[Rezension] Die Furcht des Weisen 1

Autor: Patrick Rothfuss
Verlag: Hobbit Presse / Klett-Cotta
Reihe: Die Königsmörder-Chronik Zweiter Tag/Teil1
Format: gebunden mit Schutzumschlag
Seitenzahl: 858
Erschienen: 2011
ISBN: 978-3-608-93816-6
Preis: 22,95€

von: Moritz

Jawoll! Es geht endlich weiter mit Kvothe!

Klappentext:
Eine Intrige zwingt Kvothe die arkanische Universität zu verlassen. Seine Suche nach den sagenumwobenen Chandrian, die seine Eltern getötet haben, führt ihn an den Hof von Maer Alveron, und weiter zu den sturmumwogten Hügeln von Ademre. Schließlich gelangt er in das zwielichtige Reich der Fae, wo er der sagenumwobenen Felurian begegnet, der bisher noch kein Mann widerstehen konnte … Eine Geschichte voller Poesie und Musik, voller Leidenschaft, aber auch voller Intrigen, dunkler Geheimnisse und Magie. Dieser zweite Band von »Der Name des Windes« steckt wieder voller neuer Geschichten und Ideen von Patrick Rothfuss. Der Band ist daher so umfangreich geworden, dass man ihn teilen musste in zwei Bände – »Die Furcht des Weisen 1« und »Die Furcht des Weisen 2«. Mit »Die Furcht des Weisen« legt Patrick Rothfuss den zweiten Teil der Königsmörder-Chronik-Trilogie vor, der in den USA bei Kritikern und Fantasylesern begeistert aufgenommen wurde und schon bald einen der vorderen Plätze in der New York Times Bestsellerliste belegte. 2007 wurde Patrick Rothfuss für seinen Roman »Der Name des Windes« mit dem Quill Award sowie dem Pulishers Weekly Award für das beste Fantasy-Buch des Jahres ausgezeichnet.

Zum Inhalt:
Der Klappentext oben täuscht etwas, denn er fasst in wenigen Sätzen gleich beide Bände zusammen – in diesem ersten Band zu Tag 2 haben wir es (neben der Rahmenhandlung mit dem Wirt Kote und dem Chronisten) zu Beginn wieder mit dem aktuellen Geschehen an der Akademie zu tun, anschließend etabliert sich Kvothe am Hofe des Maer Alveron, wo er auch „seine“ Denna wiedertrifft und fällt dann, nachdem er seine Aufgabe erfüllt hat, scheinbar in Ungnade und wird auf eine ziemlich fruchtlose Mission geschickt und soll klassisch Diebe zur Strecke bringen, die sich in einem Wald verschanzen. Wie schon im ersten Band ist jeder Teil für sich genommen interessant – die Akademie-Teile erinnern mich immer noch an einen etwas „erwachseneren“ und „ernsthafteren“ Harry Potter, der Abschnitt bei Hofe macht Laune, wenn man auf Intrigen à la Game of Thrones steht und die Jagd auf die Räuber erinnert sehr an eine Abenteurergruppe, wie man sie im Rollenspiel wiederfindet, die sich erst einmal zusammenraufen muss, um dann mit vereinten Kräften über sich hinauszuwachsen.

Mein Fazit:
Sorry, ich kann nicht anders als das Hohelied dieser Reihe zu singen! Rothfuss kann wirklich mitreißend schreiben, seine Figuren sind interessant und gleichzeitig glaubwürdig – her mit dem nächsten Band!

