[Rezi] Die Türme von Taladur – DSA 148 – Meister der Türme

7. September 2013

Autor: Stefan Schweikert

Verlag: Ulisses Spiele

Erschienen: Feb. 2013

Reiher: Die Türme von Taladur, DSA 148

Fprmat: broschiert, 399 Seiten

ISBN 13: 978-3868892161

von: Christel Scheja

Der Machtkampf um „Die Türme von Taladur“ hat im sechsten und letzten Band „Meister der Türme“ seinen Höhepunkt erreicht. Intrigen greifen und lassen noch einmal die Feindseligkeiten und den Groll der herrschenden Familien gegeneinander hoch schwappen. Vor allem die junge Generation ist in den Kampf verwickelt.

Jazemina Ernathesa und Boromeo Amazetti verstecken sich nicht mehr länger und verschweigen, dass ihre Liebe den Höhepunkt in der Geburt ihres gemeinsamen Sohnes Rahjano gefunden hat. Um in der Stadt nicht als Angriffsziel ihrer Familienangehörigen zu leben, haben sie sich auf die Hazienda der Ernathesa zurückgezogen, müssen aber feststellen, dass man ihnen dort auch nicht die schon lange erhoffte Ruhe gönnen will.

Allerdings sind es nicht die Intrigen, die sie in einen neuen Strudel von Gefahren reißen, sondern die Magie einer uralten Macht, mit der sie schon einmal in unschuldigeren Tagen in Berührung kamen.

Derweil ist zwar endlich der Mörder von Ratsmeisterin Giuliana gefasst, aber der Gardehauptmann weiß, dass der nur das ausführende Organ war. Deshalb versucht er auch den Hintermännern auf die Schliche zu kommen.

Zudem spinnt Dom Alonzo von Zalfor weiter seine Intrigen und nutzt seinen Einfluss als Mäzen der schönen Künste aus, um die führenden Familien gegeneinander auszuspielen, auch wenn er sie großzügig zu sich einlädt. Denn immer noch ist der Platz der Ratsherrin verwaist und es gibt viele, die nach dem Vorsitzt streben, sich aber auch sehr leicht lenken lassen …

Ein Zyklus steht und fällt mit dem abschließenden Band, denn nun kommt es darauf an, ob es dem oder den Autoren gelingt, alle offenen Fäden zusammen zu führen und alles zu einem zufriedenstellenden Ende zu führen.

„Meister der Türme“ verfehlt dieses Ziel. Zwar beschäftigt sich Stefan Schweikert sehr intensiv mit dem Schicksal der Einzelpersonen, die der Leser schon in den früheren Bänden begleitete, aber er nimmt sich zu viel Zeit, deren persönliche Nöte und ein magisches Geheimnis zu lösen, so dass einige der anderen Inhalte deutlich auf der Strecke bleiben. Zwar kann der Mord an der Ratsmeisterin ganz aufgeklärt werden, aber das geschieht nur am Rande und wird wie die ganzen politischen Intrigen, die zuvor für das Salz in der Suppe gesorgt haben, eher stiefmütterlich abgeschlossen. Auch hier konzentriert er sich auf die Machenschaften einiger weniger – manche Familien, die ebenso mitgemischt haben, tauchen gar nicht mehr auf.

Die Geschichte ist zwar flüssig zu lesen und hat durchaus ihre spannenden Momente, bleibt aber doch hinter den Erwartungen zurück, die die vorhergehenden Bände geweckt haben. Auch sollte man weiterhin nicht viel von den Figuren erwarten, zurückblickend gesehen haben sie sich entweder gar nicht oder kaum durch ihre Erfahrungen weiterentwickelt und bleiben relativ oberflächlich. Auch fehlt immer noch der aventurische Geist – die Geschichte könnte auch durchaus auf anderen Welten spielen, so wenige Bezüge gibt es zu der Geschichte oder kulturellen Eigenheiten der Region und des Kontinents.

Alles in allem ist „Meister der Türme“ zwar ein solide verfasster Fantasy-Roman, verschenkt aber viele Chancen, die Verwicklungen in Taladur angemessen abzuschließen, weil sich der Autor zu sehr auf Einzelschicksale konzentriert und zu wenig Rücksicht auf den intrigenreichen Hintergrund nimmt, den man gerade jetzt noch sehr gut hätte ausspielen können.

