[Veranstaltung] Das Lese-Wunderland – Samstag 04.Juni 2016

Da schnüffelt man ein wenig rum und wird auf diese Lese-Veranstaltung aufmerksam. Das Ding muss ich Euch hier einfach mal vorstellen, den wenn man sich anschaut wer da sein Werk zum Besten geben wird, ist es eigentlich schon Pflicht, sich das Live reinzuziehen.

Nun lass ich einfach mal den offiziellen Text folgen:

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[Buch] „Blutroter Stahl“ kann vorbestellt werden

Die Sword & Sorcery Anthologie „Blutroter Stahl“, welche bei PROMETHEUS erscheinen wird, kann nun vorbestellt werden. Das eBook wird ab 2.April zur Verfügung steheh, der Print folgt Ende April.

Hier gehts zur Meldung.

„Unsere Namen spielen keine Rolle. Wir sind die Wanderer in der Finsternis. Wir sind der Schrecken im Auge unserer Feinde und das Wispern ihrer verlorenen Seelen. Wir sind Blut und Stahl. Mögt ihr unsere Namen auch vergessen, unsere Taten leben ewig!“

Der Band enthält Geschichten von:
Anja Bagus, B.C. Bolt, Tom Daut, Marc Geiger, Christian Günther (welcher auch das Cover beisteuerte), Peter Hohmann, Daniel Isberner, Mike Krzywik-Groß, Thorsten Küper, Gloria H. Manderfeld, Kay Noa, Christel Scheja, Judith & Christian Vogt, Torsten Exter und Florian Wehner.

Das Besondere an „Blutroter Stahl“ ist jedoch, dass die ‪‎Kurzgeschichten‬ passend illustriert sind, mit Zeichnungen von:
Lina Fleing, David Lewis Johnson, Volker Konrad, Joyce Maureira, William McAusland, Elfi Rahn und Christel Scheja.

Herausgeber: André Skora, Ingo Schulze, Michael Quay

 

 

[FeenCon 2015] Ein paar Worte …

Am letzten Wochenende fand ja bekanntlich die FeenCon 2015 in Bad Godesberg statt. Nun ich habe meinen Kadaver dann auch mal in die Stadthalle geschleppt und an dem Großen Schwitzen teilgenommen.

Nach dem anfänglichen Rundgang, Käufen und Gequatsche zog es mich diesmal in einige Programmpunkte. So begann ich mit der Lesung von Robert Corvus, der aus seinem im Januar bei Piper erschienen Fantasywerk „Grauwacht“ las. Während der Lesung und der anschließenden Selbstbeweihräucherung fand ich leider keinen Zugang zum Werk, muss nun nach ein paar Tagen aber feststellen das etwas hängengeblieben ist. Ob es aber zum Kauf kommen wird, kann ich noch nicht sagen.

Anschließend ging es zum „schwarzen Mann“ der FeenCon, ähm nee ich mein dem „Seelenverkäufer“. Ach Quatsch das war Martin Ulmer, der aus seinem im Papierverzierer Verlag erschienen Werk „Dunkellicht“ vortrug. Der Mann im schwarzen Anzug, bei den Temperaturen absoluter Wahnsinn, konnte sich über eine große Hörerschaft freuen. „Dunkellicht“ kann was.

Weiter ging es mit der Lesung von Anja Bagus. Hier gab es „Waldesruh“ auf die Lauscher. Ein Roman im, von Anja geschaffenen Ætherversum. Ich fühlte mich wirklich sehr gut unterhalten und freue mich schon auf das nächste Werk von Anja.

Nach kurzer Pause gingen meine Lauscher erneut auf Empfang. Diesesmal gab Ann-Kathrin Karschnick einen Einblick in den zweiten „Phoenix“ Teil. Weiterhin gab es dann auch noch einen kurzen Einblick ins aktuelle Werk „Sternenpfad“, einer kuriosen Mischung. Ann-Kathrin meinte „Geocachende Elfen in Berlin“ dazu. Die Bücher lagen vorher schon auf meinem SUB, somit brauchte ich nicht zuschlagen, empfehle es aber!

Ein paar Minuten später gab es dann eine doppelstündige Lesung. Nämlich aus der Anthologie „Irrlichter“ welche aus dem Verlag Torsten Low stammt. Allerdings gaben nicht nur die Autoren ihr Bestes, sondern auch die Irrlichter als solches. Somit gab es auch Musik auf die Ohren. Leider schwankten die Lesequalität sehr, was einem den Zugang zu den Storys nicht gerade vereinfachte.

