[Interview] Numenera bei Startnext – Mháire Stritter stellt sich

Auch wenn der Seifenkistenpilot etwas schneller war, stand mir Mháire Rede und Antwort. Erfahrt hier also ein wenig mehr zum aktuellen Startnext-Projekt.

Hallo Mhaire,
danke das du dir die Zeit für genommen hast und mir für dieses Interview zur Verfügung stehst. Würdest du dich bitte kurz vorstellen?
Ich bin derzeit freie Journalistin und Autorin. Mit Rollenspiel habe ich im Alter von zwölf angefangen, als mir und meinem Bruder Heftchen der ersten DSA-Edition in die Finger fielen, und mit ein paar Durststrecken über ein paar Monate habe ich auch eigentlich nie damit aufgehört. Ich bin ein extrem neugieriger und angeblich zuweilen etwas besserwisserischer Mensch, lese extrem viel, vergrabe mich in Comics, Science-Fiction- und Fantasy-Romanen und bastle gerne für LARP und andere Anlässe Kostüme. Ich bin fasziniert von Sprache und Sprachen und habe mit mehr oder minder Erfolg neben Englisch auch Französisch, Russisch, Mandarin und Japanisch gelernt.

Vor ein paar Tagen ist eurer Crowdfunding Projekt Numenera auf Startnext gestartet. Was hat euch dazu bewogen?
Ich war ursprünglich ein Slacker-Backer von Numenera und habe es kurz nach Ende des Kickstarters noch direkt über Monte Cook Games unterstützt. Ich war schon während der Kampagne vom Setting begeistert, das ich in ähnlicher Form bisher nur aus einer Handvoll Romane kannte, und die Begeisterung blieb auch mit dem fertigen Produkt in der Hand ungebrochen. Ich bin also in erster Linie Fan gewesen. Da ich mit Patric Götz vom Uhrwerk Verlag inzwischen doch ganz gut befreundet bin, habe ich ihn scherzhaft (und nur ein bisschen ernst) auf Conventions und bei anderen Treffen genervt, man könne doch mal Numenera machen. Und dann klopfte Monte Cook Games irgendwann selber bei verschiedenen deutschen Verlagen an. Wir haben etwas hin und her diskutiert und am Ende war klar, dass wir das aktuell nicht stemmen konnten, außer über Crowdfunding. Wir wollten aber auch das Timing nicht verpassen – 2015 soll Torment: Tides of Numenera kommen, das PC-Spiel, und das wäre doch der ideale Zeitpunkt, um auch das Pen and Paper fertig zu haben.

Worum geht es bei Numenera?
Numenera ist im Grunde Science-Fiction, die sich aber wie Fantasy spielen lässt. Das Setting ist eine Milliarde Jahre in der Zukunft angesiedelt und eigentlich voll mit extrem fortschrittlicher Technologie. Die Menschen dieser Zeit – offenbar auf künstlichem Wege zurückgebracht, auch wenn keiner weiß, warum – verstehen diese Technologien allerdings nicht. Sie können gerade mal grob erkennen, was die ganzen Gadgets, über die sie stolpern, so können – und benutzen dann fortschrittlichste Nanotechnik als Sprengsatz oder intelligente Kristalle und Hartlicht als Waffenmaterial. Als würde man mit einem iPad Nüsse knacken. Ein solches Setting ermöglicht viele extrem fremdartige und fantasievolle Schauplätze und vor allem Unmengen an schrägen Gadgets.

Was macht Numenera so einzigartig?
Viele Elemente in Numenera sind sicher in irgendeiner Form schon in Comics, Romanen oder auch Rollenspielen vorgekommen. Einzigartig sind aber die namensgebenden Numenera selber, die technologischen Hinterlassenschaften vergangener Epochen. Jeder Charakter kann eine bestimmte Anzahl dieser Gadgets mit sich herumtragen und die meisten davon sind nach einem einmaligen Einsatz ausgebrannt. Da es inzwischen sehr umfangreiche Listen verschiedenster Effekte gibt, hat man so ein ständig wechselndes Set an Mini-Superkräften, die oft auch einen unberechenbaren Aspekt haben. Im Spiel habe ich schon öfter erlebt, dass dieselbe Situation vollkommen unterschiedlich angegangen wurde, allein aufgrund der aktuellen Numenera-Ausstattung der Runde. Vor allem sind die Spieler geneigt, herumzuexperimentieren, weil man auch ständig wieder Ersatz findet, der dann neue Kräfte mitbringt.

Auf welches System greift Numenera zurück?
Numenera nutzt das sogenannte Cypher-System, das für das Setting entwickelt wurde. Es ist vergleichsweise sehr simpel, setzt auf die Gadgets, nur drei Klassen und dafür kombinierbare zusätzliche Aspekte, die besondere Eigenheiten, Kräfte und Plotaufhänger mitbringen. Alle Proben basieren auf einem simplen Wurf mit W20 gegen einen Zielwert, der durch verschiedene Methoden gesenkt werden kann. Die Attribute eines Charakters sind zugleich eine Art Lebensenergie und eine Währung, mit der man diese Erleichterungen, mehr Schaden oder das Auslösen von Fähigkeiten bezahlt. So muss man immer taktisch überlegen, wie sehr man Druck macht oder ob man lieber etwas länger durchhält. Wenn man sich darauf einlässt, läuft mit dem System alles recht schnell und flüssig, aber für echte Regelfuchser ist es nichts.

Das Finanzierungsziel scheint erreichbar zu sein und wenn es so weitergeht wohl auch einige Erweiterungen. Hand aufs Herz, habt ihr damit gerechnet, dass es so gut läuft?
Nein. Oder wenigstens ich nicht. Ich konnte vorab überhaupt nicht einschätzen, ob wir Erfolg haben würden, oder ob am Ende symbolische sieben Euro zusammenkommen. Noch kann auch immer noch alles schief gehen, also warten wir ab.

Ihr habt einige tolle Dankeschöns zur Wahl gestellt. Zwei fallen da besonders auf, zum einen weil sie bei der selben Summe stehen und zum anderen weil sie doch einen großen Unterschied haben. Könntest du bitte ein wenig mehr zur Box und Hardcover Variante erzählen?
Die Box-Variante war ursprünglich die Idee von Patric Götz. Neben dem nostalgischen Look sprechen einige andere Gründe für diese Einteilung. In der Box wird das Grundregelwerk nämlich auf mehrere kleinere Bände aufgeteilt, die man am Spieltisch besser einsetzen kann und deren Rücken dann auch weniger anfällig ist. Trotzdem wollten wir zumindest für die Unterstützer auf Startnext auch die Originalform des Regelwerks anbieten, also ein Hardcover mit mehr als 400 Seiten. Im Handel wird anschließend aber die Box landen. Lustigerweise hat Monte Cook Games, während wir auf die Freigabe von Startnext gewartet haben, auch ein Box-Set angekündigt – das aber exklusiv wiederum nur über Kickstarter.

