GKforum Reading Challenge & Comic Challenge 2020 – ich bin dabei

© Greifenklaue

Neues Jahr – neues Lesestoff. In den letzten Jahren fand im Greifenklaue-Forum immer eine Reading Challenge, an der ich auch teilgenommen habe, statt. Ich habe von Anfang an das Ganze  nicht als „Challenge“ verstanden, sondern konnte so einfach mal ein wenig meinen phantastischen Lesestoff nachhalten. Zusätzlich bin ich über einige tolle Bücher, welche meine Mitleser konsumiert und besprochen haben, gestolpert.

2020 ändert sich dann doch einiges. Wir haben uns entschlossen die Reading Challenge um eine Comic Challenge zu erweitern, aber es geht auch jede für sich. Damit aber nicht genug. Der Wettbewerbsgedanke stieß hin und wieder auf Kritik und so haben wir uns Gedanken gemacht. Nun sind die beiden Challenges mit Stufen versehen, so dass jeder für sich ein Ziel definieren kann. Ich halte dies für einen guten Schritt.

Ich persönlich setze mir aber nur das Ziel beide Herausforderungen bis Ende des Jahres durchzuhalten. Bei den Büchern dürfte das nicht so das Problem sein, aber bei den Comics muss ich halt schauen wie der Konsum aufgrund meiner Sehbehinderung und der Zuhilfenahme meiner Hilfsmittel, wie etwas Bildschirmlesegerät, Screen Reader usw. klappt. Dazu gab es ja schon einmal Artikel hier auf Würfelheld (oder unten in der Linkliste).

Kommen wir aber nun zu den Herausforderungen.

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[Rezension] Wearing the Cape: Astras Bewährungsprobe (Roman, Superhelden)

© Feder & Schwert

In der „Wearing the Cape“-Romanreihe ließ uns Marion G. Harmon an der Entwicklungsgeschichte einer jungen Superheldin teilnehmen. Hope Corrigan hatte niemals angenommen, so etwas zu werden, bis ihre Kräfte erwachten, aber nun ist sie mehr oder weniger in die Welt der Chicagoer Sentinels hineingewachsen. Aber auch auf sie wartet ein Moment, in der alles, was sie inzwischen gelernt hat, in Frage gestellt wird, denn nun kommt „Astras Bewährungsprobe“.

INHALT
Nicht alle der „Erwachten“ stellen ihre Kräfte in den Dienst der Menschheit, bei einigen befeuern diese auch das eigene Ego und die kriminelle Ader. Und einige tun sich zu ganzen Gruppen zusammen und machen den Sentinels gemeinsam das Leben schwer. Das hat Hope schon in ihrer Lehrzeit zu spüren bekommen, denn sie musste mitansehen wie ihr Mentor und Freund Atlas, später auch andere Kameraden ihr Leben verloren.

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[Rezension] Demon Road: Höllennacht in Desolation Hill (Hörbuch, Urban Fantasy)

© Hörcompany

Als begeisterter Fan der Skulduggery Pleasant Hörbücher konnte ich es mir nicht nehmen lassen auch das neue Werk von Derek Landy zu konsumieren. Zum Glück hat hier die Hörcompany wieder Rainer Strecke gebeten seine Stimme zur Verfügung zu stellen.

Also den ersten Silberling in den Player geschoben und los geht es.

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[Rezension] Die Spur der Bücher (Roman, Jugendbuch)

© Fischer FJB

Autor: Kai Meyer
Verlag: Fischer FJB
Format: Hardcover
Seiten: 442
Erschienen: August 2017
ISBN: 978-3841440051
Preis: 19,99 Euro

von: Kris

Kai Meyer ist aus der deutschen Phantastik-Szene nicht mehr wegzudenken. Auch wenn die meisten seiner Romane in Jugendbuchverlagen erscheinen, sind sie eines nicht: Kinderkram. Das beweist auch sein neuer Roman „Die Spur der Bücher“, die in der Welt seiner Erfolgstrilogie um „Die Seiten der Welt spielt, wenn auch einige Generationen früher.

