[Rezi] Der Auserwählte „Tír na nÓg Band 1“

Autor: Sean O`Connell

Verlag: Acabus Verlag

Seiten: 230 Seiten, broschiert

Veröffentlichung: 11/2011

ISBN 13: 978-3862820399

Preis: 13,90 €

von: Jürgen Egisser / FictionFantasy.de

Vor etwa tausend Jahren kam die große Katastrophe „To mega Therion“ über die Menscheit. Das von den alten Griechen so genannte „Große Tier“ veränderte alles, zerstörte alles und hinterlies nichts so, wie es einmal war. Eben diese tausend Jahre später trifft der Meister der Bruderschaft der Archivare Aki auf seinen neuen Schüler Cornelis. Dieser hat erst sehr kurze Zeit zuvor erfahren, das er als Schüler auserwählt wurde und von nun an Aki auf dessen rästelhaften Reisen begleiten soll. Begeistert ist Cornelis nicht, aber er fügt sich seinem Schicksal. Was er nicht weiß und erst später nur Stück für Stück erfährt: Aki hat von der obersten Führung der Bruderschaft den Auftrag bekommen, die Geheimnisse der Insel Tír na nÓg zu erforschen. Dort soll das „Große Tier“ gefangen sein und auf seine Befreiung warten. Denn dieses wird von der Bruderschaft für die vergangene Katastrophe verantwortlich gemacht, nicht irgendwelche Raum-Zeit-Anormalien, wie ein seit einiger Zeit kursierendes Gerücht besagt, hätten die Welt ins Verderben gestürzt. Diesen Zwiespalt innerhalb der Bruderschaft soll Aki mit seiner Expedition beenden und die weitere Existenz der Archivare auf ein stabiles Fundament stellen.

Doch in Wahrheit ist die Welt ganz anders beschaffen, als man es sich auch in den Tiefen der sonst allwissenden Archivaren hätte vorstellen können. Aki und Cornelis geraten schnell in einen Sog aus Intrigen, Machthunger und Kriegsvorbereitungen. Dabei kommen sie der Wahrheit über die Geschichte der Welt immer näher -und werden sich immer unsicherer, ob sie diese auch schlussendlich erfahren wollen. Denn nicht nur die Menschen bedrohen den Frieden, auch furchterregende Wesen aus anderen Dimensionen, unsterbliche Alte und eine ganze Reihe sehr fantastischer Kreaturen verwandeln die Nord- und Südlande in einen wahren Hexenkessel. Mittendrin: ein immer sympatischer Aki und sein leicht verwirrter Schüler.

Sean O´Connell mischt in diesem Roman alles zusammen, was nicht bei drei auf den literarischen Bäumen war. Steampunk, Fantasy, Dystopie, Abenteuerroman, dazu eine klassische Quest, die aus einem High Fantasy Roman stammen könnte. Zahlreiche Anleihen aus klassischen Romanen des Genres erkennt der belesene Phantastikfreund, auch damit hat O´Connell – Absicht oder nicht – der Komplexität noch eines draufgesetzt.
Aber was für eine Frechheit hat sich dieser Autor geleistet? Da mischt er wie ein besessener Genres zusammen, baut sich facettenreiche Charaktere, die man nach wenigen Sätzen schon vereinnahmt, schreibt das ganze in einer erzählerischen Wucht darnieder, die voller nützlicher und sinnvoll verwendeter Ausschmückungen wimmelt – und es passt alles zusammen! Der Roman liest sich wie ein fantastisches Abendessen beim Italiener. Mit größter Freude habe ich ein Buch eines Autors bekommen, das ich mit Begeisterung gelesen habe. Spannung, Leidenschaft, erzählerische Freude – all das findet man in diesem Roman reichlich. Allein die kunterbunte Welt, die Sean O´Connell erschafft: Da tauchen nicht nur rumpelnde Raupenketten-Omnibusse und hochtechnische Zivilisationen auf. An H.G. Wells Zeitmaschine erinnernde „Waldkinder“, düstere dämonenartige Wesen aus einer völlig andersartigen Dimension oder aus modernen Spieleszenarien bekannte Mischwesen aus Mensch und Tier bevölkern diese Welt zudem.

