[Rezension] Fantasy Noir: Übernatürliche Mordfälle

as-FantasyNoirHerausgeberin: Grit Richter
Verlag: art script phantastik
Format: Paperback,
Seitenzahl: 200
Erschienen: Juli 2015
ISBN: 978-3945045039
Preis: 12,80 Euro

von: Kris

Grit Richter gehört zu den Herausgebern und Verlagsbesitzern, die viel Herzblut in ihre Anthologien und Romane stecken. Das merkt man nicht nur an der Auswahl der Texte sondern auch deren Präsentation – besonders herausragend war dabei die Sammlung um „Die dunkelbunten Farben des Steampunk“. Aber auch ihr neuster Streich „Fantasy Noir“ kann sich sehen lassen. Zwölf Geschichten beschäftigen sich mit Morden, die mindestens in einem Detail nicht ganz von dieser Welt sind, selbst wenn sie auf der Erde spielen.

Klappentext:
Versteckt vor aller Augen tummeln sich die Wesen der Nacht unter uns. Selbst die geschulten Adleraugen der besten Ermittler erkennt die Gefahr nicht sofort. Die Hüter von Recht und Ordnung kratzen an der Oberfläche der Realität und legen das wahre Gesicht der Welt frei.

Doch was sehen sie, wenn sie ins Auge der Dunkelheit blicken? Die Anthologie »Fantasy Noir« wartet mit zwölf übernatürlichen Mordfällen auf mutige Leser, die bereit sind, ihren Geist einer Welt voll düsterer Phantasmen zu öffnen.

Zum Inhalt:
„Albenpfeile“ sind der Grund für den Tod mehrerer wichtiger Bürger in Lavinia Alba und die Täter lassen sich nichts gefallen. Nur gut, dass der Polizist Urien Rheged noch ein Ass im Ärmel hat, mit dem er ihnen Einhalt gebieten kann.

„Das Herz eines Engels“ ist ein kostbares Gut, so dass es nicht verwunderlich ist, dass einer der himmlischen Boten eines Tages ermordet und ausgeweitet aufgefunden wird. Die Suche nach dem Täter erweist sich als überraschend schwierig, auch wenn es genug Verdächtige gibt.

Der „Tod eines Mädchens“ scheint kein besonders schwieriger Fall zu sein, hat man den Täter doch bereits gefunden und dieser sogar gestanden. Allerdings steckt noch mehr dahinter, wie die Assistentin des Kommissars weiß.

„Hyperion“ ist eine Vertreter des Feenvolkes, auch wenn er das nicht an die große Glocke hängt. Nur rettet ihn das nicht vor dem, was jemand mit ihm vor hat …

„Von Kröt P. I.“ ist ein ausgezeichneter Privatdetektiv, der sich auch nicht scheut, auch schon mal gegen „Recht und Gesetz“ vorzugehen. Wie bitter notwendig das ist, zeigt sich manchmal schneller als gedacht…

Im New York des Jahres 1947 schlägt sich Moira Bran mehr schlecht als recht als Reporterin durch und sieht in manchen Dingen mehr als andere – der Mord, mit dem sie sich nun beschäftigt ist nämlich verzwickter als gedacht – und das „Blutgold“ bringt sie mit dem Übernatürlichen zusammen, als sie dem wahren Täter auf die Spur kommen will.

Das sind nur einige der insgesamt zwölf Geschichte in dieser Anthologie, die sich zum Ziel gesetzt hat, phantastische Elemente mit den Motiven und Handlungsmustern der „Schwarzen Serie“ zu verbinden. Einige Autoren lassen sich es deshalb nicht nehmen, ihre Geschichte gleich in der entsprechenden Ära, nämlich den 1940er Jahren anzusiedeln, oder ihren Welt den entsprechenden Anstrich zu geben.