Meine Wertung:
5 von 5 bombensichere Lautenkästen

[Rezension] Der Turm von Avempartha (Riyria 2)

Autor: Michael J. Sullivan
Verlag: Hobbit Presse – Klett-Cotta
Reihe: Riyria
Format: Klappbroschur, 394 Seiten
ISBN-10: 3608960139
ISBN-13: 978-3608960136

von: „Kris“ (Christel Scheja)

Abenteuerliche Fantasy-Geschichten in einem weniger phantasievollen und mehr mittelalterlichem Umfeld sind seit dem Erfolg der Fernsehserie „Game of Thrones“ ziemlich beliebt. Auch der Klett-Cotta-Verlag versucht, auf der aktuellen Welle mitzureiten und hat sich deshalb der „Riyria“-Serie von Michael J. Sullivan angenommen, von der im Original bereits sechs Bände existieren. Hier ist nun mit „Der Turm von Avempartha“ der zweite Band des Zyklus erschienen.

Klappentext:
„Keine von Menschenhand geschaffene Waffe kann dieses Ungeheuer töten.“

In einem Turm – ein uraltes Geheimnis.

Das Problem – ein Ungeheuer.

Die Rettung – zwei Diebe.

Hadrian und Royce möchten eigentlich nur ein paar Bauern in einer armen Gegend helfen. Doch plötzlich haben sie einen gefährlichen Auftrag am Hals und sind in die undurchschaubaren Pläne des Zauberers Esrahaddon verwickelt.

Die Story:
Nachdem in Melengar wieder Ruhe eingekehrt ist und der junge Herrscher Adric mit Hilfe seiner Freunde und Verbündeten seine Macht zu festigen versucht, ziehen Royce und Hadrian, die beiden Abenteurer wieder ihrer Wege und genießen die freie Zeit ohne Gefahren, denn sie wissen, die kann schnell wieder vorbei sein.

Schon bald werden sie von dem einfachen Bauernmädchen Thrace angesprochen. Deren Dorf wird schon eine ganze Weile von einem Ungeheuer überfallen, dass immer nur Nachts auftaucht, so dass niemand wirklich weiß, wie es aussieht. Ein Fremder, der seit einer Weile bei ihnen lebt, hat ihr geraten, sich an Royce und Hadrian zu wenden.

Vor allem Royce ahnt, dass bei der ganzen Sache etwas ziemlich gegen den Wind stinkt und bleibt skeptisch, aber Hadrian sagt aus Ritterlichkeit zu, denn der Auftrag scheint nicht so gefährlich zu sein. Doch schon bald muss auch er erkennen, dass weitaus mehr hinter der ganzen Sache steckt. Denn Esrahaddon, der einstmals mächtigste Zauberer der Welt, den sie selbst aus einem Kerker befreit haben, hat wieder seine Finge mit im Spiel.

Er deutet an, dass hier erneut Kräfte aus der Vergangenheit wirken, die eng mit seiner Mission und den Geheimnissen des untergegangenen Kaiserreichs verbunden sind und nun nicht nur ihn, sondern auch erneut die Kirche des Novron mit all ihren Intrigen und Machenschaften auf den Plan rufen.

Derweil versucht auch Prinzessin Arista nach der Thronbesteigung ihres Bruders einen Platz im Leben zu finden. Dieser besteht für sie allerdings nicht darin, mit einem möglichen Bündnispartner verheiratet zu werden, sondern selbstbestimmt durch die Lande zu ziehen – als Botschafterin Melengars.

Das Setting:
Wie auch schon der erste Teil ist der zweite in einer mittelalterlich anmutenden Welt angesiedelt. Die Schatten des vor gut tausend Jahren untergegangenen Imperiums werfen noch immer ihre Schatten über das Land, so dass der rote Faden weitergesponnen wird. Noch immer sind die Kirchenfürsten auf der Suche nach dem „Erben“, um ihn zur Marionette ihrer eigenen Interessen zu machen – und dazu bereit auch falsches Spiel zu treiben.

Auf der anderen Seite stehen wie immer die Adligen – Herrscher wie Fürsten, die natürlich nicht bereit sind, ihre Macht aus der Hand zu geben. Mittendrin steckt wie immer die einfache Bevölkerung in den Städten und Dörfern, die einzig und allein darauf hoffen, irgendwie überleben und ein halbwegs nettes Leben führen zu können.

