[Rezension] Der Orkfresser (Roman, Fantasy)

© Klett Cotta, Hobbit Presse

Christian von Aster gehört zu den Autoren, die die deutsche Szene weniger mit Massenware beglücken als mit witzigen und frechen Werken, aus denen die Satire nur so hervor quillt. Deshalb macht er sich auch in seinem neusten Buch „Der Orkfresser“ bewusst über die Auswüchse des Marktes lustig und schwenkt dann doch wieder zu einem düster-intelligenten Märchen um.

INHALT
Aaron Tristen hat es eigentlich geschafft. Seine Romane um „Engel gegen Zombies“ haben die Bestsellerlisten gestürmt, stehen auf den Listen auf Platz eins, und wann immer er eine Lesung macht, stürmen die Fans die Bude.

Aber der neuste Termin dieser Art bringt ihm zum Grübeln, denn er merkt, wie sehr er in die perfide Maschinerie geraten ist, in der für seinem Agenten und dem Verlag nur noch eine Kuh ist, die gemolken werden muss, so gut es geht.

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[Rezension} Willkommen in Night Vale (Roman, Fantasy)

© Klett-Cotta

Autor: Joseph Fink, Jeffrey Cranor
Verlag: Hobbit Presse, Klett-Cotta
Format: A5, gebunden,
Seiten: 378
Erschienen: 03.2016
ISBN: 978-3608961379
Preis: 19,95 Euro

von: Moritz

Yeah, nach einiger Zeit komme ich endlich zu dieser Lektüre. Bin gespannt.

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[Rezension] Riyria #6 – Die verborgene Stadt Percepiquis

© Hobbit Presse
© Hobbit Presse

Autor: Michael J. Sullivan
Verlag: Hobbit Presse – Klett-Cotta
Reihe: Riyria
Format: Klappbroschur
Seitenzahl: 635
ISBN: 978-3608960174
Preis:  Euro

von: kris

Die „Riyria“-Serie von Michael J. Sullivan neigt sich im letzten Band nun endlich dem Ende zu. Für das Finale hat sich der Autor noch einmal einiges an dramatischen Wendungen ausgedacht, um die Helden und die Leser heraus zu fordern.

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[Lesereise] Autorenduo Fink/Cranor

Das Autorenduo Fink/Cranor geht mit „Willkommen in Night Vale“ in Deutschland auf Lesereise. Das gane wird moderiert von Denis Scheck (z.B. Druckfrisch, ARD) / Deutsche Lesung: Andreas Fröhlich

Info zum Buch:
Night Vale, ein Städtchen in der Wüste. Irgendwo in der Weite des amerikanischen Südwestens. Geister, Engel, Aliens oder ein Haus, das nachdenkt, gehören hier zum Alltag. Night Vale ist völlig anders als alle anderen Städte, die Sie kennen – und doch seltsam vertraut.

Jackie Fierro betreibt schon lange das örtliche Pfandhaus in Night Vale. Eines Tages verpfändet ein Fremder einen Zettel, auf dem in Bleistift die zwei Worte ‚King City‘ geschrieben stehen. Jackie hat sofort ein merkwürdiges Gefühl. Kaum ist er in Richtung Wüste verschwunden, erinnert sich niemand an ihn – aber Jackie kann das Papier nicht mehr aus der Hand legen. Zusammen mit der alleinerziehenden Mutter eines jugendlichen Gestaltwandlers geht Jackie daran, das Rätsel von ‚King City‘ zu lösen. Ihr Weg führt die beiden in die Bibliothek von Night Vale, die allerdings noch kaum jemand wieder lebend verlassen hat.

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[Rezension] Riyria #5 – Das Fest von Aquesta (Roman, F)

Autor: Michael J. Sullivan
Verlag: Hobbit Presse – Klett-Cotta
Reihe: Riyria
Format: Klappbroschur
Seitenzahl: 440 Seiten
ISBN: 978-3608960150
Preis: 16,95 Euro

von: Kris

Langsam aber sicher wird es ernst in der „Riyria“-Serie von Michael J. Sullivan, denn im fünften Band werden bereits ordentlich die Messer gewetzt und die Weichen für das Finale gestellt. Wieder sind die Diebe Hadrian und Royce Mittelpunkt des Geschehens, aber nicht nur sie müssen diesmal um ihr Leben fürchten.