Die Helden sind entweder Privatschnüffler, die sich durch die Schatten ihrer Stadt schlagen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, Polizeibeamte, die ihren Dienst lockerer sehen und gelegentlich sogar selbst Dreck am Stecken haben. Etwas seltener sind Figuren wie die Journalistin in „Blutgold“, die auch von der Atmosphäre er genau die Stimmung trifft, die die entsprechenden Filme besitzen. Überzeugend wirkt auch „Lavern“, weil es dem Autoren gelingt, die Spannung bis zuletzt zu halten und immer nur Details preiszugeben, die sich erst in den letzten Sätzen zu einem Ganzen zusammenfügen.

Die Klischees des Schwarzen Genres auf die Schippe nimmt hingegen „Von Kröt P. I.“. Dem Autoren gelingt es mit schrägen Ideen genau die Bilder im Kopf zu erwecken, die man bei einer Satire zum Thema auch braucht. Da macht es auch nichts aus, dass der Mordfall selbst eher Beiwerk ist.

Mein Fazit:
Alles in allem haben sich die Autoren eine Menge einfallen lassen, um die Leser zu unterhalten und die Erwartungen zu durchbrechen, die das im Stil der „Golden Twenties“ gestaltete Cover machen dürfte. Es geht hier mitnichten nur um abgewrackte zynische Ermittler und schöne aber gefährliche Frauen und düstere Geheimnisse – die Handlungsmuster werden teilweise bewusst durchbrochen, was die einzelnen Erzählungen um so spannender macht.

Das verwandelt auch „Fantasy Noir“ zu einer Sammlung, die jedem Fan von düsteren Kriminalgeschichten nur empfohlen werden kann. Denn auch wenn die Atmosphäre stimmt – die Geschichten beweisen mehr Bandbreite, als man denkt.

Meine Wertung:
4,5 von 5 Leichen

[Rezension] Die dunkelbunten Farben des Steampunk

as-DieDunkelbuntenFarbenDesSteampunkHerausgeberin: Grit Richter
Verlag: Art SKript Phantastik
Format: Paperback
Seitenzahl: 280
Erschienen: März 2015
ISBN: 978-3945045022
Preis: 13,80 Euro

von: kris

Steampunk-Anthologien gibt es viele, aber kaum einige sind so phantasiereich gestaltet wie die von Grit Richter und ihrem Art Skript Phantastik-Verlag. Gerade für die neuste Sammlung hat sie sich etwas einfallen lassen, und so ist der Titel „Die dunkelbunten Farben des Steampunk“ auch zugleich Programm. Vierzehn Geschichten von vierzehn Autoren finden sich in der Anthologie, alle beschäftigen sich in irgendeiner Form mit einer ausgewählten Farbe.

Klappentext:
Lassen Sie sich entführen zu den dunkelbunten Seiten der Steampunk-Welten! Zwischen Zeppelinen und Dampfmaschinen schlängeln sich mannigfaltig schattierte Farben durch die Geschichten und wispern den Zahnrädern Geheimnisse zu. Mal äußerst prägnant, mal zurückhaltend dezent erzählen sie von einer retro-futuristischen Welt, die es nie gab, von vergessenen Nuancierungen und verlorenen Träumen. Jede Geschichte erzählt von ihrer eigenen Farbe, die sich selbst in den Buchstaben widerspiegelt und gemeinsam ergeben sie eine Anthologie, die ihres Gleichen sucht.

