[Rezension] Kalion #1: Die lautlose Woge (Roman, F)

© periplaneta

Autor: Aleš Pickar
Ilustrationen: Zuzana Vizkova, Lisa Brenner
Verlag: Verlag Periplaneta/Edition Drachenfliege
Format: Klappbroschur
Seiten: 264
Erschienen: Januar 2017
ISBN: 978-3959960328
Preis: 14.50 Euro

von: Kris

Aleš Pickar wurde in der ehemaligen Tschechoslowakei geboren, wuchs in Prag auf. kam aber bereits 1988 nach München. Er hat keinen Schulabschluss hat es aber doch geschafft, alles Mögliche zu arbeiten, Musik zu machen und durch die Welt zu reisen. Und nun hat er seine Leidenschaft für das schreiben entdeckt. „Die Lautlose Woge“ ist der Auftakt der ambitionierten „Kalion“-Trilogie.

KLAPPENTEXT
Die Neun Götter haben Kalion längst verlassen – nur der Stille Mahner am Firmament zeugt noch davon, dass die Welt einmal eine glücklichere war, bevor der Hochmut der Menschen sie zerstörte.
Seit Generationen sind die Völker des rauen Kontinents Neroê zerstritten. Im Norden wütet eine rätselhafte Krankheit. Die verwöhnte Prinzessin Linederion aus dem Ostreich soll an einen fremden Hof verheiratet werden, der gefallene Feldherr Gellen ist auf der Flucht, weil er sein Geheimnis nicht preisgeben kann, die ehemalige Sklavin Nelei will Rache nehmen und die Schwägerin des Königs von Kendaré spinnt Intrigen, um ihren unbeliebten Sohn auf den Thron zu setzen.
Doch sie alle ahnen nichts von der dunklen Gefahr, die sich im Westen zusammenbraut …

Aleš Pickar erschafft mit KALION ein facettenreiches, geheimnisvolles und vor allem düsteres Epos.
Die lautlose Woge ist der Beginn einer Reise in eine rätselhafte und raue Welt und ein spannender Roman, der mit den Normen des High-Fantasy-Genres bricht.

ZUM BUCH
Die Welt ist nicht mehr so, wie sie einmal war, seit die Neun Götter die Welt verlassen und nur den „Stillen Mahner“ am Himmel zurückgelassen haben. Angewiedert von dem Hochmut der Menschen haben sie diese sich selbst überlassen, und so sind die Völker schon lange zerstritten, liegen nicht selten miteinander ständig im Krieg.

Ganz wenige halten noch am alten Glauben fest, die meisten versuchen ihres eigenen Glückes Schmied zu sein und sich nicht unterkriegen zu lassen. So wie der geschlagene Feldherr Gellen, der im Gefängnis seinem Tod entgegen sieht, aber dann doch noch eine letzte Chance zur Flucht erhält. Oder die ehemalige Sklavin und heutige Kämpferin Nelei, die Trägerin zweiter ebenso kostbarer wie machtvoller Klingen ist, die erkennen muss, dass man von einer Frau in Zeiten der Not, wo die Zahl der Kinder aufgrund einer unheimlichen Seuche immer mehr schwindet, etwas anderes erwartet, als sich im Kampfsport zu stählen.

Und nicht zuletzt ist da die Schwägerin des Königs von Kendare, die bewusst Intrigen spinnt, um ihren Sohn auf dem Thron zu sehen und keinen anderen, obwohl dieser bei seinem Volk mehr als unbeliebt ist.

Die Geschichte beginnt mit einer kryptischen Legende, die so gut wie kleinen Bezug zur eigentlichen Handlung hat. Denn sie spricht von Göttern, die später zwar im Munde geführt werden, aber nicht mehr wirklich irgendeine Bedeutung haben. Stattdessen wendet sich der Autor seinen Protagonisten zu und bringt sie in Position.

Vor allem Gellen und Nelei stehen im Fokus dieses Bandes. Die beiden mögen zwar Feinde sein, sie haben aber dennoch mehr Gemeinsamkeiten als man denkt, gerade was ihre Sicht auf die Gesellschaft angeht. Und sie wissen sehr genau, was sie wollen und was man nicht mit ihnen machen kann.
Sie entwickeln sich weiter, genau so wie der Rest der Figuren, denn eine Schwarz-Weiß-Zeichnung gibt es nicht Sympathie und Antipathie können wie im normalen Leben immer wieder wechseln, je nach dem welche Facetten die Figuren nun schon wieder zeigen.

MEINE MEINUNG
Der Autor schildert eine gnadenlose und grausame Welt, in der Gewalt und Willkür zum Leben dazu gehört. Daher sind gelegentliche Schilderungen nichts für schwache Mägen oder feinfühlige Leser. Aber immerhin besteht die Brutalität der Figuren nicht zum Selbstzweck, sie bringt auch immer wieder eine Botschaft mit sich oder unterstützt die Figuren dabei, sich einen Schritt weiter zu entwickeln.

Denn das ist es auch, was den Roman selbst ausmacht. Er ist ein Flickwerk aus vielen unterschiedlichen kleinen Lebenswegen, die sich in diesem Band noch nicht miteinander zu verweben beginnen, teilweise sogar auseinander gerissen sind. Dabei erfährt man mehr über die vielen Aspekte der Welt, und die sehr unterschiedlichen Kulturen. Garniert wird das ganze mit entsprechenden Fremdwörtern und Redewendungen, die für Atmosphäre sorgen sollen.

Noch mag zwar kein roter Faden erkennbar sein, langweilig ist dieser Mix aber trotzdem nicht, da die ersten Hinweise ineinander greifen und die Weichen für kommende Abenteuer gestellt, so dass man schon neugierig darauf ist, was einen in der Fortsetzung erwartet. Als nette Dreingabe gibt es ein Faltblatt, dass im Plauderton eines Reiseführers die Welt vorstellt und dabei auch einige „nette“ Kommentare über die Hauptfiguren fallen lässt.

„Die lautlose Woge“ ist der spannende Auftakt der „Kalion“-Trilogie und dürfte für all die Fantasy-Fans interessant sein, die vielschichtige Abenteuer mit interessanten Figuren mögen, bei denen man nie weiß, wie sie als nächstes reagieren. Spannung entsteht weniger durch das Setting und die Handlung als durch die Charaktere, die allesamt weder gut noch böse sind und immer wieder durch ihre Taten zu überraschen wissen.

MEINE WERTUNG
4 von 5 Göttern

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