Media Monday #221 (Shadowrun)

Wochenanfang heißt Media Mondoy vom Medienjournal. Also los geht`s!

1. Als ich Anfang der 1990 das erste Mal Shadowrun gezockt habe, einen Rigger, ja den aus dem 2.01D Basisbuch, hat es mich einfach gepackt und Shadowrun ist bis heute mein Setting, auch wenn ich nicht mit allem einverstand bzw. zufrieden bin. Aber wo ist man das schon 🙂

2. Sollte es jemals wieder deutschsprachige Shadowrun Romane geben, werde ich mir diese auf jeden Fall zulegen und hoffe der Kopfkinotürsteher macht mir keinen Strich durch meine Denkark.

3. Auch nach den miterlebten Editionwechseln von Shadowrun bleibt/blieb zumindest alles beim Alten, Aufträge die mit Wasser zu tun hatten, also sowas wir Schiffe kapern, Hafenpiers überwachen usw. gehen/gingen zu 99% schief. Und diesem Fluch wird fast schon gehuldigt!

4. Die erste miterlebte RatCon, ja noch in der Stadt, woher die Ratte ihren Namen herhat, war eine unglaubliche Erfahrung, einfach weil eine kleine spielesüchtige Ansammlung an Rollenspielern, die einfach ihrem Hobby nachgingen und den Alltag ausschalteten. Und dort dann durch eine „offizielle“ Runde noch tiefer in den Sumpf gezogen worden.

5. Obwohl ich auf Conventions oft genug in Shadowrun Runden mitgespielt habe, indem die Spielercharactere bis aufs letzte poliert waren , bin ich ja der Meinung, dass man den Schatten erst richtig versteht wenn man Low Level gezockt hat. Das kann richtig viel Spaß machen, den dann merkt man erst richtig, was einem Kleinigkeiten wie etwas Bartschloss knacken, oder Schleichen oder einfach wegrennen, so für Schwierigkeiten machen können. Somit Leute spielt mehr Punks!

6. Alles in allem ist Shadowrun in der ADL einfach ein Muss, denn immerhin hier sind die wahren Runner zuhause.

7. Zuletzt habe ich einen Buchpodcast gehört in dem „Pesadillas“ von Maike Hallmann besprochen wurde und das war sehr schräg, weil der Podcast zwar früher Rollenspieler war, aber Shadowrun ist bis dato an ihm vorbeigegangen, allerdings ist er SciFi-Fan und so kamen einige Ausspracheböcke wie etwa „K I Adept“ anstelle von „Ki-Adept“ zustande. Aber sein Fazit und die Herangehensweise waren wirklich gut.

[RatCon] Mit Volldampf vor Ort

Am kommenden Wochenende findet ja bekanntlich der/die/das RatCon statt Und am Samstag um 17 Uhr wird Thorsten Küper Volldampf geben und seine Kurzgeschichte aus gleichnamigen Werk vortragen.

Wer den Küper noch nicht kennt bzw. ihn noch nicht LIVE erlebt hat, sollte sich das nicht entgehen lassen.

*hust* Und wer nett fragt kann von mir bestimmt auch was zu neuen Projekten erfahren*

Also bis Samstag – lasst uns abheben in dampfende Welten!

 

[Interview] Tom Daut – Der Gefallene Prophet stellt sich

Ich hatte die Chance an Tom ein paar Fragen zu richten. Lest selbst was er zu antworten hatte.

Viel Spaß!

* * * * * * * *

Hallo Tom,
vielen Dank, dass du die Zeit für dieses Interview gefunden hast. Würdest du dich zuerst einmal vorstellen?
Hallo zusammen. Ich nenne mich Tom Daut, bin 46 Jahre, bezeichne mich seit 2011 als Autor und grase im Gebiet der Fantastik. Meine beiden Romane DIE SINISTRA und DER GEFALLENE PROPHET vermischen Sci-Fi und Fantasy. Wenn es um Kurzgeschichten geht, fühle ich mich aber auch in allen anderen Subgenres wohl. Ich gehe mittlerweile keinem anderen Job außer der Autorenarbeit nach, weil mir Selbstvermarktung und Lesen, welches neben der Schreiberei meine zweite große Leidenschaft ist, einfach keine Zeit mehr übriglassen.
Auch in meiner Freizeit kann ich die Finger nicht von Fantastischem lassen, sei es nun im Kino, bei Büchern oder Blu-rays. Ich verschlinge alles, in dem es auch nur ein bisschen übernatürlich zugeht und das mir gefällt.

