[Rezension] In Blut und Liebe

Autor: Constantin Dupien
Verlag: Amrun Verlag
Format: illustriertes Taschenbuch
Seitenzahl: 135
Erschienen: November 2013
ISBN: 978-3-944729-25-1
Preis: 12,80 Euro

von: Moritz

Im Moment habe ich ja irgendwie einen Lauf mit Kurzgeschichtensammlungen – hier mal in der Variante, dass alle Texte vom gleichen Autor stammen. Da verrät nicht nur der Titel, dass wir es mit einem Herzensprojekt zu tun haben.

Klappentext:
In Blut geschrieben – Herzensblut
Ist jedes Wort Gedankengut,
Das mit Liebe wurd gewählt,
Das mit Liebe uns erzählt.
Von Gefahren und von Leid,
Von dem was geht,
Von dem was bleibt.

Erzählungen von Constantin Dupien, dem Herausgeber der preisgekrönten „Mängelexemplar“-Reihe.

Illustriert von Melanie Stoll und Julia Takagi, mit Einleitungen von Vincent Voss.

Zum Inhalt:
Eingeleitet durch Kommentare von Vincent Voss und Illus von Julia Takagi und unterteilt in drei Abteilungen „In Blut“, „In Liebe“ und „In Frevel“ gibt es hier 14 Kurzgeschichten und Gedichte von Constantin Dupien.

Die Geschichten sind von stark schwankender Qualität und – seien wir ehrlich – so richtig lesbar sind sie nicht alle, ich musste da stellenweise arg beißen. Am stärksten sind auf jeden Fall die Geschichten der ersten Kolonne „In Blut“, da in ihnen das Horror-Element am stärksten zu Tage tritt. „Remember the Alamo“ behandelt Pflichterfüllung über den Tod hinaus, „Verloren im Nichts“ ist mir viel zu meta und versucht viel schlauer zu sein, als es eigentlich ist und „Erleuchtung“ ist eine klassische Zombiekalypse-Geschichte mit einem furchtbar unüberraschenden Ende. Dann folgt aber das Highlight der Kiste. Eine herrlich lovecraft’sche Kurzgeschichte von einem Mann, der sein Augenlicht verliert und am Ende herausfindet wodurch.

Super! So kann es gerne weitergehen. Aber nein! „Meteoritenfeuer“ ist eine einzige Männlichkeitsphantasie gemischt mit etwas Mars attacks und dem mittlerweile fast schon traditionellen „Überraschungsende“ – denkt euch hier bitte sehr große mit Mittelfinger und Zeigefinger beider Hände angezeigte Anführungszeichen. „Der Anfang und das Ende“ ist auch nicht übel und hat wieder einen Lovecraft-Touch – vielleicht sollte sich Dupien auf diese Sparte konzentrieren, das scheint ihm zu liegen – ganz anders als das folgende Gedicht – das gruselt auf mehreren Ebenen.

Kommen wir zu „In Liebe“: In allen vier Geschichten und einem Gedicht geht es in Theorie und Praxis um die Liebe und ihre hellen, wie auch die dunklen Seiten.

Mein Fazit:
Puh! Ich verreiße ja eigentlich nie, und das hat der Autor ganz sicher auch nicht verdient, denn er hat stellenweise eine echt gute, wenn auch minimal überkandidelte Schreibe, aber mir sind hier einfach zu viele „Filler“ drin. Und sorry, aber die Innen-Illus gehen gar nicht – vor allem die, die die Geschichten einleiten. (Die, die die Abschnitte einleiten gehen noch gerade so.) Ich stehe ja auf „amateurhaft“, aber die hier sind so amateurhaft, dass selbst der Überbegriff „amateurhaft“ nicht mehr greift. Wer zudem einen Anlesetipp für kompletten Trash haben will, den beispielsweise

David „El Grasidente“ Grashoff viel gnadenloser und besser durchziehen kann, sollte sich mal „Meteoritenfeuer“ reinziehen.
Die beiden „Hauptgeschichten“ Auge um Auge und Nicht den verdammten Einkaufszettel kann man aber wirklich gut lesen, für die gebe ich definitiv in der abschließenden Wertung noch ein paar Punkte.