Meine Wertung:

3 von 5 Türmen

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[Rezi] Türme aus Kristall – DSA – Die Türme von Taladur 5

21. April 2013

Autor: Dorothea Bergermann

Verlag: Ulisses Spiele

Erschienen: Dez. 2012

Format: 320 Seiten, broschiert, TB

ISBN 13: 978-3868892130

von: Christel Scheja

Mit „Türme aus Kristall“ nähert sich die Saga um „Die Türme von Taladur“ langsam dem Höhepunkt und Abschluss der sechsbändigen Reihe. Nach den letzten Ereignissen, die die Karten neu gemischt haben, müssen die Überlebenden zusehen, dass sie nicht den immer rücksichtsloser werdenden Intrigen zum Opfer fallen. Vor allem, wenn sie schon länger mittendrin stecken.

Vor allem Jazemina Ernathesa bekommt das zu spüren. Die junge Frau nähert sich langsam aber unaufhaltsam ihrer Niederkunft. Zwar hat sie erst vor kurzem ihren ungeliebten darpartischen Ehemann Edelhard verloren und ihr Geliebter Boromeo ist endlich aus der Gefangenschaft frei, in die ihn die Intrigen seiner Feinde gebracht haben, aber wirklich frei fühlen kann sie sich nicht.

Der Mordanschlag auf sie und das Ungeborene hat ihr bewiesen, dass die wirklichen Feinde näher sind, als gedacht. Deshalb nimmt sie die Einladung von Dom Cavazaro an, die Niederkunft auf seiner Hazienda zu erwarten und nicht länger in der von Spannungen und Überfällen geschüttelten Stadt zu verweilen.

Doch ist sie dort wirklich sicher? Schon kurz nach der Geburt ihres Sohnes muss sie wieder fliehen, da jemand die Zimmerflucht in Brand steckt, in der sie die letzten Tage verbracht hat.

Das bedeutet auch für Boromeo, mit seinem Rachefeldzug aufzuhören und sich um wesentlich ernstere Dinge zu kümmern.

Denn nun zeigt sich immer mehr, dass vielleicht nicht nur alte Familienfehden und Konkurrenz unter den führenden Sippen der Stadt die Ränke immer wieder anheizen, sondern auch noch etwas anderes mit ihm Spiel ist, das viel größere Kreise ziehen könnte.

Im fünften Band der Saga rücken wieder die eigentlichen Hauptpersonen in den Mittelpunkt, vor allem Jazemina und Boromeo, die zwar Eltern werden, aber um so mehr um ihr Leben und ihre Liebe kämpfen müssen.

Dorothea Bergermann führt schon einmal einige der offenen Fäden zusammen und spinnt sie weiter, sorgt durch viele kleine Gefahren und Angriffe, dass ihre Helden nicht zu Atem kommen, aber so ganz kristallisiert sich noch immer nicht heraus, was eigentlich in Taladur wirklich vor sich geht.

Nur im Hintergrund fallen erste Andeutungen, dass auch noch jemand von Außen mitmischt und dem Alaunhandel schadet, doch wer ist noch nicht zu erkennen. Die Geschichte macht neugierig, wartet aber nicht gerade mit großen Enthüllungen auf. Dafür übernimmt die Autorin gekonnt die Charaktere und entwickelt sie weiter, zeigt, dass man auch Jazemina nicht unterschätzen sollte.

Dank ihres flüssig zu lesenden Stils schafft es die Autorin keine Langeweile aufkommen zu lassen, auch wenn die Geschichte leidlich spannend bleibt. Da es zudem die ein oder andere überraschende Wendung gibt, wird man gut unterhalten.

Wie auch schon in den anderen Bänden ist eine genauere Kenntnis Aventuriens nicht notwendig, nur um die Handlung zu verstehen sollte man die Vorgänger gelesen haben, da die Autorin nicht mehr viel erklärt.