Ich habe ja an der RatCon-Lesung von dir teilgenommen und war überrascht, dass trotz parallel laufender Feuershow so viele „Der gefallene Prophet“-Interessierte den Weg in die Lesung gefunden hatten. Wie fandest du die Resonanz?
Das hat mich schlichtweg umgehauen. Vor allem nachdem mir klar wurde, dass ein Großteil des Publikums extra für den GEFALLENEN PROPHETEN auf die RatCon gekommen war. Und dies für eine Lesung, die um 22:00 Uhr stattfand. Dafür möchte ich mich noch mal vor allen Anwesenden ganz tief verneigen. 🙂

Ich muss sagen, ich war überrascht, da kommt ein Typ, baut ein paar Lautsprecher und Laptop auf, stellt Bücher hin, zieht sich Handschuhe an und erzählt was von „Hörspiel-Lesung“. Wie bist du auf diese Idee, diesen Mehrwert gekommen?
Das hat sich irgendwie ganz von selbst ergeben. Als ich damals mit dem Vorgänger des PROPHETEN, dem kostenlosen Internetprojekt DIE SINISTRA, gestartet bin, habe ich mir vorher die Lesungen der Kolleginnen und Kollegen im Umfeld angeschaut. Leider musste ich ganz oft feststellen, dass mich das Medium Lesung in der Form kaum ansprechen konnte (sorry, sorry, sorry). Dem entgegen gab es aber auch positive Beispiele, wie Markus Heitz und meinen großen Inspirator Torsten Low. Torsten hatte mich bei den ersten Fantasy-Tagen in Iserlohn mit seiner Art, eine Lesung zu präsentieren und durchzuführen, regelrecht geflasht.
Damit hatte ich einen Ansatzpunkt, wohin ich mit meinem Vortragsstil wollte. Nach viel, viel Üben und Überprüfen durch Aufnehmen meines Lesens, fasste ich den Mut, meine Stimme dabei zu verstellen. Meine Güte, was kam ich mir beim ersten Versuch bescheuert vor. Meine Freundin fand die Wirkung jedoch ziemlich gut und steuerte obendrein noch ein paar Anregungen zu den „Spezialeffekten“ bei. Die Idee, Roboter mit einer Blechtasse vor dem Mund zu lesen, stammt zum Beispiel von ihr.

Bei deiner Lesung kam auch Musik zum Einsatz. Würdest du dazu bitte etwas mehr sagen?
Da ich beim Schreiben ganz oft in Filmszenen denke und sowieso recht multimedial veranlagt bin, wollte ich von Anfang an musikalische Unterbrechungen während meiner Lesungen haben, die die Stimmung der vorgetragenen Stellen unterstreichen oder weiterspinnen. GEMA-frei und kostenlos sollte das Ganze auch noch sein. Was soll ich sagen? Große Chancen hatte ich mir bei der Internetsuche nicht ausgerechnet.
Umso überraschter war ich, dass ich recht schnell auf die Seite von Kai Hartwig stieß. Kai ist ein Komponist, der aus der Computerspiel-Szene stammt und seine Musik sowohl GEMA-frei als auch gratis anbietet, sofern kein Gewinnstreben hinter der Verwendung steckt. Obendrein klingen viele seiner Stücke wie von Hans Zimmer. Ich hatte den perfekten Soundtrack zu meiner Geschichte gefunden. Und da DIE SINISTRA zunächst ein Non-Profit-Projekt war, konnte ich mir ohne Gewissensbisse nehmen, was ich brauchte.
Nachdem mich meine Zuhörer nach einiger Zeit davon überzeugt hatten, von der SINISTRA eine kostenlose Hörbuchversion ins Netz zu stellen, habe ich mit Kai Kontakt aufgenommen. Ich weiß noch, wie aufgeregt ich war, als ich meine Mail an ihn geschrieben und ihn darüber informiert habe, so von einem Künstler zum anderen, was ich mit seiner Arbeit aufstelle. Geld konnte ich ihm ja leider nicht bieten, nur Werbung. Er war zum Glück nicht nur so begeistert von meinen Ideen, dass er mir erlaubt hat, seine Musik zu verwenden, sondern mir auch noch eine eigene kostenlose Titelmelodie für DIE SINISTRA komponiert hat. Im ersten Moment konnte ich gar nicht glauben, was ich da las. Einer der Momente im Leben, die ich wohl nicht so schnell vergessen werde.
Aber Kai kann nicht nur Brachiales. Auf http://www.hartwigmedia.com kann sich jeder selbst von seiner Bandbreite überzeugen. Und wenn ihr mal ein Stück für die heimische Videoproduktion oder als Untermalung für den Rollenspielabend braucht, werdet ihr dort garantiert fündig.
Ich verbringe vor meinen Lesungen oft Stunden mit Stöbern. Selbst jetzt noch, wo DIE SINISTRA eigentlich beendet ist und DER GEFALLENE PROPHET auf dem Programm steht.

