[Rezension] Der Aufstieg Nyphrons (Riyria 3)

as-DerAufstiegNyphrons-Riyria3Autor: Michael J. Sullivan
Verlag: Hobbit Presse – Klett-Cotta
Reihe: Riyria
Format: Klappbroschur
Seitenzahl: 448 Seiten
ISBN: 978-3608960143
Preis: 16,95 Euro

von: Kris

Abenteuerliche Fantasy-Geschichten in einem weniger phantasievollen und mehr mittelalterlichem Umfeld sind seit dem Erfolg der Fernsehserie „Game of Thrones“ ziemlich beliebt. Auch der Klett-Cotta-Verlag versucht, auf der aktuellen Welle mitzureiten und hat sich deshalb der „Riyria“-Serie von Michael J. Sullivan angenommen, von der im Original bereits sechs Bände existieren. Hier ist nun mit „Der Turm von Avempartha“ der zweite Band des Zyklus erschienen.

Klappentext:
„Eines der besten klassischen Fantasy-Epen, die gegenwärtig publiziert werden.“ (Fantasy Book Critic)

Die Bedrohung – ein neues Imperium.
Die geheime Macht – die Kirche Nyphrons.
Zwischen allen Fronten – Hadrian und Royce.
Die Welt von Elan sieht sich der größten Gefahr seit Jahrhunderten gegenüber.

Die berüchtigten Diebe mit Namen Riyria übernehmen einen Auftrag als Spione des Königs von Melengar, während sich das kleine Königreich verzweifelt im Kampf gegen das Neue Imperium wehrt.

Die Story:
Schon im zweiten Band wurde deutlich, dass an dem Mord am König von Melengar mehr steckte als nur der Wunsch eines Ursupatoren, an die Macht zu kommen. Denn ganz offensichtlich hat die Kirche Nyphrons ihre Hände im Spiel, will sie doch eine alte Prophezeiung dazu nutzen, die Macht im ganzen Land Elan an sich zu reichen. Sie haben ihr eigenes Kirchenoberhaupt zur Erbin des Titels und Throns des ersten Kaisers gemacht, auch wenn diese im Moment gar nicht so recht bei sich ist und wie eine Wahnsinnige behandelt werden muss.

Doch die Verantwortlichen schüren weiterhin die Unruhe im Land, wiegeln die Putschisten weiter auf und unterstützen sie nach Kräften, um einen König nach dem anderen zu stürzen. In Melengar hat man die Gefahr erkannt und sich dagegen gewehrt, weiß aber auch, dass man sich alleine im Endeffekt nicht halten kann.

Deshalb wagt Prinzessin Arista im Namen ihres Bruders die Flucht nach vorne und durchreist die anderen Königreiche, um Verbündete zu finden. Doch schon bald muss sie feststellen, dass sie vielleicht auf verlorenem Posten steht, denn die Putschisten haben in einigen Ländern bereits zugeschlagen und knechten das Volk mit Gewalt und Willkür.

Zwar nimmt sie Royce und Hadrian mit sich – aber die beiden sind nur zwei Männer gegen Mächte, die sich bereits seit tausend Jahren gegenüber stehen und ein enges Geflecht an Intrigen geschlossen haben. Aber die beiden Abenteurer wissen schon lange, dass sie sich nicht mehr aus dem Konflikt heraus kommen, sind ihr Schicksal und ihr Leben doch bereits enger mit allem verknüpft als sie dachten – vor allem das des aufrechten Schwertkämpfers. In Aryn kommt es schließlich für alle zur Bewährungsprobe.

Das Setting:
Das Setting hat sich natürlich nicht sehr geändert. Noch immer spielt die Romanreihe in einem mittelalterlich anmutenden Setting. Der Konflikt zwischen der Kirche Nyphrons und den einzelnen Reichen kommt einem seltsam vertraut vor, ist dieser doch auch nicht so selten in der Fantasy anzutreffen.

Mittlerweile hat die Kirche die Oberhand gewonnen und spielt ihre Fanatiker gegen die Königreiche aus. Royce und Hadrian, die die Wahrheit inzwischen besser kennen müssen sich zusammen mit Arista durch krisengeschüttelte Länder bewegen und all ihre Kenntnisse und Fähigkeiten ausspielen, um gegen den Terror, der auf sie einstürmt, anzukommen. Und auch die junge Prinzessin lernt weitere Lektionen fürs Leben.

Elfen und Zwerge soll es zwar geben, die Geschichte spielt aber überwiegend unter Menschen, zeichnet das Intrigenspiel zwischen Adligen und Kirche weiter, unter dem vor allem die einfachen Leute leiden müssen, wie die Leser zusammen mit den Helden erfahren müssen.