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[Rezension] Riyria #4 – An Bord der Smaragdsturm (Roman)

Verlag: Hobbit Presse – Klett-Cotta
Autor: Michael J. Sullivan
Reihe: Riyria
Format: Klappbroschur
Seitenzahl: 440
ISBN: 978-3608960150
Preis: 16,95 Euro

von: Kris

Mit dem vierten Band „An Bord der Smaragdsturm“ nähert sich die Geschichte um die beiden Diebe Hadrian und Royce langsam aber sicher dem Finale, auch wenn noch mindestens zwei Bände in der „Riyria“-Reihe zu erwarten sind. Aber die Situation spitzt sich jetzt nicht nur für die beiden Schurken zu.

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[Rezension] Skargat (Der Pfad des Schwarzen Lichts 1)

as-Skargat-DerPfaddesschwarzenLichtsAutor: Daniel Illger
Verlag: Hobbit Presse – Klett-Cotta
Format: Klappbroschur
Seitenzahl: 568 Seiten
ISBN-13: 978-3608946420
Preis: 17,95 Euro

von: Kris

Der 1977 geborene Daniel Illger hat an der Freien Universität Berlin promoviert und arbeitet heute als Literatur- und Filmwissenschaftler. Nebenher hat er auch angefangen zu schreiben. Mit „Skargat“ legt er nun sein Debüt vor, das offensichtlich auch der Auftakt zu einem größeren Epos unter dem Titel „Der Pfad des Schwarzen Lichts“ ist.

Klappentext:
»Du kennst den Preis?«, fragte der Schwarze Jäger. »Ja«, flüsterte der Mann. »Das Leben!«

Schatten über Ahekrien. Die Gespensterhorde des Schwarzen Jägers reitet durch die Nacht. Das Böse erwacht, und in dem skrupellosen Rudrick hat es einen Handlanger gefunden. Es bedroht nicht nur das Dorf, in dem die Freunde Mykar und Cay aufwachsen, sondern das ganze Land.

Die Story:
Weil seine Geburt unter einem dunklen Stern stand, gilt Mykar von Anfang an als Außenseiter, wird verhöhnt und verspottet. Während sein Vater ihn nicht lieben kann, versucht seine Mutter das Beste, um ihn aufzuziehen. Der Junge wird zu einem verspotteten und zurückgezogenen Außenseiter. Allein Cay, der Sohn des Dorfpriesters überwindet die Scheu und freundet sich irgendwann mit ihm an.

Doch als Mykar dreizehn ist, entdeckt er eine Leiche – ausgerechnet die tote Verlobte seines Freundes – und wird auch prompt für den Schuldigen gehalten. Die wütenden Dorfbewohner erschlagen ihn und verscharren ihn im Wald, als sie ihn schließlich für tot halten. Doch das ist der Junge nicht.

Irgendwie existiert er weiter und beschließt seinem Freund beizustehen, als dieser des Mordes angeklagt wird. Zusammen mit dem ständig betrunkenen Adligen Justinius, dessen Magd Scara und einer unheimlichen Fremden versucht er alles um den zum Tode verurteilten Cay zu retten, auch wenn er schon bald an seine Grenzen stößt. Doch auch die anderen haben ihre Geheimnisse, die enger mit allem verwoben sind, als sie dachten.

Das Setting:
Das Setting ist klassisch für eine Fantasy-Geschichte: Einfache Menschen in einem Bauerndorf, die ihren ruhigen Alltag schätzen, jedoch von ihrem Aberglauben beherrscht werden, und das grenzt schnell auch einmal die aus, die anders sind so wie Mykar.

