[Rezension] KRIEGER

Herausgeber: Ann-Kathrin Karschnik, Torsten Exter
Verlag: Verlag Torsten Low
Cover: Timo Kümmel
Format: Taschenbuch, 398 Seiten
Erschienen: Juni 2013
ISBN 13: 978-3-940036-21-6

von: Würfelheld

Diese Anthologie ist mir schon öfters unter die Augen gekommen, zum einem durch die vielen verschiedenen Autorenlesungen oder durch den ein oder anderen Artikel. Nachdem diesjährigen Deutschen-Phantastik-Preis (DPP) und einen genaueren Blick auf die Autorenliste, war klar, ich werde mir diese mal geben. Hiermit ist es nun soweit.

Klappentext:
Actionreich, humorvoll und tiefsinnig – eine spannende Sammlung, die zeigt, wie facettenreich das Thema ist! (Gesa Schwartz) Ihr Versprechen heißt Blut. Ihr Schicksal ist der Tod. Sie sind Retter und Verdammnis, Schützer derer, die sie lieben, Alptraumbringer in den Reihen ihrer Feinde. Sie wandeln in Nebeln, auf Blutpfaden, mitten in unseren Städten. Ihre Orden sind alt, ihre Narben frisch. Ihre Heimat ist das Schlachtfeld. Sie sind Söldner und Legionäre, Gladiatoren, mutige Kämpfer, Schädelspalter und Riesentöter. Sie sind Krieger – und dies sind ihre Geschichten. Mit Beiträgen von Tina Alba, Stefanie Bender, Tom Daut, Susanne Gerdom, Markus Heitkamp, Detlef Klewer, Heike Knauber, Mike Krzywik-Groß, Stefanie Mühlsteph und Moritz Gießel, Sean O’Connell, Thomas Plischke, Bernd Rümmelein, Torsten Scheib, Heike Schrapper, Helen B. Kraft, Nina Sträter, Carsten Thomas, Christian Vogt, Judith C. Vogt, Jonas Wolf, Andreas Zwengel.

Zum Inhalt:
Wie aus dem Vorwort zu erfahren ist, ist Krieger das Endresultat aus 170 eingereichten Storys. So haben die Herausgeber einen großen Kessel Buntes zur Auswahl gehabt. Die oben aufgeführten Autoren haben es dann schließlich mit ihren Interpretationen von Kriegern in diese Kurzgeschichtensammlung geschafft. Bei der Auswahl der Geschichten wurde das Augenmerk nicht auf die Bekanntheit des Autors gerichtet, sondern die Storys selbst standen im Mittelpunkt.

Die Storys verschlagen einen in die unterschiedlichen Fantasy-Hintergründe von Dörfern bis Städte, von Wällen bis Gebirge. Weiterhin wird man von Mythen wie Nebelkrieger oder sagenumwobenen Wesen wie Drachen begeistert.

Krieger kann aber eins besonders gut, die unterschiedlichen Sichten, die Brutalität und die Heldentaten des Krieges beleuchten bzw. der aufzeigen.

So fließt Blut in Strömen oder man sitzt am Lagerfeuer und erfährt mehr übe alte Helden. Weiterhin wird nicht mit Wein, Weib und Gesang gegeizt und das zu jeder erdenklichen Jahreszeit.

Auch der Adel und seine Hinterhältigkeit spielen eine Rolle. Aber auch alte Versprechen werden abverlangt und bringen die Krieger immer wieder in Situationen für welche sie gelehrnt haben und geschaffen wurden.

Mein Fazit:
„Der Tod kommt in Sekunden. Ein neues Leben auszutragen dauert neun Monate. Einen Soldaten heranzuziehen fünfzehn lange Jahre.“ ist nur eines der vielen Zitate die dieses Sammlung mir ins Hirn genagelt hat. Wer Buchstabenaction in Form von muskelbepackten Helden wie Conan oder Kane mag oder wer Spaß an Stahlwaffenhelden hat, ist bei Krieger genau an der richtigen Adresse. Das Buch hat mir von der ersten bis zur letzten Seite einfach Lesevergnügen bereitet. Man muss den Herausgebern ein großes Lob für ihre Story-Zusammenstellung aussprechen. Die Mischung ist ihnen echt gelungen. Auch die kleinen Details machen dieses Buch einfach so lesenswert!

Wer glaubt Fantasy sein mittlerweile abgegriffen und man kennt alles, der sollte hier einen kleinen Blick riskieren – denn man hat selten soviel Krieger auf einen Haufen gesehen!

Ich will mehr davon!

