[Rezension] Höllenhund. Ein Roman aus dem Iaculatorium-Universum (Fantasy)

© Jeff Brown

Lew Marschall ist vermutlich das Pseudonym des Herausgebers, auch wenn das mit keiner Faser gesagt wurde. Auf jeden Fall fügt sich die Geschichte um den „Höllenhund“ nahtlos in das „Iaculatorium“-Universum ein und spinnt quasi die Geschichte von „Titanenblut“ weiter. Nachdem der Heilige Heinrich sein Leben gab ist Prinz und Ritter Roland weiter auf der Suche.

INHALT
Er muss schnellstmöglich den Erben und Nachfolger des Kriegerpriesters der Göttin Zulora finden, damit die Macht des finsteren Fuscius und seiner Dienerin Agatha von Ingelsfort nicht noch größer wird. In den Gassen der Stadt findet er ihn schließlich in dem heruntergekommenen Bettlerjungen Hansgar, der zuerst gar nicht glauben will, was ihm geschieht. Doch die Beharrlichkeit des Ritters und schließlich auch eigene Hoffnung bringen den jungen Mann dazu den ihm vorbestimmten Weg zu gehen und wie einst der Heilige Heinrich, sein Schicksal zu erfüllen. Aber anders als dieser hat er einen eigenen Willen.

Gleichzeitig versucht ein Jugendlicher in einem kleinen deutschen Dorf irgendwie zurecht zu kommen. Denn nicht nur zwischen seinen Eltern kriselt es, auch von dem Nachbarn und seinen Freunden wird er ständig gepiesackt.

Nur in seinem Hobby scheint er Zuflucht finden zu können, vor allem seit ihn immer wieder Visionen heimsuchen und er deswegen anfängt zu meditieren. So beginnt er einen Comic um die Abenteuer des Kriegerpriesters Hansgar zu zeichnen, nicht ahnend, dass er damit sein Schicksal mit dem des Bettlerjungen mehr als nur vermischt. Schon bald überlappen sich Phantasie und Wirklichkeit, Hirngespinste werden wahr.

MEDIADATEN

…Autor: Lew Marschall
…Titelbild/Illustration: Jeff Brown
…Verlag: Selbstverlag
…Format: broschiert
…Seiten: 450
…Erschienen: Juni 2019
…ISBN: 978-3000630118
…Preis: 14,99 EUR

MEINE MEINUNG
Auf zwei zunächst deutlich getrennten Handlungsebenen erzählt der Autor die Geschichte zweiter Jugendlicher, die über sich selbst hinauswachsen müssen – der eine muss vom Bettler aus der Gosse, der nur ans Überleben denkt, zu einem verantwortungsvollen Priester heranreifen, für den Worte nicht nur ein Mittel zum Zweck sind.

Der andere kämpft mit ganz irdischen Problemen, ist er doch ein ziemlicher Außenseiter und Nerd, der kaum Freunde hat und auch nicht in der Lage ist, mit Mädchen Kontakt aufzunehmen. Als Verlierertyp und Underdog bleiben ihm nicht viele Möglichkeiten, sich durchzusetzen, um so süchtiger wird er dann, seine neu gewonnene Macht – gezeichnete Phantasien Wirklichkeit werden zu lassen – auch einzusetzen, wie sich nach der Rettung eines Mädchens vor Vergewaltigern und Rache an den Männern mit Hunden, die ihn ständig drangsalieren, zeigt.

Er gewinnt an Selbstbewusstsein, auch wenn ihm mit der Zeit einiges mehr klar wird und er begreift, dass er sich aus der alten Welt lösen muss.

Die Entwicklung der Figur verläuft parallel. Zwar verwendet der Autor auf beiden Ebenen viele gängige Klischees, variiert sie aber auch und arrangiert sie sauber und neu, so dass eine nette Mischung dabei heraus kommt. Fantasy wie auch irdische Welt sind trotz Orks und Elfen oder Monster recht bodenständig, fühlen sich glaubwürdig an und die Helden erhalten ein annehmbares Profil.

Gerade mit Hand dürften viele Leser fühlen können, die auch ausgegrenzt werden – das was ihm widerfährt ist gar nicht einmal so abwegig. Auf der anderen Seite wird ein kerniges, wenn auch vorhersehbares Abenteuer geboten, bei dem es allerdings gerade zum Ende hin einige nette Überraschungen gibt, die gekonnt auf das ungewöhnliche Ende hinarbeiten.

Alles in allem weiß der Roman zu gefallen, gerade weil er bekannte Handlungsmuster benutzt, diesen aber auch Tiefe gibt und damit den Helden und Schurken auf beiden Seiten so etwas wie Profil.

„Höllenhund“ bietet mehr als solide Unterhaltung, erzählt der zweite Roman aus dem „Iaculatorium-Universum“, doch nicht nur ein seichtes Abenteuer mit fiesen Göttern, magischen Rassen und tapferen Kriegern, sondern bietet auch eine spannende irdische Ebene mit einem interessanten Helden und nachvollziehbaren Problemen.

MEINE WERTUNG
4 von 5 Kriegerpriestern

von: Kris

 

 

 

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