Was erwartet einen beim 100 Euro Pledge, sprich genauer bei der exklusiven Con- bzw. Hangout Runde?
Da erwartet einen eine Spielrunde für den Unterstützer samt aller Leute, die er dabei haben will. Ich werde dann leiten, ob ein Abenteuer aus dem Grundregelwerk oder den Stretchgoals oder ein eigenes, wird der Unterstützer entscheiden können. Auf einer Con würde ich dafür mindestens einen Nachmittag und Abend einplanen, ähnlich bei Hangouts – und wenn wir nicht fertig werden, gibt es eben Nachspielzeit.

Wie weit ist Numenera schon von euch bearbeitet?
Fertig sind erst einige Kapitel. Ich übersetze alleine, es sei denn, wir werden mit Stretchgoals überhäuft, in dem Fall stehen aber willige Aushilfen bereit. Der Sinn dahinter ist, alles in einem einheitlichen Stil zu halten und Missverständnisse direkt zu vermeiden – der größte Fallstrick bei Übersetzungen ist erfahrungsgemäß nun mal die Abstimmung zwischen verschiedenen Beteiligten und die Glossararbeit. Ich habe aber mittlerweile doch schon einige Erfahrung mit Übersetzungen, nicht nur für Rollenspiele, und arbeite sehr zügig.

Werdet ihr das Design der englischen Variante übernehmen oder daran etwas verändern?
Der Plan ist, das Design beizubehalten. Da deutsche Texte in der Regel im Umfang von englischen leicht nach oben abweichen, wird es ein paar Verschiebungen geben, aber ansonsten bleibt alles beim Alten. Selbst wenn wir wollten – bei Lizenzen sind größere Veränderungen selten möglich.

Nach der Veröffentlichung ist vor der Veröffentlichung. Was wird uns dann als nächstes zu Numenera erwarten?
Das wissen wir noch nicht. Sicherlich wären die klassischen Supplements ein guter nächster Schritt wie das großartige Bestiary oder die Technologiesammmlung. Aber schauen wir erstmal, was das Crowdfunding bringt und ob es Sinn macht, weiter zu machen.

Uhrwerk Verlag Logo 2014 4cDer Uhrwerk Verlag ist ja bei dem Projekt mit dabei. Wie kam es dazu?
Weil wir befreundet sind und weil Patric sich mit Begeisterung anstecken lässt. Die Zusammenarbeit ist für beide Seiten praktisch – ich will das Projekt machen und werde die redaktionelle und Übersetzungsarbeit machen. Dafür liefert der Uhrwerk Verlag die Kontakte zu Druckereien und zum Vertrieb, übernimmt die Kommunikation mit Monte Cook Games und den größten Teil der Verwaltung – und beide sind glücklich.

Es gibt immer wieder einmal die Diskussion, wenn Verlage in einer Finanzierung mit drinstecken, das dieses eine Art Verlegung von „unternehmerischen Risiko“ ist. Was hältst du von der These?
Wir machen doch keine Sperrholzmöbel, sondern Rollenspiele. Produkte, die in der Regel immer noch mehr mit Begeisterung als mit viel Finanzkraft gestemmt werden und eine leider eher kleine Zielgruppe ansprechen. Einmal daneben zu liegen kann für einen Verlag da schon das Aus bedeuten, gerade mit einem aufwändigeren und teureren Projekt. Alle müssen etwas vorsichtig den Markt abklopfen und sicher kann man sich nie sein. „Unternehmerisches Risiko“ ist da ein sehr klinischer Begriff für alles aufs Spiel setzen. Crowdfunding ist eine Möglichkeit, auch teure und ambitionierte Sachen zu machen und zugleich den Markt dafür zu testen. Es gibt dann im Grunde kein Risiko, denn wenn es finanziert wird, läuft es, wenn nicht, dann nicht – und man verliert deutlich weniger an bereits investierter Arbeit und Kapital als wenn man mangelndes Interesse erst nach dem Druck der ersten Auflage bemerkt. Ich finde das gerade in der Rollenspiel-Szene absolut legitim. Crowdfunding könnte durchaus in Zukunft eine gute Möglichkeit sein, um generell auch mal risikoreichere Dinge anzugehen.

Wird der Support hinterher direkt über den Verlag laufen, oder wird es auch eine eigene Anlaufstelle für Fans und Neugierige geben?
Wir planen vor allem mit einem Forum oder einer ähnlichen Plattform für alle Supporter, zunächst, um auch Abstimmungen über Kernbegriffe zuzulassen, damit alle sich in einem gewissen Rahmen einbringen können. Es gibt nämlich bereits einiges an Diskussion zu manchen Übersetzungsvorschlägen. Inwieweit wir das anschließend erweitern, werden wir sehen, aber natürlich stehen auch die Foren des Uhrwerk Verlags für Rückfragen und Anregungen zur Verfügung.

Vielen Dank für das Interview. Die letzten Worte gehören hiermit dir.
Macht’s gut, danke für das Interview und bleibt neugierig!

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Numenera Startnext Video

Numenera bei Startnext

 

 

[4. WOPC] Die Preisübersicht

facebook_logo_2014Der 4. Winter-OPC hat seine Pforten geöffnet. Also ist es an der Zeit Euch die Preise näher zu bringen.

Auch in diesem Jahr werden wir phantastisch unterstützt. Aber seht selbst!

Da sollte es mehr als einen Anreiz geben mitzumachen!

 

 

 

1x ABOREA das Tischrollenspiel (2te Auflage)
** 1x Traveller Pocket Grundregelwerk

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Anrun schw trans

3x Überrschungspaket bestehend aus jeweils 4 Büchern

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*** 1x 3 eBooks nach Wahl aus dem Verlagsprogramm

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erdenstern

1x CD „A N N W N“Eine Reise durch keltische Mythologie
1x CD „DSA Herokon Online“ Soundtrack

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2x Finsterland Grundbuch
** 1x Finsterland Grundbuch

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Golkonda Logo Schatten1x Roman „Kane 1 – Der Blutstein“ von Karl Edward Wagner
1x Roman „In einer anderen Welt“ von Jo Walton

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3x eBooks „Dirty Nerd“ von David Grashoff

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Heidelberger

1x Warhammer Fantasy Rollenspiel Überraschungspaket
1x Warhammer 40.000 Deathwatch Regelbuch
*** 1x Warhammer 40.000 Conquest LCG

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Boris Koch
1x signiertes Taschenbuch „Vier Beutel Asche
1x signierte Ausgabe von „Das Kaninchenrennen“