„UMRAY“ wurde dann meine finale Lesung des Tages. Dabei handelt es sich um eine Anthologie die die Thematik „Predatoren landen auf der Erde“ bedient. Das Ganze wird durch Illustrationen und einem Comicstrio begleitet. Serena Hirano und Martin Ulmer trugen zuerst ihre Werke vor. Tom Daut lieferte zum Ende hin dann seine gewohnte Hörspiellesung ab. Die drei angelesenen Storys ließen schon auf unterschiedliche Herangehensweise und Qualitäten schließen. Mich rockte es nicht wirklich vom Hocker.

Nach diesen Lesemarathon schwang ich mich dann in die Abgründe des deutschen Schatten und konnte die Straßen unsicher machen, sprich ich saß in einer Shadowrun Runde die sich rund um Gang-Streitigkeiten drehte.

So gegen 3:30 ging es dann nach Hause.

Was bleibt von dieser Feencon, außer einen Riesensonnenbrand? Na ich habe mal wieder viele nette Leute wiedergetroffen, mich toll unterhalten gefühlt und hatte eine tolle Spielrunde. Somit sollte ich auch 2016 wieder mit von der Partie sein. Ich hoffe dann gibt es auch wieder Stoffbeutel – Plastiktüten sind uncool!

[Rezension] Dunkle Stunden

Autor: Kaiser & Lohwasser (Hrsg.)
Verlag: Verlag Torsten Low
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 421 Seiten
Erschienen: Oktober 2014
ISBN: 978-3-940036-26-1
Preis: 14,90€

von: Moritz

Mal wieder ’ne Anthologie. Drückt mir die Daumen, dass die Geschichten was können. Bei der Recherche habe ich herausgefunden, dass es sich bei dieser Sammlung um das Ergebnis eines gewaltigen Aufrufes handelt. Im „Deutschen Schriftstellerforum“ wurde dazu aufgerufen Geschichten zu einer Anthologie beizutragen und insgesamt kamen wohl 296 bei den Herausgebern an. Klasse. Da sollte genug Qualität dabeigewesen sein, um die etwas über 400 Seiten (mit 25 Geschichten) zu füllen.

Ich zitiere mal aus dem Aufruf: „Was wir wollen: Geschichten voller Düsterkeit, voller Schmerz und Verzweiflung, voller Grauen und Entsetzen, genauso gerne aber auch solche voller Phantasie, Melodie, Wunder und Geheimnis.

Die Geschichten dürfen zum Gruseln und Fürchten sein, zum Staunen und Nachdenken, und auch zum Sehnen und Hoffen. Ebenso willkommen sind ganz eigene Interpretationen der „Dunklen Stunden“, vielleicht sogar jene mit einem Licht am Ende des Tunnels.

Vor allem aber suchen wir Geschichten, die Atmosphäre atmen, die im Gedächtnis bleiben, an die man sich erinnert – gerne oder mit einem (angenehmen) Schaudern im Nacken.

Die Geschichten dürfen mit einer Prise (aber bitte nur einer Prise!) düsteren Humors gewürzt sein, und besonders gerne lesen wir niveauvolle und kluge Geschichten. „

Hört sich gut an, dann mal los!

Klappentext:
Dunkelheit. Ratten, die diese bevölkern. Dazwischen ein einzelner Mensch, dem nichts anderes geblieben ist als zu hoffen …

Ein finsteres Verlies. Etwas ist darin eingesperrt und wartet auf seine Abholung. Doch seine Wärter trauen sich nicht hinab, sie verhandeln miteinander, vielleicht losen sie. Der mit dem kürzesten Strohhalm muss hinuntersteigen …

Ein Professor für Quantenphysik, der sich mit seinen Experimenten weit hineingewagt hat in eine Welt jenseits aller Vorstellungskraft – und zu nahe an etwas, das er einmal für Gott hielt …

Diese und weitere packende Visionen aus Düsternis, Grauen und Verzweiflung versammeln sich in der Dunkelheit zwischen den Buchdeckeln und warten darauf, im Licht der Leselampe enthüllt zu werden. Doch auch Nachdenkliches, Verspieltes und selbst eine Prise Humorvolles schlummert verborgen zwischen den Seiten. 25 Geschichten, die Atmosphäre atmen und an die man sich erinnert – mit einem Lächeln auf den Lippen oder mit einem angenehmen Schauer im Nacken.

Mit Geschichten von Oliver Plaschka, Thilo Corzilius, Andreas Gruber, Markus K. Korb, Fabienne Siegmund, Tom Daut u. v. a.

