[Interview] Auf dunklen Pfaden mit Peter Hohmann

Zum Erscheinen seines neuen Werkes Magier des dunklen Pfadss hat sich Peter ein paar Minuten für meine Fragen Zeit genommen. Was dabei rumgekommen ist, kann man hier nun nachlesen. Dabei viel Spaß!

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Hallo Peter,

danke, dass Du Dir die Zeit für dieses Interview genommen hast. Könntest Du Dich bitte einmal den Leserinnen und Lesern vorstellen?

Hallo, André. Dem komme ich gerne nach. Geboren, aufgewachsen und wohnhaft bin ich in Freising, wo ich an einem Gymnasium als Lehrer für die Fächer Sport und Englisch arbeite. Ansonsten bin ich bekennender Metal-Fan, Leseratte und spiele ab und an Schlagzeug. Und schreibe natürlich – was inzwischen mit weitem Abstand das meiste meiner Freizeit beansprucht. Da bin ich meiner Frau zu Dank verpflichtet, da sie meine Schreiberei akzeptiert und unterstützt.

Nun ist beim Begedia Verlag der erste Teil von „Magier des dunklen Pfades – Die Suche“ erschienen. Könntest Du bitte ein wenig mehr zu dem Werk erzählen?

Klar! Es geht um Lorgyn de Daskula, einen Magier, der seine schwer erkrankte Frau vor dem sicheren Tod retten will. Er ist sehr gewandt im Umgang mit der Arkanen Macht. Daher ist er fest entschlossen, das Unausweichliche abzuwenden. Dabei jedoch gleitet er zum einen in seelische Dunkelheit ab, zum anderen entfremdet er sich von seiner Frau. Sie braucht ihn, er jedoch ist besessen davon, den einen Zauber zu wirken, der sie rettet. Was das für ein Zauber ist, und was es mit dem Alten Bund auf sich hat, dem seine Eltern huldigten, das erzähle ich hier natürlich nicht, um Spoiler zu vermeiden.

Wie kam Dir die Idee zu dem Hintergrund?

Zunächst ging es mir nur darum, kein Epos zu schreiben mit dutzenden Königreichen und Fürstenhäusern, sondern etwas „Kleines“. Natürlich geht es am Ende doch um mehr, aber im Grunde dreht sich die Geschichte ja um nicht mehr als sechs, sieben Personen. So, das war der erste Gedanke: etwas „Kleines“, zumindest vom Setting her. Dann kam mir die Idee, dass Lorgyns Frau tödlich erkrankt ist und Lorgyn sie retten will. Da ich dann den Aspekt mit den „Heilthermen“ in Wintertal implementierte, zeigte sich recht schnell, dass es etwas mehr wird als ein auf Action und Spannung ausgelegter Unterhaltungsroman. Denn das Grundthema ist ja recht „schwere Kost“: Krankheit, Leid, Tod – und die Hoffnung auf Errettung. Irgendwie hat das Thema mich gefunden, nicht andersherum. Es mag damit zusammenhängen, dass ich – wie die meisten anderen Menschen wohl auch – mich vor nichts so fürchte wie vor einer schweren Krankheit. Diese Angst hat wohl einen Weg in den Roman gefunden – und ihn daher düsterer gefärbt hat, als meine Erzählungen ansonsten sind.

Kannst Du etwas mehr zu den Protagonisten erzählen?

Sicher. Bevor seine Frau Aluna erkrankte, war Lorgyn ein vom Glück Geküsster. Er war erfolgreich, seine Illusionszauber haben ihn sehr bekannt gemacht, so bekannt sogar, dass er sie einst am Hochzeitstag des Kaisers vor diesem zur Schau stellen durfte. Alles lief wie am Schnürchen. Dann wird Aluna krank, und seine Welt bricht zusammen. Da er das Wort „Rückschlag“ nicht kennt, setzt er alles daran, einen Weg zu finden, der sie vor dem sicheren Tod bewahrt. Dazu ist ihm alles recht. Er wird besessen davon, sie zu heilen, gleitet immer weiter ab, begeht Taten, zu denen er früher niemals in der Lage gewesen wäre. Er kann nicht aufgeben, nicht akzeptieren, dass der Tod gewinnt. Ich denke, Lorgyn ist eine Gratwanderung. Ich habe versucht, ihn einerseits als liebenswerten Charakter darzustellen, andererseits schonungslos zu zeigen, zu welchen Taten ein verzweifelter Mensch in der Lage ist. Er wandelt im nebulösen Grau moralischen Tuns. Letztendlich wird der Leser entscheiden, ob er Lorgyn verstehen kann, oder ob er sagt: „Was für ein niederträchtiger Mensch!“

Die Suche“ ist ja der erste Teil. Wie geht es weiter?

Ich möchte natürlich nicht allzu viel verraten, deswegen halte ich es allgemein: Die Schlinge um Lorgyn und Arlo zieht sich immer weiter zu, da die Iros-Kirche ihnen dicht auf den Fersen ist, und aus seiner Vergangenheit betreten Figuren die Bühne, die ihm nicht nur Gutes wollen. Überdies findet er die Wahrheit über seine Eltern heraus, die ihn bis ins Tiefste erschüttert. So, das reicht jetzt aber! 

Kommen wir mal ein wenig aufs Schreiben zu sprechen. Wie hast Du gemerkt, dass das etwas für Dich sein könnte?

