[Rezension] Das Dimensionstor. Ein Portal in andere fantastische Welten und Zeiten (Roman, Fantasy)

9. August 2017

© Amrun Verlag

Herausgeber: Nadine Muriel & Stefan Cernohuby
Verlag: Amrún Verlag
Format: Großtaschenbuch
Seiten: 290
Erschienen: März 2017
ISBN: 978-3958695597
Preis: 12,90 Euro

von: Kris

Die „Geschichtenweber“ gehört zu den aktiven Foren, in denen nicht nur über das Schreiben geredet wird, sondern die Leute es dort auch immer wieder schaffen, neue Anthologien zusammenzustellen und an den Verlag zu bringen. So hat sich der Amrun-Verlag der Sammlung um „Das Dimensionstor“ angenommen.

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[Rezension] Zombie Zone Germany: Tag 78

17. September 2016

Autor: Vincent Voss
Verlag: Amrûn Verlag
Reihe: Zombie Zone Germany
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 103
Erschienen: 2015
ISBN: 978-3958692367
Preis: 6,90 Euro

von: Greifenklaue

Mit „Tag 78“ liegt nun die zweite Novelle aus der Zombie Zone Germany vor. Schauen wir mal, ob diese Novelle an die Anthologie anknüpft und mich ebenfalls
gut unterhält. Also Buchdeckel
auf und los geht es.

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[Rezension] In Blut und Liebe

2. September 2015

Autor: Constantin Dupien
Verlag: Amrun Verlag
Format: illustriertes Taschenbuch
Seitenzahl: 135
Erschienen: November 2013
ISBN: 978-3-944729-25-1
Preis: 12,80 Euro

von: Moritz

Im Moment habe ich ja irgendwie einen Lauf mit Kurzgeschichtensammlungen – hier mal in der Variante, dass alle Texte vom gleichen Autor stammen. Da verrät nicht nur der Titel, dass wir es mit einem Herzensprojekt zu tun haben.

Klappentext:
In Blut geschrieben – Herzensblut
Ist jedes Wort Gedankengut,
Das mit Liebe wurd gewählt,
Das mit Liebe uns erzählt.
Von Gefahren und von Leid,
Von dem was geht,
Von dem was bleibt.

Erzählungen von Constantin Dupien, dem Herausgeber der preisgekrönten „Mängelexemplar“-Reihe.

Illustriert von Melanie Stoll und Julia Takagi, mit Einleitungen von Vincent Voss.

Zum Inhalt:
Eingeleitet durch Kommentare von Vincent Voss und Illus von Julia Takagi und unterteilt in drei Abteilungen „In Blut“, „In Liebe“ und „In Frevel“ gibt es hier 14 Kurzgeschichten und Gedichte von Constantin Dupien.

Die Geschichten sind von stark schwankender Qualität und – seien wir ehrlich – so richtig lesbar sind sie nicht alle, ich musste da stellenweise arg beißen. Am stärksten sind auf jeden Fall die Geschichten der ersten Kolonne „In Blut“, da in ihnen das Horror-Element am stärksten zu Tage tritt. „Remember the Alamo“ behandelt Pflichterfüllung über den Tod hinaus, „Verloren im Nichts“ ist mir viel zu meta und versucht viel schlauer zu sein, als es eigentlich ist und „Erleuchtung“ ist eine klassische Zombiekalypse-Geschichte mit einem furchtbar unüberraschenden Ende. Dann folgt aber das Highlight der Kiste. Eine herrlich lovecraft’sche Kurzgeschichte von einem Mann, der sein Augenlicht verliert und am Ende herausfindet wodurch.