Zum Inhalt:
„Silberne Augengläser“ werden zum Schlüssel einer Gefahr, die sonst nicht erkannt werden könnte. Aber zunächst einmal macht sich die resolute Miss Peabody auf die Suche nach einem guten Freund und muss sich dabei auch mit Jack the Ripper herumschlagen, ehe sie die Wahrheit herausfindet.
„Rosaroter Dampf“ – woher stammt der? Simon macht sich Sorgen um seinen Freund Adam, der die Nähmaschinentechnik revolutioniert hat, was allerdings einigen Schneidern nicht gefällt. Zu diesen Schwierigkeiten kommt auch noch die Tatsache, dass sich Adam stark verändert hat. Liegt das an seiner neuen Bekanntschaft, die ihm bei den Entwicklungen hilft?
„Rot wie Teufelsatem“ ist eine Droge, die Jonathan Archer nimmt, um den Verlust seiner gesamten Familie ertragen zu können. Doch ist das wirklich die Lösung, oder sollte er vielleicht besser das Hilfsangebot von unbekannter Seite annehmen?
„Helena Roth und die grasgrüne Seide“ führt die Ermittlerin und ihre Freunde in eine geheimnisvolle Stadt, in der dieser seltsame Stoff, hergestellt von den Baumann-Brüdern, die Einheimischen nicht zum Guten verändert. Was haben die beiden wirklich aus Indien mitgebracht. Nur einen Farbstoff?
„Biggels Gespür für Moos“ ist zweifellos sehr ausgeprägt. Der Beagle kommt so nicht nur Leichen auf die Spur, die unter einem Teppich aus Moos versteckt werden, sondern auch einer Intrige, die sich mehr um sein Herrchen zentriert, als ihm lieb sein dürfte.
Alexander Phelan wurde von seinen Adoptiveltern als Baby gefunden, aufgezogen und zu einem Jäger des Übersinnlichen ausgebildet. Doch nun wird „Aconitum Napellus – Dunkelblaues Gift“ zum Auslöser düsterer Ereignisse, an deren Ende eine Verwandlung steht.

Dies sind nur einige der sehr unterschiedlichen Erzählungen, die alle eine bestimmte Farbe im Titel tragen, und – man mag es zunächst nicht glauben – auch genau in diesem Farbton gedruckt sind. Das ganze geht auf eine Idee der Herausgeberin und Verlagsleiterin zurück und macht das Buch schon so zu einem ungewöhnlichen Anblick, der für zusätzliche Stimmung sorgt.
Aber auch die Geschichten selbst können sich sehen lassen. Natürlich finden sich überall die Elemente, die das Steampunk-Setting glaubwürdig machen – Dampfmaschinen aller Art und Luftschiffe, das moralische Selbstverständnis und den Zukunftsglauben der viktorianischen und wilhelminischem Gesellschaft und der Umgang mit den unteren Klassen, bzw. nichteuropäischen Völkern.
Die Erzählungen selbst sind bunt durchmischt – es gibt klar gestaltete Abenteuer, in denen die Helden sich mit uralten Feinden und intriganten, nicht immer ganz menschlichen Gegnern herumschlagen müssen, verzwickte Kriminalgeschichten, aber auch melancholische Augenblicke, die sich ganz auf das Schicksal einer Figur konzentrieren, oder gar handfeste Action mit einem nicht zu verachtenden Anteil an Horrormomenten. Mehrfach lassen auch die Gestalten und der Mythos, den H. P. Lovecraft entwickelt hat, grüßen.
So liest sich keine der Geschichten wie die andere – mehr als sonst haben auch Frauen einen wichtigen Anteil an der Handlung und sind nicht nur schmückendes Beiwerk, was vielleicht auch daran liegt, das die Hälfte der Autoren weiblich ist.
Bei allen stimmt die Atmosphäre, man fühlt sich wirklich in die Zeit des ausgehenden 19. Jahrhunderts versetzt und so die Stadtansichten und Kostüme im Kopf.
Letztendlich kann jeder Leser seine Favoriten herauspicken und dennoch rundum zufrieden sein, denn keine der Geschichten ist qualitativ schlechter als die andere. Jeder Autor hat seine Ideen glaubwürdig und lebendig vermittelt, auch die angesprochenen Themen sind nicht das, was man sonst immer zu lesen bekommt, sondern ragen aus der Masse heraus.

Mein Fazit:
„Die dunkelbunten Farben des Steampunk“ ist damit nicht nur optisch eine ungewöhnliche Anthologie, auch inhaltlich ragt sie aus der Masse gleichartiger Titel heraus. Wer gerade Freude an dem Thema hat und verzweifelt Lesestoff sucht, den er nicht schon dutzende Male in anderen Sammlungen genossen hat, der sollte zugreifen, denn hier findet er nicht nur stimmungsvolle sondern auch abwechslungsreiche Geschichten, die an Spannung nichts vermissen lassen. Zugreifen lohnt sich!