Die Geschichten:
Insgesamt haben es 25 Geschichten von im Schnitt um die 15-20 Seiten in die gedruckte Veröffentlichung geschafft. Und die sind auch alle wirklich blitzsolide. Da gibt es gar kein Vertun. Von der Grundidee her gefällt es mir ausgezeichnet eine Anthologie auszuschreiben, die als verbindendes Element „Dunkelheit“ haben. Was ich aber ursprünglich für eine Stärke hielt, erweist sich in dieser Anthologie dann doch leider als Schwäche, da die Geschichten zwar dieses Thema alle hervorragend aufgreifen, aber auf so unterschiedliche Art und Weise, dass mir als Leser dann doch der rote (oder beim Thema besser: „der schwarze) Faden etwas verloren geht.

Leider gibt es auch keine richtige „Knallergeschichte“. Die Dinger sind alle auf gleichbleibend ordentlichem Niveau, dass irgendwie zwischendurch der Reiz verlorengeht und ich mich durch die letzten Kurzgeschichten fast schon quälen musste. Und das ist echt schade, weil – wie schon öfters erwähnt – keine wirklich üble oder langweilige Geschichte am Start ist. Vielleicht hätte ich selber einee richtig miese Story beitragen sollen, die den Leser etwa bei der Hälfte vor Angstschweiß triefend geweckt und Zeugnis davon abgelegt hätte, wie gut die anderen Beiträge wirklich sind. Ich tue mich auch an dieser Stelle schwer schwache Geschichten rauszugreifen und Anlesetipps zu geben. Was mir noch recht eindrücklich im Hinterkopf herumlungert ist vielleicht noch die Geschichte, in der ein Autor den japanischen Markt mit absolutem Körpereinsatz erobert. Wenn ihr euch einen Eindruck verschaffen wollt, könntet ihr euch also die Geschichte „amazon.jp“ reinziehen. Die hat schon irgendwie einen Reiz, aber wer schonmal beispielsweise Lovecraft gelesen hat, wird dann auch von der Pointe nicht völlig weggeblasen werden.

Mein Fazit:
Sorry! Ich bin dem Verlag ja sehr zugetan und auch die Idee, öffentlich zu einer Anthologie zu einem bestimmten Thema aufzurufen, finde ich schlichtweg grandios. Aber irgendwie hat keine einzige der Geschichten es geschafft, mich richtig zu packen. Sie rasen im D-Zug-Tempo an einem vorbei und schaffen es auch irgendwie einen zu bedrücken, aber sich nach einer Kurzgeschichtensammlung irgendwie mies zu fühlen kann ja auch nicht das Ziel der Chose zu sein. Oder ich bin einfach nicht die Zielgruppe und die Sammlung richtet sich an Menschen, die sich gerne auf Friedhöfen gegenseitig Geschichten vorlesen und versuchen, sich gegenseitig runterzuziehen.

Die Geschichten sind handwerklich allesamt blitzsauber und es gibt absolut keine Ausreißer nach unten, aber leider gibt es auch keinen Ausreißer nach oben, was aber auch zugegebenermaßen einfach dran liegen kann, dass sie haarscharf an meinem Geschmack vorbeigeschrieben sind.

Also nix für ungut, Konzept gut, Autoren gut, aber ich fühle mich einfach nicht abgeholt. Ist in diesem Fall wohl einfach Geschmackssache.

Meine Wertung:
2 von 5 Dunkle Stunden

[Interview] Tom Daut – Der Gefallene Prophet stellt sich

Ich hatte die Chance an Tom ein paar Fragen zu richten. Lest selbst was er zu antworten hatte.

Viel Spaß!

* * * * * * * *

Hallo Tom,
vielen Dank, dass du die Zeit für dieses Interview gefunden hast. Würdest du dich zuerst einmal vorstellen?
Hallo zusammen. Ich nenne mich Tom Daut, bin 46 Jahre, bezeichne mich seit 2011 als Autor und grase im Gebiet der Fantastik. Meine beiden Romane DIE SINISTRA und DER GEFALLENE PROPHET vermischen Sci-Fi und Fantasy. Wenn es um Kurzgeschichten geht, fühle ich mich aber auch in allen anderen Subgenres wohl. Ich gehe mittlerweile keinem anderen Job außer der Autorenarbeit nach, weil mir Selbstvermarktung und Lesen, welches neben der Schreiberei meine zweite große Leidenschaft ist, einfach keine Zeit mehr übriglassen.
Auch in meiner Freizeit kann ich die Finger nicht von Fantastischem lassen, sei es nun im Kino, bei Büchern oder Blu-rays. Ich verschlinge alles, in dem es auch nur ein bisschen übernatürlich zugeht und das mir gefällt.