Super! So kann es gerne weitergehen. Aber nein! „Meteoritenfeuer“ ist eine einzige Männlichkeitsphantasie gemischt mit etwas Mars attacks und dem mittlerweile fast schon traditionellen „Überraschungsende“ – denkt euch hier bitte sehr große mit Mittelfinger und Zeigefinger beider Hände angezeigte Anführungszeichen. „Der Anfang und das Ende“ ist auch nicht übel und hat wieder einen Lovecraft-Touch – vielleicht sollte sich Dupien auf diese Sparte konzentrieren, das scheint ihm zu liegen – ganz anders als das folgende Gedicht – das gruselt auf mehreren Ebenen.

Kommen wir zu „In Liebe“: In allen vier Geschichten und einem Gedicht geht es in Theorie und Praxis um die Liebe und ihre hellen, wie auch die dunklen Seiten.

Mein Fazit:
Puh! Ich verreiße ja eigentlich nie, und das hat der Autor ganz sicher auch nicht verdient, denn er hat stellenweise eine echt gute, wenn auch minimal überkandidelte Schreibe, aber mir sind hier einfach zu viele „Filler“ drin. Und sorry, aber die Innen-Illus gehen gar nicht – vor allem die, die die Geschichten einleiten. (Die, die die Abschnitte einleiten gehen noch gerade so.) Ich stehe ja auf „amateurhaft“, aber die hier sind so amateurhaft, dass selbst der Überbegriff „amateurhaft“ nicht mehr greift. Wer zudem einen Anlesetipp für kompletten Trash haben will, den beispielsweise

David „El Grasidente“ Grashoff viel gnadenloser und besser durchziehen kann, sollte sich mal „Meteoritenfeuer“ reinziehen.
Die beiden „Hauptgeschichten“ Auge um Auge und Nicht den verdammten Einkaufszettel kann man aber wirklich gut lesen, für die gebe ich definitiv in der abschließenden Wertung noch ein paar Punkte.

Bevor wir von einem Gedicht, mit dem ich mal wieder nix anfangen kann, rausgeworfen werden, bekommen wir allerdings das zweite Highlight der Sammlung vor den Kopf gebrettert. „Nicht den verdammten Einkaufszettel“ stellt uns den klassischen heruntergekommenen Film Noir-Schnüffler vor, der einen merkwürdigen Auftrag erhält…

Meine Wertung:
2,5 von 5 Herzensprojekte


[Rezension] Zombie Zone Germany

3. Juli 2015

as-ZombieZoneGermanyHerausgeber: Torsten Exter
Verlag: Amrun-Verlag
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 370 Seiten
Erschienen: März 2015
ISBN: 978-3944729749
Preis: 12,90 Euro

von: Kris

Zombies sind immer noch hoch im Kurs, aber die Art, mit dem Thema umzugehen, ist in den letzten Jahren sehr von „The Walking Dead“ und diversen romantisch veranlagten Jugendbüchern geprägt worden. Aber immer noch finden Herausgeber und Autoren einen Weg, dem ganzen eine eigene Note zu geben. „Zombie Zone Germany“ gehört zu dieser Art von Anthologien.

Klappentext:
Unsere Städte wurden Höllen. Sie kamen über Nacht. Ihr Hunger war unstillbar. Sie fielen wie Heuschreckenschwärme über die Lebenden her. Zerrissen sie, fraßen, machten aus ihnen etwas Entsetzliches. In den Straßen herrscht verwestes Fleisch. Zwischen zerschossenen Häusern und Bombenkratern gibt es kaum noch sichere Verstecke. In Deutschland ist der Tod zu einer seltenen Gnade geworden. Hohe Stahlbetonwände sichern die Grenzen. Jagdflieger und Kampfhubschrauber dröhnen darüber. Es wird auf alles geschossen, was sich (noch) bewegt. Deutschland wurde isoliert – steht unter Quarantäne.

Die wenigen Überlebenden haben sich zu Gruppen zusammengeschlossen, oder agieren auf eigene, verzweifelte Faust. Gefangen unter Feinden. Im eigenen Land. Doch ist der Mensch noch des Menschen Freund, wenn die Nahrung knapp wird und ein Pfad aus kaltem Blut in eine Zukunft ohne Hoffnung führt?

