[Rezension] Zombie Zone Germany

as-ZombieZoneGermanyHerausgeber: Torsten Exter
Verlag: Amrun-Verlag
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 370 Seiten
Erschienen: März 2015
ISBN: 978-3944729749
Preis: 12,90 Euro

von: Kris

Zombies sind immer noch hoch im Kurs, aber die Art, mit dem Thema umzugehen, ist in den letzten Jahren sehr von „The Walking Dead“ und diversen romantisch veranlagten Jugendbüchern geprägt worden. Aber immer noch finden Herausgeber und Autoren einen Weg, dem ganzen eine eigene Note zu geben. „Zombie Zone Germany“ gehört zu dieser Art von Anthologien.

Klappentext:
Unsere Städte wurden Höllen. Sie kamen über Nacht. Ihr Hunger war unstillbar. Sie fielen wie Heuschreckenschwärme über die Lebenden her. Zerrissen sie, fraßen, machten aus ihnen etwas Entsetzliches. In den Straßen herrscht verwestes Fleisch. Zwischen zerschossenen Häusern und Bombenkratern gibt es kaum noch sichere Verstecke. In Deutschland ist der Tod zu einer seltenen Gnade geworden. Hohe Stahlbetonwände sichern die Grenzen. Jagdflieger und Kampfhubschrauber dröhnen darüber. Es wird auf alles geschossen, was sich (noch) bewegt. Deutschland wurde isoliert – steht unter Quarantäne.

Die wenigen Überlebenden haben sich zu Gruppen zusammengeschlossen, oder agieren auf eigene, verzweifelte Faust. Gefangen unter Feinden. Im eigenen Land. Doch ist der Mensch noch des Menschen Freund, wenn die Nahrung knapp wird und ein Pfad aus kaltem Blut in eine Zukunft ohne Hoffnung führt?

Die Auftakt-Anthologie zu Deutschlands größter Zombie-Reihe mit 21 Kurzgeschichten von Alin Rys, Britta Ahrens, Carolin Gmyrek, Christian Günther, Daniel Huster, Eberhart Leucht, Fabian Dombrowski, Felix Kreutzmann,

Heike Schrapper, Jan Christoph Prüfer, Joshua Lorenz, Kerstin Zegay, Lisbeth Duller, Chris Dante, Marina Heidrich, Markus Cremer, Nora Wanis, Sandra Longerich, Sebastian Braß, Tom Karg und Vincent Voss

Zum Inhalt:
Im Jahr 2020 sind sie einfach da. Ein Virus verwandelt immer mehr Menschen in die nach dem Fleisch der Lebenden gierenden Untoten und schon bald bricht das Leben in Deutschland – so wie wir es alle kennen, zusammen. Das Chaos regiert, die Städte werden zu toten Zonen – aber auch auf dem Land ist man nicht mehr sicher.

Da die Nachbarländer die Grenzen schließen und keine Hilfe anbieten, sind die Menschen von nun an auf sich gestellt. Wer überleben will, muss kämpfen – nicht nur gegen die Zombies, sondern auch um jedes Lebensmittel.

Die einundzwanzig Geschichten spielen ein bis zwei Jahre nach dem Vorfall, der das Leben in Deutschland auf den Kopf stellt. Da ist der Junge, der mit seinem Großvater allein in einem abgelegenen Haus lebt. Bisher haben sie es geschafft, durchzuhalten, aber langsam verliert der alte Mann die Kraft. Und schließlich ist es kein Zombie, der in ihre Welt einbricht.

Hält er sie gefangen oder sie ihn? Ein junger Mann kann seine geliebte Annie nicht verlassen, die längst zu einer Untoten geworden ist. Und auch einem Bruder fällt es schwer, seine kleine Schwester zurück zu lassen, vor allem weil er sich fragt, warum es überhaupt noch Sinn macht, weiterleben zu wollen.

Eine ähnliche Entscheidung muss ein anderer Junge treffen, der genau weiß, dass seine Mutter nicht mehr zu den Lebenden zurückkehrt. Aber da ist auch noch seine kleine Schwester, die das einfach nicht verstehen will. Deshalb hält er es noch immer an einem Ort aus, an dem sie jederzeit fürchten müssen, den Zombies zum Opfer zu fallen.
Andere Erzählungen versuchen zu erklären, wie die Zombies überhaupt erst entstanden sind, beschreiben mal ernst und düster, dann aber auch mit einem Augenzwinkern, wie der Virus sich erst langsam und dann immer schneller ausbreitete.

Wieder andere schildern den verzweifelten Überlebenskampf, die Hoffnung der Lebenden, es doch noch irgend wie weiter zu schaffen und die Momente, in denen alles verloren scheint …

Heraus kommt eine eindringliche Sammlung von ganz unterschiedlichen Erzählungen. Allen ist gemeinsam, dass sie sich auf einen Schauplatz und eine überschaubare Menge von Personen konzentrieren.

Deutschland wirkt dabei durchweg postapokalyptisch. Die Infrastruktur ist zusammengebrochen, Feuer und andere Katastrophen haben die Städte zerstört oder sind gerade noch dabei, die Läden so gut wie ausgeplündert.

