[Rezension] Feuerjäger #2: Herz aus Stein

Autor: Susanne Pavlovic
Verlag: Amrun Verlag
Format: Paperback
Reihe: Feuerjager
Genre: Fantasy
Seitenzahl: 758
Erschienen: Juni 2015
ISBN: 978-3958690523
Preis: 14,90 Euro
weitere Formate: eBook, Hardcover

von: kris

„Feuerjäger“ von Susanne Pavlovic hat mit „Die Rückkehr der Kriegerin“ begonnen und wird nun mit „Herz aus Stein“ fortgesetzt, denn noch immer haben die Heldin unter der Führung der abgehalfterten Kriegerin Krona auf der Suche nach dem Feuerwesen Gyldinn, das sein Ziel besser nicht erreichen sollte.

Klappentext:
Krona Karagin ist zurück – und mit ihr ist nicht gut Kirschen essen.

Es sieht nicht gut aus für die Schwertmeisterin und ihre Gefährten. Gyldinn, das Zauberwesen aus Feuer und Schatten, gewinnt unaufhaltsam an Macht. In einer verzweifelten Jagd verfolgen die Gefährten Gyldinn über die Grenzen des Königreichs Abrantes hinaus bis ans andere Ende der Welt. Sie kämpfen gegen Hitze, unwegsame Wälder und Untote. Als Krona in die Sklaverei verschleppt wird, scheint die Unternehmung gescheitert. Die Wege der Gefährten trennen sich. Doch Hilfe kommt von gänzlich unerwarteter Seite, und der Schlüssel zu Sieg oder Untergang liegt schließlich in den Händen der Zwerge.

‚Das ist das Wundersame an Geschichten‘, sagte Wolfram. ‚Was man für das Ende der einen halten könnte, ist in Wahrheit der Beginn einer anderen. Du bist schon längst in deiner neuen Geschichte. Sie ist voller Heldenmut und Schmerz und Liebe, und sie braucht eine großartige Heldin.‘

Band 2 der Feuerjäger-Reihe zeigt die Fülle und Farben einer Welt, von der das Königreich Abrantes nur ein kleiner Teil ist.

Zum Inhalt:
Die Reise steht unter keinem guten Stern, schmiedet die Gefährten aber enger zusammen, denn jeder lernt nun die Schwächen der anderen kennen. Krona etwa ist nicht so stark wie jeder glaubt, weil sie an dem Tod ihres Ehemanns zu nagen hat und kommt Fenrir, dem gestaltwandelnden Waldläufer, langsam näher, auch wenn die Verbindung unter keinem guten Stern zu stehen scheint. Lianna wird von einer überraschenden Erkenntnis eingeholt, mit der sie ebenfalls zu kämpfen hat, weil sie damit nicht rechnete. Derjenige, dessen Herz sie gewann ist hingegen eher glücklich.

Und auch die Schiffsreise nach Zentallo ist nicht ganz so friedlich wie angenommen, denn sie müssen sich mit einer Zauberin und Kreaturen aus dem Meer herumschlagen, ehe sie ihr Ziel erreichen.

Dort erwarten sie gleich mehrere Schwierigkeiten, denn Lianna und Krona werden von den strengen Gebräuchen des Landes eingeengt und bevormundet, in der Akademie, die Pintel, der Zauberer der Gruppe, aufsucht, trifft er auf Lor, einen undurchsichtigen Kollegen, der offensichtlich das gleiche Ziel wie er und die anderen hat: den Portalschädel von Varinn Thara in seine Gewalt zu bringen.

Es kommt, wie es kommen muss, die Gefährten werden durch seine Machenschaften auseinander gerissen und müssen sich durch die Gefahren eines Dschungels kämpfen, auch wenn sie nicht wissen, ob sie einander wiederfinden werden. Und dann verschwindet auch noch Krona spurlos…

Mein Fazit:
Die klassische Suche nach einem Artefakt und damit der Möglichkeit Gyldinn aufzuhalten geht abenteuerlich weiter. Auch in „Herz aus Stein“ zieht die Autorin wieder alle Register und lässt die Helden von einer Gefahr in die andere geraten.

Die Begegnungen mit Meereskreaturen und einer finsteren Zauberin sind klassisch, auch die strenge patriarchalische Kultur in Zentallo scheint wie gemacht dazu zu sein, den Gefährten Steine in den Weg zu legen und sie aufzuhalten – selbst der Gegenspieler fügt sich in den Reigen der bekannten Versatzstücke nahtlos ein.

Was die Geschichte aber dennoch ein wenig aus der Masse heraus hebt, ist der Umgang mit den bekannten Klischees und die facettenreichen Figuren. Denn Krona und ihre Begleiter sind auch diesmal keine auf wenige Charakterzüge reduzierte Figuren sondern lebende und atmende Menschen, mit Stärken und Schwächen, die nicht immer so reagieren, wie man es von ihnen erwartet. Entscheidungen haben gelegentlich auch sehr üble Folgen und zwar nicht nur für die Charaktere selbst, sondern auch ihr Umfeld.

Wie auch schon im ersten Band ist der Text gefällig geschrieben und flüssig zu lesen. Die Autorin lässt sich eine Menge einfallen, um ihre Leser bei der Stange zu halten, und das sind nicht immer die epischen, sondern oft auch nur die alltäglichen Momente, die abenteuerlich und spannend sein können. Man mag ihr gelegentlich vorwerfen können, dass sie dabei das Ziel aus den Augen verlieren mag, aber tatsächlich fügen sich diese Szenen nachher auch gut in das Gesamtbild ein. Allein zum Ende hin nimmt die Geschichte etwas an Rasanz zu, der Showdown wirkt in der Hinsicht gegenüber dem Vorspiel doch sehr gehetzt und das Endergebnis ist keine große Überraschung, wenn man von einem kleinen Plot-Twist absieht.

Alles in allem kann sich das Buch aber auch sehen lassen, weil es trotz vieler bekannter Handlungsmuster nicht nach Schema F geschrieben ist, sondern einfach durch seine Figuren und die gelegentlich sehr interessanten Ideen der Autorin lebt. Gerade Rollenspieler werden vieles wiederfinden, was sie aus ihren Runden kennen und sich mit dem Buch um so wohler fühlen können.

„Herz aus Stein“ ist die gelungene Fortsetzung und der Abschluss der Ereignisse, die in „Die Rückkehr der Kriegerin“ ihren Anfang nahmen. Das Abenteuer mag zwar auf den ersten Blick einen sehr klassischen Verlauf nehmen, bietet aber dennoch gerade durch die Figuren und die vielen kleinen Charakterszenen viel Spannung, die andere epische Questen vermissen lassen. Daher gehört die Duologie mit zum Besten, was die deutsche Fantasy derzeit zu bieten hat – gerade wenn man spannende Geschichten um eine bunt gemischte Heldengruppe mag.

Meine Wertung:
4,5 von 5 Drachen

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