Die Auftakt-Anthologie zu Deutschlands größter Zombie-Reihe mit 21 Kurzgeschichten von Alin Rys, Britta Ahrens, Carolin Gmyrek, Christian Günther, Daniel Huster, Eberhart Leucht, Fabian Dombrowski, Felix Kreutzmann,

Heike Schrapper, Jan Christoph Prüfer, Joshua Lorenz, Kerstin Zegay, Lisbeth Duller, Chris Dante, Marina Heidrich, Markus Cremer, Nora Wanis, Sandra Longerich, Sebastian Braß, Tom Karg und Vincent Voss

Zum Inhalt:
Im Jahr 2020 sind sie einfach da. Ein Virus verwandelt immer mehr Menschen in die nach dem Fleisch der Lebenden gierenden Untoten und schon bald bricht das Leben in Deutschland – so wie wir es alle kennen, zusammen. Das Chaos regiert, die Städte werden zu toten Zonen – aber auch auf dem Land ist man nicht mehr sicher.

Da die Nachbarländer die Grenzen schließen und keine Hilfe anbieten, sind die Menschen von nun an auf sich gestellt. Wer überleben will, muss kämpfen – nicht nur gegen die Zombies, sondern auch um jedes Lebensmittel.

Die einundzwanzig Geschichten spielen ein bis zwei Jahre nach dem Vorfall, der das Leben in Deutschland auf den Kopf stellt. Da ist der Junge, der mit seinem Großvater allein in einem abgelegenen Haus lebt. Bisher haben sie es geschafft, durchzuhalten, aber langsam verliert der alte Mann die Kraft. Und schließlich ist es kein Zombie, der in ihre Welt einbricht.

Hält er sie gefangen oder sie ihn? Ein junger Mann kann seine geliebte Annie nicht verlassen, die längst zu einer Untoten geworden ist. Und auch einem Bruder fällt es schwer, seine kleine Schwester zurück zu lassen, vor allem weil er sich fragt, warum es überhaupt noch Sinn macht, weiterleben zu wollen.

Eine ähnliche Entscheidung muss ein anderer Junge treffen, der genau weiß, dass seine Mutter nicht mehr zu den Lebenden zurückkehrt. Aber da ist auch noch seine kleine Schwester, die das einfach nicht verstehen will. Deshalb hält er es noch immer an einem Ort aus, an dem sie jederzeit fürchten müssen, den Zombies zum Opfer zu fallen.
Andere Erzählungen versuchen zu erklären, wie die Zombies überhaupt erst entstanden sind, beschreiben mal ernst und düster, dann aber auch mit einem Augenzwinkern, wie der Virus sich erst langsam und dann immer schneller ausbreitete.

Wieder andere schildern den verzweifelten Überlebenskampf, die Hoffnung der Lebenden, es doch noch irgend wie weiter zu schaffen und die Momente, in denen alles verloren scheint …

Heraus kommt eine eindringliche Sammlung von ganz unterschiedlichen Erzählungen. Allen ist gemeinsam, dass sie sich auf einen Schauplatz und eine überschaubare Menge von Personen konzentrieren.

Deutschland wirkt dabei durchweg postapokalyptisch. Die Infrastruktur ist zusammengebrochen, Feuer und andere Katastrophen haben die Städte zerstört oder sind gerade noch dabei, die Läden so gut wie ausgeplündert.

Der Umgang mit dem Thema ist jedoch sehr unterschiedlich. Einige Autoren neigen dazu, auch noch die letzte Hoffnung ihrer Protagonisten zu zerstören, andere wieder lassen den Funken noch einmal ganz hell aufflammen. Oft sind es Geschwister oder Liebende, die sich entscheiden müssen, welchen Weg sie gehen wollen. Dann wieder kommen Fremde an einen ort, der für sie Leben und Tod zugleich bedeuten kann.