„Türme aus Kristall“ ist ein unterhaltsamer Roman aus der Reihe „Die Türme von Taladur“, der erste Fäden zusammenführt und neue Hinweise verteilt, aber keine wirklichen Enthüllungen bietet. Die Geschichte ist zwar nur leidlich spannend, lässt sich aber dank vieler kleiner Momente und durch den angenehmen Stil der Autorin flüssig lesen. Jedenfalls werden vor allem Fans intrigenreicher Fantasy wieder den meisten Spaß haben.

Meine Wertung:

3,75 von 5 Kristallen

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[Rezi] Tanz der Türme – DSA – Die Türme von Taladur 4

23. Januar 2013

Autor: Eevie Demirtel

Verlag: Ulisses Spiele

Erschienen: September 2012

Format: broschiert, 320 Seiten

ISBN-13: 978-3868892116

„Tanz der Türme“ ist nun bereits der vierte Band der sechsteiligen Serie „Die Türme von Taladur“. Langsam aber sicher spitzen sich die Ereignisse in der Stadt im Herzen Almadas zu. Die großen Familien der Stadt ringen nach dem Tod der Ratsherrin immer noch um die Vorherrschaft in der Stadt. Dabei ist ihnen jedes Mittel recht, selbst wenn dabei Gesetze der Menschen und Götter mit Füßen getreten oder andere in den Tod getrieben werden.

Hinter den Kulissen gärt es. Noch immer suchen einige nach den Mördern der Ratsherrin aus dem Haus Tandori. Ränke und Intrigen werden gesponnen, bei denen auch das Blut der eigenen Familie vergossen wurde. Ein Dom hat seinen Bruder geopfert, um die Machtverhältnisse im Rat zu seinen Gunsten zu ändern, ein anderes Familienoberhaupt ist tot und hat seine Titel und sein Vermögen einem dreizehnjährigen Jungen hinterlassen, der allerdings nicht zu unterschätzen ist.

Derweil hat sich Zahir Xetarro zurückgezogen und in San Cardasso als Stallbursche und Fechtlehrer verdingt. Dort unterweist er nicht nur den schwermütigen Urrito von Zalfor, der sich nach dem Tod sehnt, sondern auch den heißblütigen Ramon, der nicht nur als Kämpfer mit der Klinge eine gute Figur macht, sondern auch nach etwas anderem sucht. Auf dem Sterbebett hat der junge Zahori von seiner Mutter erfahren, wer einst seinen Vater ermordete, und so trachtet er nun danach, bittere Rache zu nehmen. Doch dafür kann er nicht nur sein Wissen als Schaukämpfer verwenden.

Da er den Namen und Rang seines Feindes kennt, muss er nur noch nach einem passenden Weg suchen, an ihn heran zu kommen. Aus diesem Grund beschäftigt er sich mehr, als für ihn gut ist, mit Urrito.

Derweil kämpft Jazemina nicht nur mit den Tücken ihrer Schwangerschaft und unangenehmen Begleiterscheinungen eines anderen Bandes, sie ist gegen den Willen ihrer Familie immer noch auf der Suche nach ihrem Liebsten – Boromeo.

Ihre Schwester plant derweil endlich die Liebe ihres Vaters zu bekommen die sie ihrer Meinung nach verdient, nicht ahnend, dass ihre Intrigen zusammen mit der Suche ihrer Schwester die Fehde zwischen Ernathesa und Amazetti erneut aufflammen lassen könnte.

Interessanterweise ist in diesem Band die Hauptgeschichte nicht so dominant, wie man erwarten könnte. Das liegt vermutlich daran, dass die Autorin dem eigentlichen Hintergrund wieder mehr Raum gibt und dort die Entwicklungen massiv vorantreibt.

Tatsächlich werden auch in dem Dreiecksverhältnis zwischen Jazemina Ernathea, Boromeo Amazetti und Edelhard von Binsböckel die Karten neu gemischt. Das ist sehr gelungen und vor allem dramatisch versiert umgesetzt. Da nicht alle Fragen beantwortet, sondern stattdessen wieder neue aufgeworfen werden, bleibt die Geschichte in dieser Richtung weiter spannend.

Ramons Rachefeldzug ist dagegen etwas schlichter aufgebaut und bietet nur wenige Überraschungen. Selbst die Wendung am Ende ist eher klassisch als neu und innovativ. Aber sie funktioniert trotzdem und sorgt dafür, dass der Leser das Buch am Ende zufrieden zur Seite legt, weil alles sauber zusammen passt.