Meine Wertung:
5 von 5 Stahlklingen

[Interview] Tom Daut – Der Gefallene Prophet stellt sich

Ich hatte die Chance an Tom ein paar Fragen zu richten. Lest selbst was er zu antworten hatte.

Viel Spaß!

* * * * * * * *

Hallo Tom,
vielen Dank, dass du die Zeit für dieses Interview gefunden hast. Würdest du dich zuerst einmal vorstellen?
Hallo zusammen. Ich nenne mich Tom Daut, bin 46 Jahre, bezeichne mich seit 2011 als Autor und grase im Gebiet der Fantastik. Meine beiden Romane DIE SINISTRA und DER GEFALLENE PROPHET vermischen Sci-Fi und Fantasy. Wenn es um Kurzgeschichten geht, fühle ich mich aber auch in allen anderen Subgenres wohl. Ich gehe mittlerweile keinem anderen Job außer der Autorenarbeit nach, weil mir Selbstvermarktung und Lesen, welches neben der Schreiberei meine zweite große Leidenschaft ist, einfach keine Zeit mehr übriglassen.
Auch in meiner Freizeit kann ich die Finger nicht von Fantastischem lassen, sei es nun im Kino, bei Büchern oder Blu-rays. Ich verschlinge alles, in dem es auch nur ein bisschen übernatürlich zugeht und das mir gefällt.

Ich habe ja an der RatCon-Lesung von dir teilgenommen und war überrascht, dass trotz parallel laufender Feuershow so viele „Der gefallene Prophet“-Interessierte den Weg in die Lesung gefunden hatten. Wie fandest du die Resonanz?
Das hat mich schlichtweg umgehauen. Vor allem nachdem mir klar wurde, dass ein Großteil des Publikums extra für den GEFALLENEN PROPHETEN auf die RatCon gekommen war. Und dies für eine Lesung, die um 22:00 Uhr stattfand. Dafür möchte ich mich noch mal vor allen Anwesenden ganz tief verneigen. 🙂

Ich muss sagen, ich war überrascht, da kommt ein Typ, baut ein paar Lautsprecher und Laptop auf, stellt Bücher hin, zieht sich Handschuhe an und erzählt was von „Hörspiel-Lesung“. Wie bist du auf diese Idee, diesen Mehrwert gekommen?
Das hat sich irgendwie ganz von selbst ergeben. Als ich damals mit dem Vorgänger des PROPHETEN, dem kostenlosen Internetprojekt DIE SINISTRA, gestartet bin, habe ich mir vorher die Lesungen der Kolleginnen und Kollegen im Umfeld angeschaut. Leider musste ich ganz oft feststellen, dass mich das Medium Lesung in der Form kaum ansprechen konnte (sorry, sorry, sorry). Dem entgegen gab es aber auch positive Beispiele, wie Markus Heitz und meinen großen Inspirator Torsten Low. Torsten hatte mich bei den ersten Fantasy-Tagen in Iserlohn mit seiner Art, eine Lesung zu präsentieren und durchzuführen, regelrecht geflasht.
Damit hatte ich einen Ansatzpunkt, wohin ich mit meinem Vortragsstil wollte. Nach viel, viel Üben und Überprüfen durch Aufnehmen meines Lesens, fasste ich den Mut, meine Stimme dabei zu verstellen. Meine Güte, was kam ich mir beim ersten Versuch bescheuert vor. Meine Freundin fand die Wirkung jedoch ziemlich gut und steuerte obendrein noch ein paar Anregungen zu den „Spezialeffekten“ bei. Die Idee, Roboter mit einer Blechtasse vor dem Mund zu lesen, stammt zum Beispiel von ihr.

