[Musik] Neues zu „Silicium“

© Erdenstern

Das bald erscheinende Album von Erdenstern wird den Namen „SILICIUM“ tragen. Soweit ist das ganze ja schon bekannt. Das Album kann auch bereits im offiziellen Shop als Silberling vorbestellt werden. Wer nicht genau weiß einem erwartet, kann seinen Lauschlappen nun ein 5-minütiges Medley aus den knapp 80-mintigen Album spendieren.  Der erste Eindruck erscheint mit, es wird endzeitlicher, mehr Mad-Max-Feeling, also genau das was mir bei „Into the grey“ zu kurz kam. Somit sind die nächsten Cyberpunk, Shadowrun und Near Future Leseabende und Spielerunden hoffentlich mit neuen Klängen versorgt. Ich bin gespannt wa da genau kommt. Weiterlesen „[Musik] Neues zu „Silicium““

[Rezension] Goon

© Amrun Verlag
© Amrun Verlag

Autor: Bodo Kroll
Verlag: Amrun Verlag
Format: Paperback
Seitenzahl: 274
Erschienen: März 2016
ISBN: 978-3944729756
Preis: 12,90 Euro

von: kris

Bodo Kroll ist ein deutscher Autor aus dem Bereich der Science Fiction, der schon auf einige Veröffentlichungen zurückblicken kann, unter anderen bei der Heftserie „Ad Astra“ aus dem Hary Verlag. Sein neuster Streich „Goon“ erscheint beim Amrun Verlag.

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Media Monday #291

Neuer Montag – neuer Media Monday.

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[Rezension] Firefight (Roman)

Verlag: Heyne Verlag
Autor: Brandon Sanderson
Reihe: Die Rächer, Band 2
Format: Hardcover
Seitenzahl: 464
Erschienen: Oktober 2015
ISBN: 978-3453269002
Preis: 17,99 Euro

von: Würfelheld

Band 1 „Steelheart“ der „Rächer“-Reihe ist mir vor kurzen erst durch Zufall in die Hände gefallen und ich habe es mit dem Fazit „Band 2 sollte ich lesen“ freudig beendet. Genau meinen Geschmack getroffen. Nun habe ich mir „Firefight“ geschnappt und konsumiert. Also dann mal ein paar Worte zu diesem Band. Ich hoffe ich kann „Steelheart“
Spoiler verhindern.

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[RPG Rezension] Deadlands: Hölle auf Erden

as-Deadlands-Hölle auf ErdenAutor: Shane Lacy Henley, John Hopler, Matt Forbeck
Verlag: Uhrwerk-Verlag
Format: gebunden
Seitenzahl: 216 Seiten
Erschienen: Februar 2013
ISBN: 978-3942012546
Preis: 34,95 Euro

von: kris

Die meisten „Endzeit“-Blockbuster sind in einer Welt angesiedelt, die nicht von ungefähr an den Wilden Westen erinnern. Glücksritter und Outlaws ziehen als einsame Wölfe durch eine lebensfeindliche Welt, in der sie hinter jedem Baum oder Stein mit Gefahr rechnen müssen. Jeder ist sich selbst der Nächste, selbst in den kleinen abgeschotteten Siedlungen. Auch „Deadlands: Hölle auf Erden“ hat dieses Flair eingefangen und ergänzt es natürlich um eine übernatürliche Note, wie auch schon im Schwesterspiel „Deadlands“, das im „echten“ wilden Westen angesiedelt wurde.

Klappentext:
Willkommen in der Hölle auf Erden!
Wir haben das Jahr 2094, aber unsere Zukunft ist im Eimer! Der Letzte Krieg endete vor 13 Jahren, als die übernatürlich aufgerüsteten Bomben des Jüngsten Gerichts fielen, Milliarden Menschen töteten und die Welt in ein riesiges Deadland terrorformten . Das erlaubte den mysteriösen und mächtigen Abrechnern sich körperlich auf Erden zu manifestieren.

Diese unheiligen Wesen aus der Hölle zogen eine Spur der Verwüstung über den Verstrahlten Westen, metzelten die wenigen Überlebenden der Apokalypse nieder und verzogen sich dann über den Mississippi und weiter nach Osten wohin, das weiß keiner.