Bevor wir von einem Gedicht, mit dem ich mal wieder nix anfangen kann, rausgeworfen werden, bekommen wir allerdings das zweite Highlight der Sammlung vor den Kopf gebrettert. „Nicht den verdammten Einkaufszettel“ stellt uns den klassischen heruntergekommenen Film Noir-Schnüffler vor, der einen merkwürdigen Auftrag erhält…

Meine Wertung:
2,5 von 5 Herzensprojekte

[Rezension] Die Sinistra

Autor: Tom Daut
Verlag: Oldigor Verlag
Format: Taschenbuch, 402 Seiten
Erschienen: März 2014
ISBN 13: 978-3945016367
ASIN: B00IPOPLDY (eBook)

von: Würfelheld

Auf der diesjährigen RatCon hatte ich mich in die Lesung von Tom geschlichen. Gelesen wurde zwar Der gefallene Prophet – was zu gefallen wusste und somit war klar, dass ich den unabhängigen Vorgänger, nämlich dieses Werk hier, einfach konsumieren muss.

Klappentext:
Die Sinistra – eine Kommandobrigade, die in den Straßenschluchten Trentagons gnadenlos Jagd auf die Kräfte des Okkulten macht …
Während sich der Dynast des Stadtstaats mit einem schrecklichen Krieg an der Nordgrenze konfrontiert sieht, wird seine Regentschaft durch unablässige Machtkämpfe in den eigenen Reihen bedroht. Einzig die Kämpfer der Sinistra stehen loyal zum Herrscher.

Auch Caron Salvador, der junge Sohn des Dynasten, verpflichtet sich zum Dienst in der Sinistra. Doch er muss erkennen, dass ein Rivale seines Vaters kurz davor steht, die Herrschaft über Trentagon an sich zu reißen. Dunkle Magie und Intrigen sollen dem Dynasten und seiner Sinistra den Untergang bringen.

Können Caron Salvador und seine Kameraden das Netz der finsteren Machenschaften zerschlagen?

Die Story:
Trentagon eine stark religiös angehauchte Dynastie, die mit den Sinistra eine Sonderheit im Kampf gegen das Böse, wie etwa Damönen oder aber auch zum Schutz des Herrschers unterhält. Eines Tages beschließt der Dynastensohn und Thronfolger Caron sich den Sinistra anzuschließen und sich der Ausbildung zu stellen.

So geht sein Wunsch in Erfüllung und Caron befindet sich schneller als gedacht im Ausbildungszentrum wieder. Dort wird er Capitan Adamato unterstellt. Sein Trupp umschließt weitere fünf Personen.

In der Ausbildung erlebt Caron sowohl Höhen als auch Tiefen, allerdings wächst er an beiden. So kommt es beim ersten Außeneinsatz zum Eklat und Caron findet sich vorm Kriegstribunal wieder. Sein Leben steht auf dem Spiel. Dank seines Trupps und einer Verschwörung findet er aber einen Fluchtweg aus seiner Lage.

Als ob das jedoch noch nicht genügend Probleme für Caron wären, haben sich auch Felis Lagun und Jayd Kessler, die Töchter des mächtigsten Industriellen des Landes in ihn verliebt und kriegen sich am laufenden Meter in die Haare.

Capitan Adamanto warnt Caron vor und mahnt ihn an für klare Verhältnisse zu sorgen, denn das was auf sie zukommen wird, duldet keinerlei Ablenkung.

