[Rezension] Mein Blind Date mit dem Leben (Film)

© STUDIOCANAL

Darsteller:  Kostja Ullmann, Jacob Matschenz, Anna Maria Mühe, Alexander Held, Johann von Bülow
Studio: STUDIOCANAL
Medium: Blu Ray
Laufzeit: 111 Minuten
Sprache: Deutsch
FSK: ab 6 Jahren
Erschienen: Juni 2017
EAN: 4 006680 081250
Preis: ca. 12 Euro

von: Würfelheld / Quack-O-Naut

Im Jahr erscheinen so viele Filme, die spurlos bzw. absolut unentdeckt an einem vorbeigehen, dass man immer wieder stundenlang durchs Sortimente stöbern kann. Nicht so bei „Mein Blind Date mit dem Leben“, auf welchen ich durch diverse TV-Shows aufmerksam wurde. Das Thema reizte mich, nicht nur aufgrund meiner eigenen Sehbehinderung, sondern auch um zu sehen, wie so etwas heutzutage angenommen wird. Also habe ich mir den Silberling mal geordert um reingeschraubt.

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[Rezension] ASP – Verfallen #1 Astoria (Limited Novel Edition)

Label: Soulfood
Musiker: ASP
Autor: Kai Meyer
Design: Joachim Luetke
Format: Hardcover, Querformat
Anzahl CD: 2
Seitenzahl: 84
Erschienen: Okt. 2015
EAN: 4260063945243
Preis: ca. 29,95 Euro

von: Würfelheld

Da landet dann mal ein Konzeptalbum in meine Hände. Phantastik-Autor Kai Meyer und die Barden von ASP haben sich dann auch mal außerhalb diverser gemeinsamer Konzertauftritte zusammengehockt und die grauen Zellen aktiviert. Das Ergebnis ist eine Kurzgeschichte namens „Das Fleisch der Vielen“, welche ASP inspirierte eine entsprechende Soundkulisse zu bauen. Das Ganze wird durch Joachim Luetke, den man u.a. von Marilyn Manson Designs kennt, in Szene gesetzt. Das sind dann schonmal drei Bretter die hoffen lassen.

Klappentext:
Der erste Teil einer neuen Erzählung aus dem Hause ASP. Es handelt sich um ein eigenständiges Werk mit einem völlig neuen Konzept: Eine exklusiv geschriebene Kurzgeschichte des Erfolgsautors Kai Meyer mit dem Titel „Das Fleisch der Vielen“ inspirierte Songwriter und Sänger Asp Spreng zu dieser musikalischen Gruselstory. Der „Fremder“-Zyklus mit dem aktuellen Album „Maskenhaft“ wird nach dem geplanten Verfallen-Zweiteiler weitergeführt. Folge 1: Astoria – Das im Jahre 1915 erbaute Hotel Astoria in Leipzig stellt einen glamourösen und auch schauerlichen Spielort für die akustische Gothic Novel dar. Einst luxuriöses Zentrum des Nachtlebens steht das Gebäude seit fast zwei Jahrzehnten leer. Dieser für den ASPschen Kosmos ungewohnt konkrete, da real existierende Handlungsmittelpunkt erwacht buchstäblich wieder zum Leben und übernimmt eine zentrale Rolle im Geschehen, das in den einzelnen Liedern chronologisch und natürlich äußerst spannend dargelegt wird. Damit ähnelt der Erzählfluss von Verfallen dem des Erfolgsalbums „Zaubererbruder“ aus dem Jahre 2008, das die Fangemeinde der Band über die Schwarze Szene hinaus ausdehnte. Optisch umgesetzt werden die Horribilitäten im Hotel von Artworker Joachim Luetke, der bereits mit Marilyn Manson, Sopor Aeternus, Dimmu Borgir, Kreator und Arch Enemy arbeitete. Bei allen Schrecknissen, die dem Musikliebhaber präsentiert werden, klangen ASP selten so melodisch, schmissig und dennoch subtil morbide. Der Horror entfaltet sich im Detail, langsam und kriechend wie bei einer Geschichte von H. P. Lovecraft. Musikalisch vereinen sich Rock und Metal, aber auch Drone-Doom, Chansoneskes und sogar Tango-Elemente finden ihren Platz auf dem Album. ASP zeigen sich vielfältig wie nie, bieten hohes Ohrwurm-Potential und bleiben dabei ihren Goth-Rock-Wurzeln treu. Textlich schafft Asp scheinbar spielend den Spagat zwischen Storytelling und Identifikationsmöglichkeit für den Hörer, wie immer auf einem lyrischen Niveau, welches in der deutschsprachigen Musiklandschaft seinesgleichen vergebens sucht.

