[Rezension] Shadowrun: Alter Ratio (Roman)

© Pegasus Press

Nach „Alter Ego“ legt Autor Mike Krzywik-Groß , für mich erwartungsgemäß, seinen zweiten Roman in der Sechsten Welt vor. Da der erste Band zu unterhalten wusste, musste die Nase auch zwischen diese Buchdeckel gedrückt werden. Also ab in die Schatten Chumski.

INHALT
Paul Dante ist zurück. Der heruntergekommene Magier und Privatdetektiv aus Berlin, der schon in Mike Krzywik-Groß‘ Shadowrun-Erstlingswerk »Alter Ego“ eine Hauptrolle spielte und eine kaum zu verleugnende Ähnlichkeit zu Bruce Willis aufweist, wird diesmal von seiner ehemaligen Partnerin, der Aggi, kontaktiert, die beim Ausheben des Doll’s Club-Bordells auf einen merkwürdigen Chip gestoßen ist, der einer der Zwangsprostituierten verpflanzt worden ist. Obwohl sie sich geschworen hatte, nie wieder mit Dante zusammenarbeiten zu wollen, zieht sie ihn ins Vertrauen, als ihre Freundin Neeka verschwindet. Eine Spur führt in die Kanalisation Berlins, in der Paul feststellt, dass die alte, dort untergebrachte Kabelmatrix sich noch immer in Benutzung befindet und anscheinend auch weiter ausgebaut wird. Als nach und nach Pauls Kontakte ermordet werden und ein Clan von Technomancern involviert zu sein scheint, wird beiden bewusst, dass sie einer Sache auf der Spur sind, die weit größer ist als vermutet…

MEIADATEN

…Autor: Mike Krzywik-Groß
…Verlag: Pegasus Press
… Format: Taschenbuch
…Seiten: 354
…Erschienen: 2020
…ISBN: 978-3-96928-010-2
…Preis: 14,95 EUR

MEINE MEINUNG
Meine Befürchtung, dass sich die steten Selbstzweifel und das andauernde Sich-selbst-infrage-stellen Paul Dantes‘ bis zum Schluss durchziehen, wurde Gott sei Dank nicht bestätigt. Von dem Elan, den die revolutionäre Aggi an den Tag legt, wird auch Paul irgendwann mitgerissen und findet zumindest ansatzweise zu alter Stärke zurück.

Der Plot drückt von Anfang an ordentlich auf die Tube. Allein bei der Befreiung der Frauen und Männer aus dem Bunraku-Bordell geht es schon hochexplosiv und blutig zu, gefolgt von der Konfrontation zwischen Neeka und ihren Entführern. Auf noch nicht einmal 50 Seiten sind bereits zahllose Kugeln verschossen worden. Wer hinter den merkwürdigen Dingen, die in Berlin passieren, steckt, wird zwar alsbald deutlich, aber nichtsdestotrotz bleibt der Spannungsbogen erhalten. Der Schreibstil von Autor Mike Krzywik-Groß ist flüssig, die Charakterzeichnungen überzeugend, auch wenn die Geschichte „Abgehalfteter, zynischer Detektiv kneift Arschbacken zusammen und kommt nochmal groß raus“ schon recht abgedroschen ist. Immerhin schafft Krzywik-Groß es, seinem Protagonisten damit eine gewisse Sympathie zu verpassen, was erst recht für die Nebencharaktere Aggi und Neeka gilt. Durch und durch anarchisch wie idealistisch, ist das Chaos für sie das erste Mittel der Wahl, um die prekäre Situation Berlins für alle zum Guten zu verändern.

Darüber hinaus ist es, obwohl »Alter Ratio« der direkte Nachfolgeroman von »Alter Ego« ist, nicht notwendig, diesen zu kennen. Zwar wird hier und da Bezug genommen auf die Beziehung zwischen Paul Dante und Aggi, aber zum Wohle des Leseflusses werden diese eher oberflächlich beschrieben, sodass man diesen Roman hervorragend als eigenständiges Werk lesen kann.

In allem ein actiongeladener Roman, der ordentlich auf die Tube drückt, im Mittelteil etwas an Fahrt verliert und gegen Schluss noch einmal aufdreht.

MEINE WERTUNG
4 von 5 durchgedrehte KIs

von: Christophorus

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