Elfen und Zwerge gibt es zwar auch, sie führen aber eher ein Schattendasein und wurden von den Menschen entweder zu Sklaven und Handlangern gemacht oder ins Abseits gedrängt. Nur einige wenige bekommen überhaupt Gesicht und Stimme.

Anders als im ersten Band bewegen sich die Helden diesmal überwiegend zwischen den einfachen Leuten und müssen sich mit deren Ängsten und Aberglauben herumschlagen. Die höfische Ebene ist diesmal fast ganz auf Prinzessin Arista verlagert, die nach der Thronbesteigung ihres Bruders nun ein eigenes Ziel im Leben sucht.

Die Charaktere:
Wie immer stehen Royce und Hadrian im Mittelpunkt der Geschichte. Nachdem der Leser im ersten Band einen guten Eindruck von ihren Kenntnissen und Fähigkeiten bekommen hat, nutzt der Autor diesmal die Gelegenheit, ein wenig den Mantel der Verschwiegenheit über der Vergangenheit der beiden zu lüften. Das macht sie trotz der offen zur Schau gestellten Überlegenheit doch immer noch interessant genug, um ihr Schicksal weiter zu verfolgen. Immerhin dürfen sie – gerade Hadrian – gelegentlich auch noch Schwächen, wie Naivität zeigen, was sie nicht all zu sehr zu Superhelden macht und sympathisch bleiben lässt.

Man merkt ebenfalls, dass Thrace in einfachen Verhältnissen aufgewachsen ist – das Bauernmädchen hat zwar einen wachen Verstand und Träume, aber es kommt dabei doch nicht über einen gewissen Grad an Bildung heraus. So bildet sie einen gewissen Gegensatz zu den beiden Abenteurern, wird aber auch zur Mittlerin zwischen diesen und den Dorfbewohnern.

Auch Arista darf sich zunächst weiterentwickeln, bleibt dann aber in ihrer Entwicklung stehen, da sie nicht wirklich auf eigene Faust agiert, sondern sich immer noch ziemlich von den Männern in ihrer Umgebung, vor allem Esrahaddon und den Kirchenoberen lenken lässt.

Dazu kommt eine Vielzahl an Nebenfiguren, die nur so weit charakterisiert werden, wie es für die Handlung notwendig ist. Alles in allem bleiben die Charaktere von den Helden über die Schurken bis hin zu den Stichwortgebern relativ oberflächlich und sind eher dem Fluss der Geschichte untergeordnet als dass sie diesen bestimmen.

Mein Fazit:
Auch wenn die Hintergrundgeschichte weitergesponnen wird, lässt sich das Buch doch weitestgehend ohne die Kenntnis des ersten Bandes lesen, auch wenn es immer wieder entsprechende Anspielungen gibt. Viele, wenn auch nicht alle sind aber immerhin selbsterklärend.

Große Teile der Geschichte drehen sich um die Sorgen und Nöte des Dorfes und der einfachen Menschen, die von einem geheimnisvollen Monster bedroht werden, dessen Geheimnisse erst nach und nach ans Licht kommen. Die Handlung ist daher weitestgehend vorgezeichnet und dementsprechend leider gerade für erfahrene Leser keine besondere Überraschung.

Was die Spannung aufrecht erhält sind eher die Details, die kleinen Enthüllungen bezüglich des Monsters oder Esrahaddons Plänen, die Vergangenheit von Royce und Hadrian, die auch schon im ersten Band angerissen wurde und nicht zuletzt die Machenschaften des Adels im Hintergund, die in enger Verbindung zu den Ereignissen des ersten Bandes stehen.

Schwach dagegen ist die Handlungsebene um Arista, auch wenn nachvollziehbar ist, dass sie nach ihren letzten Erlebnissen noch nicht so recht weiß, was sie will und um ihren Platz in der adligen Gesellschaft kämpfen muss. Hier hat man gerade am Anfang eher das Gefühl, dass es sich nur um Füllszenen handelt.