Zur Kurzgeschichte:
Zum Beginn der Geschichte treffen Autonome und Rechte aufeinander. Die Staatsmacht setzt Wasserwerfer und Tränengas ein um die beiden verfeindeten Parteien zu trennen bzw. auseinander zu halten. Unter den Autonomen befinden sich auch Tim, welcher vom Haaransatz bis zur Fußsohle in der Szene steckt, und Jana, eine Studentin die mehr oder minder wegen Tim in der Szene eine Art Heimat gefunden hat. Beiden wird die Situation rund um die Demo zu heikel und als die beiden dann um eine Straßenecke biegen und in etwas weiterer Entfernung der Rechte Mob sie entdeckt, flüchten sie in das alte, verbarrikadierte Astoria Hotel. Dieses gab seit seinem Bestehen „den“ Treffpunkt für hochrangige Reisende bzw. Politikprominenz, aber seit der Wende ist es immer weiter verkommen, und das liegt nicht nur daran das es mittlerweile einem amerikanischen Investor gehört.

Tim und Jana entkommen den Mob zwar, da sie das Astoria verschlungen hat und die beiden nun in seinem Labyrinth aus leeren Gängen, Räumen und Treppenhäusern festhält. Von der Angst den Mob doch noch in die Hände zu fallen, begeben sich die beiden auf die Suche nach einem anderen Ausgang, stellen dann aber fest, dass sie wohl nicht alleine in diesen Betonklotz stecken.

Nach und nach werden Tim und Jana in eine Geräusch- und Schatten-/Bildkulisse gezogen, dessen Ursprung sie einfach nicht ausmachen können. Ihnen stellen sich ungewöhnliche Schatten, greifender Dreck und eine merkwürdige Telefonsammlung in den Weg. Allerdings sind das nur die Anfänge, diese reichen aber aus um Tim bald zu veranlassen, den Helden zu geben und Jana so alleine, aus seiner Sicht aber in Sicherheit, nur mit einem Feuerzeug bewaffnet, stehen zu lassen. Die so geschaffene Situation gefällt Jana ganz und gar nicht. Als dann auch noch Tim sich ihr gegenüber merkwürdig „darstellt“ gerät sie in Panik und verliert fürs erste die Übersicht – aber nicht nur diese.

Zum Soundtrack:
Die erste CD enthält insgesamt 13 Tracks welche sich thematisch wirklich um die Kurzgeschichte schmiegen ohne diese in ein Korsett zu drücken bzw. sich selbst einen zu dichten Rahmen zu geben. So gelingt einigen Tracks genau an beschriebene Situationen anzudocken und somit das entstandene Kopfkino zu unterstützen und die richtige Geschwindigkeit zu verleihen. Andere Tracks wiederum greifen sich eher Thematiken die mehr geschichtlich bzw. weitläufig mit der Kurzgeschichte zu tun haben. Dies sorgt dann dafür, das aus dem Kurzfilm ein Blockbuster mit einer Menge Schnitte wird.

Auf dem zweiten Silberling findet man dann einen der bis dato zusammen erfolgten LIVE Auftritte von Kai Meyer und ASP. So erhält man einen kleinen Einblick in die Werke der jeweiligen Künstler.

Mein Fazit:
Als erstes habe ich mir die Kurzgeschichte von Kai Meyer reingezogen und es hat sich schnell ein Bildgewimmel vor Augen gebildet. Allerdings fand ich die Story bis zu dem Zeitpunkt als sich die beiden Protagonisten, durch Tims Heldentum trennten, etwas langatmig und nicht so packende. Als dann aber diese Situation aufkam und man dann nach einigen mitreißenden Szenen am Ende das Booklet zugeklappt hat, war die Kurzgeschichte doch nicht die Schlechteste.
Anschließend habe ich mir die beiden CDs geschnappt und diese erst einmal so laufen lassen. Ok – kann man hören, war mein Eindruck. Anschließend gab es dann aber einen „Genaueren Hördurchgang“. Ok da baut sich eine gewisse Kopfkinokulisse auf und schmückt diese teils mit der Kurzgeschichte, teils mit „Realitätsbildern“ aus.
Nach einigen Hin und Her gab es dann einen gemeinsamen Konsum und dieser hat dann aus den beiden Einzelteilen ein gewobenes Netz bzw. ein gutes Erlebnis gezaubert.