Seither versucht sich die Menschheit am Wiederaufbau. Doch die einstigen Metropolen erzittern unter den auch heute noch, 13 Jahre nach dem großen Knall, ungemindert heulenden, tobenden, radioaktiv strahlenden Geisterstürmen der G-Bomben-Einschlagsgebiete. So bleibt den Überlebenden nur der Rückzug in die Ödlande, um die Menschheit wieder auf die Beine zu bringen.

Deadlands: Hölle auf Erden ist ein Rollenspiel, dessen Regelsystem kompatibel zum bekannten und prämierten Western-Rollenspiel Deadlands : Der Unheimliche Westen ist. Hier wird nicht etwa das Ende der großen Deadlands-Geschichte erzählt, die im Unheimlichen Westen ihren Anfang nahm, sondern eher ein sehr verdrehter Beginn einer Zukunft im Verstrahlten Westen vorgestellt, einer Zukunft voller „hochangereicherter“ Übernatürlichkeiten, wie man sie nie zuvor für möglich gehalten hätte. Die Welt fährt zur Hölle, fährst Du mit?

Wieder einmal ist es eine Zeit der Helden! Die Spieler schlüpfen in die Rollen strahlungsschleudernder Unheilsprediger, unbarmherziger Gesetzeshüter, hirnzerkochender Psychos, Dreckdurchwühlender Schrotter und rechtschaffener, schwertschwingender Templer – oder einfach mit Waffen fuchtelnder, zäher Überlebenskünstler der verstrahlten Ödlande. Als was trittst Du gegen die Ausgeburten der Hölle an?

Nur durch den unerbittlichen Kampf gegen das allgegenwärtige Übel, das die Welt in seinen Klauen hat, können die Helden diese Hölle auf Erden eventuell beenden – und sie sollten sich besser damit beeilen.

Manche sagen, die Abrechner werden zurückkehren.

Zum Inhalt:
Man schreibt das Jahr 2094, aber die Welt ist nicht mehr so wie sie sein sollte. Denn vor gut dreizehn Jahren entfesselten unheimliche Mächte die Bomben des Jüngsten Gerichts und töten Milliarden von Menschen. Seither kämpfen die Verbliebenen ums Überleben, doch das wird ihnen von den geheimnisvollen und mächtigen Abrechnern und ihren Schergen nicht gerade einfach gemacht. Diese Wesen stammen aus der Hölle und haben eine Spur der Vernichtung und Zerstörung durch die Welt gezogen, seit sie sich körperlich manifestieren konnten.

Aber diese grausamen Reiter der Apokalypse verschwanden schließlich im Mississippi-Delta, so dass niemals weiß, ob sie nicht noch auf Erden wandeln. Ernährt haben sie sich dabei von der Angst und Verzweiflung der Menschen und auch jetzt noch durchstreifen ihre Handlanger und andere Monster die zum Ödland gewordene Welt.

Doch wie so oft versuchen die Überlebenden in den verbliebenen Siedlungen und kleinen Städten die menschliche Zivilisation mit all ihren Werten doch wieder aufzubauen, so sehr sie auch an Hoffnung und Mut verloren haben. Das ist allerdings nicht einfach, denn es gibt natürlich immer wieder Rückschläge.

Sie brauchen eigentlich Helden, die mit leuchtendem Beispiel voran gehen, die mit Coolness und Stärke gegen das Böse in jeder Gestalt angehen und sich dabei nicht unterkriegen lassen. Benötigt werden auch Männer und Frauen, die die Kunde von diesen Taten durch die Lande tragen, um das Feuer des Widerstandes wieder zu entfesseln.
Und genau das wird nun die Aufgabe der Auserwählten, die zunächst auch nicht viel mehr sein mögen, als der Rest, aber schon bald über sich hinaus wachsen werden …

„Deadlands: Hölle auf Erden“ ist ein komplettes „Pen- und Paper“-Rollenspielsystem. Man genötigt neben dem hier vorliegenden Grundregelwerk eigentlich nur noch einen Satz Pokerkarten und -chips, sowie die gesamte Bandbreite an Rollenspieler-Würfeln. Und natürlich Bleistift und Papier bzw. Kopien der Charakterbögen aus dem Buch.

