[Rezension] Private Eye: Grundregelwerk 5.Edition (Rollenspiel)

© Redaktion Phantastik

Die viktorianische Ära im Allgemeinen und Sherlock Holmes im Besonderen begeistern Fans schon seit vielen Jahren. Auch im Rollenspiel bietet sich diese Zeit regelrecht an, kann man doch, was Klischees und Abenteuer angeht, aus dem Vollen schöpfen und hat durch Serien wie „Ripper Street“ sogar interessante Fernsehserien vor Augen, die dem Zuschauer die passende Atmosphäre nahe bringen.

Schon seit Ende der 1980er Jahre bieten die Macher von „Private Eye“ die entsprechenden Vorlagen für interessierte Spieler. Erst als ambitioniertes Fan-Projekt, inzwischen als erfolgreiches Independent-“Pen & Paper“- Rollenspielsystem, dem vor allem eines wichtig ist – möglichst viel Spaß mit möglichst wenigen Regeln zu bieten.

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[Rezension] ASP – Verfallen #1 Astoria (Limited Novel Edition)

Label: Soulfood
Musiker: ASP
Autor: Kai Meyer
Design: Joachim Luetke
Format: Hardcover, Querformat
Anzahl CD: 2
Seitenzahl: 84
Erschienen: Okt. 2015
EAN: 4260063945243
Preis: ca. 29,95 Euro

von: Würfelheld

Da landet dann mal ein Konzeptalbum in meine Hände. Phantastik-Autor Kai Meyer und die Barden von ASP haben sich dann auch mal außerhalb diverser gemeinsamer Konzertauftritte zusammengehockt und die grauen Zellen aktiviert. Das Ergebnis ist eine Kurzgeschichte namens „Das Fleisch der Vielen“, welche ASP inspirierte eine entsprechende Soundkulisse zu bauen. Das Ganze wird durch Joachim Luetke, den man u.a. von Marilyn Manson Designs kennt, in Szene gesetzt. Das sind dann schonmal drei Bretter die hoffen lassen.

Klappentext:
Der erste Teil einer neuen Erzählung aus dem Hause ASP. Es handelt sich um ein eigenständiges Werk mit einem völlig neuen Konzept: Eine exklusiv geschriebene Kurzgeschichte des Erfolgsautors Kai Meyer mit dem Titel „Das Fleisch der Vielen“ inspirierte Songwriter und Sänger Asp Spreng zu dieser musikalischen Gruselstory. Der „Fremder“-Zyklus mit dem aktuellen Album „Maskenhaft“ wird nach dem geplanten Verfallen-Zweiteiler weitergeführt. Folge 1: Astoria – Das im Jahre 1915 erbaute Hotel Astoria in Leipzig stellt einen glamourösen und auch schauerlichen Spielort für die akustische Gothic Novel dar. Einst luxuriöses Zentrum des Nachtlebens steht das Gebäude seit fast zwei Jahrzehnten leer. Dieser für den ASPschen Kosmos ungewohnt konkrete, da real existierende Handlungsmittelpunkt erwacht buchstäblich wieder zum Leben und übernimmt eine zentrale Rolle im Geschehen, das in den einzelnen Liedern chronologisch und natürlich äußerst spannend dargelegt wird. Damit ähnelt der Erzählfluss von Verfallen dem des Erfolgsalbums „Zaubererbruder“ aus dem Jahre 2008, das die Fangemeinde der Band über die Schwarze Szene hinaus ausdehnte. Optisch umgesetzt werden die Horribilitäten im Hotel von Artworker Joachim Luetke, der bereits mit Marilyn Manson, Sopor Aeternus, Dimmu Borgir, Kreator und Arch Enemy arbeitete. Bei allen Schrecknissen, die dem Musikliebhaber präsentiert werden, klangen ASP selten so melodisch, schmissig und dennoch subtil morbide. Der Horror entfaltet sich im Detail, langsam und kriechend wie bei einer Geschichte von H. P. Lovecraft. Musikalisch vereinen sich Rock und Metal, aber auch Drone-Doom, Chansoneskes und sogar Tango-Elemente finden ihren Platz auf dem Album. ASP zeigen sich vielfältig wie nie, bieten hohes Ohrwurm-Potential und bleiben dabei ihren Goth-Rock-Wurzeln treu. Textlich schafft Asp scheinbar spielend den Spagat zwischen Storytelling und Identifikationsmöglichkeit für den Hörer, wie immer auf einem lyrischen Niveau, welches in der deutschsprachigen Musiklandschaft seinesgleichen vergebens sucht.