Bei deiner Lesung kam auch Musik zum Einsatz. Würdest du dazu bitte etwas mehr sagen?
Da ich beim Schreiben ganz oft in Filmszenen denke und sowieso recht multimedial veranlagt bin, wollte ich von Anfang an musikalische Unterbrechungen während meiner Lesungen haben, die die Stimmung der vorgetragenen Stellen unterstreichen oder weiterspinnen. GEMA-frei und kostenlos sollte das Ganze auch noch sein. Was soll ich sagen? Große Chancen hatte ich mir bei der Internetsuche nicht ausgerechnet.
Umso überraschter war ich, dass ich recht schnell auf die Seite von Kai Hartwig stieß. Kai ist ein Komponist, der aus der Computerspiel-Szene stammt und seine Musik sowohl GEMA-frei als auch gratis anbietet, sofern kein Gewinnstreben hinter der Verwendung steckt. Obendrein klingen viele seiner Stücke wie von Hans Zimmer. Ich hatte den perfekten Soundtrack zu meiner Geschichte gefunden. Und da DIE SINISTRA zunächst ein Non-Profit-Projekt war, konnte ich mir ohne Gewissensbisse nehmen, was ich brauchte.
Nachdem mich meine Zuhörer nach einiger Zeit davon überzeugt hatten, von der SINISTRA eine kostenlose Hörbuchversion ins Netz zu stellen, habe ich mit Kai Kontakt aufgenommen. Ich weiß noch, wie aufgeregt ich war, als ich meine Mail an ihn geschrieben und ihn darüber informiert habe, so von einem Künstler zum anderen, was ich mit seiner Arbeit aufstelle. Geld konnte ich ihm ja leider nicht bieten, nur Werbung. Er war zum Glück nicht nur so begeistert von meinen Ideen, dass er mir erlaubt hat, seine Musik zu verwenden, sondern mir auch noch eine eigene kostenlose Titelmelodie für DIE SINISTRA komponiert hat. Im ersten Moment konnte ich gar nicht glauben, was ich da las. Einer der Momente im Leben, die ich wohl nicht so schnell vergessen werde.
Aber Kai kann nicht nur Brachiales. Auf http://www.hartwigmedia.com kann sich jeder selbst von seiner Bandbreite überzeugen. Und wenn ihr mal ein Stück für die heimische Videoproduktion oder als Untermalung für den Rollenspielabend braucht, werdet ihr dort garantiert fündig.
Ich verbringe vor meinen Lesungen oft Stunden mit Stöbern. Selbst jetzt noch, wo DIE SINISTRA eigentlich beendet ist und DER GEFALLENE PROPHET auf dem Programm steht.

Wo wir schon einmal bei „Der gefallene Prophet“ sind, könntest du ein wenig mehr dazu erzählen, sprich wie bist du auf die Idee gekommen, was hat dich inspiriert usw.?
Leider nein. Diese Frage muss ich in jedem Interview blocken, weil ich sonst die Leser der ANNO-SALVATIO-423-Serie, deren Auftaktroman DER GEFALLENE PROPHET darstellt, schwer spoilern würde. Aber ich kann Andeutungen machen und kurz erläutern, worum es in den Romanen überhaupt geht.
Anfang der 1990er las ich in einem amerikanischen Comic-Magazin über eine BATMAN-Geschichte, bei der der schwarze Rächer in einer von der katholischen Kirche beherrschten Alternativwelt für Gerechtigkeit sorgte. Das Setting hat mich sehr fasziniert. Mitte der Neunziger fiel mir eine in meinen Augen ungewöhnliche Grundkonstellation zwischen zwei Charakteren und einem Hindernis ein, das diese beiden zu überwinden hatten. Da sagte ich: Wenn ich jemals ein Buch verfasse, wäre dies eine Geschichte, die ich gern schreiben würde. Mit dem tatsächlichen Schreiben hatte ich seinerzeit aber noch nichts am Hut. Wenig später musste ich feststellen, dass „meine“ Idee in einem Film verwertet werden sollten. Leider wurde ich von der Umsetzung dann schwer enttäuscht.
Spulen wir vor bis ins Jahr 2008. Ich hatte mit dem Schreiben begonnen und initiiert durch den Wettbewerb „Schreiben Sie einen magischen Bestseller“ vom HEYNE-Verlag wurde mein erster Roman fällig.
Mittlerweile hatten sich der oben erwähnte Hintergrund und die Charakterkonstellation in meinem Kopf vereinigt. Zwei Roman-Ideen schwebten mir vor, wobei ich der mit dem Arbeitstitel GOTTES STADT (das spätere ANNO SALVATIO 423) den Vorzug gab und loslegte.
Zum Glück fand mein Wettbewerbsbeitrag damals keine Beachtung. So hatte ich Zeit, an meiner Schreibe zu arbeiten und so lange Einfälle an das Grundkonstrukt zu kleben, bis es in seiner Gesamtheit so richtig rund werden konnte.
So ist aus der Geschichte um Desmond Sorofraugh, der als übernatürlich begabter Priester in den finsteren Straßencanyons des Gelobten Landes für die Aufrechterhaltung der neuen Zwölf Gebote sorgt, ein fünfbändiger Zyklus erwachsen.
Mein erster Versuch, das Manuskript zu Teil eins an einen Verlag zu bringen, scheiterte. Also fasste ich den Entschluss, mich mit einem E-Book-Projekt an den Torwächtern der Lektorate vorbei ans Publikum zu schleichen. Dazu habe ich mir die Idee von einem Prequel, in dem Soldaten gegen schwarze Magier kämpfen, aus dem Ärmel geschüttelt, sie kostenlos bei facebook zur Verfügung gestellt und auf Cons Lesungen damit abgehalten.