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[Rezension] Red Planet

© Mantikore Verlag
© Mantikore Verlag

Autor: Robert A. Heinlein
Verlag: Mantikore Verlag
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 312
Erschienen: Dezember 2016
ISBN: 978-3945493731
Preis: 13,95 Euro

von: Kris

Robert A. Heinlein gehört zu den Altmeistern der Science Fiction. Zwar war er einige Zeit als faschistoid und militaristisch verschrien, was aber daran liegen mag, dass viele seiner Romane nach dem zweiten Weltkrieg und in der Blütezeit des Kalten Krieges entstanden sind. Man merkt so auch Jugendromanen wie „Roter Planet“ den strengen und harten Wind der damaligen Zeit an. Der Roman erschien bereits um 1950 als Leihbuch und später bei Heyne, wird nun aber noch einmal in einer Neuübersetzung vom Manticore Verlag herausgegeben.

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{Rezension] Es ist Dein Planet – Ideen gegen den Irrsinn (Jugendbuch)

Autor: Sascha Mamczak, Martina Vogl
Verlag: Heyne fliegt
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 224
Erschienen: Sep. 2015
ISBN: 978-3453269996
Preis: 9,99 Euro

von: Würfelheld

Ich lese ja viel aus dem Phantastik-Bereich und da allerdings meistens SF. Dieses Vergnügen kann man allerdings nicht ewig haben, zu mindestens, wenn man sich so das ein oder andere Dilemma, welches wir unseren Planten antun, vor Augen führt. Harter Tobak? Mh, aber daher mal ein Jugendbuch zum Thema „Umwelt“.

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[Gewinnspiel] So Rot wie Blut

Vor ein paar Tagen ging die Rezension zu „So Rot wie Blut“ HIER online. Dank der Hörcompany kann ich nun ein Exemplar verlosen. Aber NEIN kein Lückentextgewinnspiel, sondern was anderes …

Schreibt mit bis 12. April 2015 – 15 Uhr in den Kommentaren (eMail-Feld nicht vergessen) was ihr mit Blut in Verbindung setzt/bringt. Wer es schafft mehr als einen Satz zu schreiben, kommt in den Lostopf. Ich werde mich dann am Sonntag dran machen und den Gewinner/die Gewinnerin ermitteln.

Viel Spaß!

 

 

 

[Hörbuch-Rezension] So Rot wie Blut

Autor: Salla Simukka
Sprecher: Nina Petri
Verlag: Hörcompany
Format: Audiobook (5 CDs)
Länge: 375 Minuten
ISBN: 978-3-942587-82-2
Preis: 19,95 €

von: Quak-O-Naut

Nachdem ich sehr viele Science-Fiction und Fanatsy Hörspiele/-bücher gehört habe, war es höchste Eisenbahn mal ein anderes Genre auf die Lauschlappen loszulassen nämlich einen Krimi. Was mich da wohl erwartet hat und wie sich das angefühlt hat, erfahrt hier nun. Los geht es.

Klappentext:
Als Einzelgängerin hält sie sich aus allem raus – bis Lumikki die tropfnassen Geldscheine auf der Wäscheleine entdeckt und in eine gefährliche Geschichte hineingezogen wird. Was für ihre Mitschüler als dummer Streich begann, entwickelt sich schnell zu einer Hetzjagd auf Leben und Tod. Die 17-Jährige muss sich im gnadenlosen Drogengeschäft zurechtfinden, in dem nur eine Währung zählt: Blut. Wem kann sie noch trauen?

Zum Inhalt:
Lumikki ist eine vernünftige aber sehr introvertierte Person, die gerne für sich ist. So ist es auch kein Problem für sie, als ihre Eltern sie alleine zu Hause lassen während diese in Urlaub fahren.