Eevie Demirtel gelingt es, das ganze Buch über die Spannung aufrecht zu erhalten. Das liegt wohl auch daran, dass sie mit Ramon und Urrito zwei sympathische Figuren geschaffen hat, die sich ein wenig aus dem Wust der anderen, eher zwielichtigen Gestalten, herausheben und denen man ihr Schicksal am Ende auch uneingeschränkt gönnen kann.

Ansonsten gilt wie bei den anderen Romanen auch, dass die Geschichte nur sehr locker in den aventurischen Kontext eingebettet ist und mit ganz leichten Veränderungen auch etwas weiter westlich im Lieblichen Feld spielen könnte. Dafür muss man aber auch kein Wissen mitbringen, um die Serie zu verstehen.

Alles in allem ist „Tanz der Türme“ ein solider Roman mit durchgängiger Spannung, der vor allem dadurch punkten kann, dass er in der Hauptgeschichte die Karten neu mischt und so Lust auf die kommenden Bände macht. Wieder werden vor allem die Fans intrigenreicher Fantasy-Geschichten ihren Spaß haben, denen es nicht so sehr auf magische Geheimnisse oder epische Schlachten ankommt.

 Meine Bewertung:

4 von 5 tanzenden Türmen

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[Rezi] Das Spiel der Türme – DSA – Die Türme von Taladur 3

17. Januar 2013

Autor: Marco Findeisen

Verlag: Ulisses Spiele

Format: broschiert, 415 Seiten

Erschienen: Januar 2012

ISBN: 978-3868892086

 

„Die Türme von Taladur“ beherrschen das Bild einer reichen Stadt im Herzen Almadas. Fernab von den großen aventurischen Ereignissen spielt sich hier hinter den Kulissen ein Machtkampf zwischen den großen Familien ab, nun nachdem die Ratsherrin Giuliana Tandori tot ist, die bisher ein Garant für das Gleichgewicht der Kräfte in der Stadt war.

In insgesamt sechs Bänden erzählen ebenso viele Autoren von den Intrigen und Leidenschaften vor dem Hintergrund des Rollenspiels „Das schwarze Auge“. Drei Monate sind inzwischen vergangen und „Das Spiel der Türme“ darf seinen Lauf nehmen, erzählt von Marco Findeisen.

Elclamor Cavazaro wird von allen nur „Der Dom“ genannt. Alle, die mit ihm zu tun haben, merken sehr schnell, dass er mit allen Wassern gewaschen ist, wenn es darum geht, seine Ziele zu erreichen. Und diese sind hoch gegriffen, beteiligt sich das Oberhaupt der Sippe Cavazaro doch auf seine Art an dem Machtkampf zwischen den Familien. Er hat feine Fäden gesponnen und bewegt seine Schachfiguren nun genau so gekonnt, wie ein Marionettenspieler auf der Bühne.

Das merkt sein Schützling Laurenzio besonders gut, der nach seinem Rauswurf aus der letzten Akademie kein besseres Auskommen gefunden hat, als die Gehilfenstelle bei einem Puppenspieler.

Aber Dom Cavazaro hat seine eigenen Pläne mit dem jungen Zauberer und bindet ihn schon bald fest in seine eigenen Pläne ein. Denn nicht nur im Rat der Stadt, auch unter den Zünften ist nach dem unglücklichen Dahinscheiden von Dom Lumino Xetarro ein Machtkampf ausgebrochen, denn nicht alle sind dazu bereit, seinen Nachfolger in Amt und Würden zu bestätigen – immerhin ist der doch nur ein zwölfjähriger Junge.

Derweil versucht die junge Jazemina immer noch ihren verlorenen Geliebten zu finden und hadert mit der Tatsache, dass ihr ungeborenes Kind schneller zum Spielball in den Intrigen der eigenen Familie werden könnte, als ihr lieb ist. Doch um doch noch ihr Glück zu finden, muss sie nicht nur über ihren Schatten springen, sondern noch einiges mehr tun …

Marco Findeisen schließt direkt an die Ereignisse der vorhergehenden Bände an und spinnt einige Ereignisse weiter, so dass es mittlerweile unerlässlich ist, die Geschichte bis jetzt zu kennen.