Ich saß ja wie gesagt in einer dieser Lesungen und mir kam so einiges unheimlich aus z. B. den Rollenspielen Shadowrun, Engel, Warhammer 40K bekannt vor. Allerdings erkannte man immer die Eigenständigkeit. Hast Du einen RPG-Hintergrund, oder wieso genau diese Mischung?
Obwohl ich als Konsument von Kindesbeinen an in der Fantastik unterwegs bin und meine Romane recht rollenspielaffin sind, kannte ich bis auf SHADOWRUN keines der von dir angeführten Universen. Das war auch sicherlich besser so. Denn hätte ich von der Existenz von ENGEL oder beispielsweise dem Vorbild zu PRIEST gewusst, hätte ich mich nie an ANNO SALVATIO 423 gewagt. Das wäre mir viel zu ähnlich gewesen.
Meine Rollenspielerzeit ist seit dem Ende der 1980er vorbei. Danach war ich raus aus der Sache und DAS SCHWARZE AUGE blieb das einzige System, welches ich je gespielt habe. SHADOWRUN nahm ich am Rande wahr und fand, dass die Vermischung von Fantasy und SF in der fantastischen Literaturlandschaft nur unzureichend repräsentiert war, obwohl dies im Kino (z. B. STAR WARS) doch hervorragend funktionierte und auch angenommen wurde.
Da ich außerdem schon immer einen Hang zu Finsterästhetik hatte (Gigers ALIEN, BATMAN, THE CROW etc.) und ich darüber hinaus bemerkenswert fand, dass bislang niemand die christliche Mythologie so richtig als das aufgearbeitet hatte, was sie in Wirklichkeit ist, nämlich Fantasy, nahm ich die Mission auf mich, all dies ändern zu wollen. 😉

Wie wird es nach „Der gefallene Prophet“ weitergehen?
Die nächsten acht Jahre werde ich wohl mit der Fertigstellung von ANNO SALVATIO 423 zubringen. Der Plan ist, die vier Folgebände im Zweijahresrhythmus zu veröffentlichen. Es reifen darüber hinaus auch schon Projekte in meiner Gehirnschublade, über die ich jetzt aber noch nichts verraten möchte. Nur so viel: Es wird nichts mehr aus dem Erzähluniversum von DIE SINSITRA/ANNO SALAVTIO sein.

War es eigentlich schwierig für diese Thematik einen Verlag zu finden und wie kam es zu der Zusammenarbeit?
Wie oben schon angedeutet, wollte zunächst kein Verlag an das Manuskript ran. Als Debütant ein Projekt anzustoßen, das einerseits seitengewaltig ist und sich direkt auf fünf Bände festlegt, ist schon recht schwer unterzubringen. Dann noch nicht mal einen aktuellen Trend zu bedienen und nicht so recht in irgendeine vermarktbare Schublade zu passen, stellt so eine Art Todesstoß dar.
Ich musste zunächst ein Jahr mit DIE SINISTRA durch die Szene tingeln, auf mich aufmerksam machen und ein Publikum generieren. Dann traf ich (nicht ganz zufällig) auf meine jetzige Verlegerin Andrea Wölk. Wir unterhielten uns einen Nachmittag über ANNO SALVATIO 423 und darüber, was ich damit vorhatte. Abends saß Frau Wölk im Publikum meiner Hörbuch-live-Lesung zu DIE SINISTRA und eine Woche später flatterte der erste Buchvertrag in unser Haus.
Keine Agentur, kein Anschreiben, kein Exposé. Also alles jenseits des klassischen Wegs.

Wem diese Thematik nicht so liegt, aber trotzdem etwas von dir konsumieren möchte, wo oder wie findet die- oder derjenige Abhilfe?
Solchen Leuten kann ich dann nur noch meine Kurzgeschichten empfehlen. Da ist von klassischer Fantasy über SF mit Action und sogar Horror und Grusel alles dabei. Im VERLAG TORSTEN LOW bin ich in der KRIEGER-Kurzgeschichtensammlung mit Fantasy vertreten. Dasselbe gilt für das Rollenspiel SEELENFÄNGER und die Anthologie DIE KÖCHE III aus dem UB-Verlag. Im Letzteren habe ich mich sogar mal auf humoristisches Terrain gewagt, weil ich sonst immer schreibe, bis einer heult. 😉