Wo wir schon einmal bei „Der gefallene Prophet“ sind, könntest du ein wenig mehr dazu erzählen, sprich wie bist du auf die Idee gekommen, was hat dich inspiriert usw.?
Leider nein. Diese Frage muss ich in jedem Interview blocken, weil ich sonst die Leser der ANNO-SALVATIO-423-Serie, deren Auftaktroman DER GEFALLENE PROPHET darstellt, schwer spoilern würde. Aber ich kann Andeutungen machen und kurz erläutern, worum es in den Romanen überhaupt geht.
Anfang der 1990er las ich in einem amerikanischen Comic-Magazin über eine BATMAN-Geschichte, bei der der schwarze Rächer in einer von der katholischen Kirche beherrschten Alternativwelt für Gerechtigkeit sorgte. Das Setting hat mich sehr fasziniert. Mitte der Neunziger fiel mir eine in meinen Augen ungewöhnliche Grundkonstellation zwischen zwei Charakteren und einem Hindernis ein, das diese beiden zu überwinden hatten. Da sagte ich: Wenn ich jemals ein Buch verfasse, wäre dies eine Geschichte, die ich gern schreiben würde. Mit dem tatsächlichen Schreiben hatte ich seinerzeit aber noch nichts am Hut. Wenig später musste ich feststellen, dass „meine“ Idee in einem Film verwertet werden sollten. Leider wurde ich von der Umsetzung dann schwer enttäuscht.
Spulen wir vor bis ins Jahr 2008. Ich hatte mit dem Schreiben begonnen und initiiert durch den Wettbewerb „Schreiben Sie einen magischen Bestseller“ vom HEYNE-Verlag wurde mein erster Roman fällig.
Mittlerweile hatten sich der oben erwähnte Hintergrund und die Charakterkonstellation in meinem Kopf vereinigt. Zwei Roman-Ideen schwebten mir vor, wobei ich der mit dem Arbeitstitel GOTTES STADT (das spätere ANNO SALVATIO 423) den Vorzug gab und loslegte.
Zum Glück fand mein Wettbewerbsbeitrag damals keine Beachtung. So hatte ich Zeit, an meiner Schreibe zu arbeiten und so lange Einfälle an das Grundkonstrukt zu kleben, bis es in seiner Gesamtheit so richtig rund werden konnte.
So ist aus der Geschichte um Desmond Sorofraugh, der als übernatürlich begabter Priester in den finsteren Straßencanyons des Gelobten Landes für die Aufrechterhaltung der neuen Zwölf Gebote sorgt, ein fünfbändiger Zyklus erwachsen.
Mein erster Versuch, das Manuskript zu Teil eins an einen Verlag zu bringen, scheiterte. Also fasste ich den Entschluss, mich mit einem E-Book-Projekt an den Torwächtern der Lektorate vorbei ans Publikum zu schleichen. Dazu habe ich mir die Idee von einem Prequel, in dem Soldaten gegen schwarze Magier kämpfen, aus dem Ärmel geschüttelt, sie kostenlos bei facebook zur Verfügung gestellt und auf Cons Lesungen damit abgehalten.

