[RSP Blog Karneval] Herzlichen Glückwunsch zum 5jährigen

Auch wenn ich bisher ehr selten am Karneval der Rollenspielblogs teilgenommen habe, bin ich doch ein stiller und heimlicher Konsument der monatlichen Beiträge und ich hatte da schon den ein oder anderen Ideenanstoss.

Wie nun zu lesen ist, hat der Karneval ein Jubiläum und somit *hust*

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH UND WEITER SO

[RSP-Karneval] Drei Punkte für zwei Augen

Der März ist nun schon einige Tage ins Land gestrichen und so ist es langsam an der Zeit meinen Artikel zum aktuellen Thema „Auf`s Auge“ anzugehen und somit erneut beim RSP-Blogs-Karneval mitzumachen.

Ich muss gestehen, als ich das Thema las, habe ich einige Zeit gebraucht mir darüber Gedanken zu machen und dabei zu überlegen ob ich es so angehe wie ich es nun mache.

Also ich möchte die Thematik nutzen um unser gemeinsames Hobby aus Sicht eines Menschen mit Handicap, sprich einer Sehbehinderung, zu beleuchten. Was mich dazu berechtigt ist, dass ich diese Erlebnisse aus erster Hand niederschreiben kann, da ich dieser Mensch bin. Ohne genauer ins Detail zu gehen, kann ich sagen das ich auf eine Restsehkraft von geschätzt 4-5% angewiesen bin. Nur als kleine Information nebenbei, in Deutschland und der EU zählt man mit einer Restsehkraft von maximal 7% als Blind (BL).

Dann mal los. Wie bin ich zum P&P Rollenspiel gekommen? Ich würde sagen: „Ganz klassisch!“, denn ich bin 1991 in einer „Das schwarze Auge“ Runde gelandet. Die ersten Spielrunden gingen meistens schön um Metzeleien und Orkschlachtungen. Nach den ersten Con Besuchen entwickelte sich dann unser Spiel etwas weiter und wir konnten in der Runde langsam auch etwas mit dem Originalabenteuer anfangen und haben uns dann durchgespielt. 1992 kam dann Shadowrun hinzu. Und so hatten wir an vier Tagen in der Wochen ein straffes Programm zwischen Ork-klatschen und Konzerne in den Arsch treten, immer schön im Wechsel. Über die Jahre kamen dann einige Editionswechsel, Systembeerdigungen und Testrunden zustande. Aus alten Tagen ist Shadowrun noch übriggeblieben und das wird wohl auch immer mein System bleiben, denn es macht mir einfach am meistens Spaß, außerdem freut es mich immer wieder zu sehen, zu lesen und zu hören was passiert, wenn ein Edition- oder Publisherwechsel ansteht. Ja da gab es ja über die letzten Jahre so einiges und auch vieles was sich wiederholte.

Damit erst einmal ein wenig zu meinem Hintergrund. Jetzt dürfte ggf. auch ein wenig verständlicher sein, warum ich mich für diese Thema entschieden habe.

P&P Rollenspiel hat nämlich für Menschen mit einer Sehbehinderung viele Vorteile, auch wenn einige dem technischen Fortschritt geschuldet sind. So z.B. braucht es nicht viel an Ausstattung und zum zweiten kann und wird das Kopfkino hervorragend als Instrument benutzt. Hier ist das gesprochene Wort das zentrale Mittel um die Geschichte zu erzählen, Problemlösungen bei Konflikten zu beschreiben und den Spielverlauf voran zu bringen.

Kommen wir zu einigen Beispielen die am Anfang ein kleines Hindernis darstellen und wie diese gelöst werden können.

