[Interview] Im Gespräch mit André Wiesler (Protektor, Crowdfunding)

13. September 2017

Ich habe mich mal ins Revier vom Oberprotektor getraut und einige Sockenschüsse, ähem Fragen zur aktuellen Crowdfunding-Kampagne gestellt.

Ich wünsche viel Spaß.

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Hallo André,
danke dass du dir die Zeit für dieses Interview gefunden hast. Auch wenn dich die meisten kennen dürften, würdest du dich kurz vorstellen.
Ich wurde 1974 in Wuppertal geboren. Entgegen anderslautender Gerüchte hat sich in dieser Nacht weder der Mond verdunkelt, noch tobte ein schrecklicher Sturm. Man möchte es heute kaum noch glauben, aber ich war bei der Geburt sehr leicht – ein Makel, den ich im Laufe meines Lebens nachhaltig ausgeräumt hat. Bitte? Ganz so weit vorne brauche ich nicht anfangen? Okay … Ich bin Autor und Spieleentwickler für mittlerweile eine ganze Reihe an Rollenspielen und schreibe Romane, in letzter Zeit vorzugsweise lustige. Außerdem bin ich als Lesekomiker unterwegs und arbeite für Ulisses Spiele als Projektmanager für Crowdfundings. Der Protektor ist allerdings mein eigenes Privatdingsbums.

Seit ein paar Tage läuft das Crowdfunding zum Protektor-Rollenspiel. Worum dreht es sich dabei?
Das ist ein Rollenspiel mit Protektoren. Kein Etikettenschwindel also hier. Und Protektoren sind mystisch gebuffte Monsterjäger – nur dass man bei diesem Rollenspiel eher die Mister Beans oder Fuzzy Bears unter den Pfählern und Silberkuglern spielt. Dafür wird man von einem treuen Tiergefährten begleitet. Zum Beispiel einem Guppy.

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[Rezension] Die Heimsuchung von Grayson Manor (Roman, Mystery)

11. September 2017

© Mantikore Verlag

Autor: Cheryl Bradshaw
Übersetzung: Andrea Blendl
Titelbild: Slobodan Cedik
Verlag: Mantikore Verlag
Reihe: Addison Lockhart Mystery-Reihe, 01
Format: Taschenbuch
Seiten: 258
Erschienen: Juli 2017
ISBN: 978-3945493755
Preis: 13,95 Euro

von: Kris

Cheryl Bradshaw scheint eine der unzähligen Autorinnen zu sein, die romantische Krimis und übernatürliche Thriller für den amerikanischen Markt schreiben und dadurch auf den New-York-Times-Bestseller-Listen landet, ohne jemals Profil zu erhalten. „Die Heimsuchung von Grayson Manor“ ist nicht nur der erste Band der „Addison Lockhart Mystery Reihe“, sondern auch eine der typischen Geschichten, in der die Heldin eine mehr oder minder ausgeprägte Gabe besitzt, die sie befähigt mit den Toten zu sprechen.

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[Interview] Nachgefragt bei Protektor Wiesler

29. Mai 2015

Crowdfunding-BannerHallo André,
vor ein paar Wochen ging es an gleicher Stelle um V20, nun hat sich aber ein anderes Projekt am Horizont gezeigt das ich hier gerne ein wenig mit Dir zusammen vorstellen möchte. Also lass uns direkt reingehen. Also, was ist PROTEKTOR?
Protektor ist ein lustiges Mystery-Buch, das ich unbedingt fertigschreiben will, nachdem es vor einigen Jahren von den deutschen Verlagen mit der Begründung abgelehnt wurde, dass Humor und Mystery nicht zusammen „gehen“.

Du hast das ganze bei Startnext als Crowdfunding gestartet. Was hat Dich dazu getrieben?
Wie erwähnt wollten es die Verlage nicht haben. Da ich aber dennoch fest daran glaube, dass humorvolle Mystery in Deutschland funktionieren kann und die Geschichte mir nicht aus dem Kopf ging, habe ich das Projekt wieder ausgegraben. Da ich mir aber nicht sicher war, ob überhaupt jemand außer mir das Buch will, bin ich aufs Crowdfunding verfallen. Hier kann ich vorher abschätzen, ob das Buch überhaupt jemanden interessiert. Und damit sich auch jeder ein Bild vom Buch machen kann, habe ich die ersten 152 Seiten und einige Hörbuchkapitel kostenlos online gestellt. Bisher sieht es gut aus. Vielen Dank an dieser Stelle an alle bisherigen und kommenden Unterstützer.

