noch auf eine Kurzgeschichte des Metamorphosen-Bandes rückverweist. Sowas gefällt mir. Kauft das Teil, damit der Verlag Torsten Low uns weitere solcher Bretter vor die Brust knallen kann.

Meine Wertung:
4 von 5 untergegangene Rungholts


[Rezension] Fantasy Noir: Übernatürliche Mordfälle

2. September 2015

as-FantasyNoirHerausgeberin: Grit Richter
Verlag: art script phantastik
Format: Paperback,
Seitenzahl: 200
Erschienen: Juli 2015
ISBN: 978-3945045039
Preis: 12,80 Euro

von: Kris

Grit Richter gehört zu den Herausgebern und Verlagsbesitzern, die viel Herzblut in ihre Anthologien und Romane stecken. Das merkt man nicht nur an der Auswahl der Texte sondern auch deren Präsentation – besonders herausragend war dabei die Sammlung um „Die dunkelbunten Farben des Steampunk“. Aber auch ihr neuster Streich „Fantasy Noir“ kann sich sehen lassen. Zwölf Geschichten beschäftigen sich mit Morden, die mindestens in einem Detail nicht ganz von dieser Welt sind, selbst wenn sie auf der Erde spielen.

Klappentext:
Versteckt vor aller Augen tummeln sich die Wesen der Nacht unter uns. Selbst die geschulten Adleraugen der besten Ermittler erkennt die Gefahr nicht sofort. Die Hüter von Recht und Ordnung kratzen an der Oberfläche der Realität und legen das wahre Gesicht der Welt frei.

Doch was sehen sie, wenn sie ins Auge der Dunkelheit blicken? Die Anthologie »Fantasy Noir« wartet mit zwölf übernatürlichen Mordfällen auf mutige Leser, die bereit sind, ihren Geist einer Welt voll düsterer Phantasmen zu öffnen.

Zum Inhalt:
„Albenpfeile“ sind der Grund für den Tod mehrerer wichtiger Bürger in Lavinia Alba und die Täter lassen sich nichts gefallen. Nur gut, dass der Polizist Urien Rheged noch ein Ass im Ärmel hat, mit dem er ihnen Einhalt gebieten kann.

„Das Herz eines Engels“ ist ein kostbares Gut, so dass es nicht verwunderlich ist, dass einer der himmlischen Boten eines Tages ermordet und ausgeweitet aufgefunden wird. Die Suche nach dem Täter erweist sich als überraschend schwierig, auch wenn es genug Verdächtige gibt.

Der „Tod eines Mädchens“ scheint kein besonders schwieriger Fall zu sein, hat man den Täter doch bereits gefunden und dieser sogar gestanden. Allerdings steckt noch mehr dahinter, wie die Assistentin des Kommissars weiß.

„Hyperion“ ist eine Vertreter des Feenvolkes, auch wenn er das nicht an die große Glocke hängt. Nur rettet ihn das nicht vor dem, was jemand mit ihm vor hat …

„Von Kröt P. I.“ ist ein ausgezeichneter Privatdetektiv, der sich auch nicht scheut, auch schon mal gegen „Recht und Gesetz“ vorzugehen. Wie bitter notwendig das ist, zeigt sich manchmal schneller als gedacht…

Im New York des Jahres 1947 schlägt sich Moira Bran mehr schlecht als recht als Reporterin durch und sieht in manchen Dingen mehr als andere – der Mord, mit dem sie sich nun beschäftigt ist nämlich verzwickter als gedacht – und das „Blutgold“ bringt sie mit dem Übernatürlichen zusammen, als sie dem wahren Täter auf die Spur kommen will.

Das sind nur einige der insgesamt zwölf Geschichte in dieser Anthologie, die sich zum Ziel gesetzt hat, phantastische Elemente mit den Motiven und Handlungsmustern der „Schwarzen Serie“ zu verbinden. Einige Autoren lassen sich es deshalb nicht nehmen, ihre Geschichte gleich in der entsprechenden Ära, nämlich den 1940er Jahren anzusiedeln, oder ihren Welt den entsprechenden Anstrich zu geben.

Die Helden sind entweder Privatschnüffler, die sich durch die Schatten ihrer Stadt schlagen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, Polizeibeamte, die ihren Dienst lockerer sehen und gelegentlich sogar selbst Dreck am Stecken haben. Etwas seltener sind Figuren wie die Journalistin in „Blutgold“, die auch von der Atmosphäre er genau die Stimmung trifft, die die entsprechenden Filme besitzen. Überzeugend wirkt auch „Lavern“, weil es dem Autoren gelingt, die Spannung bis zuletzt zu halten und immer nur Details preiszugeben, die sich erst in den letzten Sätzen zu einem Ganzen zusammenfügen.

