App-Spiele-Sammlung „GamePigeon“ – Eindrücke eines blinden Spielers

© GamePigeon

Ich bin nun seit einiger Zeit, bei der Online-Brettspielplattform Board Game Arena am zocken. HIER kann man meinen ersten Eindruck lesen. Damit aber nicht genug. Seit gut und gerne einen Monat ist bei mir neue Mobilfunktechnik eingezogen. Da Microsoft sich ja entschieden hatte seine Mobilfunksparte, mehr oder minder in die Tonne zu kloppen, schaute ich mich nach einem neuen Gerät um. Ja es ist ein Apple-Endgerät geworden. Als stark Sehbehinderter / Blinder User muss man einfach sagen, dass das angeknabberte Obst einfach die besten Möglichkeiten im Bereich Barrierefreiheit,direkt schon on Board mit sich bringt.

Somit war es nach den ersten Spielversuchen bei Board Game Arena auch nur noch eine Frage der Zeit bis ich mich dann einmal an ein App-Spiel wagen würde. Meine Entscheidung viel dann auf die Spielesammlung GamePigeon.

Diese Sammlung vereint bekannte Spiele wie etwa „Schiffe versenken“, „Vier gewinnt“, „Cup Pong“ (Bier Pong), „Darts“, „Punkte & Quadrate“ (Käsekästchen), „Paintball“, „Chess“ usw. Also alles schnelle, einfache Spiele welche man zu zweit spielen kann. Wie zu zweit? Ja die App installiert sich so, dass die Spiele über den iMessenger mit anderen Apple-Usern gezockt werden können.

Die Steuerung der einzelnen Spiele reicht von einfach – wie bei „Schiffe versenken“, bis zu ungenau oder glücksbehaftet – wie bei „Bogen schiessen“ oder „Cup Pong“. Selbst mit Training ist bei da teils nichts zu machen. Der Glücksfaktor ist da einfach zu hoch.

BEISPIEL: SCHIFFE VERSENKEN – leichtes Handicap
Am Anfang schiebt man seine Schiffe über ein vorher festgelegtes Feld (von 8×8 bis 10×10 Felder). Klickt man ein Schiff an dreht sich dieses um die eigene Achse. Gehaltener Klick sorgt für die Verschiebemöglichkeit. Haben beide Spieler ihre Schiffe gesetzt und dies bestätigt geht es auch schon mit abwechselnden Beschuss los  Dafür klickt man einfach auf eins der Felder und bestätigt mit dem Feuer-Button. Trifft man ein gegnerisches Schiff, ist man weiterhin am Zuge. Verfehlt man, ist der Gegner dran. Diese Spielverfahren geht bis zur kompletten Versenkung einer der beiden Flotten.

Für mich ale Blinder User ist dieses Spiel relativ gut handhabbar. Aufgrund der „intelligenten Farbumkehr“ (welche das iPhone anbietet) kann ich „Schiffe versenken“ so darstellen lassen wie es für meine Augen am besten ist. Allerdings bringen beide Ansichten ihre Probleme für mich mit. In Normaldarstellung sind die dunklen Schiffe auf der dunklen Wasserfläche genauso bescheiden sichtbar wie etwa auch die Punkte, welche nach Fehlschüssen in die Felder gesetzt werden (damit kein Doppelschuss auf ein Feld möglich). Aktiviere ich die Farbumkehr wird es ein wenig flashig, denn aus dunkelblauen Wasser wird eine  hellorange Fläche, auf welcher graue Schiffe gesetzt sind. Wenn ich dann auf meinem eigenen Screen schaue um zu sehen, welche bzw. wieviele Schiffe mein Gegner bereits von mir versenkt hat, wird es schwierig, da aus dem grauen Schiffe ein hellgraues Schiff wird. Also muss ich dort noch die Lupe bemühen.

BEISPIEL: PUNKTE & QUADRATE – ohne Handicap
Hierbei handelt es sich um das aas der Kindheit und/oder Jugendzeit bekannte „Käsekästchen“. Beide Spieler legen ein Spielfeld von 4×4 bis 6×6 Flächen fest und legen anschließend zwischen den Markierungspunkten eine Linie. Sollte ein Spieler ein Quadrat erreicht haben, wird dieses ihm per Füllkreuz gutgeschrieben und der Spieler ist weiterhin dran.

