[Rezension] Little Wizards – ein Rollenspiel für Kinder ab 6 Jahren

© Green Gorilla

Als Kind gehörte sie neben He-Man und Asterix zu meinen Lieblingshelden: Bibi Blocksberg. Auf einem Besen durch die Luft reiten und sich all die Sachen, auf die man gerade so Lust hat, herbeihexen zu können, stand bei mir als junger Bub auf der Liste der coolsten Fähigkeiten ziemlich weit oben. Hätte ich mich über ein Rollenspiel, in dem ich eine kleine Hexe oder einen kleinen Zauberer hätte spielen können und deren Kräfte nur durch meine eigene Fantasie (und ein klein wenig von Regeln) begrenzt wären, gefreut? Vermutlich schon! Little Wizards will genau das bieten und richtet sich damit speziell auch an ein jüngeres Publikum zwischen sechs und zehn Jahren, das seine ersten Schritte in diese Art des Gesellschaftsspiels wagt. Zu Zeiten von Dauer-Lockdown und gesellschaftlichem Quasi-Stillstand erscheint Little Wizards hierzulande also genau richtig, um den Nachwuchs bei Laune zu halten.

INHALT
Die Spieler schlüpfen also in die Rollen junger Hexen und Zauberer, die auf der sogenannten Münzwelt leben, einer scheibenförmigen, flachen Welt, die eine Ober- und eine Unterseite besitzt und auf der Magie etwas ganz Allgegenwärtiges ist, jedoch nur von geübten Anwendern benutzt werden kann. Die aus fünf Inselgruppen bestehende Oberseite wird Heads genannt und ist das, was einer Märchenwelt am nächsten kommt: Der Himmel und der Ozean sind strahlend blau, die Wälder saftig grün und von allerlei mystischen wie merkwürdigen Wesen bewohnt, die Berge majestätisch, die Winde sanft.

Die Unterseite, Tails, die ebenfalls aus fünf Inselgruppen besteht, stellt das düstere Spiegelbild zu Heads dar: Der Himmel ist wolkenverhangen, das Meer mit einem kränklichen Orangeton gefärbt, die Wälder sind dicht und unheimlich, die Wesen, die darin leben, teils bizarr. Dennoch haben sich die Bewohner von Tails mit ihrem Schicksal abgefunden und machen das Beste daraus. Ganz im Sinne einer kindgerechten Welt gibt es auf der Münzwelt weder Seuchen noch Hungersnöte, auch Kriege sind ein Fremdwort. Letztlich sind alle Bewohner, die sich entwicklungstechnisch irgendwo zwischen den 1920- und 1960er Jahren unserer Zeitrechnung befinden, mit sich und ihrem Leben im Reinen. Lediglich kleine Zankereien untereinander oder durch Feen und Kobolde verursachte Streiche stören den alltäglichen Frieden.

Und ob nun auf Heads oder Tails, spannende Abenteuer lassen sich auf beiden Seiten bzw. auf allen der insgesamt 10 Inselgruppen finden, denn jede Gruppe bietet jeweils ganz eigene Schauplätze und Szenarien und wird im Grundregelwerk auch kurz beschrieben. Allerdings ist es nicht ganz einfach, von einer Seite auf die andere zu gelangen. Das ist nämlich nur erfahrenen Hexen und Zauberern vorbehalten – oder man stolpert über eines der zahlreichen versteckten Portale, die überall auf der Münzwelt verteilt sind.

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[Rezension] Greystar: Hinter dem Schattentor (Spielbuch, World of Lone Wolf)

© Mantikore Verlag

„Greystar – Der junge Magier“ spielt in der gleichen Welt wie die Abenteuer von „Lone Wolf“ und erzählt wie diese Spielbuch-Reihe auch eine fortlaufende Geschichte. Erschienen ist diese Reihe damals bei Goldmann unter dem Titel „Silberstern“. Der Mantikore Verlag legt diese noch einmal neu auf und fügt dem ganzen noch ein weiteres und neues Abenteuer hinzu.

INHALT
Greystar ist ein Findelkind, das von den Magiern einer uralten Rasse aufgezogen wurde, weil sie darauf hoffen, dass er der Auserwählte einer Prophezeiung ist. Sie, die Shianti, selbst haben bisher nicht die Macht gehabt, den finsteren Nekromanten und Zauberer Shasarak zu besiegen, der seinen Schatten immer weiter über die bekannte Welt wirft.

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[Interview] Im Gespräch mit System Matters

Der System Matters Verlag hat letztlich erfolgreich Dungeon World Fanfinanziert. Somit war es an der Zeit ein paar Fragen rund um dieses Rollenspiel zu stellen. Aber nicht nur das – lest selbst. Viel Spaß.

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Hallo ihr drei. Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit für dieses Interview genommen habt. Würdet ihr euch bitte kurz vorstellen?
Daniel: Mein Name ist Daniel Neugebauer. Ich bin 35 Jahre alt und ich publiziere Rollenspiele.

Stefan: Ich bin Stefan Droste, 29 Jahre alt. Bei System Matters bin ich momentan Redakteur für Dungeon World und freier Autor für Rollenspielbelange aller Art.