Die Klischees des Schwarzen Genres auf die Schippe nimmt hingegen „Von Kröt P. I.“. Dem Autoren gelingt es mit schrägen Ideen genau die Bilder im Kopf zu erwecken, die man bei einer Satire zum Thema auch braucht. Da macht es auch nichts aus, dass der Mordfall selbst eher Beiwerk ist.

Mein Fazit:
Alles in allem haben sich die Autoren eine Menge einfallen lassen, um die Leser zu unterhalten und die Erwartungen zu durchbrechen, die das im Stil der „Golden Twenties“ gestaltete Cover machen dürfte. Es geht hier mitnichten nur um abgewrackte zynische Ermittler und schöne aber gefährliche Frauen und düstere Geheimnisse – die Handlungsmuster werden teilweise bewusst durchbrochen, was die einzelnen Erzählungen um so spannender macht.

Das verwandelt auch „Fantasy Noir“ zu einer Sammlung, die jedem Fan von düsteren Kriminalgeschichten nur empfohlen werden kann. Denn auch wenn die Atmosphäre stimmt – die Geschichten beweisen mehr Bandbreite, als man denkt.

Meine Wertung:
4,5 von 5 Leichen


[Rezension] In Blut und Liebe

2. September 2015

Autor: Constantin Dupien
Verlag: Amrun Verlag
Format: illustriertes Taschenbuch
Seitenzahl: 135
Erschienen: November 2013
ISBN: 978-3-944729-25-1
Preis: 12,80 Euro

von: Moritz

Im Moment habe ich ja irgendwie einen Lauf mit Kurzgeschichtensammlungen – hier mal in der Variante, dass alle Texte vom gleichen Autor stammen. Da verrät nicht nur der Titel, dass wir es mit einem Herzensprojekt zu tun haben.

Klappentext:
In Blut geschrieben – Herzensblut
Ist jedes Wort Gedankengut,
Das mit Liebe wurd gewählt,
Das mit Liebe uns erzählt.
Von Gefahren und von Leid,
Von dem was geht,
Von dem was bleibt.

Erzählungen von Constantin Dupien, dem Herausgeber der preisgekrönten “Mängelexemplar”-Reihe.

Illustriert von Melanie Stoll und Julia Takagi, mit Einleitungen von Vincent Voss.

Zum Inhalt:
Eingeleitet durch Kommentare von Vincent Voss und Illus von Julia Takagi und unterteilt in drei Abteilungen „In Blut“, „In Liebe“ und „In Frevel“ gibt es hier 14 Kurzgeschichten und Gedichte von Constantin Dupien.

Die Geschichten sind von stark schwankender Qualität und – seien wir ehrlich – so richtig lesbar sind sie nicht alle, ich musste da stellenweise arg beißen. Am stärksten sind auf jeden Fall die Geschichten der ersten Kolonne „In Blut“, da in ihnen das Horror-Element am stärksten zu Tage tritt. „Remember the Alamo“ behandelt Pflichterfüllung über den Tod hinaus, „Verloren im Nichts“ ist mir viel zu meta und versucht viel schlauer zu sein, als es eigentlich ist und „Erleuchtung“ ist eine klassische Zombiekalypse-Geschichte mit einem furchtbar unüberraschenden Ende. Dann folgt aber das Highlight der Kiste. Eine herrlich lovecraft’sche Kurzgeschichte von einem Mann, der sein Augenlicht verliert und am Ende herausfindet wodurch.

Super! So kann es gerne weitergehen. Aber nein! „Meteoritenfeuer“ ist eine einzige Männlichkeitsphantasie gemischt mit etwas Mars attacks und dem mittlerweile fast schon traditionellen „Überraschungsende“ – denkt euch hier bitte sehr große mit Mittelfinger und Zeigefinger beider Hände angezeigte Anführungszeichen. „Der Anfang und das Ende“ ist auch nicht übel und hat wieder einen Lovecraft-Touch – vielleicht sollte sich Dupien auf diese Sparte konzentrieren, das scheint ihm zu liegen – ganz anders als das folgende Gedicht – das gruselt auf mehreren Ebenen.

Kommen wir zu „In Liebe“: In allen vier Geschichten und einem Gedicht geht es in Theorie und Praxis um die Liebe und ihre hellen, wie auch die dunklen Seiten.

