[Rezension] The Longest Trench (World War I CoSim-Kartenspiel)

© UGG

Oooookay, was hat der Würfelheld mir denn da geschickt? Ein Kartenspiel, bei dem zwei (oder mit leichter Krücke vier) Spieler*innen die bekanntesten Schlachten des Ersten Weltkriegs nachspielen? Weiß der Kerl denn nicht, dass ich zwar Rollenspiele und Strategiespiele sehr liebe, aber mit „echtem Krieg“ oder CoSim wirklich nicht viel anfangen kann? Aber na gut, er wird sich etwas dabei gedacht haben…

DAS SPIELMATERIAL
Okay, was haben wir denn hier? Einen Spielplan mit 20 unterschiedlichen Feldern (Schlachten) und einer Siegpunktleiste. Dazu zwei Counter – einen für die Siegpunktleiste, die das Hin- und Herwogen  des Kriegsverlaufs darstellt und einen, der anzeigt, welche Schlacht gerade geschlagen wird. Dazu gibt es sechs Würfel und zwei 40er Kartendecks und zwei Übersichtskarten.

© UGG

Dazu gibt es noch eine Spielanleitung, die in 11 Schritten die Regeln wirklich gut erklären und anschließend noch einige Varianten bieten, wie das Spielen zu viert, eine Art Draftingvariante zu Beginn, eine historische Variante sowie eine Variante, die die Ressourcen gegen Ende hin verknappt, um die wahren Gegebenheiten besser darzustellen. Auch sehr angenehm finde ich die Anmerkungen von Arno und Frederic die etwas über ihren persönlichen Zugang zum 1. Weltkrieg erzählen. Ich mag ja solche zusätzlichen Infos immer sehr.

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[Rezension] Aces in Space (Rollenspiel, FATE, SF)

© Vogts & Vriends

Ursprünglich nur als Roman gedacht, entwickelte sich das Setting von Aces in Space in den Köpfen der Autoren Christian und Judith Vogt im Laufe der Jahre immer weiter – bis es ausgearbeitet genug war, um mit Unterstützung von Harald Eckmüller vom 3W6 Podcast ein SF-Rollenspiel auf FATE-Basis daraus zu stricken. Am 21. September 2019 startete die Schwarmfinanzierung auf Kickstarter – bereits zwei Tage später, am 23. September, waren die anvisierten 5.000 Euro eingenommen. Im Laufe des Finanzierungszeitraums wurden zahlreiche Gastbeiträge verschiedener Autorinnen und Autoren aus der Rollenspielszene als zusätzliche Stretchgoals in Aussicht gestellt, was die Community zu entzücken schien: Kaum veröffentlicht, waren sie auch schon finanziert.  Seit einiger Zeit nun ist das anarchistische Dogfight-Erzählrollenspiel im Handel erhältlich. Was macht es so besonders?

INHALT
»Halb Battlestar Galactica, halb Sons of Anarchy, ganz Social-Media-Star« – so beschreiben die Autoren ihr Werk, das in einer fernen Zukunft spielt und in der unsere Erde nichts weiteres ist als ein unbewohnbarer Klumpen Weltraumdreck. Daher suchte die Menschheit ihr Heil in den Weiten der Galaxis und machte sich – der tatkräftigen finanziellen Unterstützung einiger Mega-Konzerne sei Dank – auf neuen Planeten oder Asteroiden breit oder baute gar ganze Raumstationen. Da verwundert es wenig, dass dort jeweils das Gesetz der vorherrschenden Konzerne gilt. Dafür ist das Leben geregelt und gilt weitgehend als sicher und komfortabel.

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[Rezension] Fuk! Das System (Universalsystem)

© Mannifest Games

Sehr witzig. Zu Beginn des Nerdpol-Forums habe ich mitbekommen wie ein User damals an diesem System gewerkelt hat. Zu Beginn waren es ein paar Seiten ohne Layout, die beschrieben, wie man mit Hilfe von Karteikarten ein sehr Vampire: The Masquerade-ähnliches Rollenspiel spielen konnte. Später dann druckte er selber eine kleine Auflage im Notizbuchformat, die schon wirklich etwas dahermachte und von der ich zwei Kopien im Regal stehen habe. Jetzt – etwa 5-6 Jahre später – bekomme ich ein schickes kleines und farbiges Büchlein vom Würfelheld zugeschickt, um es mir mal genauer anzusehen. Witzig, wie klein die Welt ist.

… fast so klein wie dieses Regelwerk.