T-Shirt Variante 5 VorschauMit 1.500 Euro ist das Finanzierungsziel relativ flach gehalten. Wie kam es zu dieser Entscheidung?
Ich folge der guten alten Tradition der Selbstausbeutung (lacht). Ne, im Ernst: Bei diesem Buch geht es mir nicht ums Geld, den Protektor will ich einfach machen. Ich will aber natürlich auch nicht draufzahlen. Also habe ich überschlagen, was ich mindestens brauche, um das Buch zu drucken, eine CD zu produzieren und das Layout und Lektorat zu bezahlen. Da mir Thomas Michalski einen echten Freundschaftspreis für den Satz gemacht hat, Saskia Schulte und meine Frau Janina das Lektorat und Korrektorat übernehmen und Hank Zerbolesch angeboten hat, die CD in seinem Studio aufzunehmen und zu bearbeiten, kommt da eben trotz professionellem Anspruch diese vergleichsweise kleine Summe zusammen. Das ist natürlich echt das Minimum für 100 CDs und eine paar hundert gedruckte Bücher plus Porto für den Versand. Wenn mehr zusammenkommt, freue ich mich natürlich immens, denn bei der Kalkulation ist die Zeit nicht berücksichtigt, die ich fürs Schreiben und für die Betreuung des Crowdfundings brauche. Wenn ich für dieses Projekt auch nur den Mindestlohn als Stundensatz ansetzen würde, lägen wir ruckzuck beim Fünffachen und mehr. Aber was tut man nicht alles für seine Herzenskinder (lacht).

Würdest Du uns bitte etwas mehr zu PROTEKTOR erzählen.
Gern, das Buch handelt von Klaus Holger, einem Systemadministrator, der versehentlich den Link zu seiner illegalen Pornosammlung in den Newsletter seiner Firma postet. Danach ist er Langzeitarbeitsloser mit wenig Glück – bis er Veronique trifft. Die macht ihn nämlich zum Protektor, einem Monsterjäger. Genauer gesagt, dem einzigen Monsterjäger Deutschlands. Und wie jeder Protektor in der jahrtausendealten Geschichte der Kämpfer gegen das Böse bekommt er einen Tiergefährten. Normalerweise sind das Adler, Wölfe oder Streitrösser. Bei Klaus ist es eine Kuh.

Protektor 3D Mockup v1 renderedWas verstehst Du unter „lustige Mysterygeschichte“?
Ich versuche eine spannende Mystery-Geschichte zu erzählen (konkret die Geschichte eines Monsterjägers und seiner ersten übernatürlichen Begegnungen, die sich bis in seine Familie erstrecken), aber ähnlich wie es Pratchett mit der Fantasy gemacht hat, erzähle ich es durch eine humorvolle, teilweise absurde Brille.

So kommen wir doch einmal zu den Pledges. „Du bist im Buch“ könntest Du das bitte etwas näher erklären?
Klar. Wenn du das Dankeschön „Du bist im Buch“ auf Stufe 1 wählst, bekommt eine der Nebenfiguren im Buch deinen Namen (oder den Namen einer Person, der du das schenken willst, sofern sie einverstanden ist). Auf Stufe 2 baue ich dich als handelnde Person ein, die für mindestens eine Szene im Buch wichtig ist, inklusive Beschreibung und Namen. Man kann sich hier also, hochtrabend gesagt, in einem meiner Bücher verewigen.

Dann gibt es da „Deine Kurzgeschichte“. Inwieweit wird der Geldgeber Einfluss auf die Story und die Veröffentlichung haben?
Bei dem Dankeschön „Deine Kurzgeschichte“ schreibe ich eine Kurzgeschichte nur für den entsprechenden Unterstützer. Niemand außer mir, den Lektoren und ihm kriegt sie zu sehen, wenn er das nicht möchte. Er kann sie aber auch nach Belieben veröffentlichen, solange er damit kein Geld macht. Wenn der Unterstützer einen Wunsch oder eine Idee für die Geschichte hat, kann man da sicher auch was machen.