Ich habe ja an der RatCon-Lesung von dir teilgenommen und war überrascht, dass trotz parallel laufender Feuershow so viele „Der gefallene Prophet“-Interessierte den Weg in die Lesung gefunden hatten. Wie fandest du die Resonanz?
Das hat mich schlichtweg umgehauen. Vor allem nachdem mir klar wurde, dass ein Großteil des Publikums extra für den GEFALLENEN PROPHETEN auf die RatCon gekommen war. Und dies für eine Lesung, die um 22:00 Uhr stattfand. Dafür möchte ich mich noch mal vor allen Anwesenden ganz tief verneigen. 🙂

Ich muss sagen, ich war überrascht, da kommt ein Typ, baut ein paar Lautsprecher und Laptop auf, stellt Bücher hin, zieht sich Handschuhe an und erzählt was von „Hörspiel-Lesung“. Wie bist du auf diese Idee, diesen Mehrwert gekommen?
Das hat sich irgendwie ganz von selbst ergeben. Als ich damals mit dem Vorgänger des PROPHETEN, dem kostenlosen Internetprojekt DIE SINISTRA, gestartet bin, habe ich mir vorher die Lesungen der Kolleginnen und Kollegen im Umfeld angeschaut. Leider musste ich ganz oft feststellen, dass mich das Medium Lesung in der Form kaum ansprechen konnte (sorry, sorry, sorry). Dem entgegen gab es aber auch positive Beispiele, wie Markus Heitz und meinen großen Inspirator Torsten Low. Torsten hatte mich bei den ersten Fantasy-Tagen in Iserlohn mit seiner Art, eine Lesung zu präsentieren und durchzuführen, regelrecht geflasht.
Damit hatte ich einen Ansatzpunkt, wohin ich mit meinem Vortragsstil wollte. Nach viel, viel Üben und Überprüfen durch Aufnehmen meines Lesens, fasste ich den Mut, meine Stimme dabei zu verstellen. Meine Güte, was kam ich mir beim ersten Versuch bescheuert vor. Meine Freundin fand die Wirkung jedoch ziemlich gut und steuerte obendrein noch ein paar Anregungen zu den „Spezialeffekten“ bei. Die Idee, Roboter mit einer Blechtasse vor dem Mund zu lesen, stammt zum Beispiel von ihr.

Bei deiner Lesung kam auch Musik zum Einsatz. Würdest du dazu bitte etwas mehr sagen?
Da ich beim Schreiben ganz oft in Filmszenen denke und sowieso recht multimedial veranlagt bin, wollte ich von Anfang an musikalische Unterbrechungen während meiner Lesungen haben, die die Stimmung der vorgetragenen Stellen unterstreichen oder weiterspinnen. GEMA-frei und kostenlos sollte das Ganze auch noch sein. Was soll ich sagen? Große Chancen hatte ich mir bei der Internetsuche nicht ausgerechnet.
Umso überraschter war ich, dass ich recht schnell auf die Seite von Kai Hartwig stieß. Kai ist ein Komponist, der aus der Computerspiel-Szene stammt und seine Musik sowohl GEMA-frei als auch gratis anbietet, sofern kein Gewinnstreben hinter der Verwendung steckt. Obendrein klingen viele seiner Stücke wie von Hans Zimmer. Ich hatte den perfekten Soundtrack zu meiner Geschichte gefunden. Und da DIE SINISTRA zunächst ein Non-Profit-Projekt war, konnte ich mir ohne Gewissensbisse nehmen, was ich brauchte.
Nachdem mich meine Zuhörer nach einiger Zeit davon überzeugt hatten, von der SINISTRA eine kostenlose Hörbuchversion ins Netz zu stellen, habe ich mit Kai Kontakt aufgenommen. Ich weiß noch, wie aufgeregt ich war, als ich meine Mail an ihn geschrieben und ihn darüber informiert habe, so von einem Künstler zum anderen, was ich mit seiner Arbeit aufstelle. Geld konnte ich ihm ja leider nicht bieten, nur Werbung. Er war zum Glück nicht nur so begeistert von meinen Ideen, dass er mir erlaubt hat, seine Musik zu verwenden, sondern mir auch noch eine eigene kostenlose Titelmelodie für DIE SINISTRA komponiert hat. Im ersten Moment konnte ich gar nicht glauben, was ich da las. Einer der Momente im Leben, die ich wohl nicht so schnell vergessen werde.
Aber Kai kann nicht nur Brachiales. Auf http://www.hartwigmedia.com kann sich jeder selbst von seiner Bandbreite überzeugen. Und wenn ihr mal ein Stück für die heimische Videoproduktion oder als Untermalung für den Rollenspielabend braucht, werdet ihr dort garantiert fündig.
Ich verbringe vor meinen Lesungen oft Stunden mit Stöbern. Selbst jetzt noch, wo DIE SINISTRA eigentlich beendet ist und DER GEFALLENE PROPHET auf dem Programm steht.