Dazu kommt noch als Antriebsfeder für die Geschichte die wohl größten Motivationen, die man sich vorstellen kann: Neugierde – was denn hinter Tír na nÓg und der geheimnisvollen Geschichte der Welt steckt, Machthunger und Eroberungswillen und als letztes noch der Wille, Unsterblichkeit zu erlangen. Hier flechtet Seasn O´Connell auch noch weitere Zeitebenen ein, um dem Leser die Hintergründe seiner Welt näher zu bringen.

Der erste Band von „Tír na nÓg“ ist viel zu kurz geraten, es dauert viel zu lange bis Band 2 erscheint und ich werde dem ersten Roman von Sean O´Connell einen Ehrenplatz ganz vorne in meinen Bücherregal zuweisen. Zum angeben. Weils so gut ist!

 

[Rezi] Schiffsdiebe

Autor: Paolo Bacigalupi

Orginaltitel: Ship Breaker

Verlag: Heyne

Format: Bröschiert

Seiten: 352

ISBN: 978-345-352919-9

Preis: € 14,99

Das vom Verlag gewählte Titelbild, ein altes Schiff, paßt thematisch hervorragend zum Inhalt der zwischen den Buchdeckeln verborgen ist.  Scjoffsdiebe ist kein Roman der sich mit der aktuellen politischen Lage beschäftigt sondern ehr im Bereich „Jugendbuch“ einzusotieren.

Zum Inhalt:

In Amerika der nahen, nicht allzufernen Zukunft ist die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinander gegangen, man könnte sogar sagen sie ist größer als jemals zuvor. Zu denen die vom Schicksal nicht so gut bedacht wurden, gehört Nailer. Dieser muß ums tägliche überleben kämpfen und dafür ist er zu allem bereit. So geht Nailer der körperlich schweren und gefährlichen Arbeit als Schiffsbrecher, spich der Entkernung und Entlockung von Rohstoffen aus Schiffen wie z.B. Kupfer, Elektroschrott usw. nach. Dabei ist er nicht nur der schweren Arbeit ausgesetzt, sondern auch der Willkür seines Chefes. Und Nailer wird auch durch die Angst vor seinem drogensüchtigen Vater angetrieben, den nur wenn die Leistung stimmt, scheint dieser zu beruhigen zu sein.

Eines Tages meint es dads Schicksal mit Nailer und einer Freundin sehr gut, den er entdeckt als erstes ein Schiff der sogenannten Wohlhabenden, der Klasse der Gesellschaft die vom Schicksal geküsst wurden und die die Brecher meistens nur von weiten kennen. Freudig über den Fund und der sich damit bietenden Chance, den Rest seines Lebens ausgesorgt zu haben, erlebt Nailer einen Schlag, den das gefundenen Schiff hält eine Überraschung bereit die ihm vor die schwerste Entscheidung seines Lebens stellt.

Mein Fazit:

Schiffediebe ist eine Dystopie mit einer Andersartigkeit die einen in manchen Augenblicken wirklich fesseln kann. Die Charaktere erhalten nach und nach eine Detailtiefe wie man sie in vielen Romanen gerne vorfinden würde.  Doch durch diese ausgeprägte Detailtiefe schafft es der Autor nicht so wirklich die Geschichte voranzutreiben. Darunter leidet dann auch der Spannungsbogen. Dieser erleidet dadurch regelrecht Dellen. Doch als sich der Platz langsam dem Ende neigt und das Finale ansteht, packt einem die Story und schleift einen zu einen gelungenen Finale mit. Doch ich habe den Roman mit gespaltenen Gefühlen beseite gelegt. Zum einem waren die Dystopiesplitter sehr gut aber zu wenige zum anderen war die Detailtiefe der Charaktere hervorragend allerdings für Schiffsdiebe zuviel und dadurch wird das Kopfkino ausgebremst.

Schiffsdiebe ist ein solides Jugendbuch, welches man lesen kann, aber nicht muß! Ich hatte mir mehr versprochen!