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** 1x signierten Überraschungsroman

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*** 1x Anthologie „Stille“
1x Anthologie „Dunkle Stunden“
1x Anthologie „Dampfmaschinene und rauchende Colts“

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mantikore logo mit schriftzug sw1x Schnutenbach Grundbuch + 1 Roman nach Wahl
1x zwei Romane nach Wahl
1x einen Roman nach Wahl

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Papierverzierer
1x signiertes „Dunkellicht“
1x signiertes „Wächter der letzten Pforte“

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1x Shadowrun 5 Kreuzfeuer
*** 1x Shadowrun 5 2050
3x Dungeon Roll

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1x Savage Worlds Gentleman`s Edition Revised HC Limitiert
1x Savage Worlds Hellfrost Paket (Spielleiterhandbuch, Spielerhandbuch, Kreaturenbuch)
*** 1x NOVAbasisbuch Neuauflage

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Redaktion Phantastik
1x Master`s Survival Pack 1

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2x Überraschungspakete

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1x Hörbuch „Ætherhertz“
** 1x Hörbuch „Alles auf Anfang“
1x Hörbuch „Mystic Wings“
1x Hörbuch „Helagonitis“
1x Hörbuch „Wie verhalte ich mich richtig beim Erstkontakt mit einem Ausserierdischen“

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HeinrichTüffersVerlag3x Ultima Ratio Im Schatten von Mutter Pakete bestehend aus jeweils einem Grundregelwerk, einem Kolonie-Handbuch: Auda und einem Handbuch: Das Lukeanische Reich

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Uhrwerk Verlag Logo 2014 4c

**1x Wege nach Myranor
*** 1x Splittermond Regelwerk
1x Myranischen Monstren Limitiert
1x Der Eine Ringe Grundregelwerk
1x Der Eine Ring – Hobbit-Geschichten aus dem grünen Drachen
1x Lord of the Five Rings Grundregelwerk Limitiert

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Ulisses Logo gross
*** 1x Kochbuch „Das schwarze Auge – Culinaria Aventurica“
1x Quellenbuch „Pathfinder – Monsterhandbuch II“
* 1x „1 DSA PDF“ + „3 ePub nach Wahl“ aus dem Sortiment von Ulisses-eBooks
* 3x „1 DSA PDF nach Wahl“ aus dem Sortiment von Ulisses-eBooks
* 3x „2 Romane nach Wahl“ aus dem Sortiment von Ulisses-eBooks
* 1x „Pathfinder Abenteuerpfad nach Wahl“ aus dem Sortiment von Ulisses-ebooks
* 1x Iron Kingdoms PDF Paket (Grundregeln, Könige, Nationen und Götter)

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Anmerkungen zu den Preisen:

* = Registierung erforderlich
** = dieser Preis wird im Rahmen des „Schnellstarterpreises“ vergeben
*** = dieser Preis wird im Rahmen des „Weinachtspreisees“ vergeben

[Rezi] CONTACT – Das Taktische UFO-Rollenspiel

Autor: Robert Hamberger

Verlag: Uhrwerk Verlag

Seiten: 322

Veröffentlichung: 2012

Format: Hardcover mit Lesebändchen

ISBN: 978-3-942012-40-9

Preis: 49,95 €

Ein taktisches UFO-Rollenspiel findet man nun im etwas mehr als dreihundert Seiten umfassenden Hardcover Grundregelwerk aus dem Uhrwerk Verlag wieder. Das ganze stammt aus der Tastatur von Robert Hamberger. Am Anfang erweist sich das Buch als sehr klassisch, den zuerst findet sich ein Inhaltsverzeichnis und eine Einleitung ins Thema Rollenspiel wieder. Hier gibt es eine kleine Besonderheit, nämlich die LEDgende! welche sich durch das Buch zieht und auf die Wichtigkeit der gebotenen Informationen hinweist.

Zum Inhalt:

Das CONTACT Grundregelwerk ist in mehrere Unterkapitel wie etwa eine Einführung in die Welt, die Regeln und vorkommende Alien-Spezies eingeteilt. Dem ganzen folgen dann die Anhänge wie Index und der Charakterbogen. Um einen genaueren Eindruck zu erhalten, folgen nun Einzelbeschreibungen der Abschnitte.

Den Anfang macht eine Kurzgeschichte namens „Lebendige Dunkelheit“. Diese beschreibt einen Einsatz eines Teams von OMEGA der UFO-Verteidigungsorganisation und wie diese Organisation gegen Bedrohungen vorgeht. Gefolgt wird diese Kurzgeschichte von einem Zeitstrahl der sich der Zeit zwischen 2012 und 2047, dem jetzt, beschäftigt. Besonderen Augenmerk legt dieser dabei auf wirtschaftliche, gesellschaftliche und politische Vorkommnisse.

Nach dem geschichtlichen Rückblick folgt ein Blick in die Gegenwart, ins Jahr 2047. Thematisch wird hier auf mehreren Seiten über Landwirtschaft, Energieversorgung, Krankenversorgung bis hin zu Unterhaltung und Kommunikation, Sport und Verkehr informiert.

Danach wird ein Blick auf die „Großen Fünf“ geworfen. Dahinter verstecken sich die fünf bedeutendsten Megakonzerne der Erde. Diese Fünf stellen Zusammenschlüsse von meist heute bekannten Unternehmen da, wobei die Wirtschaftsregion auch eine Rolle spielt.

Da die Wirtschaft erwähnt wird, folgen nun die Gegner dieser. Als nächstes wirft das Grundregelwerk einen Blick auf terroristische Organisationen und religiöse Gruppierungen. Wer seinen Spielern in dieser Richtung etwas bieten möchte, sollte hier fündig werden. Dabei bleibt aber genügend Platz für eigene Kreativität.

Nachdem man ausführlich den Status Quo, also das 2047, beschrieben hat, folgt ein genauerer Blick auf OMEGA die UFO-Verteidigungsorganisation. Hier geht es von der Gründung, über ihre Unabhängigkeit, die Finanzierung bis zu den gestellten (teils noch Prototypen) Waffensystemen. Auch wird ein Blick auf die einzelnen Abteilungen geworfen. Wie in jeder größeren Organisation tun sich auch hier Abgründe auf.

Nachdem der Leser über OMEGA näher informiert wurde geht es mit Charakterbeschreibungen weiter. Dabei wird sowohl auf ihre Tätigkeit, wie auch auf Sicherheitsfreigaben und Ausrüstung eingegangen.