Die Charaktere:
Lag im letzten Band der Fokus eher auf Royce und seinen Geheimnissen wendet sich der Autor diesmal wieder Hadrian zu. Er hat zwar bereits erfahren, wie eng er mit der Prophezeiung über den Erben des Kaisers verstrickt ist, aber ist das wirklich alles? Aus diesem Grunde sucht er nach Spuren seines Vaters in der alten Heimat, die er nicht ganz grundlos verlassen hat und erfährt doch mehr an anderer Stelle.

Royce kann die neuen Abenteuer gelassener sehen, muss er sich doch nun nicht mehr so sehr hinter seinen Geheimnissen verstecken und kann seinen Ruf ausspielen. Er wird zum ruhenden Pol in der Geschichte, an dem sich alle anderen orientieren können.

Auch Arista steht nun wieder etwas mehr im Mittelpunkt und muss sich neuen Bewährungsproben stellen. Dabei darf sie auch einmal kurz die Liebe kennenlernen, was aber weder stört noch aufgesetzt wirkt und der Geschichte ein wenig Leben gibt.

Während die Mitglieder der Nyphron-Kirche weiterhin sehr blass bleiben, entwickeln einige der Nebenfiguren aus der direkten Umgebung der Helden noch mehr Profil. Auch dort scheinen einige hinter den Kulissen ihre Netze zu spinnen und die Helden bewusst einzubinden – etwas was die Spannung aufrecht erhält.

Mein Fazit:
Mittlerweile ist es unabdingbar geworden, auch die Vorgängerbände zu kennen, denn Michael J. Sullivan bezieht sich immer wieder auf Ereignisse daraus, die er nicht mehr weiter erklärt. Das Abenteuer verläuft weitestgehend konventionell – Royce und Hadrian lassen sich wieder einmal in die Pläne aus Melengar einbinden und geraten dadurch natürlich mehr als einmal in Gefahr.

Der Autor nimmt sich sehr viel Zeit den Terror der Putschisten in Szene zu setzen und deren Auswirkungen auf das einfache Volk zu beschreiben, was die Handlung zunächst nur langsam voran treibt. Aber glücklicherweise merkt man mit der Zeit, dass es auch in den ruhigeren Teilen viele Hinweise zum wahren Hintergrund des Konflikts gibt.

Gerade Hadrian ist mehr in die ganze Sache verwickelt als ihm lieb ist, und das macht ihm ziemlich zu schaffen, zeigt er doch anders als Royce Schwäche und Unsicherheit – der Leser wird ihn dadurch doch noch sympathischer finden.

Auch Arista kommt nun glücklicherweise wieder eine größere Rolle zu. Sie reist nicht mehr nur durch die Länder und versucht die anderen Könige mehr schlecht als recht zu überzeugen, sich mit Melengar zusammen zu tun, diesmal ist sie auch dazu gezwungen, in einem Konflikt deutlich Partei zu ergreifen und die Waffen in die Hand zu nehmen.

All das wurde in eine flüssig geschriebene und unterhaltsame Handlung gepackt, mit der sich vor allem Fans von Rollenspielen und epischen Geschichten wohl fühlen können. Der Autor präsentiert eine gut durchdachte Geschichte mit einem immer dichter werdenden Hintergrund und ständig wechselnden Wahrheiten, die die Handlung immer unvorhersehbarer machen und dadurch die Spannung bewahren, auch wenn es nicht immer schnell voran geht.

Meine Wertung:
4 von 5 Dieben

[Rezension] Die Furcht des Weisen 2

Autor: Patrick Rothfuss
Verlag: Hobbit Presse / Klett-Kotta
Reihe: Die Königsmörder Chronik
Zweiter Tag/Teil 2
Format: gebunden mit Schutzumschlag
Seitenzahl: 523
Erschienen: 2012
ISBN: 978-3-608-93926-2
Preis: 22,95 €

von: Moritz

Jaaaaa! Endlich darf ich weiterlesen! Leider habe ich nun das Ende der Fahnenstange erreicht und muss warten, bis Herr Rotfuß sich bequemt, die Reihe weiterzuschreiben…