Die Welt kommt ganz ohne besondere Rassen aus, dafür gibt es aber Geister und düstere Wesen, so dass der Aberglaube der Menschen durchaus eine Grundlage hat. Die Magie bleibt aber verhalten und eher im Hintergrund, obwohl sie ein fester Bestandteil der Handlung ist.

Die Charaktere:
Mykar, der Held ist von einfachem Gemüt, ein ungebildeter Bauernbursche, der aber durch seine Vorgeschichte gelernt hat, anders zu denken. Er mag zwar langsam reagieren, ist aber gütig und tut alles, um seinen Freunden zu helfen. Cay ist nicht der einzige, um den er sich kümmert. Allerdings muss auch er mit der Zeit lernen, dass die Menschen vielschichtiger sind als er dachte und mehrere Gesichter haben.

Als nächstes begegnen wir Scara, die ein wenig Humor in die Sache bringt. Eigenwillig oder gänzlich verrückt – der Autor lässt das offen, erlaubt es dem Leser aber Sympathie für sie zu entwickeln, weil sie trotz aller Ruppigkeit das Herz auf dem rechten Fleck hat und genau weiß, was zu tun ist.

Justinius ist wie Mykar ein Außenseiter. Allerdings hat ihm seine Stellung als Adliger die Möglichkeit geboten, so zu leben wie er will und aus dem ihm vorherbestimmten Leben auszubrechen. Ein Geheimnis, das ihn jedoch erst zum Säufer gemacht hat, wird jetzt zum Motiv, den wilden Jungen zu unterstützen.

Vanice die vierte im Bunde hat ebenfalls viel zu verbergen, aber auch Gründe den dreien zu helfen. Sie enthüllt dem Leser zwar offen ihre Vergangenheit – aber dennoch nicht alles. Aber sie wird zu einem wichtigen Faktor in der Suche nach der bitteren Wahrheit.

Mein Fazit:
„Skargat – Der Pfad des Schwarzen Lichts“ ist ein interessantes Debüt, eine Geschichte, die mit wenig Magie und exotischem Brimborium auskommt, auch keine epische Handlung präsentiert, aber dennoch zu faszinieren weiß.

Daniel Illger hält die Fäden zu jeder Zeit fest in den Händen. Er weiß genau, wann die Handlung eine andere Richtung einschlagen muss, wie er den Leser in die Irre führt und wie viele Informationen er preisgibt. Was wie eine ganz harmlose, kleine Fantasy-Story anfängt, entwickelt sich bald zu einem Spiel düsterer Mächte. Die kursiv eingeschobenen Szenen deuten es schon an – die Morde hängen nicht ohne Grund zusammen.

Nach und nach webt er das Netz dichter, das die Figuren miteinander verbindet, zieht sie näher zueinander. Dunkle Zauber und Rituale sind ein wichtiger Faktor, aber werden der Handlung untergeordnet, dienen nicht als Deus-Ex-Machina, sondern verkomplizieren die Lage der Betroffenen noch mehr. Auch überlässt er es dem Leser, sich auszudenken, was Mykar und Vanice eigentlich sind.

Alles in allem ist die Spannung sehr hoch, flacht nur am Ende stark ab, als deutlich wird, dass die Geschichte nach diesem ersten Band noch nicht zu Ende ist. Mit einem bösen Cliffhanger entlässt der Autor den Leser in eine ungewisse Wartezeit, die hoffentlich nicht all zu lange dauert – und das ist auch schon das größte Manko des Buches.

Meine Wertung:
4 von 5 Schädeln

[Rezension] Der Aufstieg Nyphrons (Riyria 3)

as-DerAufstiegNyphrons-Riyria3Autor: Michael J. Sullivan
Verlag: Hobbit Presse – Klett-Cotta
Reihe: Riyria
Format: Klappbroschur
Seitenzahl: 448 Seiten
ISBN: 978-3608960143
Preis: 16,95 Euro

von: Kris

Abenteuerliche Fantasy-Geschichten in einem weniger phantasievollen und mehr mittelalterlichem Umfeld sind seit dem Erfolg der Fernsehserie „Game of Thrones“ ziemlich beliebt. Auch der Klett-Cotta-Verlag versucht, auf der aktuellen Welle mitzureiten und hat sich deshalb der „Riyria“-Serie von Michael J. Sullivan angenommen, von der im Original bereits sechs Bände existieren. Hier ist nun mit „Der Turm von Avempartha“ der zweite Band des Zyklus erschienen.