CONTACT KORE (Die Regeln von CONTACT)

Nachdem man die Geschichte, den Status Quo und die UFO-Verteidigungsorganisation OMEGA näher gebracht bekommen hat, wird man auf den nächsten Seiten mit den grundlegenden und optionalen Regelsystem vertraut gemacht. Dabei wird am Anfang direkt darauf hingewiesen das CONTACT auf ein %-System (W100) basiert, wobei alle Würfe bis 5% als kritischer Erfolg und alles ab 95% als kritischer Patzer gesehen wird. Das Regelsystem nutzt für alle Proben dieses System. Durch die Vielzahl der gebotenen optionalen Regeln kann man das ganze dermaßen aufmotzen, dass man das Grundregelwerk stets zur Hand haben sollte. Es wird sehr viel geboten und dies alles bis ins kleinste Detail im Kopf zu behalten dürfte einiges an Gedächtnistraining erfordern. Wobei dieser Aspekt wohle das „taktische“ im Namen widerspiegeln dürfte. Wie geschrieben decken die Regeln wirklich viel ab, so finden sich Optionen zu PSI-Kräfte, Roboter, Cyborgs, Chemtech, Ausrüstung, Fahrzeugkampf, Charakteraufstieg und Interaktion wieder.

Brennpunkt: Erde

Das Kapitel Brennpunkt: Erde richtet sich speziell an den Spielleiter, den hier findet man auf knapp dreißig Seiten alles um seine Spieler in die Welt von CONTACT einzuführen. Wobei das ganze mit einer Reihe nützlicher Tipps und Hinweisen für den Spielleiter unterstützt wird. Außerdem findet der Spielleiter eine komplett ausgearbeitete OMEGA Basis. Diese soll aufzeigen welche Möglichkeiten man bei CONTACT hat und natürlich erleichtert diese auch den Einstieg. Um sich den Spielspaß nicht kaputt zu machen, sollten Spieler das Kapitel überspringen und es erst nach dem Einstieg lesen. Es lohnt sich darauf zu verzichten! Aufgrund des Inhaltes gehe ich hier nicht genauer auf das Abenteuer und den sonstigen Inhalt ein – bitte habt Verständnis!

Datenbank – Alien-Spezies und -Fraktionen

Nun geht es zur Sache, das Grundregelwerk öffnet die Türen zu den Datenbanken über die der Menschheit bekannten und in der Regel feindselig gestimmten außerirdischen Lebensformen.

Den Anfang machen hier die Zetas, auch als die Grauen bekannt. Dabei handelt es sich um eine Rasse die knapp 140 cm groß wird und einige Gemeinsamkeiten mit der menschlichen Anatomie aufweist bzw. dem Menschen bekannten Anatomien. Die Grauen werden wenn es gut für sie läuft maximal zwanzig Jahre alt. Einige von ihnen sind als Amphibienwesen zu betrachten. Weiterhin haben die Grauen eine gewissen Resistenz gegen Gifte. Allerdings sind sie nur im Schwarm intelligent und gefährlich.

Weiter geht es mit Xenoplasma, einer Lebensform die amorph ist und durch ihr Äußeres, rosafarbener Schleim, sehr fremdartig wirkt. Diese Lebensform erreichte die Erde 2035 als Meteoriteneinschlag im australischen Outback. Dort breitete sich der Schleim immer weiter aus und hinterließ dabei Ödland, was die Menschheit zu einer großen Brandrodung veranlasste. Dies führte zu einem hunderte Kilometer großen Sperrgebiet. Xenoplasma scheint neusten Erkenntnissen zufolge in der Lage zu sein eine gewissen Art von Intelligenz zu entwickeln und diese auch auszuführen. Die hohe Fremdartigkeit und das Unverständnis ließen bei OMEGA den wissenschaftlichen Drang wachsen und so entstanden Xenoborgs eine Art Xenoplasma-Cyborg Mischung.

Als nächstes kommt der hungrige Schrecken aus dem All, die Tashikawas Silikoiden an die Reihe. Diese Alienrasse sind einfach ausgedrückt Bugs ohne Hirn und Verstand, die alles was ihnen in die Quere kommt vernichten. Ihr Aussehen variiert stark, genauso wie ihre Größe. Dabei tragen sie für ihre Gegner ein explosives Geschenk mit sich, welches bei Verletzungen oder Tot zum tragen kommt. Die Silikoiden die auf Silizium basieren sind durch einen Schwarmflug, von ihrer Heimat, die Schätzungsweise 20 Lichtjahre entfernt liegt, auf die Erde zugeflogen. Durch den selbstlosen Einsatz von z.B. OMEGA landeten nur Bruchstück auf unserem Planeten, der Rest befindet sich in näheren Umlaufbahnen und sorgt immer wieder für Angst und Schrecken unter der Erdbevölkerung. Ein Ausrotten der Silikoiden ist derzeit nicht möglich.

Es gibt ja wahrscheinlich von jedem Menschen einen Doppelgänger, aber die nächste Spezies heißt nicht nur so, sondern sorgt durch die Übernahme, – zuerst des Hirnes und dann des restlichen Körpers -, dafür das sich Infiziert auch so verhalten. Es benötigt zwar etlicher Kenntnis und auch Erfahrung festzustellen ob ein Mensch infiziert ist, aber sollte er es sein gibt es nur wenig Gegenmaßnahmen. Die Doppelgänger spalten aber nicht nur so die Menschheit, den es ist auch nicht abschließend geklärt wo genau sie herkommen und seit wann sie auf der Erde sind. Mit Gewissheit kann man nur sagen, das der erste Kontakt 2043 stattgefunden hat und dieses auch nur durch eine Anhäufung merkwürdiger Verhaltensweisen in einem Dorf aufgefallen ist.

Mit Plünderer geht es weiter. Das ist kein spezifisches Volk sondern eine Ansammlung mehrerer Rassen die durchs All haschen und genau das tun, was ihr Name schon verrät, sie plündern. Der erste Kontakt entstand während einer bereits voll im Gange befindlichen Naturkatastrophe vor der japanischen Küste. Den Plünderern wird aber nicht nur das plündern nachgesagt, sondern sie sollen auch den ein oder anderen Menschen entführt haben.

Die Kinder von Mu sind die letzte Alienrasse auf die in diesem Kapitel näher eingegangen wird. Hierbei handelt es sich um Aliens die dem weiblich-menschlichen Gen relativ nahe kommen, sie unterscheiden sich trotzdem bei einigen äußerlichen Merkmalen, wie etwa gelblich wirkenden Augen oder bläuliche Haut. Der Erstkontakt basiert aus den zwanziger Jahren. Allerdings um die Rasse genauer zu erforschen waren erhebliche Anstrengungen von Nöten, den die Kinder des Mu kamen nicht in ihrer tatsächlichen ausgereiften Form auf die Erde.