Insgesamt lässt sich das Buch sehr gut lesen, ist unterhaltsam und flott geschrieben, lässt keine Langeweile aufkommen – aber man sollte keine all zu großen Überraschungen erwarten. Der Autor schafft es zwar hin und wieder die Leser auf eine falsche Fährte zu führen, wenn dann aber dann nicht für lange.

Auch wissen die gegnerischen Parteien überraschend viel voneinander, was zwar deren Aufeinandertreffen vereinfacht – aber auch viel von der Spannung nimmt.

Immerhin ist die Mischung angenehm abwechslungsreich – Enthüllungen wechseln sich mit Action oder längeren Dialogen ab, die Beschreibungen sind angemessen aber nicht erdrückend, so dass derjenige, der bei seiner Lektüre vor allem ein unterhaltsames und glatt gebügeltes Fantasy-Abenteuer sucht auf seine Kosten kommt, nicht aber der Leser, der ausgefeilte Charaktere mit Ecken und Kanten oder einen komplexen Hintergrund vorzieht.

Meine Wertung:
3,5 von 5 Dieben

[Rezension] Der Name des Windes (Die Königsmörder-Chronik Erster Tag)

Autor: Patrick Rothfuss
Verlag: Hobbit Presse – Klett Cotta
Reihe: Königsmörder-Chronik
Format: gebunden mit Schutzumschlag, 863 Seiten
Erschienen: 2008
ISBN 13: 978-3-608-93815-9

von: Moritz

Was für eine Schwarte! Ich lese zwar recht viel, aber solche Trümmer jenseits der 800 Seiten kommen mir dann doch nicht allzu oft vor die Flinte. Aber das Teil hier sieht schon mal gefällig aus, und – ich verrate an dieser Stelle nicht zu viel – liest sich auch äußerst gefällig.

Klappentext:
»Vielleicht habt ihr von mir gehört« … von Kvothe, dem für die Magie begabten Sohn fahrender Spielleute. Das Lager seiner Truppe findet er verwüstet, die Mutter und den Vater tot – »sie haben einfach die falschen Lieder gesungen«. Wer aber sind diese Chandrian, die weißglänzenden, schleichenden Mörder seiner Familie? Um ihnen auf die Spur zu kommen, riskiert Kvothe alles. Er lebt als Straßenjunge in der Hafenstadt Tarbean, bis er auf das Arkanum, die Universität für hohe Magie aufgenommen wird. Vom Namenszauber, der ihn als Kind fast das Leben gekostet hätte, erhofft sich Kvothe die Macht, das Geheimnis der sagenumwobenen Dämonen aufzudecken.

Im Mittelpunkt dieses Leseabenteuers steht ein großer Magier und leidenschaftlicher Wissenschaftler, ein Musiker, dessen Lieder die Sänger zum Weinen bringen … und ein schüchterner Liebhaber.

Die Story:
Ein junges und talentiertes, aber sozial benachteiligtes Kerlchen wird an einer Magie-Akademie angenommen, findet schnell Freunde und auch Feinde (sowohl unter den Schülern, als auch unter den Profe… sorry … Meistern) baut viel Unsinn, wobei er sich aus schwereren Bestrafungen bis hin zum Ausschluss stets herauswieseln kann, erlebt aufgrund seines Könnens einen raketenhaften Aufstieg und tut sich schwer mit Mädchen.

Kommt euch bekannt vor? Mir auch, aber enben dieser Vergleich würde dem Roman nicht gerecht werden, denn von Sprache und Aufbau ist „Der Name des Windes“ doch deutlich erwachsener und die Internatshandlung und die Interaktion mit Freunden und Feinden steht nicht so explizit im Vordergrund. Vor allem wird hier viel mehr angedeutet. Es gibt nicht einen Bösen, der regelmäßig einmal pro Band auftaucht und besiegt wird, sondern unser Held Kvothe steht vor unzähligen Gefahren und beginnt gemeinsam mit dem Leser die Welt immer weiter zu erforschen und zu verstehen, wobei es immer noch etliche große und kleine Geheimnisse gibt, die er bisher nicht ergründen konnte – allen voran das Geheimnis um die Existenz der Chandrian, einer mysteriösen Gruppe, die eigentlich nur in uralten Geschichten existieren, die aber allem Anschein nach Kvothes Sippe ausgelöscht haben.