Meine Wertung:
4,5 von 5 Farbeimer

[Rezension] Steampunk 1851

Verlag: Art Skript Phantastik

Format: Taschenbuch, 120 Seiten

Erschienen: Juli 2013

ISBN 13: 978-3981509281

von: Würfelheld

Bei Steampunk 1851 handelt es sich um eine Anthologie aus dem Art Skript Phantastik Verlag, welche acht Gaslicht Geschichten beinhaltet.

Zum Inhalt:

Zwischen den Buchdeckeln befinden sich nachfolgende Geschichten:

Das Ende der Fiktion von Denis Mildes
Monsieur Foucault und das Wesen des Lichts von Sabine Frambach
Lykonium von Marco Ansing
Das Meisterwerk von Andrea Bienek
R.S.O.C. von Hendrik Lambertus
Archibald Leach und die Rache des Toten von Markus Cremer
Tote Kaninchen von Luzia Pfyl
Der Automat
von Fabian Dombrowski

Im folgenden werfe ich einen kurzen Blick auf die einzelnen Geschichten.

In Das Ende der Fiktion ist Professor Vanderbildt des Wahnsinns verfallen. Aufgrund dessen hat er sich einer Mission verschrieben die das Leben auf unserem Planeten verändern würde. Sein Gegenspieler ist dabei sein engster Vertrauter.

In Monsieur Foucault und das Wesen des Lichts treffen der Dämon Nabot und Physiker Faucaut aufeinander. Was der Physiker nicht weiß, ist dass der Dämon ihn beobachtet, denn soviel Chaos schafft selbst Nabot nicht und er will wissen wie man dieses anstellt.

In Lykonium geht es um die Bewältigung des Energiebedarfes und der Vorbeugung einer Energiekrise. So stellt Professor Dutreil auf der Weltausstellung ein Mittel vor, welches unglaubliche Energien freisetzt und somit für Energieeinsparung sorgen könnte, die bis dato unvorstellbar waren. Bei einem Interview mit einem deutschen Reporter kommt es dann zur großen Wendung.

Zwei Mitglieder des Gendarmerie Speziealkorps befinden sich auf einer Zug-Jungfernfahrt von St. Petersburg nach Moskau. Nach einiger Zeit tritt ein Schaffner an die beiden Männer heran und berichtet, das es in der 1. Klasse eine Leiche gibt und bittet die beiden Korps-Leute um Mithilfe, hier scheint ein Mörder Das Meisterwerk hingelegt zu haben.

Lieutenant McCrimmer befindet sich am Bord eines Luftschiffes, welches über der Londoner Weltausstellung schwebt. Nachdem die Passagiere ausgestiegen sind und trifft McCrimmer auf Captain Williams, welche von R.S.O.C. ist und ihn nun einen Eignungstest unterziehen wird, der seine bis dahin kühnsten Träume übersteigt.

In Archibald Leach und die Rache des Toten besucht Archibald mit seiner Mitarbeiterin Sarah Goldberg die 1851 stattfindende Weltausstellung in London. Archibald sucht händeringend eine Fachkraft die ihm bei der Realisierung einer seiner Ideen weiterhilft. Was dann allerdings passiert haben die beiden nicht auf ihrem Zettel.

Lena und Sophie, zwei Frauen auf den Weg nach New York. Ihre Reise, welche sie per Luftschiff bewältigen, welches einen Umweg auf sich nehmen musste. Tote Kaninchen sind aber nicht der Reisegrund, sondern ein Hilferuf ihres Professors. Was dann kommt ist aber schwer vorstellbar.

Die Anthologie beschließt Der Automat. In einem Trümmerfeld, welches durch lang zurückliegenden Kanonenbootbeschuss entstanden ist, steht ein Automat. Tot – oder doch nicht!

Mein Fazit:

Acht Steampunk Geschichten die wirklich hervorragend zusammen passen. Acht Geschichten die einem das richtige Gaslicht-Gefühl bieten; und acht Geschichten die mich wirklich klasse unterhalten haben.

Man findet eine Bandbreite an Protagonisten vor, die so eine Anthologie erst richtig ans Leben bringt, den man merkt jedem einzelnen seine Intention an. Der technische Aspekt spielt in dieser Anthologie eine große Rolle und bietet so für mich den richtigen Steampunk-Flair.