Wie die Jungfrau zum Kind, kann man fast sagen. Es war so: Gegen Ende meines Englischstudiums hatte ich in den Semesterferien keine Seminararbeit oder dergleichen anzufertigen. Da das Staatsexamen näher rückte und ich nicht wollte, dass mein geschriebenes Englisch einrostet, dachte ich mir: „Mensch, schreib mal eine englische Geschichte. Das ist auf jeden Fall besser, als gar nichts zu tun.“ Aus der anfänglichen Kurzgeschichte wurden dann knapp 300 Seiten (fertiggestellt habe ich das Manuskript aber nie). Da ging mir auf: „Wow, das macht ja richtig Laune!“ Ich merkte allerdings, dass ich mich, egal wie sehr ich mich anstrenge, niemals mit einem „Native Speaker“ würde messen können. Daher schwenkte ich um und begann, Geschichten auf Deutsch zu schreiben. Durch Zufall lernte ich Alexander Wichert kennen, der damals für DSA und Shadowrun schrieb. Der nahm mich unter seine Fittiche. Ich lernte eine Unmenge bei ihm. Zusätzlich besuchte ich Schreibworkshops, kaufte mir Schreibratgeber, durchlief sozusagen das „Standardprogramm.“ Ich tippte eine Kurzgeschichte nach der anderen. Einige wurden für Anthologien ausgewählt, tja, und so ging es los. Irgendwann fühlte ich mich bereit, mich an einen Roman heranzuwagen. Eins führte zum anderen sozusagen. Ich habe es nie bereut. Inzwischen kann ich mir nicht mehr vorstellen, ohne die Schreiberei zu leben. Früher war es mein erklärtes Spiel, Profisportler zu werden. Heute ist es mein Ziel, ein guter Autor zu werden. Inwieweit das dann mit Erfolg korreliert oder nicht, wird sich zeigen. Auf jeden Fall macht es Spaß. Ich schreibe gerne. Ich poliere meine Texte sogar gerne auf. Selbst das finde ich toll. Ich habe mir sogar einen Grammatik- und Orthografie-Duden reingezogen. Dass ich das mal aus innerer Motivation heraus machen würde, hätte ich nie für möglich gehalten.

Was ist bis dato aus Deiner Feder erschienen?

Über dreißig Kurzgeschichten und ein Kurzroman, „Weißblatt“ mit Namen, mit dem ich 2009 eine Fantasy-Ausschreibung gewann, und der 2010 erschien. Schon seit längerem konzentriere ich mich mehr auf Romane und schreibe weniger Kurzgeschichten. Umso mehr freut es mich daher, dass die beiden Bände von „Magier des dunklen Pfades“ herauskommen. Im Frühjahr 2014 wird ein weiterer Roman veröffentlicht. Er heißt „Feywind“. Im Moment bin ich in regem Kontakt mit dem Verleger, um ein passendes Covermotiv zu finden. Sobald es da Konkreteres gibt, werde ich es natürlich bekanntgeben.

Du hast ja schon das eine oder andere Genre bearbeitet. Welches liegt Dir am meisten?

Das ist wirklich eine schwierige Frage. Wenn ich nach den Romanen gehe, hauptsächlich Fantasy und ein bisschen Urban Fantasy. Ich schreibe aber auch gerne Science-Fiction und dazugehörige Genres wie Cyberpunk. Bald wird auch eine Steampunk-Story von mir in einer Anthologie erscheinen, auf die ich mich schon sehr freue. Ich sage mal, ich kann mich eigentlich für alles begeistern, was dem Oberbegriff „Phantastik“ zugeordnet werden kann.

Hast Du schreibtechnisch ein Vorbild?

Ja. David Gemmell. Meiner Meinung nach gelingt es niemandem sonst, derart glaubwürdige Charaktere und mitreißende Stories zu schreiben. Natürlich ist in seinen Werken viel Pathos, viel Badassery, aber ihn lapidar als Sword-and-Sorcery-Autor abzutun, ist ungerechtfertigt. Leider ist er 2006 verstorben. Wer als Autor dazulernen möchte, wie man richtig gute Plots erschafft, wie man mit einfacher Sprache einen derartigen „Punch“ vermittelt, dass einem die Ohren wackeln, der sollte für mein Dafürhalten mal in David Gemmells Bücher reinschnuppern.

Was können wir in naher Zukunft noch von Dir erwarten?

Viel, hoffe ich.  Ich habe insgesamt an die 90 Kurzgeschichten und neben den drei Romanen „Weißblatt“, „Magier des dunklen Pfades“ und „Feywind“ noch 6 weitere, die auf eine Veröffentlichung warten (okay, einer davon ist mein Erstling, dem möchte ich eigentlich niemandem zumuten …). Zudem schreibe ich im Moment an einem neuen, bei dem ich momentan auf Seite 470 bin. Ideen habe ich genug. Nun, die Zeit wird es zeigen, wie und wohin es weitergeht. Ich überlege derzeit auch, es mit einem meiner Romane mal als „Indie-Autor“ via E-Book bei Amazon zu versuchen. Man wird sehen. Motiviert bin ich jedenfalls bis in die Haarspitzen.

Vielen Dank für das Interview. Die letzten Zeilen gehören Dir!

Nachdem ich ja schon ganz schön viel geschrieben habe in diesem Interview, halte ich mich kurz: Liebe Leser, vielleicht kann euch dieses Interview ja dazu anspornen, es mal mit „Magier des dunklen Pfades“ oder einem anderen meiner Werke zu versuchen. Das würde mich sehr freuen. Bis irgendwann dann mal!

