[Rezension] Ceres One: Ein SciFi-Noir-Kurzroman

© JT Kitzel

Jan-Tobias Kitzel, mir seit seiner LodlanD-Rollenspielzeit und seinem Shadowrun-Roman „Flammenmeer“ ein Begriff, hat in den letzten Jahren immer wieder mit Romanen und Kurzgeschichten auf sich aufmerksam gemacht Nun ist mit „Ceres One“ ein Kurzroman erschienen welcher durch seinen Genre Mix meine Neugier geweckt hat.

INHALT
Hank Richards hat es nach dem Zweiten Weltkrieg zum Departement verschlagen. Dort hat er sich seine Sporen als Mordermittler verdient. Sein Alltag wird derzeit durch eine Mordserie bestimmt, wobei er zwar schnell ein Täterprofil ermitteln konnte, aber seitdem auf der Stelle tritt, da seine Ermittlungen ihn nicht wirklich voran bringen.

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[Interview] In der dunklen Ecke mit Mario H. Steinmetz

Vor ein paar Tagen stand mir Mario H. Steinmetz zu seinem aktuellen Roman Rede und Antwort. Was es dazu und darüber hinaus zu berichten gibt, lest selbst.

 

Hallo Mario,
vielen Dank das Du Dir die Zeit für dieses Interview freigeschaufelt hast. Würdest Du Dich bitte kurz vorstellen.
Ich habe zu danken und stehe dir gerne Rede und Antwort.
Wie stellt man sich selbst am besten vor? Am ehesten dadurch, in dem ich deine Fragen beantworte (lach). Es ist schwer, fünfzig Jahre bewegtes Leben abseits der Norm auf einen Nenner zu bringen. Am ehesten wohl mit den Worten schräg und durchgeknallt. Und ich Pflege meine eigene kleine Tradition, alles eben ein bisschen anders zu machen als die breite Masse.

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[Rezension] The Team – Staffel 1 (TV Serie)

Darsteller: Lars Mikkelsen, Jasmin Gerat,
Veerle Baetens, Carlos Leal, Nicholas Ofczarek
Studio: Edel Germany
Sprache: Deutsch
Format: DVD
Anzahl Discs: 4
FSK: 16
Laufzeit: 503 Minuten
Erschienen April 2015
EAN: 4029759102038

von: Quack-O-Naut

Wenn es um europäische Kriminalfilme und Serien geht, so haben neben den Engländern meist die skandinavischen Länder ein Händchen dafür, so war ich dieser Serie gegenüber nicht abgeneigt. Also Silberling in den Player und ab dafür.

Klappentext:
Kriminalität macht nicht an Grenzen Halt. Aus diesem Grund wurde ein Joint Investigation Team gegründet. Harald Bjørn (Lars Mikkelsen) aus Dänemark, Jackie Mueller (Jasmin Gerat) aus Deutschland und Alicia Verbeek (Veerle Baetens) aus Belgien ermitteln europaweit und bekommen es dabei mit Terrorismus, Drogen- und Waffenschmuggel, Korruption, Auftragsmorden und Menschenhandel zu tun.
Als in Dänemark, Deutschland und Belgien drei Frauen brutal und nach dem gleichen Muster ermordet werden, scheint schnell klar zu sein, dass es sich um denselben Täter handelt. Doch dann stellt das Team eine Verbindung zu einem vierten Mordfall her, der sechs Jahre zurückliegt. Und es sieht so aus, als stünden noch mehr Leben auf dem Spiel. Sehr viele mehr. Ihre Suche nach der abscheulichen Wahrheit führt sie in Abgründe von Tod und Zerstörung und fordert hohe persönliche Opfer.
Ein dramatischer Wettlauf gegen die Zeit beginnt, der die Ermittler quer durch Europa führt und auf die Spur einer international weitverzweigten Verbrecherorganisation bringt.