Klappentext:
„Eines der besten klassischen Fantasy-Epen, die gegenwärtig publiziert werden.“ (Fantasy Book Critic)

Die Bedrohung – ein neues Imperium.
Die geheime Macht – die Kirche Nyphrons.
Zwischen allen Fronten – Hadrian und Royce.
Die Welt von Elan sieht sich der größten Gefahr seit Jahrhunderten gegenüber.

Die berüchtigten Diebe mit Namen Riyria übernehmen einen Auftrag als Spione des Königs von Melengar, während sich das kleine Königreich verzweifelt im Kampf gegen das Neue Imperium wehrt.

Die Story:
Schon im zweiten Band wurde deutlich, dass an dem Mord am König von Melengar mehr steckte als nur der Wunsch eines Ursupatoren, an die Macht zu kommen. Denn ganz offensichtlich hat die Kirche Nyphrons ihre Hände im Spiel, will sie doch eine alte Prophezeiung dazu nutzen, die Macht im ganzen Land Elan an sich zu reichen. Sie haben ihr eigenes Kirchenoberhaupt zur Erbin des Titels und Throns des ersten Kaisers gemacht, auch wenn diese im Moment gar nicht so recht bei sich ist und wie eine Wahnsinnige behandelt werden muss.

Doch die Verantwortlichen schüren weiterhin die Unruhe im Land, wiegeln die Putschisten weiter auf und unterstützen sie nach Kräften, um einen König nach dem anderen zu stürzen. In Melengar hat man die Gefahr erkannt und sich dagegen gewehrt, weiß aber auch, dass man sich alleine im Endeffekt nicht halten kann.

Deshalb wagt Prinzessin Arista im Namen ihres Bruders die Flucht nach vorne und durchreist die anderen Königreiche, um Verbündete zu finden. Doch schon bald muss sie feststellen, dass sie vielleicht auf verlorenem Posten steht, denn die Putschisten haben in einigen Ländern bereits zugeschlagen und knechten das Volk mit Gewalt und Willkür.

Zwar nimmt sie Royce und Hadrian mit sich – aber die beiden sind nur zwei Männer gegen Mächte, die sich bereits seit tausend Jahren gegenüber stehen und ein enges Geflecht an Intrigen geschlossen haben. Aber die beiden Abenteurer wissen schon lange, dass sie sich nicht mehr aus dem Konflikt heraus kommen, sind ihr Schicksal und ihr Leben doch bereits enger mit allem verknüpft als sie dachten – vor allem das des aufrechten Schwertkämpfers. In Aryn kommt es schließlich für alle zur Bewährungsprobe.

Das Setting:
Das Setting hat sich natürlich nicht sehr geändert. Noch immer spielt die Romanreihe in einem mittelalterlich anmutenden Setting. Der Konflikt zwischen der Kirche Nyphrons und den einzelnen Reichen kommt einem seltsam vertraut vor, ist dieser doch auch nicht so selten in der Fantasy anzutreffen.

Mittlerweile hat die Kirche die Oberhand gewonnen und spielt ihre Fanatiker gegen die Königreiche aus. Royce und Hadrian, die die Wahrheit inzwischen besser kennen müssen sich zusammen mit Arista durch krisengeschüttelte Länder bewegen und all ihre Kenntnisse und Fähigkeiten ausspielen, um gegen den Terror, der auf sie einstürmt, anzukommen. Und auch die junge Prinzessin lernt weitere Lektionen fürs Leben.

Elfen und Zwerge soll es zwar geben, die Geschichte spielt aber überwiegend unter Menschen, zeichnet das Intrigenspiel zwischen Adligen und Kirche weiter, unter dem vor allem die einfachen Leute leiden müssen, wie die Leser zusammen mit den Helden erfahren müssen.