W E I T E R E   I N F O R M A T I O N E N

Magier des dunklen Pfades bei Begedia

Peter Hohmann @ Facebook

Peter Hohmann im Web

[Hörbuch-Rezi] Der Elefant des Magiers

Autor: Kate DiCamillo

Leser: Stefan Kurt

Verlag: Hörcompany

Format: 2 CD, 160 Minuten

ISBN: 978-3-939375-81-4

Preis: 14,95 €

von: Knödelchen

Der kleine Peter, hat es nicht leicht im Leben. Sein Vater starb auf dem Schlachtfeld. Seine Mutter starb, erschüttert vom Verlust ihres Mannes, bei der Geburt ihres zweiten Kindes. Peters kleiner Schwester Adele. Seit diesem schicksalhaften Tag lebt Peter bei Vilna Lutz, einem Freund und Kriegskameraden seines Vaters. Doch das Leben ist hart. Vilna Lutz will den kleinen Peter zu einem Soldaten heranziehen und so erfährt Peter nur strenge und Disziplin anstelle von Liebe und Geborgenheit.

Peter wird um das Schicksal seiner Schwester wegen, von Alpträumen und Gedanken geplagt, denn er weiß nicht was mit Adele geschehen ist. Wann immer Peter Vilna Lutz nach Adele gefragt hatte, folgte die Antwort, dass diese bei der Geburt tot zur Welt gekommen sei. Peter, der von Vilna Lutz zu einem Soldaten herangezogen wird, zweifelt tief in seinem Innern daran. Als er eines Tages wie jede Woche auf dem Markt Lebensmitteln einkaufen soll, bemerkt er ein Zelt, welches plötzlich und ohne Vorwarnung erscheint. Es ist das knallrote Zelt einer Wahrsagerin. Peter ist klar dass er das Geld für die Lebensmittel ausgeben soll, doch er beschließt die Wahrsagerin aufzusuchen und ihr seine Frage zu stellen: „Ist meine Schwester noch am Leben und wenn ja wie kann ich sie finden?“ Die Antwort ist seltsam, lässt Peter aber vollends an den Worten Vilna Lutz’s zweifeln, denn sie lautet: „Deine Schwester lebt! …der Elefant, Du musst dem Elefanten folgen!“

Peter der anfänglich nichts mit der Antwort anfangen kann ist völlig zwischen den Worten seines Vormunds und der Wahrsagerin hin und her gerissen. Wer hat ihn belogen! Vilna Lutz der ihn zu einen ehrenhaften und treuen Soldaten erziehen will oder die Wahrsagerin.

Dann schließlich erinnert sich Peter daran wie er seiner Mutter versprechen musste auf seine kleine Schwester zu achten und diese zu beschützen. Er erinnert sich, wie er sein kleine, weinende Schwester dabei in den Armen hielt. Da weiß er das Vilna Lutz ihn belogen und die Wahrsagerin folglich die Wahrheit gesagt hat. Doch nun steht Peter vor einem anderen Problem, wo auf Balta sollte er einen Elefanten finden, denn auf Balta gab es doch keine Elefanten.

Kurze Zeit später kommt es aber dazu das einem Magier, der eigentlich nur einen Strauss Lilien herbeizaubern wollte, um das gelangweilte Publikum zu unterhalten, der größte Zauber seines Lebens gelingt. Ein Elefant bricht durch die Decke des Opernhauses und verkrüppelt bei seinem Sturz die Beine einer feinen Dame. Sowohl der Zauberer als auch der Elefant werden eingesperrt.

Als Peter dann vom Elefanten erfährt und sich die Gelegenheit bietet diesesn zu sehen ergreift er seine Chance. Der Elefant jedoch ist traurig und schwermütig und Peter weiß, er muss den Elefanten befreien, um seine Schwester zu finden. Peter ist fest entschlossen und setzt alles daran den Elefanten zu befreien, nur wie soll er es schaffen?!

Fazit:

Ich würde an dieser Stelle gerne noch mehr erzählen, aber ich möchte Euch das Vergnügen dieses Hörbuch selbst zu hören und die Geschichte zu erleben nicht nehmen!

Der Elefant des Magiers ist ein melancholisches Märchen das meiner Meinung nach eher für etwas ältere Kinder denn für die Kleinsten geeignet erscheint.

Jeder einzelne Charakter leidet. Der kleine Peter an der Ungewissheit über seine Schwester. Vilna Lutz am Fieber, der Polizist Leo und seine Frau weil sie keine Kinder bekommen können und-so-weiter-und-sofort.

Kate DiCamillo die neben Despereaux zahlreiche andere Märchen geschrieben hat, hat mit Der Elefant des Magiers ein fantastisches Märchen der Poesie geschaffen, welches man am liebsten in einer warmen Decke gehüllt mit geschlossenen Augen hören mag. Denn das anfänglich so traurige Märchen verwandelt sich in eine Geschichte der Hoffnung und Freude und passt irgendwie perfekt zur kalten Jahreszeit. Dabei leistet Stefan Kurt, der diesem Hörbuch seine Stimme leiht, wirklich Großartiges. Jede Person hat ihre eigene Stimme, Sprechweise, Dialekt und Seele. In Gedanken formen sich die Orte, Charaktere und die Atmosphäre zu einem fantastischen Märchenfilm, indem man das Abenteuer des kleinen Peters direkt miterlebt.

Ich kann dieses Hörbuch Allen empfehlen die noch immer gerne Märchen und Poesie mögen und sich von einer großartigen Stimme in die Welt des kleinen Peter entführen lassen möchten.

Von mir 5 von 5 Elefanten.

Weiter Infos:

Der Elefant des Magiers beim Verlag

Hörcompany

[Hörbuch-Rezi] Skulduggery Pleasant – Der Gentleman mit der Feuerhand

Autor: Darek Landy

Sprecher: Rainer Strecker

Verlag: Hörcompany

Format: Audio CD, 6er Box

Laufzeit: 450 Minuten

geeignet: ab 12 Jahre

Veröffentlichung: 06.2011

ISBN 13: 978-3939375241

Preis: ca.15 €

von: knödelchen

Aus der Presse der Hörbuchcompany kommt das 6 CDs umfassende Hörbuch im Big-Jewel-Case.

Inhalt:

Gordon Edgley, ein erfolgreicher Schriftsteller, stirbt plötzlich und völlig unerwartet als er am letzten Kapitel seines neusten Buches arbeitet. Zur Testamentseröffnung erscheint neben der Familie auch ein Freund des Verblichenen. Eine merkwürdige Person namens Skulduggery Pleasant. Während einige der Erben völlig enttäuscht über ihren Erbteil sind, ist die junge Nichte des Verstorbenen völlig überrascht als ihr der Anwalt erklärt, dass sie das Anwesen und das beträchtliche Vermögen ihres Onkels geerbt hat.

Da ihr Vater beruflich verhindert ist, fahren Stephanie und ihre Mutter alleine zum Anwesen mit dem Stephanie viele schöne Erinnerungen an ihren geliebten Onkel verknüpft. Nachdem beide einige Stunden im Haus verbracht haben, wobei Stephanie die meiste Zeit in einem Buch ihres Onkels gelesen hat, wollen sie zurück nach Hause fahren. Doch ihr Auto springt nicht an und der herbeigerufene KFZ-Mechaniker kann das Auto nur in seiner Werkstatt reparieren. Da im Abschleppwagen nur Platz für eine Person ist, will Stephanie im Haus ihres Onkels auf die Rückkehr der Mutter warten. Stunden später meldet sich Stephanies Mutter und teilt ihr mit das der Wagen heute leider nicht fertig wird, die Zufahrtsstraße zum Anwesen überschwemmt ist und es bis spät in der Nacht dauern wird bis sie wieder zurück sein wird. Stephanie die gerne allein ist, überredet ihre Mutter erst am kommenden Tag zum Anwesen zurück zukehren, sie will die Nacht alleine im Haus verbringen.

Als um Mitternacht das Telefon klingelt und Stephanie den Anruf entgegen nimmt ist ein Mann am anderen Ende der Leitung.Dieser will wissen wer Stephanie ist. Nachdem er immer unfreundlicher wird weil sie ihm ihren Namen nicht nennen möchte, legt sie schließlich auf. Kurz darauf hämmert der Anrufer an der Eingangstür und will eingelassen werden. Stephanie weigert sich ihm die Tür zu öffnen. Da zerschlägt der Fremde ein Fenster dringt in das Haus ein und bedroht Stephanie. Als es schließlich so aussieht als würde ihr der Fremde Gewalt antun, eilt ihr der seltsame Mann von der Testamentseröffnung zur Hilfe, – Skulduggery Pleasant!

Es kommt zu einem Kampf zwischen dem Fremden und Skulduggery Pleasant wobei Stephanie Zeugin wird wie Magie zum Einsatz kommt. Der Angreifer kann entkommen und Stephanie findet heraus, warum der eigenartige Fremde der ihr zur Hilfe geeilt ist, nie seinen Hut oder Handschuhe und auch die Brille abgelegt hat. Denn Skulduggery Pleasant ist ein lebendes Skelett.

Skulduggery weiß das Stephanie in großer Gefahr schwebt. Er hat einen Verdacht wer der Drahtzieher hinter dem Angriff auf Stephanie ist und will mit ihrer Hilfe die Beweise dafür beschaffen. Denn die Ältesten, diejenigen die über die Magie wachen und dafür sorgen dass die Menschen unbehelligt und sicher sind, glauben ihm nicht. Nicht zuletzt liegt dieses daran weil Skulduggery seinen alten Erzfeind Serpine für den Verantwortlichen hält und mit diesem noch eine Rechnung zu begleichen hat. Skulduggery ist fest davon überzeugt das Serpine eine legendäre magische Waffe, gegen die es keinen Schutz gibt, in seinen Besitz bringen will und das Stephanies Onkel im Besitz dieser Waffe war. Stephanie ist fasziniert von den magischen Fähigkeiten ihres Retters und möchte ihm nicht nur bei der Aufklärung des Todes ihres Onkels und bei der Suche nach der Waffe helfen, sondern auch mehr über Magie in Erfahrung bringen und selbst zaubern lernen.

Erste Anhaltspunkte bekommen die beiden von einem alten Freund Skulduggerys, einem eigenwilligen Mann namens Grässlich Schneider, der seinem Namen alle Ehre macht. Seine Familie hat einst eine Menge an Wissen über diese spezielle Waffe gesammelt und er könnte ihnen die notwendigen Informationen liefern. Besorgt um Stephanie und weil er ebenfalls glaubt dass es sich bei der Waffe um einen Mythos handelt und Skulduggery sich nur einbildet das Serpine hinter dem ganzen steckt, verweigert er jedoch seine Hilfe. Skulduggery beschließt seinen besten Freund zu hintergehen indem er in das Familienarchiv einbrechen will um an die Informationen zu gelangen. Dabei kann er Stephanies Hilfe gut gebrauchen.

Der Einbruch gelingt und Skulduggery erfährt durch Stephanies Hilfe, was genau es mit der Waffe auf sich hat. Sie gehen der Spur weiter nach wobei sie ein-ums-andere Mal in arge Bedrängnis geraten. Sie erhalten Unterstützung von der „jungen“ Kriegerin Tenith die im Auftrag der Ältesten die Übertretungen Magischer ahndet und für die Sicherheit der normalen Menschen sorgt. Mit ihrer Hilfe gelangen sie immer näher an Serpine heran doch dann wird Skulduggery von Serpine gefangen genommen und gefoltert. Stephanie, Grässlich Schneider und Tenith sind fest entschlossen Skulduggery zu befreien.

Fazit

Als ich das Cover des Hörbuches sah dachte ich: „Oh nein! – Grimm Fandango, als Hörbuch!“ Und tatsächlich will auch hier ein Skelett einen Fall aufklären und den Privatschnüffler geben . Doch da hört die Gemeinsamkeit aber auch schon auf.

Derek Landy hat mit Skulduggery Pleasant einen Detektiv der ganz anderen Art erschaffen der in einer Welt neben der unsrigen existiert und Fälle der ganz anderen Art aufklären muss. Die Geschichte ist mitreißend und spannend. Die Hauptfiguren sind alle auf ihre eigene Art und Weise faszinierend und einzigartig. Die Welt von Skulduggery ist nicht die eines Harry Potters oder der Twilight-Vampire. Sie ist eine ganz eigene, mit eigenen Regeln und eigener Geschichte. Serpine ist nicht Lord Voldemort und seine Vampire glitzern auch nicht in der Sonne, sondern leben als normale, sterbliche Menschen solange es hell ist. Zugegeben, der Troll in den Katakomben hat mich ein wenig an Rumpelstilzchen erinnert, aber das liegt an der Sprechweise die Rainer Strecker diesem Charakter verliehen hat. Apropos Rainer Strecker. Er ist der Sprecher der diesem Hörbuch seine wohlklingende Stimme auf gekonnte Art und Weise verleiht. Er versteht es jeder einzelnen Figur ihre eigene Stimme, Sprechweise und Intonation, kurz eine eigene Persönlichkeit zu geben. Auf diese Weise wurde aus einer Spannenden Geschichte mit interessanten Charakteren ein Hörbuch das über seine Laufzeit zu unterhalten weiß. Die perfekt zum Hörbuch passende Musik am Anfang des Hörbuches versetzt einen direkt in die richtige Stimmung. Mein Tipp, hört Euch das ganze am besten im Bett an, wenn’s schön duster ist. – Herrlich!

Ich werde mir bei nächster Gelegenheit direkt die anderen Teile zu Gemüte führen. – Passt so schön zur Jahreszeit.

Von meiner Seite aus ganz klares – REINHÖREN!

5 von 5 Skelettknochen.

[Rezi] Shadowrun – Gefahrenzuschlag Todeszonen der 6. Welt

Verlag: Pegasus Spiele

Format: Hardcover, 168 Seiten

ISBN 13; 978-3941976559

Preis: 24,95

von: Würfelheld

Im mittlerweile gewohnten Hardcover inklusive Lesebändchen hat nun das Shadowrun Quellenbuch Gefahrenzuschlag den Weg zu den örtlichen Schiebern gefunden. Somit ist es an der Zeit sich dem 168-seitigem Buch zu widmen und zu sehen in wie weit das Schattenvolk davon profitieren kann.

Zum Inhalt:

Den Auftakt macht wie üblich ein Inhaltsverzeichnis, gefolgt von JackPoint und einer kurzen Einleitung. Gefolgt wird dem von einer Shortstory namens Notfall im Schnee. Nach dieser folgen nun die Informationen über einzelnen Landstiche, Örtlichkeiten und ausladenden Gegenden. Um eine genauere Übersicht zu bekommen werfe ich folgend einen kurzen Blick in jeden Abschnitt. Den Anfang macht:

Beschützer und Zerstörer

Den Auftakt geben hier die Beschützer! Als erstes Aqua Arcana, eine Gruppe die sich gerade in Küstengebieten hoher Beliebtheit erfreut und die für die Sauberkeit der Meere einsteht. Ihre Verzweigung in den Schatten liegt in der Fördermittelvergabe vergraben.

Dem ganzen folgt die Astral Space Preservation Society. Diese Organisation wurde durch das Dunkelzahn Testament ins Leben gerufen um einen Blick auf den Asttalraum zu halten. Seit Gründung ist diese Organisation Spielball der Mächtigen.

2068 gründet sich in der Nähe von Uxmal, Yucatan, eine Umweltorganisation aus alten Kriegern um Probes und seinen Agenten in den Hintern zu treten und der Umwelt etwas Gutes zu tun. Die Rede ist von Gaias verlassene Kinder.

Dann folgt Globewatch, eine Gruppe deren Mitglieder weltumspannende Herkunft haben. Diese Gruppe besteht ausschließlich aus Hackern und Technomancern.

Die Shasta Schamanen die durch ihre Verzweigungen in einige Drachengeschäfte und durch den Mord an ihren Anführer aufgefallen sind bzw. Öffentlichkeit erlangt haben werden als nächstes beleuchtet.

Die letzte Organisation die unter die Beschützer fällt ist die UTA, wobei diese zwielichtige Taliskrämer Vereinigung den meisten Menschen suspekt erscheint und durch den Ruf den Taliskrämer in der sechsten Welt haben auch unter die Zerstörer fallen könnte.

Nachdem ganzen Guten kommt nun der Abschnitt der Zerstörer an die Reihe. Den Auftakt machen hier die Blutmagier. Es folgt ein Überblick über die meist gesuchtesten Magier der Welt. Dabei wird bei jedem einzelnen auf dessen Verbrecher, auf das Kopfgeld und dessen Ergreifungsart hingewiesen. Abgerundet wird der Überblick mit den Charakterattributen und -fertigkeiten.

Anschließend wird nach dem selben Schemata ein Blick auf Insektenschamanen, Schattengeister und Toxische Schamanen geworfen.

Auf hoher See

Hier fällt der Blick zuerst auf Geschäftsfelder wo sich der übliche Schattenläufer mit einem Finger an die Stirn klopft, wenn er aber mitbekommt das im Aquafarming, in der Tiefseeforschung und im Seetourismus Millionen über Millionen Nuyen investiert und ebenso verdient werden, könnte dieses schnell zu einer lukrativen Einnahmequelle werden. Darum sollte man sich hier auskennen.

Anschließend wird ein sehr intensiver Blick auf die Arkoblocks der Proteus AG geworfen. Ja Proteus da war doch was? Genau, die Dinger sind zum großen Teil unter Wasser gelegen und von daher sehr beliebt als industrielle Einrichtung, als Rückzugsort oder sogar einfach nur als Wohnstätte. Dabei wird auf die Sicherheit der Arbeiter, Bewohner besonderen Wert gelegt, nicht umsonst können sich die Blocks mit der niedrigsten Kriminalitätsrate der Welt schmücken. Weiterhin gibt es auch unter den Arkolebenden einen gewissen Kodex. Alles Sachen die Schattenläufer bei Jobs rund um diese Blocks berücksichtigen sollten, denn so ein Wasserriese kann auch schnelles Verderben bedeuten.

Weiter geht es in Auf hoher See mit einem Blick auf andere Seearkologie abseits der Proteus AG. Hier reicht die Auswahl von einer schwimmenden Gefängnisinsel bis zu sich noch im Bau befindlichen Militäranlagen. Für jeden Geschmack und für jeden Johnson dürfte hier das passende Objekt seiner Begierde dabei sein.

Im ewigen Eis

Nachdem vielen flüssigen Nass geht es nun in die eisigen Zonen unseres Planeten. Hier werden zuerst de Bildungslücken die ein Stadtschattenläufer haben dürfte geschlossen. So werden örtliche Begebenheiten, Naturphänomene, das Tierleben und Überlebenstipps besprochen und wiedergegeben. Zusätzlich wird auf die richtige Zusammenstellung eines Runnerteams unter solchen Bedingungen aufmerksam gemacht.

Damit die Schattenläufer in diesem unwirklichen Terrain den Hauch einer Überlebenschance haben, gibt es nun einen kleinen Überblick über Kleidung, Waffen, Fahrzeuge usw., denn man ist nur so gut wie seine Ausrüstung und von daher sollte man wissen was SOTA ist und einem im Ernstfall den Hintern rettet.

Das Kapitel schließt dann mit den Regionalbeschreibungen zur Antarktis und Arktis ab. Hier werden die beiden Regionen, die einen Großteil an Landfläche ausmachen sehr detailliert beschrieben.

Der Weltraum

..undendliche… oh das war woanders. Und keine Sorge das will ich hier nicht beschreiben. Zu Anfang dieses Kapitels gibt es einen geschichtlichen Überblick. Angefangen vom der Jahrtausendwende, dem Crash 1.0 bis hin zum Crash 2.0 und dem erneuten Aufflammen eines Weltraumwettrennens.

Weiter geht’s mit den Möglichkeiten wie man ins All kommt und was dabei zu berücksichtigen ist, ganz besonders aus Runner Sicht.

Anschließend wird beleuchtet wie und wer, was im All treibt und wo er oder es dort heimisch ist. Sprich, die Aktivitäten der Konzerne werden näher beleuchtet wobei dann auch ein Blick auf deren Raumbasen und -stationen geworfen wird.

Durch die Wüste

Dies ist das letzte Kapitel welches sich hier im Buch um entsprechende Regionenbeschreibungen kümmert. Dabei wird auch hier auf Überlebenstricks und -tipps hingewiesen. Weiterhin werden die größten Wüsten der Erde mit all ihren Facetten, Tücken und Chancen ins rechte Licht gerückt. Als kleines Extra kommt ein Blick auf Neuigkeiten in puncto Magie auf uns zu. Und ein Überblick auf die entsprechend benötigte bzw. richtige Ausrüstung fehlt auch nicht.

Spielinformationen

Hier findet man auf knappen zehn Seiten alles was man zum Leiten und Spielen in extremen Regionen benötigt. So befinden sich hier optionale Regeln, neue Magie, neue Adeptenkräfte und Ausrüstung wieder.

Mein Fazit:

Mit Gefahrenzuschlag kommt ein weiterer Regionenband im typischen Shadowrun 4 Design daher. Das Buch richtet sich potenziell an die Spielerunden deren Runner mal den „normalen“ Alltag entfliehen möchten. Sollte dies der Fall sein stösst man hier auf viel verwertbares Material welches sich gut für die ein oder andere Spielsitzung eignet. Die optionalen Regeln und die Ausrüstung sind dann auch gute Optionen und dürften sicherlich zur Anwendung kommen.

Sollten die Spieler allerdings keine Lust auf solche Runs haben ist es auch nicht schade drum, den Gefahrenzuschlag ist kein „must have“ Buch. Es behandelt viele Regionen, die die alten Hasen in der SR-Gemeinde bereits aus älteren Publikationen her kennen und bestimmt auch schon bespielt haben sollten (teils durch offizielle Abenteuer, teils bestimmt selbst). Die gelieferten Updates werden nicht bei allen Anklang finden und haben auch bei mir für das ein oder andere Augenrollen gesorgt.

Mein Fazit kann ich am besten mit folgenden Worten abschließen: Gefahrenzuschlag ist seit langen wieder ein Shadowrun Buch welches mich nicht überzeugen konnte! Es zwiespaltet sehr, den es ist nicht „das letzte“ aber auch nicht „die Erfüllung“.

Meine Bewertung:

3 von 5 Schattenläufer

[Interview] Georg Pils führt uns ins Finsterland

Servus Georg,

vielen Dank das Du Dir die Zeit genommen hast meine Fragen zu beantworten. Könntest Du Dich zum Anfang bitte den LeserInnen vorstellen?

Georg Pils: Ich bin 28 Jahre alt, davon etwa die Hälfte der Zeit Rollenspieler. Beruflich bin ich in der Krebsforschung tätig. Ich bin verheiratet und habe eine einjährige Tochter. Mein Kollege Gregor ist 32 Jahre alt und Berufsschullehrer, ebenso verheiratet aber (noch) kinderlos.

Würfelheld: Du steckst ja mit Gregor Eisenwort hinter dem Finsterland Rollenspiel. Was ist Finsterland genau?

Georg Pils: Begonnen hat Finsterland vor über zehn Jahren als unser Versuch, ein eigenes System für den Hausgebrauch zu entwickeln. Von da an ist es gewachsen, hat sich entwickelt und ist schließlich zum größten österreichischen Rollenspiel geworden. Aber dass es einmal so weit kommen würde, haben wir selber anfangs nicht geahnt.

Würfelheld: Finsterland ist ja im Bereich „Steampunk“ anzusiedeln. Wie seid Ihr auf die Idee gekommen?

Georg Pils: Steampunk ist ein sehr fesches Genre, das aber unter den großen Mainstream- Rollenspielen nicht wirklich stark repräsentiert ist. Es ist also etwas Neues. Die Kombination des Steampunk mit Magie ist daher gekommen, dass auch in unserer Runde immer wieder gern Magier gespielt werden, und der akademische Rahmen passt ja auch gut zum Setting.

Würfelheld: Ihr nehmt als Schauplatz ein aus dem 19. bzw. Anfang 20. Jahrhundert ähnliches Europa. Was hat Euch dazu bewogen?

Georg Pils: Das Steampunk-Setting bietet natürlich eine alternative Geschichte zu diesem Zeitpunkt an. Außerdem ist man in Wien ständig mit der vergehenden Glorie des endenden 19. Jahrhunderts konfrontiert, in der Architektur, dem Stadtbild und teilweise auch den Einstellungen der Leute. Es ist also ein Setting, das für uns sehr natürlich gekommen ist.

Würfelheld: Könntest Du bitte mehr über die Magie in Finsterland erzählen.

Georg Pils: Magie ist im Finsterland etwas Alltägliches, aber nichts Allgemeines. Jeder weiß, dass es Magier gibt, die sehr mächtig sind, aber auch lange dafür studiert haben. Die Magier sind aber durch Gesetze in der Ausübung ihrer Magie gebunden – nur, weil man vom Gegenüber die Freundin ausgespannt bekommen hat, darf man nicht gleich Feuerbälle werfen. Diese Regelungen werden von der amtsmagischen Inspektion, einer polizeiähnlichen Behörde, kontrolliert. Außerhalb der großen Städte ist das alles ein wenig anders, da gibt es Naturmystiker, Hexen und vereinzelt in den Wäldern auch noch Fabelwesen. Aber das sind natürlich nur Märchen, um kleine Kinder zu erschrecken.

Würfelheld: Und nun würde mich auch noch die Technologie interessieren. Gibt es ggf auch Magietech?

Georg Pils: Die Technologie ist ein sehr spannender Aspekt des Settings: Alle Technologien, die verwendet werden, sind neu und aufregend. Von der Eisenbahn über Luftschiffe bis hin zu Körperverbesserungen, den sogenannten Machinae, bieten sich den Bewohnern des Finsterlandes viele neue Möglichkeiten. Natürlich werden diese Entwicklungen von einigen Leuten auch sehr skeptisch bedacht, und insbesondere Machinaträger sind teilweise sozial geächtet.

Magietech gibt es vielleicht in einigen Forschungsstätten der Regierung oder von Unternehmen, aber offiziell ist nichts bekannt. Aber wenn es zum nächsten großen Krieg kommt, werden manche Kurfürsten sicher die eine oder andere Überraschung parat haben.

Würfelheld: Auf welchen Regelmechanismus basiert Finsterland?

Georg Pils: Es basiert auf einem Würfelpoolsystem mit W10. Man würfelt für eine Probe so viele W10, wie man in der relevanten Eigenschaft und Fähigkeit zusammen hat. Jeder Würfel, der 7 oder mehr zeigt, ist ein Erfolg. Spezialmanöver geben den Charakteren zusätzliche Fähigkeiten oder Würfelboni.

Würfelheld: Wie funktioniert die Charaktererschaffung?

Georg Pils: Die Attribute werden ausgewürfelt, auf die Fähigkeiten werden Punkte verteilt. Allfällige Spezialmanöver und Hintergründe kann man frei auswählen. Alles in allem haben wir darauf Wert gelegt, dass die Erschaffung sehr schnell geht. Wenn man ein Charakterkonzept im Kopf hat, sollte es sich binnen 15 Minuten umsetzen lassen.

Würfelheld: Bietet Ihr kostenloses Spielmaterial an?

Georg Pils: Es gibt auf unserer Website und Facebook-Seite mittlerweile über 50 Abenteuer Onesheets zum freien Download, außerdem einige Regelvarianten und zusätzliche Informationen zum Hintergrund. Weiters können wir Support on demand anbieten: Wenn eine Spielgruppe Regeln für irgendetwas benötigt, das nicht im Buch steht, können wir das üblicherweise in wenigen Tagen entwickeln und online stellen.

Würfelheld: Wenn sich jemand berufen fühlt für Finsterland etwas zu schreiben, was sollte er beachten? Kann er ggf. mit Euch bzgl. einer Veröffentlichung in Kontakt treten?

Georg Pils: Auf jeden Fall! Wir bemühen uns, dass Finsterland nicht nur unser Projekt bleibt, sondern zu einer größeren Community anwächst. Wir werden im nächsten Jahr zB auch einen Band mit Kurzgeschichten veröffentlichen, für den wir Nachwuchsautoren über das Internet rekrutiert haben. Und wenn jemand Abenteuer, Spezialmanöver oder Hintergründe entwickeln will, sind wir auch gern behilflich.

Zuletzt muss man zu diesem Thema dann auch noch die Finsterland-Wiki erwähnen: Es gibt eine Wiki mit Informationen über die Spielwelt. Wir würden uns freuen, wenn die verschiedenen Spielerrunden ihre eigenen NSCs, Orte und Plotelemente dort verewigen. Das Ziel soll einmal eine Welt sein, die von den Spielern mitentwickelt und geformt wurde.

Würfelheld: Ihr wart ja auch auf der SPIEL`12 anzutreffen. Wie war die Resonanz bzw. das Feedback auf Eure Publikationen?

Georg Pils: Das Feedback war sehr gut, den meisten Leuten hat es scheinbar gefallen. Leider hatten wir auf der SPIEL keine Möglichkeit, Demorunden anzubieten, deshalb haben wir kein Feedback zu den Regeln und der Spielmechanik bekommen können. Aber der Gesamteindruck, die Illustrationen und das Projekt insgesamt sind sehr gut aufgenommen worden.

Würfelheld: Ihr veröffentlicht ja als Eigenverlag. Wie kam es dazu? Hat sich kein anderer Verlag getraut Finsterland zu publizieren?

Georg Pils: Wir haben am Anfang natürlich probiert, die großen Verlage anzuschreiben. Aber deren Konditionen waren bei unserer Auflage unmöglich zu erfüllen, da hätten wir uns selbst in den Ruin getrieben. Deshalb der Eigenverlag. Und der ist auch im Wachsen: Mittlerweile hat er neben der Finsterland-Bücher auch noch einen Comic, Zwerg/Elf, im Programm. Und im nächsten Jahr werden wir voraussichtlich ein weiteres Rollenspiel, Highschool of Awesomeness, ins Programm aufnehmen.

Würfelheld: Was erwartet uns noch sagen wir mal bis zur RPC`13?

Georg Pils: Zunächst wäre da einmal die zuvor erwähnte Sammlung von Kurzgeschichten. Außerdem arbeiten wir derzeit an einem Kampagnenband, der könnte sich bis dahin auch noch ausgehen, wobei ich natürlich nichts versprechen kann. Bezüglich weiterer Quellenbücher haben wir erst in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres mehr geplant.

Würfelheld: Ihr stammt ja aus unserem Nachbarland Österreich. Kannst Du uns ein wenig mehr zu der dortigen Rollenspielszene erzählen.

Georg Pils: Die Rollenspielszene ist viel kleiner als in Deutschland, nicht nur absolut, sondern auch relativ. Auf der SPIEL hat jeder Besucher, mit dem wir geredet haben, zumindest gewusst was Rollenspielen ist, meistens von DSA. In Österreich ist das nicht so, da ist es eher noch ein Nischenhobby, allerdings auch auf dem Weg nach oben. In ganz Wien gibt es drei Rollenspielfachgeschäfte (von denen ich weiß).

Würfelheld: Wie wird Finsterland dort aufgenommen? Habt ihr einen Local-Bonus?

Georg Pils: Auf jeden Fall. Auf den Messen in Österreich kaufen viele Leute die Bücher einfach auch deswegen, weil es ein heimisches Produkt ist. Und eines der Rollenspielfachgeschäfte in Wien hat uns neulich verraten, dass sie mittlerweile mit Finsterland mehr Umsatz machen als mit D&D. Da werden wir dann auch manchmal zum Signieren eingeladen.

Würfelheld: So zum Ende habe ich dann noch fünf kurze Fragen mit der bitte um kurze Antworten.

Georg Pils: Aber bitte gern!

Würfelheld: Welches war Dein erstes Rollenspiel?

Georg Pils: DSA

Würfelheld: Zum Rollenspielen gehört unbedingt dazu?

Georg Pils: Freunde

Würfelheld: Dein Lieblings-Fantasy-Buch?

Georg Pils: Baudolino von Umberto Eco

Würfelheld: Was wünscht Du Dir für 2013?

Georg Pils: Gesundheit und eine Gehaltserhöhung

Würfelheld: Die RPC 2013 ist?

Georg Pils: Ein Fixtermin für uns.

Würfelheld: So Georg, vielen Dank für das Interview, es hat wirklich Spaß gemacht. Die letzten Worte gehören Dir.

Georg Pils: Kaufen Sie Finsterland!

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INTERVIEW BEI DER SEIFENKISTE