Zum Inhalt:
Kurz aufeinander folgend, werden drei Prostituierte in Berlin, Antwerpen und Kopenhagen ermordet und zwar alle auf dieselbe Art und Weise. Für die Ermittlungsbehörden ist klar, dass es sich um einen Europa agierenden Serienmörder handeln muss. Um den Täter dingfest zu machen, stellt Interpol eine „Joint Investigation Team“ zusammen. Diese besteht aus dem dänischen Hauptkommissar Harald Bjørn (Lars Mikkelsen), der belgischen Ermittlerin Alicia Verbeek (Veerle Baetens) und der deutsche BKA Kommissarin Jackie Mueller (Jasmin Gerat). Nicht unbedingt die beste Zusammenstellung, denn Jackie Mueller und Harald Bjørn kennen sich mehr als nur von einem gemeinsamen Fall. Die beiden hatten ein Verhältnis vor einigen Jahren, was das jeweilige Privatleben der beiden belastet. Da bleiben Spannung und Ärger mit den Ehepartnern nicht aus, als diese vom erneuten Zusammentreffen und der engen Zusammenarbeit der Beiden erfahren. Aber auch Alicia Verbeeck hat es nicht einfach. Ihre Chefin ist korrupt, hält nichts von Verbeeck und setzt ihr eine Laus in Form eines verhassten Kollegen, der Frauen als Ermittler für einen Fehler hält, in den Pelz um sie zu sabotieren. Bei ihren Ermittlungen, die sie an verschiedene Lokationen in Europa führen, kommen die drei Ermittler dem international tätigen Verbrecher Marius Loukauskis auf die Spur. Der entpuppt sich im weiteren Verlauf als kriminelles Schwergewicht der ganz besonderen Art.

Mein Fazit:
Wenn ich am Anfang noch gedacht habe:“Yippi endlich mal eine geniale Idee, ein Ermittlerteam quer durch Europa ermitteln zu lassen und Schwung in das Genre zu bringen!“, ist genau der nicht vorhanden.
Die Handlung schaffte es einfach nicht wirklich Fahrt aufzunehmen, denn immer wenn das Ganze Fahrt aufnehmen sollte, war die Luft schwupps wieder raus und die Story lag mit einem Platten am Straßenrand und wartete auf den Pannendienst. Es gab keine Szene die ich als actionlastig bezeichnen könnte, höchstens als „nicht langwierig“. Die Phasen dazwischen wollte man mit dem Versuch nutzen, den Charakteren Tiefe und Leben einzuhauchen, doch das hat nicht funktioniert und meistens nur für Kopfschütteln gesorgt. Teils zu abstrus waren die Lebensgeschichten der Hauptdarsteller bzw. deren Angehörigen. So wirken die Charaktere auch nach der achten Folge noch immer Hölzern. Es gelang einfach nicht eine Beziehung zu den Protagonisten aufzubauen. Wenngleich es sich bei den Hauptdarstellern um verdiente Schauspieler handelt, welche in anderen Produktionen geglänzt haben, so machten sie bei „The Team“ eher den Eindruck als wüssten sie nicht wie man eine Rolle zum Leben erweckt.
Was mich bei „The Team“ zudem geärgert hat, ist diese planlos wirkende Ermittlung. Die Spuren und Beweise fallen den Dreien eher zufällig in die Hände als durch logisch nachvollziehbare Ermittlungsarbeit. Dazu passt dann auch das unsere Ermittler, egal an welchem Ort sie sich gerade befinden, stets den besten Handyempfang haben, enorme Datenmengen in der Zeitspanne eines Wimpernschlags ausgetauscht werden können und ein Computer wie in Grimms Märchen alle Fragen beantworten kann, wenn man nur ein paar Bilder hochlädt und einmal die Maus hin und her bewegt. Da lässt der Realismus zu wünschen übrig. Da fühlt man sich in einer ansonsten sehr humorlosen Produktion, die nicht mal einen einzigen dummen Spruch beinhaltet, veralbert.
Was mich an „The Team“ aber wirklich genervt hat ist der Umstand, dass eine an sich wirklich sehr gute Idee, nämlich ein international besetztes Ermittlerteam einen in ganz Europa mordenden Irren auf die Fersen zu heften getötet wird. Die Grundidee hatte aus meiner Sicht großes Potenzial, welches leider verschenkt wurde. Da hilft es auch nicht den Bösewicht Marius Loukauskis zu einem Superschurken im Sinne eines „Ernst Stavro Blofeld“ zu stilisieren. Solche Super-Schurken sollte man besser James Bond überlassen.