Dann lass uns die Augen mal auf das „Nerd Paket“ richten. Na da bringst Du ja einiges zum Geldgeber. Aber was sollte jemanden dazu bewegen Geld für eine Rollenspielrunde mit Dir zu bezahlen? Was macht Dich als SL so besonders?
Ich bin nicht so arrogant, zu glauben, dass meine Spielleiterfähigkeiten so besonders sind, dass sie mit großen Summen bezahlt werden sollten. Aber ich bin doch als Spielleiter und Entertainer erfahren genug, um überzeugt zu sein, dass ich die allermeisten Spielgruppenkonstellationen gut unterhalten kann. Immerhin verdiene ich einen Gutteil meines Lebensunterhalt damit, Geschichten zu erdenken und spielbar aufzubereiten und die Bühnenauftritte haben mich weit genug enthemmt, dass ich dabei auch ordentlich abgehe.
Und natürlich hat man hier den großen Vorteil, als allererstes einen Blick auf eine mögliche Rollenspielversion des Protektor-Hintergrundes werfen zu können. Testspieler der Minus-Ersten Generation sozusagen.

CD Entwurf 3VIP SL Pledges sind auch schon bei vielen anderen Crowdfundings gescheitert bzw. wurde da nicht angenommen und werden in der Szene nicht mehr als belächelt. Was bewegt einen dann zu diesem Schritt?
Hm … „in der Szene“ ist natürlich jetzt ein Gemeinplatz, den man schwer be- oder widerlegen kann, ohne konkret Quellen zu vergleichen. Es ist klar, dass nicht jeder bereit ist, dafür Geld auszugeben, aber zumindest mir wurde bei dem entsprechenden V20-Dankeschön keine Kritik zugetragen. Ich denke aber, beim Crowdfunding steht gar nicht so sehr der Promi-Status bei diesen Paketen im Vordergrund (zumindest nicht, wenn ich der SL bin), sondern das Gefühl, dass man was Tolles unterstützt und dafür noch einen Abend mit den Leuten verbringen kann, die sich Mühe geben, es auf die Beine zu stellen.

Vielen Dank für das Interview. Die letzten Worte gehören Dir.
Vielen Dank, dann nutze ich sie einfach mal schamlos für Werbung: Bis zum 10.6. könnt ihr euch unter http://www.startnext.com/protektor noch am Protektor-Crowdfunding beteiligen und euch Pakete sowie das Buch und das Hörbuch physisch und digital sichern. Die Finanzierung ist mittlerweile erreicht, ich werde dieses Buch also tatsächlich zuende schreiben, und das ist super! Vielen Dank dafür an alle, die schon eingestiegen sind. Aber es gibt auch noch eine Reihe Bonusziele zu holen, Mitmachen lohnt sich also noch – unter anderem, weil man die Sachen dann deutlich früher kriegt, als andere Leser.


[Interview] Martin Ulmer bringt uns das Dunkellicht

12. November 2014

Dunkellicht Autor Martin UlmerHallo Martin,
vielen Dank das du dir die Zeit für dieses Interview nimmst. Könntest du dich bitte zuerst einmal vorstellen.
Danke für Dein Interesse. Ich bin Martin Ulmer und der Autor des Mystery-Thrillers Dunkellicht. In meinem anderen Leben bin ich Produktmanager für ein Abrechnungszentrum.

Dein Roman Dunkellicht ist in diesem Jahr erschienen. Gewährst du uns bitte ein paar Einblicke?
Dunkellicht
ist ein Endzeit-Mystery-Thriller, (man könnte auch Urban-Fantasy-Thriller sagen ) mit Elementen aus Verschwörung und Paranormalität. Es spielt in der letzten Jahreshälfte des Jahres 1999 im Ruhrgebiet in Dortmund.

Cover DunkellichtKlappentext:
Seit langer Zeit wahren die verfeindeten Bruderschaften des Lichtes und der Dunkelheit im Verborgenen das Gleichgewicht der Kräfte. Kurz vor der zweiten Jahrtausendwende droht beiden die Auslöschung, da Ordensbrüder ermordet werden oder spurlos verschwinden. Gejagt von den Söldnern des ominösen Büro 13 geraten Johannes Sturm, ein Krieger des Lichtes, und Antoine Chevallier, ein Gelehrter der Dunkelheit, gemeinsam zwischen die Fronten. Hilfe erhalten sie von einem neugierigen Magiker und von der geheimnisvollen Ella, die sich den beiden auf ihrer Suche nach Antworten anschließen. Mitten im Ruhrgebiet, in der Stadt Dortmund, kommt es zum letzten Gefecht, als auch noch eines der letzten Dunkellichtwesen in das Geschehen eingreift.