Aber ich sollte mit dem Anfang beginnen, denn Rothfuss nimmt sich erstmal knapp 100 Seiten Zeit, um eine Rahmenhandlung um den alten Wirt Kote zu weben, der einem Chronisten seine Geschichte erzählt. Und auch diese Rahmenhandlung hat es in sich und ist nicht so „geradeaus“ wie man zu Beginn denkt. Auch hier wird es in folgenden Bänden noch einiges aufzuklären geben.

Aber zurück zur erzählten Haupthandlung:

Wir erfahren alles über den jungen Kvothe, der behütet in einer Sippe reisender Schauspieler und Artisten aufwächst. Diese werden, als der Junge gerade mal 10 Jahre alt ist, abgeschlachtet und er lässt sich jahrelang am Boden zerstört durch die Bettlerszene von Tarbean treiben, bevor er sich am Arkanum einschreibt.

Die Suche nach den Chandrian, die seiner Meinung nach seine Eltern getötet haben, die aber jeder „normale Mensch“ in das Reich der Mythen und Legenden verbannt, ist die Hauptmotivation von Kvothe – selbst sein kompliziertes „Nicht“-Liebesleben mit Denna hält ihn nicht davon ab, alles stehen und liegen zu lassen und sofort an einen Ort zu eilen, an dem die Chandrian scheinbar eine gesamte Hochzeitsgesellschaft ausgelöscht haben. Passenderweise ist aber auch Denna dort und so machen sich die beiden gemeinsam auf die Spurensuche, setzen zwischendurch kurzerhand einen Drachen unter Drogen und Kvothe gelingt es, ein ganzes Dorf vor dem „Ungetüm“ zu retten. Die Anführungsstriche sind sehr bewusst gesetzt, denn wie bei so vielen Elementen von Rothfuss‘ Fantasywelt ist nicht alles so, wie es die Erwartungen des Lesers voraussetzen, selbst die Drachen, die absoluten Klassiker des Fantasy-Genres sind hier mit einem Twist versehen.

Das Setting:
Wir haben es hier mit einer mittelalterlichen Welt zu tun, in der Magie durchaus ihren Platz hat, aber im alltäglichen Leben eigentlich kaum stattfindet. Insgesamt gibt es zwar von der Stimmung her Lichtblicke, aber die eigentliche Grundstimmung ist doch durchgehend düster und mysteriöse – überall lauern Gefahren, auf die man (sowohl als Romanheld als auch als Leser) nicht gefasst war.

Hauptort der Handlung in diesem ersten Teil der Serie ist das Arkanum, die Magier-Akademie in Imre. Hier etabliert sich der bettelarme Junge als intelligenter Tausendsassa, der mit seinem gewaltigen musikalischen Talent auch außerhalb der Universitätsmauern, in den Kneipen von Imre, Erfolge feiert. Auch Imre mit seinen Kneipen und Pfandleihern ist eine tolle Spielwiese für den Autoren, der hier ein Geheimnis um das nächste weben kann.

Die Charaktere:
Seien wir mal ehrlich – in der erzählten Haupthandlung gibt es nur zwei wichtige Personen, Kvothe und Denna, alle anderen sind mehr oder weniger interessante und wichtige Statisten.