Die vorliegenden Texte stellen das Szenario eigentlich schon ausführlich genug in Erzählform vor, damit gerade erfahrene Spielleiter und ihre Gruppen sich schon einmal genug Bilder machen können, um erste Abenteuer und Kampagnen zu entwickeln und zu spielen. Natürlich dürfte aber erst der spätere Szenarioband den Hintergrund genauer vertiefen und im Detail erklären, was wo und wann geschah, aber auch die Werte und Beschreibungen von den wirklich mächtigen Gegenspielern bieten. Denn im Grundregelwerk bekommt man es nicht mit den Abrechnern und ihren direkten Handlangern zu tun, sondern nur mit deren eher schwächeren Schergen und Handlangern, beziehungsweise mit den Kreaturen, die durch die Verstrahlung der Welt mit dunkler Energie und Atomkraft entstanden sind, wie etwa körperlich deformierten Mutanten und aufgewerteten Tieren.

Es ist übrigens sogar möglich, Figuren und Ideen aus dem ursprünglichen „Deadlands“-Rollenspiel zu übernehmen, da beide Systeme locker miteinander verknüpft sind, ohne jedoch fürchten zu müssen, dass der Kauf des anderen notwendig wird. Das alles wird an den entsprechenden Stellen angedeutet, auch wie man beide Zeitebenen tatsächlich miteinander verknüpfen kann, wenn man das möchte – es ist allerdings kein Muss.

Sehr viel Zeit wird sich für die Charakterentwicklung genommen. Natürlich haben Werte und Regeln einen Sinn, wenn man das Zufallselement nicht vernachlässigen will, viel mehr Wert wird aber auf das richtige „Storytelling“ gelegt.

Denn immerhin haben die Helden Vor- und Nachteile, die nicht nur mit Würfeln ausgetragen werden müssen. Die Spieler haben dabei größtmögliche Freiheiten, können aber auch auf einen der angebotenen Archetypen zurückgreifen, was am Anfang vermutlich bei den eher „magischen“ Charakteren sehr sinnvoll erscheint, um sich besser in diese einfühlen zu können. Die werden einem teilweise nicht ganz unbekannt sein – Rothäute auf dem Kriegspfad, unbarmherzige Gesetzeshüter verrückte scheinende Wanderprediger, oder skrupellose Revolverhelden und Outlaws gab es schließlich schon im 19, Jahrhundert.

Angenehm dabei fällt auf, dass es keine Trennung zwischen den Geschlechtern gibt und Heldinnen nicht genötigt werden, auf bestimmte Charakterklassen zurückzugreifen. Jeder kann hier alles sein, wenn er will – selbst Mitglied der Templer – das machen auch schon die Beschreibungen und Bilder deutlich. Mädchen sind nicht nur hübsche Bardamen oder schwache und hilflose Siedlerfrauen – auch sie können durchaus zeigen, dass mit ihnen nicht zu spaßen ist.

Insgesamt verlassen sich die Helden nicht unbedingt nur auf Schießeisen, Bogen und Messer, einige von ihnen gebieten über Psi-Gaben, was für ihre Gesundheit auf Dauer nicht ganz zuträglich sein wird, andere haben sich mit den übernatürlichen Wesen verschworen und stehen selbst mit einem Bein auf der anderen Seite.

Auf jeden Fall ist die Auswahl groß, selbst wenn man einen technikverliebten Bastler spielen und so dem ganzen Szenario ein wenig mehr Steampunk-Atmosphäre verleihen werden. Nach und nach wird aber auch deutlich, dass das wichtigste Gut in diesem verstrahlten Westen nicht unbedingt Gold ist, Wissen scheint eine viel größere Macht zu sein, wenn man dem Grauen auf die Spur kommen und es beseitigen will.

Der große Plan im Hintergrund wird im Grundregelwerk natürlich nur angedeutet – aber es reicht aus, um mehr erfahren zu wollen. Und bis dahin bekommt man genug Werkzeuge in die Hand gelegt um eigene kleine Abenteuer zu erfinden und die Spieler so nach und nach in die düstere Welt hinein wachsen zu lassen.

Die Regeln für Kampf und Interaktion, beziehungsweise Anwendung der Fähigkeiten und Gaben sind durchweg übersichtlich und einfach erklärt, auch wenn sie sich nicht an die blutigen Anfänger richten, sondern schon an diejenigen, die bereits etwas Erfahrung gesammelt haben. Das was Spieler und Spielleiter wissen müssen, befindet sich in einem Band, so dass man nicht noch zusätzlich Geld ausgeben muss.