Was planst du so für das nächste halbe Jahr an Projekten?
Die zweite Hälfte von 2014 gehört völlig der Vermarktung von DIE SINISTRA und DER GEFALLENE PROPHET. Nebenbei wird es noch Lesungen zu GESCHICHTEN AUS DEM DRACHENWINKEL (Anthologie aus dem UB-VERLAG) und DUNKLE STUNDEN (Anthologie aus dem VERLAG TORSTEN LOW) geben, in denen ich jeweils mit einer Geschichte vertreten bin. 2015, während ich gaaanz intensiv an ANNO SALVATIO 423 – Teil 2 schreibe, wird ein Kurzgeschichten-Projekt in den Vordergrund treten, das im PAPIERVERZIERER-Verlag erscheint. Der Verlag plant eine ganz spezielle Art von Anthologie und das Konzept verspricht überaus gut auf die RollenspielCons zu passen. Darauf wird nächstes Jahr wohl mein Hauptaugenmerk liegen. Dann bin ich dieses Jahr auch noch von Christian von Aster für eine Kurzgeschichte angefragt worden. Da ich seine Arbeit sehr schätze, freue ich mich auch darauf schon wir verrückt. Es wird also turbulent. Stay tuned. 😉

Vielen Dank für deine Zeit, Tom. Das letzte Wort hast du!
Ich habe dir zu danken für die interessanten Fragen und mache zunächst das, was ich die letzten drei Jahre getan habe: Eigenwerbung. 😉
Wenn deine Leser jetzt Lust bekommen haben, noch mehr über meine Geschichten zu erfahren, könnten diese Links hilfreich sein:
http://www.tomdaut.web.com , meine Website
http://www.facebook.com/Die.Sinistra , mein erster Roman, den es dort auch in einer kostenlosen Hörbuchform gibt.
http://www.facebook.com/annosalvatio , alles über die ANNO-SALVATIO-423-Reihe
Meine Bücher könnt ihr entweder beim OLDIGOR-Verlag (www.oldigor.com ) , bei amazon oder beim lokalen Buchhändler bestellen. Genauso verhält es sich mit den angesprochenen Anthologien.

Ansonsten wünsche ich dir und deinen Lesern viiieel Spaß und Leidenschaft beim Ausleben eures Hobbys. Vielleicht sehen wir uns ja mal auf der ein oder anderen Con persönlich. Stay nerdy!
Daut, out.

[Interview] Schlachtfeldgespräch mit OberKRIEGER Torsten Exter

Wer in letzter Zeit auf Conventions, in sozialen Netzwerken oder in vielen örtlichen Läden unterwegs war, stieß immer wieder auf einen der KRIEGER.

NEIN! Nicht die KRIEGER des Lichts oder die der Erlösung – sondern die der Anthologie aus dem Torsten Löw Verlag.

Somit wurde es Zeit sich den OberKRIEGER Torsten Exter zu schnappen und mal zu lauschen, was dieser so zu sagen hat.

***

Hallo Torsten,

besten Dank für Deine Zeit und das Interview. Würdest Du Dich bitte einmal vorstellen.

Hallo, Held der Würfel. Ich bin weniger Rollenspieler als vielmehr Leser, wenngleich ich eine gepflegte Pen & Paper Runde zu schätzen weiß. Seit später Kindheit gilt meine Liebe der phantastischen Literatur und sie begeistert mich auch heute noch immer wieder aufs Neue. Groß geworden bin ich mit den „Drachenlanze“ Büchern von Weiß und Hickman, R.A. Salvatore, etwas später dann Tolkien, dem unvermeidbaren Stephen King, der damals, als ich so 13 Jährchen alt war, ein wirklicher Schocker für mein Gemüt war.

Mittlerweile zähle ich etwas über 30 Lenze und habe von Fantasy, Supernatural Horror und Phantastik noch lange nicht genug.

Derzeit ist die Anthologie KRIEGER, fasst unübersehbar in der Werbephase. Könntest Du die Anthologie bitte näher vorstellen?

Zu Befehl. KRIEGER sind Krieger, sind Krieger, sind Krieger und doch ganz anders. Die Anthologie ist in diesem Sommer erschienen und beinhaltet 21 Geschichten von 22 AutorInnen. Im April 2012 haben wir, also meine Mitherausgeberin Ann-Kathrin Karschnick und Torsten Low, eine Ausschreibung veröffentlicht, in der wir kundtaten, dass wir Geschichten um blutige Schicksale, große Helden und zwielichtige Waffenbrüder und –schwestern suchen. „Krieger“ war die einzige thematische Vorgabe, neben einem phantastischen Einschlag in den Geschichten, und ca. 170 AutorInnen beteiligten sich mit eigenen Werken an dem Wettbewerb. Nach einer langen Sondierungsphase der eingegangenen Storys ist nun das fertige Buch entstanden, veredelt durch ein Cover von Timo Kümmel.

Wie kam es zur Idee KRIEGER und wie lange dauerte das Projekt?