Die beiden, auf die es ankommt, sind aber dafür umso interessanter, Kvothe entwickelt sich im Laufe der Handlung mehrfach vom aufgeweckten Spross einer reisenden Schaustellertruppe über einen desillusionierten Straßenjungen hin zum wagemutigen Akademiemitglied, der

Und Denna wird, indem gezeigt wird, wie schwer sie zu beschreiben ist, ganz hervorragend beschrieben: attraktiv, klug und vor allem eines – geheimnisvoll. Auch am Ende des Romans habe ich nicht die geringste Ahnung was es mit ihr auf sich hat und wie es mit ihr und Kvothe weitergeht. Verdammt – her mit dem nächsten Teil der Reihe!

Naja, ich gebe es zu – ich wüsste doch gerne, was aus dem Arkanisten Ben, der Kvothe während seiner Zeit in seiner Familie gelehrt hat und dem alten Geschichtenerzähler Skarpi, der von der „Inquisition“ geschnappt wird, wurde. Die beiden scheinen mir irgendwie wichtig zu sein, erscheinen aber nach ihren kurzen, aber intensiven Auftritten, nicht mehr.

In der Rahmenhandlung haben wir Kote, den „alten“ Kvothe, der sich scheinbar aufgegeben hat und mittlerweile ein Gasthaus im Nirgendwo betreibt, sowie seinen Lehrling, auf dessen Handlungen man sich auch keinen Reim machen kann und den „Chronisten“ – auch der verbirgt, glaube ich, mehr, als es bisher den Anschein hat. Los! Ich will wissen wie es weitergeht.

Mein Fazit:
Super! Habe mich lange nicht mehr so interessiert durch einen Fantasy-Roman gepflügt. Der Hauptcharakter ist schön hintergründig, die Unterbrechungen durch die Rahmenhandlung sind an den richtigen Stellen,

Man merkt schon an der Länge der drei Abschnitte meiner völlig unzureichenden Besprechung, dass hier (neben Kvothe natürlich) die Handlung der eigentliche Star des Romans ist. Es ist immer etwas los, man erfährt immer etwas Neues und Ungewöhnliches und ist immer gespannt, was denn nun als nächstes geschehen wird.

Meine Wertung:
5 von 5 Punkte für Hufflepuff

Media Monday #167

Montag ist es – also Zeit für den Media Monday vom Meienjournal-Blog. Also ohne viel Geschwafel gehts dann mal los.

1. Ich hoffe ja ein bisschen auf ein Revival von Cyberpunk Filmen, denn es gibt noch genügned guter Vorlagen aus dem Genre, welche eine erstklassige Verfilmung vertragen könnten. So würde ich hier gerne Neuromancer und Snow Crash mal auf der Leinwand sehen wollen. Aber es wird wohl ein Traum bleiben.

2. Urlaubs- oder Strandlektüre ist derzeit die Riyria-Reihe von Michael J. Sullivan aus der Hobbit Presse. Merh dazu findet man HIER

3. Die unglaubwürdigste Entwicklung einer Figur nervt einfach. Man opfert als Rezipient Zeit um sich ein entsprechendes Gut zu konsumieren und bekommt dann vieles zum Haareraufen. Das ist oft Zeitverschwendung!

4. Waffengewalt ist unverzichtbar für einen guten Deathwatch Abend. So lange die Charaktere nicht förmlich in Blut baden, sind die Spieler meiner Runde, zumindestens bei diesem Rollenspiel, nicht zufrieden. Tja was der Schwur auf den Imperator nicht so alles aus vernünftigen Leuten macht!

5. Roboter sind mir in letzter Zeit nicht über den Weg gelaifen, somit habe ich derzeit keinen Stress mit ihnen 🙂

6. Scarface von 1982 mit Al Pachino ist gerade deshalb ein so toller Gangsterfilm, weil er trotz seiner Länge zu unterhalten weiß und ich ihn immer wieder schauen kann. Außerdem habe ich ihn schon zur Shadowrun-Inspiration herangezogen und dank seiner Hilfe die SCs öfters in den Wahnsinn getrieben.

7. Zuletzt gesehen habe ich Pain & Gain und das war sehr gute Unterhaltung, weil zum einen Dwayne „The Rock“ Johnson mitgespielt hat und zum anderen hervorragend mit Klischees gespielt wurde, zum Beispiel aus dem Bereich BodyBuilding. Einfach ein guter Film!