Zur Kurzgeschichte:
Zum Beginn der Geschichte treffen Autonome und Rechte aufeinander. Die Staatsmacht setzt Wasserwerfer und Tränengas ein um die beiden verfeindeten Parteien zu trennen bzw. auseinander zu halten. Unter den Autonomen befinden sich auch Tim, welcher vom Haaransatz bis zur Fußsohle in der Szene steckt, und Jana, eine Studentin die mehr oder minder wegen Tim in der Szene eine Art Heimat gefunden hat. Beiden wird die Situation rund um die Demo zu heikel und als die beiden dann um eine Straßenecke biegen und in etwas weiterer Entfernung der Rechte Mob sie entdeckt, flüchten sie in das alte, verbarrikadierte Astoria Hotel. Dieses gab seit seinem Bestehen „den“ Treffpunkt für hochrangige Reisende bzw. Politikprominenz, aber seit der Wende ist es immer weiter verkommen, und das liegt nicht nur daran das es mittlerweile einem amerikanischen Investor gehört.

Tim und Jana entkommen den Mob zwar, da sie das Astoria verschlungen hat und die beiden nun in seinem Labyrinth aus leeren Gängen, Räumen und Treppenhäusern festhält. Von der Angst den Mob doch noch in die Hände zu fallen, begeben sich die beiden auf die Suche nach einem anderen Ausgang, stellen dann aber fest, dass sie wohl nicht alleine in diesen Betonklotz stecken.

Nach und nach werden Tim und Jana in eine Geräusch- und Schatten-/Bildkulisse gezogen, dessen Ursprung sie einfach nicht ausmachen können. Ihnen stellen sich ungewöhnliche Schatten, greifender Dreck und eine merkwürdige Telefonsammlung in den Weg. Allerdings sind das nur die Anfänge, diese reichen aber aus um Tim bald zu veranlassen, den Helden zu geben und Jana so alleine, aus seiner Sicht aber in Sicherheit, nur mit einem Feuerzeug bewaffnet, stehen zu lassen. Die so geschaffene Situation gefällt Jana ganz und gar nicht. Als dann auch noch Tim sich ihr gegenüber merkwürdig „darstellt“ gerät sie in Panik und verliert fürs erste die Übersicht – aber nicht nur diese.

Zum Soundtrack:
Die erste CD enthält insgesamt 13 Tracks welche sich thematisch wirklich um die Kurzgeschichte schmiegen ohne diese in ein Korsett zu drücken bzw. sich selbst einen zu dichten Rahmen zu geben. So gelingt einigen Tracks genau an beschriebene Situationen anzudocken und somit das entstandene Kopfkino zu unterstützen und die richtige Geschwindigkeit zu verleihen. Andere Tracks wiederum greifen sich eher Thematiken die mehr geschichtlich bzw. weitläufig mit der Kurzgeschichte zu tun haben. Dies sorgt dann dafür, das aus dem Kurzfilm ein Blockbuster mit einer Menge Schnitte wird.

Auf dem zweiten Silberling findet man dann einen der bis dato zusammen erfolgten LIVE Auftritte von Kai Meyer und ASP. So erhält man einen kleinen Einblick in die Werke der jeweiligen Künstler.

Mein Fazit:
Als erstes habe ich mir die Kurzgeschichte von Kai Meyer reingezogen und es hat sich schnell ein Bildgewimmel vor Augen gebildet. Allerdings fand ich die Story bis zu dem Zeitpunkt als sich die beiden Protagonisten, durch Tims Heldentum trennten, etwas langatmig und nicht so packende. Als dann aber diese Situation aufkam und man dann nach einigen mitreißenden Szenen am Ende das Booklet zugeklappt hat, war die Kurzgeschichte doch nicht die Schlechteste.
Anschließend habe ich mir die beiden CDs geschnappt und diese erst einmal so laufen lassen. Ok – kann man hören, war mein Eindruck. Anschließend gab es dann aber einen „Genaueren Hördurchgang“. Ok da baut sich eine gewisse Kopfkinokulisse auf und schmückt diese teils mit der Kurzgeschichte, teils mit „Realitätsbildern“ aus.
Nach einigen Hin und Her gab es dann einen gemeinsamen Konsum und dieser hat dann aus den beiden Einzelteilen ein gewobenes Netz bzw. ein gutes Erlebnis gezaubert.

An dieser Stelle sei auch mal auf die tolle Aufmachung hingewiesen. Diese passt hervorragend zu vorgestellten Projekt.