Die Arbeitsphase betrug etwa ein Jahr, wobei sie in diesem Zeitraum unterschiedlich intensiv war. Man kann vielleicht von Wellenbewegungen sprechen. Vor Veröffentlichung der Ausschreibung gab es eine längere Planungsphase, in der wir uns darüber verständigt haben, was am Ende konkret herauskommen soll. Dann ist die Ausschreibung rausgegangen und ich war tierisch aufgeregt. Es war spannend zu beobachten, wie unsere Idee aufgenommen wurde. Was im Anschluss folgte, war ein bisschen wie ein Sturz in ein Loch. Es geschah gar nichts. Warten war angesagt. Das war schon ein komisches Gefühl. Vom aufgeregten Moment des gefallenen Startschusses in die Leere des Harrens auf die ersten Geschichten. Aber dann kamen sie – über 170 Stück und die wirkliche Arbeit begann.

Ach, ich wollte ja noch was zu der Idee sagen. Hm. Also, ich fürchte, die ist so ein bißchen auf meinem Mist gewachsen. Wie oben schon grob beschrieben, befasse ich mich seit Längerem mit phantastischer Literatur. Irgendwann war mir dann der reine Konsum nicht mehr genug. Ich habe begonnen Rezensionen zu schreiben usw. Aber auch das hat mich auf Dauer nicht satt gemacht. Ich wollte selber etwas erschaffen und habe lange über die inhaltliche Ausrichtung eines möglichen Projekts nachgedacht. Ich mag ja so spezielles Zeug eigentlich ganz gerne und es ist einer der Gründe, warum ich Kleinverlage so schätze. Aber ich habe auch die Hoffnung gehegt ein größeres, oder sagen wir besser, breiteres Publikum anzusprechen. Was ich da alles für schräge Gedanken hatte …! Irgendwann ist es mir quasi wie Schuppen von den Augen gefallen, nachdem ich mir die Frage gestellt hatte, was der Kern der meisten Fantasy Geschichten ist. Meine Antwort war: Der Konflikt, das Aufeinanderprallen von Gut und Böse, Licht und Schatten, der Krieg, Krieger. Damit war eine Idee geboren, die schon fast erschreckend simpel war. Ich mache eine Krieger-Anthologie, weil man viele, unterschiedliche Konflikte und Situationen in sie hineintragen kann, sie aber inhaltlich nicht zu speziell ist, als das nur Nerds , Geeks und Hardcore-Phantasten zugreifen würden.

Du zeichnest Dich neben Ann-Kathrin als Herausgeber verantwortlich. Wie kam es zu der Zusammenarbeit?

Leipziger Buchmesse 2012. Am Samstag Vormittag habe ich Torsten Low mit der Idee „Krieger“ konfrontiert und er zeigte sich sehr interessiert. Samstagabend habe ich dann Ann-Kathrin angesprochen. Das war ein Schritt, der aus dem Bauch heraus entstanden ist. Ich habe, zu meiner Schande, zuvor keines ihrer Bücher gelesen. Aber als ich sie erblickte, hallte die drängende Frage durch meine Gedanken und brachte mein Blut zum Wallen: Wer ist das vollbusige Weibsbild mit der wilden, roten Mähne?! Nein. So war es nicht. Sie war mir einfach sympathisch und nach einem längeren Gespräch waren wir uns einig zusammenzuarbeiten. Hinzu kam, dass ich bereits wusste, dass sie für LICHTBRINGER, die erste Anthologie des Verlags Torsten Low, in der Jury gesessen hatte und somit Erfahrung aufwies und ebenso wie ich den Verleger persönlich kannte.

Im Endeffekt hat es einfach gepasst.

Wie seit Ihr an die Autoren herangekommen?

Wir haben gefragt. Wie erwähnt, gab es eine öffentliche Ausschreibung, die durch diverse Autorenforen gegeistert ist und wohl von fast jedem, der Fantasy und Phantastisches schreibt, wahrgenommen worden ist. Daneben ist es uns gelungen vier bekannte, deutsche Fantasy-AutorInnen zu gewinnen. Dies geschah über direktes Nachfragen. Alle haben sofort und ohne zu zögern „Ja“ gesagt. Was uns sehr gefreut hat.

Gab es während der Arbeit an KRIEGER einen Punkt an dem Du am liebsten die Brocken hingeworfen hättest?

Oh nein. Es gab mal Momente, in denen ich keine Krieger-Geschichten mehr sehen konnte. Das sage ich ganz offen. Ich weiß noch, dass ich drei Wochen am Stück allfeierabendlich Einsendungen gelesen habe und irgendwann konnte ich einfach nicht mehr. Brauchte eine Verschnaufpause und musste mich mal mit anderen Dingen beschäftigen. Ich glaube, ich habe ein komplettes Wochenende damit verbracht Minecraft zu spielen. Hat Spaß gemacht und tat gut. Nach erfolgreicher, virtueller Schafzucht und der Verschönerung eines Baumhauses (nicht Haus auf Baum, sondern Bäume im Haus), konnte es dann mit dem Lesen wieder weitergehen.