Der Umgang mit dem Thema ist jedoch sehr unterschiedlich. Einige Autoren neigen dazu, auch noch die letzte Hoffnung ihrer Protagonisten zu zerstören, andere wieder lassen den Funken noch einmal ganz hell aufflammen. Oft sind es Geschwister oder Liebende, die sich entscheiden müssen, welchen Weg sie gehen wollen. Dann wieder kommen Fremde an einen ort, der für sie Leben und Tod zugleich bedeuten kann.

Die meisten Geschichten konzentrieren sich bewusst auf das Innenleben der Männer und Frauen, die vor dem Desaster stehen, einen geliebten Menschen verloren zu haben oder vielleicht zu verlieren, die andererseits auch nicht los lassen können. Der ein oder andere versucht auch aus der Sicht eines Zombies zu schreiben, was sich auch nicht gerade uninteressant liest. Auf jeden Fall schimmert in den Geschichten immer ein wenig Hoffnung durch, gepaart mit Verzweiflung, nur ganz selten sind die Menschen bereits abgestumpft.
Ganz wenige setzten jedoch auf Action und Horror, scheinen es regelrecht zu genießen, die Zombie-Apokalypse in allen Einzelheiten und mit ekligen Details zu beschreiben. In diesem Fall kommen die Figuren leider ein wenig zu kurz, die Fans rasanten Horrors jedoch zu ihrem Recht.

Wirklich böse, ja geradezu schwarzhumorig wird es nur in einer Geschichte, in der die „Rückkehr der faulen Schlampe“ erst an allem Schuld ist.

Alles in allem entsteht so eine gute Mischung aus Geschichten, die es jedem Leser erlaubt seinen oder seine Favoritin zu finden. Stilistisch sind die Erzählungen auf einem Level – es gibt keine Ausreißer nach unten.

Mein Fazit:
„Zombie Zone Germany“ beweist, dass sich auch zu populären Themen wie Zombies und Endzeit immer noch neue Facetten hinzufügen lassen. 21 Autoren beweisen dies in sehr unterschiedlichen und abwechslungsreichen Geschichten, unter denen man als Leser garantiert seinen Favoriten finden wird.

Meine Wertung:
4 vom 5 Zonenzombies

[Rezi] Steampunk Akte Deutschland

Verlag: Art Skript Phantastik

Format: Taschenbuch, 224 Seiten

Erschienen: Juli 2014

ISBN 13: 978-3945045008

von: Würfelheld

Es ist mal wieder an der Zeit sich einer Anthologie zu widmen. Dieses mal aus dem Steampunk Genre. Steampunk Akte Deutschland enthält 15 Kurzgeschichten, die hier vom Archivar als Akten geführt und die durch einen Wechsel an einer Organisationsspitze nun der Öffentlich zugänglich gemacht werden.

Werfen wir aber nun einen kleinen Blick auf die einzelnen Akten.

Zum Inhalt:

Den Anfang macht Der mechanische Mann. Gefreiter Hasenkamp, ein Soldat der königlichen Armee wird auf dem Schlachtfeld von einem seiner französischen Gegner verletzt und verfällt ins Koma. Als er wieder erwacht hat sich vieles in seinem Leben verändert. Er ist teils Mensch, teils Mechanik und er befindet sich an Bord eines Luftschiffes, welches sich auf den Weg nach Berlin befindet. Dort soll Hasenkamp auf Bismarck persönlich treffen. Somit wird das Leben kurios.

Was passieren kann, wenn ein junger Mann einer jungen Bastlerin und Ladenbesitzerin imponieren möchte, erfährt man in Die Geister, die ich rief. Eine Geschichte die in Mainz angesiedelt ist und rund um den Dom ihren Handlungsverlauf hat.

Erasmus Emmerich & der Messing Türknauf versetzen uns zurück nach Berlin. Emmerich seines Zeichens geschworener Detektiv, wird durch besagten Türknauf auf eine „Geist“-reiche Angelegenheit aufmerksam und muss Nachttrolle neu beurteilen.

Wilhelm Proterius (Proterius Konservendose) ist absolut nicht über die neusten Nachrichten aus England, von seinen Konkurrenten, erfreut und ärgert sich über die ihm auferlegten Regelungen der Kleinstaaterei. Um sich aber seines Ärger zu entledigen verbringt er Nacht um Nacht an und mit seiner neuen Errungenschaft.

Harkon Christobal der Protagonist aus Seelenverzerrer, der Augsburger Obrigkeit angehörig, führt uns in die dunklen Seiten seines Stadtviertels ein. Allerdings machen wir mit dieser Story einen Sprung ans Ende des 21. Jahrhunderts, jedoch steamig-passend.

Wolfsjäger in Castrop Rauxel braucht man nicht, sagt ihr. Dann fragt mal Pascal, seines Zeichens genau dieses. Was Pascal eines Nachts auf einer Jagd widerfährt findet man in Akte 6.