Da wäre als erstes der Konsum der Grundregelwerke. Mit Hilfe von Pad, PC, oder aber Bildschirmlesegeräte ist dort schon einmal eine Hürde genommen. Nehmen wir an man nimmt sich ein PDF öffnet dieses, so kann man auf dem PC unter Windows 7 & 8 sowie unter den meisten Linux Versionen auf die Hilfe der „Bildschirmlupe“ welche unter den „Erleichterten Bedienhilfen“ zu finden ist zurückgreifen. Dieses bietet einen nicht nur die Möglichkeit die Ansicht Prozentual zu verändern, sondern auch eine Invers-Ansicht darzustellen (Beispiel: (s/w ↔ w/s). Außerdem kann eingestellt werden wie sich Tastatur und Mouse auf die Darstellung auswirken. Ok, die Bildschirmlupe ist in vielerlei Hinsicht schon gut und ein richtiger Schritt in Richtung Barrierefreiheit, allerdings stößt diese auch an ihre Grenzen und ist bei Umschaltungen der Einzelfunktionen nicht sonderlich Benutzerfreundlich. Wenn es aus der Sicht etwas besser werden sollte, geht der Griff eigentlich nur noch ins Kaufregal der entsprechenden Fachhersteller. Dort stößt man dann auf ZoomText. Diese Software ist im Moment das Topprodukt, denn hier kann man die Einstellungen der Windows Lupe ebenfalls vornehmen, aber man hat hier weitaus mehr Möglichkeiten. So können hier Einzelfarben getauscht und ersetzt werden, eine Sprachausgabe und Vorlesefunktion ist auch erhältlich (Versionsabhängig) und ein weitaus feineres Rendering ist sicht- bzw. machbar. Hat man einen PDF Viewer wie den Adobe Acrobat Reader oder den Foxitreader in seiner Sprache installiert, so kann man sich die PDFs auch direkt von der Software vorlesen lassen.
Im Bereich Pads, gehen wir einmal vom Apple iPad aus. Auch hier gibt es eine Barrierefreiheit. So ist hier ebenfalls eine Vergrößerungsfunktion bzw. Lupe serienmäßig einprogrammiert. Weiterhin geht auch hier eine Inversansicht angeboten. Zusätzlich wird in vielen Funktionen auch die Chance des Verlesens angeboten.
Bei den Konkurrenten mit Android oder Windows Systemen hat sich in den letzten 12-18 Monaten auch sehr viel getan und so bieten diese entsprechende Funktionen ebenfalls an.
Hier hat der technische Fortschritt was Sinnvolles mit sich gebracht und so hat man zum Glück mittlerweile die Qual der Wahl!
Wenn man nun aber, wie ich gerne, was Holziges in der Hand hält, verkneift euch das Grinsen, ich meine Bücher 🙂 dann kann man sich diese noch mit Bildschirmlesegeräten zu Gemüte führen. Hier hält der Markt, ebenfalls einiges parat. Die Palette reicht von Stand-Alone-Geräten, welche an alte Tisch-Geräte aus Bibliotheken erinnern, bis hin zu HD-Handlesegeräte die nicht größer als ein aktuelles Smartphone sind.

Wie ihr seht ist der Konsum der Grundregelwerke und Zusatzbände heute kein Problem mehr, zu mindestens, wenn man diese zur Hand hat. Was ist aber am Spieltisch selbst.
Na da gibt es ein paar Sachen die sich eben bei uns eingebürgert haben.
Karten werden eben nicht mit Bleistift gezeichnet, sondern mit Filzmarker. Spieler werden durch unterschiedliche Figuren dargestellt, welche natürlich auf das entsprechende Farbspektrum angepasst sein sollten, denn die Zahl der Menschen die eine Farbsehschwäche haben ist höher als man im ersten Augenblick glaubt. Für die Pläne, Figuren usw. haben wir ja letztlich hier das GAMEBOARD getestet und das hilft sehr.

Was gibt es noch so an Hilfen die wichtig sein könnten?
Zum einen muss jeder natürlich seine Würfel selber wählen mit denen er am besten auskommt. So sind es bei mir „schwarze“ mit „weißer“ Beschriftung, wobei auch andere „harte Kontraste“ vorhanden sind. Und man bekommt sogar Braille Würfel, wenn man sie wirklich mal braucht. Allerdings sollte man sich in der Runde Gedanken machen, ob man sich darauf verständigen kann, dass alle Würfel leicht erkennbar sind, das kann Diskussionen vorbeugen. Weiterhin sollte darauf geachtet werden, dass die Lichtverhältnisse ausreichend sind, oder schnell auf die individuellen Bedürfnisse angepasst werden können.

Ein weiteres Problem was am Tisch noch aufkommen kann, ist die Lesbarkeit der Charakterbögen. Nicht nur, dass die meisten von Haus aus schon mit jeder Menge Feldern, Tabellen usw. daherkommen, sondern meistens werden diese noch vollgeschrieben und das mit dünnen Bleistift. Hier gibt es in den letzten Jahren zwar auch immer öfters Verlagsangebote, sprich Charaktergeneratoren oder PDFs, allerdings sollte dort noch mehr kommen!!!

Ein kleiner Aufruf noch, ab und an täte es dem einen oder anderen Produkt sehr gut, wenn man sich mal genauestens die Schrifttypen, -farbe und Kontraste anschaut, denn dort findet man genügend Beispiele die zeigen, dass es ein unerkanntes Problem ist. Aber es gibt auch Produkte, wo der Sehende seine Probleme hat, als Beispiel sei roter Hintergrund mit rosa Schrift genannt.

So, damit ein kleiner Einblick. Aber das Wichtigste kommt natürlich zum Schluss. Dies ist natürlich das Miteinander. Sonderbehandlungen sollten nicht erfolgen, klar wenn Hilfe am Tisch benötigt wird, wird gefragt. Offener und ehrlicher Umgang ist da wie sonst auch einfach alles!