Patrick: Hi, ich bin Patrick Jedamzik, 37 Jahre und bei System Matters für den ganzen langweiligen Kram im Hintergrund zuständig, also Buchhaltung, Kalkulationen, Versand.

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[Rezension] Der Weg der Maga

as-DerWegderMagaAutor: Arndt Waßmann
Verlag: Verlag Torsten Low
Format: broschiert
Seitenzahl: 401 Seiten
Erschienen: März 2015
ISBN: 978-3940036308
Preis: 14,90 Euro

von: kris

Arndt Waßmann wurde in einem kleinen Dorf im Westen Sachsens geworden und interessierte sich schon früh für phantastische Welten. Er begann bereits in jungen Jahren zu schreiben, da ihn vor allem die Möglichkeiten der Science Fiction und Fantasy begeisterten. Mittlerweile hat er schon mehrfach den „Weltentor“-Kurzgeschichten-Wettbewerb gewonnen und über zwei Dutzend Kurzgeschichten veröffentlicht. Mit „Der Weg der Maga“ legt er sein erstes langes Werk in Romanform vor.

Klappentext:
Eine Magierin. Eine Suche. Eine Stadt, die ihr Leben verändert. Kaum hat Serana Meridan ihre Ausbildung an der Akademie beendet, stellt das Leben sie bereits vor neue Prüfungen, härter und gnadenloser als jedes Examen. Freunde und Feinde treten in ihr Leben, um es für immer zu verändern. Und über allem schwebt stets der Schatten eines drohenden Krieges, der bald näher kommt, als sie es je befürchtet hätte. So beschreitet Serana einen Weg, von dem es kein Zurück mehr gibt – den Weg der Maga.

Zum Inhalt:
Serana Meridian stammt aus einfachen Verhältnissen, hat aber aufgrund ihrer Begabung den elterlichen Bauernhof und das abgelegene Dorf verlassen können, um an der Akademie von Kantstein zu studieren.
Doch was soll sie nach der bestandenen Abschlussprüfung mit sich anstellen? Anders als viele andere hat sie alle Möglichkeiten offen, da sie nicht an die Wünsche ihrer Familien oder sonstige Verpflichtungen gebunden ist.
So beschließt sie, sich in nach Kendar, in die Hauptstadt des Reiches, zu begeben, weil dort die Möglichkeiten für eine interessante Karriere größer sind. Doch schon auf dem Weg dorthin, lernt sie Gefahren kennen, auf die sie in der geschützten Umgebung der Akademie nicht vorbereitet wurde – den Angriff von Banditen und die daraus resultierenden Folgen. Weil sie einem Kaufmann das Leben rettet, gewinnt sie dessen Freundschaft und so die Möglichkeit, sich weitaus gelassener in der Stadt umzusehen, als sie dachte.
Noch beachtet sie die immer konkreter werdenden Nachrichten bezüglich eines drohenden Krieges mit dem Nachbarland wenig, dann aber bringt sie ein für sie einschneidender Zwischenfall in den dunklen Gassen Kendars zu einem Sinneswandel und auf einen neuen Lebensweg …

„Der Weg der Maga“ ist einer der Romane, die in sich geschlossen sind und nicht gleich wie der Auftakt zu einer ganzen Saga wirken, Das liegt daran, dass sich Arndt Waßmann auf ein Einzelschicksal konzentriert, auf wenige Monate im Leben einer Frau, die aus einer behüteten Umgebung entlassen wird, nur um dann nach und nach mit den dunklen Seiten des Daseins konfrontiert zu werden.
Es fällt angenehm auf, dass Serana keine bisher unerkannten Gaben in sich trägt oder die Erwählte des Schicksals ist. Tatsächlich ist sie ein ganz normales junges Mädchen, das trotz der guten Ausbildung nicht alles weiß und mehr als einmal in die Falle tappt.
Sie mag zwar immer wieder Freunde finden, die ihr selbstlos helfen – aber diesen Trick des Autoren nimmt man ihm nicht lange Übel, hilft es doch dabei, die schlimmsten Folgen der Probleme auszubügeln, in die sie sich teilweise selbst hinein manövriert hat. In einem Punkt mag er es sich wirklich zu einfach machen – aber eine tiefer gehende Analyse ihres seelischen Zustands hätte nicht so ganz in das Buch gepasst.
Alles in allem liest sich das Buch sehr flüssig, bietet immer wieder kleinere Überraschungen trotz einiger unangenehmer Klischees und findet einen angemessenen Abschluss, der sich immerhin auch noch ein Hintertürchen für weitere Geschichten offen lässt. Und die könnten durchaus interessant werden, wenn dem Autoren das Richtige einfällt.

Mein Fazit:
„Der Weg der Maga“ ist ein interessanter Fantasy-Roman, der ohne epische Schlachten und düstere Schicksale auskommt. Auch wenn es sich der Autor gelegentlich einfach macht, so überzeugt doch das Gesamtkonzept und beitet ein unterhaltsames Abenteuer, dass genau die richtige Mischung an Magie, Action und Charakterentwicklung besitzt, die den Leser am Ende zufrieden zurück lässt.

Meine Wertung:
4 von 5 Maga