[Rezension] Blauer Mars (Roman, SF)

Verlag: Heyne Verlag
Autor: Kim Stanley Robinson
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 989
Erschienen: 2016
ISBN: 978-3-453-31698-0
Preis: 15,99 Euro

von: Moritz

Das ist ja mal ein brutaler Klopper! Fast 1000 Seiten hatte ich auch schon länger nicht mehr vor der Brust. Also bring it on!

Klappentext:
Das Opus Magnum der modernen Science-Fiction
Der rote Planet ist Vergangenheit – der Mars hat sich von einer leblosen Wüste in eine blühende Welt verwandelt, die von Menschen bewohnt werden kann. Doch während der Mars in die letzte Phase seiner Transformation eintritt, gerät die Lage auf der Erde außer Kontrolle. Umweltzerstörung und Überbevölkerung führen zu dramatischen Konflikten und Flüchtlingsbewegungen. Ist der Mars die letzte Hoffnung der Menschheit? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt

„Diese drei Romane sind mehr als atemberaubend1 Jeder Bewohner des Planeten Erde sollte sie gelesen haben.“
Arthur C. Clarke

Zum Inhalt:
Alter Schwede! Da hat man ein Teil von knapp 1000 Seiten vor sich liegen und stellt nach wenigen Seiten fest, dass es sich um den Schlussband einer Trilogie handelt und einem satte 2000 Seiten an Informationen fehlen. Ich kann euch sagen, das war echt eine harte Nuss, die ich zu knacken hatte, bevor ich mich in die Orte, die Personen und die Handlung eingefuchst hatte.
Wie im Klappentext zu lesen, geht es in diesem finalen Teil darum, dass die Erde dem Untergang geweiht ist und möglichst viele Menschen auf dem Mars angesiedelt werden sollen, aber der befindet sich immer noch mitten im Prozess des Terraformens und ist noch nicht so stabil, wie man es sich wünschen würde.

So packt Robinson viele politische, soziale, gesellschaftliche und wissenschaftliche Themen in seinen Roman und nutzt auch die eine oder andere Seite, um der Herrlichkeit der Besiedelung des nordamerikanischen Kon…, äh – des Mars, zu huldigen. Beim Schreibstil kann ich mich nicht entscheiden, ob er mir zu schwafelig ist, oder ob ich ihn großartig finden soll. Wahrscheinlich liegt die Wahrheit einfach in der Mitte und Robinson hat mal bessere und mal schlechtere Momente. Insgesamt tendiere ich aber dazu, ihm seine Weitschweifigkeit zu verzeihen, dafür, dass er wirklich gut erzählen kann und tolle Ideen hat, die für eine ganze Reihe an Trilogien reichen würden.

Ein weiteres Plus für mich sind die abgedruckten Karten, denn so etwas hilft mir immer sehr dabei, mir ein Gebiet vorstellen zu können, das kenne ich eher aus der Fantasy als aus der Science Fiction, aber ich begrüße das sehr.

Meine Meinung:
Wenn ich es noch einmal tun könnte und etwas mehr Zeit zur Verfügung hätte, würde ich ganz sicher vorher noch die ersten beiden Bände lesen, bevor ich mich an diesen abschließenden Part machte. So hat er mich leider deutlich weniger beeindruckt, als es sonst vielleicht der Fall gewesen wäre. Nimmt man diesen Band für sich alleine, bleiben die Charaktere etwas blass und die Handlung ist etwas verworren. Was auf jeden Fall fest steht, ist, dass Robinson ausgezeichnet schreiben kann und ein gewaltiges technisches Verständnis mitbringt, das die Mars-Trilogie deutlich über den Sci-Fi-Durchschnitt erhebt. In besseren Momenten liest sich das Teil wie ein deutlich unterhaltsamerer Asimov, so etwas habe ich mir locker 20 Jahre lang gewünscht und meine Wünsche wurden erhört.

Wenn ihr auf gut geschriebene, epische Science Fiction steht, die sozialkritisch und mit viel „Science“ daherkommt und außerdem mal eben 3000 Seiten Literatur konsumieren wollt, dann gibt es nichts Besseres.

Meine Wertung:
3,5 von 5 etwas langatmige Trilogie-Finales

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