Würfel und Karten sorgen für das Zufallselement, mit den entsprechenden Chips kann man das Schicksal etwas beeinflussen. Alles in allem richtet sich das Spiel aber doch eher an fortgeschrittene bis erfahrene Spieler, denen es in erster Linie um die Interaktionen und die Entwicklung ihrer Figuren geht, nicht mehr nur um das Anhäufen von Macht und die Steigerung der Werte. Gerade der Spielleiter hat einiges zu tun, wenn er die Fäden in der Hand behalten und die Übersicht bewahren will und sollte daher einiges an Kenntnissen in Gruppenführung mitbringen.

Mein Fazit:
Hat man sich einmal mit den entsprechenden Filmen wie „Mad Max“ oder „Priest“ eingestimmt, so steht einer erfolgreichen Erkundung von „Deadlands: Hölle auf Erden“ nichts im Wege. Fortgeschrittene Spieler und erfahrene Spielleiter, die mehr Spaß am „Storytelling“ als an einem starren Regelsystem mit vielen klar festgelegten Abläufen haben, bekommen mit dem Grundregelwerk nämlich genug Material an die Hand, um relativ schnell im „Verstrahlten Westen“ loslegen zu können. Es lohnt sich also durchaus, einen Blick zu riskieren, wenn genug von den üblichen Fantasy- oder Sci-Fi-Welten hat, denn das System öffnet durch seine schräge Mischung aus Endzeit, Western und Horror neue Perspektiven, die es durchaus in sich haben.

Meine Wertung:
4,5 von 5 Höllen

[Rezension] Soldierboy

Autor: Joe Haldeman
Verlag: Mantikore Verlag
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 561
Erschienen: 2014
ISBN: 978-3-939212-57-7
Preis: 12,95 €

von: Würfelheld

Na ein weiterer Haldeman der in meine Finger wandert und die Hoffnung schürt, das man in ein geniales Kopfkino wie bei „Der ewige Krieg“ entführt wird. Also auf geht’s ins Jahr 2043.

Klappentext:
SOLDIERBOY – Joe Haldemans mehrfach preisgekrönter Klassiker „Forever Peace“ in neuer Übersetzung. Das Jahr 2043. Ein Nuklearkrieg hat unfassbare Zerstörung über die Menschheit gebracht. Die Kämpfe werden dennoch unerbittlich fortgesetzt. Den Krieg führen mental gesteuerte Kampfmaschinen – sogenannte „SOLDIERBOYS“. Der Soldat Julian Class steuert einen solchen “SOLDIERBOY” und erlebt das Grauen des Krieges als verstörenden Livestream. Die junge Wissenschaftlerin Amelia Harding will diesem Horror ein Ende setzen. Bald wird Sie eine Entdeckung machen, die das gesamte Universum Jahrtausende zurückwerfen könnte. Ein Neuanfang für die gesamte Menschheit wäre zum Greifen nah… Gewinner des Hugo Award 1998 Gewinner des Nebula Award 1998 Gewinner des John W. Campbell Award 1998

Zum Inhalt:
Wir befinden uns im Jahr 2043, wo die westliche Allianz seit nunmehr sechs Jahren einen unerbittlichen Kampf gegen die Rebellen führt. Dieser Krieg ist getrieben durch die Gnadenlosigkeit der Ökonomie. Die Allianz nimmt für sich mehr oder minder in Anspruch zu entscheiden, wer Zugang zu Nahrungsmitteln und Technologie erhält. Unser Held Julian lebt und kämpft für die Allianz, wobei man ihn locker als Teilzeitsoldierboy bezeichnen könnte, denn die Allianz hat es aufgrund ihres Technikverständnisses und Fortschritts geschafft diesen Krieg, mit Roboter zu führen. Während des Dienstes steuert Julian, einen dieser Kampfroboter in der Schlacht, während er in seiner „Freizeit“ seiner Berufung als Universitätsdozent nachgeht.
In dieser Funktion gibt es ein entscheidendes Experiment, welches Julia einiges abverlangt hat bzw. Schuld auf seine Schultern legt. Als eine neue Partnerin in sein Leben tritt und diese ihn animiert sich mit dem Experiment und den damit verbundenen, möglichen Konsequenzen auseinanderzusetzen, erkennt er was wirklich dahinter steckt. Diese Erkenntnis erweist sich für Julian bald als größte Herausforderung seines Lebens, denn das ach so ungeliebte, sogar verhasste Projekt könnte die Rettung für die gesamte Menschheit bedeuten. – Das Ende des Krieges. Wenngleich sein Handeln vielen Menschen das Leben kosten könnte, steht für ihn fest das es das Richtige ist und die Opfer für das Leben der gesamten Menschheit unvermeidlich sind.