Mein Fazit:
Puh! Ich verreiße ja eigentlich nie, und das hat der Autor ganz sicher auch nicht verdient, denn er hat stellenweise eine echt gute, wenn auch minimal überkandidelte Schreibe, aber mir sind hier einfach zu viele „Filler“ drin. Und sorry, aber die Innen-Illus gehen gar nicht – vor allem die, die die Geschichten einleiten. (Die, die die Abschnitte einleiten gehen noch gerade so.) Ich stehe ja auf „amateurhaft“, aber die hier sind so amateurhaft, dass selbst der Überbegriff „amateurhaft“ nicht mehr greift. Wer zudem einen Anlesetipp für kompletten Trash haben will, den beispielsweise

David „El Grasidente“ Grashoff viel gnadenloser und besser durchziehen kann, sollte sich mal „Meteoritenfeuer“ reinziehen.
Die beiden „Hauptgeschichten“ Auge um Auge und Nicht den verdammten Einkaufszettel kann man aber wirklich gut lesen, für die gebe ich definitiv in der abschließenden Wertung noch ein paar Punkte.

Bevor wir von einem Gedicht, mit dem ich mal wieder nix anfangen kann, rausgeworfen werden, bekommen wir allerdings das zweite Highlight der Sammlung vor den Kopf gebrettert. „Nicht den verdammten Einkaufszettel“ stellt uns den klassischen heruntergekommenen Film Noir-Schnüffler vor, der einen merkwürdigen Auftrag erhält…

Meine Wertung:
2,5 von 5 Herzensprojekte


[Rezension] Totes Land 3 – Der Bunker

2. September 2015

as-DerBunker-TotesLand3Autor: M. H. Steinmetz
Verlag: Mantikore Verlag
Format: Paperback,
Seitenzahl: 500 Seiten
Erschienen: Juli 2015
ISBN: 978-3939212843
Preis: 14,95 Euro

von: Kris

„Der Bunker“ ist der abschließende dritte Teil von Mario H. Steinmetz’ Trilogie „Totes Land“, in der er die Endzeitstimmung in Deutschland aufleben lässt, indem er die Helden durch eine Welt führt, in der große Teile der Bevölkerung in Zombies verwandelt werden und nur noch wenige gesund und am Leben sind.

Klappentext:
TOTES LAND 3 – DER BUNKER Der Horror hat einen Namen: XJ09… Der teuflische Virus hat die Welt in ein Schlachthaus verwandelt. Mit Hochdruck arbeiten Wissenschaftler der Erprobungsstelle 53 an einem Gegenmittel.

Vieles deutet darauf hin, dass man es mit weit mehr als einem Virus zu tun hat. Nach einer spektakulären Flucht durch die halbe Republik wähnt sich eine Gruppe Überlebender – unter ihnen der junge Markus – endlich in Sicherheit. Die Bedrohung durch die Toten ist nicht die einzige Gefahr, der sich Markus und seine Freunde stellen müssen, denn Einheiten der Erprobungsstelle 53 sind ihnen mit einem tödlichen Auftrag auf der Spur.

Es gibt nur eine Lösung: Markus muss sich zum Ursprung der Plage begeben. Er muss in den Bunker und sich dem schlimmsten Feind stellen, den die Menschheit jemals gesehen hat. H. !

Zum Inhalt:
Der Live-Rollenspieler Markus und seine Freunde haben eine lange Odyssee durch die Republik hinter sich und mehrere Verluste zu beklagen, bis sie endlich Zuflucht finden und sich endlich ein wenig erholen können. Jetzt bleibt zumindest etwas Zeit, um die Gefühle zu sortieren und unausgesprochene Wahrheiten miteinander zu teilen. Aber der Frieden währt nicht lange, denn die Pflicht ruft. Immerhin sind sie noch jung, kräftig und gesund, ideal, um die ausgedünnten Streitkräfte im Kampf gegen die Zombies zu unterstützen.

Derweil arbeiten Wissenschaftler in der Erprobungsstelle 53 an einem Gegenmittel für das Virus, der wenigstens dafür sorgt, dass nicht noch mehr Menschen erkranken und sich verwandeln. Ihre Einsatztruppen scheinen ein besonderes Interesse an Markus und Co. zu haben.