INHALT
Sehr sympathisch. Schon die Rückseite des kleinen Hardcovers erzählt mir die wichtigsten Dinge, die ich zum Spielen dieses Systems benötige und worauf ich mich einlasse. Wir haben es also mit einem „freien, flexiblen, unkonventionellen, Kreativität belohnendes und kartenbasierten Universalrollenspielsystem“ zu tun. Wow. Das ist nicht nur FUK, sondern Doppel-FUK! Und um den Witz endlich aus dem System zu haben: Ich freue mich sehr auf die englischsprachige Umsetzung: „FUK – The system“!

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[Rezension] Freiheit für Schwarzenbrück: Eine Finsterland-Kampagne, Band #1

© Redaktion Phantastik

Ach, ja! Finsterland! Ein System, das ich von Beginn an wohlwollend begleite. Zuerst im Eigenverlag, seit einiger Zeit bei der Redaktion Phantastik hat das kleine österreichische Team immer interessante und qualitativ hochwertige Produkte herausgebracht, die regeltechnisch sehr wie ein WoD-Heartbreaker aussehen, aber spätestens durch das tolle austrozentrische Steampunk-Setting völlig eigenstandig und für die Rollenspielszene relevant wird.

Und so freut es mich sehr, dass ich mir hier diesen Abenteuerband genauer ansehen darf. Mal sehen, ob die sympathische Truppe den hohen Standard der vergangenen Jahre halten kann.

INHALT
Wie immer kommt die leicht verschnörkelte österreich-basierte Strampunk-Welt auch in den Illustrationen und dem Layout zum Tragen. Die Kapitel werden jeweils mit einer etwa halbseitigen Illustration und einem bogenförmigen „Fenster“ eingeleitet und die Seitenränder weisen eine schicke Maschinenoptik auf. Ansonsten gibt es eher weniger Illustrationen auf, aber es mangelt nicht an Karten für die unterschiedlichen Orte. Mir ist das sehr recht, da diese mir gerade als Spielleiter sehr dabei helfen, mir die Umgebung vorzustellen.

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[Rezensopm] City of Mist: Spielerhandbuch (deutsche Ausgabe)

© Truant

Wer wollte nicht schon immer mal Hauptdarsteller in der eigenen Mystery-Detektivserie oder im eigenen Mystery-Comic sein? Der israelische Game Designer Amít Moshe will dies zumindest aus rollenspielerischer Sicht verwirklichen und brachte via erfolgreicher Kickstarter-Finanzierung „City of Mist“ an den Start. Das ungewöhnliche, stark narrative Rollenspiel ist in deutscher Übersetzung bei Mario Truant erschienen.

INHALT
Man stelle sich vor, man lebt in einer riesigen Stadt ähnlich New York City. In dem nie zur Ruhe kommenden Gewusel von über 8 Millionen Einwohnern geht man tagein, tagaus seiner Arbeit nach, seinen Hobbies, bringt die Kinder in die Schule oder in den Kindergarten, streitet und versöhnt man sich mit dem Partner oder schlendert einfach so durch die Straßen und lässt sich treiben. Ein ganz normales, unauffälliges Leben. Bis sich plötzlich die Kräfte des germanischen Donnergottes Thor in einem manifestieren und man in der Lage ist, vernichtende Blitze zu schleudern – und plötzlich feststellen muss, dass in dieser Stadt eigentlich überhaupt nichts so ist wie es zu sein scheint.

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[Rezension] Der Batman, der lacht #3 (Comic)

© Panini

In den letzen Band habe ich ja recht schwer hineingefunden. Und hier verschlimmert sich die Lage sogar noch. Und zwar für Batman wie auch für mich als unbedarften Leser! Okay, zu Beginn haben wir die Vorgeschichte des Todesritters (Dark Claw), der zeigt, wie Batmans Entstehungsgeschichte auch hätte verlaufen können – das ist etwas so wie ine Butterfly Effect-Version auf Speed und gefällt mir ganz gut.

Danach zerfasert dann aber alles etwas, denn ich muss bei jeder Zeichnung und bei jeder Sprechblase mühselig überlegen, ob es jetzt der „Batman der lacht“ ist, oder „Batman, der sich zu Batman der lacht verwandelt aber noch gerade eben so mühsam gut ist“ handelt.

