[Rezension] Nevernight – Das Spiel (Roman, Fantasy)

© FISCHER Tor

Jay Kristoff lebt mit seiner Frau in Melbourne Australien. Er ist passionierter Rollenspieler und kennt sich daher in den Welten der Fantasy bestens aus. Mit der „Nevernight“-Saga versucht sich der Master of Arts als Autor und macht seine Sache nicht einmal schlecht. Nach „Die Prüfung“ ist nun „Das Spiel“ erschienen, der die Geschichte von Mia fortsetzt.

INHALT
Nach der grausamen Ermordung ihrer Familie hat Mia Zuflucht bei der Roten Kirche gefunden. Vielleicht hat sie ihre Prüfung nicht auf die übliche Art und Weise abgelegt, aber durch die Salbung des verstorbenen Oberhauptes ist ihr neuer Status als „Klinge“ unveränderbar. Die Meister und Lehrer fechten ihn auch nicht an, verdanken diese Mia doch ihr Leben, das durch Verrat aus den eigenen Reihen in Gefahr gewesen war.

Und auch Mia hat einen weiteren Mann töten können, der für den Untergang ihrer Familie verantwortlich gewesen war. Nun fehlen nur noch zwei, an die aber nur schwer heranzukommen ist: Konsul Scaeva und Kardinal Duomo.

So gut sie kann fügt sich Mia wieder in die Gemeinschaft ein und tut, was man ihr sagt, dann aber bekommt sie nach und nach das Gefühle, dass die Oberen der Roten Kirche ein falsches Spiel mit ihr und ihren Rachegelüsten treiben. Denn sie halten sie so fern von ihren Zielen wie es nur geht, speisen sie mit unbedeutenderen Aufträge ab.

Doch dass lässt Mia irgendwann nicht mehr mit sich machen. Sie zieht mit den entsprechenden Informationen Konsequenzen und geht von nun an ihren eigenen Weg.

MEDIADATEN

…Autor: Jay Kristoff
…Übersetzer: Kirsten Borchard
…Verlag: FISCHER Tor
…Format: gebunden
…Seiten: 697
…Erschienen: April 2018
…ISBN: 978-3596297597
…Preis:  23,99 EUR (eBook: 19,99 EUR)

MEINE MEINUNG
Jay Kristoff hat sich eines Themas angenommen, dass in der heutigen Fantasy fast schon zum Standardthema geworden ist. Denn viele der in der Fantasy aktiv handelnden jungen Frauen, haben irgendwie die Aura der gefährlichen Ninja oder Assassine um sich, damit sie ein wenig aus der Masse heraus ragen können.

Aber er betet anders als viele Kolleginnen nicht die üblichen Klischees herunter und macht seine Figur dadurch weicher. Mia mag zwar die Liebe kennengelernt haben, aber sie kann sie nicht ausleben. Allein ihre Menschlichkeit konnte sie dadurch bewahren – ein Charakterzug, der vielen anderen in diesem Roman abgeht.

Außerdem scheint er es zu lieben, bestimmte Wahrheiten immer wieder umzukehren und auf den Kopf zu stellen, so dass man zum einen nicht sicher sein kann, wer die Geschichte überlebt und welche Wendung nun schon wieder alles auf den Kopf stellt.

Zudem scheut er sich nicht, Gewalt und Grausamkeit anzusprechen, die Abgründe menschlicher Gefühle und Gedanken auszuleben. Die Beschreibungen sind erschreckend explizit, so dass auch in diesem Band der Serie mehr als einmal zartbesaitete Seelen schlucken werden.

Alles in allem macht der Autor alles richtig, denn die Handlung entwickelt sich spannend, findet eine gute Balance zwischen Action und Beschreibungen – entwickelt die Figuren interessant weiter und sorgt durch viele Wendungen, dass man das Geschehen überhaupt nicht vorher sehen kann.

Dazu kommt ein gewisses Augenzwinkern, garniert mit zynischen Bemerkungen und einer wohl dosierten Portion Sex.

Dadurch ist der Roman weit davon entfernt eine verkappte Romanze im Fantasy-Gewand zu sein, er ist so abwechslungsreich, dass auch Genrefans ihren Spaß haben werden.

„Nevernight – Das Spiel“ mag zwar ein vertrautes Thema behandelt, das derzeit in der Fantasy sehr beliebt ist, Autor Jay Kristoff macht aber alles richtig, denn er bietet Figuren und eine Handlung, die man auch jetzt noch nicht wirklich einschätzen kann. Die Geschichte ist Spannung pur, abwechslungsreich und dürfte auch manch einen Genrefan zufriedenstellen, der wesentlich weniger erwartet hat als er bekommt!

MEINE WERTUNG
4,75 von 5 Leichen

von: Kris

 

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