[Rezension] Travis 1 – Huracan (Comic, Science Fiction)

© Bunte Dimensionen

Frankobelgische Comics konsumiere ich immer wieder mal und bin froh das es abseits dieser ganzen Superhelden damit sehr gute Alternativen gibt. So bin ich dann auch auf die Travis-Reihe aufmerksam geworden. Also Zeit dort die Nase reinzustecken und sich hoffentlich unterhalten zu lassen. Auf geht`s.

INHALT
Der Illustrationsstil ist schnell beschrieben. Ich finde, es ist eine etwas „crispere“ und von den Farben her fettere Version von Michel Vaillant im All. Zugegeben, das Ganze ist deutlich textlastiger, aber das stört mich ja nicht. Im Gegenteil – so mag ich meine Comics.

Der titelgebende Travis ist ein… äh, Unternehmer. Im Jahr 2052 pilotiert er mit seinem unabhängigen Raumgleiter durch die Gegend und sein aktueller Auftrag führt ihn zur Raumstation Huracan, wo er Versorgungsgüter hinbringen soll. Leider kommt ihm dabei der fiese Vlad Nyrki mit seiner Söldnertruppe in die Quere, der die Station besetzt und schlussendlich in die Luft (Kann man das im All sagen?!?) jagt.

Die Handlung ist eher wirr und noch etwas undurchsichtig (Die Station gehört dem Magnaten Inger Carlsen, der mit ihr das Klima auf der Welt verändern kann – in diesem Jahr soll er einen Hurrikan entschärfen – Nyrki arbeitet für einen unbekannten Auftraggeber, der die Raumstation zerstören und Carlsen sabotieren will. Außerdem gibt es noch eine Dame auf der Station, Anna Carlsen, die eine gemeinsame Vergangenheit mit Inger und Vlad verbindet, wo es um Freundschaft und Verrat dreht. Schlussendlich muss unser Held Travis am Ende etliche schnelle Entscheidungen treffen, will er den Hurrikan entschärfen, die Belegschaft der Station retten, sein eigenes Leben in Sicherheit bringen…)

Wichtiger als die Handlung sind aber erst einmal die Figuren des Comics:

Travis ist ein etwas hansoloiger Weltraum-Entrepreneur mit dem Herz am rechten Fleck, der unterstützt wird von der KI Peggy, die ihm hier so manches Mal als „deus ex machina“ den Hintern rettet.

Anna ist zuerst einmal der klassische scharfe Love-Interest, aber glücklicherweise scheint es so, als stecke mehr hinter ihr, Ich setze da alle Hoffnung in die Folgebände…

Vlad ist auf den ersten Blick der fiese und rücksichtslose Söldnertyp, der für Geld und seinen Auftrag über Leichen geht, aber die Rückblende mit Anna und Inger zeigt, dass er nicht nur körperlich, sondern auch seelisch schwer verletzt wurde und nun irgendwie mit den Dämonen der Vergangenheit kämpft. Unterstützt wird er vom Rasta-Computer-Spezialisten Pacman und dem Kampfroboter Iggy, der später in Peggy seinen Meister findet.

Inger ist scheinbar ein ehrbarer Unternehmer mit Hippie-Background, aber bei ihm lauert etwas hinter der Fassade, das es noch zu ergründen gilt.

Puh. Da ist echt viel los auf mickrigen 48 Seiten. Wirklich beeindruckend. Ein wirklich toller erster Band, der vieles richtig macht und ordentlich viel an Erzählung, Inhalten und Mysterien liefert.

MEDIADATEN

…Text: Fred Duval
…Zeichnung & Farben: Christophe Quet, Pierre Schelle, Stéphane Rosa
…Verlag: Bunte Dimensionen
…Format: Hardcover
…Seiten: 46
…Erschienen: 2006 (1997)
…ISBN: 978-3-938698518
…Preis: 13,00 EUR

MEINE MEINUNG
Illustrationen und Story sind wirklich gelungen. Sowohl die Helden als auch sämtliche bisherige Gegenspieler sind schön gezeichnet (nicht nur zeichnerisch, sondern auch vom Charakter her).

Ich wusste gar nicht, dass es Geschichten dieser Art im Jahr 2019 überhaupt noch gibt. Aber wenn das in der Qualität weitergeht, hat es absolut seine Daseinsberechtigung.

Irgendwie habe ich den Eindruck, es hier mehr oder weniger mit einer Exposition zu tun zu haben, die eine größere Geschichte einleitet. Dennoch ist es gelungen, den Abschnitt der Story mit einem fetten Knall enden zu lassen, der auf den nächsten Band neugierig macht.

MEINE WERTUNG
3,5 von 5 unabhängige Raumtransporter

von: Mo

 

2 Kommentare zu „[Rezension] Travis 1 – Huracan (Comic, Science Fiction)“

  1. Die Handlung ist tatsächlich komplex, wird sich aber im Lauf der Serie noch erklären. Auch was den Hintergrund von Travis betrifft, gibt es noch Geheimnisse. Travis ist tatsächlich ein Spin-off von Carmen McCallum. Beide Serien zusammen bilden ein großes Ganzes, Plotfäden wechseln auch zwischen beiden Serien hin und her.
    Ich habe erst bei Carmen McCallum Bd. 13 oder so kapiert, worum es eigentlich (also nicht vordergründig) geht, obwohl das bereits in Travis Bd1 thematisiert wird. Nur so viel: Der Realitätsbezug ist stark und relevant! Keine reine Fantasy/Sci-Fi-Geschichte. Keine andere Comic-Serie hat mich jemals so beeindruckt.

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