Die meisten Geschichten konzentrieren sich bewusst auf das Innenleben der Männer und Frauen, die vor dem Desaster stehen, einen geliebten Menschen verloren zu haben oder vielleicht zu verlieren, die andererseits auch nicht los lassen können. Der ein oder andere versucht auch aus der Sicht eines Zombies zu schreiben, was sich auch nicht gerade uninteressant liest. Auf jeden Fall schimmert in den Geschichten immer ein wenig Hoffnung durch, gepaart mit Verzweiflung, nur ganz selten sind die Menschen bereits abgestumpft.
Ganz wenige setzten jedoch auf Action und Horror, scheinen es regelrecht zu genießen, die Zombie-Apokalypse in allen Einzelheiten und mit ekligen Details zu beschreiben. In diesem Fall kommen die Figuren leider ein wenig zu kurz, die Fans rasanten Horrors jedoch zu ihrem Recht.

Wirklich böse, ja geradezu schwarzhumorig wird es nur in einer Geschichte, in der die „Rückkehr der faulen Schlampe“ erst an allem Schuld ist.

Alles in allem entsteht so eine gute Mischung aus Geschichten, die es jedem Leser erlaubt seinen oder seine Favoritin zu finden. Stilistisch sind die Erzählungen auf einem Level – es gibt keine Ausreißer nach unten.

Mein Fazit:
„Zombie Zone Germany“ beweist, dass sich auch zu populären Themen wie Zombies und Endzeit immer noch neue Facetten hinzufügen lassen. 21 Autoren beweisen dies in sehr unterschiedlichen und abwechslungsreichen Geschichten, unter denen man als Leser garantiert seinen Favoriten finden wird.

Meine Wertung:
4 vom 5 Zonenzombies


[Rezension] Wasser

31. Mai 2015

as-wasserAutor: Vincent Voss
Verlag: Verlag Torsten Low
Format: broschiert,
Seitenzahl: 315
Erschienen: März 2015
ISBN: 978-3940036315
Preis: 13,90 Euro

von: kris

Vincent Voss lebt selbst im Norden von Hamburg, an den Schauplätzen seiner Geschichte „Wasser“. Der Vater von drei Kindern und studierte Kulturwissenschaftler, schreibt nun schon seit 2008 und hat seitdem unzählige Romane und Kurzgeschichten veröffentlicht, die alle mehr oder weniger dem Horror-Genre verhaftet sind. So wie auch diesmal.

Klappentext:
Die Sommerferien stehen vor der Tür. Am letzten Schultag bringt ein Gewitter den Regen mit, der nicht aufhören will. Das Wasser steigt im norddeutschen Henstedt-Ulzburg an und mit ihm ereignen sich mysteriöse Ereignisse. Paul, Mark, Dirk, Sasch und Lucie wollen in den Ferien ein neues Baumhaus bauen. Fast keine Kinder mehr und auch noch keine Jugendlichen – so erobern sie die Plätze der »Großen« und machen dabei eine grausame Entdeckung. Sie wollen Hilfe von den Erwachsenen holen, aber stellen fest, dass ihnen bereits etwas folgt … Mit dem Wasser kommt das Böse!