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[Rezension] Blaupausen 2019 – SPIELMATERIAL MATTERS (Rollenspiel)

© System Matters

Mit „Blaupausen – Spielmaterial matters“ stellt System Matters zum Preis von fast 18 Euro ein ungewöhnliches Fanzine vor. Das Format ist ein quadratisches Softcover mit 160 Seiten, ein Produkt zu einem beliebigen System hätte sicherlich den Preis bei einem Verlag. In der Einteilung der Aktion Fandom würde man es wohl in die Kategorie semipr. Zines packen, allein weil es ein Verlagsprodukt ist. Laut Eigenbeschreibung ist Blaupausen ein nichtkommerzielles Gemeinschaftsprojekt, bei der sich jeder einbringen kann. Die vielen Zufallstabellen sind wohl alle neu und im Discord bei System matters entstanden, während Artikel und Abenteuer oft auch alte Artikel – oder übersetzte Artikel – sind, die einfach gut waren (aus Sicht von Redakteur Daniel Neugebauer). Kurzum, ein echt spannendes Projekt und die Idee, jährlich so eine Artikelsammlung zusammenzustellen, gefällt dem Rezensenten.

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[Rezension] Dungeons & Workouts – Junge Streiter leveln weiter – Das motivierende Fitness-Rollenspiel für Kinder und Jugendliche

© Meyer & Meyer

Mit „Dungeons & Workouts – Vom Lauch mit Bauch zum Held von Welt“ (Rezi) gelang dem Quartett Matthias Ralf, Gino Singh, Kai Kistenmacher und Hauke Gerdes sowie dem Illustrator Alwin Reifschneider, teilweise vielleicht von den Rocket Beans bekannt, ein Überraschungserfolg. Auf den Erfolg aufbauend lieferte der Verlag Meyer & Meyer mit „Dungeons & Workouts – Fitter werden gegen Stillheims Schergen“ (Rezi) aus der Feder von Andreas Reuel und Sarah Schmitz ein Multiplayer-Regelwerk. Teil III ist dann ein Abenteuer von Sportlehrer und Dozent für Mannschaftsspiele Matthias Ralf, der schon am ersten Buch beteiligt war.

Aufbauend auf dem ersten Buch (ggf. kann man auch das 2te nehmen) erhält man hier ein Abenteuer zum Lesen und darf alle drei, vier Seiten mit einer Übung aktiv werden, wobei einige neue Übungen an Ort und Stelle eingeführt werden. So lernt man Crunches, Planken oder Frog Pumps kennen, um z. B. der Gefahr im Wald der Trolle zu begegnen oder Abenteuer in den Drachenrückenbergen zu bestehen.

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[Rezension] Der Schatten des Dämonenfürsten: Geborene Krieger

© System Matters

Mit „In the Shadow of Demon Lord“ bzw. zu Deutsch „Der Schatten des Dämonenfürsten“ haben System matters ein tolles, düsteres, teils warhammereskes System vorgelegt, dessen Unique Selling Points eine zehn- bzw. elfteilige Kampagne ist, die an genausovielen Abenden durchgespielt ist. Nach jedem Abenteuer gibt es einen Stufenaufstieg und damit genug Platz für Charakterentwicklung, die bei DSdDF auf Lehrlings-, Gesellen- und Meisterpfaden besteht. Entgegen dem Heft für Schurken, Glorreiche Halunken (Rezi), können hier „nur“ zehn verschiedene Kriegertypen als Lehrlingpfad genommen werden – daher auf Stufe 1./2. /5. und 8. gibt es Verbesserungen. Dabei ist man angenehm dünn geblieben – 32 Seiten A5 – für knapp 8 Euro.

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[Rezension] Wasteland (Roman, SF)

© Droemer Knaur

© Droemer Knaur

Judith und Christian Vogt sind schon seit einigen Jahren im Steampunk und der Fantasy unterwegs. 2018 erschien mit „Roma Nova“ ein Science-Fiction Roman, welcher auch auf der ein oder anderen Shortlist einiger deutscher Buchpreise auftauchte. Nun tauchen die Vogts mit „Wasteland“ ins Endzeitgenre ein und bringen uns in eine teils düstere europäische Zukunft.

INHALT
Wir schreiben das Jahr 2064. Die Welt ist nicht mehr wie sie war. So wurde die Menschheit durch mehrere Kriege und das Aufkommen des Wasteland-Viruses arg gebeutelt und dezimiert. Mittlerweile haben sich Ödlande verbreitet, welche von skrupellosen Gangs, nach ihren eigenen Weltanschauungen, beherrscht werden. In diesen aufreibenden Zeiten heißt es einfach nur überleben.

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