[Rezension] Sherlock 1: Ein Fall von Pink (Manga)

© Carlsen Verlag

Autor: Stephen Moffat & Mark Gatiss
Übersetzer:  Gandalf Bartholomäus 
Zeichner: Jay
Verlag: Carlsen Verlag
Format: Großtaschenbuch
Seiten: 212
Erschienen: März 2017
ISBN: 978-3551728845
Preis: 12,99 Euro

von: Kris

Niemand konnte 2010, die erste Episode der BBC Serie „Sherlock“ ins Fernsehen kam, ahnen, wie erfolgreich sie einmal sein würde. Die Macher erlangten internationale Beachtung bei Kritikerund Publikum, nicht nur, weil sie das Setting in de Moderne verlegten, sondern auch einen innovativen Erzählstil probten, der seither Schule machte. Für die beiden Hauptdarsteller, vor allem Benedict Cumberbatch, bedeutete die Begeisterung von allen Seiten auch den Durchbruch in ihrer Karriere.

Gerade in China und Japan begeisterten sich erstaunlich viele junge Leute für die Geschichten, so dass es nicht ausblieb, dass auch die Manga-Industrie sich dafür begeisterte.

KLAPPENTEXT
Der Militärarzt John Watson kehrt verwundet aus dem Afghanistankrieg nach London zurück. Auf der Suche nach einer bezahlbaren Wohnung lernt er den schrägen Sherlock Holmes kennen. Kurzentschlossen zieht Watson zu Holmes in die 221B Baker Street. Kurz darauf ereignet sich eine merkwürdige Reihe von Todesfällen, zusammenhängende Selbstmorde, wie von Detective Inspector Lestrade vermutet wird. Sherlock wird als inoffizieller Berater der Polizei hinzugezogen und dieser zieht Watson hinzu, da er den Forensiker der Polizei hasst. Der Tatort ist ganz in Pink gehalten und bietet eindeutige Hinweise auf einen Serienmord…

INHALT
Schwer traumatisiert, die nicht heilen will, kehrt John Watson aus dem Afghanistan-Krieg zurück, in dem er als Militärarzt gedient hat. Er hadert mit seiner Beinverletzung, die der Ansicht seiner Betreuer nach eher psychosomatisch als physisch ist.
Auf der Suche nach einer Bleibe abseits des Wohnheims für kriegsversehrte Soldaten, trifft er durch einen Bekannten auf Sherlock Holmes, der nach einem Mitmieter sucht und merkt schon bald, dass der garantiert nicht dafür sorgt, dass er ein ruhiges Leben im Selbstmitlied führen kann. Denn Sherlock arbeitet als Privatermittler und Berater für die Polizei und sieht ihn gleich auch als seinen Assistenten an.
Schneller als gedacht schlittert er so in dessen Fall hinein, der nur ein weiterer in einer ganzen Serie von unerklärlichen Morden und Selbstmorden ist und muss feststellen, dass auch noch andere, sehr gefährliche Leute auf den jungen schwarzhaarigen Mann haben, der einen sehr eigenwilligen Weg geht – in allem.

MEINE MEINUNG
Zuerst einmal ist festzustellen, dass die Manga-Adaption von „Sherlock“ dem Drehbuch von Stephen Moffat und Mark Gatiss aufs Wort folgt. Es mag zwar sein, dass es kleinere Anpassungen gibt, die durch das andere Medium bedingt werden, aber im Großen und ganzen erhält man eine klare Nacherzählung des Stoffes, die es nicht wagt, irgendwo in die Tiefe zu gehen oder mehr als Kleinigkeiten abzuändern. Selbst Dialoge sind wortgetreu übernommen worden, so dass man durchaus auch die Stimmen der Schauspieler hören kann, wenn man die Geschichte liest.
Die Handlung selbst ist rasant und frech, wie man sie auch schon aus der Serie kennt, der Manga bemüht sich die Dynamik der lebhafteren Szenen zu übertragen, was leidlich gelingt, den Film allerdings nicht ganz ersetzen kann. Nur neue Überraschungen sollte man nicht erwarten – da es keine zusätzlichen Szenen gibt.
Alles in allem ist die Geschichte aber so liebevoll und detailreich gezeichnet, dass man durchaus seinen Spaß an dem Manga haben haben kann, gerade auch weil die Figuren zwar den Schauspielern ähnlich sehen, aber doch einen ganz eigenen Charakter haben und damit nicht auch noch abgekupfert wurden.
Letztendlich muss aber jeder selbst entscheiden, der „Sherlock“-Fan ist, ob er die Adaption seiner Sammlung hinzu fügt oder nicht. Es lohnt sich sicherlich, einen Blick zu riskieren.

„Sherlock: Ein Fall von Pink“ ist absolut kein Muss für die Fans des Meisterdetektiv, aber eine nette Ergänzung, wenn man die Fernseh-Serie und natürlich auch Mangas liebt. Die Adaption ist mehr als werkgetreu, entwickelt aber stellenweise durch die Zeichnungen ihren eigenen Charme, so dass sie Lektüre durchaus Spaß machen kann.

MEINE WERTUNG
3,75 von 5 pinken Koffern

 

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