Die Charaktere:
Lag im letzten Band der Fokus eher auf Royce und seinen Geheimnissen wendet sich der Autor diesmal wieder Hadrian zu. Er hat zwar bereits erfahren, wie eng er mit der Prophezeiung über den Erben des Kaisers verstrickt ist, aber ist das wirklich alles? Aus diesem Grunde sucht er nach Spuren seines Vaters in der alten Heimat, die er nicht ganz grundlos verlassen hat und erfährt doch mehr an anderer Stelle.

Royce kann die neuen Abenteuer gelassener sehen, muss er sich doch nun nicht mehr so sehr hinter seinen Geheimnissen verstecken und kann seinen Ruf ausspielen. Er wird zum ruhenden Pol in der Geschichte, an dem sich alle anderen orientieren können.

Auch Arista steht nun wieder etwas mehr im Mittelpunkt und muss sich neuen Bewährungsproben stellen. Dabei darf sie auch einmal kurz die Liebe kennenlernen, was aber weder stört noch aufgesetzt wirkt und der Geschichte ein wenig Leben gibt.

Während die Mitglieder der Nyphron-Kirche weiterhin sehr blass bleiben, entwickeln einige der Nebenfiguren aus der direkten Umgebung der Helden noch mehr Profil. Auch dort scheinen einige hinter den Kulissen ihre Netze zu spinnen und die Helden bewusst einzubinden – etwas was die Spannung aufrecht erhält.

Mein Fazit:
Mittlerweile ist es unabdingbar geworden, auch die Vorgängerbände zu kennen, denn Michael J. Sullivan bezieht sich immer wieder auf Ereignisse daraus, die er nicht mehr weiter erklärt. Das Abenteuer verläuft weitestgehend konventionell – Royce und Hadrian lassen sich wieder einmal in die Pläne aus Melengar einbinden und geraten dadurch natürlich mehr als einmal in Gefahr.

Der Autor nimmt sich sehr viel Zeit den Terror der Putschisten in Szene zu setzen und deren Auswirkungen auf das einfache Volk zu beschreiben, was die Handlung zunächst nur langsam voran treibt. Aber glücklicherweise merkt man mit der Zeit, dass es auch in den ruhigeren Teilen viele Hinweise zum wahren Hintergrund des Konflikts gibt.

Gerade Hadrian ist mehr in die ganze Sache verwickelt als ihm lieb ist, und das macht ihm ziemlich zu schaffen, zeigt er doch anders als Royce Schwäche und Unsicherheit – der Leser wird ihn dadurch doch noch sympathischer finden.

Auch Arista kommt nun glücklicherweise wieder eine größere Rolle zu. Sie reist nicht mehr nur durch die Länder und versucht die anderen Könige mehr schlecht als recht zu überzeugen, sich mit Melengar zusammen zu tun, diesmal ist sie auch dazu gezwungen, in einem Konflikt deutlich Partei zu ergreifen und die Waffen in die Hand zu nehmen.

All das wurde in eine flüssig geschriebene und unterhaltsame Handlung gepackt, mit der sich vor allem Fans von Rollenspielen und epischen Geschichten wohl fühlen können. Der Autor präsentiert eine gut durchdachte Geschichte mit einem immer dichter werdenden Hintergrund und ständig wechselnden Wahrheiten, die die Handlung immer unvorhersehbarer machen und dadurch die Spannung bewahren, auch wenn es nicht immer schnell voran geht.

Meine Wertung:
4 von 5 Dieben

[Rezension] Die Musik der Stille

Autor: Patrick Rothfuss
Verlag: Hobbit Presse – Klett Cotta
Format: gebunden mit Schutzumschlag
Seitenzahl: 173
Erschienen: 2015
ISBN: 978-3-442-48132-3
Preis: 17,95 Euro

von: Moritz

Juppidu! Ein neuer Rothfuss – allerdings ist es keine Fortsetzung der Kvothe-Geschichte,, sondern wir erfahren mehr über Auri.

