[Rezension] Weltendiebe (Roman, Urban Fantasy)

© Sawatzki & F+F

Ju Honisch ist eine bekannte Autorin, die sich vor allem mit ihrer allerersten Steampunk-Trilogie, die mit „Salzträume“ begann, in die Herzen der Leser*innen schrieb. Mittlerweile hat sie einige weitere lesenswerte Geschichten veröffentlicht. Mit „Weltendiebe“ liegt nun ihr aktuelle Urban Fantasy Brocken vor.

INHALT
Anne ärgert sich mit einem despotischen Chef und einer aufgeblasenen Kollegin herum, um Geld zu verdienen. Denn seit dem Tod der Eltern ist sie die einzige, für ihre Oma und ihre jüngere Schwester Evelyn, auch Ev genannt, den Lebensunterhalt verdienen kann.

Was sie nicht weiß ist, dass im Keller ihrer Arbeitsstelle ein düsteres Geheimnis lauert. Der Zugang zu einer anderen Dimension. Und genau dort gibt es eine Person, die nichts gutes im Sinn hat und den Sprung in das Hier und Jetzt wagt. Denn dort sind Wissen und Technologie unserer Zeit schon lange verloren gegangen.

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[Rezension] Blade Runner 2019 #1: Los Angeles (Comic)

© Panini

Mit Blade Runner ist dem britischen Regisseur Ridley Scott ein dystopischer Science-Fiction-Film gelungen, der in seinem Erscheinungsjahr 1982 zwar gehörig an den Kinokassen floppte, sich aufgrund seiner bildgewaltigen Ästhetik und der sphärischen Musikuntermalung aber dennoch einem ganzen Genre seinen Stempel aufdrückte und viele Künstler inspirierte – und bis heute inspiriert. Dazu zählt u.a. der bekannte Drehbuchautor Michael Green (Alien: Covenant, Blade Runner 2049), der gemeinsam mit Comic-Autor Mike Johnson (Star Trek) und Zeichner Andrés Guinaldo mit Blade Runner 2019 dem von Scott geschaffenen Universum ein weiteres Kapitel samt eigenständiger Geschichte hinzufügen möchte.

Los Angeles, 2019: Aahna Ashina, kurz »Ash« genannt, gehört zu den ersten Officers einer Spezialeinheit des Los Angeles Police Department, die zu Replikantenjägern ausgebildet wurden. Denn jene sind zum Zeitpunkt der Geschichte – entsprechend der filmischen Vorlage – als illegal eingestuft worden und dürfen sich auf der Erde nicht mehr blicken lassen.

Ash erhält von ihrer Vorgesetzten den Auftrag, Frau und Tochter des schwerreichen Großindustriellen Alexander Selwyn aufzuspüren, da beide während der Geburtstagsfeier der Vierjährigen plötzlich spurlos verschwunden sind. Im Zuge ihrer Ermittlungen, bei denen sie fast einem Attentat zum Opfer fällt, erfährt die recht einsilbige Ash, dass es sich bei Selwyns‘ Tochter Cleo um ein ganz besonderes Kind handelt, das augenscheinlich in die Hände einer Gruppe von Replikanten gefallen zu sein scheint…

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[Rezension] Der Heilige von Bruckstadt – historischer OSR-Dungeoncrawl (Rollenspiel)

© Gazer Press

Neulich bei Facebook stolperte ich über etwas ungewöhnliches: ein historischer Dungeoncrawl auf Basis von Lamentations of the flame Princess (LotfP) in Deutsch aus Österreich, im Hardcover gedruckt via Lulu. Um Porto zu sparen hab ich eine Sammelbestellung organisiert, bei dem immerhin 15 Personen zusammenkamen. Die kamen dann schließlich aus Spanien an und machten schon optisch einen hervorragenden Eindruck. 104 Seiten im Inneren in sw, außen ein Cover in rosa-schwarz. Das sticht ins Auge, ist aber sehr oldschool-affin.