Die Tücken der Technik führt uns nach Hamburg und zeigt was verzweifelte Mechaniker alles tun bzw. zu was diese alles fähig sind, um ihre angenommenen Aufträge zu erfüllen. Und nebenbei geht’s ums gute Geld.

Die nächste Akte namens Archibald Leach und der Plan des Kaisers, bringen Leach und Karl May in Dresden zusammen, welche einem geheimnisvollen Zug aufs Korn nehmen wollen. Dieser Zug reist quer durch die Republik und sorgt für Merkwürdigkeiten.

Der Geist in der Maschine zeigt eine Erfindung, nein, die Erfindung welche das Kaiserreich verändern wird, denn sie kann eindeutig zwischen Gut und Böse unterscheiden und so für Gerechtigkeit sorgen.

Was ein liebender Vater alles bereit ist zu tun damit seine Tochter am Leben bleibt, erfährt man in Der Plan des Grafen von B. . Dabei geht es in die Künstlerszene von Berlin ums Jahr 1870.

Bei Der Wunsch wird eine geheime Grabung an einer alten baufälligen Friedhofskirche durchgeführt. Die Grabung ist erfolgreich und das Gesuchte wird geborgen. Allerdings bringt das Gefundene den Tod, Rätsel und Wünsche mit sich.

Wozu eine junge Frau aus Liebe und Familiensinn in der Lage ist erfahren wir in der nächsten Akte, Das einfallsreiche Fräulein Helena Ruth. Aber auch wenn sie einfallsreich ist, ist sie bei ihrem mächtigen Gegenspieler auf Hilfe angewiesen, auf nicht alltägliche Hilfe.

Ingenieur Rudolph Fentz hat sich die StaSt mehr oder mindern zum Feind gemacht und landet so in Haft. Dort erwartet er alles, aber es kommt ganz anders. Er wird im Verhör überrascht, denn es geht nicht um Landesverrat, sondern um seine Erfindung. Die Erfindung die die derzeitige Krise abwenden könnte, was vielen Parteien nicht gefallen dürfte. Der Mann in schwarz überrascht Fentz mit seinem Wissen über seine Erfindung.

Kriminalkommissar Falk ermittelt im Hannoverischen Industriemilieu, aber das nicht nur einmal, denn ihn schlägt es immer wieder zu einer Adresse zurück. Warum das so ist erfahren wir in Der Parasiteur.

Die letzte Akte dieser Sammlung trägt den Namen Der Gehilfe des Puppenmachers. Wilhelm Ehrhaben hat vor zwei Jahren das Puppengeschäft seines verstorbenen Vaters übernommen und versucht seither, ohne Erfolg, an die Qualität seines Vaters anzuknüpfen. Als eines Tages ein getarntes Wesen seinen Laden betritt, wittert Wilhelm seine Chance. Schnell wird es versklavt.

Akten-Übersicht im Detail:

01 Detlev Klewer: Der mechanische Mann
02 Corinna Schattauer: Die Geister, die ich rief
03 Katharina Fiona Bode: Erasmus Emmerich und der Messing-Türknauf
04 Daniel Huster: Proterius‘ Konservendose
05 Daniela Herbst: Seelenverzehrer
06 Kim Christine Wiefelspütz: Wolfsjäger
07 Dennis Frey: Die Tücken der Technik
08 Markus Cremer: Archibald Leach und der Plan des Kaisers
09 Marion Fischl: Der Geist in der Maschine
10 Adrian Sommerfeldt: Der Plan des Grafen von B.
11 Ashley Kalandur: Der Wunsch
12 Isabelle Wallat: Das einfallsreiche Fräulein Helena Roth
13 Fabian Dombrowski: Der Mann in Schwarz
14 Andrea Bienek: Der Parasiteur
15 Daniel Schlegel: Der Gehilfe des Puppenmachers

Mein Fazit:

Der Art Skript Phantastik Verlag hat gerufen und fünfzehn Autoren haben sich eingefunden den gebotenen Platz zwischen diesen beiden Buchdeckeln mit ihren steampunkigen Geschichten zu füllen. Dieses gelingt ihnen auf sehr unterhaltsame Weise, welche eine schöne Atmosphäre ins Kopfkino zaubert.

Die Protagonisten zeichnen sich alle hervorragend auf der Kopfkinoleinwand ab und schaffen es den Leser mit auf ihre Erlebnisreise zu nehmen. Die realgeschichtlichen Persönlichkeiten bringen die entsprechende Würze in die Storys.

Auch die kleinen feinen Ideen die über den Buchblock verteilt sind, verleihen selbigen einen steamigen Anstrich und wissen zu gefallen.

Leider wird es mit Untoten Kroppzeugs aus meiner Sicht ein wenig zu sehr übertrieben, was mir das Steampunk Gefühl etwas geraubt hat.

Alles in allen kann man diese Steampunk-Anthologie guten Gewissens empfehlen und es freut mich sehr dass der deutscher Steampunk hiermit ein weiteres gelungenes Werk erhält. Es bleibt zu hoffen das es nicht das letzte gelungen Steampunk-Werk aus dem Art Skript Phantastik Verlag bleibt.

Meine Wertung:

4,5 von 5 Gaslichter