Mein Fazit:
Deckel zu, unterhalten gefühlt! So kurz könnte man es einfach und simpel zusammenfassen. Allerdings würde man damit diesem Buch nicht gerecht werden. Denn was einem hier zwischen den Deckeln erwartet ist in einigen Aspekten, wie etwa Überwachung oder Technik immer noch tagesaktuell und hat somit an Reiz nicht verloren. Haldeman verpackt alles geschickt in eine nahe Zukunft, welche die klaffende Gesellschaftsschere von heute, ins extreme weiterspinnt und somit zwei Fraktionen erschafft, die sich erbitterter nicht gegenüberstehen könnten.
Das einzige was ein wenig aufstößt ist das vom Verlag gewählte Taschenbuchformat. Dieses ist eindeutig zu klein.

Meine Wertung:
4 von 5 Soldierboys

[Rezension] SchrottT

Autor: Uwe Post
Verlag: Atlantis Verlag
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 229
Erschienen: Oktober 2013
ISBN: 978-3-86402-126-8
Preis: 12,90 €

von: Moritz

Okaaaaaaay, das ist mal was anderes als Kurzgeschichtensammlungen, Fantasy und klassische Science Fiction…

Klappentext:
2022.
Die Bundesregierung versteigert das Recht zur Ausübung der Polizeigewalt in allen Bundesländern, vorgeblich um die Staatsfinanzen zu sanieren.

In Baden-Württemberg sorgt fortan die sizilische Mafia für Recht und Ordnung, in Thüringen der Vatikan samt Schweizergarde und in Nordrhein-Westfalen die Nigeria-Connection.

Durch diese Deutschland-Karikatur tourt Colin Free mit seiner Crap-Metal-Band »SchrottT«, gegängelt und verfolgt von privaten Sicherheitskräften, Medienvertretern und Zensur-Consultants, umgeben von Freunden, die ein falsches Spiel spielen und hofiert von einem braunen Schergen, der aus dem Erfolg der Band politischen Profit schlagen will …

Zum Inhalt:
Colin Free tingelt mit seiner Crap Metal-Band durch ein Deutschland des Jahres 2022. Mit seiner Band, dem Promoter Lars-Peter und dem Groupie Blondy erleben sie so manche unterschiedliche Location, wo jeweils völlig andere Gesetzmäßigkeiten gelten, denn die Bundesländer haben ihre Polizeimacht meistbietend versteigert und so herrscht jetzt beispielsweise in Ba-Wü die Cosa Nostra GmbH. Während der ersten zwei Drittel des Romans gibt es eine merkwürdige Rahmenhandlung, denn Colin ist irgendeiner geheimnisvollen Macht in die Fänge geraten und erzählt unter Folter die Geschichte seines Lebens und seiner Band. Er tappt in dieser Zeit genau so im Dunklen wie der Leser. Das dürfte für beide Parteien gleichermaßen unbefriedigend sein. Irgendwann entkommt er dann halbwegs unmotiviert und die beiden Erzählstränge vereinigen sich – von hier an geht es dann stringent geradeaus und steuert auf einen amtlichen Bossfight zu.
Die Handlung ist irgendwie an den Haaren herbeigezogen und unspannend, aber die Hintergrundwelt rockt das Haus. Die spinnerte Idee, dass jeder Meistbietende in einem Bundesland die Polizei stellen darf, finde ich mal richtig cool, sodass wir zwischen Mafia, Schweizergarde und Spaßbietern (natürlich in Bremen) die unterschiedlichsten Extreme am Start haben. Wie gesagt – coole Idee und konsequent durchgezogen. So muss es!

Mein Fazit:
Puh, zu Beginn habe ich mich etwas schwer getan mit dieser Near-Future-Kiste, weil sie irgendwie versucht von der wenig stringenten Erzählweise her etwas postmodern zu sein und in der Zeit hin- und herspringt wie ein Wiesel auf Speed. Das wächst sich dann aber im Laufe des Romans aus oder man gewöhnt sich dran und man gerät irgendwie in den Flow – und dann macht das Teil ordentlich Spaß. Die Story ist leider etwas mau, aber die Welt gefällt mir super und die Personen sind auch sympathisch und man folgt ihren Eskapaden gerne. Ganz im Ernst – für die sehr coole Fiktion von einem Deutschland, wo die Staatsmacht in private Hände gegeben wurde, würde ich satte 5 Punkte rausballern, aber die Handlung ist weniger als nicht-existent und mit 1 Punkt für diesen Bereich nivelliert es sich insgesamt aus.