Zwar wechselt er die Protagonisten, nicht aber den Hintergrund selbst, so dass er sich gelegentlich auf Personen und Geschehnisse bezieht, denen der Leser bereits begegnet ist und diese nicht noch einmal ausführlich erklärt.

Mit Dom Cavazaro begegnet man erstmals einer Figur, die im Spinnen von Intrigen erfolgreich ist und keinen Fehler begeht, wie etwa sein glückloser Vorgänger. „Der Dom“ ist ein Meister der Taktik und des Intrigierens und lässt die schmutzige Arbeit von anderen machen. Man merkt jedenfalls deutlich, dass sich der Autor sehr stark vom Florenz der Renaissance hat beeinflussen lassen und sich ungeniert aus Beispielen der Geschichte bedient, in denen nicht einmal Blutsverwandte sicher sein konnten, ob der Herr der Sippe nicht auch über ihre Leiche bereit war zu gehen.

Interessant ist, dass diesmal die Grenzen zwischen Adel und Nichtadel verschwimmen. Man agiert nicht nur lockerer miteinander, auch die Sprache hat sich angeglichen, so dass man den ein oder anderen durchaus falsch zuordnet.

Wieder ist die Handlung in sich geschlossen, auch wenn der die Bücher verbindende Hintergrund weitergesponnen wird und in eine neue Phase eintritt. Aber die Ereignisse scheinen noch nicht wesentlich für das Geschehen wirken eher wie persönliches Geplänkel.

Die Figuren bleiben allerdings relativ blass. Auch wenn Laurenzio erstmals eine Figur ist, mit der man sich anfreunden kann, so entwickelt er doch nicht mehr als einen oberflächlichen Charakter. Ähnlich sieht es mit dem Dom aus, der eher dem Archetypen eines machiavellischen Fürsten gleicht als einem Menschen mit Schwächen und Fehlern.

Alles in allem kann aber auch dieser Band unterhalten, da Action, lange Dialoge und Beschreibung ausgewogen verteilt wurde.

„Das Spiel der Türme“ setzt den Trend fort, die Ränke einer Familie in den Mittelpunkt von „Die Türme von Taladur“ zu stellen und nichts anders. Auch diesmal werden vor allem die Fans ausführlicher, personenbezogener Intrigen, garniert mit ein wenig Action und Drama, ihren Spaß haben, weniger die Leser, die mystische Geheimnisse und epische Kämpfe suchen.

 Meine Bewertung:

3,5 von 5 Türmen

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[Rezi} Die Last der Türme – DSA – Die Türme von Taladur 2

14. Januar 2013

Autor: Andrè Wiesler

Format: broschiert, 309 Seiten

Verlag: Ulisses Spiele

ISBN: 978-3868891966

Eine Stadt im Herzen Almadas ist der Schauplatz der sechsteiligen Saga im „Die Türme von Taladur“. Hier kämpfen nach dem Tod der Ratsherrin Giuliana Tandori die alten und mächtigen Adelssippen um die Vorherrschaft in der Stadt und dem Umland. Die Familie gilt den Einheimischen alles und für ihr Wohl ist man bereit zu morden. Das zeigt sich vor allen in „Die Last der Türme“, dem zweiten Roman der Reihe, der von Andre Wiesler verfasst wurde.

Anders als die anderen Familias, die genügend Köpfe ihr eigen zählen und denen es deshalb nichts ausmacht, mal den ein oder anderen zu verlieren, kämpfen die Xetarro ums Überleben. Dom Lumino ist alt und sieht dem Ende seines Lebens entgegen.

Dennoch hat der Hellsichtmagier und Gildenmeister noch nicht entschieden, wer von seinen Ziehsöhnen einmal der Erbe von Titel, Vermögen und Ämtern sein soll. Da ist einmal der heißblütige Zahir, seines Zeichens ein begnadeter Fechter, und auf der anderen Seite der ruhige aber gerissene Hesindio, der genau weiß, wie er die Fäden der Macht zusammenhalten muss.

Der alte Mann hat seinen Ziehkindern in den letzten Jahren viel beigebracht, nun muss sich zeigen, wer würdiger ist, sein Nachfolger zu sein. Aus diesem Grund räumt der alte Mann jedes Hindernis aus dem Weg, nicht ahnend, welche Entwicklungen er damit auslöst.