Der Weg zu dem Modul war inhaltlich ein langer, zeitmäßig ein kurzer. Vor einiger Zeit stieg man erneut ins Rollenspiel nach Jahren der Abstinenzenz ein, DSA 5 entpuppte sich für die Gruppe als zu komplex und man entdeckte gemeinsam Oldschool-Rollenspiele. Erst schuf man einen klassischen Megadungeon, was das Modul im Kern immer noch ist, lagerte dann allerdings einige Ebenen an andere Orte aus, so dass neben Dungeon Crawling auch andere Sachen abgefordert werden.

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[Rezension] Scherbenfresser (Erzählspiel, Horror)

© Scherbenfresser

Die Charaktere öffnen nahezu gleichzeitig ihre Augen. Ein stechender Schmerz schießt durch ihre Schädel, als das flackernde Licht der schiefen Deckenlampe die Netzhaut berührt. Ein kurzer Blick aus zusammengekniffenen Augen verrät, dass sie alle sich in einem von Schutt überhäuften Raum befinden, aus dessen eingerissenen Wänden unablässig das Wasser hineinläuft. Umgekippte und zersplitterte Regale. Zertrümmerte Stühle. Abgesplitterter Putz. Die Charaktere werden ihrer gewahr und blicken sich in die Augen. Was zur Hölle ist passiert? Und wer sind die alle? Ah, ja. Der Koch mit diesem intensiven französischen Akzent, der so verflucht gekünstelt klingt. Und dort, diese Lady. Anwältin ist sie. Und so überheblich. Aber guckt sie euch jetzt an mit diesen panisch aufgerissenen Augen. Und die da? Stimmt, das ist die nervige Polizistin, die allen diese bohrenden Fragen gestellt hat. Aber was machen sie alle hier, gemeinsam in diesem Raum? Und weshalb stehen sie fast knietief im Wasser? Es schwirren nur Fragmente in den Köpfen herum, Fetzen vager Erinnerungen. Ein Haus…dieses Haus. Irgendetwas ist mit diesem Haus. Im Keller. Ja, es war im Keller. Dieses Leuchten. Und es war…böse.

INHALT
So oder so ähnlich könnte der Beginn eines Szenarios im regelarmen Horror-Erzählspiel Scherbenfresser von Gianni Ventrella aussehen, das die Geschichte von verschiedenen Charakteren – hier „Überlebende“ genannt – erzählt, die aufgrund eines schrecklichen Ereignisses ihr Gedächtnis verloren haben und verzweifelt versuchen, den Scherbenhaufen an zersprungenen Erinnerungen zu einem Gesamtbild zu formen, um sich an sich selbst, das Geschehene und an die Verbindungen untereinander zu erinnern, bevor es zur unausweichlichen Konfrontation mit jenem Albtraum kommt, dem sie ihren Umstand zu verdanken haben: dem namensgebenden „Scherbenfresser“.

Aber vielmehr erzählt nicht das Spiel diese Geschichte – die Spier*innen tun es. Denn mehr als ein knapper Satz, der die Handlung der Geschichte grob beschreibt, existiert zu Beginn nicht. Auch die Charakterbögen bleiben weitgehend leer. Es obliegt den Spieler*innen das Szenario, in dem sich die Charaktere bewegen, sowie diese selbst im Verlauf des Spiels zu entwickeln und mit Leben zu füllen. Die Spielleitung – hier mit „Schicksal“ betitelt – hat also nicht die Aufgabe, eine vorgefertigte Welt zu präsentieren, sondern ist lediglich Schiedsrichter*in wie Moderator*in und stellt hier und da ein Hindernis in den Weg, das es zu überwinden gilt. Ansonsten liegt die Erzählgewalt bei den Spieler*innen und baut auf deren Spontanität und Ideenreichtum auf.

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[Rezension] Kontext-Sensitiv: Unternehmen Taube (powered by FHTAGN)

© Pyromancer Publishing

Uh. da bekomme ich doch glatt ein PDF zum rezensieren. Schwierig. Ich bin doch so alt – okay, dann drucke ich es mir einfach aus und lese es in Ruhe im Sessel.