3,75 von 5 Schiffswracks

Links zum Buch:

Buchseite beim Verlag

 

[Rezi] Die Kuppel

Autor: Peader Ó Guilian

Verlag:Random House

Seiten: 448

erschienen: Juni 2012

ISBN: 978-3442268900

Preis: € 9,99

Mir „Die Kuppel“ liegt nun der Auftakt zur Bone World Triologie aus der Feder von Peader Ó Guilin dank Random House nun auch auf deutsch vor. Die Triologie die bereits im englischsprachigen Raum viel Beachtung fand, wird uns in einem schlichten Paperback geliefert.

Zum Inhalt:

Stolperzunge ein junger Krieger wohnt mit seiner Mutter und seinem Bruder in den Ruinen einer alten Stadt . Dabei ist er und sein Bruder Wandbrecher für die Jagd und die Deckung des Fleischbedarfes seines Stammes zuständig. Wobei Stolperzunge im Stamm wieder und wieder wegen seines Stotterns mit Vorurteilen zu kämpfen hat. Seiner Mutter hat er es zu verdanken, das er noch am leben ist, den die Gesetzes seines Stammes sind hart, gelten Gebrechen als hinderlich und schwach. Auch die Tatsache das Stolperzunge seinen Bruder Wandbrecher bei einem Kampf das Leben gerettet hat, lässt ihm im Stamm kein höheres Ansehen erlangen.

Als eines Tages eine Sphäre vom Himmel fällt und mitten im Stammesgebiet landet, ändert sich das Leben für die Stammesangehörigen unerwartet. Als auch noch eine Frau aus der Sphäre steigt, ist die Verwirrung umso größer. Wandbrecher handelt als erster und erhebt seinen Anspruch auf die vom himmelgefallene Frau. Da er ein hohes Ansehen geniest erhält er keinerlei Widerspruch. Allerdings Wandbrechers Ehefrau Moosherz ist mit der Anschaffung einer Zweitfrau nicht einverstanden und lässt ihren Mann die aufsteigende Wut über seine Entscheidung eindeutig spüren.

Da Wandbrecher sich dem stetigen Streit nicht aussetzen möchte, beschließt er die Himmelsfrau, bei seinem Bruder einzuquartieren. Dieser liegt zu diesem Zeitpunkt aufgrund eines Jagdunfalles ans Bett gefesselt sowieso zu Hause und kann sein Glück kaum fassen, den schließlich hat er ein Auge auf die Himmelsfrau geworfen. Im weiteren Verlauf kommen sich Stolperzunge und Indrani näher, schließlich pflegt sie ihm gesund woraufhin Stolperzunge ihr die Stammessprache beibringt. Dabei erkennt Stolperzunge aber nicht, in welche Gefahr er sich begibt, den die Stammesältesten wollen einen Kranken und Gebrechlichen Krieger nicht länger durchbringen. Aber als ob das noch nicht genug Unruhe ins Leben der Stammesmitglieder bringt, so wächst auch die Angst vor den Wesen, Monstern und Kreaturen die außerhalb der Stadtruine ihr Unwesen treiben. Die Stammesmitglieder werden den Eindruck nicht los, als ob eine Art der Kommunikation zwischen diesen herrscht.

Mein Fazit:

Mit „Die Kuppel“ bietet Autor Peader O Guilin eine Art Future Big Brother an. So hält sich eine hochmoderne, gelangweilte Gesellschaft unter einer Kuppel eine steinzeitliche Gesellschaft zur Unterhaltung. Dabei wird von außen auf fast alles Einfluss genommen. So werden die Wilden immer und immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt. Indrani spielt dabei eine zwiespältige Persönlichkeit, stammt sie schließlich aus der hochmodernen Welt. Warum sie allerdings in die Steinzeit fällt, bleibt dem Autor sein Geheimnis.

Die Idee die hinter „Die Kuppel“ steckt ist im Sci-Fi Bereich nicht gerade was neues, so findet man Ansätze in den Filmen „Running Man“ oder „Die Truman Show“ wieder. Allerdings ist das Buch solide geschrieben und weist keine Storyklöpse auf. Für alte Hasen ist das Buch nicht unbedingt empfehlenswert, da zu vorhersehbar.

3 von 5 Kuppeln