Ich saß ja wie gesagt in einer dieser Lesungen und mir kam so einiges unheimlich aus z. B. den Rollenspielen Shadowrun, Engel, Warhammer 40K bekannt vor. Allerdings erkannte man immer die Eigenständigkeit. Hast Du einen RPG-Hintergrund, oder wieso genau diese Mischung?
Obwohl ich als Konsument von Kindesbeinen an in der Fantastik unterwegs bin und meine Romane recht rollenspielaffin sind, kannte ich bis auf SHADOWRUN keines der von dir angeführten Universen. Das war auch sicherlich besser so. Denn hätte ich von der Existenz von ENGEL oder beispielsweise dem Vorbild zu PRIEST gewusst, hätte ich mich nie an ANNO SALVATIO 423 gewagt. Das wäre mir viel zu ähnlich gewesen.
Meine Rollenspielerzeit ist seit dem Ende der 1980er vorbei. Danach war ich raus aus der Sache und DAS SCHWARZE AUGE blieb das einzige System, welches ich je gespielt habe. SHADOWRUN nahm ich am Rande wahr und fand, dass die Vermischung von Fantasy und SF in der fantastischen Literaturlandschaft nur unzureichend repräsentiert war, obwohl dies im Kino (z. B. STAR WARS) doch hervorragend funktionierte und auch angenommen wurde.
Da ich außerdem schon immer einen Hang zu Finsterästhetik hatte (Gigers ALIEN, BATMAN, THE CROW etc.) und ich darüber hinaus bemerkenswert fand, dass bislang niemand die christliche Mythologie so richtig als das aufgearbeitet hatte, was sie in Wirklichkeit ist, nämlich Fantasy, nahm ich die Mission auf mich, all dies ändern zu wollen. 😉

Wie wird es nach „Der gefallene Prophet“ weitergehen?
Die nächsten acht Jahre werde ich wohl mit der Fertigstellung von ANNO SALVATIO 423 zubringen. Der Plan ist, die vier Folgebände im Zweijahresrhythmus zu veröffentlichen. Es reifen darüber hinaus auch schon Projekte in meiner Gehirnschublade, über die ich jetzt aber noch nichts verraten möchte. Nur so viel: Es wird nichts mehr aus dem Erzähluniversum von DIE SINSITRA/ANNO SALAVTIO sein.

War es eigentlich schwierig für diese Thematik einen Verlag zu finden und wie kam es zu der Zusammenarbeit?
Wie oben schon angedeutet, wollte zunächst kein Verlag an das Manuskript ran. Als Debütant ein Projekt anzustoßen, das einerseits seitengewaltig ist und sich direkt auf fünf Bände festlegt, ist schon recht schwer unterzubringen. Dann noch nicht mal einen aktuellen Trend zu bedienen und nicht so recht in irgendeine vermarktbare Schublade zu passen, stellt so eine Art Todesstoß dar.
Ich musste zunächst ein Jahr mit DIE SINISTRA durch die Szene tingeln, auf mich aufmerksam machen und ein Publikum generieren. Dann traf ich (nicht ganz zufällig) auf meine jetzige Verlegerin Andrea Wölk. Wir unterhielten uns einen Nachmittag über ANNO SALVATIO 423 und darüber, was ich damit vorhatte. Abends saß Frau Wölk im Publikum meiner Hörbuch-live-Lesung zu DIE SINISTRA und eine Woche später flatterte der erste Buchvertrag in unser Haus.
Keine Agentur, kein Anschreiben, kein Exposé. Also alles jenseits des klassischen Wegs.