Was haben wir denn hier? Ein Sci-Fi-Abenteuer für das cthuloid angehauchte Fthagn-System. Alles klar. Da weiß ich, worauf ich mich einlasse.

INHALT
Bevor wir zum wirklich guten Inhalt kommen, muss ich, als jemand, der an dem einen oder anderen Rollenspielprodukt mitgearbeitet hat, kurz etwas streng werden: Es ist nie eine gute Idee, sein eigenes Lektorat zu machen. Da schlüpfen einfach zu viele Fehler in das fertige Produkt – und das ist nie schön, auch wenn es ein mehr oder weniger „kleines“ Abenteuer ist. Aber ich will ja Geld dafür haben und dann darf ich wenigstens meine Schwippschwägerin oder einen vorbeireisenden Schlawiner aus dem Internet mal drüberlesen lassen. Auch das Design ist – nun ja, sagen wir mal „hemdsärmelig“. Funktionell und straight, aber nicht sonderlich ansprechend. Ich hoffe mal, dass das in meinem Preview-Exemplar so ist und für die finale Fassung noch nachgelegt wurde.

Aber come on, Alter. Sei nicht so streng. Schau dir das gute Stück lieber mal in Bezug auf seinen Spielwert an!

Hintergrund: Die Menschen haben ein außerirdisches Raumschiff gefunden und dadurch ihre Technologie in unfassbarer Geschwindigkeit gesteigert – allerdings ist mensch noch nicht auf Außerirdische gestoßen und so ist es jetzt etwas ganz Besonderes, dass ein außerirdisches Artefakt gefunden wurde.

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Feywind als Hörbuch erschienen

Wie die Hörbuchschmiede Yellow Kings Productions nun bekanntgegeben hat, gibt es brandaktuell „Feywind“ als Hörbuch. Der Roman, welcher an sich schon eine bewegende Geschichte hinter sich gebracht hat, ist nun bei Audible erhältlich.

 

© Yellow King Productions

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[Rezension] Zauberhafte Pâtisserie – Sagenumwobenes Gebäck und andere phantastische Leckereien

© Zauberfeder Verlag

Vor einem Jahr hatte ich das Kochbuch „Zauberhafte Küche – von Aladin bis Zelda“ durchprobiert und rezensiert. Nun habe ich das passende Kochbuch mit leckeren Naschereien aus der Zauberwelt: „Zauberhafte Patisserie – Sagenumwobenes Gebäck und andere phantastische Leckereien“ vorliegen. Ich konnte mich nicht wirklich lange zurückhalten und musste nach und nach probieren.

INHALT
Während sich Aurélia Beaupommier in ihrem Buch „Zauberhafte Küche – von Aladin bis Zelda“ primär auf Hauptmahlzeiten konzentriert hatte, liefert sie in „Zauberhafte Patisserie – Sagenumwobenes Gebäck und andere phantastische Leckereien“ die passenden Snacks und Nachspeisen, wobei sie erneut die Welt der zauberhaften Märchenwelten durchstreift und uns kleine und große Kalorienbomben beschert, die unsere Geschmackssinne verzaubern sollen.

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[Rezension] The Longest Trench (World War I CoSim-Kartenspiel)

© UGG

Oooookay, was hat der Würfelheld mir denn da geschickt? Ein Kartenspiel, bei dem zwei (oder mit leichter Krücke vier) Spieler*innen die bekanntesten Schlachten des Ersten Weltkriegs nachspielen? Weiß der Kerl denn nicht, dass ich zwar Rollenspiele und Strategiespiele sehr liebe, aber mit „echtem Krieg“ oder CoSim wirklich nicht viel anfangen kann? Aber na gut, er wird sich etwas dabei gedacht haben…

DAS SPIELMATERIAL
Okay, was haben wir denn hier? Einen Spielplan mit 20 unterschiedlichen Feldern (Schlachten) und einer Siegpunktleiste. Dazu zwei Counter – einen für die Siegpunktleiste, die das Hin- und Herwogen  des Kriegsverlaufs darstellt und einen, der anzeigt, welche Schlacht gerade geschlagen wird. Dazu gibt es sechs Würfel und zwei 40er Kartendecks und zwei Übersichtskarten.