Kurzum, es gibt zwei alte Bruderschaften mit besonderen Kräften, Magiker, übernatürliche Wesenheiten und eine schwarze Organisation, die mit sehr harten Mitteln ihren Auftrag verfolgt. In der Mitte befinden sich die Charaktere, die – jeder auf seine Weise – um ihr Überleben kämpfen.

Ist dir eine Persönlichkeit aus Dunkellicht besonders ans Herz gewachsen und warum?
Das ist eine schwere Frage! Alle? Die Charaktere in Dunkellicht sind sehr unterschiedlich und haben alle ihre eigenen Ziele, Stärken und Schwächen. Daher mag ich sie eigentlich alle. Mein persönlicher Lieblingsprotagonist ist aber wohl Richard Steiner. Er besitzt, im Gegensatz zu den anderen, keine übernatürlichen Kräfte und muss sich als ganz normaler Mensch behaupten. Das, was er erlebt und entdeckt, verändert ihn und seine Sicht auf die Welt.

Wie bist du auf die Idee gekommen?
Die ersten Seiten entstanden in Dortmunder Cafés. Damals dachte ich, dass es doch cool wäre, in einem Café zu sitzen und zu schreiben. Erst waren es nur Gedichte, aber dann habe ich einmal im „Edwards“ gesessen und plötzlich flossen die ersten Zeilen durch meine Finger in das Worddokument. Die Idee zu Dunkellicht und der Plot haben sich beim Schreiben entwickelt. Später, nach dem ersten Fünftel, schrieb ich dann fast ausschließlich in der Küche unserer WG, in der ich damals gelebt habe. Daher stammt übrigens auch der Mikrowellentisch, den Martus im Buch zur Seite schiebt.

Zeichen Bruderschaft des LichtesWarum platzierst du den Roman in Dortmund?
Es wurde Zeit, dass in meiner Heimatstadt auch mal „etwas“ passiert. Spaß beiseite. Als ich mit der Arbeit an Dunkellicht begann, hatte ich mich noch nicht für einen Ort entschieden. Ein Freund sagte, den ich nach seiner Meinung fragte, in einem Nebensatz: „…in Dortmund kann‘s ja nicht spielen,…“. Und in dem Moment dachte ich: „Doch.“ Das Ruhrgebiet bietet, meiner Meinung nach, generell eine sehr breite Bühne für alle erdenklichen Geschichten.

Wieso mussten es 14 Tote sein?
Die Zahl hat tatsächlich keine Bedeutung. Während des Lektorats stellten wir allerdings fest, dass zunächst mehr Menschen in dieser Szene starben als tatsächlich vorhanden waren. Das haben wir dann noch korrigiert.

Zurückversetzung ins Jahr 1999. Wieso das?
Was auch immer ich hier schriebe, ich würde damit spoilern.

Was ist aus deiner Sicht, das Besondere an Dunkellicht? Sprich: Warum sollte man den Roman unbedingt kaufen – bevor Kaufzwang ausgerufen wird :-)?
Abgesehen davon, dass es im Dunkeln leuchtet? (Autor lacht)

Die Mischung aus der „normalen“ Welt und einer dahinterliegenden Parallelgesellschaft aus wenigen „Befähigten“ gibt Dunkellicht einen besonderen Charme und ist in der Kombination mit Action und Tiefe etwas Besonderes.

Es liest sich sehr schnell, spannend und flüssig. Du nimmst als Leser durch die Perspektiven der fünf verschiedenen Hauptcharakter an der Handlung teil. Die Figuren sind authentisch und in sich stimmig. Jeder hat seine eigene Geschichte und seine eigenen Gründe für sein Verhalten. Das mag jetzt spoilern, aber es gibt keine absoluten Wertungen in Dunkellicht. Kein Charakter ist in sich „böse“ oder „gut“, sondern versucht nur auf seine Weise mit den Herausforderungen umzugehen und zu überleben.