Klappentext:
Sie heißt Auri und ihr Dasein ist voller Geheimnisse. Kvothes sonderbare Freundin vermag anders als alle anderen wahrzunehmen, was unter der Oberfläche der Dinge liegt. Sie weiß von verborgenen Namen und schleichenden Gefahren…

Zum Inhalt:
Himmelherrgott! Hier passiert ja überhaupt nichts! Solltet ihr also irgendwas mit Kvothe Zusammenhängendes erwarten, dann seid ihr falsch gewickelt, denn er ist lediglich der Aufhänger dieser kleinen Geschichte. Es werden 7 Tage geschildert, in denen sich Auri im „Unterding“ auf den Besuch ihres Freundes vorbereitet. An diesen 7 Tagen geschieht… gar nichts! Überhaupt nichts! Freunde gepflegter Fantasy-Action werden hier spontan pennen und erst durch eine amtliche Conan-Geschichte aus der Feder von Howard wieder aufgeweckt werden können.

Ich allerdings habe Spaß an Sprache, an Wörtern, am Schaffen von Begriffen – und das findet hier am laufenden Band statt. Erinnert mich in diesem Zusammenhang etwas an eine äußerst filigrane und fragile Variante von der „Stadt der Träumenden Bücher“, wo auch die Sprache deutlich Vorfahrt gegenüber der eigentlichen Handlung hat. So begleiten wir Auri einige Tage in der von ihr bewohnten und mit Begriffen und Gefühlen belegten Welt und das ist einfach nur schön. Man freut sich mit ihr, leidet mit ihr. Da ist es raus. Das treffende Wort ist „schön“.

Mein Fazit:
Puh, ich will das schöne und außergewöhnliche Lese-Erlebnis nicht groß zerquatschen, das war mal was völlig Anderes und hat, wenn man ehrlich ist, keinerlei Handlung, Entwicklung, Gefahren oder Konflikte – außerdem kommt im gesamten Text nur eine einzige Person vor. Trotzdem lohnt sich das Lesen absolut und es ist irgendwie faszinierend, wie man sich zunehmend sowohl in die Umwelt als auch die Gedankenwelt (was vermutlich ohnehin mehr oder weniger identisch ist) der Heldin einliest und alles von Seite zu Seite weniger merkwürdig wird – allerdings nicht, weil das Buch weniger merkwürdig würde, sondern weil man selber immer merkwürdiger wird.

Ein „bezauberndes“ kleines Büchlein – und das ist glaube ich ein Wort, das ich noch nie in diesem positiven Sinne benutzt habe. Respekt, alter Rothfuss!

Meine Wertung:
5 von 5 eigenartige Wörter

[Rezension] Der Turm von Avempartha (Riyria 2)

Autor: Michael J. Sullivan
Verlag: Hobbit Presse – Klett-Cotta
Reihe: Riyria
Format: Klappbroschur, 394 Seiten
ISBN-10: 3608960139
ISBN-13: 978-3608960136

von: „Kris“ (Christel Scheja)

Abenteuerliche Fantasy-Geschichten in einem weniger phantasievollen und mehr mittelalterlichem Umfeld sind seit dem Erfolg der Fernsehserie „Game of Thrones“ ziemlich beliebt. Auch der Klett-Cotta-Verlag versucht, auf der aktuellen Welle mitzureiten und hat sich deshalb der „Riyria“-Serie von Michael J. Sullivan angenommen, von der im Original bereits sechs Bände existieren. Hier ist nun mit „Der Turm von Avempartha“ der zweite Band des Zyklus erschienen.

Klappentext:
„Keine von Menschenhand geschaffene Waffe kann dieses Ungeheuer töten.“

In einem Turm – ein uraltes Geheimnis.

Das Problem – ein Ungeheuer.

Die Rettung – zwei Diebe.

Hadrian und Royce möchten eigentlich nur ein paar Bauern in einer armen Gegend helfen. Doch plötzlich haben sie einen gefährlichen Auftrag am Hals und sind in die undurchschaubaren Pläne des Zauberers Esrahaddon verwickelt.