Für mich ist das Spiel locker spielbar. Zwar greife ich auf den Invert-Modus zurück, da dort die Farben für mich angenehmer sind. Aber es geht ansonsten ohne Einschränkungen.

BEISPIEL: PAINTBALL – leichtes Handicap
Ein simples Shot-Game. Verstecke deine Spielfigur hinter eine der drei Ölfäser um anschließend eines der gegnerischen Ölfäser unter Beschuss zu nehmen. Der Spieler welcher zuerst dreimal trifft, gewinnt das Spiel.

Ein einfaches Spielchen. Hier muss ich, um es ordentlich zu zocken zwischen den Ansichtsmodis wechseln. Die Figutpositionierung läuft im Normalsicht besser, die Shot-Phase ist im Invert-Modus besser. Als Kompromiss, so dass ich nicht permanent wechseln muss, spiele ich „Paintball“ im Invert-Modus.

BEISPIEL: MINIGOLF -nicht spielbar
Dieses kleine Spiel ist für mich in beiden Ansichtsvarianten nicht spielbar. Leider stellen beide Varianten eine für mich nicht optimales Farbschema zur Verfügung, so dass ich bei der Steuerung Probleme bekomme.

BEISPIEL: DARTS – ohne Problem spielbar
Darts sollte den meisten Leute durch die TV-Dauerbeschallung ein Begriff sein. Hier bei GamePigeon stehen 101, 201, 301 zur Verfügung. Man zieht mit dem Finger von der Abwurfmarkierung zur Scheibe und lässt an der zu treffenden Stelle los. Eigentlich sehr einfach, man muss allerdings das passende Tempo haben.

Ich kann dieses Spiel in beiden Ansichtsmodis ohne Probleme spielen. Ich mache es etwas von der Tagesform abhängig.

Zur Verdeutlichung hier einige Screenshots.
N = Normalansicht
I = Invertiere Ansicht

Cup Pong (N)
Cup Pong (I)
Cup Pong (N)
Cup Pong (I)
Darts (N)
Darts (I)
Paintball (N)
Paintball (I)
Knock Out (N)
Knock Out (I)
Punkte & Quadrate (N)
Punkte & Quadrate (I)

MEIN FAZIT ZU GAMEPIGEON
Eins noch vorweg, ich habe die kostenlose Variante installiert. Die Kaufvariante beinhaltet mehr Spielmodis, Spielfiguren, usw.. Der Spielablauf und die Regeln unterscheiden sich nicht. Weiterhin gibt es auch nicht mehr Spiele.

Für Zwischendurch ist GamePigeon eine wirklich kleine nette Unterhaltung, welche aufgrund ihrer rundenbasierten Spiele kein Zeitstress verursacht (Achtung es gibt auch zwei zeitbasierte Spiele) . So kann dann eine Partie zwar etwas länger dauern, aber das ist ok

Für mich als blinden Spieler sind die Spiele, wie oben beschrieben, sehr unterschiedlich zu betrachten. Einiges geht mir gut von der Hand, wie etwa Darts, an anderen Spielen wiederrum , wie Minigolf, brauche ich mich gar nicht erst heranwagen. Wenn ich in den Einstellung lange genug herumfummeln würde, würde ich sicherlich auch diese Spiele für mich zum spielfähig  bekommen, aber das ist einfach, so für zwischendurch zuviel Aufwand. Da findet man schneller und einfacher sicherlich Alternativen.

Außerdem musste ich feststellen das die Steuerung doch ab und an reine Glückssache ist und selbst mit „Training“ diese nicht besser wird. So sei hier „Cup Pong“ erwähnt, welche süchtig machen kann, aber man die Bälle nicht wirklich gut steuern kann.

Alles in allen bin ich mit den mir zur Verfügung stehenden Spielen sehr zufrieden und habe schon etliche Partien gespielt. Die Kaufvariante werde ich mir allerdings nicht zulegen, dafür müsste keine Barriere vorhanden sein.

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