Derweil wird jedoch auch das Schicksal von Edelhard, Jazemina und Boromeo fortgeschrieben. Während ersterer sich inzwischen recht gut in die Gesellschaft eingefügt und deren Regeln gelernt hat, ist letzterer ist am tiefsten Punkt angelangt, den ein Bewohner Taladurs erreichen kann – in den Alaun-Minen. Wieder kommen neue Geheimnisse ans Licht, die auch andere ehrwürdige Familien der Stadt erschüttern können. Denn zu den Traumwandlern gehören nicht nur einfache Männer und Frauen, die ihrem traurigen Leben entfliehen wollen, sondern auch junge Adlige…

André Wiesler schreibt zwar auch die große Handlung weiter und lässt immer wieder Entwicklungen einfließen, die den Hintergrund fortschreiben, konzentriert sich aber weitestgehend auf die Familie Xetarro und arbeitet diese etwas gezielter aus. So erhalten Zahir, Lumino und Hesindio tatsächlich etwas mehr Profil als die anderen Figuren und man nimmt an ihrem Schicksal wesentlich mehr Anteil.

Natürlich nutzt der Autor wieder einiges an klassischen Klischees, doch man nimmt es ihm nicht übel, da der Einsatz funktioniert.

Die Sympathien ruhen jedoch eindeutig auf dem geradlinigen Zahir, der seinem Herzen folgt und für sich erkennt, dass das wahre Glück nicht im Nehmen, sondern im Geben liegt, aber auch sein Bruder und sein Vater sind durch ihre verruchte Skrupellosigkeit so interessant, dass man sie gut von dem Rest der Figuren unterscheiden kann.

Die Handlung ist spannend aufgebaut. Es gibt jede Menge Action und Drama, einige böse Wendungen und nicht zuletzt auch einige Enthüllungen, die Lust auf den nächsten Band machen. Auch ist die Atmosphäre etwas derber und rauer als im ersten Band, lässt es sich der Autor doch nicht nehmen, den Standesdünkel genüsslich auszuarbeiten und zu zeigen, wie viel Wert eigentlich die „Fellachen“ in den Augen der Adligen haben.

Wie im ersten Band gibt es einiges an Bezügen zu Aventurien, allerdings gilt auch hier, dass die Geschichte auch an anderer passender Stelle spielen könnte. Und dazu kommt, dass es wichtig ist, den ersten Band zu kennen, da es anders nicht möglich ist, das Intrigengeflecht im Hintergrund oder das Verhalten einiger Personen zu verstehen.

„Die Last der Türme“ zeigen, dass „Die Türme von Taladur“ auch andere Facetten zeigen können. Diesmal werden vor allem die Leser ihren Spaß haben, die actionreiche Intrigen mögen, bei denen es ordentlich zur Sache geht. Die in sich geschlossene Haupthandlung wird erstmals von Entwicklungen im Hintergrund begleitet, die neugierig auf die Fortsetzung machen.

3,75 von 5 Sternen

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[Rezi] Türme im Nebel – DSA – Die Türme von Taladur 1

14. Januar 2013

Autor: Bernard Craw

Format; broschiert, 378 Seiten

Verlag: Ulisses Spiele

ISBN: 978-3868891669

„Die Türme im Nebel“ ist ein von Bernard Craw entworfenes Projekt, dass sich über mindestens sechs Romane hinziehen und von mehreren Autoren geschrieben werden wird. Jedes Buch fügt seine Mosaiksteine zum Gesamtbild hinzu, auch wenn es aus verschiedenen Blickwinkeln geschrieben wird. In „Türme im Nebel“ führt Craw deshalb erst einmal die wichtigsten Figuren ein, die immer wieder auftauchen werden und enthüllt erste Facetten des Settings.

Der junge Edelhard von Binsböckel hat keine Wahl mehr. Nachdem es ihm nicht gelungen ist, die Hand einer schönen und reichen Erbin aus der Umgebung zu gewinnen, beschließt ihn der Vater an Handelspartner im fernen Almada zu verheiraten, die zwar auch von Adel sind, aber einen ganz anderen Lebensstil pflegen. Nur mit einem Brief ausgestattet, reist der junge Mann ab und erreicht nach ereignisloser Reise Taladur.