Besetzung Vorgefertigte Spielercharaktere, NSCs, Kreaturen

Den Anfang bestreitet in diesem Abschnitt sechs ausgearbeitete Startcharaktere, die Neulingen den Einstieg in CONTACT erleichtern sollen bzw. für Zeitersparnis sorgen. Diese basieren auf dem Aufbausystem welches in den KORE Regeln erklärt wird.Als Beispiel seinen hier genannt:

  • die Top Agentin
  • die künstliche Person
  • das Wunderkind

Die Charaktere erlangen alle, durch eine ausgearbeitete Vorgeschichte und einer passenden Charakterillustration, Detailtiefe. Die passenden Spielwerte runden diese ab.

Nach dem selben Schema werden in diesem Abschnitt des Grundregelwerkes noch NSCs und Kreaturen beschrieben. Die Auswahl sollte für jeden Spieler und Spielleiter für fast jede Situation oder Rundenzusammenstellung was parat halten.

Basenmanagement Simulation (BMS) Erweiterte Kampagnenregeln

Hier werden dem Spielleiter die Regeln für eine Kampagne inklusive der Leitung und Führung eines Stützpunktes näher gebracht. Diese können bzw. sollen bei Kampagnen Einzug erhalten und sollen die Spielercharaktere von ihrem üblichen Alltag ein wenig ablenken bzw. dafür sorgen das sich die Spieler auch um andere Dinge kümmern wie Alienjagen.

ARSENAL Ausrüstungs-Kompendium

In über siebzig Seiten bekommen sowohl der Spielleiter wie auch der Spielercharakter alles an die Hand um sich austoben zu können. Angefangen von Kampfmesser, Elektroschocker, Handfeuerwaffen, Granaten, Geschütze bis hin zu Panzerung, Werkzeugsets und Fluggeräte aller Art. Somit sollte wirklich alles vorhanden sein worauf es in CONTACT ankommt. Die gesamte Ausrüstung ist in Kategorien eingeteilt. Darin werden die einzelnen Gegenstände beschrieben, bekommen Spielwerte zugewiesen und erhalten teilweise eine bildliche Untermalung.

Die vorhandenen Tabellen sorgen für Übersicht.

Index und Charakterbogen

Den Abschluss bestreiten ein typischer Index und Charakterbogen.

Mein Fazit:

So nun komme ich zum Fazit. Das Grundregelwerk hat mir beim lesen sehr viel Spaß bereitet. Die Vorgeschichte und die damit verbundenen Verlagerung des Setting in die nahe Zukunft haben mich direkt gehabt, zum einen gefällt mir der cyberpunkig angehauchte Hintergrund, zum anderen die nachvollziehbaren Änderungen auf unserem Planeten. Die Gründung von OMEGA und deren Beschreibung gefallen mir sehr gut. Ist eine weitere Organisation die bei dem ein oder anderen Bewohner Paranoia vorantreiben dürfte, aber das tut sie hervorragend. Die Alienrassen finde ich klasse beschrieben und die bei der ein oder anderen von ihnen zuerst merkwürdig anmutenden Form oder Einstellung sorgen für das richtige Feeling. Die Erstkontakte mit der Menschheit und die daraus resultierenden Ereignisse sind gut durchdacht und sorgen für Konsumfreude. Die in den Alien-Spezies Beschreibungen vorkommenden Sidekicks zu dem ein oder anderen Film, Serie,oder realen Ereignis sorgt für Schmunzeler. Die SCs , NSCs und Kreaturen sorgen aus meiner Sicht für genügend Abwechslung und sollten für fast alle Situationen was parat halten. Die bei den Spielecharakteren vorzufindende Vorgeschichte bringt eine gute Detailtiefe in diese Chars. Das Ausrüstungskapitel dürfte auch für das größte Spielkind unter der Sonne dieses Planeten etliches parat halten und ein Glänzen in die Augen bringen.

Allerdings sind mir auch einige Sachen bei CONTACT aufgefallen die mir nicht so gut gefallen haben. So ist das Inhaltsverzeichnis an einer Stelle falsch, und zwar bei der Alien-Spezies „Kinder von Mu“.

Weiterhin sind die Regeln mit ihren fast neunzig Seiten, wenn man die Optionalen und BMS dazu nimmt, extrem übermächtig ausgefallen, auch wenn vieles davon optional ist. Allerdings wenn man die Taktik in CONTACT haben möchte muss man diese einsetzen, was zu einigen Spielunterbrechungen, wegen Nachtschlagens führt und zum anderen teils auch für Rechnerei. Ein Nachteil ist dadurch auch das permanente Blättern im Buch welches dieses in Mitleidenschaft ziehen könnte.

Bei dem Ausrüstungskapitel hätte ich mir eine etwas andere Aufteilung gewünscht. So wäre eine anfängliche Beschreibung gefolgt von einer Tabellensammlung in meinen Augen sinnvoller gewesen.

Das Cover kann mich leider nicht ganz überzeugen, mir fehlt da der „Wow“ bzw. „Kaufzwang“-Effekt. Wobei es nicht am Logo liegt!

Nicht desto trotz hat das Lesen, der Charakterbau, die Spielereinführung ins Setting und das Spielen viel Spaß gemacht und ich freue mich schon auf die ein oder andere weitere Runde.

Meine Bewertung:

4 von 5 Alienskadaver

Weitere Infos:

CONTACT das taktische UFO-Rollenspiel im Netz

CONTACT bei Facebook

CONTACT beim Uhrwerk Verlag

[Interview] In Contact mit Robert Hamberger

[Interview] In CONTACT mit Robert Hamberger

Hallo Robert,

vielen Dank, das Du Dir die Zeit für das Interview genommen hast.

Robert Hamberger: Hallo André, sehr gerne. Lass uns loslegen.

Würfelheld: Damit wir alle wissen mit wem wir es zu tun haben, würde ich Dich bitten, Dich vorzustellen.

Robert Hamberger: Meine wahre Identität untersteht strengster Geheimhaltung – ich könnte es Dir natürlich sagen, aber dann müsste ich Dich… Nein, Scherz.

Ich bin 33 Jahre alt und seit Mitte 2007 Chefredakteur dieses Projektes. Rollenspiele entwickeln ist aber nicht das, was ich hauptberuflich tue, sondern war von Anfang an nur ein Hobby von mir – ein mittlerweile etwas außer Kontrolle geratenes Hobby, zugegebenermaßen, das mehr und mehr die Dimensionen eines zweiten Berufes annimmt. Okay, aber was gibt es noch über meine Person zu sagen? Ich bin ein Nerd! Aber genug über mich, denn Autoren sind in der Regel nicht halb so interessant wie ihre Erzeugnisse!

Würfelheld: Du bist ja der Mann hinter CONTACT, dem Taktischen UFO-Rollenspiel. Worum geht es in CONTACT?