Kannst Du uns ein wenig mehr zu den Storys sagen?

Wenn ich an Krieger denke, sehe ich blutroten Schnee und das Sterben in ihm, den Zauberer des Schwarzen Glücks, die gefürchtete Kriegssense des Rorgue, die verkohlten Überbleibsel eines Selbstmordanschlags, die Riesen von Utgard, das dunkle Jahr des Speersommers, die Arena und den Nomaden. Gesichter werden zu Grimassen, die Spaß an der Qual anderer haben. Discobeats dröhnen, die Vereinigung von Wölfen und Keilern bleibt ein fragiles Bündnis, Eide werden gebrochen, in den Nebeln lauern Klingen.

Und wenn ich KRIEGER aufschlage finde ich all das darin.

Die Geschichten sind phantastisch, oft blutig und spannend, aber auch nachdenkliche Töne finden sich in ihnen. Ich bin überzeugt, jeder Leser wird etwas finden, was ihm gefällt, ihn überrascht und vielleicht auch zum Lachen bringt.

Was war das schwierigste während der Entstehungsphase?

Richtige Schwierigkeiten gab es über einen langen Zeitraum nicht. Was mir persönlich irgendwann Probleme bereitet hat, war der Zwang zum Arschlochsein. Aber wenn du mehr spannende Geschichten, als Platz in einem Buch, hast, musst du irgendwann einfach die miese Entscheidung treffen auch richtig, richtig gute Storys rauszuschmeißen. Das war hart, vor allem, weil ich ja weiß, wie viel Arbeit, Mühe und Herzblut in jeder einzelnen Geschichte steckt. Aber am Ende zählen Kleinigkeiten, eine möglichst ideale und abwechslungsreiche Zusammenstellung aus Storys usw. Viele sehr Gute sind auf der Strecke geblieben und ich habe mich bei einigen Entscheidungen selber sehr rabiat gefühlt.

Das war schon eine seltsame Erfahrung.

Wie ist das Cover entstanden? Hattet Ihr mehrere Ideen oder gab es freie Hand für den Künstler?

Wir hatten eine Idee und Timo Kümmel hatte freie Hand, wie er sie umsetzt. Wir haben ihm eine diffuse Mail geschrieben, in der irgendwas von Feuer, Rauchsäulen, einem langhaarigen Krieger mit erhobener Waffe und einem Luftschiff stand. Das Ergebnis hat uns überrascht und wir waren heilfroh, ihn als Künstler gewonnen zu haben. Ich glaube, kein anderer hätte aus unseren Schmierzettelvorgaben ein so grandioses Cover erstellen können. Danke Timo!

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit dem Verlag?

Durch diverse Conventions, hauptsächlich die tolle NordCon in Hamburg, habe ich Torsten Low und seinen ambitionierten Verlag kennengelernt. Ich verfolge die Arbeit des Verlags eigentlich, seitdem er existent ist, und habe nahezu jede Publikation gelesen. Irgendwann ist neben persönlichen Conventiongesprächen ein Austausch per Mail entstanden. Wir waren uns also nicht fremd, als ich die Idee KRIEGER an ihn hergetragen habe. Ich würde gerne sagen, ich hätte genau gewusst, wie ich ihn zu packen habe, als wir in Leipzig erstmalig über eine gemeinsame Anthologie gesprochen haben. Die Wahrheit ist aber, ich war verdammt aufgeregt und habe vermutlich recht wirres Zeug von mir gegeben.

Was ist für die nähere Zukunft rund um KRIEGER geplant?

Nachdem die erste Auflage der Anthologie mittlerweile ausverkauft ist, hoffen wir, dass es mit der Zweiten ähnlich gut läuft. Es stehen noch einige Lesungen mit AutorInnen an und der Verlag wird bei Conventions anzutreffen sein.

Wird es einen Nachfolgeband geben?

Nein. Definitiv nicht. Zwar haben wir in dem Berg aus Einsendungen ausreichend tolle Geschichten, um theoretisch einen zweiten Band herauszubringen, aber einmal KRIEGER reicht. Jetzt gibt es andere Themen, die mich, den Verlag und Ann-Kathrin Karschnick beschäftigen. Einige könnten zu einer erneuten Zusammenarbeit führen, aber da kann ich jetzt noch nichts Konkretes verraten. Andere sind Projekte, die wir unabhängig voneinander zu realisieren versuchen.

