[Rezension] Star Wars VII – Allianz der Rebellen (Brettspiel)

star-wars_allianz-der-rebellen_produktbildAutor: Reiner Knizia
Hersteller: Ravensburger Spiele
Alter: 7-99
Spieldauer: 15 Minuten
Anzahl Spieler: 2-4
EAN: 4-005556234059
Preis: 10,99 Euro

von: Moritz

Oooh, ein kleines Spiel zum großen Film…

Die Aufmachung:
Eine schicke kleine Box in der klassischen Ravensburger-Mini-Box – enthalten sind ein paar Plastik-Aufsteller und jede Menge pappe – sprich: 44 Bildkarten, 9 Rebellen-Figuren, 1 Kylo Ren-Figur, 12 Planeten und ein Rebellen-Symbol. Dazu eine kleine und schmucklose Anleitung – fertig! Ich vermute mal sehr, dass man nach Erwerb der Lizenz keine großen Sprünge im Bereich der Materialkosten mehr machen konnte, um mit dem Spiel in der Gewinnzone zu bleiben, trotzdem hätte ich hier etwas wertigere Counter bevorzugt. Immerhin konnten so Illustrationen aus den Filmen verwendet werden, was ich bei solchen Lizenz-Spielen immer sehr schätze. Also auf ins Gefecht.

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[Rezi] Asphalt Tribe – Kinder der Straße

Autor: Morton Rhue

Verlag: Ravensburger Buchverlag

Veröffentlicht: Jan. 2005

Format: Taschenbuch, 224 Seiten

ISBN 13: 978-3473582129

von: Chistel Scheja

 

Es gibt sie nicht nur in auf den Straßen und in den Städten ärmerer Länder, sondern auch im reichen Westen, in Staaten, bei denen man meint, dass das Sozialsystem solche Auswüchse abfangen würde. Morton Rhue setzt den Kindern, die sich alleine und verlassen auf den Straßen New Yorks durchs Leben schlagen in „Asphalt Tribe“ ein Denkmal. Ohne zu belehren will er aber auch Jugendlichen, die es zu Hause nicht mehr aushalten daran erinnern, dass ein freies und ungebundenes Leben auch einen hohen Preis fordert. Vermutlich ist das Buch auch nach so vielen Jahren immer noch im Handeln und wird sogar im Schulunterricht gelesen, denn auch in Deutschland sieht man sie, die Jungen und Mädchen, die ihr Elternhaus verlassen haben.

Maybe gehört zum „Asphalt Tribe“, einer Gruppe von Jungen und Mädchen, die aus unterschiedlichen Regionen der USA kommen und nun gemeinsam versuchen, sich durchzuschlagen. Da eines der ungeschriebenen Gesetze ist, niemals zu fragen, wissen die anderen nur so viel von einem, wie man selbst bereit ist, preiszugeben.

Das junge Mädchen gehört zu denen, die eigentlich keine Wahl hatten. Ihre Mutter hat sie rausgeschmissen, nachdem sie für sie nicht mehr nützlich war, da sie jemand anderen gefunden hat, um sich um die jüngeren Geschwister zu kümmern oder den Sündenbock für die desolate Lage in der die Familie steckt, zu spielen.

Ohne nennenswerte Schulbildung ist ihr Lebensweg vorgezeichnet, und sie macht sich auch keine Illusionen darüber, wie es weiterlaufen und enden wird.

Der Tod ist auch in der Zeit um Weihnachten herum allgegenwärtig. Erst stirbt Country Club an einer Überdosis, dann wird 2MORO vergewaltigt und ermordet. Und nicht zuletzt begeht Rainbow, als sie nicht mehr weiter weiß, Selbstmord.

Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen schlagen sich mit Sozialarbeiterin und der Polizei herum. Die meisten haben Vorurteile und machen sich erst gar nicht die Mühe, mehr in ihnen zu sehen als potentielle Verbrecher. Nur wenige wollen wirklich helfen und unterstützen – aber tun die dies alles wirklich ohne Hintergedanken?

Morton Rhue spricht ein Thema an, das vor allem Jugendliche beschäftigt und nicht nur dann zum Problem wird, wenn die Betroffenen aus desolaten Verhältnissen im Elternhaus fliehen, weil sie anderweitig keine Hilfe bekommen. Der Autor macht zwar deutlich, dass gerade in den USA viele Kinder gar keine andere Wahl haben als wegzulaufen, wenn in der Familie Grausamkeit, Missbrauch und Willkür herrschen. Aber auf der anderen Seite zeigt er, dass auch Jugendliche und Kinder darunter sind, die aus guten Elternhäusern stammen oder keine Probleme haben.

Jeder wird sich daran erinnern, dass auch er in einem bestimmten Alter genug davon hatte, von den Eltern und anderen Erwachsenen bevormundet zu werden. Das Leen auf der Straße verspricht Freiheit und Spaß, Vergnügen und Ungebundenheit. Aber ist dem wirklich so? Die Schattenseiten spricht auch Markus Seidel in seinem Nachwort – bezogen auf die deutsche Realität an.