Robert Hamberger: In diesem Spiel gibt es außerirdische UFOs, und zwar mehr als nur eine Sorte. Ihre Insassen scheinen der Menschheit alles andere als wohlgesonnen zu sein, und in der Rolle eines Spielercharakters wird Dir die Verantwortung übertragen, die Erde vor der mysteriösen Bedrohung aus dem Weltraum zu verteidigen. Dazu reicht es natürlich nicht aus, gegen sie zu kämpfen, sondern es gilt auch zu forschen, mehr über die Natur und die Absichten des Feindes zu erfahren, wie auch seine fortschrittlichen Technologien zu entschlüsseln und sie Dir im Laufe des Spiels zunutze zu machen.

Würfelheld: CONTACT spielt ja in der nahen Zukunft, genauer gesagt im Jahr 2047. Wie bist Du auf die Idee gekommen?

Robert Hamberger: Das war einfach sehr naheliegend für mich. Mein Lieblingsgenre in Film und Literatur ist Science Fiction, die in der nahen Zukunft spielt. Sie stellt also eine Zukunftsvision dar, die leicht nachvollziehbar ist und oft als warnende Überspitzung der gegenwärtigen Verhältnisse auf unserer Welt dient. Und genau das soll auch das Setting von CONTACT bieten, selbst wenn man die Anwesenheit der Aliens einen Moment außen vor lässt: Eine fundierte, nachvollziehbare Darstellung der Zukunft, die nicht grundlegend anders funktioniert als unsere reale Welt, aber voller Konfliktpotenzial steckt, das man im Spiel nutzen kann. Auf diese Weise sollten Spieler es leichter haben, sich in dieses Setting hineinzuversetzen, ohne in einer vollkommen realistischen (und damit wahrscheinlich viel langweiligeren) Gegenwart zu spielen. Und mal davon abgesehen: 2047 sind genau einhundert Jahre seit dem Roswell-Zwischenfall vergangen. Ob das etwas bedeutet? Findet es heraus!

Würfelheld: Im Bezug auf CONTACT fallen auch immer Begrifflichkeiten wie „Cyberpunk“ bzw. „cyberpunkig“. Kannst Du dazu etwas sagen?

Robert Hamberger: Ja, der Aspekt des Cyberpunk als Subgenre der Science Fiction spielt eine nicht zu unterschätzende Rolle im nahfuturistischen Setting von CONTACT. Allerdings betrachte ich die Cyberpunk-Elemente nicht als besonderes Feature dieses Spiels, sondern als Selbstverständlichkeit in der Darstellung dieser Ära. Ersatzgliedmaßen, Genmanipulation, Roboter, Künstliche Intelligenz und Datennetze gibt es bereits heute, aber das bedeutet nicht, dass ihre Entwicklung stehen bleiben wird. Dreißig, vierzig Jahre in der Zukunft wird es diese Technologien immer noch geben, und sie werden ihre jetzigen Versionen wie primitive Spielereien aussehen lassen.

Und natürlich darf man übermächtige Megakonzerne nicht vergessen, die niederträchtige Absichten hinter blitzenden Fassaden aus Glas, Stahl und Lügen verstecken – es ist ja nicht so, als ob heutige Großunternehmen gerade für ihre Menschlichkeit oder ihre Rücksicht auf das Wohl des Einzelnen bekannt sind. Die totale Globalisierung gehört ja auch zu einer Welt im Cyberpunk-Zeitalter.

Das macht für mich den Cyberpunk-Anteil in diesem Spiel aus: Er dient nicht als Dreh- und Angelpunkt der Geschichte, sondern als Teil einer stimmungsvollen Kulisse, vor der sich das Invasionsszenario abspielt – mit spannenden Implikationen, da es somit deutlich mehr Akteure gibt als die bösen Eindringlinge, die den Spielercharakteren Probleme bereiten können.

Würfelheld: Im Setting ist die Rede von einer UFO-Verteidigungsorganisation namens OMEGA. Könntest Du diese und ihre Aufgaben bitte ein wenig näher beleuchten?

Robert Hamberger: Hast Du denn die nötige Sicherheitsfreigabe? *lacht*

Die Organisation, für welche die Spielercharaktere schwerpunktmäßig arbeiten, ist eine klandestine, internationale Instanz, die sich oft über Legislaturen hinwegsetzen muss, um ihre Aufgabe zu erfüllen. Diese besteht natürlich darin, den feindlichen Außerirdischen das Handwerk zu legen. Auch muss sie ständig Zwischenfälle vertuschen, um einer globalen Massenpanik vorzubeugen. Beschlossen wurde dies auf einem geheimen Gipfeltreffen in Berlin (die OMEGA-Initiative), als die Bedrohung durch die UFOs Überhand zu nehmen begann. Finanziert wird die Sache über Steuergelder nichtsahnender Bürger aus den Industrienationen, die auf eine Weise aus dem Staatshaushalt „verschwinden“, die niemand bemerken soll. Natürlich gibt es auch einen Teil Selbstfinanzierung bei OMEGA, wobei besonders den Spielercharakteren tragende Rollen zukommen. Der griechische Buchstabe Omega, der ja der letzte im Alphabet ist, steht hierbei für die letzte Verteidigungslinie gegen die außerirdische Bedrohung.

Würfelheld: Welche Charakterrollen können die Spieler in CONTACT spielen?

Robert Hamberger: Da gibt es ganz viele Möglichkeiten, die beliebtesten sind aber immer noch Soldaten verschiedener Spezialisierungen, Feldwissenschaftler und Agenten. Man stelle sich einen gewaltigen, überregionalen paramilitärische Block vor, der nicht nur hart durchgreifen kann, sondern auch wissenschaftliche Forschung betreibt und selbst Ausrüstung herstellen muss, um beim sprichwörtlichen Wettrüsten mit den Aliens Schritt zu halten. Alle Mitglieder dieser Organisation sind spielbar, und sei es der Hausmeister einer Geheimbasis oder ein Labortechniker im Rahmen einer Low-Level-Kampagne! Doch auch mit dem anderen Extrem darf man liebäugeln: Wie wäre es mit Kommandanten, Forschungsleitern oder Chefingenieuren? Je nachdem, wie viele Erschaffungspunkte der Spielleiter bei der Charakterererstellung veranschlagt, kann man eigentlich jeden denkbaren Charakter bauen. Außerdem kann man in CONTACT auch Androiden und eine begrenzte Auswahl an Aliens spielen, die nicht automatisch als Feinde gelten.

Würfelheld: Wie schnell hat man Deiner Erfahrung nach einen Charakter entwickelt?