Während ihre Mitschüler gerne zu Partys gehen, in Cliquen auf dem Schulhof abhängen und sich dem typischen Klatsch und Tratsch hingeben, zieht sich Lumikki lieber an ihren Lieblingsort, der Dunkelkammer der Schule, zurück. Als sie mal wieder einen Abstecher in die Dunkelkammer macht, findet sie dort, auf der Leine zum trocknen aufgehängt, blutbefleckte Geldscheine. Zuerst kann sie das ganze nicht ganz zuordnen und reagiert nicht weiter darauf. Sie geht zur nächsten Unterrichtsstunde um erst einmal über das gesehene gründlich nachzudenken. Als sie nach dem Unterricht noch einmal die Dunkelkammer aufsucht um sich zu vergewissern das ihr ihre Augen keinen Streich gespielt haben, muss sie feststellen, dass die Geldscheine nicht mehr da sind. Schnell wird ihr klar, dass der Sohn des Direktors, Tuka, den sie unmittelbar vor der Dunkelkammer gesehen hat, die Scheine an sich genommen haben muss, zumal er einen Rucksack bei sich hatte und er doch sonst nie einen Rucksack benutzte.

Schnell entschlossen nimmt sie die Verfolgung auf um herauszufinden was es mit dem Geld auf sich hat, nicht wissen das sie sich mit dieser Entscheidung in Gefahr bringt, denn schnell wird das merkwürdige Abenteuer zu einer Hetzjagd in der nicht nur ihr Leben in Gefahr gerät. Das Geld gehört einem Drogenring und dieser ist fest entschlossen es zurückzubekommen und die Spuren seines Wirkens zu verwischen,

Mein Fazit:
Sella Simukka liefert hier einen grundsoliden Krimi in Jugendbuch-Format ab. Überraschend direkt ist die Sprachwahl, was zugegeben auch daran liegen mag, dass die Jugendlichen von heute offener und weniger abgeschirmt von der Realität sind, als es von 30 Jahren der Fall gewesen ist. Die Geschichte ist logisch aufgebaut und die Charaktere verhalten sich meistens auch nachvollziehbar, wenngleich unsere Protagonistin das eine ums andere Mal etwas widersprüchlich agiert. Nina Petri leistet als Sprecherin eine sehr gute und überzeugende Arbeit. Die Stimme ist angenehm die Intonation passend und die Persönlichkeiten kommen gut rüber. Das Hörbuch ist an keiner Stelle langweilig und so ist man ziemlich überrascht, wenn der nächste Medienwechsel ansteht.

Der einzige wirkliche Kritikpunkt den ich anbringen muss ist der Umstand, dass der Hauptcharakter, Lumikki, etwas zu perfekt aufgestellt für das Buch zu sein scheint. Sie ist sehr clever, aufgrund ihrer introvertierten Art versteht sie es sich unauffällig zu verhalten, durch das Body-Combat Training ist sie bestens in Form und auch physisch anstrengende Aufgaben mit Bravur zu absolvieren. Was mir persönlich fehlt ist die eine oder andere Schwäche, einen Tick, die eine Eigenart die eine Person verletzlich und damit wirklich Menschlich macht.Trotzdem ist „So Rot wie Blut“ eine unterhaltsame Geschichte die ins Ohr geht.

Meine Wertung:
4 von 5 Geldscheinen

[Hörbuch-Rezension] Dryadenzauber – Die Saga vom Waldvolk 1

Autor: Doris Niespor
Sprecher: Juliane Ahlemeier
Verlag: Thono-audio-verlag
Format: 2 MP3 – CDs, 320 kbit/s
Spieldauer: 599 Minuten
Erschienen: September 2014
ISBN 13: 978-3-943278-42-2

von: Würfelheld

Klappentext:
Der Pulsschlag der bekannten Welt ist untrennbar verknüpft mit dem magischen Pendel Tallyns. Alle 250 Jahre streiten Gut und Böse um die Herrschaft über das Artefakt, denn wer das Pendel hütet, hält die Zukunft der Welten in seinen Händen. Seit dem Ende des finsteren Mittelalters ist das Pendel wieder in der Obhut des Guten, doch die Zeit der alten Hüterin ist abgelaufen.