Deshalb entscheidet sich der junge Mann zu einem gewagten Schritt. Um endlich die Gefahr los zu werden, beschließt er selbst dem Ursprung der Plage auf den Grund zu gehen und damit in einen Bunker einzudringen, in dem die schlimmsten Gefahren auf ihn warten, die er je gesehen hat … zumal sie nicht einmal von dieser Welt zu sein scheinen.

Neben Markus und seinen Freunden rückt nun auch eine Truppe ins Rampenlicht, die der Leser bereits in den beiden ersten Bänden kurz kennengelernt hat, um so ein wenig mehr Abwechslung in die Handlung zu bringen. Denn das ist bitter notwendig. Der Autor hat inzwischen zwar den Hintergrund sehr atmosphärisch aufgebaut, der eigentliche Plot bleibt aber ein wenig dünn. Auf der einen Seite haben wir die jungen Zivilisten, die im Stil von Walking Dead nur noch sich selbst haben, um zu überleben, auf der anderen den Platoon, der längst nicht mehr so funktioniert, wie er soll, weil die Soldaten auch nur Menschen sind.

Man erwartet ja eigentlich von einem Abschlussband, dass man nun erfährt, wie die Seuche eigentlich entstanden ist und ob sie eingedämmt werden kann, aber genau das vermag nicht überzeugend vermittelt zu werden.

In weiten Teilen der Geschichte trudeln die Helden nur durch die Gegend und wissen nicht so recht, was sie machen sollen, lassen sich mitreißen und gehorchen. Als es darum geht, die Lösung zu präsentieren, macht es sich der Autor ziemlich einfach, so dass man fast schon enttäuscht ist, dass wieder einmal nur das Übernatürliche eine Rolle spielt, das sonst eigentlich kaum in Erscheinung tritt – von den Zombies, die sich benehmen wie eh und je, einmal abgesehen.

Die Figuren stagnieren weiterhin. Weder Marcus noch seine direkte Freunde entwickeln sich weiter – ja man wird sogar das Gefühl nicht los, dass sie noch blasser wirken als am Anfang. Letztendlich plätschert die Geschichte so von einem Szenario zum anderen und der Leser bleibt am Ende doch unzufrieden und enttäuscht zurück, weil letztendlich nicht das passiert, was man erwarten konnte.

Mein Fazit:
Auch „Der Bunker“ kann ähnlich wie „Die Zuflucht“ nicht überzeugen. Zwar stimmt die Atmosphäre immer noch, die im Roman präsentierten Lösungen bleiben aber deutlich hinter den Erwartungen zurück. Wer aber nur ein wenig Action und Horror erwartet, aber keinen ausgefeilten Hintergrund oder interessante Charaktere kann sich deshalb durchaus noch kurzweilig unterhalten lassen, sonst aber nichts.

Meine Wertung:
3 von 5 Zombies


[Rezension] Die Irrlichter

23. August 2015

as-DieIrrlichterHerausgeberin: Fabienne Siegmund
Verlag: Verlag Torsten Low
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 352 Seiten
Erschienen: April 2015
ISBN: 978-3940036322
Preis: 13,90 Euro

von: Kris

Eine hierzulande recht bekannte Mittelalter-Band nennt sich „Die Irrlichter“, deshalb ist es wohl nur recht und billig, dass ein Mitglied der Gruppe das Vorwort zu der von Fabienne Siegmund herausgegebenen Anthologie verfasst hat und damit das Thema noch einmal auf den Punkt bringt – magisch, geheimnisvoll und doch unheimlich geht es zu, wenn die Spuklichter ihr Unwesen in den sechsundzwanzig Geschichten treiben.

Klappentext:
Irrlichter. Manche sagen, sie führen verirrte Wanderer ins Verderben, locken sie ins Moor. Andere wiederum sagen, dass jene leuchtenden Wesen, die oft als diffus verschwommenes Licht beschrieben werden, alle Pfade kennen.

Die Wahrheit liegt – wie wohl alle Wahrheiten – irgendwo dazwischen. Aber vielleicht verhält es sich auch ganz anders … In dieser Sammlung finden sich 26 Geschichten – 26 Versuche zwischen A wie Abenteuer und Z wie Zwielicht, dem Wesen des Irrlichts auf den Grund zu gehen.

Folgen Sie den Lichtern zwischen die Zeilen von Christoph Marzi, Ann-Kathrin Karschnick, Thilo Corzilius, Diana Kinne, Markus Heitkamp und vielen, vielen mehr. Mit einem Vorwort der Mittelalter-Fantasy-Folk-Band “Die Irrlichter”

Zum Inhalt:
Eine Gruppe von Kriminellen schlägt sich durch den Sumpf, vor allem um vor der Strafe davon zu laufen und um einen toten Kameraden verschwinden zu lassen. Als sie schließlich ganz verzweifelt sind, finden sie in der Hütte einer Alten Zuflucht.