Meine Wertung:
Alle 3 von 5 „T“s aus dem Titel – und ein halbes Fleiß-“T“ – macht zusammen 3,5!

[Rezi] Cyberabad

https://i1.wp.com/www.randomhouse.de/content/edition/covervoila/351_52973_119820_xxl.jpgAutor: Ian McDonald

Verlag: Heyne

Format: broschiert, 800 Seiten

VÖ: Juli 2012

ISBN 13: 978-3-453-52973-1

Preis: 10,99 €

von: Martin Wagner

Vermutungen über die nahe und ferne Zukunft sind fester Bestandteil vieler Unterhaltungen, denn auch wenn der Mensch in der Gegenwart lebt, ist es doch die Zukunft für die er lebt. Es ist deshalb nicht überraschend, dass sich Bücher, Filme und Fernsehserien, die sich mit der Zukunft beschäftigen, großer Beliebtheit erfreuen. Es ist dabei auch egal, ob es sich um fiktionale oder wissenschaftliche Umsetzungen des Themas handelt, die Zukunft interessiert immer.

Selbstverständlich verkaufen sich fiktionale Bücher und Filme besser als wissenschaftliche und das haben einige Autoren frühzeitig erkannt. Der Engländer Ian McDonald ist einer der bekanntesten Vertreter dieser Zunft und macht vor allen Dingen durch seine realistische Sicht auf zukünftige Errungenschaften von sich reden. Auch seiner neuester Roman „Cyberabad“, der in Deutschland beim Wilhelm Heyne Verlag erschienen ist, zeichnet sich dadurch aus und wurde vollkommen zurecht mit dem British Science Fiction Association Award ausgezeichnet. Der Roman entführt den Leser ins in der Moderne angekommen Indien des Jahres 2047 und in eine Zeit, in der sich die Zukunft der Menschheit entscheidet.

Um die Zukunft der Menschheit kämpfen in „Cyberabad“ zehn Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Unter diesen zehn bedeutenden Menschen sind auch ein Gangster, dessen Schulden ihn dazu zwingen gegen die eigenen Überzeugungen zu handeln, zwei Wissenschaftler, die eine Entdeckung machen, die direkt mit der Zukunft der Menschheit zusammenhängt, ein Polizist, der das Wissen und die Waffen besitzt, um eine entscheidende Rolle zu spielen, eine mysteriöse junge Frau mit besonderen Fähigkeiten, ein Politiker und seine große Liebe, und ein Stand-Up Comedian, der sein Leben um 180 Grad drehen muss, als er ein Drittel des großen Familienunternehmens erbt. Im Jahr 2047 ist Indien nicht mehr was es heute ist, Provinzen haben sich abgespalten und alte Feindschaften wurden neu entfacht und ein Krieg bricht aus. Gleichzeitig sorgt eine Dürre dafür, dass der Ganges kaum mehr als der Fluss Indiens sondern nur noch als Flüsschen vorhanden ist. Doch diese politischen und geologischen Probleme sind nur ein Faktor, der das Schicksal der Menschheit beeinflusst. Viel entscheidender sind der gesellschaftliche Wandel und die wissenschaftliche Entwicklung. Künstliche Intelligenzen sind seit Jahren aus den Medien und den Firmen nicht mehr wegzudenken und haben mittlerweile einen großen Einfluss. Bisher war es jedoch verboten eine KI zu schaffen, die dem Menschen überlegen ist. Leider lässt sich auch bei Künstlichen Intelligenzen die Evolution nicht dauerhaft verhindern und es kommt, wie es kommen muss und noch viel schlimmer als man es erwartet.