Die Story:
Nachdem in Melengar wieder Ruhe eingekehrt ist und der junge Herrscher Adric mit Hilfe seiner Freunde und Verbündeten seine Macht zu festigen versucht, ziehen Royce und Hadrian, die beiden Abenteurer wieder ihrer Wege und genießen die freie Zeit ohne Gefahren, denn sie wissen, die kann schnell wieder vorbei sein.

Schon bald werden sie von dem einfachen Bauernmädchen Thrace angesprochen. Deren Dorf wird schon eine ganze Weile von einem Ungeheuer überfallen, dass immer nur Nachts auftaucht, so dass niemand wirklich weiß, wie es aussieht. Ein Fremder, der seit einer Weile bei ihnen lebt, hat ihr geraten, sich an Royce und Hadrian zu wenden.

Vor allem Royce ahnt, dass bei der ganzen Sache etwas ziemlich gegen den Wind stinkt und bleibt skeptisch, aber Hadrian sagt aus Ritterlichkeit zu, denn der Auftrag scheint nicht so gefährlich zu sein. Doch schon bald muss auch er erkennen, dass weitaus mehr hinter der ganzen Sache steckt. Denn Esrahaddon, der einstmals mächtigste Zauberer der Welt, den sie selbst aus einem Kerker befreit haben, hat wieder seine Finge mit im Spiel.

Er deutet an, dass hier erneut Kräfte aus der Vergangenheit wirken, die eng mit seiner Mission und den Geheimnissen des untergegangenen Kaiserreichs verbunden sind und nun nicht nur ihn, sondern auch erneut die Kirche des Novron mit all ihren Intrigen und Machenschaften auf den Plan rufen.

Derweil versucht auch Prinzessin Arista nach der Thronbesteigung ihres Bruders einen Platz im Leben zu finden. Dieser besteht für sie allerdings nicht darin, mit einem möglichen Bündnispartner verheiratet zu werden, sondern selbstbestimmt durch die Lande zu ziehen – als Botschafterin Melengars.

Das Setting:
Wie auch schon der erste Teil ist der zweite in einer mittelalterlich anmutenden Welt angesiedelt. Die Schatten des vor gut tausend Jahren untergegangenen Imperiums werfen noch immer ihre Schatten über das Land, so dass der rote Faden weitergesponnen wird. Noch immer sind die Kirchenfürsten auf der Suche nach dem „Erben“, um ihn zur Marionette ihrer eigenen Interessen zu machen – und dazu bereit auch falsches Spiel zu treiben.

Auf der anderen Seite stehen wie immer die Adligen – Herrscher wie Fürsten, die natürlich nicht bereit sind, ihre Macht aus der Hand zu geben. Mittendrin steckt wie immer die einfache Bevölkerung in den Städten und Dörfern, die einzig und allein darauf hoffen, irgendwie überleben und ein halbwegs nettes Leben führen zu können.

Elfen und Zwerge gibt es zwar auch, sie führen aber eher ein Schattendasein und wurden von den Menschen entweder zu Sklaven und Handlangern gemacht oder ins Abseits gedrängt. Nur einige wenige bekommen überhaupt Gesicht und Stimme.

Anders als im ersten Band bewegen sich die Helden diesmal überwiegend zwischen den einfachen Leuten und müssen sich mit deren Ängsten und Aberglauben herumschlagen. Die höfische Ebene ist diesmal fast ganz auf Prinzessin Arista verlagert, die nach der Thronbesteigung ihres Bruders nun ein eigenes Ziel im Leben sucht.

Die Charaktere:
Wie immer stehen Royce und Hadrian im Mittelpunkt der Geschichte. Nachdem der Leser im ersten Band einen guten Eindruck von ihren Kenntnissen und Fähigkeiten bekommen hat, nutzt der Autor diesmal die Gelegenheit, ein wenig den Mantel der Verschwiegenheit über der Vergangenheit der beiden zu lüften. Das macht sie trotz der offen zur Schau gestellten Überlegenheit doch immer noch interessant genug, um ihr Schicksal weiter zu verfolgen. Immerhin dürfen sie – gerade Hadrian – gelegentlich auch noch Schwächen, wie Naivität zeigen, was sie nicht all zu sehr zu Superhelden macht und sympathisch bleiben lässt.