Robert Hamberger: Das ist unterschiedlich, je nachdem welche Hilfsmittel man zur Verfügung hat. Nutzt ein Spieler die auf unserer Webseite angebotenen Tools, kann er in zwanzig Minuten spielfertig sein. Sonst dauert es vielleicht eine Stunde, das Ausdenken und Aufschreiben der Hintergrundgeschichte nicht mit eingerechnet.

Würfelheld: Welches Regelsystem erwartet die SpielerInnen bei CONTACT?

Robert Hamberger: Das Spiel verwendet ein Prozentsystem namens Contact Kore, das eigens dafür entwickelt wurde. Es bietet einige Kniffe, die für viele taktische Möglichkeiten beim Kämpfen sorgen, ohne im Sinne einer Ko-Sim übermäßig komplex zu werden. Bei seiner Entwicklung haben wir vor allem auf eine logische Herangehensweise geachtet, welche die Regeln trotz ihrer überdurchschnittlichen Dichte auch für Rollenspiel-Einsteiger transparent machen soll.

Natürlich deckt Contact Kore nicht nur Kampf, sondern auch alle anderen Bereiche ab, die bei einem Pen&Paper-Rollenspiel nicht fehlen dürfen.

Besonders stolz bin ich auf das optionale Basenmanagement-Kapitel, welches es Spielern erlaubt, entscheidenden Einfluss auf die Zusammensetzung ihres Hauptquartiers, seiner Besatzung und seiner Projekte zu nehmen, so dass die Geschichte einer Kampagne ein regelrechtes Eigenleben entwickelt und nach einiger Zeit selbst ohne das Nachlegen vorgefertigter Abenteuer voranschreitet.

Würfelheld: Im Grundbuch sind ja schon etliche Alienspezies enthalten. Wie bist Du auf die Ideen für diese gekommen?

Robert Hamberger: Ah, mein Lieblingsthema: Die Aliens! Bei manchen dieser Spezies ist die zugrundeliegende Inspiration recht offenkundig, und das gewollt. Ich möchte an dieser Stelle nur zwei Beispiele nennen, um nicht zu viel zu verraten. Der Spielleiter wird beim Lesen jedenfalls seinen Spaß haben, denn fast jede Alienrasse in CONTACT enthält Easter Eggs oder ist eine Hommage an bekannte Kreaturen aus, Film, Fernsehen und Videospielen.

Da wären zum Beispiel die Grauen, die auch Zetas genannt werden. Na, woher kennen wir sie? Dürre, schwächliche Körper, haarlose Wasserköpfe, schwarze, glänzende Augen, Psi-Kräfte und ein Hang zu gelinde gesagt sonderbaren medizinischen Untersuchungen. Richtig, ist da nicht eine ihrer fliegenden Untertasse über Roswell abgestürzt? Diese klassischen Aliens sind so fest in der Populärkultur verwurzelt, dass sie gar nicht mehr daraus wegzudenken sind. Es gibt unzählige Beispiele von Filmen, Serien, Spielen und sogar Dokus, in denen sie auftauchen. Also gehören sie mit all ihren Klischees und Eigenarten definitiv auch in CONTACT.

Dann gibt es noch die Silikoiden, die mit der Bezeichnung „Explodierende Kamikaze-Meteoriten-Bugs“ ganz gut beschrieben sind. Sie sind so gefährlich, dass sie einer biologischen Waffe gleichkommen, dabei aber auch scheinbar völlig unintelligent. Bei ihnen inspirierten mich vor allem diverse selbstzerstörerische Gegner aus Ballerspielen, und nicht an erster Stelle (wie anzunehmen) die „Bugs“ aus Starship Troopers.

Würfelheld: CONTACT ist ja nun schon einige Zeit im Lichtkegel der Öffentlichkeit. Wie geht es nun weiter? Was ist in naher Zukunft von Dir geplant?

Rober Hamberger: Einiges. Nachdem wir schon zwei Abenteuer für das System veröffentlich haben, folgt nun ein größeres Quellenbuch. Ein Erscheinungsdatum dafür haben wir aus Sicherheitsgründen noch nicht angekündigt, und eigentlich darf ich auch noch nicht allzu viel dazu sagen, aber… *deutet verschwörerisch auf das Wasserglas und flüstert:* …diesmal kommen sie von unten, wenn Du verstehst was ich meine.

Würfelheld: Könntest Du uns eine Anekdote zu CONTACT erzählen?

Robert Hamberger: Na klar. Aber die muss auch schön peinlich sein, oder? Nun denn: Ich war auf der Ratcon 2012 in Unna, und einer meiner Kumpels meinte: „Hey, ich leite eine Demorunde CONTACT. Willst Du nicht mitspielen?“ Und ich: „Das brauchst Du mich nicht zweimal zu fragen!“ Zack, hingesetzt, meinen Wochen im voraus sorgfältigst ausgearbeiteten Charakter „Larry Havoc“, genannt „Manhunter“, ausgepackt, Würfel gezückt und begeistert losgespielt.

Ich muss wohl dazusagen dass ich als Entwickler nicht wirklich oft dazu komme, mein eigenes Spiel zu spielen, weil ich es jedes Mal leiten muss. Ich freute mich also wie ein Schnitzel – das Abenteuer war echt spannend und beim ersten Kampf haben wir gerockt – auch wenn ich alle meine Stirb-Langsam-Punkte ausgeben musste und dabei noch meine Primärwaffe schrottete – das passiert schonmal, wenn man so würfelt wie ich! Dann sind wir tiefer in das gestrandete Alienschiff vorgedrungen und über zwei Spawner gestolpert (die sind so etwas wie Vogonen, nur viel hässlicher, übelriechender und deutlich bessere Schützen). Und da ich mich so freute, wieder etwas plattmachen zu dürfen, hatte ich für einen Augenblick die kleine Zusatzbezeichnung des TAKTISCHEN UFO-Rollenspiels vergessen – und bekam in der zweiten Kampfsequenz einen Plasmatreffer voll auf die Zwölf. Denn nur wer Deckung hat, ist klar im Vorteil. Und diese Deckung war vorhanden. Ich hatte es nur verpennt, sie zu nutzen, obwohl die Möglichkeit dazu sich mehrfach angeboten hatte. Danach war ich natürlich ziemlich mausetot, denn so ein Startcharakter hat ja noch keine fortschrittliche Panzerung, und Larry war ein schneller Agentencharakter, der nicht darauf ausgelegt war, viel Schaden wegzustecken. Jedenfalls war das eine sehr kurze Karriere bei OMEGA für den berüchtigten Manhunter.

Jetzt wisst ihr es. Lacht nur, die kriegen euch schon auch noch…

Würfelheld: Was gab es bis dato an Resonanz auf CONTACT?