 

WürfelView 08: Fanzines…Fanzines…Greifenklaue

Vielen von Euch dürfte mein diesmaliger Gesprächspartner ein Begriff sein, treibt er sich doch in vielen bekannten Foren rum, schreibt bei einigen Projekten mit und mittlerweile Bloggt er auch.

Also viel Spaß bei WürfelView mit Greifenklaue.

 

Hallo Ingo,

herzlichen Dank das Du Dir die Zeit für das WürfelView nimmst und mir so ein wenig Rede und Antwort stehst.

Ingo Schulze: Ich freu mich drauf!

Würfelheld: Vielen Leuten dürftest Du unter dem Nick „Greifenklaue“ ein Begriff sein. Könntest Du einwenig mehr zu Deiner Person sagen?

Ingo Schulze: Ich bin im vorletzten Jahr 30 geworden, Ingenieur der Elektrotechnik / Nachrichtentechnik und aktuell als Lehrkraft im Studienkreis engagiert. Im Rollenspielbereich stecke ich hinter dem Zine Greifenklaue – daher der Nickname, schreibe für die Library of roleplay – wo wir Dich ja vor kurzem in unserer Runde begrüßen durften, schreibe auch hier und dort mal und zuguterletzt darf ich ein wenig bei Pathfinder helfen.

Würfelheld: Es gibt ja das Rollenspielmagazin „Greifenklaue“. Welches Ziel verfolgst Du mit dem Magazin?

Ingo Schulze: Erstmal der Schocker vorweg: Die Greifenklaue ist ein Fanzine und bekennt sich dazu auf allen Ebenen. Großartige Ziele verfolge ich nicht mit dem Heft, muss ich zugeben. Ich bin absoluter Fanzinefan und dürfte mittlerweile das Fanzine-Archiv schlagen können. Als kleiner Junge habe ich es immer geliebt, in die größere Nachbarstadt (Braunschweig) zu fahren und in die Rollenspielläden zu gehen und im Sortiment zu schmöckern. Hit war immer Der letzte Held, wenn es da was neues gab, hab ich das immer mitgenommen. Über den Aventurischen Boten habe ich über die dortigen Kleinanzeigen weitere Zines gefunden und eigentlich immer wieder von dem Material begeistert. Irgendwann wollte ich dann ein eigenes Fanzine starten, der zweite Versuch klappte – sonst hätte ich wohl Der Schwertmeister geheißen… – und hatte bereits am Anfang enormen Zuspruch. Mir macht es Spaß mit anderen projektorientiert zu arbeiten, mir macht auch das Verkaufen Freude – ein nicht zu unterschätzender Faktor bei Zines – und so ist das Schreiben eines Zines neben viel Mühsal eigentlich ein großes Vergnügen. Insgesamt gehöre ich zu denen, die sich denken „Artenvielfalt ist Lebensqualität“ und dazu gehört eben, dass es neben modernen Blogs, Portalseiten, pdf-Downloads, Foren, eZines eben auch Papierfanzines, Newsletter und den guten alten Briefaustausch geben sollte.

Würfelheld: „Greifenklaue“ hat es ja bereits auf sechs Ausgaben geschafft. Kannst Du uns ein wenig mehr über die bald erscheinende siebte Ausgabe verraten?

Ingo Schulze: Selbstverständlich. Präsentiert wird sie zur RPC, am gemeinsamen Oldschoolstand mit Moritz Mehlem / Labyrinth Lord. Zum Wahnsinnspreis von 3 Euro. Der Schwerpunkt wird Endzeit sein. Eben jener Moritz hat zu Mutant Future ein Setting und ein Abenteuer beigesteuert, Christoph Schubert vom Artefakt ein Cthulhu-Endzeit-Abenteuer, außerdem haben wir noch einen ganz interessanten Stadthintergrund, nämlich eine Avarielstadt, am Start. Kurzum, eine hoffentlich nette Mischung.

Würfelheld: Kannst Du Dir vorstellen das es das Magazin in Zukunft öfters geben wird, oder wird der eingeschlagene Tonus beibehalten?

Ingo Schulze: Na, öfter werden wir wohl nicht erscheinen – regelmäßige Versorgung bieten ja sowohl Artefakt wie Abenteuerpunkt. Das wäre einfach unrealistisch. Es gibt z.B. für Rezensionen, News oder Interviews mittlerweile bessere und schnellere Formate und dies sind eigentlich die drei Artikelarten, die mir besonders liegen. Aber ab und an ist Zeit für ein Zine – und dann setzt ich mich auch mit viel Enthusiasmus hin.

Würfelheld: Gibt es ein spezielles Thema was Dir unter den Nägeln brennt, welches Du in Zukunft als Titelthema für die Greifenklaue verwenden möchtest?