Aus allen Teilen der Welt kommen Anwärterinnen zusammen, um sich der schwierigen Auswahl für die neue Hüterin zu unterziehen. Denn einzig die Beste darf ihre Nachfolge antreten. Schließlich steht nur noch Julie zwischen dem unsagbar Bösen und der Zukunft der Welt. Der Feind scheint übermächtig, aber der Elf Daan und der faszinierende Mathys stehen Julie zur Seite und in ihrem Blut schlummern geheime Kräfte, die auf die Macht eines uralten Volkes zurückgehen: Der Dryaden…

Die Story:
Willkommen in Tallyn, einer Welt voller Magie, welche sich nur für bestimmte Menschen öffnet, nämlich den Auserwählt. Dazu zählen die beiden Mädchen Julie und Swantje, welche in einer Mitsommernacht geboren wurden und das selbe Muttermal tragen. So könnte man die Vorgeschichte zusammenfassen. Um dann bereits mitten im Plot zu stecken. So sollen zwei Männer die beiden Mädchen nach Tallya bringen, einem schweizerischen Internat, auf dem ersten Blick jedenfalls. Die dadurch entstehenden Familiären Änderung werden geregelt, sodass die Mädchen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, so wie Feuer und Wasser, Sonne und Regen oder wie Tag und Nacht, sich ganz auf ihre neue Aufgabe, nämlich dem Erringen des Status der Hüterin zu erreichen. Ob sich einer der Beiden oder ein anders Kind dafür eignet, soll durch viele unterschiedliche Prüfungen herausgefunden werden. Schnell entwickeln die Mädchen eine Ernsthaftigkeit und Härte, die ihres Gleichens sucht, nur um das Amt der Alten Hüterin zu übernehmen. Dafür sind alle Mittel recht, Hauptsache das Ziel wird erreicht.

Die Protagonisten:
Julie und Swantja sind wie bereits erwähnt wie Gut und Böse und so bedienen die Beiden auch alle nur erdenklichen Klischees.

Die Nebenfiguren können dort schon eher durch ihre vielen Unterschiede und Details überzeugen und das Kopfkino anregen.

Das Setting:
Hier treffen wir auf eine Fantasy-Werlt die sofort das ein oder anderen Klischee bedient und so für einen schnellen Zugang sorgt. Es gibt einige kleinere Elemente die für Schmunzler sorgen können.

Mein Fazit:
Dryadenzauber – Die Saga des Waldvolkes ist der Auftakt zu einer Trilogie, welche sich aus meiner Sicht an Jugendliche und junge Erwachsene richtet, die gerne in Fantasy Geschichten eintauchen ud sich mitreißen lassen wollen.
Die Protagonisten bedienen mir ein wenig zu viel die Klischees von Gut und Böse und fangen nach einiger Zeit an zu nerven. Details die man bei den Nebendarstellern findet hätten den Hauptcharakteren gut getan.

Die Story kann zum großen Teil überzeugen, besonders gut, da sie einen Hauptanteil der Geschichte einnehmen, sind die Prüfungen. Hier werden keine Klischees bedient, sondern hier wurde Hirnschmalz investiert.

Die Sprecherin kann in vielen Lagen des Audiobooks überzeugen, leider driftet die Stimme manches mal in Lagen ab, die ich als nervig/störend empfand.

Alles in allem ein gutes Hörbuch, welches mich unterhalten und Spaß gemacht hat.

Meine Bewertung:
3,75 von 5 Dryadenzaubern

[Rezi] Asphalt Tribe – Kinder der Straße

Autor: Morton Rhue

Verlag: Ravensburger Buchverlag

Veröffentlicht: Jan. 2005

Format: Taschenbuch, 224 Seiten

ISBN 13: 978-3473582129

von: Chistel Scheja

 

Es gibt sie nicht nur in auf den Straßen und in den Städten ärmerer Länder, sondern auch im reichen Westen, in Staaten, bei denen man meint, dass das Sozialsystem solche Auswüchse abfangen würde. Morton Rhue setzt den Kindern, die sich alleine und verlassen auf den Straßen New Yorks durchs Leben schlagen in „Asphalt Tribe“ ein Denkmal. Ohne zu belehren will er aber auch Jugendlichen, die es zu Hause nicht mehr aushalten daran erinnern, dass ein freies und ungebundenes Leben auch einen hohen Preis fordert. Vermutlich ist das Buch auch nach so vielen Jahren immer noch im Handeln und wird sogar im Schulunterricht gelesen, denn auch in Deutschland sieht man sie, die Jungen und Mädchen, die ihr Elternhaus verlassen haben.