Nach diesem Zwischenfälle geht es weiter mit der Ausbildung. Den Sinistra-Kadetten wird einer der größten Feinde Trentagons vorgestellt. Gleichzeitig sprechen die Ausbilder eine Aufgabe aus, die die Kadetten zu erfüllen haben. Diese scheint fast unlösbar zu sein.

Als es dann zu einem Ritualmord vor dem Sinistra-Stützpunkt kommt, webt sich ein Netz um Caron, welches ein Ausmaß annimmt, das man so nicht erwartet hat.

Das Setting:
Das Buch spielt im 26. Jahrhundert und die Menschen haben sich in verfeindete Gruppierungen geordnet. Zum einen gibt es da Trentagon, die Heimat der Sinistra, welche einen gläubigen Codex nacheifern, der seines gleichen sucht.

Auf der anderen Seite gibt es Magie, Damönen, Hexen- und Zirkelmeister. Magie kann u.a. auch gegen Technik eingesetzt werden, ist aber nicht unbesiegbar.

Der dritte große Aspekt ist die Technik. Diese hat sich sehr stark weiterentwickelt. So finden heutige Entwicklungen wie Pads in Form von Datenbewahreren noch den Einzug in die Welt, auf der anderen Seite findet man Hilfs- und Kampfroboter.

Die Charaktere:
Das Buch rückt Caron Salvador in den Mittelpunkt des Geschehens, das ist verständlich, denn spielt er doch eine gewichtige Rolle in der Thronfolge von Trentagon. So trifft man im Fortschreiten des Buches doch immer wieder auf die Charaktere die Caron umgeben, so z.B. auf seinen Ausbilder Adamanto oder aber seiner Sinistra Gruppe den Aracas. Die Charaktere machen dabei alle einen guten Job, sprich – man fühlt sich direkt mit Ihnen verbunden oder kann sie zum verrecken einfach nicht leiden und hofft das sie schnell wieder verschwinden. Der Autor gibt hier genügend Infos an die Hand, sodass sich entsprechende Charaktere aufbauen und entwickeln können.

Mein Fazit:
Da liest man den Prolog und denkt sich „Wow! – Das fängt fast wie der ein oder andere Shadowrun Roman an“ und somit schon mal einen Stein im Brett.

Dann liest man weiter und stößt immer durchs ganze Buch hindurch auf Szenen oder Personen die einem unheimlich bekannt vorkommen, aber ohne das dies für Kopfschüttler oder Fluchanfälle sorgt. So trifft man auf Capitan Adamato der einen stark an den Ausbilder aus Starship Troopers erinnert. Weiterhin trifft man auf die DMKs, welche einen an Doctor Whos Cyberman erinnern. Oder als drittes Beispiel noch angeführt sei Roscoe Venlak der so sehr an Private Paula aus Full Metal Jacket erinnert, dass es vor lachen weh tut.

Außerdem findet man aus einigen anderen Universen (Pen & Paper Rollenspiele) wie z.B. Shadowrun, Warhammer 40K oder Engel Ansätze wieder. Darunter fällt auch die Magie, die hier ebenfalls Einzug erhalten hat und durch Gesten dargestellt wird, was aber durch ihre Dramatik und Auswirkungen keinesfalls altbacken oder lächerlich wirkt.

Auch die Verschmelzung von Magie und Technologie eröffnet der Story gute Möglichkeiten die auch klasse genutzt werden.

Das „große Netz“ um Caron Salvador ist sehr weitreichend und lange Zeit aufgebaut worden, das es für mich an dieser Stelle, ein wenig unglücklich erscheint. Auf so lange Zeit, ein so großes Komplott mit so vielen Beteiligten vor seinen Feinden, in dessen eigenen Wohnzimmer geheimzuhalten, ist mir etwas zu sehr herangezogen.

Alles in allen hat mich Tom mit seiner Story eingefangen, gefesselt und unterhalten das ich es bereue, dass das Buch schon zu Ende ist.

Meine Wertung:
4,75 von 5 Herzen der Wahrheit – Viva Verdad!