Und eines kann dieses Buch noch – es bringt eine beklemmende Atmosphäre herüber, die dem Ganzen die passende Würze verleiht.

Hervorragender Lesestoff!

Meine Wertung:

4,75 von 5 Weltausstellungen

 

[Rezi] Steampunk Akte Deutschland

Verlag: Art Skript Phantastik

Format: Taschenbuch, 224 Seiten

Erschienen: Juli 2014

ISBN 13: 978-3945045008

von: Würfelheld

Es ist mal wieder an der Zeit sich einer Anthologie zu widmen. Dieses mal aus dem Steampunk Genre. Steampunk Akte Deutschland enthält 15 Kurzgeschichten, die hier vom Archivar als Akten geführt und die durch einen Wechsel an einer Organisationsspitze nun der Öffentlich zugänglich gemacht werden.

Werfen wir aber nun einen kleinen Blick auf die einzelnen Akten.

Zum Inhalt:

Den Anfang macht Der mechanische Mann. Gefreiter Hasenkamp, ein Soldat der königlichen Armee wird auf dem Schlachtfeld von einem seiner französischen Gegner verletzt und verfällt ins Koma. Als er wieder erwacht hat sich vieles in seinem Leben verändert. Er ist teils Mensch, teils Mechanik und er befindet sich an Bord eines Luftschiffes, welches sich auf den Weg nach Berlin befindet. Dort soll Hasenkamp auf Bismarck persönlich treffen. Somit wird das Leben kurios.

Was passieren kann, wenn ein junger Mann einer jungen Bastlerin und Ladenbesitzerin imponieren möchte, erfährt man in Die Geister, die ich rief. Eine Geschichte die in Mainz angesiedelt ist und rund um den Dom ihren Handlungsverlauf hat.

Erasmus Emmerich & der Messing Türknauf versetzen uns zurück nach Berlin. Emmerich seines Zeichens geschworener Detektiv, wird durch besagten Türknauf auf eine „Geist“-reiche Angelegenheit aufmerksam und muss Nachttrolle neu beurteilen.

Wilhelm Proterius (Proterius Konservendose) ist absolut nicht über die neusten Nachrichten aus England, von seinen Konkurrenten, erfreut und ärgert sich über die ihm auferlegten Regelungen der Kleinstaaterei. Um sich aber seines Ärger zu entledigen verbringt er Nacht um Nacht an und mit seiner neuen Errungenschaft.

Harkon Christobal der Protagonist aus Seelenverzerrer, der Augsburger Obrigkeit angehörig, führt uns in die dunklen Seiten seines Stadtviertels ein. Allerdings machen wir mit dieser Story einen Sprung ans Ende des 21. Jahrhunderts, jedoch steamig-passend.

Wolfsjäger in Castrop Rauxel braucht man nicht, sagt ihr. Dann fragt mal Pascal, seines Zeichens genau dieses. Was Pascal eines Nachts auf einer Jagd widerfährt findet man in Akte 6.

Die Tücken der Technik führt uns nach Hamburg und zeigt was verzweifelte Mechaniker alles tun bzw. zu was diese alles fähig sind, um ihre angenommenen Aufträge zu erfüllen. Und nebenbei geht’s ums gute Geld.

Die nächste Akte namens Archibald Leach und der Plan des Kaisers, bringen Leach und Karl May in Dresden zusammen, welche einem geheimnisvollen Zug aufs Korn nehmen wollen. Dieser Zug reist quer durch die Republik und sorgt für Merkwürdigkeiten.

Der Geist in der Maschine zeigt eine Erfindung, nein, die Erfindung welche das Kaiserreich verändern wird, denn sie kann eindeutig zwischen Gut und Böse unterscheiden und so für Gerechtigkeit sorgen.

Was ein liebender Vater alles bereit ist zu tun damit seine Tochter am Leben bleibt, erfährt man in Der Plan des Grafen von B. . Dabei geht es in die Künstlerszene von Berlin ums Jahr 1870.