Wem diese Thematik nicht so liegt, aber trotzdem etwas von dir konsumieren möchte, wo oder wie findet die- oder derjenige Abhilfe?
Solchen Leuten kann ich dann nur noch meine Kurzgeschichten empfehlen. Da ist von klassischer Fantasy über SF mit Action und sogar Horror und Grusel alles dabei. Im VERLAG TORSTEN LOW bin ich in der KRIEGER-Kurzgeschichtensammlung mit Fantasy vertreten. Dasselbe gilt für das Rollenspiel SEELENFÄNGER und die Anthologie DIE KÖCHE III aus dem UB-Verlag. Im Letzteren habe ich mich sogar mal auf humoristisches Terrain gewagt, weil ich sonst immer schreibe, bis einer heult. 😉

Was planst du so für das nächste halbe Jahr an Projekten?
Die zweite Hälfte von 2014 gehört völlig der Vermarktung von DIE SINISTRA und DER GEFALLENE PROPHET. Nebenbei wird es noch Lesungen zu GESCHICHTEN AUS DEM DRACHENWINKEL (Anthologie aus dem UB-VERLAG) und DUNKLE STUNDEN (Anthologie aus dem VERLAG TORSTEN LOW) geben, in denen ich jeweils mit einer Geschichte vertreten bin. 2015, während ich gaaanz intensiv an ANNO SALVATIO 423 – Teil 2 schreibe, wird ein Kurzgeschichten-Projekt in den Vordergrund treten, das im PAPIERVERZIERER-Verlag erscheint. Der Verlag plant eine ganz spezielle Art von Anthologie und das Konzept verspricht überaus gut auf die RollenspielCons zu passen. Darauf wird nächstes Jahr wohl mein Hauptaugenmerk liegen. Dann bin ich dieses Jahr auch noch von Christian von Aster für eine Kurzgeschichte angefragt worden. Da ich seine Arbeit sehr schätze, freue ich mich auch darauf schon wir verrückt. Es wird also turbulent. Stay tuned. 😉

Vielen Dank für deine Zeit, Tom. Das letzte Wort hast du!
Ich habe dir zu danken für die interessanten Fragen und mache zunächst das, was ich die letzten drei Jahre getan habe: Eigenwerbung. 😉
Wenn deine Leser jetzt Lust bekommen haben, noch mehr über meine Geschichten zu erfahren, könnten diese Links hilfreich sein:
http://www.tomdaut.web.com , meine Website
http://www.facebook.com/Die.Sinistra , mein erster Roman, den es dort auch in einer kostenlosen Hörbuchform gibt.
http://www.facebook.com/annosalvatio , alles über die ANNO-SALVATIO-423-Reihe
Meine Bücher könnt ihr entweder beim OLDIGOR-Verlag (www.oldigor.com ) , bei amazon oder beim lokalen Buchhändler bestellen. Genauso verhält es sich mit den angesprochenen Anthologien.

Ansonsten wünsche ich dir und deinen Lesern viiieel Spaß und Leidenschaft beim Ausleben eures Hobbys. Vielleicht sehen wir uns ja mal auf der ein oder anderen Con persönlich. Stay nerdy!
Daut, out.

[Rezension] Die Sinistra

Autor: Tom Daut
Verlag: Oldigor Verlag
Format: Taschenbuch, 402 Seiten
Erschienen: März 2014
ISBN 13: 978-3945016367
ASIN: B00IPOPLDY (eBook)

von: Würfelheld

Auf der diesjährigen RatCon hatte ich mich in die Lesung von Tom geschlichen. Gelesen wurde zwar Der gefallene Prophet – was zu gefallen wusste und somit war klar, dass ich den unabhängigen Vorgänger, nämlich dieses Werk hier, einfach konsumieren muss.

Klappentext:
Die Sinistra – eine Kommandobrigade, die in den Straßenschluchten Trentagons gnadenlos Jagd auf die Kräfte des Okkulten macht …
Während sich der Dynast des Stadtstaats mit einem schrecklichen Krieg an der Nordgrenze konfrontiert sieht, wird seine Regentschaft durch unablässige Machtkämpfe in den eigenen Reihen bedroht. Einzig die Kämpfer der Sinistra stehen loyal zum Herrscher.

Auch Caron Salvador, der junge Sohn des Dynasten, verpflichtet sich zum Dienst in der Sinistra. Doch er muss erkennen, dass ein Rivale seines Vaters kurz davor steht, die Herrschaft über Trentagon an sich zu reißen. Dunkle Magie und Intrigen sollen dem Dynasten und seiner Sinistra den Untergang bringen.

