[Rezension] Die Legenden von Andor (Brettspiel, Fantasy)

© Kosmos

Das kooperative Erstlingswerk von Michael Menzel von 2012 gewann ein Jahr später gleich den Kennerspiel des Jahres-Preis – und nicht nur den: auch in Frankreich, Spanien und den Niederlanden folgten die „großen“ Brettspielpreise. Schauen wir uns erstmal das Spielmaterial des aus dem Hause Kosmos stammenden Spiels an.

DAS SPIELMATERIAL
Die Box ist randvoll und hat keine künstlichen Aussparungen durch eine Pappeinlage. Ein großer, stabiler Pappspielplan ca 56 mal 84 cm mit dem Land Andor schafft schonmal ein gutes Basisgewicht, 5 Stanzrahmen mit Token und Countern lassen sich in die vorbildlich beigelegten Zipp-Beutel einsortieren, ein dünnes Regel- und Begleitheftchen (8 Seiten), eine 4-seitige Losspielanleitung, 16 farbige, kleine Holz-W6, vier Sonder-W6 (mit den Ziffern 6;6;8;10;10;12), etwa ein Dutzend Holzcounter und zahlreiche Plastikstandfüsse. Wäre das Spiel heute entstanden oder würde gekickstartet werden, hätte man vermutlich coole Plastikminis bekommen – nötig sind sie allerdings in der Tat nicht, die Pappminis reichen an sich. Dazu noch zwei Sätze Karten, eine im normalen, eine im übergroßen Format. Insgesamt wirkt das Spielmaterial wertig.


Das dünne Regelheft erklärt die nötigen Regeln, dazu gibt es eine Tutorialmission zum Lernen.

SPIELPRINZIP
Die Legenden von Andor ist weder ein Crawler noch die Simulation eines ganzen Heldenlebens a la Runebound, ganz im Gegenteil, man spielt Missionen, wichtig ist aber nicht der taktische Kampf sondern eher eine Art Fantasypuzzle. Mit welchen Elementen kann ich mir im Rahmen der Mission einen Vorteil verschaffen? Gesteuert wird Andor durch eine Buchstabenleiste – und jedes Mal, wenn ein Monster besiegt wird, wandert diese einen Buchstaben weiter. In unregelmäßigen Abständen liegen dort Karten aus und triggern Ereignisse – erreicht man das Ende der Leiste ist das Spiel verloren. Auch verloren ist das Spiel, wenn zuviele Monster durchwandern und die Burg besetzen. Insofern ist von Anfang an eine Aufgabenteilung erforderlich zwischen Beschützern der Burg und denen, welche die eigentliche Mission erfüllen. Pro Zug (Tag) stehen den Helden 7 Stunden zur Verfügung (was gesteigert werden kann), in denen man sich bewegt (1h von Feld zu Feld) oder kämpft (ebenfalls 1h). Die Kampfstärke ist zudem an die Gesundheit gebunden, als Belohnung gibt es Gold, von dem man wiederum einkaufen kann.

In der aktuellen Auflage des Spiels ist neu integriert, dass man nach der ersten Legende zwischen zwei Schwierugkeitsgraden wählen kann (normal und leicht).

MEDIADATEN

…Autro: Michael Menzel
…Verlag: Kosmos
…Spielerzahl: 2-4
…Alter: 10+ Jahre
…Spieldauer: 60-90 Minuten
…Genre: Fantasy
…EAN: 4002051691745
…Preis: UVP 39,99 Euro, ab ca. 30 Euro

MEINE MEINUNG
Grundsätzlich hat Andor den Kennerpreis zurecht gewonnen, nicht weil es ein Spiel ist, was jedem gefällt, sondern weil es vieles neu und anders macht oder bekannte Elemente aufgreift, aber anders verwendet.

Was manche nicht mögen, ist, dass das Erschlagen von Monstern „bestraft“ wird, weil man die Leiste hochtreibt – was Legenden von Andor vom entspannten Abendspiel zum taktischen Fantasypuzzle macht. Nehm ich jetzt noch das Monster raus oder geh ich lieber das Risiko ein und erfüll dafür diese Aufgabe? Oft ist es erforderlich, eine Mission erstmal zu spielen und möglichst viel kennenzulernen und das konkrete Lösen dann erst in der zweiten oder dritten Session anzusetzen, wo man schon die Karten der Buchstabenleiste kennt. Ansonsten – wie in den meisten kooperativen Spielen – gibt es das Problem des dominanten Spielers, der allen sagt, was sie zu tun haben.

MEINE WERTUNG
3,5 von 5 Adlern

von: Greifenklaue

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