Das Buch ist erschütternd nüchtern und direkt. Es spart zwar das ein oder andere aus, um die Schaulust zu minimieren, konzentriert sich bewusst auf die Auswirkungen, die der gewaltsame Tod auf die zurückgebliebenen Jungen und Mädchen aus dem Tribe hat. Anhand der Heldin und ihrer engen Freunde erfährt man mehr über die Denkweise, die Hoffnungen und Träume, aber auch die Ernüchterung, die die Straßenkinder erfasst haben. Die Geschichte ist bewusst schnörkellos erzählt, um zum Nachdenken anzuregen, der Realität möglichst nahe zu kommen und bewusst zu machen, was man in Kauf nimmt, wenn man sich in das Abenteuer stürzt, sich alleine durchschlagen zu wollen.

Daher ist „Asphalt Tribe“ ein Buch, dass sehr bewusst Jugendliche im Protestalter zwischen dreizehn und fünfzehn anspricht und ohne erhobenen Zeigefinger zum Nachdenken bringt, denn die Geschichte der Straßenkinder von New York ist auch nach acht Jahren immer noch aktuell und fesselnd zugleich, zeigt es doch, dass die Realität weit weg von der Romantik ist, die man in manchen literarischen Werken zu diesem Thema auch heute noch findet.

 

Meine Bewertung:

4,75 von 5 Asphaltbrocken

Weitere Informationen:

Asphalt Tribe Kinder der Strasse beim Verlag

 

[Rezi] Der silberne Traum (Die Chroniken der Nebelkrieger 4)

 

Autor: Thomas Finn

Verlag: Ravensburger Buchverlag

erschinen: Feb. 2013

Format: gebunden, 448 Seiten

ISBN 13: 978-3473400881

von: Christel Scheja

Der 1967 in Chicago geborene Thomas Finn wuchs in Hamburg auf und machte zunächst eine Ausbildung zum Werbekaufmann und Diplom-Volkswirt. Durch seine Mitarbeit an „Das Schwarze Auge“ entdeckte er allerdings ein neues Berufsfeld für sich und ist heute Autor für Romane, Drehbücher, Theater und Spiele. Mit „Die Chroniken der Nebelkriege“ legte er eine spannende Fantasy-Trilogie für Jugendliche vor. „Der silberne Traum“ ist allerdings keine Fortsetzung dazu, sondern die Vorgeschichte einiger Charaktere.

Fi erwacht allein auf einem steuerlos treibenden Schiff im Nordmeer und kann sich zunächst an nichts mehr erinnern. Nur langsam tauchen Bilder in ihrem Kopf auf, berühren sie mit Schrecken und Angst. Schon bald weiß sie durch die Möwe Kria, die sich ihrer annimmt, wieder warum: Morgoya die Nebelkönigin hat ihr Volk angegriffen, dessen Heimat zerstört und alle diejenigen versklavt, die sie nicht umbrachte.

Nur wenige entkamen – sie gehört dazu. Allerdings ist ihre Mannschaft nun de Angriff einiger Sirenen zum Opfer gefallen und deren Gefangene.

Gemeinsam befreien die beiden nicht nur Fis Gefährten, sondern auch den Klabautermann und Kapitän Koogs Windjammer, sowie Nikk, den Sohn des Meereskönigs Aquilonius.

Durch Intrigen und Verrat sind sie gezwungen erneut zu fliehen, aber genau das weckt in ihnen den Wunsch, etwas gegen die Mächte der Finsternis zu unternehmen, die sich nun unter Führung von Morgoya und eines der Nebelkönigin hörigen Hexenmeisters anschicken, die Welt zu erobern und immer mehr Völker unter ihre Macht zu zwingen.

Das ist der Beginn einer abenteuerlichen Reise zu dem verwunschenen Ort Jada’Mar, an dem sie hoffen Gegenmittel und Waffen gegen das Böse zu finden. Doch schon bald müssen sie feststellen, dass die Finsternis ihnen dichter auf den Fersen ist, als sie dachten..

„Der Silberne Traum“ gehört zu den Vorgeschichten, die nicht nur Lücken in der eigentlichen Trilogie füllen und Hintergründe erklären, sondern auch eine in sich geschlossene, eigenständige Geschichte erzählen, die man ohne Kenntnisse der Welt verstehen kann, da der Autor nichts voraussetzt – eher im Gegenteil.

Nun kommen die Nebenfiguren der späteren Trilogie zu ihrem Recht. Fi, die Elfe steht im Mittelpunkt der Handlung und wandelt sich von einer verwirrten Schiffbrüchigen zu einer mutigen Kämpferin, erlebt eine kleine Romanze mit dem Meeresprinzen Nikk, die gelegentlich für humorvolle Missverständnisse sorgt und reist an selbst für diese Welt mystische Ort, nur um zu erkennen, dass es keiner mächtigen Magie braucht, um das Richtige zu tun, sondern nur viel Herz. Auch die Klabautermänner bekommen mehr Hintergrund und eine wesentlich größere Rolle zugewiesen. Die Figuren sind allesamt liebevoll ausgearbeitet und sehr sympathisch.