Klappentext:
Erleben Sie, wie Kvothe im Feenreich der betörenden Felurian begegnet, die ihn durch ihre märchenhafte Schönheit fast willenlos macht. Nur durch eine List kann er sich aus ihren Armen befreien. Und sein Weg führt ihn weiter zu den stillen Kriegern der Adem, von denen er die hohe Kunst des Lethani erlernt und das Schwert Saicere verliehen bekommt. Mit ihm und einem von Felurian gewobenen Schattenmantel tritt er die Reise zurück zum Hof des mächtigen Maer an, doch unterwegs wartet entsetzliches Unheil auf ihn … Dieser 2. Teil des Nachfolgebands von »Der Name des Windes« steckt wieder voller neuer Geschichten und Ideen von Patrick. Der Band ist daher so umfangreich geworden, dass man ihn teilen musste in zwei Bände – »Die Furcht des Weisen 1« und »Die Furcht des Weisen 2«. Mit »Die Furcht des Weisen« legt Patrick Rothfuss den zweiten Teil der Königsmörder-Chronik-Trilogie vor, der in den USA bei Kritikern und Fantasylesern begeistert aufgenommen wurde und schon bald einen der vorderen Plätze in der New York Times Bestsellerliste belegte. 2007 wurde Patrick Rothfuss für seinen Roman »Der Name des Windes« mit dem Quill Award sowie dem Pulishers Weekly Award für das beste Fantasy-Buch des Jahres ausgezeichnet.

Zum Inhalt:
Tja, was soll ich schreiben, was der Klappentext nicht schon verrät? Kvothe sitzt immer noch in seinem Gasthaus und erzählt seinem Lehrling Bast und dem Chronisten was er in seinem bisherigen Leben so alles erlebt hat. Diese Rahmenhandlung kommt in diesem Band etwas kürzer als in den bisherigen, aber es gibt einige interessante Momente, die durchblicken lassen, dass wir da noch so die eine oder andere Überraschung zu erwarten haben. Selbst ich als Leser, der subtile Hinweise normalerweise nonchalant überliest, merke, dass da was im Busch ist.
In der eigentlichen Geschichte macht unser Magie-Schüler mal wieder so einiges durch – er verfällt der schönen Fee Felurian, trifft in der Feenwelt auf den Cthaeh (eine Wesenheit, die irgendwie alles weiß und scheinbar im negativsten Sinne manipulativ ist – Mädels, ich hab’s im Urin, auch an dieser Front wird uns noch so einiges erwarten), erlernt die Fechtkunst und Philosophie der Adem und kehrt zum Maer zurück, den er mehr oder weniger in Schimpf und Schande verlassen muss. Anschließend geht es wieder an die Universität, wo Kvothe seine Studien auf breitere Füße stellen will und – natürlich – trifft er mal wieder auf Denna, von der er ja im vergangenen Teil nicht sonderlich positiv auseinandergegangen war. Mit ihr läuft es wieder besser, aber irgendetwas steht immer noch zwischen ihnen und es heißt bald wieder Abschied nehmen…
Frauentechnisch läuft es also nicht optimal, aber immerhin nimmt Kvothes Macht immer mehr zu – wobei der Ruf, der ihm vorauseilt, gegenüber der Realität die Nase weit vorne hat. Ich glaube diese Ebene des Romans gefällt mir sogar noch mit am besten; der Mechanismus wie aus Realität und dem Stille-Post-Effekt noch zu Lebzeiten eine Legende geschmiedet wird funktioniert hervorragend.

Mein Fazit:
Toll! Diese Reihe ist eine echte Entdeckung! Ich war ja schon fast komplett weg von klassischer Fantasy, aber die Abenteuer von Kvothe rocken gewaltig. Der Held ist cool, aber nicht zu cool, um uninteressant zu werden, die Welt gefällt mir super und mitzuverfolgen wie der kleine Straßenjunge nach und nach zur Legende wird, unterhält einen mit jedem Wort. Auch die Hintergrundgeschichte kommt in diesem Band zwar sehr spärlich vor, aber man merkt doch deutlich, dass da noch etwas brodelt, was man zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht absehen kann…

Andere Rezensenten werfen gerade diesem zweiten Band Langatmigkeit vor, aber ich mag das. Rothfuss kann schön erzählen, warum soll ich ihm das verwehren. Klar könnte man straffer erzählen, aber da ich mich in jedem Moment gut unterhalten fühle, werde ich der letzte Sein, der da meckert.

Einzig und allein schade, dass ich mir den nächsten Band der Reihe nicht sofort organisieren kann, da er noch nicht erschienen ist. Also schreib schneller, Pat!

Meine Wertung:
5 von 5 Namen des Windes

14.-17. Juli Tolkien Thing

Ab morgen, Donnerstag, findet das Tolkien Thing der Deutschen Tolkien Gesellschaft e.V. statt.

 

Über das Tolkien Thing:
Das Thing ist die traditionsreichste, jährlich stattfindende Tolkien-Großveranstaltung in Deutschland. Zu unseren Gästen gehörten in den letzten Jahren unter anderem die Künstler Ted Nasmith, Alan Lee und Anke Eißmann, der Tolkienexperte Tom Shippey, die italienische Band Lingalad und Teile des Tolkien Ensembles.
Für weitere Informationen zum Thing:     http://thing.tolkiengesellschaft.de/information.html

 

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