So das war mein Media Monday für diese Woche!

 

[Rezension] Der Thron von Melengar „Riyria 1“

Autor: Michael J. Sullivan
Verlag: Hobbit Presse – Klett Cotta
Reihe: Riyria
Format: Klappbroschur, 384 Seiten
Erschienen: Februar 2014
ISBN 10: 3608960120
ISBN 13: 978-3608960129

von: Würfelheld

Dieses Buch ist mir durch den Aufdruck von Reader`s Connection „Wenn Dir GAME OF THTRONES von George R.R. Martin gefällt, dann lies Michael J. Sullivan.“ aufgefallen und hat mich neugierig auf das Gebotene gemacht. Dazu später mehr, nun erst einmal zum Inneren.

Klappentext:
Royce, ein gewiefter Dieb, und sein fast ehrenhafter Partner Hadrian betreiben ein einträgliches Geschäft mit Aufträgen des korrupten Adels. Ihr Diebesbund trägt den Namen »Riyria« und sie leben ziemlich gut dabei. Bis eines Tages ein Unbekannter die beiden anheuert, ein berühmtes Schwert zu stehlen. Was zunächst nach einem ganz gewöhnlichen Job aussieht, stellt sich jedoch als Falle heraus. Sie werden noch in derselben Nacht als Mörder des Königs verhaftet und in den Kerker geworfen. Als sie mit Hilfe der Prinzessin entkommen können, entdecken Royce und Hadrian eine Verschwörung, bei der es um noch viel mehr als nur um den Thron des recht kleinen Königreichs »Melengar« geht.

Die Story:
Wir befinden uns im Königreich Melengar, in welchem es das Diebesduo Riyria zu einem sagenumwobenen Ruf gebracht hat. Die beiden die dahinterstecken, namentlich Hadrian und Royce, sind gerade von einem tückischen Auftrag zurück und genießen ihren Lohn und ihre Freizeit, als ein auswärtiger Edelmann ihnen ein Angebot unterbreitet, welches man nicht jeder Tage erhält. Allerdings müssten Riyria gegen eine ihrer Grundregeln, gute Planung, verstoßen, denn der Auftrag müsste noch in der selben Nacht, ohne viel Vorbereitung und im königlichen Schloss von statten gehen. Der Edelmann möchte das die beiden ein spezielles Schwert verschwinden lassen.

Nach kurzer Zeit machen sich die beiden Diebe auf dem Weg ins Schloss. Alles klappt hervorragend, bis sie in die königliche Kapelle vordringen. Dort stoßen sie über eine Leiche – es ist der König! Schnell ist ihre Flucht beschlossene Sache, allerdings werden sie entdeckt.

So landen Hadrian und Royce im Kerker und ihnen droht am nächsten Tag ein qualvoller Tot, denn der Prinz sehnt sich nach Rache. So aussichtslos ihre Lage erscheint, so aussichtslos ist sie auch, bis sich ihre Zellentüre öffnet und Prinzessin Arista mit einen alternativlosen Angebot auf sie zukommt.

Hadrian und Roycer erklären sich mit Aristas Angebot einverstanden, was bleibt ihnen anderes übrig, und befinden sich einige Zeit später auf der Flucht. Der Plan der Prinzessin hat voll und ganz funktioniert und so haben die beiden Diebe auch ihre besondere Fracht, in Form des Thronfolgers bei sich.

Es beginnt eine spannende Flucht, die an einem uralten Gefängnis, das von Arista beschriebene Ziel für den Thronfolger, endet. Dieses Gefängnis, wurde vor Jahrhunderten für einen speziellen Gefangenen erbaut und dient immer noch als solches. Im Gefängnis erleben die Flüchtigen lebensverändernde Dinge, die auch ihre Sicht auf die aktuellen Geschehnisse drastisch verändern.