Maybe gehört zum „Asphalt Tribe“, einer Gruppe von Jungen und Mädchen, die aus unterschiedlichen Regionen der USA kommen und nun gemeinsam versuchen, sich durchzuschlagen. Da eines der ungeschriebenen Gesetze ist, niemals zu fragen, wissen die anderen nur so viel von einem, wie man selbst bereit ist, preiszugeben.

Das junge Mädchen gehört zu denen, die eigentlich keine Wahl hatten. Ihre Mutter hat sie rausgeschmissen, nachdem sie für sie nicht mehr nützlich war, da sie jemand anderen gefunden hat, um sich um die jüngeren Geschwister zu kümmern oder den Sündenbock für die desolate Lage in der die Familie steckt, zu spielen.

Ohne nennenswerte Schulbildung ist ihr Lebensweg vorgezeichnet, und sie macht sich auch keine Illusionen darüber, wie es weiterlaufen und enden wird.

Der Tod ist auch in der Zeit um Weihnachten herum allgegenwärtig. Erst stirbt Country Club an einer Überdosis, dann wird 2MORO vergewaltigt und ermordet. Und nicht zuletzt begeht Rainbow, als sie nicht mehr weiter weiß, Selbstmord.

Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen schlagen sich mit Sozialarbeiterin und der Polizei herum. Die meisten haben Vorurteile und machen sich erst gar nicht die Mühe, mehr in ihnen zu sehen als potentielle Verbrecher. Nur wenige wollen wirklich helfen und unterstützen – aber tun die dies alles wirklich ohne Hintergedanken?

Morton Rhue spricht ein Thema an, das vor allem Jugendliche beschäftigt und nicht nur dann zum Problem wird, wenn die Betroffenen aus desolaten Verhältnissen im Elternhaus fliehen, weil sie anderweitig keine Hilfe bekommen. Der Autor macht zwar deutlich, dass gerade in den USA viele Kinder gar keine andere Wahl haben als wegzulaufen, wenn in der Familie Grausamkeit, Missbrauch und Willkür herrschen. Aber auf der anderen Seite zeigt er, dass auch Jugendliche und Kinder darunter sind, die aus guten Elternhäusern stammen oder keine Probleme haben.

Jeder wird sich daran erinnern, dass auch er in einem bestimmten Alter genug davon hatte, von den Eltern und anderen Erwachsenen bevormundet zu werden. Das Leen auf der Straße verspricht Freiheit und Spaß, Vergnügen und Ungebundenheit. Aber ist dem wirklich so? Die Schattenseiten spricht auch Markus Seidel in seinem Nachwort – bezogen auf die deutsche Realität an.

Das Buch ist erschütternd nüchtern und direkt. Es spart zwar das ein oder andere aus, um die Schaulust zu minimieren, konzentriert sich bewusst auf die Auswirkungen, die der gewaltsame Tod auf die zurückgebliebenen Jungen und Mädchen aus dem Tribe hat. Anhand der Heldin und ihrer engen Freunde erfährt man mehr über die Denkweise, die Hoffnungen und Träume, aber auch die Ernüchterung, die die Straßenkinder erfasst haben. Die Geschichte ist bewusst schnörkellos erzählt, um zum Nachdenken anzuregen, der Realität möglichst nahe zu kommen und bewusst zu machen, was man in Kauf nimmt, wenn man sich in das Abenteuer stürzt, sich alleine durchschlagen zu wollen.

Daher ist „Asphalt Tribe“ ein Buch, dass sehr bewusst Jugendliche im Protestalter zwischen dreizehn und fünfzehn anspricht und ohne erhobenen Zeigefinger zum Nachdenken bringt, denn die Geschichte der Straßenkinder von New York ist auch nach acht Jahren immer noch aktuell und fesselnd zugleich, zeigt es doch, dass die Realität weit weg von der Romantik ist, die man in manchen literarischen Werken zu diesem Thema auch heute noch findet.

 

Meine Bewertung:

4,75 von 5 Asphaltbrocken

Weitere Informationen:

Asphalt Tribe Kinder der Strasse beim Verlag