Viele Protagonisten, viele Antagonisten und viele Handlungsstränge führen dazu, dass man als Leser fast 100 Seiten braucht, bis man im Buch angekommen ist und die Zusammenhänge, die nicht überall klar zu erkennen sind, versteht. Hat man diese 100 Seiten aber hinter sich gebracht, erlebt man ein Lesevergnügen, das man so selten erlebt hat. Die Protagonisten und Antagonisten sind rund und man genießt schon bald deren Eigenarten, ihre Stärken und vor allen Dingen ihre Schwächen. Neben den Figuren sind es aber vor allen Dingen die möglichen technischen Entwicklungen, die McDonald einführt und vorstellt, die überzeugen können. Künstliche Intelligenzen, Drohnen, voll digitale Fernsehshows und vieles mehr lassen den SciFi-Fan lächeln und träumen. Protagonisten und technische Dinge sind aber nicht alles, was man für einen guten Roman braucht. Die Geschichte muss auch stimmig sein und auch das gelingt McDonald spielend. Einige Dinge sind zwar vorhersehbar, andere jedoch kommen völlig unerwartet und beides zusammen führt zu einem spannenden wissenschaftlichen Thriller, der völlig zurecht bereits in England preise gewonnen hat.

Fazit: „Cyberabad“ vom Meister der Science-Fiction Romane Ian McDonald ist ein spannender Thriller mit vielen Figuren und vielen Handlungssträngen, in den man sich langsam hinein finden muss, um ihn dann völlig genießen zu können. Realistische technische und politische Entwicklungen und Exotik, mehr kann man nicht mit SciFi machen.

[Rezi] Schiffsdiebe

Autor: Paolo Bacigalupi

Orginaltitel: Ship Breaker

Verlag: Heyne

Format: Bröschiert

Seiten: 352

ISBN: 978-345-352919-9

Preis: € 14,99

Das vom Verlag gewählte Titelbild, ein altes Schiff, paßt thematisch hervorragend zum Inhalt der zwischen den Buchdeckeln verborgen ist.  Scjoffsdiebe ist kein Roman der sich mit der aktuellen politischen Lage beschäftigt sondern ehr im Bereich „Jugendbuch“ einzusotieren.

Zum Inhalt:

In Amerika der nahen, nicht allzufernen Zukunft ist die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinander gegangen, man könnte sogar sagen sie ist größer als jemals zuvor. Zu denen die vom Schicksal nicht so gut bedacht wurden, gehört Nailer. Dieser muß ums tägliche überleben kämpfen und dafür ist er zu allem bereit. So geht Nailer der körperlich schweren und gefährlichen Arbeit als Schiffsbrecher, spich der Entkernung und Entlockung von Rohstoffen aus Schiffen wie z.B. Kupfer, Elektroschrott usw. nach. Dabei ist er nicht nur der schweren Arbeit ausgesetzt, sondern auch der Willkür seines Chefes. Und Nailer wird auch durch die Angst vor seinem drogensüchtigen Vater angetrieben, den nur wenn die Leistung stimmt, scheint dieser zu beruhigen zu sein.

Eines Tages meint es dads Schicksal mit Nailer und einer Freundin sehr gut, den er entdeckt als erstes ein Schiff der sogenannten Wohlhabenden, der Klasse der Gesellschaft die vom Schicksal geküsst wurden und die die Brecher meistens nur von weiten kennen. Freudig über den Fund und der sich damit bietenden Chance, den Rest seines Lebens ausgesorgt zu haben, erlebt Nailer einen Schlag, den das gefundenen Schiff hält eine Überraschung bereit die ihm vor die schwerste Entscheidung seines Lebens stellt.

Mein Fazit:

Schiffediebe ist eine Dystopie mit einer Andersartigkeit die einen in manchen Augenblicken wirklich fesseln kann. Die Charaktere erhalten nach und nach eine Detailtiefe wie man sie in vielen Romanen gerne vorfinden würde.  Doch durch diese ausgeprägte Detailtiefe schafft es der Autor nicht so wirklich die Geschichte voranzutreiben. Darunter leidet dann auch der Spannungsbogen. Dieser erleidet dadurch regelrecht Dellen. Doch als sich der Platz langsam dem Ende neigt und das Finale ansteht, packt einem die Story und schleift einen zu einen gelungenen Finale mit. Doch ich habe den Roman mit gespaltenen Gefühlen beseite gelegt. Zum einem waren die Dystopiesplitter sehr gut aber zu wenige zum anderen war die Detailtiefe der Charaktere hervorragend allerdings für Schiffsdiebe zuviel und dadurch wird das Kopfkino ausgebremst.

Schiffsdiebe ist ein solides Jugendbuch, welches man lesen kann, aber nicht muß! Ich hatte mir mehr versprochen!

3,75 von 5 Schiffswracks

Links zum Buch:

Buchseite beim Verlag