[Rezension] Die dreizehn Gezeichneten – Die Verkehrte Stadt (Roman, Fantasy)

© Bastei Lübbe

„Das Geheimnis der Zeichen“ ist eine ambitionierte Fantasy-Serie von Judith und Christian Vogt, die schon eine ganz eigene Steampunk-Welt erschaffen haben, nun aber bei Bastei Lübbe beweisen, dass sie auch noch ein wenig archaischer und magischer schreiben können. Nach dem ersten Band um „Die 13. Gezeichneten“ erscheint nun „Die verkehrte Stadt“.

INHALT
Kaiser Yulian hat die Sygma erobern lassen, eine Stadt, die weithin für ihre besondere Handwerkskunst und die Magie, die viele Bewohner ausüben können, bekannt ist, aber die Besetzung hat nicht lange angehalten, denn zu schnell haben sich Rebellen erhoben und die Soldaten wieder aus der Stadt vertreiben können. Dadurch ist aber seine Gier, das Geheimnis der Stadt an sich zu bringen, noch gewachsen.

Aber auch in Sygma gibt es genug Realisten, die wissen, dass die Befreiung nicht von Dauer sein wird und sie sich nun im offenen Krieg befinden. Eine kleine Truppe unter der Schmiedin Elisabeda Eisenhammer und anderen Gezeichneten wie dem Fechter Dawyd zieht aus, um Verbündete zu suchen und den Feind in seinem Land anzugreifen, um deutlich zu machen, dass die Bewohner des Stadtstaates niemals wieder unter die Herrschaft anderer fallen wollen.

In Sygma selbst versuchen die Anführer der Zünfte den alten Status Quo zu bewahren und nicht zuzulassen, dass die alte Ordnung zerstört wird. Dagegen stellt sich Kilianna Erdhand, die Tochter des Großgildenmeisters, die genau weiß, dass sich die Stadt der Welt öffnen muss. Ihr größter Gegner ist allerdings ihr Vater, denn er wagt es einen Pakt mit einer uralten Macht Sygmas einzugehen …

MEDIADATEN

Autor: Judith und Christian Vogt
Verlag: Bastei Lübbe
Reihe: Das Geheimnis der Zeichen, Band 2
Format: broschiert
Seiten: 606
Erschienen: März 2019
ISBN: 978-3404209347
Preis: 14,00 EUR (eBook: 11,99 EUR)

MEINE MEINUNG
Der Roman beginnt quasi dort, wo der letzten aufhörte. Die Bewohner der Stadt haben zwar die Besatzer vertrieben, aber nun ist man sich uneins. Nur ganz wenige entscheiden sich dazu, etwas zu unternehmen, bevor es zu spät ist, der Rest beschließt, sich lieber in der Stadt einzuschließen und so weiter zu machen, wie bisher.

Es sind interessanterweise Frauen, die die aktivste Rolle innehaben, einerseits die Schmiedin, die nach außen geht und mit ihrer Truppe den Kampf wagt, dabei aber auch einige interessante Entdeckungen macht, zumal die Zeichen, sich verändern. Zum anderen ist das Kilianna, die dem Rat und der Stadt die Augen öffnen will, aber dabei gegen Windmühlen ankämpft. Auch sie findet einige interessante Dinge heraus.

Tatsächlich stellt der Roman die Weichen für spätere Geschichte, denn auf beiden Ebenen bewegen sich Dinge im Hintergrund, die hier noch nicht beantwortet werden. Tatsächlich endet der Roman sogar mit einem Cliffhanger.

Aber bis es so weiter ist, dürfen sich die Helden, die man zum großen Teil schon aus dem ersten Band kennt, weiter entwickeln. Dabei bleiben sie Menschen mit Fehlern und Schwächen, wie sich gerade an Dawyd zeigt, der einer der Haupthandlungsträger ist. Aber auch er reift durch das Erlebte und verliert die Unschuld des ersten Bandes.

Das Szenario erweitert sich, auch wenn sich die Autoren bei den Beschreibungen auf das Notwendige beschränken. Sie setzen lieber auf die Interaktion zwischen den Personen, die Intrigen, die vor allem in der Stadt grassieren und die kleinen aber feinen magischen Geheimnisse, die im ersten Band nur angedeutet, nun aber auch konkreter werden. Es bleibt also spannend und dramatisch, gerade wenn man „Die 13. Gezeichneten“ gelesen hat und auch das scheinbare Geplänkel in der Mitte des Buches bekommt zum Ende hin seinen Sinn.

Die Atmosphäre der Geschichte ist jedenfalls sehr dicht, man fühlt und leidet mit den Figuren, gerade wenn sie wieder zurückstecken mussten oder sich nur im letzten Moment retten konnten. Gerade weil sie keine perfekten Menschen sind, stehen die Helden und Schurken auch dem Leser sehr nahe und das verstärkt die Bindung zur Geschichte.

„Die 13 Gezeichneten – Die verkehrte Stadt“ setzt die Reihe um „Das Geheimnis der Zeichen“ spannend fort. War der erste Band eher eine spannende Einführung in das Szenario, so schöpfen die Autoren jetzt aus dem Vollen und spinnen den Hintergrund weiter, enthüllen jede Menge Geheimnisse, die Lust auf mehr machen. Wie immer schaffen es die Figuren, die Handlung zu tragen, weil sie den Leser in den Bann schlagen können. Auch entwickelt sich das Geschehen nun wesentlich rasanter als im ersten Teil, was zur Spannung beiträgt.

MEINE WERTUNG
4 von 5 Zeichen

von: Kris

 

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