Können Caron Salvador und seine Kameraden das Netz der finsteren Machenschaften zerschlagen?

Die Story:
Trentagon eine stark religiös angehauchte Dynastie, die mit den Sinistra eine Sonderheit im Kampf gegen das Böse, wie etwa Damönen oder aber auch zum Schutz des Herrschers unterhält. Eines Tages beschließt der Dynastensohn und Thronfolger Caron sich den Sinistra anzuschließen und sich der Ausbildung zu stellen.

So geht sein Wunsch in Erfüllung und Caron befindet sich schneller als gedacht im Ausbildungszentrum wieder. Dort wird er Capitan Adamato unterstellt. Sein Trupp umschließt weitere fünf Personen.

In der Ausbildung erlebt Caron sowohl Höhen als auch Tiefen, allerdings wächst er an beiden. So kommt es beim ersten Außeneinsatz zum Eklat und Caron findet sich vorm Kriegstribunal wieder. Sein Leben steht auf dem Spiel. Dank seines Trupps und einer Verschwörung findet er aber einen Fluchtweg aus seiner Lage.

Als ob das jedoch noch nicht genügend Probleme für Caron wären, haben sich auch Felis Lagun und Jayd Kessler, die Töchter des mächtigsten Industriellen des Landes in ihn verliebt und kriegen sich am laufenden Meter in die Haare.

Capitan Adamanto warnt Caron vor und mahnt ihn an für klare Verhältnisse zu sorgen, denn das was auf sie zukommen wird, duldet keinerlei Ablenkung.

Nach diesem Zwischenfälle geht es weiter mit der Ausbildung. Den Sinistra-Kadetten wird einer der größten Feinde Trentagons vorgestellt. Gleichzeitig sprechen die Ausbilder eine Aufgabe aus, die die Kadetten zu erfüllen haben. Diese scheint fast unlösbar zu sein.

Als es dann zu einem Ritualmord vor dem Sinistra-Stützpunkt kommt, webt sich ein Netz um Caron, welches ein Ausmaß annimmt, das man so nicht erwartet hat.

Das Setting:
Das Buch spielt im 26. Jahrhundert und die Menschen haben sich in verfeindete Gruppierungen geordnet. Zum einen gibt es da Trentagon, die Heimat der Sinistra, welche einen gläubigen Codex nacheifern, der seines gleichen sucht.

Auf der anderen Seite gibt es Magie, Damönen, Hexen- und Zirkelmeister. Magie kann u.a. auch gegen Technik eingesetzt werden, ist aber nicht unbesiegbar.

Der dritte große Aspekt ist die Technik. Diese hat sich sehr stark weiterentwickelt. So finden heutige Entwicklungen wie Pads in Form von Datenbewahreren noch den Einzug in die Welt, auf der anderen Seite findet man Hilfs- und Kampfroboter.

Die Charaktere:
Das Buch rückt Caron Salvador in den Mittelpunkt des Geschehens, das ist verständlich, denn spielt er doch eine gewichtige Rolle in der Thronfolge von Trentagon. So trifft man im Fortschreiten des Buches doch immer wieder auf die Charaktere die Caron umgeben, so z.B. auf seinen Ausbilder Adamanto oder aber seiner Sinistra Gruppe den Aracas. Die Charaktere machen dabei alle einen guten Job, sprich – man fühlt sich direkt mit Ihnen verbunden oder kann sie zum verrecken einfach nicht leiden und hofft das sie schnell wieder verschwinden. Der Autor gibt hier genügend Infos an die Hand, sodass sich entsprechende Charaktere aufbauen und entwickeln können.

Mein Fazit:
Da liest man den Prolog und denkt sich „Wow! – Das fängt fast wie der ein oder andere Shadowrun Roman an“ und somit schon mal einen Stein im Brett.

Dann liest man weiter und stößt immer durchs ganze Buch hindurch auf Szenen oder Personen die einem unheimlich bekannt vorkommen, aber ohne das dies für Kopfschüttler oder Fluchanfälle sorgt. So trifft man auf Capitan Adamato der einen stark an den Ausbilder aus Starship Troopers erinnert. Weiterhin trifft man auf die DMKs, welche einen an Doctor Whos Cyberman erinnern. Oder als drittes Beispiel noch angeführt sei Roscoe Venlak der so sehr an Private Paula aus Full Metal Jacket erinnert, dass es vor lachen weh tut.