Wenn man sich derzeit die Medien anschaut und dann mal über den Klappentext liest, kannst du da verstehen, wenn man erst einmal ein wenig nachdenklich wird?
Ja, das kann ich. Allerdings ist Dunkellicht kein Urban-Fantasy-Thriller mit erhobenem moralischem Zeigefinger zwischen den Zeilen, sondern soll in allererster Linie unterhalten. Ob man die äußeren und inneren Konflikte der Charaktere für sich betrachtet und daraus Ableitungen bildet, ist jedem selbst überlassen.

PapierverziererWie kam es zu der Zusammenarbeit mit dem Papierverzierer Verlag?
Die ganze Geschichte erzähle ich oft bei meinen Lesungen. Ich hatte im August 2013 durch WDR5 von der text & talk Messe in Oelde erfahren. Dort fuhr ich dann mit meinem fertigen Manuskript hin, um es den ausstellenden Verlagen dort direkt vorzustellen. Der erste Verleger mit dem ich sprach war Schemajah Schuppmann vom Papierverzierer Verlag. Das war der Beginn der Z
usammenarbeit, der dann im Januar 2014 mit dem Autorenvertrag für Dunkellicht besiegelt wurde. Seitdem bin ich ein „Papierverzierer“.

Die Aufmachung des Buches gefällt mir. Bist du damit auch zufrieden und ist es genau so geworden wie du es dir gewünscht hast. Oder hat der Verlag deine Erwartungen noch übertroffen?
Letzteres. Bei der Covergestaltung durch Joachim Sohn wurde ich mit einbezogen, so dass ich da auch Ideen beisteuern durfte. Aber das Beste war der Moment, in dem ich das Licht ausgeschaltet habe und Dunkellicht zu leuchten begann. Ich glaube, das macht es derzeit einzigartig, wie auch jedes andere Buch, das der Verlag bis jetzt herausgebracht hat.

Arbeitest du bereits an einem neuen Projekt und falls ja, was erwartet uns da?
Ja, ich habe vor kurzem meine Kurzgeschichte zu der UMRAY-Anthologie abgegeben und freue mich sehr auf dieses Projekt. Es geht dabei um ein Artbook in einer dystopischen Kulisse mit der Beteiligung von über 30 Autoren und Illustratoren und wird im Papierverzierer Verlag erscheinen. Updates und mehr dazu findet ihr unter:
https://www.facebook.com/UmrayBookofArt.

Jetzt sitze ich an der Fortsetzung von Dunkellicht, die Mitte nächsten Jahres erscheinen wird. Was Euch da erwartet, verrate ich aber noch nicht. Nur so viel: „Lasst euch überraschen!“.

Was liest du derzeit?
Leider lese ich im Moment gar nicht, sondern konzentriere mich auf die Fortsetzung von Dunkellicht. Ganz oben auf meinem Stapel der ungelesenen Bücher liegt im Moment „Pans Geheimnis“ von Caroline G. Brinkmann.

Hast du ein Lieblingsgenre?
Ich lese gerne Bücher, in denen es um Bestimmung und Schicksal geht. Darum, wie und ob die Protagonisten mit sich und ihrem Weg umgehen. In welchem Genre dieser Teil der klassischen Heldenreise stattfindet, ist mir eigentlich egal. Als alter Rollenspieler bin ich aber sicher mehr (Dark) Fantasy, Cyberpunk, Thriller und Dystopie zugeneigt.

Welchen Autor / welche Autorin sollte man, deiner Meinung nach, unbedingt mal gelesen haben?
Terry Pratchett.

Welches Buch, neben Dunkellicht, sollte in keinem Bücherregal fehlen?
Wer noch nie etwas von Michael Moorcock gelesen hat und High Fantasy liebt, dem empfehle ich »Elric von Melniboné«. Jaques Berndorf hat neben seinen Eifelkrimis auch eine richtig gute Thrillerserie über einen deutschen BND-Agenten geschrieben. Euch sei „Ein guter Mann“ ans Herz gelegt.