Dort herrscht allerdings keine Ruhe, denn gerade eben erst ist Ratsherrin Giuliana Tandori verstorben. Alles deutet zwar zunächst auf einen natürlichen Tod hin, es besteht aber auch die Möglichkeit, dass sie umgebracht wurde. Ehe dies genauer untersucht werden kann, übergießt jemand die Leiche mit Öl und setzt sie in Brand.

Die reichen und mächtigen Familien der Stadt sind in Aufruhr. Nicht nur, dass Verbrechen hat sie aufgeschreckt, es ist auch ein Machtvakuum entstanden. Die Karten können jetzt wieder neu gemischt werden. So wetzt manch ein Dom oder eine Domna heimlich im hauseigenen Streitturm das Messer, um endlich die Rivalen auszuschalten.

Der junge Adlige aus dem rauen Darpatien versucht sich zunächst aus allem herauszuhalten, weil ihm die Intrigen fremd sind. Dumm nur, dass sich ausgerechnet Edelhards Verlobte Jazemina Ernathesa in Boromeo, einen Sohn der verfeindeten Familie Amazetti verliebt hat, der in seinem Übermut selbst ziemlichen Ärger bekommt. Und dass ist nur eine der vielfältigen bösen Intrigen unter den reichen und mächtigen Familien Taladurs, der reichen Eisenstadt im Herzen Almadas, die eine unruhige Zeit versprechen.

Man merkt dem ersten Band an, dass er erst einmal das Szenario bereitet und die Weichen für die späteren Ereignisse stellt. Bewusst springt der Autor von Schauplatz zu Schauplatz und stellt die wichtigen Figuren und ihre Beziehungen vor, baut erste Verwicklungen auf. Der Mord und die Schändung des Leichnams sind dabei eigentlich nur der Auftakt zu den eigentlichen Ereignissen – den Intrigen zwischen den Familien, die nun wie in einem klassischen Drama ihren Lauf nehmen.

Da ist einmal das Liebespaar, das zwischen den verfeindeten Familien steht, die Oberhäupter der Adelshäuser, die ihre Rivalen ganz genau beobachten um im entscheidenden Moment den richtigen Zug zu machen. Durch Edelhard von Binsböckel erhält der Leser zugleich die Möglichkeit, in das ganze Intrigengeflecht hineinzuwachsen.

Auch andere Gruppen, wie die geheimniskrämerischen Traumwandler, die sich mit Rauschkräutern in eine andere Bewusstseinsebene versetzen und eine Horde von Ferkinas tragen ihren Teil dazu bei, dass sich die Situation verschlimmert.

Da zwar viele Fragen aufgeworfen, aber kaum Antworten gegeben werden, bleibt die Spannung eher mäßig, die Handlung szenisch. Selbst die eingestreute Action kann den Eindruck nicht verbessern. Immerhin ist es flüssig geschrieben, Längen werden weitestgehend vermieden.

Bei der Vielzahl der Figuren ist es auch nicht möglich, diese eingängiger zu charakterisieren, so bleiben selbst die wichtigen Personen eher blass, so dass man sich keinen wirklich merken kann. Aus dem Grund ist der Dramatis Personae auf den letzten Seiten auch sehr hilfreich.

Der Aventurien-Kenner wird zwar einiges wiedererkennen, was die Atmosphäre von Das schwarze Augen wiederspiegelt, dennoch ist Taladur so allgemein gehalten, das die Stadt auch im dekadenten Süden oder im lieblichen Feld spielen könnte.

Wer also eine abgeschlossene Handlung mit viel Action oder zumindest ausgefeilteren Figuren sucht, wird letztendlich nicht zufrieden sein.

Alles in allem bietet „Türme im Nebel“ zwar einen angemessenen Auftakt der Reihe „Türme im Nebel“, dürfte aber dennoch vor allem die Leser ansprechen, die großangelegte Intrigenspiele mögen und so nichts dagegen haben, dass der erste Roman eher zur Einführung dient, als wirklich mit Spannung und tiefergehenden Entwicklungen punkten kann.

3 von 5 Sternen

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