Du hast keine Story zu KRIEGER beigesteuert. Wieso diese Entscheidung?

Ann-Kathrin und ich haben uns zu einem sehr frühen Zeitpunkt dagegen entschieden. Eines unser Hauptanliegen war es, eine Plattform für junge, aufstrebende AutorInnen zu schaffen. Nachdem wir die Zusage von vier bekannten AutorInnen hatten, war uns klar, dass der verbliebene Platz in der Anthologie für genau diese AutorInnen sein soll und nicht für uns selbst.

Es ging uns mit KRIEGER nicht darum, Eigenveröffentlichungen durch die Hintertür zu schaffen. Denn das hätte bedeutet, dass sehr gute Geschichten nicht in das Buch gekommen wären, weil unser Kram Platz belegt hätte. Für diese Anthologie sind wir Herausgeber. Punkt.

Vielen Dank für das Interview. Die letzten Worte überlasse ich Dir.

Erwartet mein Kommen beim ersten Licht des fünften Tages. Bei Sonnenaufgang. Schaut nach Osten.“

Ach, und werft mal einen Blick auf die Anthologie FIEBERGLASTRÄUME! Hat mir sehr gefallen.

[Gewinnspiel] KRIEGER

KLAPPENTEXT:

Ihr Versprechen heißt Blut. Ihr Schicksal ist der Tod. Sie sind Retter und Verdammnis, Schützer derer, die sie lieben, Alptraumbringer in den Reihen ihrer Feinde.Sie wandeln in Nebeln, auf Blutpfaden, mitten in unseren Städten. Ihre Orden sind alt, ihre Narben frisch. Ihre Heimat ist das Schlachtfeld. Sie sind Söldner und Legionäre, Gladiatoren, mutige Kämpfer, Schädelspalter und Riesentöter.Sie sind Krieger – und dies sind ihre Geschichten.

Mit Beiträgen von Tina Alba, Stefanie Bender, Tom Daut, Susanne Gerdom, Markus Heitkamp, Detlef Klewer, Heike Knauber, Mike Krzywik-Groß, Stefanie Mühlsteph und Moritz Gießel, Sean O’Connell, Thomas Plischke, Bernd Rümmelein, Torsten Scheib, Heike Schrapper, Helen B. Kraft, Nina Sträter, Carsten Thomas, Christian Vogt, Judith C. Vogt, Jonas Wolf, Andreas Zwengel.

398 Seiten Taschenbuch

ISBN 978-3-940036-21-6
14,90 Euro

Gewinnspiel:

Es ist schon etliche Zeit her, das es hier auf Würfelheld etwas zu gewinnen gab. Somit ist die Zeit gekommen ein Buch unters Volk zu bringen. Dabei handelt es sich diesesmal um die Anthologie KRIEGER für die Ann-Kathrin Karschnick und Torsten Exter sich verantwortlich zeigen. Die beiden haben eine Vielzahl von Autoren zusammengetrommelt und somit diese Anthologie, welche im Verlag Torsten Löw erschienen ist, verwirklicht.

Kommen wir aber zum Gewinnspiel 🙂

Beantworte einfach die beiden folgenden Fragen und sende bis Freitag, 6. September 2013 – 20 Uhr eine  E-Mail mit Deiner Lösung und Deinen Kontaktdaten (Name, Adresse) an wuerfelheld [ at ] arcor [ . ] de . Sollten mehrere richtige Lösungen eingehen, entscheidet das Los!

Frage 1: Wieviele Kurzgeschichten enthält die Anthologie KRIEGER ?

Frage 2: Welches Schicksal erwartet die KRIEGER?

Zum Schluss bleibt mir nur noch Euch viel Glück zu wünschen! Und ein Dank an Torsten für das zur Verfügungstellen des Exemplares!

[News] KRIEGER kommt am 13.06.2013

KriegerCover_Torsten_Low_Fantasy«Ich stehe vorn, wo die anderen hinten stehen. Ich bin der Schild, wo die anderen das Fleisch sind. Ich bin der Schwertarm, damit die anderen die Sichel führen können, die Sense und das Weberschiff.» (Aus Klauen von Judith C. Vogt)

Zweiundzwanzig AutorInnen, einundzwanzig Geschichten – am 13. Juni 2013 erscheint die phantastische Anthologie Krieger im Verlag Torsten Low.

Krieger ist eine facettenreiche Anthologie, die für jeden Leser, mit Vorliebe für spannende Fantasy
und Phantastik, eine außergewöhnliche Sammlung an Geschichten bereithält.

Weitere Informationen:

Krieger beim Verlag

Buchtrailer