Wo wir schon einmal bei „Der gefallene Prophet“ sind, könntest du ein wenig mehr dazu erzählen, sprich wie bist du auf die Idee gekommen, was hat dich inspiriert usw.?
Leider nein. Diese Frage muss ich in jedem Interview blocken, weil ich sonst die Leser der ANNO-SALVATIO-423-Serie, deren Auftaktroman DER GEFALLENE PROPHET darstellt, schwer spoilern würde. Aber ich kann Andeutungen machen und kurz erläutern, worum es in den Romanen überhaupt geht.
Anfang der 1990er las ich in einem amerikanischen Comic-Magazin über eine BATMAN-Geschichte, bei der der schwarze Rächer in einer von der katholischen Kirche beherrschten Alternativwelt für Gerechtigkeit sorgte. Das Setting hat mich sehr fasziniert. Mitte der Neunziger fiel mir eine in meinen Augen ungewöhnliche Grundkonstellation zwischen zwei Charakteren und einem Hindernis ein, das diese beiden zu überwinden hatten. Da sagte ich: Wenn ich jemals ein Buch verfasse, wäre dies eine Geschichte, die ich gern schreiben würde. Mit dem tatsächlichen Schreiben hatte ich seinerzeit aber noch nichts am Hut. Wenig später musste ich feststellen, dass „meine“ Idee in einem Film verwertet werden sollten. Leider wurde ich von der Umsetzung dann schwer enttäuscht.
Spulen wir vor bis ins Jahr 2008. Ich hatte mit dem Schreiben begonnen und initiiert durch den Wettbewerb „Schreiben Sie einen magischen Bestseller“ vom HEYNE-Verlag wurde mein erster Roman fällig.
Mittlerweile hatten sich der oben erwähnte Hintergrund und die Charakterkonstellation in meinem Kopf vereinigt. Zwei Roman-Ideen schwebten mir vor, wobei ich der mit dem Arbeitstitel GOTTES STADT (das spätere ANNO SALVATIO 423) den Vorzug gab und loslegte.
Zum Glück fand mein Wettbewerbsbeitrag damals keine Beachtung. So hatte ich Zeit, an meiner Schreibe zu arbeiten und so lange Einfälle an das Grundkonstrukt zu kleben, bis es in seiner Gesamtheit so richtig rund werden konnte.
So ist aus der Geschichte um Desmond Sorofraugh, der als übernatürlich begabter Priester in den finsteren Straßencanyons des Gelobten Landes für die Aufrechterhaltung der neuen Zwölf Gebote sorgt, ein fünfbändiger Zyklus erwachsen.
Mein erster Versuch, das Manuskript zu Teil eins an einen Verlag zu bringen, scheiterte. Also fasste ich den Entschluss, mich mit einem E-Book-Projekt an den Torwächtern der Lektorate vorbei ans Publikum zu schleichen. Dazu habe ich mir die Idee von einem Prequel, in dem Soldaten gegen schwarze Magier kämpfen, aus dem Ärmel geschüttelt, sie kostenlos bei facebook zur Verfügung gestellt und auf Cons Lesungen damit abgehalten.