Gedicht DunkellichtVielen Dank für das Interview. Die letzten Worte überlasse ich dir.
Ich danke. Wer mehr über
Dunkellicht erfahren möchte, der kann auf der Seite des Verlages www.papierverzierer.de eine Leseprobe ansehen, mich anschreiben oder auch zu einer meiner Lesungen kommen. Die nächste Lesung findet am 27.11.2014 im Balke in Dortmund statt:https://www.facebook.com/events/735940426499857 Alle anderen Termine stelle ich regelmäßig auf meiner Facebook-Autorenpage unter https://www.facebook.com/MUAutor ein.


[Rezi] The Nazi Island Mystery – Ein Fall für Kay Blanchard

21. Mai 2014

Verlag: Evolver Books

Autor: r.evolver

Format: Softcover, 138 Seiten

von: Martin Wagner

 

Pulp-Magazine, so genannt, wegen des Papiers aus dem sie bestanden, waren lange Zeit sehr erfolgreich und werden auch heute noch veröffentlicht. Oft auch als Schund- bzw. Trivialliteratur abgestempelt, haben doch einige der größten Autoren verschiedener Genres, insbesondere des Fantasy-, Horror, und Sciencefictiongenres, ihre ersten Schreibversuche in diesen Magazinen oder anderen Groschenheften begonnen. Weitere beliebte Genres sind Western und Spionagethriller und die verkaufen sich als Groschenhefte sogar zuweilen noch besser als ihre Taschenbuchvarianten.

Ein Sciencefiction-Spionagethriller dieses Formats ist das Büchlein „The Nazi Island Mystery“, eigentlich ein Onlinefortsetzungsroman, von r. evolver. Die Protagonistin des Buches ist die Agentin des britischen MI6 Kay Blanchard, einer Mischung aus einer nymphomanischem weiblichen Version von James Bond und einer Flower-Power-Drogenkosumentin.

Genau diese Frau erhält von ihrem Boss, mit dem sie gerne ein paar Nächte verbringen würde, der aber, zumindest für ihren Geschmack, eine viel zu hübsche Sekretärin hat, den Auftrag den Mord an einem Wissenschaftler im Vierten Reich, genauer in Wien, aufzuklären und natürlich die Hintermänner und -frauen dingfest zu machen. Das ist aber gar nicht so einfach, wenn man andauernd nur an das eine denkt und dabei auch noch die Wirkung verschiedenster Drogen testet. In Wien, nachdem sie etwas Spaß im Flugzeug hatte, muss sich Kay gegen ein paar katzenhafte Angreiferinnen zur Wehr setzen und erhält schließlich eine deutliche Warnung. Diese ignoriert sie natürlich und muss sich dann einem kommunistischen Werwolf stellen und anschließend ein Alienraumschiff stehlen, um schließlich ihrem Ziel, die Insel aus dem Titel des Buches, zumindest näher zu kommen. Zwischen drin hat sich Spaß mit Mann und Frau und Drogen. Aber auch auf der Insel kann sie der sadistischen Herrin der Insel nicht lange widerstehen, was es für sie alles andere als einfach macht. Man kann sich vorstellen, dass es ziemlich trashig und versaut weitergeht.

Trashig und versaut sind die richtigen Worte, um diesen Thriller zu beschreiben. Aber damit beschreibt man nur einen Aspekt und rückt ihn in ein schlechtes Licht, denn das Buch bietet mehr. Es bietet Action, Spannung und abgedrehte Szenen, die das Buch zu etwas Besonderem machen. Außergewöhnlich ist auch der Einstieg in jedes Kapitel, der nicht nur kurz das Kommende nennt, sondern auch einen Song als Soundtrack für das Lesen des Kapitels vorschlägt. Die Songs sind wirklich passend, wobei man so schnell durch die kurzen Kapitel liest, dass man den Song kaum komplett hören kann. Eine tolle Idee, die ich mit für einige Bücher wünsche und die natürlich auch etwas über den Autoren und seinen Musikgeschmack aussagt. Ein Blick noch auf die Protagonisten und Antagonisten. Die passen zum Buch, würden aber überall anders nur Kopfschütteln erzeugen, denn die passen in keine andere Welt als in eine, in der Werwölfe, Nazis und Aliens gemeinsam existieren. Schön ist, dass unsere Protagonistin eine tolle Hintergrundgeschichte erhält, die zumindest teilweise erklärt, wieso sie ist, wie sie eben ist.