Zum Inhalt:
Endlich Sommerferien! Paul, Mark, Dirk, Sasch und Lucie haben schon einen Plan für die freie Zeit, denn sie wollen sich ein Baumhaus bauen. Doch ausgerechnet am letzten Schultag setzt ein Gewitter ein, dass Regen bringt, der nicht mehr aufhören zu wollen scheint. Das Wasser steigt und seltsame Dinge geschehen in Henstedt-Ulzburg. Dann landet auch noch Paul, der unangefochtene Anführer der Gruppe überraschend im Krankenhaus, so dass die anderen auf sich allein gestellt sind.
Schon bald machen sie eine schreckliche Entdeckung, die sie nicht mehr los lässt. Außerdem haben sie das Gefühl, dass sie von nun an irgendwie verfolgt werden. Das diffuse Gefühl bleibt, als sich die Menschen in ihrem Umfeld verändern und auch noch Leute verschwinden. Die Erwachsenen, an die sie sich wenden, spielen die Sache herunter, so dass Mark, Dirk, Sasch und Lucie ganz auf sich allein gestellt sind.
Vor allem Mark geht der Sache intensiv nach und macht in den Archiven seiner Heimatstadt eine überraschende Entdeckung, die nicht nur ihm die Augen öffnet. Denn diese Vorfälle ereignen sich nicht zum ersten Mal …

Mein Fazit:
Man merkt sehr schnell, dass „Wasser“ nicht in der Gegenwart spielt, sondern in den frühen 1980er Jahren. Diejenigen, die in der Zeit aufgewachsen sind, werden die entsprechenden Bilder schnell vor Augen haben und keine Probleme haben sich zu erinnern.
Dem ein oder anderen dürfte auch der Plot ein wenig bekannt vorkommen – tatsächlich ist der Roman als Hommage an Stephen Kings „Es“ gedacht. Genau wie dort lauert das Böse erst einmal in den Schatten und bricht langsam aber sicher in die Normalität ein, um sich dann immer mehr auf eine bestimmte Gruppe zu konzentrieren.
Die Helden sind Jungen und ein Mädchen, die sich auf der Schwelle zum Erwachsenwerden befinden. Sie merken recht schnell, dass sich etwas verändert, dass man sie belügt und nehmen die Ermittlungen in die eigene Hand, besonders einer tut sich dabei hervor – aber kann sie das retten?
Es braucht jedenfalls keine plakativen Schockeffekte, um Grauen im Leser zu wecken. Allein die Andeutungen, das da etwas nicht stimmt und sich zielgerichtet auf die sympathischen Protagonisten zubewegt, jagen schon Schauer über den Rücken.
Die Figuren sind gut ausgearbeitet, gerade Leser im Alter des Autors werden die Gruppe und ihre gleichaltrigen Gegenspieler und auch die Erwachsenen sofort vor Augen haben. Zudem ist man froh, dass sie ihre Entdeckungen so gut verdauen und nicht gleich größeren psychischen Schaden nehmen. Das Kleinstadt-Ambiente stimmt ebenfalls und bringt zusätzliche Atmosphäre, so dass die Geschichte von Anfang bis Ende spannendes Lesevergnügen ohne all zu große Abstriche bietet.

Gerade weil „Wasser“ eher leise Töne anschlägt, wirkt die Geschichte um so intensiver. Vermutlich werden aber vor allem ältere Leser ihren Spaß an der Story haben, weil sie sich nicht nur in ihre eigene Jugend versetzt fühlen werden, sondern auch die Hommage an einen modernen Klassiker der Horror-Literatur zu schätzen wissen.

Meine Wertung:
4 von 5 Wassertropfen


[Rezension] Dampfmaschinen und Rauchende Colts

20. Februar 2015

Herausgeber: Stefan Cernohuby & Wolfgang Schroeder
Verlag: Verlag Torsten Low
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 262
Erschienen: Oktober 2014
ISBN: 978-3-940036-27-8
Preis: € 13,90

von: Moritz

Mal wieder ’ne Kurzgeschichten-Anthologie. So fürchterlich stehe ich ja nicht darauf, aber einige Perlen entdeckt man doch immer wieder – also ran an den Speck!