Außerdem findet man aus einigen anderen Universen (Pen & Paper Rollenspiele) wie z.B. Shadowrun, Warhammer 40K oder Engel Ansätze wieder. Darunter fällt auch die Magie, die hier ebenfalls Einzug erhalten hat und durch Gesten dargestellt wird, was aber durch ihre Dramatik und Auswirkungen keinesfalls altbacken oder lächerlich wirkt.

Auch die Verschmelzung von Magie und Technologie eröffnet der Story gute Möglichkeiten die auch klasse genutzt werden.

Das „große Netz“ um Caron Salvador ist sehr weitreichend und lange Zeit aufgebaut worden, das es für mich an dieser Stelle, ein wenig unglücklich erscheint. Auf so lange Zeit, ein so großes Komplott mit so vielen Beteiligten vor seinen Feinden, in dessen eigenen Wohnzimmer geheimzuhalten, ist mir etwas zu sehr herangezogen.

Alles in allen hat mich Tom mit seiner Story eingefangen, gefesselt und unterhalten das ich es bereue, dass das Buch schon zu Ende ist.

Meine Wertung:
4,75 von 5 Herzen der Wahrheit – Viva Verdad!

{Atmosphäre] Hintergrundmusik

Um bei der Spielrunde die Situationen zu unterstützen oder als Hintergrunduntermalung beim lesen, Musik begegnet einen sehr oft und kann wirklich viel für die Stimmung tun.

Auf der diesjährigen RatCon, habe ich an der Lesung von Tom Daut teilgenommen und bin so auf HartwigMedia und Soundcritters aufmerksam geworden. Dabei handelt es sich um GEMA-freie Musik / Soundtracks, die meiner Meinung nach sich hervorragend als Spiele- und Lesemusik eignen.

Weitere Informationen und Downloads finden sich ->> H I E R <<- und ->> H I E R <<-

[Interview] André Wiesler bricht nach Uthuria auf

(c) Ulisses Spiele 2012

Hallo André,

vielen Dank das Du Dir die Zeit genommen hast und Dich kurz meinen Fragen stellst.

André Wiesler: Sehr gern!

Würfelheld: Seit dem letzten Interview, zu der Zeit von „Die Chroniken des Hagen von Stein“ hat sich ja bei Dir viel getan, z.B. Dein Engagement bei Ulisses. Kannst Du uns zu Deiner Aufgabe dort etwas mehr erzählen?

André Wiesler: Klar, ich bin dort als Ansprechpartner für die Community und als Marketingleiter tätig, ich versuche also Fragen zu klären und möglichst umfassend über unsere neuen Produkte und Vorhaben zu informieren. Außerdem schreibe ich Romane, Kurzgeschichten und andere Texte für Das Schwarze Auge und betreue die Homepage.

Würfelheld: Aktuell erscheint Dein Roman „Die Rose der Unsterblichlichkeit“, der im >DSA Universum< angesiedelt ist. Kannst Du uns einen kleinen Einblick gewähren?

André Wiesler: Schwarze Perle, der erste Teil der Reihe „Die Rose der Unsterblichkeit“, stellt den Auftakt einer Reise nach Uthuria dar, dem sagenumwobenen Kontinent südlich von Aventurien. Ich schildere die Erlebnisse der ersten Expedition neuerer Zeit dorthin, mit Seeungeheuern, düsterer Magie und einem guten Schuß Humor.

Würfelheld: Wie bist Du auf die Idee gekommen?

André Wiesler: Die Idee kam im Gespräch mit Mario Truant, unserem Verlagsleiter, auf. Mit An fremden Gestanden hat Alex Spohr ja den Auftakt zur spielerischen Erforschung des Kontinents durch Das Schwarze Auge-Fans gelegt und Mario wollte gerne eine erzählerische Begleitung dazu. Ich freue mich, dass ich diese umsetzen darf.

Würfelheld: Kannst Du uns einwenig mehr zum Hauptcharakter Alrik erzählen?

