[Rezension] Das Science Fiction Jahr 2016

© Golkonda

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Herausgeber: Hannes Riffel, Sascha Mamczak
Verlag: Golkonda Verlag
Format: Taschenbuch, Klappbroschur
Seitenzahl: 600
Erschienen: September 2016
ISBN: 978-3944720975
Preis: 29,90 Euro

von: Kris

Ganz offensichtlich hat die Weiterführung des „Science Fiction Jahrbuchs“ aus dem Heyne Verlag so viel Interesse gefunden, dass der Golkonda-Verlag auch damit weiter macht. Bewusst konzentriert man sich weiterhin nur auf die Science Fiction und lässt die restlichen Genres außer Acht. Das merkt man in diesem Band um so mehr. Eingegangen wird vor allem auf die Ereignisse des Jahres 2015, da ein solcher Wälzer nicht zeitnah produziert werden kann.

Klappentext:
Im Jahr 2015 erschien das Science Fiction Jahr, das informative Kompendium zum wichtigsten Genre der Zukunft, erstmals im Golkonda Verlag. Dass der Staffelwechsel, nach neunundzwanzig Ausgaben im Münchner Heyne Verlag, als gelungen bezeichnet werden kann, bestätigt eine Auszeichnung mit dem Kurd Laßwitz Preis in der Kategorie »Sonderpreis für einmalige herausragende Leistungen im Bereich der deutschsprachigen Science Fiction 2015«.

Der nächste Band ist in Vorbereitung, und vorgesehen sind folgende Themen: David Brin erklärt, warum 2015 das beste Weltraumjahr aller Zeiten war; Michael Höffler und Ralph Sander werden über die Jubiläen der Fernsehserien Raumpatrouille Orion und Raumschiff Enterprise Wissenswertes beisteuern; Kai U. Jürgens hat Christopher Ecker interviewt und stellt dessen neuen Roman vor; von der Geschichte der SF handeln Beiträge über Olaf Stapledon und Isaac Asimov; Elisabeth Bösl interviewt Dmitry Glukhovsky zu seinem aktuellen Bestseller Metro 2035 und zu seiner Sicht auf die Verhältnisse in Russland; Uwe Neuhold und Sascha Mamczak machen uns mit dem aktuellen Stand der Dinge in Sachen »Künstliche Intelligenz« vertraut; und vieles mehr.

Darüber hinaus wird in einzelnen Rezensionsblöcken das ganze Spektrum der Science Fiction ausgeleuchtet: Literatur, Film, Comic, Games und Hörspiele. Eine Bibliographie der 2015 erschienenen SF (und nur dieser) sowie eine Übersicht der 2015 verliehenen SF-Preise und ein Nekrolog runden den Band ab.

Zum Buch:
Die Aufteilung ist diesmal etwas anders. Zunächst kommt die Wissenschaft zu ihrem Recht, erinnert sie doch an die Forschungsergebnisse und Überraschungen, die das Jahr 2015 in der Raumfahrt gebracht hat. Dann wird das Genre aufs neue definiert – was macht die SF eigentlich wirklich aus, und wie unterscheidet sie sich von anderen?

Auf die Skandale um den Hugo-Award wird ebenso eingegangen wie auf die Trends des vergangen Jahres. Dazu kommen auch einige Autoren Interviews, um die Sache abzurunden, wie das mit Dmitri Glukhovsky. Und wie sieht es bei den Käufern aus – auch Fachbuchhändler kommen zu Wort.

Natürlich dürfen auch Rezensionen und Rückblicke auf Fernsehserien und Filme oder Games nicht fehlen. Gerade „Raumpatrouille“ und „Raumschiff Enterprise“, die in diesem Jahr 50-jähriges Jubiläum feiern, stehen im Fokus.

Todesfälle werden ebenso wie Preisträger aufgelistet und im Anhang findet sich eine Liste aller Romane, die irgendwie der Science Fiction zuzurechnen sind.

Die Autoren des Buches unterscheiden sich schon ein wenig von denen anderer Publikationen, denn sie erlauben sich auch, sich sehr kritisch über die neusten Umtriebe und Veröffentlichungen zu äußern, lassen nicht nur an dem ein oder anderen Autoren kein gutes Haar, sondern nehmen auch bewusst die Blockbuster auseinander.

Hier schimmert schon ein wenig die eher literarisch und hochwertig ausgerichtete Linie des Buches auf. Es geht nicht darum, die Publikumslieblinge und Massenware hoch zu loben, hier wird knallhart die Spreu vom Weizen getrennt und versucht, die innovativen Werke des Genres hervor zu heben.

Das kann gerade wenn man nicht einer ähnlichen Meinung ist, durchaus auch daneben gehen und den entsprechenden Leser enttäuschen. Denn wenn dieser nur für ihn negative Äußerungen zu seiner Lektüre findet, so kann das schon abstoßend wirken.

Dazu kommt, dass sich nicht alle Autoren die Mühe machen, ausführlich zu begründen. Gelegentlich schimmert auch nur die eigene Meinung durch, das sollte dann auch durchaus zugegeben werden. Einige der Essays fordern auch ein höheres Bildungsniveau und die Bereitschaft komplexe Sachtexte lesen zu wollen, bei dem man jeden Satz einzeln erfassen muss, wenn man die dahinter stehende Botschaft erfassen will.

Alles in allem geben sich die Macher aber dennoch sehr viel Mühe, den Inhalt abwechslungsreich und unterhaltsam zu gestalten. In der Hinsicht gelingt ihnen schon ein wenig der Spagat zwischen Unterhaltung und Anspruch, nur sollte man als Fan darauf gefasst sein, dass nicht unbedingt die erfolgreichen Sachen hochgelobt werden, sondern eher die Nischenprodukte.

Wie schon die früheren Jahrbücher so richtet sich auch „Das Science Fiction Jahr 2016“ in erster Linie an die Hardcore-Fans des Genres, die einen gewissen Anspruch an ihre Lektüre und die Filme haben, die sie sehen wollen, denn die Stimmung ist überwiegend kritisch, Bücher und Filme, die zur reinen Unterhaltung da sind, kommen nämlich durchweg schlecht weg.

Meine Wertung:
3,75 von 5 Sternen

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