Klappentext:
Wir schreiben das Jahr 1876. Die gewaltige Kraft des Dampfes hat die Welt erobert und sie durch ihre Errungenschaften ein wenig kleiner werden lassen. Dampfbetriebene Schnellboote durchqueren die sieben Weltmeere. Riesige Luftschiffe verdunkeln den Himmel über den Städten. Täglich werden die Grenzen des Machbaren erneut ausgelotet und erweitert. Inmitten der kargen Einöde des mittleren Westens ist ein amerikanischer Wissenschaftler dabei, die vorhersehbaren Energieprobleme der Zukunft zu lösen. Doch er wird beobachtet. Und als die Gelegenheit günstig erscheint, bringen Spione des russischen Zaren den Wissenschaftler und seine Maschine in ihre Gewalt. Eine Entführung, die eine ganze Kette von Ereignissen in Gang setzt … Folgen Sie den Spuren der Entführer und begleiten Sie deren Verfolger quer durch den Wilden Westen auf ihrem Weg in Richtung Ozean. Erleben Sie Gewalt, Verzweiflung, Schießereien und jede Menge Steampunk-Flair. Frei nach dem Motto: „Mit Volldampf gen Westen!“

Inhalt: Nebel über der Oakland Bay – Chris Schlicht … und die Welt zu meinen Füßen – Wolfgang Schroeder Die Crew der Washington – Andrea Bottlinger Ein ganz normaler Auftrag – Gerd Scherm Totentanz – Sean O’Connell Pier 49 – Andreas Zwengel Die Fahrt nach Topeka – Gerd Scherm Sea – Claudia Toman & Philipp Bobrowski Entführt – Gerd Scherm Für eine Handvoll Steam – Vincent Voss Craters of the moon – Michael Wozonig Queen Victoria auf der Rinderzucht – Marco Ansing Zwei Seiten einer Medaille – Stefan Cernohuby

Zum Inhalt:
Tja, was soll ich sagen? Ich war nach den ersten beiden Kurzgeschichten total geplättet. Da war wenig mit Western, fast ebenso wenig mit Steampunk oder wenigstens Dampfmaschinen. Die Geschichten waren haarscharf am Thema vorbei und was noch schlimmer war, sie waren irgendwie nicht richtig abgeschlossen und vom Aufbau her nicht einmal „echte“ Kurzgeschichten.

Gut, dass ich die Sammlung nicht in die Ecke geworfen habe, denn im Verlauf der dritten Geschichte kapierte ich langsam, dass sich die Kurzgeschichten zu einer Gesamtkomposition fügen sollten – die ersten beiden mussten also nicht gewaltig rocken, sie bildeten eher eine Art Exposé, einen Aufgalopp zu dem, was mich noch erwartete. So entwickelte sich langsam eine leicht angesteampunkte Spionagegeschichte mit Russen, die es darauf abgesehen haben, eine neuartige Energiequelle vom Boden der Vereinigten Staaten zu stehlen und gleich noch den Erfinder mit einzukassieren. Diesem Unternehmen stellen sich die unterschiedlichsten Gestalten in den Weg, die größtenteils hart an der Grenze der Absurdität wandeln, aber gerade dadurch wirklich unterhaltsam sind.
Die Gelenkstellen zwischen den einzelnen Geschichten knarrzen mal mehr und mal weniger, aber insgesamt entsteht wirklich eine kohärente Erzählung, nicht direkt „tight“, wie wir Berufsjugendlichen sagen, aber doch immerhin mit genügend Bindung, dass der Leser nie den Überblick verliert.

Mein Fazit:
Klasse! Nach ursprünglichem Schock ob der vermeintlichen Trötnasigkeit der ersten beiden Geschichten habe ich kapiert, dass die Geschichten zusammenhängen und dann hat es so richtig Spaß gemacht! Gefällt mir super das Konzept einen Roman von unterschiedlichen Autoren verfassen zu lassen und an den Lücken fallen zwar Ecken und Kanten auf, aber vom Schriftstil her ist die ganze Kiste dann doch einheitlicher, als ich gedacht hätte. Gute Arbeit – so darf es im Verlag Torsten Low gerne weitermachen!

Meine Wertung:
4 von 5 russische Ränkespiele