Man merkt ebenfalls, dass Thrace in einfachen Verhältnissen aufgewachsen ist – das Bauernmädchen hat zwar einen wachen Verstand und Träume, aber es kommt dabei doch nicht über einen gewissen Grad an Bildung heraus. So bildet sie einen gewissen Gegensatz zu den beiden Abenteurern, wird aber auch zur Mittlerin zwischen diesen und den Dorfbewohnern.

Auch Arista darf sich zunächst weiterentwickeln, bleibt dann aber in ihrer Entwicklung stehen, da sie nicht wirklich auf eigene Faust agiert, sondern sich immer noch ziemlich von den Männern in ihrer Umgebung, vor allem Esrahaddon und den Kirchenoberen lenken lässt.

Dazu kommt eine Vielzahl an Nebenfiguren, die nur so weit charakterisiert werden, wie es für die Handlung notwendig ist. Alles in allem bleiben die Charaktere von den Helden über die Schurken bis hin zu den Stichwortgebern relativ oberflächlich und sind eher dem Fluss der Geschichte untergeordnet als dass sie diesen bestimmen.

Mein Fazit:
Auch wenn die Hintergrundgeschichte weitergesponnen wird, lässt sich das Buch doch weitestgehend ohne die Kenntnis des ersten Bandes lesen, auch wenn es immer wieder entsprechende Anspielungen gibt. Viele, wenn auch nicht alle sind aber immerhin selbsterklärend.

Große Teile der Geschichte drehen sich um die Sorgen und Nöte des Dorfes und der einfachen Menschen, die von einem geheimnisvollen Monster bedroht werden, dessen Geheimnisse erst nach und nach ans Licht kommen. Die Handlung ist daher weitestgehend vorgezeichnet und dementsprechend leider gerade für erfahrene Leser keine besondere Überraschung.

Was die Spannung aufrecht erhält sind eher die Details, die kleinen Enthüllungen bezüglich des Monsters oder Esrahaddons Plänen, die Vergangenheit von Royce und Hadrian, die auch schon im ersten Band angerissen wurde und nicht zuletzt die Machenschaften des Adels im Hintergund, die in enger Verbindung zu den Ereignissen des ersten Bandes stehen.

Schwach dagegen ist die Handlungsebene um Arista, auch wenn nachvollziehbar ist, dass sie nach ihren letzten Erlebnissen noch nicht so recht weiß, was sie will und um ihren Platz in der adligen Gesellschaft kämpfen muss. Hier hat man gerade am Anfang eher das Gefühl, dass es sich nur um Füllszenen handelt.

Insgesamt lässt sich das Buch sehr gut lesen, ist unterhaltsam und flott geschrieben, lässt keine Langeweile aufkommen – aber man sollte keine all zu großen Überraschungen erwarten. Der Autor schafft es zwar hin und wieder die Leser auf eine falsche Fährte zu führen, wenn dann aber dann nicht für lange.

Auch wissen die gegnerischen Parteien überraschend viel voneinander, was zwar deren Aufeinandertreffen vereinfacht – aber auch viel von der Spannung nimmt.

Immerhin ist die Mischung angenehm abwechslungsreich – Enthüllungen wechseln sich mit Action oder längeren Dialogen ab, die Beschreibungen sind angemessen aber nicht erdrückend, so dass derjenige, der bei seiner Lektüre vor allem ein unterhaltsames und glatt gebügeltes Fantasy-Abenteuer sucht auf seine Kosten kommt, nicht aber der Leser, der ausgefeilte Charaktere mit Ecken und Kanten oder einen komplexen Hintergrund vorzieht.

Meine Wertung:
3,5 von 5 Dieben