Einzig bleibt der Wehmutstropfen das die Story nicht von Anfang an zupackt und begeistern kann, schließlich hat sie als Kurzgeschichte nicht die Ausbaumöglichkeit wie ein Roman.

Ich hoffe das der zweite Teil mindestens dieses Niveau halten kann und das es weitere solcher Projekte geben wird.

Meine Wertung:
4 von 5 alte Hotelkomplexe

[Hörspiel-Rezension] HUMANEMY – 04 – Die Artillerie

Verlag: Lindenblatt Records
Sprecher: diverse
Erschienen: 2013
Format: Doppel CD
Laufzeit: 153 Minuten
AISN: B00H1VDULW

von: Würfelheld

Als großer Cyberpunk-Fan sind die ersten drei Teile schon vor einiger Zeit mit großem Genuss konsumiert worden. Somit ist nun endlich die Zeit gefunden den vierten Teil in meine Gehörgänge zu jagen und somit die Reihe zu komplettieren.

Klappentext:
Lennart und seinem Team gelingt es in die Oberstaatsanwaltschaft einzudringen und die brisanten Daten zu stehlen. Nun müssen sie nur noch unbemerkt entkommen und die Gage einstreichen. Doch natürlich läuft es wieder einmal anders als geplant und plötzlich sehen sie sich einer erdrückenden Übermacht an Polizei und Verfassungsschutz gegenüber. Und noch eine weitere Partei scheint Interesse am Chamäleon gefunden zu haben … HUMANEMY – Die Artillerie ist die vierte und letzte Episode einer Hörspielserie aus dem Bereich Dark Future / Cyberpunk. Als Sprecher: Thomas Lindner (Schandmaul), Johnny Wittermann, Stefan Lindner, Tonio von der Meden, Simon Pearce, Holly Loose (Letzte Instanz), Maik van Epple, Werner Wilkening, Oliver Mink u.v.a. Als Bonus-Disc gibt es den Humanemy Original Soundtrack dazu. Die Musik bietet neben den harten elektronischen Liedern der Band VorTeX auch sanftere Klänge und melancholischen Jazz.

Die Story:
Dem Chamäleon und seinem Team ist ein krasser Datendiebstahl gelungen, wobei sie die Originale zerstören und ihrem Auftraggeber eine angefertigte Kopie übergeben sollen. Es winkt Kohle ohne Ende.

Doch das Team hat keine gute Beinarbeit/Vorarbeit geleistet, denn sie geraten mal wieder ins Visier der Polizei bzw. stehen plötzliche einer Übermacht an Uniformierten gegenüber, sodass der Plan zu scheitern droht. Aber als ob dies noch nicht genug ist, betritt eine weitere Partei das Spielfeld – Humanemy. Damit wird auf einen Schlag das Spinnennetz sichtbar.

Die Charaktere:
Die Serie bleibt sich treu, so rückt diesmal Center ins Blickfeld und wir erfahren mehr über seine Vergangenheit und erleben wie unterschiedlich ein Charakter sein kann bzw. was für eine Entwicklung selbiger durchgemacht hat.

Auch über die anderen bekannten Charaktere stößt man erneut. Diese bleiben sich treu und bedienen ihre Rolle.

Extras:
Auf dem zweiten Silberling dieser Doppel-CD befindet sich der Soundtrack zur Serie. Dank der 30 Tracks kann man sich nun ganz ungestört und storyunabhängig den Sound in die Gehörgänge jagen.

Mein Fazit:
Mit dieser Folge erhält die Serie ein gelungenes Ende und man bekommt ein Actiongeballer ganz besonderer Art.

Es gibt wirklich nicht viel auszusetzen, bis auf, dass die Beleuchtung von Center nicht so ganz passt. Auch wenn ich Twist mag, aber dieser wirkt mir ein wenig aufgesetzt und so nach dem Motto, das muss jetzt noch sein.

Von der gebotenen Action und Atmosphäre sollte hier jeder Cyberpunker zufrieden sein. Wie auch schon bei den anderen Teilen erwähnt, erinnert das stark an Shadowrun, aber das ist wohl Absicht!

Die Sound ist wieder einmal hervorragend und man fühlt sich mittendrin.

Ich bin mit diesem Teil, wie auch mit der Serie insgesamt sehr gut unterhalten worden und hoffe, das ich in Zukunft nochmal so etwas finden werde.

Meine Wertung:
4 von 5 Cyberpunker