André Wiesler: Alrik ist ein ehemaliger Gladiator, den nach seiner Befreiung nichts mehr in Aventurien hält. Er ist gradlinig, aber aufrichtig und kann ordentlich zulangen, was er auch reichlich tun muss. Dass ihn in Uthuria mehr erwartet, seine Bestimmung nämlich, das ahnt er jedoch noch nicht. Aber Alrik ist ja nur einer der Hauptcharaktere, es reisen außerdem noch Karas Kugres, der verzogene Grandensohn, Marfan Steyck, der Forscher oder Efferia, die Efferdgeweihte mit. Und andere.

Würfelheld: Wird es Fortsetzungen, eventuell sogar eine eigene Uthuria Reihe geben?

André Wiesler: Ja, Die Rose der Unsterblichkeit wird auf jeden Fall fortgesetzt. An Teil 2 arbeite ich gerade, er ist für Anfang 2013 geplant. Ob es eine eigene Uthuria-Reihe geben wird, entscheidet unter anderem die Resonanz auf Die Rose der Unsterblichkeit.

Würfelheld: Du hast erste Einblicke ja schon auf der RatCon gewährt. Die Lesung hielt auch eine Überraschung parat. Wie bist Du auf diese Idee gekommen?

André Wiesler: Du meinst, wie ich auf die Idee gekommen bin, mich bei einer Das Schwarze Auge-Lesung mit Björn Schmiedeberg, dem Respect-Meister im Schwergewicht im Mixed-Martial-Arts zu prügeln? (lacht) Ich versuche immer, meine Lesungen ein bisschen aufzupeppen, und da ich mich bei Alriks Kampfstil stark an meinen schmerzhaften Erfahrungen mit dem MMA orientiert habe, lag die Idee nahe, ein paar der Prügeleien im Roman einmal umzusetzen. Da ich bei Björn trainiere, konnte ich ihn auch schnell dafür gewinnen.

Würfelheld: Wird es weiterhin solche Lesungen, mit Überraschungseffekt zukünftig geben?

André Wiesler: Auf der DreieichCon im November werde ich mich von Judith C. Vogt mit einem Schwert verprügeln lassen, wenn wir die Frage klären, was besser ist: Guter Nahkampf oder geschickter Schwertkampf? Und für die nächsten Veranstaltungen fällt mir bestimmt auch noch was ein – vorausgesetzt, ich habe meine Prellungen und blauen Flecken bis dahin auskuriert. (lacht)

Würfelheld: Kannst Du uns noch einen Einblick in die kommenden Uthuria Produkte geben?

André Wiesler: Gern. Als nächstes kommt der erste Teil einer Dreiteiligen Regionalkampagne mit dem Namen Grüne Hölle, die den Bereich rund um die Anlandungsstelle der Helden in An fremden Gestaden beschreibt und in Form einer Abenteuerkampagne erforschbar macht. Darauf folgen dann Teil 2 und 3, die sich mit den Xo’artal befassen, einer uthurischen Zivilisation. Ich sage nur: Blutmagie.

(c) Ulisses Spiele 2012

Würfelheld: Was hast Du in naher Zukunft geplant bzw. was können wir von Dir erwarten?

André Wiesler: Ich schreibe aktuell am zweiten Teil der Rose der Unsterblichkeit, bereite ein Schreibseminar für den Januar mit dem Titel „Wie schreibe ich ein Buch?“ vor (es sind noch ein paar Plätze frei (zwinkert)) und plane außerdem Anfang 2013 etwas mit dem halbfertigen Manuskript eines komischen Mysterybuches. Aber dazu kann ich noch nicht mehr verraten.

Würfelheld: Vielen Dank fürs Interview. Die letzten Worte gehören Dir.

André Wiesler: Vielen Dank. Die letzten Worte nehme ich gerne und verschenke sie an Weihnachten an meine Frau weiter. Ein Geschenk weniger, um das ich mich kümmern muss.

Weitere Infos:

Buchseite beim Verlag

André Wiesler im Netz

André Wiesler Wochenendseminar „Wie schreibe ich ein Buch“

Ratcon 2012 Lesung: