[Rezi] Aurora von Alastair Reynolds

AuroraMit Aurora erscheint nun ein weiterer Roman aus der Feder von Alastair Reynolds. Dieser versetzt den Leser in die detailreiche Welt des Glitzerbandes. Diese Welt ist bereits aus seinen Werken Unendlichkeit und Die Arche bekannt. Ebenfalls trifft man auf einige Protagonisten aus den Vorgängerwerken.
Ein schlichtes Cover erhielt den Platz auf dem Paperback-Umschlag. Ein viel versprechender Klappentext begrüßt den Leser und macht diesen die fast 750 Seiten schmackhaft.

Kommen wir aber nun zum Inhalt.
Wir befinden uns auf einem Planeten namens Yellowstone, welcher den Mittelpunkt des Glitzerbandes darstellt. Dieser Planet wird von tausenden von Habitaten umgeben. Auf diesen Habitaten leben mehrere Millionen Menschen bzw. deren evolutionären Weiterentwicklungen. Dabei erhält man auch einen Einblick in diverse Lebensansichten. Die Sicherheit, Ordnung und Funktion des ganzen wird durch die Organisation Panoplia die auf Yellowstone ihr Hauptquartier hat, gewährleistet.

Tom Dreyfus, Polizei-Präfekt im Außendienst und ein Typ alter Schule, wird mit seinem Team, der Datenspezialistin Thalia und Sparver einem Hyperschwein zu einem der Habitate geschickt um eine Datensicherung bzgl. eines Ausschlussverfahrens durchzuführen. Dabei kommt es zu einer Auseinandersetzung zwischen den Habitatoberern und dem Präfektenteam.
Als das Team die aufgetretenen Probleme gelöst hat, und sich wieder im Hauptquartier befindet, hat sich die Schlinge bereits um Ihren Hals gelegt und fängt an sich immer enger zu ziehen. Denn was das Team bei Ihrem Außendiensteinsatz nicht ahnen konnte war, dass das Ausschlussverfahren erst der Anfang einer sehr gut vorbereiteten Verschwörung sein sollte und das sich das Netz dieser bereits bis in die obersten Reihen der Entscheidungsgremien gewoben hat. Diese Verschwörung wird durch eine KI angeführt, die eine neue Ära im Orbit des Glitzerbandes einleiten will. Dabei umfasst ihr Netz auch alte, unbeliebte Bekannte von Dreyfus, dem sogenannten Uhrmacher, einer unbekannten Lebensform, die die Menschheit schon vor Jahren vor große Schwierigkeiten gestellt hat.
Als das Präfektenteam den neuen Gegenspieler ausmacht versuchen sie Feuer mit Feuer zu bekämpfen und eine Zweckgemeinschaft mit dem Uhrmacher einzugehen. Dieser erweist sich allerdings wieder einmal als harter Knochen und bringt Tom Dreyfus bis an den Rand der Verzweiflung.

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[Rezi] Top Race

topracepegasusMit dieser Auflage geht TopRace nunmehr in seine zehnte Runde. Die Erstausgabe geht auf das Jahr 1974 zurück. Seitdem erschienen die verschiedensten Versionen, teilweise auch unter geänderten Nahmen. Nun erhält TopRace im Pegasus Verlag ein neues Gesicht.
Bei TopRace übernehmen die Spieler die Rolle eines Monoposto Rennfahrers, der sich in heißen Duellen auf vier verschiedenen Strecken duellieren muss. Dabei gilt es allerlei zu bedenken.

Die Gestaltung der Spielschachtel weist einen direkt daraufhin, was einen erwartet. Das Cover selbst bildet ein Rennszenenduell. Auf der Rückseite findet man dann zahlreiche Darstellungen des innenbefindlichen Spielmaterials und einen einleitenden Text, der Rennatmosphäre verspricht.
Macht man dann die Schachtel auf, bekommt man das Spielmaterial in einer guten Aufteilung und Sortierung präsentiert. So findet man zwei doppelseitig bedruckte Spielbretter die aus Karton gefertigt sind und die entsprechenden Rennstrecken abbilden. Weiterhin findet man zahlreiche Pappmarker die einen belastbaren Eindruck hinterlassen. Die vollfarbigen Open-Wheel-Rennwagen befinden sich in einer Zippfolie in einem separaten Bereich der Spielschachtel. Weiterhin bekommt man einseitig bedrucktes Papier-Spielgeld mitgeliefert. Hinzu kommen dann noch einige Plastikständer und zu guter letzt die Spielkarten. Diese machen ebenfalls einen sehr belastbaren Eindruck und so sollte man lange was von TopRace haben.

Die mitgelieferte Spielanleitung umfasst zwölf Seiten und ist vollfarbig. Die gebotenen Regeltexte sind leicht verständlich. Dies gilt auch für die Erklärungstexte die immer nach neuen Regeln an spieltypischen Situationen erklärt werden. Die abgebildeten Grafiken sorgen weiterhin für ein schnelles Verständnis der Regeln und Situationsbewältigung.

Weiter gehts bei der Lorp: http://www.lorp.de/rezensionen/show.asp?id=1741

WürfelView 08: Fanzines…Fanzines…Greifenklaue

Vielen von Euch dürfte mein diesmaliger Gesprächspartner ein Begriff sein, treibt er sich doch in vielen bekannten Foren rum, schreibt bei einigen Projekten mit und mittlerweile Bloggt er auch.

Also viel Spaß bei WürfelView mit Greifenklaue.

 

Hallo Ingo,

herzlichen Dank das Du Dir die Zeit für das WürfelView nimmst und mir so ein wenig Rede und Antwort stehst.

Ingo Schulze: Ich freu mich drauf!

Würfelheld: Vielen Leuten dürftest Du unter dem Nick „Greifenklaue“ ein Begriff sein. Könntest Du einwenig mehr zu Deiner Person sagen?

Ingo Schulze: Ich bin im vorletzten Jahr 30 geworden, Ingenieur der Elektrotechnik / Nachrichtentechnik und aktuell als Lehrkraft im Studienkreis engagiert. Im Rollenspielbereich stecke ich hinter dem Zine Greifenklaue – daher der Nickname, schreibe für die Library of roleplay – wo wir Dich ja vor kurzem in unserer Runde begrüßen durften, schreibe auch hier und dort mal und zuguterletzt darf ich ein wenig bei Pathfinder helfen.

Würfelheld: Es gibt ja das Rollenspielmagazin „Greifenklaue“. Welches Ziel verfolgst Du mit dem Magazin?

Ingo Schulze: Erstmal der Schocker vorweg: Die Greifenklaue ist ein Fanzine und bekennt sich dazu auf allen Ebenen. Großartige Ziele verfolge ich nicht mit dem Heft, muss ich zugeben. Ich bin absoluter Fanzinefan und dürfte mittlerweile das Fanzine-Archiv schlagen können. Als kleiner Junge habe ich es immer geliebt, in die größere Nachbarstadt (Braunschweig) zu fahren und in die Rollenspielläden zu gehen und im Sortiment zu schmöckern. Hit war immer Der letzte Held, wenn es da was neues gab, hab ich das immer mitgenommen. Über den Aventurischen Boten habe ich über die dortigen Kleinanzeigen weitere Zines gefunden und eigentlich immer wieder von dem Material begeistert. Irgendwann wollte ich dann ein eigenes Fanzine starten, der zweite Versuch klappte – sonst hätte ich wohl Der Schwertmeister geheißen… – und hatte bereits am Anfang enormen Zuspruch. Mir macht es Spaß mit anderen projektorientiert zu arbeiten, mir macht auch das Verkaufen Freude – ein nicht zu unterschätzender Faktor bei Zines – und so ist das Schreiben eines Zines neben viel Mühsal eigentlich ein großes Vergnügen. Insgesamt gehöre ich zu denen, die sich denken „Artenvielfalt ist Lebensqualität“ und dazu gehört eben, dass es neben modernen Blogs, Portalseiten, pdf-Downloads, Foren, eZines eben auch Papierfanzines, Newsletter und den guten alten Briefaustausch geben sollte.

Würfelheld: „Greifenklaue“ hat es ja bereits auf sechs Ausgaben geschafft. Kannst Du uns ein wenig mehr über die bald erscheinende siebte Ausgabe verraten?

Ingo Schulze: Selbstverständlich. Präsentiert wird sie zur RPC, am gemeinsamen Oldschoolstand mit Moritz Mehlem / Labyrinth Lord. Zum Wahnsinnspreis von 3 Euro. Der Schwerpunkt wird Endzeit sein. Eben jener Moritz hat zu Mutant Future ein Setting und ein Abenteuer beigesteuert, Christoph Schubert vom Artefakt ein Cthulhu-Endzeit-Abenteuer, außerdem haben wir noch einen ganz interessanten Stadthintergrund, nämlich eine Avarielstadt, am Start. Kurzum, eine hoffentlich nette Mischung.

Würfelheld: Kannst Du Dir vorstellen das es das Magazin in Zukunft öfters geben wird, oder wird der eingeschlagene Tonus beibehalten?

Ingo Schulze: Na, öfter werden wir wohl nicht erscheinen – regelmäßige Versorgung bieten ja sowohl Artefakt wie Abenteuerpunkt. Das wäre einfach unrealistisch. Es gibt z.B. für Rezensionen, News oder Interviews mittlerweile bessere und schnellere Formate und dies sind eigentlich die drei Artikelarten, die mir besonders liegen. Aber ab und an ist Zeit für ein Zine – und dann setzt ich mich auch mit viel Enthusiasmus hin.

Würfelheld: Gibt es ein spezielles Thema was Dir unter den Nägeln brennt, welches Du in Zukunft als Titelthema für die Greifenklaue verwenden möchtest?

Ingo Schulze: Jain. Konkret noch nix – ich muss ja nicht nur selbst davon begeistert sein, auch der „innere Zirkel“ muss davon zumindest in Teilen begeistert sein. Dungeons, Oldschool, Pathfinder, Privatdetektive, Western, Crime Scene – das schwirrt mir so im Kopf rum. Letztlich ist das theoretische Konzept hinter dem Heft ein Drittel zum Schwerpunkt, ein Drittel Spielbares, ein Drittel Sonstiges. Es ist also immer Platz für Euren Artikel!

Würefelheld: Du vertreibst ja auch über Deinen Shop (www.greifenklaue.de/shop) etliches an RPG Fanzines. Wie kam es dazu?

Ingo Schulze: Gute Frage. Als ich mit der Greifenklaue begann, gab es immer Austauschabos, sprich: Du schickst mir Dein Heft, ich Dir meins. Irgendwann brachte ich den Vorschlag – damals war das Kommunikationsmedium die Fanzinerrundmailliste der Argentinum Astrum, statt ein Exi zu tauschen, jeweils ein kleines Kontingent zu tauschen. Das haben einige aufgegriffen und da ich die auch immer losgeworden bin, habe ich später dann auch zugesagt, selbst immer 5 oder 10 Exemplare anzubieten. Mit der eigenen Homepage gab es dann auch einen bescheidenen virtuellen Shop, leider hab ich aktuell keinen eigenen Zugriff darauf, so dass es nicht ganz aktuell ist. Das wird hoffentlich demnächst endgültig behoben sein.

Würfelheld: Mittlerweile bloggst du ja auch (http://greifenklaue.wordpress.com). Welches Ziel verfolgst Du mit Deinem Blog?

Ingo Schulze: Ich bin da ganz naiv – quasi ziellos – gestartet, weil ich www.rsp-blogs.de für ein hochspannendes Projekt hielt und Dein Blog kam als letztes Tröpflein hinzu – frei nach dem Motto, wenn der Würfelheld das kann, dann krieg ich das bestimmt auch hin. Und tatsächlich, technisch ist das ja echt einfach. Mittlerweile macht das Bloggen viel Spaß und ich versuche, News, Rezis und Berichte unter die Leute zu bringen, ein bißchen von der Greifenklaue und Pathfinder. Dazu stolpere ich in diversen Foren über hochspannende Gedanken, wo es sozusagen journalistische Pflicht ist, diese zu vernetzen und anderen Lesern, die es interessiert, bekannt zu machen. Dazu ist das unmittelbare Feedback u.a. durch Kommentare und Verlinkungen immer ein Motivator.

Würfelheld: Wie ich aus eigener Erfahrung mitteilen kann, bist Du auch im Bereich der Rezensionen sehr stark engagiert und so konnte ich mir auch schon das ein oder andere Bild machen und muß sagen das Deine Einschätzung immer zutreffend waren. Wie kam es dazu, das Du dieses Feld betreten hast?

Ingo Schulze: Erstmal vielen Dank für die Blumen. Zu Beginn meiner Fanzinerzeit bin ich beim Rezizine Sphinx reingerutscht, welches ein Fanzinergemeinschaftprojekt war. Als dort die letzte Ausgabe erschien, gab es das Angebot der Library of roleplay, dort mitzuarbeiten. Das mache ich mit stetem Engagement seit 2001.

Würfelheld: So, mittlerweile hat sich das ja so eingebürgert, das ich zum Ende hin, ein paar kurze Fragen stelle und um schnelle knappe Antworten bitte, damit man ein wenig mehr erfahren kann.

Ingo Schulze: Ist ja Dein Interview 😀

Würfelheld: Lieblingsfilm?

Ingo Schulze: Schwierig. Herr der Ringe im Mainstream. REC bei den etwas unbekannteren Streifen.

Würfelheld: Familie ist…?

Ingo Schulze: Vorhanden.

Würfelheld: Wenn ich entspanne will, tue/mache ich?

Ingo Schulze: Ideal ist Schwarzer Tee plus Hörspiele plus Papiermodellbau.

Würfelheld: No-Go TV Sendung?

Ingo Schulze: Hmm. BigBrother, Dschungelcamp, DSDS und Konsorten.

Würfelheld: Was nimmst Du auf eine einsame Insel mit?

Ingo Schulze: Würfel, Zufallsgenerator, ein paar Rollobücher und genug Leute zum Zocken – sonst Solos.

Würfelheld: Damit hast Du es auch schon geschafft. Ich sage recht herzlichen Dank für Deine Zeit und überlasse Dir das Feld für die letzten Worte.

Ingo Schulze: Ich darf hier sagen, was ich möchte? Ohne Frage? Leute, schaut mal in ein Fanzine rein – vielleicht ja auf der RPC an unserem Stand! Nice dice und Dank Dir, Andre!

 

 

NaSta vs PG aus unbeteiligter juristischer Sicht

Hallo Leute,

in den letzten Tagen und Stunden ist der Fall „Nackter Stahl klagt gegen Prometheus Games“ immer heftiger in den bekannten Foren, ob gross, ob klein, und in diversen Blogs diskutiert worden.

Jetzt habe ich mal einen Artikel gefunden der wie es so schön auf der Blog-Seite heisst „aus Sicht eine unbeteilidigten Juristen-Rollenspielers“ ist.

Dabei handelt es sich um den Blog von Jan-Tobias Kitzel, der u.a. durch seine Arbeit als Chefredakteur von LodlanD bekannt ist.

Hier sein Artikel zum Thema:

In den letzten Tagen ging es in der RPG-Gemeinde hoch her, nachdem herauskam, dass der Verlag “Nackter Stahl” seinen Mitbewerber “Prometheus Games” verklagt. Nein, die Hintergründe werde ich hier nicht nochmal ausbreiten, das haben genug andere schon getan. Den IMHO besten Überblick liefert hier (mal wieder *g*) die LORP:

“Weitere Stellungnahme von Prometheus Games
“Stellungnahme von Nackter Stahl zur Klage

[Unter dem ersten LORP-Link oben sind die eingescannten Justizunterlagen downloadbar.]

Lesenswert ist hier auch der Kommentar bei sirdoom´s bad company weblog: “Hephaistos”.

Ich möchte die Geschichte mehr aus der juristischen Warte heraus sehen. Denn die eigentlichen – gerade menschlichen – Hintergründe werden sich wohl lediglich den Beteiligten erschließen. Stellung klar pro NaSt oder PG möchte ich daher nicht beziehen, auch die Systeme kenne ich nicht persönlich. Als Diplom-Wirtschaftsjurist (FH) interessieren mich dafür die rechtlichen Erörterungen beider Seiten umso mehr.

Und da ist meine Sicht eindeutig: Die Argumentation von “Nackter Stahl” bewegt sich IMO auf dünnem Eis, verdammt dünnem Eis, insbesondere was die Plagiatsvorwürfe angeht. Die Gegenüberstellung der verwendeten Begriffe in der Klageschrift von NaSt hat mich mehrmals zum Schmunzeln gebracht. Es war kaum ein Begriff dabei, den ich _nicht_ unter “freihaltebedürftig” und “Allgemeingut” und damit urheberrechtlich völlig irrelevant einordnen würde. Auf dieser Basis PG vorzuwerfen, Elyrion sei ein Plagiat von Arcane Codex und damit Herstellung/Vertrieb des ersteren ein Verstoß gegen das Urheberrecht ist meiner Meinung nach … gewagt.
Auch die BGH-Entscheidung “Laras Tochter” heranzuziehen, um den Vertrieb von Elyrion seitens PG untersagen zu lassen, ist IMO so nicht haltbar. Bei dem besagten Fall war der neue Roman (also “Laras Tochter”) derart eng an das Original (”Dr. Schiwago”) angelehnt, dass ersteres ohne letzteres kaum einen eigenen Sinn geschweige denn storytechnischen Zusammenhang gehabt hätte. Dies bei zwei Fantasy-RPGs anzunehmen, grenzt für mich an Unmöglichkeit, solange nicht ganze Textpassagen fast eins zu eins übernommen wurden _und_ die eine Welt quasi das gesamte Konstrukt inklusive bedeutender Regelansätze übernimmt. Die einschlägigen Rezensionen lesen sich jedenfalls nicht so (wobei ich dies wie gesagt mangels genauerer Kenntnis nicht beurteilen kann). Auf die vertragsrechtlichen Erörterungen möchte ich gar nicht eingehen, weil dies ohne Kenntnis der Verträge Stochern im Nebel ist.

Der Hinweisbeschluss des Kölner LGs ist da schon ein ziemlich eindeutige Angelegenheit. Sollte NaSta nicht mit einer erneuten Einreichung bei Gericht die Hinweise des LGs entkräftet haben, sieht es nach einer vergleichsweise klaren Angelegenheit für PG aus, jedenfalls was den urheberrechtlichen Teil angeht. Es bleibt in jedem Fall spannend.