Fazit:

„The Nazi Mystery Island“ ist ein trashiger Spionage-Thriller im Pulpformat, wie man es nach der Lektüre des Textes auf der Rückseite erwartet. Eine außergewöhnliche und wirklich durchgeknallte Protagonistin kämpft gegen noch schlimmere Antagonisten und lebt dabei in einer wirklich unglaublichen Welt. Zwar wird nicht jeder dieses Buch mögen, aber wer auf solche Geschichten steht, der macht mit dem Kauf nichts falsch.

Weitere Infos:

Zum Verlagsbuchshop

 


[Rezi] Weisser Schrecken

1. Dezember 2012

https://i0.wp.com/www.piper-verlag.de/media/9783492267595.jpgAutor: Thomas Finn

Verlag: Piper Verlag – Fantasy

Format: broschiert, 492 Seiten

ISBN 13: 978-3-492-26759-5

Preis: 9,95 €

von: Würfelheld

Der mehr als vierhundertneunzig Seiten umfassende Mysterythriller aus der Tastatur von Thomas Finn kommt mit einem auffälligen Cover, welches die broschierten Buchdeckel schmückt daher. Das gezeigte, gefrorene Menschenauge passt thematisch hervorragend und sollte im Buchregal sofort auffallen.

Zum Inhalt:

Wie jedes Jahr fiebert eine kleine Freundesgruppe den Geflogenheiten zum Nikolaustag in ihrem Heimatdorf Prechral, welches in Berchtesgadener Land gelegen ist, entgegen. Unter diese Geflogenheiten fällt auch der traditionelle Lauf am Nikolaustag, welcher in diesem Jahr unter keinem guten Stern zu stehen scheint.

Die fünf Freunde Andreas, Miriam, Robert, Elke und Niklas bekommen es dabei knüppeldick ab. Als die fünf Freunde kurz vor dem Lauf eine junge Mädchenleiche, die unter dem Eis eines zugefrorenen Sees treibt, entdecken und mit Entsetzen feststellen müssen, das diese den Zwillingen Miriam und Elke wie aus dem Gesicht geschnitten ist, ahnt keiner von ihnen welche Mauer des Schweigens auf sie wartet. So wissen die Zwillinge nichts von einer Verwandten, geschweige den von einer toten Verwandten. Die Freunde beschließen, deshalb der Sache auf den Grund zu gehen. Dabei ahnen sie aber nicht welches Geheimnis der Dorfpfarrer vor seiner Gemeinde geheim hält. Die Nachforschungen sorgen aber auch dafür dass eine alte Macht auf den Plan gerufen wird, welche nur auf den richtigen Moment gewartet hat. Dieser scheint nun gekommen zu sein.

Mein Fazit:

Weisser Schrecken vermittelt von Anfang an eine Grundstimmung die hervorragend das Genre Mystery einfängt. Die geschaffene Atmosphäre wird mit fortschreiten des Buches immer bedrohlicher und intensiver. Die Dinge die geschehen kann man sich nicht richtig erklären, lässt diese aber mit Faszination geschehen. Die vielen Legenden, Andeutungen und Geschehnisse sorgen dafür dass man sehr schnell in seinem Kopfkino anfängt zu spekulieren und zu deuten.

Die Detailtiefe einiger Szenen dürfte bei einigen Leser(innen) für einen erhöhten Gänsehautfaktor sorgen, wobei dieses Level des Grusels nicht über das ganze Buch geht. Die eingestreuten Mythen, wie etwa zum Nikolaus und Knecht Ruprecht gefielen mir wirklich gut.

Die Charaktere aus Weisser Schrecken insbesondere die fünf Freunde konnten mich wirklich überzeugen. So baute sich jeder Charakter schnell im Kopfkino auf und seine Handlungen waren nachvollziehbar und verständlich.

So kann ich abschließend sagen, dass mich Thomas Finn mit diesem Werk wirklich sehr überzeugt hat und es sicherlich nicht der letzte Roman ist, den ich von ihm gelesen habe. Auch wenn nicht alle Handlungsstränge zu einhundert Prozent beendet worden sind, so hat man nach Beendigung des Werkes ein positives Gefühl.

Ich kann dieses Buch, gerade zu der anstehenden Jahreszeit jedem ans Herz legen, der zum einen etwas Mystisches aus deutschen Landen lesen möchte.

Meine Bewertung:

Für mich eindeutig 5 von 5 blauen menschlichen Frostaugen!