Doch bei allem Gemecker hat „The Team“ auch seine guten Seiten. Zum einen wie eingangs erwähnt die sehr gute Grundidee, aus der was hätte werden können. Zum anderen die großartigen Aufnahmen von den Drehorten, gerade die Szenen in den Bergen wirken sehr beeindruckend.

Meine Wertung:
2 von 5 Schurken

[Rezension] Unmensch

Autor: Sönke Hansen
Verlag: Amrun Verlag
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 198
Erschienen: 2014
ISBN: 978-3-944729-57-2
Preis: 11,90 Euro

von: Moritz

Ganz schön trashiges Cover – ob der Inhalt da „mithalten“ kann?

Klappentext:
Dem Journalisten Mark Dorn bietet sich die einmalige Gelegenheit, einen Serienkiller auf der Jagd zu begleiten.

Doch die Sache eskaliert. Plötzlich klebt auch an Marks Händen Blut. Kann er den mordenden Unmenschen noch aufhalten? Will er es überhaupt?

Zum Inhalt:
Das wird echt ein Tanz auf der Rasierklinge, hier ein paar Takte zum Inhalt zu verlieren, ohne zu sehr zu spoilern, denn der Roman lebt (neben seinen äußerst fies und detailliert beschrieben Gewaltszenen) von den Überraschungen, die der Autor dem Leser in regelmäßigen Abständen um die Ohren haut.
Für mich war vor allem der regionale Anstrich witzig, so spielt ein Großteil der Geschichte in Koblenz, einmal geht es sogar nach Wolken, wohin ich von meinem Schreibtisch aus problemlos spucken kann. Leider werden hier mehr oder weniger stereotype Beschreibungen verwendet, das Lokalkolorit hätte ich mir viel weiter ausgewalzt gewünscht – zumal der Großraum Koblenz auf der Literatur was die überregionale Ebene angeht, ohnehin sträflich unterrepräsentiert ist.

Der Klappentext verrät es schon – wir verfolgen einen Reporter, der sich einem Serientäter, dem „Rächer“ anschließt, der diejenigen bestialisch hinrichtet, die den Mühlen des Gesetzes (scheinbar) zu Unrecht entkommen sind. Schon bei der ersten gewalttätigen Szene, in der zuerst ein Schäferhund und anschließend dessen Peiniger zu Tode gequält werden, habe ich überlegt, ob ich noch weiterlesen soll, aber spätestens bei der nächsten Tötungsszene war dann meine persönliche Ekeltoleranzgrenze bei Weitem übertroffen, ich will nichts von Penissen lesen, die wie Fleischwürdte aufgeschnitten werden. Sorry. Ich fand das Buch von den Personen und der Komposition her aber nicht übel und so war mein innerer Kompromiss die fiesen Stellen nur zu scannen und die eigentlich Handlung konzentriert zu verfolgen. Das klappte auch ganz gut und hat sich ausgezahlt, denn ich wurde für meinen Durchhaltewillen auf mehreren Ebenen belohnt, denn die Handlung entwickelt sich wirklich interessant und hinter der Hauptperson Mark Dorn steckt noch weit mehr, als man es sich träumen lässt. Okay, vielleicht hat der Background etwas viel Küchenpsychologie zu bieten, aber immerhin ist die Entwicklung unseres „Helden“ irgendwie nachvollziehbar.

Und um mal an anderer Front zu loben – das Korrektorat hat hier echt mal gute Arbeit geleistet und alles liest sich flüssig, wenn ich mal zwei Fehlerchen gefunden habe, ist das echt schon hoch gegriffen. Danke dafür, lieber Amrun-Verlag. Das ist gerade bei „den Kleinen“ nicht selbstverständlich.

Mein Fazit:
Puah! Echt schwer. Das Teil ist mal so gar nicht nach meinem Geschmack und ich habe die fiesen Folterszenen überblättert – Mimöschen das ich bin. Ginge es nur nach meinen Gusto, wären wir hier mit einem Punkt dabei und der wäre noch etwas hoch gegriffen. Allerdings ist der Roman von Aufbau, Schreibstil und den Überraschungsmomenten her alles andere als schlecht. Da wären vermutlich 4 Punkte angebracht – schließen wir in den unten stehenden Zeilen doch einfach einen Kompromiss.

Meine Wertung:
2,5 von 5 eklige Folterszenen