Robert Hamberger: Bisher bin ich damit zufrieden. Es gab eine Handvoll schöner Rezensionen, und auch im (nun leider geschlossenem) Ulisses-Forum ließ sich rege Aktivität verzeichnen. Die Diskussion im neuen Uhrwerk-Forum läuft aber auch schon gut an. Mir gefällt vor allem die Beteiligung der Fans an neuen Produkten. Oft kommen sie mit großartigen Ideen, und wir planen, die Besten davon ASAP in die Tat umzusetzen, so wie wir es im kleineren Rahmen schon mit einigen Download-PDFs getan haben, die über die letzten vier Monate erschienen sind.

Würfelheld: Wo siehst Du CONTACT in zwei, drei Jahren?

Robert Hamberger: *legt den Globus wieder weg und guckt ganz unschuldig.* Naja, man sollte den Tag ja nicht vor dem Abend loben, aber die englische Übersetzung des Grundregelwerkes ist schon abschussbereit. Und für den deutschen Markt entsteht schon jetzt nicht gerade wenig Material, das dann ja auch nach Übersee geschafft werden kann. Mehr kann ich dazu im Moment nicht sagen.

Würfelheld: CONTACT ist beim UhrwerkVerlag erschienen. Wie kam es zu der Zusammenarbeit?

Robert Hamberger: Am Anfang stand für mich ja gar nicht fest, das Ganze bei einem Verlag zu veröffentlichen, sondern ich hatte einfach ein kleines System für mich selbst geschrieben, mit dem ich ein UFO-Invasionssetting spielen wollte. Ein paar gedruckte Ur-Versionen habe ich heute noch im Regal stehen. Junge, sahen die gruselig aus, und das nicht im guten Sinne! Ich schätze, viele der heute kommerziell erhältlichen Rollenspiele begannen ihr Dasein auf diese Weise.

Nachdem die Artworks und das neue Layout da waren, wurde mir aber klar, dass ich es versuchen konnte. Warum auch nicht? Das Buch sah schließlich gut genug aus, und auch am Inhalt hatte ich knapp vier Jahre lang erweitert, ausgebaut, getestet und gefeilt. Der Gedanke, das Ding unter die Leute zu bringen, war ziemlich verlockend. Also den Telefonhörer gezückt und alle deutschen Rollenspielverlage der Reihe nach abgeklappert. Das Resultat war zunächst ernüchternd. Ohne Namen zu nennen, aber viele von ihnen waren Gespenster im Netz, pleite gegangen, oder steckten gerade in irgend einer Krise, so dass sie überhaupt keine Rollenspiele mehr machen wollten, sondern nur noch Liebesromane und Kochbücher. Manche hielten mich monatelang mit Sprüchen und leeren Versprechungen hin, dass mir fast der Kragen platzte. Andere wiederum lachten mich aus, ohne auch nur einen Blick auf das Produkt geworfen zu haben. Science Fiction und Rollenspiel, das wären zwei Dinge, die heutzutage keine Chance mehr hätten, sagte einer dieser Bürokraten am Telefon. Ich hätte den blöden Kerl am liebsten mit seiner kleinkarierten Krawatte erwürgt. Noch nie hatte ich so dass Gefühl gehabt, gegen eine Wand aus Ignoranz gelaufen zu sein.

Aber einen Verlag hatte ich bei meiner Suche zuerst übersehen: Uhrwerk. Als ich dort anrief ging ein überraschend freundlicher Mann ans Telefon, der, wie es sich herausstellte, auch noch der Geschäftsführer war. Direkt von Anfang an stellte er klar, dass ich ihn doch bitte zu duzen hatte. Keine zwei Tage, nachdem er das PDF bekommen hatte, bekam ich seine persönliche Zusage. Und hier sind wir nun. Toll, oder?

Würfelheld: Am Ende jedes Interviews stelle ich fünf kurze Fragen mit der Bitte um kurze Beantwortung.

Robert Hamberger: Schieß los!

Würfelheld: Rollenspiel ist für Dich?

Robert Hamberger: Das schönste und beste Hobby überhaupt. Es ist eines der wenigen, bei dem man sowohl Konsument als auch Schöpfer zugleich sein kann, egal ob man als Autor, Spielleiter oder auch nur als Spieler antritt.

Würfelheld: Dein Lieblingsbuch ist?

Robert Hamberger: Schwierig. Ich finde viele Bücher gut und lese manche von ihnen immer wieder, aber am meisten beeindruckt hat mich wohl George R. Martin mit seinem Lied von Eis und Feuer. Die habe ich am Stück verschlungen, als gäbe es kein Morgen.

Würfelheld: Was gehört für Dich beim Schreiben unbedingt dazu?

Robert Hamberger: Die Inspiration, die man bekommt, indem man sich zwischendurch einschlägige Filme anschaut. Nimm‘ zum Beispiel John Carpenters „Das Ding aus einer anderen Welt“ – gibt es einen besseren Film, um Inspiration für das klaustrophobische Grauen eines Doppelgänger-Abenteuers zu sammeln?

Achja, und gute Musik gehört natürlich auch zum Schreiben dazu. Es ist erstaunlich, wie viele Musiker ihrerseits von den Themen der Science Fiction inspiriert wurden. Man blicke da nur auf Iron Maiden. Solches Zeug könnte ich den ganzen Tag rauf und runter hören.

Würfelheld: Welches Rollenspiel, neben CONTACT, spielst Du am liebsten

Robert Hamberger: Ich schätze, Savage Worlds gefällt mir sehr gut. Mit meiner Stammgruppe probieren wir damit immer wieder neue Settings aus, und dank seines einfachen Regelsystems muss man nicht erst groß umdenken und kann sich direkt um das wesentliche kümmern: Die Story.

Würfelheld: Welche Hobbys neben Rollenspielen hast Du noch?

Robert Hamberger: Zählt das Schreiben auch zum Rollenspiel? Ich lese auch gerne einen guten Roman und bin ein ausgesprochener Filmfreak. Und in letzter Zeit habe ich entdeckt, dass es ganz gut ist, auch ein wenig Sport zu treiben. Hört zu, ihr Nerds, denn ihr wisst, dass es stimmt!

Würfelheld: Vielen Dank Robert, das Du Dir die Zeit genommen hast um mir Rede und Antwort zu stehen. Ich hoffe, es hat Dir Spaß gemacht. So, die letzten Worte überlasse ich dann Dir.

Robert Hamberger: Ich habe zu danken. Freue mich doch immer wieder, wenn ich etwas zu meinem Steckenpferd erzählen darf. André, ich wünsche Dir dann noch viel Erfolg mit dem Würfelhelden-Blog, und man sieht sich bestimmt auf der einen oder anderen Veranstaltung – vielleicht auch, um ein paar Aliens zu killen, ohne dabei selber draufzugehen! Over und aus!

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