An dieser Stelle sei auch mal auf die tolle Aufmachung hingewiesen. Diese passt hervorragend zu vorgestellten Projekt.

Einzig bleibt der Wehmutstropfen das die Story nicht von Anfang an zupackt und begeistern kann, schließlich hat sie als Kurzgeschichte nicht die Ausbaumöglichkeit wie ein Roman.

Ich hoffe das der zweite Teil mindestens dieses Niveau halten kann und das es weitere solcher Projekte geben wird.

Meine Wertung:
4 von 5 alte Hotelkomplexe

[Hörspiel-Rezension] Dr. Ernst Garner (01): Hexensabbat auf dem Brocken – Remake

Verlag: hoerspielprojekt.de / CCLizenz
Skript: Marco Ansing
Sprecher: Marco Ansing, Achim Zien, u.a.
Format: MP3-Download
Spieldauer: ca. 74 Minuten
Erschienen: Jul. 2015
FSK: empfohlen ab 16

von: Quack-O-Naut

hoerspielprojekt.de bietet seit Jahren kostenlose Hörspiele an, wobei jeder Geschmack bedient wird. Für die Freunde der Horror-Hörspiele gibt es jetzt eine neue Serie: „Dr. Ernst Garner“. Es sind bereits drei Folgen im Download verfügbar, was Grund genug ist das ich mich dem ersten Teil der Reihe widme.

Klappentext:
Dr. Ernst Garner und Kommissar Gottschalk untersuchen eine Serie von Ritualmorden auf dem Brocken. Ein finsterer Kult bereitet die Ankunft der Großen Alten vor. Garner muss sich beeilen, denn bald schon ist Walpurgisnacht! Wehe dem Tag, an dem sie erwachen, … – “Hexensabbat auf dem Brocken” wurde vollständig in Kunstkopfstereophonie produziert und lässt Euch so in Handlung und Raumklang eintauchen.

Zum Inhalt:
Der Ethnologe Dr. Ernst Garner bekommt einen Anruf von Kommissar Gottschalk, welcher ihn zu seinem aktuellen Fall, einer Serie von Ritualmorden hinzuzieht. Zwei junge Frauen wurden ermordet. Weiterhin wurde ein junger Mann wurde völlig verstört im Wald gefunden und befindet sich seitdem in einer psychiatrischen Einrichtung.

Die beiden Ermittler fahren in die psychiatrische Klinik um mit dem verwirrten Mann zu sprechen. Der Gute ist extrem verängstigt und brabbelt die ganze Zeit etwas von okkulten Rieten und der Ankunft der Alten.

Auf der Rückfahrt sehen die beiden Ermittler sich die Fallakten an und stoßen auf eine Gemeinsamkeit, alle drei Opfer haben Zimmer im gleichen Hotel gebucht. Ernst Garner bucht sich als Tourist ebenfalls ins Hotel ein und trifft auf die junge Tanja Schmidt. Wie sich herausstellt ist sie das auserkorene nächste Opfer. Die beiden werden Angegriffen während des Kampfes gelingt es Dr. Garner die Hotelbesitzerin mit einem Buch KO zu schlagen, bevor er selbst ausgeknockt wird.

Als Kommissar Gottschalk Garner findet, ist Tanja entführt worden. Garner weiß das die Zeit drängt, er hat einen der Pfleger und die Leiterin der Anstalt als Mitglieder des Ordens erkannt und weiß dass sich Tanja in höchster Gefahr befindet. Bücherwurm hin oder her, er und Gottschalk müssen nun sehr schnell handeln, oder Tanja wird nicht mehr lange leben und wer weiß was dann noch folgt ….

Mein Fazit:
Die Geschichte ist nett erzählt und recht kurzweilig, so dass die insgesamt 74 Minuten sehr schnell vergehen. Die Sprecher liefern durchweg eine anständige Arbeit ab und die Soundkulisse ist in sich stimmig. Die Idee mit der Kunstkopfstereofonie ist ganz nett und sorgt für eine räumliche Soundkulisse. Allerdings gibt es aus meiner Sicht einen kleinen Fehler. An einigen Stellen irritiert die Aufnahmetechnik ein wenig, was wohl daran liegt das der Kunstkopf mit den Mikrofonen im Ohr starr montiert ist und sich nicht, wie jeder echte Mensch, bei einer Unterhaltung in die Richtung des Sprechenden dreht. Dadurch gewinnt man manchmal den Eindruck unbeweglich genau zwischen den Sprechern zu stehen, was etwas störend ist.

