[Rezension] Liquid (Roman, Thriller, Dystopie)

© Solibro Verlag

Herbert Genzmer studierte Linguistik, Anglistik und Kunstgeschichte. Er hat bereits 34 Bücher veröffentlicht, darunter Romane, Reisebücher, linguistische Arbeiten und Sachbücher. Er ist auch als Übersetzer tätig. Mit „Liquid“ legt er ein Buch vor, das man wohl als dystopischen Thriller bezeichnen kann.

INHALT
Madeleine Alberti, ihres Zeichens Biochemikerin, kommt dahinter, dass sie mit ihrer Forschungsarbeit in den USA über Jahre hinweg unwissentlich bei der Entwicklung von etwas mitgeholfen hat, was ihr selbst nicht behagt. Es geht zwar erst einmal nur um bargeldlose Zahlungsmethoden, aber dahinter steckt noch sehr viel mehr.

Im Jahr 2029 wagt sie mit Hilfe eines mexikanischen Drogenbosses die Flucht aus der Einrichtung in der sie lebt, arbeitet und überwacht wird. Über Umwege und unter falschem Namen gelangt sie schließlich zurück nach Deutschland. Doch bevor sie sich mit einem guten Freund treffen kann, bricht die Hölle los.

MEDIADATEN

…Autor: Herbert Genzmer
…Verlag: Solibro Verlag
…Format: broschiert
….Seiten: 432
…Erschienen: März 2022
…ISBN: 978-3960790921
…Preis: 20,00 EUR

MEINE MEINUNG
Herbert Genzmer greift in der Geschichte Entwicklungen auf, die gar nicht einmal so abwegig sind, allein schon die Flutkatastrophe, die in passenden Beschreibungen in Szene gesetzt wurde. Und er spinnt auch ein paar andere Dinge weiter, auch wenn er sie nicht offen ausspricht. Aber bereits einige Namen deuten darauf hin, was mit Deutschland sonst noch so alles passiert ist.

Im Mittelpunkt stehen aber die technischen Neuerungen, die zwar die Zahlung von Dinge des täglichen Bedarfs vereinfachen sollen, aber auch den Mensch immer gläserner machen. Denn der Chip, der von einer bestimmten Firma propagiert wird, kann noch viel mehr, als einfach nur die Identität feststellen.

Damit ist es für eine Regierungs- oder Finanzmacht einfach, die Menschen zu kontrollieren, denen, die Widerstand leisten, oder sich nicht in die Masse einfügen, immer mehr Lebensraum zu beschneiden. Und allein die Vorstellung weckt mulmige Gedanken.

Zwar werden diese Dinge nur angedeutet – die Handlung soll ja nun auch Spannung bieten – aber sie regen schon zum Nachdenken an.

Die Hauptfigur lernt man immerhin mit all ihren Facetten kennen, bei allen anderen beschränkt sich der Autor auf wesentliche Charakterzüge. Alles in allem versteht er aber sein Handwerk und präsentiert einen flott geschriebenen Thriller, der genau an den richtigen Stellen Action bietet.

Allein das Ende enttäuscht etwas, wirkte es doch viel zu offen, zumindest hat man das Gefühl, der eigentliche Kampf finge jetzt erst an.

„Liquid“ dürfte all die Leser ansprechen, die einen dystopischen Thriller mögen, der all das anspricht, was auch jetzt gerade aktuell ist. Der Autor bietet eine spannungsgeladene Geschichte mit Biss, die nur eine Schwäche hat – das doch leicht unbefriedigende Ende.

MEINE WERTUNG
3,5 von 5 Katastrophen

von: Kris

L I N K S

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