Ich saß ja wie gesagt in einer dieser Lesungen und mir kam so einiges unheimlich aus z. B. den Rollenspielen Shadowrun, Engel, Warhammer 40K bekannt vor. Allerdings erkannte man immer die Eigenständigkeit. Hast Du einen RPG-Hintergrund, oder wieso genau diese Mischung?
Obwohl ich als Konsument von Kindesbeinen an in der Fantastik unterwegs bin und meine Romane recht rollenspielaffin sind, kannte ich bis auf SHADOWRUN keines der von dir angeführten Universen. Das war auch sicherlich besser so. Denn hätte ich von der Existenz von ENGEL oder beispielsweise dem Vorbild zu PRIEST gewusst, hätte ich mich nie an ANNO SALVATIO 423 gewagt. Das wäre mir viel zu ähnlich gewesen.
Meine Rollenspielerzeit ist seit dem Ende der 1980er vorbei. Danach war ich raus aus der Sache und DAS SCHWARZE AUGE blieb das einzige System, welches ich je gespielt habe. SHADOWRUN nahm ich am Rande wahr und fand, dass die Vermischung von Fantasy und SF in der fantastischen Literaturlandschaft nur unzureichend repräsentiert war, obwohl dies im Kino (z. B. STAR WARS) doch hervorragend funktionierte und auch angenommen wurde.
Da ich außerdem schon immer einen Hang zu Finsterästhetik hatte (Gigers ALIEN, BATMAN, THE CROW etc.) und ich darüber hinaus bemerkenswert fand, dass bislang niemand die christliche Mythologie so richtig als das aufgearbeitet hatte, was sie in Wirklichkeit ist, nämlich Fantasy, nahm ich die Mission auf mich, all dies ändern zu wollen. 😉

Wie wird es nach „Der gefallene Prophet“ weitergehen?
Die nächsten acht Jahre werde ich wohl mit der Fertigstellung von ANNO SALVATIO 423 zubringen. Der Plan ist, die vier Folgebände im Zweijahresrhythmus zu veröffentlichen. Es reifen darüber hinaus auch schon Projekte in meiner Gehirnschublade, über die ich jetzt aber noch nichts verraten möchte. Nur so viel: Es wird nichts mehr aus dem Erzähluniversum von DIE SINSITRA/ANNO SALAVTIO sein.

War es eigentlich schwierig für diese Thematik einen Verlag zu finden und wie kam es zu der Zusammenarbeit?
Wie oben schon angedeutet, wollte zunächst kein Verlag an das Manuskript ran. Als Debütant ein Projekt anzustoßen, das einerseits seitengewaltig ist und sich direkt auf fünf Bände festlegt, ist schon recht schwer unterzubringen. Dann noch nicht mal einen aktuellen Trend zu bedienen und nicht so recht in irgendeine vermarktbare Schublade zu passen, stellt so eine Art Todesstoß dar.
Ich musste zunächst ein Jahr mit DIE SINISTRA durch die Szene tingeln, auf mich aufmerksam machen und ein Publikum generieren. Dann traf ich (nicht ganz zufällig) auf meine jetzige Verlegerin Andrea Wölk. Wir unterhielten uns einen Nachmittag über ANNO SALVATIO 423 und darüber, was ich damit vorhatte. Abends saß Frau Wölk im Publikum meiner Hörbuch-live-Lesung zu DIE SINISTRA und eine Woche später flatterte der erste Buchvertrag in unser Haus.
Keine Agentur, kein Anschreiben, kein Exposé. Also alles jenseits des klassischen Wegs.

Wem diese Thematik nicht so liegt, aber trotzdem etwas von dir konsumieren möchte, wo oder wie findet die- oder derjenige Abhilfe?
Solchen Leuten kann ich dann nur noch meine Kurzgeschichten empfehlen. Da ist von klassischer Fantasy über SF mit Action und sogar Horror und Grusel alles dabei. Im VERLAG TORSTEN LOW bin ich in der KRIEGER-Kurzgeschichtensammlung mit Fantasy vertreten. Dasselbe gilt für das Rollenspiel SEELENFÄNGER und die Anthologie DIE KÖCHE III aus dem UB-Verlag. Im Letzteren habe ich mich sogar mal auf humoristisches Terrain gewagt, weil ich sonst immer schreibe, bis einer heult. 😉

Was planst du so für das nächste halbe Jahr an Projekten?
Die zweite Hälfte von 2014 gehört völlig der Vermarktung von DIE SINISTRA und DER GEFALLENE PROPHET. Nebenbei wird es noch Lesungen zu GESCHICHTEN AUS DEM DRACHENWINKEL (Anthologie aus dem UB-VERLAG) und DUNKLE STUNDEN (Anthologie aus dem VERLAG TORSTEN LOW) geben, in denen ich jeweils mit einer Geschichte vertreten bin. 2015, während ich gaaanz intensiv an ANNO SALVATIO 423 – Teil 2 schreibe, wird ein Kurzgeschichten-Projekt in den Vordergrund treten, das im PAPIERVERZIERER-Verlag erscheint. Der Verlag plant eine ganz spezielle Art von Anthologie und das Konzept verspricht überaus gut auf die RollenspielCons zu passen. Darauf wird nächstes Jahr wohl mein Hauptaugenmerk liegen. Dann bin ich dieses Jahr auch noch von Christian von Aster für eine Kurzgeschichte angefragt worden. Da ich seine Arbeit sehr schätze, freue ich mich auch darauf schon wir verrückt. Es wird also turbulent. Stay tuned. 😉