Ingo Schulze: Jain. Konkret noch nix – ich muss ja nicht nur selbst davon begeistert sein, auch der „innere Zirkel“ muss davon zumindest in Teilen begeistert sein. Dungeons, Oldschool, Pathfinder, Privatdetektive, Western, Crime Scene – das schwirrt mir so im Kopf rum. Letztlich ist das theoretische Konzept hinter dem Heft ein Drittel zum Schwerpunkt, ein Drittel Spielbares, ein Drittel Sonstiges. Es ist also immer Platz für Euren Artikel!

Würefelheld: Du vertreibst ja auch über Deinen Shop (www.greifenklaue.de/shop) etliches an RPG Fanzines. Wie kam es dazu?

Ingo Schulze: Gute Frage. Als ich mit der Greifenklaue begann, gab es immer Austauschabos, sprich: Du schickst mir Dein Heft, ich Dir meins. Irgendwann brachte ich den Vorschlag – damals war das Kommunikationsmedium die Fanzinerrundmailliste der Argentinum Astrum, statt ein Exi zu tauschen, jeweils ein kleines Kontingent zu tauschen. Das haben einige aufgegriffen und da ich die auch immer losgeworden bin, habe ich später dann auch zugesagt, selbst immer 5 oder 10 Exemplare anzubieten. Mit der eigenen Homepage gab es dann auch einen bescheidenen virtuellen Shop, leider hab ich aktuell keinen eigenen Zugriff darauf, so dass es nicht ganz aktuell ist. Das wird hoffentlich demnächst endgültig behoben sein.

Würfelheld: Mittlerweile bloggst du ja auch (http://greifenklaue.wordpress.com). Welches Ziel verfolgst Du mit Deinem Blog?

Ingo Schulze: Ich bin da ganz naiv – quasi ziellos – gestartet, weil ich www.rsp-blogs.de für ein hochspannendes Projekt hielt und Dein Blog kam als letztes Tröpflein hinzu – frei nach dem Motto, wenn der Würfelheld das kann, dann krieg ich das bestimmt auch hin. Und tatsächlich, technisch ist das ja echt einfach. Mittlerweile macht das Bloggen viel Spaß und ich versuche, News, Rezis und Berichte unter die Leute zu bringen, ein bißchen von der Greifenklaue und Pathfinder. Dazu stolpere ich in diversen Foren über hochspannende Gedanken, wo es sozusagen journalistische Pflicht ist, diese zu vernetzen und anderen Lesern, die es interessiert, bekannt zu machen. Dazu ist das unmittelbare Feedback u.a. durch Kommentare und Verlinkungen immer ein Motivator.

Würfelheld: Wie ich aus eigener Erfahrung mitteilen kann, bist Du auch im Bereich der Rezensionen sehr stark engagiert und so konnte ich mir auch schon das ein oder andere Bild machen und muß sagen das Deine Einschätzung immer zutreffend waren. Wie kam es dazu, das Du dieses Feld betreten hast?

Ingo Schulze: Erstmal vielen Dank für die Blumen. Zu Beginn meiner Fanzinerzeit bin ich beim Rezizine Sphinx reingerutscht, welches ein Fanzinergemeinschaftprojekt war. Als dort die letzte Ausgabe erschien, gab es das Angebot der Library of roleplay, dort mitzuarbeiten. Das mache ich mit stetem Engagement seit 2001.

Würfelheld: So, mittlerweile hat sich das ja so eingebürgert, das ich zum Ende hin, ein paar kurze Fragen stelle und um schnelle knappe Antworten bitte, damit man ein wenig mehr erfahren kann.

Ingo Schulze: Ist ja Dein Interview 😀

Würfelheld: Lieblingsfilm?

Ingo Schulze: Schwierig. Herr der Ringe im Mainstream. REC bei den etwas unbekannteren Streifen.

Würfelheld: Familie ist…?

Ingo Schulze: Vorhanden.

Würfelheld: Wenn ich entspanne will, tue/mache ich?

Ingo Schulze: Ideal ist Schwarzer Tee plus Hörspiele plus Papiermodellbau.

Würfelheld: No-Go TV Sendung?

Ingo Schulze: Hmm. BigBrother, Dschungelcamp, DSDS und Konsorten.

Würfelheld: Was nimmst Du auf eine einsame Insel mit?

Ingo Schulze: Würfel, Zufallsgenerator, ein paar Rollobücher und genug Leute zum Zocken – sonst Solos.

Würfelheld: Damit hast Du es auch schon geschafft. Ich sage recht herzlichen Dank für Deine Zeit und überlasse Dir das Feld für die letzten Worte.

Ingo Schulze: Ich darf hier sagen, was ich möchte? Ohne Frage? Leute, schaut mal in ein Fanzine rein – vielleicht ja auf der RPC an unserem Stand! Nice dice und Dank Dir, Andre!