Wieder aus dem Gefängnis heraus, beschließt Altric, der Prinz, mit Hilfe einiger angeschlossener Grafen, Barone, Ritter und Edelleute, sein Erbrecht zu erlangen und die fortschreitende Intrige eines ehemaligen Vertrauten zu stoppen.

Das Setting:
Der Thron von Melengar spielt in einer typischen Fantasiewelt. So begegnet man zwischen den Buchdeckeln sowohl Mensch, wie auch selten Zwerge und Elben.

Im Buch wird die Intrigenwelt der Edelleute dargestellt, aber auch immer mit ihren Auswirkungen auf das gemeine Volk hin beleuchtet.

Auch die Kirche bzw. der Glaube spielt eine gewisse Rolle und das nicht nur wegen der Intrige die hier um die Thronnachfolge gesponnen wird.

Die Geschichte an sich spielt im Herbst zum Winterübergang und lässt diesen Aspekt bei den Protagonisten Handlungen nicht außer acht.

Die Charaktere:
Die namensgebenden Charaktere, die beiden Diebe Hadrian und Royce stellen den Leser vor keine Rätsel, denn sie verstehen ihr Handwerk. Sie geraten zwar durch Pech in diese große Intrige, sehen aber auch ihre Chance aus dieser misslichen Lage wieder herauszukommen und nutzen diese.

Der Thronfolger, Prinz Alric, macht eine wahrhafte Wandlung durch, so entwickelt er sich vom gehassten, hochnäsigen Muttersöhnchen zum wahren Thronfolger und geschichtsträchtigen König.

Prinzessin Arista ist ein wenig merkwürdig, sie ist die erste Frau die an der Universität studieren darf. Verschreibt sich dort aber der Magie, was für Misstrauen, auch außerhalb der Schlossmauern sorgt. Auf der anderen Seite kapselt sie sich von gesellschaftlichen Gepflogenheiten ab und macht ihr eigenes Ding.

Die anderen Charaktere in Der Thron von Melengar bieten ein weites Spektrum an Fähigkeiten, an Wichtigkeit und an Lesegewöhnung. Es wird allerdings nie unübersichtlich, da die Charaktere allesamt einzigartig sind und dieses auch entsprechend vermittelt wird.

Mein Fazit:
Zwischen diesen beiden Buchdeckeln wurde ich schnell von den beiden Dieben eingefangen und in die Geschichte gezogen. Es ging rasant mit einem Einbruch, der wirklich klasse beschrieben ist los.

Es ist wirklich gut von Michael J. Sullivan das er ausgerechnet Hadrian und Royce, also zwei Outsider, zu denn Hauptpersönlichkeiten dieses Werkes gemacht hat. Die anderen Protagonisten, werden gut in die Geschichte eingebunden und erhalten angemessen Platz und Beachtung.

Die gesponnene Intrige und die daraus resultierenden Ergebnisse und Handlungen waren für mich gut nachvollziehbar und sorgten für gute Unterhaltung.Das Voranschreiten der Geschichte wechselt von der Geschwindigkeit öfters, ist allerdings nicht hinderlich, man bekommt so die entsprechenden Informationen die man benötigt.

Um auf das Buchdeckelzitat nochmals zurück zukommen. Also Der Thron von Melengar weiß zu unterhalten und Michael J. Sullivan hat diese Story auch hervorragende gesponnen und zu Papier gebracht, aber es erreicht aus meiner Sicht nicht den Level von Game of Thrones. Das liegt zum einen daran, das Sullivan auch Gnade gegenüber seinen Charakteren walten lässt und zum anderen fehlt mir das Außergewöhnliche.

Worüber man sich auch im klaren sein sollte, es ist der Auftaktband, so ist es verständlich, das einige Fäden noch nicht zu ende gesponnen sind.

Alles in allen ein schönes fantastisches Lesevergnügen, welches neugierig auf den zweiten Teil gemacht hat!

Meine Wertung:
4 von 5 Dieben