© UGG

Dazu gibt es noch eine Spielanleitung, die in 11 Schritten die Regeln wirklich gut erklären und anschließend noch einige Varianten bieten, wie das Spielen zu viert, eine Art Draftingvariante zu Beginn, eine historische Variante sowie eine Variante, die die Ressourcen gegen Ende hin verknappt, um die wahren Gegebenheiten besser darzustellen. Auch sehr angenehm finde ich die Anmerkungen von Arno und Frederic die etwas über ihren persönlichen Zugang zum 1. Weltkrieg erzählen. Ich mag ja solche zusätzlichen Infos immer sehr.

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[Rezension] Aces in Space (Rollenspiel, FATE, SF)

© Vogts & Vriends

Ursprünglich nur als Roman gedacht, entwickelte sich das Setting von Aces in Space in den Köpfen der Autoren Christian und Judith Vogt im Laufe der Jahre immer weiter – bis es ausgearbeitet genug war, um mit Unterstützung von Harald Eckmüller vom 3W6 Podcast ein SF-Rollenspiel auf FATE-Basis daraus zu stricken. Am 21. September 2019 startete die Schwarmfinanzierung auf Kickstarter – bereits zwei Tage später, am 23. September, waren die anvisierten 5.000 Euro eingenommen. Im Laufe des Finanzierungszeitraums wurden zahlreiche Gastbeiträge verschiedener Autorinnen und Autoren aus der Rollenspielszene als zusätzliche Stretchgoals in Aussicht gestellt, was die Community zu entzücken schien: Kaum veröffentlicht, waren sie auch schon finanziert.  Seit einiger Zeit nun ist das anarchistische Dogfight-Erzählrollenspiel im Handel erhältlich. Was macht es so besonders?

INHALT
»Halb Battlestar Galactica, halb Sons of Anarchy, ganz Social-Media-Star« – so beschreiben die Autoren ihr Werk, das in einer fernen Zukunft spielt und in der unsere Erde nichts weiteres ist als ein unbewohnbarer Klumpen Weltraumdreck. Daher suchte die Menschheit ihr Heil in den Weiten der Galaxis und machte sich – der tatkräftigen finanziellen Unterstützung einiger Mega-Konzerne sei Dank – auf neuen Planeten oder Asteroiden breit oder baute gar ganze Raumstationen. Da verwundert es wenig, dass dort jeweils das Gesetz der vorherrschenden Konzerne gilt. Dafür ist das Leben geregelt und gilt weitgehend als sicher und komfortabel.

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[Rezension] Fuk! Das System (Universalsystem)

© Mannifest Games

Sehr witzig. Zu Beginn des Nerdpol-Forums habe ich mitbekommen wie ein User damals an diesem System gewerkelt hat. Zu Beginn waren es ein paar Seiten ohne Layout, die beschrieben, wie man mit Hilfe von Karteikarten ein sehr Vampire: The Masquerade-ähnliches Rollenspiel spielen konnte. Später dann druckte er selber eine kleine Auflage im Notizbuchformat, die schon wirklich etwas dahermachte und von der ich zwei Kopien im Regal stehen habe. Jetzt – etwa 5-6 Jahre später – bekomme ich ein schickes kleines und farbiges Büchlein vom Würfelheld zugeschickt, um es mir mal genauer anzusehen. Witzig, wie klein die Welt ist.

… fast so klein wie dieses Regelwerk.

INHALT
Sehr sympathisch. Schon die Rückseite des kleinen Hardcovers erzählt mir die wichtigsten Dinge, die ich zum Spielen dieses Systems benötige und worauf ich mich einlasse. Wir haben es also mit einem „freien, flexiblen, unkonventionellen, Kreativität belohnendes und kartenbasierten Universalrollenspielsystem“ zu tun. Wow. Das ist nicht nur FUK, sondern Doppel-FUK! Und um den Witz endlich aus dem System zu haben: Ich freue mich sehr auf die englischsprachige Umsetzung: „FUK – The system“!

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