Vielen Dank für deine Zeit, Tom. Das letzte Wort hast du!
Ich habe dir zu danken für die interessanten Fragen und mache zunächst das, was ich die letzten drei Jahre getan habe: Eigenwerbung. 😉
Wenn deine Leser jetzt Lust bekommen haben, noch mehr über meine Geschichten zu erfahren, könnten diese Links hilfreich sein:
http://www.tomdaut.web.com , meine Website
http://www.facebook.com/Die.Sinistra , mein erster Roman, den es dort auch in einer kostenlosen Hörbuchform gibt.
http://www.facebook.com/annosalvatio , alles über die ANNO-SALVATIO-423-Reihe
Meine Bücher könnt ihr entweder beim OLDIGOR-Verlag (www.oldigor.com ) , bei amazon oder beim lokalen Buchhändler bestellen. Genauso verhält es sich mit den angesprochenen Anthologien.

Ansonsten wünsche ich dir und deinen Lesern viiieel Spaß und Leidenschaft beim Ausleben eures Hobbys. Vielleicht sehen wir uns ja mal auf der ein oder anderen Con persönlich. Stay nerdy!
Daut, out.

[Rezension] Die Sinistra

Autor: Tom Daut
Verlag: Oldigor Verlag
Format: Taschenbuch, 402 Seiten
Erschienen: März 2014
ISBN 13: 978-3945016367
ASIN: B00IPOPLDY (eBook)

von: Würfelheld

Auf der diesjährigen RatCon hatte ich mich in die Lesung von Tom geschlichen. Gelesen wurde zwar Der gefallene Prophet – was zu gefallen wusste und somit war klar, dass ich den unabhängigen Vorgänger, nämlich dieses Werk hier, einfach konsumieren muss.

Klappentext:
Die Sinistra – eine Kommandobrigade, die in den Straßenschluchten Trentagons gnadenlos Jagd auf die Kräfte des Okkulten macht …
Während sich der Dynast des Stadtstaats mit einem schrecklichen Krieg an der Nordgrenze konfrontiert sieht, wird seine Regentschaft durch unablässige Machtkämpfe in den eigenen Reihen bedroht. Einzig die Kämpfer der Sinistra stehen loyal zum Herrscher.

Auch Caron Salvador, der junge Sohn des Dynasten, verpflichtet sich zum Dienst in der Sinistra. Doch er muss erkennen, dass ein Rivale seines Vaters kurz davor steht, die Herrschaft über Trentagon an sich zu reißen. Dunkle Magie und Intrigen sollen dem Dynasten und seiner Sinistra den Untergang bringen.

Können Caron Salvador und seine Kameraden das Netz der finsteren Machenschaften zerschlagen?

Die Story:
Trentagon eine stark religiös angehauchte Dynastie, die mit den Sinistra eine Sonderheit im Kampf gegen das Böse, wie etwa Damönen oder aber auch zum Schutz des Herrschers unterhält. Eines Tages beschließt der Dynastensohn und Thronfolger Caron sich den Sinistra anzuschließen und sich der Ausbildung zu stellen.

So geht sein Wunsch in Erfüllung und Caron befindet sich schneller als gedacht im Ausbildungszentrum wieder. Dort wird er Capitan Adamato unterstellt. Sein Trupp umschließt weitere fünf Personen.

In der Ausbildung erlebt Caron sowohl Höhen als auch Tiefen, allerdings wächst er an beiden. So kommt es beim ersten Außeneinsatz zum Eklat und Caron findet sich vorm Kriegstribunal wieder. Sein Leben steht auf dem Spiel. Dank seines Trupps und einer Verschwörung findet er aber einen Fluchtweg aus seiner Lage.

Als ob das jedoch noch nicht genügend Probleme für Caron wären, haben sich auch Felis Lagun und Jayd Kessler, die Töchter des mächtigsten Industriellen des Landes in ihn verliebt und kriegen sich am laufenden Meter in die Haare.

Capitan Adamanto warnt Caron vor und mahnt ihn an für klare Verhältnisse zu sorgen, denn das was auf sie zukommen wird, duldet keinerlei Ablenkung.

Nach diesem Zwischenfälle geht es weiter mit der Ausbildung. Den Sinistra-Kadetten wird einer der größten Feinde Trentagons vorgestellt. Gleichzeitig sprechen die Ausbilder eine Aufgabe aus, die die Kadetten zu erfüllen haben. Diese scheint fast unlösbar zu sein.