Auch wenn ich eigentlich nicht der Horror-Hörspielfan bin, so fühlte ich mich alles in allem ganz gut unterhalten.

Meine Wertung:
3 von 5 Riten

[Rezension] Waldesruh – Ein Ætherwelt-Roman

Autor: Anja Bagus
Verlag: Edition Roter Drache
Erschienen: September 2014
Format: broschiert
Seitenzahl: 260
ISBN 13: 978-3939459842
Preis: 14,-

von: Würfelheld

Der Æther hat mich wieder einmal gepackt und erneut in seinen Ban gezogen. Nachdem ich letztlich den Ætherwestern konsumiert habe, war es nun an der Zeit den Blick ins nächste Werk von Anja Bagus zu werfen und zu schauen was passiert.

Klappentext:
Hochschwarzwald 1912 – Die adlige Witwe Minerva hat die Nase voll davon, weiterhin Gesellschafterin ihrer Mutter zu sein. Der Unternehmer Falk Bischoff will eine Glashütte kaufen, doch der Glasmachermeister wurde ermordet und seine wertvolle Forschung ist verschwunden. Ein preußischer Hauptmann folgt den unheilvollen Visionen einer Hexe. Seine Mission: einen drohenden Krieg verhindern. Alle diese Personen logieren im exklusiven Hotel “Waldesruh”, dessen verwöhnte Gäste sich eines luxuriösen Lebens erfreuen. Sie wollen Skilaufen oder im Pferdeschlitten durch die verschneite Landschaft kutschieren und sich abends mit Tanz und Gesellschaftsspielen amüsieren. Doch auch sie müssen feststellen, dass der Æther rund um den mysteriösen Glasberg vieles verändert hat. Als in der Silvesternacht uralte Mächte erwachen, müssen sich alle entscheiden, auf welcher Seite sie stehen. Entdecken Sie die Ætherwelt: Steampunk aus Deutschland. Hier gibt es sowohl Automobile mit Æthereinspritzung, als auch Naturgeister, geheimnisvolle Apparate und religiöse Fanatiker. Das neue Buch der erfolgreichen Autorin der „Annabelle Rosenherz-Reihe” Anja Bagus!

Zum Inhalt:
Minerva, eine von ihrer Mutter genervte und kurz vor dem Zusammenbruch stehende Adelswitwe, wünscht sich nichts mehr als ein Abenteuer zu erleben, etwas was ihrem Leben eine Abwechslung verschafft und sie von ihrer Mutter befreit.
Mit diesem Wunsch trifft sie eines Tages auf den Glasmachermeister Falk Bischoff, welcher ebenfalls im Hotel Waldesruh gestiert, da einer eine örtliche Glashütte eventuell erwerben möchte.
Minerva Begegnung mit Falk bleibt für sie nicht ohne Folgen, den ihr Wunsch nach einem Abenteuer wird dann schnell erfüllt, allerdings auf eine andere Art als gedacht, den es gibt einen großen Schock dahinter. Als dann ein Mord passiert, befindet sich Minerva schließlich in dem gewünschten Abenteuer, anders als gedacht, aber ein Abenteuer.
Der Mord birgt für Minerva aber auch Gefahren, schließlich tauchen rasch Gerüchte um Falk, um die Glashütte und einiges mehr auf. Minerva wird schnell in die Gerüchteküche gezogen, durchgeschüttelt und pünktlich zum Showdown, welcher in der Silvesternacht stattfindet ausgespuckt. So drohen Gefahren die Minerva gar nicht abschätzen kann.

Mein Fazit:
„Steampunk at it`s best!“ So einfach kann man diesen Roman zusammenfassen ohne dabei auch nur den Hauch eines Zweifels aufkommen zu lassen.
Nachdem Anja Bagus mit Ihrer Rosenherz-Reihe und den von ihr mitgeschriebenen Groschenromen Ætherwestern durch schöne ausgearbeitete Charaktere, sich klasse entwickelnder Story und spannender Atmosphäre zu überzeugen wusste, schließt Waldesruh nahtlos an. Es zieht einen in eine Steampunkwelt die einen wirklich erstklassiges Lesevergnügen und einen tollen schwarzweiß Streifen aufs innere Auge legt der seines gleichen sucht – auch dank des Æthers. Das bisschen Herzschmerz kann auch „Mann“ verkraften 🙂
Für mich eine klare Leseempfehlung!

Meine Wertung:
5 von 5 Glashütten