Ein junger Mann irrt durch die Heide – auf der Suche nach seiner verlorenen Geliebten. Aber er wird nicht der einzige bleiben, den verlorene Seelen zu sich rufen wird.

Dann macht sich Archibald Leach auf die Suche nach den verlorenen Irrlichter, doch wird er wirklich das finden, was er sucht? Und was ist, wenn alle bekannten Lichter sich zu einem Kongress versammelt, aber gerade das Irrlicht sie erst wirklich zum Nachdenken bringt?

Gefangen in der absoluten Dunkelheit im Inneren eines Turms scheint das plötzlich auftauchende Licht die einzige Hoffnung für eine einsame Seele zu sein. Eine junge Mutter sucht den Flötenspieler auf, der erst vor kurzem ihren Sohn raubte und versucht einen Handel mit ihm einzugehen, doch kann man den König der Irrlichter wirklich besiegen?

Iszual ist eine Legende … der beste aller Irrlichtjäger. Aber es kommt der Tag, an dem auch er seinen Meister finden könnte.

Und ein Licht hilft einer Frau, die keine Hoffnung und Freude mehr spürt, neue Wege zu erkennen. Anders als das Raumschiff Elix-4, dass die Erde erforschen will und doch nur auf etwas trifft, was es völlig irritiert.

Das sind nur einige der abwechslungsreichen Geschichten, die viele Bereiche der Phantastik abdecken, auch wenn die Science Fiction nur mit einer Geschichte vertreten ist, Übernatürliches mit Wissenschaft verbindet.

Ansonsten dominieren Geschichten aus dem Hier und Jetzt, die mal die märchenhafte Seite der Irrlichter betonen und auf der anderen Seite auch die grusligen Aspekte nicht auslassen, obwohl es niemals wirklich blutig und brutal wird.

Gelegentlich kommt aber auch die Fantasy zu ihrem Recht – gibt den Hauptfiguren des Bandes sogar Gesicht und Stimme oder versetzt die Mythen in eine magische Welt, in der sie ein wenig anders ausgelegt werden können.

Dabei wahren die Autoren immer die ambivalente Natur der Irrlichter. Manchmal erscheinen sie wie boshafte Kobolde, die frech ihre Aufgaben erfüllen und dabei vor allem Spaß zu haben scheinen dann wieder wie schattenhafte Gestalten, die ein düsteres Geheimnis hüten. Oft genug sind sie natürlich sie verlorene Seelen, die Geister unruhiger Toten, die Sühne für begangenes Unrecht vom Täter fordern oder geliebte Partner nach vielen Jahren endlich wieder zu sich holen, bis sie Ruhe finden können. Gelegentlich helfen sie sogar dabei, dass andere nicht ihr Schicksal erleiden oder rufen sogar Hilfe herbei, wenn es noch etwas oder jemanden zu retten gibt.

Geschickt werden Magie und Mythen mit eigenen Ideen verknüpft, so dass keine Geschichte wie die andere ist, selbst wenn sich die grundlegenden Themen (Irrlichtjäger oder verlorene Seelen auf der Suche nach Erlösung) ähneln.

Dabei kommt der Humor oft auch nicht zu kurz – wird das Grauen durch ein Augenzwinkern abgemildert. Wieder andere setzen in ihren Erzählungen mehr auf die Stimmung an sich und beschwören beim Lesen intensive, melancholische Bilder vor dem geistigen Auge herauf oder sorgen für ein angenehmes Frösteln, wenn die Szene anders abschließen darf, als man eigentlich erwartet hat. Die Geschichten sind alle mehr oder weniger auf dem gleichen hohen Niveau, so dass es schwer ist, einen Favoriten herauszupicken, wenn man offen von Urban und Dark Fantasy, aber auch Steampunk ist.

Mein Fazit:
„Die Irrlichter“ erweist sich deshalb als Anthologie, die vor allem durch ihre Vielschichtigkeit punkten kann und das Thema in all seinen Facetten beleuchtet. Spannend, märchenhaft und natürlich gruslig geben die Autoren ihren geisterhaften Helden oder deren Jägern genug Stimme – um in den Bann zu schlagen, wenn man sich als Leser auf das Thema einlassen mag.

Meine Wertung:
4,5 von 5 Irrlichtern


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