[Rezension] Captain Marvel: Eine für alle, alle für eine – Band 1 (Comic, Superheldin)

© Panini

Oha. Captain Marvel. Da bin ich blank. Gut, dass zu Beginn der Panini-Bände immer eine kompetente Zusammenfassung zu finden ist. Danke dafür. Ebenso wie für den Service, dass beim Eintreffen neuer Superheld*innen immer eingeblendet wird, um wen es sich hier handelt und zwar mit Klarnamen und Held*innennamen. Das ist echt hilfreich für alle, die nicht soooo sattelfest sind oder gerade nicht sicher sind, um wen es sich hier handeln mag, da das Aussehen der Figuren ja doch je nach Zeichner*in etwas variiert.

Wir haben es also mit Carol Danvers zu tun, die 1977 ihre eigene Superheldenkarriere als „Ms. Marvel“ startete. Seit 2012 hat sie mit Abenteuern im All so richtig durchgestartet und kommt jetzt nach diesem „kleinen Urlaub“ wieder auf die Erde zurück.

Da trifft sie in Manhattan direkt auf einen cthuloiden Tentakelschrecken von unfassbarer Größe. Herzlich willkommen. Gut, dass ihr im Kampf Spider-Woman unter die Arme greift und ihr Iron Man, oder eine ganze Armee von Iron Men, bei der Entsorgung des gewaltigen Kadavers hilft. Dann darf sie noch kurz Hazmat kennenlernen und ihren eigentlich verflossenen Freund James Rodes wiedertreffen, bevor es so richtig losgeht.

In ein Rendez-vous mit James platzt die Reporterin Ripley Ryan, mit der sie ein Interview machen soll, um das Image der Avengers aufzupolieren. In dieses Treffen wiederum platzt der Superschurke  Nuclear Man, der das genaue Gegenteil von Captain Marvel darstellt und hier auch mit seinen Macho-Ansichten angenehm mies wegkommt. Sei es wie es sei. Mal wieder wird halb Manhattan verwüstet und Nuclear Man entkommt mit der entführten Ripley durch ein von ihm erschaffenes Portal. Selbst unterstützt von Iron Man, Thor und Captain America kann unsere Heldin ihn nicht aufhalten, aber immerhin schafft sie es als einzige von dem ganzen illustren Haufen, ihm durch das Tor zu folgen.

Auf der anderen Seite trifft sie auf Roosevelt Island auf ein postapokalyptisches urbanes Setting, in dem der Nuclear Man  Alleinherrscher in einer Art Ein-Mann-Patriarchat ist. Schnell trifft sie auf die Rebellion, die komplett aus Frauen – unter anderem Jess, Hazmat und Echo – besteht. Okay, hier ist ausnahmsweise auch mal mit Som ein Quotenmann dabei. Hmmm… ob da nicht mal etwas faul ist, wenn eigentlich nur Frauen die Barriere durchbrechen und diese Region betreten können.

Weiter will ich euch aber mal nicht spoilern. Natürlich geht es jetzt darum, irgendwas gegen NM zu unternehmen, denn seine Ansichten sind mal so 1955. Das geht nun wirklich nicht, aber immerhin gibt es ab jetzt 2-3 wirklich interessante Wendungen, die ich euch nicht vorkauen möchte.

Das Ende fand ich übrigens etwas verstörend, weil ich keine Ahnung habe, was es mir sagen will. Naja, immerhin sieht es schwer so aus, als würde es auf eine Fortsetzung anspielen und da bin ich der letzte, der sich dagegen sperren wird.

Auch zeichentechnisch wird hier überdurchschnittliche Superheldenkost geboten. Gerade die großen Action-Panels sind echt klasse, aber auch im Kleinen kann Captain Marvel punkten und ich mag Details, wie die Tatsache, dass für die taube Echo gebärdet wird, damit sie die Maske tragende Hazmat verstehen kann.

MEDIADATEN

…Autorin: Kelly Thompson
…Zeichnerin und Tusche: Carmen Carnero
…Übersetzung: Carolin Hidalgo
…Verlag: Panini Verlag
…Original: Re-Entry 1-4 + Conclusion
…Format: Softcover im US-Comicheft-Format
…Seiten: „über 130“
…Erschienen: 2020
…ISBN: 978-3741616136
…Preis: 15,99 EUR

MEINE MEINUNG
Tja, das war mein erstes Zusammentreffen mit Captain Marvel und ich denke, wir beiden haben uns gut verstanden und ich werde mir nachher mal den Film reinziehen, den ich natürlich brav als BluRay im Regal stehen habe. Als jemand, der mit der „Emma“ als Lektüre aufgewachsen ist, bin ich zwar nicht unbedingt davon überzeugt, dass wir es hier mit einer „feministischen Ikone“ zu tun haben, aber es ist doch mal erfrischend, nicht immer die selben Superheldenkohorten zu sehen, die eine Alibifrau im Team haben. Von mir aus darf da gerne auch in den Bildern noch weniger der männliche Nerd angesprochen werden, aber wir scheinen uns hier auf einem guten Weg zu befinden und ich werde den Weg von Captain Marvel ganz sicher weiter verfolgen.

Actionmäßig bleibt in diesem Band kein Auge trocken und auch die Story ist wirklich schön mit dem fiesen Mann mit überkommenen Wertevorstellungen, der sich mit der gesamten Superhelden-Frauenwelt anlegt. Natürlich werde ich euch nicht verraten, wie der Konflikt endet – ihr werdet überrascht sein!

MEINE WERTUNG
4,25 von 5 Tentakeln, die scheinbar nichts mit der Handlung zu tun haben

von: Moritz

 

 

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