Bei Der Wunsch wird eine geheime Grabung an einer alten baufälligen Friedhofskirche durchgeführt. Die Grabung ist erfolgreich und das Gesuchte wird geborgen. Allerdings bringt das Gefundene den Tod, Rätsel und Wünsche mit sich.

Wozu eine junge Frau aus Liebe und Familiensinn in der Lage ist erfahren wir in der nächsten Akte, Das einfallsreiche Fräulein Helena Ruth. Aber auch wenn sie einfallsreich ist, ist sie bei ihrem mächtigen Gegenspieler auf Hilfe angewiesen, auf nicht alltägliche Hilfe.

Ingenieur Rudolph Fentz hat sich die StaSt mehr oder mindern zum Feind gemacht und landet so in Haft. Dort erwartet er alles, aber es kommt ganz anders. Er wird im Verhör überrascht, denn es geht nicht um Landesverrat, sondern um seine Erfindung. Die Erfindung die die derzeitige Krise abwenden könnte, was vielen Parteien nicht gefallen dürfte. Der Mann in schwarz überrascht Fentz mit seinem Wissen über seine Erfindung.

Kriminalkommissar Falk ermittelt im Hannoverischen Industriemilieu, aber das nicht nur einmal, denn ihn schlägt es immer wieder zu einer Adresse zurück. Warum das so ist erfahren wir in Der Parasiteur.

Die letzte Akte dieser Sammlung trägt den Namen Der Gehilfe des Puppenmachers. Wilhelm Ehrhaben hat vor zwei Jahren das Puppengeschäft seines verstorbenen Vaters übernommen und versucht seither, ohne Erfolg, an die Qualität seines Vaters anzuknüpfen. Als eines Tages ein getarntes Wesen seinen Laden betritt, wittert Wilhelm seine Chance. Schnell wird es versklavt.

Akten-Übersicht im Detail:

01 Detlev Klewer: Der mechanische Mann
02 Corinna Schattauer: Die Geister, die ich rief
03 Katharina Fiona Bode: Erasmus Emmerich und der Messing-Türknauf
04 Daniel Huster: Proterius‘ Konservendose
05 Daniela Herbst: Seelenverzehrer
06 Kim Christine Wiefelspütz: Wolfsjäger
07 Dennis Frey: Die Tücken der Technik
08 Markus Cremer: Archibald Leach und der Plan des Kaisers
09 Marion Fischl: Der Geist in der Maschine
10 Adrian Sommerfeldt: Der Plan des Grafen von B.
11 Ashley Kalandur: Der Wunsch
12 Isabelle Wallat: Das einfallsreiche Fräulein Helena Roth
13 Fabian Dombrowski: Der Mann in Schwarz
14 Andrea Bienek: Der Parasiteur
15 Daniel Schlegel: Der Gehilfe des Puppenmachers

Mein Fazit:

Der Art Skript Phantastik Verlag hat gerufen und fünfzehn Autoren haben sich eingefunden den gebotenen Platz zwischen diesen beiden Buchdeckeln mit ihren steampunkigen Geschichten zu füllen. Dieses gelingt ihnen auf sehr unterhaltsame Weise, welche eine schöne Atmosphäre ins Kopfkino zaubert.

Die Protagonisten zeichnen sich alle hervorragend auf der Kopfkinoleinwand ab und schaffen es den Leser mit auf ihre Erlebnisreise zu nehmen. Die realgeschichtlichen Persönlichkeiten bringen die entsprechende Würze in die Storys.

Auch die kleinen feinen Ideen die über den Buchblock verteilt sind, verleihen selbigen einen steamigen Anstrich und wissen zu gefallen.

Leider wird es mit Untoten Kroppzeugs aus meiner Sicht ein wenig zu sehr übertrieben, was mir das Steampunk Gefühl etwas geraubt hat.

Alles in allen kann man diese Steampunk-Anthologie guten Gewissens empfehlen und es freut mich sehr dass der deutscher Steampunk hiermit ein weiteres gelungenes Werk erhält. Es bleibt zu hoffen das es nicht das letzte gelungen Steampunk-Werk aus dem Art Skript Phantastik Verlag bleibt.

Meine Wertung:

4,5 von 5 Gaslichter