Als es dann zu einem Ritualmord vor dem Sinistra-Stützpunkt kommt, webt sich ein Netz um Caron, welches ein Ausmaß annimmt, das man so nicht erwartet hat.

Das Setting:
Das Buch spielt im 26. Jahrhundert und die Menschen haben sich in verfeindete Gruppierungen geordnet. Zum einen gibt es da Trentagon, die Heimat der Sinistra, welche einen gläubigen Codex nacheifern, der seines gleichen sucht.

Auf der anderen Seite gibt es Magie, Damönen, Hexen- und Zirkelmeister. Magie kann u.a. auch gegen Technik eingesetzt werden, ist aber nicht unbesiegbar.

Der dritte große Aspekt ist die Technik. Diese hat sich sehr stark weiterentwickelt. So finden heutige Entwicklungen wie Pads in Form von Datenbewahreren noch den Einzug in die Welt, auf der anderen Seite findet man Hilfs- und Kampfroboter.

Die Charaktere:
Das Buch rückt Caron Salvador in den Mittelpunkt des Geschehens, das ist verständlich, denn spielt er doch eine gewichtige Rolle in der Thronfolge von Trentagon. So trifft man im Fortschreiten des Buches doch immer wieder auf die Charaktere die Caron umgeben, so z.B. auf seinen Ausbilder Adamanto oder aber seiner Sinistra Gruppe den Aracas. Die Charaktere machen dabei alle einen guten Job, sprich – man fühlt sich direkt mit Ihnen verbunden oder kann sie zum verrecken einfach nicht leiden und hofft das sie schnell wieder verschwinden. Der Autor gibt hier genügend Infos an die Hand, sodass sich entsprechende Charaktere aufbauen und entwickeln können.

Mein Fazit:
Da liest man den Prolog und denkt sich „Wow! – Das fängt fast wie der ein oder andere Shadowrun Roman an“ und somit schon mal einen Stein im Brett.

Dann liest man weiter und stößt immer durchs ganze Buch hindurch auf Szenen oder Personen die einem unheimlich bekannt vorkommen, aber ohne das dies für Kopfschüttler oder Fluchanfälle sorgt. So trifft man auf Capitan Adamato der einen stark an den Ausbilder aus Starship Troopers erinnert. Weiterhin trifft man auf die DMKs, welche einen an Doctor Whos Cyberman erinnern. Oder als drittes Beispiel noch angeführt sei Roscoe Venlak der so sehr an Private Paula aus Full Metal Jacket erinnert, dass es vor lachen weh tut.

Außerdem findet man aus einigen anderen Universen (Pen & Paper Rollenspiele) wie z.B. Shadowrun, Warhammer 40K oder Engel Ansätze wieder. Darunter fällt auch die Magie, die hier ebenfalls Einzug erhalten hat und durch Gesten dargestellt wird, was aber durch ihre Dramatik und Auswirkungen keinesfalls altbacken oder lächerlich wirkt.

Auch die Verschmelzung von Magie und Technologie eröffnet der Story gute Möglichkeiten die auch klasse genutzt werden.

Das „große Netz“ um Caron Salvador ist sehr weitreichend und lange Zeit aufgebaut worden, das es für mich an dieser Stelle, ein wenig unglücklich erscheint. Auf so lange Zeit, ein so großes Komplott mit so vielen Beteiligten vor seinen Feinden, in dessen eigenen Wohnzimmer geheimzuhalten, ist mir etwas zu sehr herangezogen.

Alles in allen hat mich Tom mit seiner Story eingefangen, gefesselt und unterhalten das ich es bereue, dass das Buch schon zu Ende ist.

Meine Wertung:
4,75 von 5 Herzen der Wahrheit – Viva Verdad!

{Atmosphäre] Hintergrundmusik

Um bei der Spielrunde die Situationen zu unterstützen oder als Hintergrunduntermalung beim lesen, Musik begegnet einen sehr oft und kann wirklich viel für die Stimmung tun.

Auf der diesjährigen RatCon, habe ich an der Lesung von Tom Daut teilgenommen und bin so auf HartwigMedia und Soundcritters aufmerksam geworden. Dabei handelt es sich um GEMA-freie Musik / Soundtracks, die meiner Meinung nach sich hervorragend als Spiele- und Lesemusik eignen.

Weitere Informationen und Downloads finden sich ->> H I E R <<- und ->> H I E R <<-