Wieder fasziniert der Autor mit einem gut recherchierten Hintergrund, der vertraut wird, aber auch exotisch. Er vermischt Märchen und Mythen zu einem atmosphärischen Szenario, das auch oder gerade für erwachsene Leser interessant ist.

Dazu kommt eine spannende Geschichte mit vielen überraschenden Wendungen, die einen so neugierig machen, dass man das Buch nur ungern aus der Hand legt, um anderen Pflichten nachzugehen.

Alles in allem ist „Der silberne Traum“ genau so wie die anderen Romane um „Die Chroniken der Nebelkriege“ spannendes und phantasievolles Abenteuer vor märchenhafter Kulisse für jung und alt – perfekte All-Age-Fantasy also.

Meine Bewertung

5 von 5 Nebelkrieger

 

Weitere Informationen:

Der silberne Traum beim Ravensburger Buchverlag

Thomas Finn im Netz

 

 

 

Spiel mit! Vom Lauf-, Würfel- und Kartenspielen

FOLEGENDE INFO ERREICHTE MICH GERADE – GGF IST DAS JA WAS FÜR DEN EIN ODER ANDEREN VOM EUCH!

Ausstellung im LVR-Industriemuseum – Schauplatz Bergisch Gladbach

Köln. Bergisch Gladbach. 18. September 2009. Ab dem 20. September 2009 erwarten die Besucherinnen und Besucher im LVR-Industriemuseum Bergisch Gladbach über 130 historische Brett- und Kartenspiele.

In der Ausstellung „Spiel Mit!“ können sich große und kleine Gäste ausgefallene und bekannte Spiele nicht nur ansehen, sondern auch selbst ausprobieren. Das umfangreiche Begleitprogramm bietet darüber hinaus spannende Spielenachmittage und -turniere.

Bild zeigt Brettspiel

Spitz paß auf!: Spiele-Schmidt, München, Nr. 88/55, 1955
Foto: LVR-Industriemuseum, Jürgen Hoffmann

Seit Anfang des 17. Jahrhunderts wurden Spiele auf Papier gedruckt und bis in die 1930er Jahre wurden die passenden Figuren meist noch individuell entworfen – aus Zinn oder Papiermaché geformt und farbig gefasst. So gibt es in der Ausstellung zum Beispiel „Pony Hütchen“, „Emil“ und „Gustav mit der Hupe“ aus dem Spiel „Emil und die Detektive“ von 1932 zu sehen.

Bild zeigt Brettspiel
Fang den Hut: Das neue Spiel“. Otto Maier Verlag Ravensburg, Nr. 334d, ca. 1930er Jahre
Foto: LVR-Industriemuseum, Jürgen Hoffmann

Gesellschaftsspiele waren lange Zeit den Erwachsenen von Adel und Bürgertum vorbehalten.  Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entdeckten die Verlage verstärkt Kinder und Familien als neue Zielgruppe. Die Zahl der verschiedenen Spiele wuchs und fast alle gesellschaftlichen und technischen Entwicklungen fanden sich in Neuerscheinungen wieder – so konnte man schon um 1885 ganz „.um die Erde“ reisen. Neuere Spiele, die Entwicklungen in der realen Welt verarbeiten, sind das in den 1960er Jahre entwickelte „Öl für uns alle“ oder „Die Siedler von Catan“ aus dem Jahr 1995, bei dem es um Städtebau, Wasser und Rohstoffe geht.

Foto zeigt Brettspiel
„Durch´Ziel – Das Würfelspiel aller Autofreunde“. Verlag Jos. Scholz, Mainz, um 1930. Sammlung Scholtz, Mainz.
Foto: LVR-Industriemuseum, Jürgen HoffmannDer Verlag Jos. Scholz aus Mainz gehörte seit 1850 zu den führenden Spieleproduzenten. Er legte besonderen Wert auf eine anspruchsvolle Gestaltung und brachte sogar eine Reihe von „Künstler-Spielen“ heraus. Die Ausstellung präsentiert zahlreiche Spiele dieses Verlages aus der Sammlung Scholtz, ebenfalls Mainz. Daneben sind aber auch historische Ausgaben von nahezu zeitlosen Klassikern verschiedener Verlage zu sehen, zum Beispiel „Monopoly“ und „Fang den Hut“ oder „Mensch ärgere Dich nicht“ aus den 1920er-Jahren.
Auf einen Blick:
Spiel mit! Von Lauf-, Würfel- und Kartenspielen
Eröffnung am Sonntag, 20. September 2009, 11 Uhr
Ausstellungsdauer: 20. September 2009 bis 25. April 2010

LVR-Industriemuseum
Schauplatz Bergisch Gladbach, Kürtener Straße, 51465 Bergisch Gladbach
Eintritt: 1,50 ?, Kinder und Jugendliche (bis 18 Jahre): Eintritt frei
Info: Tel.: 02234/ 9921-555 (kulturinfo rheinland)
www.industriemuseum.lvr.de