[Lesung] FIEBERGLASTRÄUME – Niklas Peinecke liest „Animatoo“

Aus dem Dortmunder Untergrund ist uns diese Sounddatei zugespielt worden, welche auf der DortCon 2013 heimlich mitgeschnitten worden ist. Nach stundenlanger Fuzzelsarbeit ist es uns gelungen das wichtigste zu filtern und es so der Welt nicht vorzuenthalten …

FIEBERGLASTRÄUME – Niklas Peinecke liest „Animatoo“

[Rezi] Maschinenkinder

Autor: Frank Hebben

Verlag: Shayol

VÖ: 12.2012

Format: Klappbroschur, 217 Seiten

ISBN 13: 978-3-943279-07-8

von: Würfelheld

Im Dezember 2012 erblickte die SF Storysammlung Maschinenkinder, welche aus dem Schaffenszentrum von Frank Hebben stammt, das Licht der Welt. Die Sammlung enthält insgesamt fünfzehn Storys, die zwischen einer Klappbroschur Platz gefunden haben.

Zum Inhalt:

Um einen genaueren Einblick zu geben, werfe ich hier nun einen kurzen Blick auf die einzelnen Storys. Den Anfang macht allerdings ein Vorwort von Myra Cakan, selbst durch ihre zahlreichen Publikationen bekannt.

Den Storyauftakt macht Das Lichtwerk. Eine Story über das Leben nach einem gewaltigen Krieg, der die Gesellschaft erschütterte und aufzeigt, zu was der Mensch tatsächlich fähig ist. In dieser Zeit lebt ein Kriegsveteran mit zwei Jugendlichen in einem alten Flakturm und versucht die Zeitebenen und deren unmenschlichen Auswüchse zu bekämpfen. Das große Ziel der Drei ist das Wiederfinden anderer Überlebender.

Weiter geht es mit Schwarzfall. Abhängigkeit ist hier das Stichwort! Abhängigkeit von Prothesen und Strom. In einer Zeit, in der sich Prothesen zu „In“ Produkten entwickeln und in der Strom für den alltäglichen Lebensbetrieb fast genauso wichtig ist, wie Sauerstoff, in dieser Zeit erlebt ein Teil der Menschheit den Rückfall ins Mittelalter. Das Warengut Strom ist nicht mehr erhältlich und somit der Betrieb der Prothesen unmöglich.

Anschließend geht es in die Maschinen- Cyberwelt von Machina. Eine süchtigmachende Onlinewelt, die einem Mittzwanziger in ihren Bann zieht und dafür sorgt, dass dieser von seiner Schwester versorgt werden muss. Nach einem einschneidenden Gespräch ändert sich das Leben beider, auf eine Weise, welche sie nicht vorhergesehen haben.

Einen Blick in die Zukunft der TV Familienunterhaltungsshows gibt es in Elysian. Hier wird der Weg, der zur Zeit von den Mattscheibenflutern beschritten wird, auf die Spitze getrieben. Die dunkle Seite der Quote ist hier alles!

In Krematorium muss das menschliche Fleischsein überwunden werden, denn Dieses wurde von der großen Maschine als der Hauptversagensfaktor beim Menschen ausgemacht. Der Übergang dazu erfolgt durch absolute Hingabe und nach dem Übertritt sorgt die Hülle noch für Kraft.

Die Kinder der grossen Maschine zeigt den Lebensalltag und dessen Eintönigkeit, wenn man im Dienste der Maschine steht, auf. Reibungslose Funktion als Gebot. Dabei wird keinerlei Rücksicht auf Position und Ansehen genommen – wobei dieses nicht in allen Verhältnissen stimmt.

Byte the Vampyre bringt eine kalte harte Welt der Abhängigkeit zum Vorschein und vermischt Gut und Böse, wie es im Cyberpunk sein sollte.

In Highscore wird die Abhängigkeit von Gamern auf die Spitze getrieben und das mit einem klasse Retrofinale.

Transhumanoide-Erlebnisse in den unendlichen Weiten des Alls, auf der Suche nach Leben und dessen Entwicklung. Diesen Weg folgt der implantierte Geist und geht seinen Ursprüngen auf den Grund. Dieses Erlebnis wird in Cyst beschrieben.

Das unwirkliche Leben nach dem atomaren Blitz und der darauf folgenden Feuerwand wird in Cotè Noire wiedergegeben. Dabei wird in Abgründe, wie etwas glaubensmotivierte Massensuizide, geblickt und man bekommt ein Feeling, wie man es lieber nicht erleben möchte.

Gefangen im metallischen Kokon, gefesselt durch Forschung und das Leuchten der Sonnensystem-Ferne erlebt man die Gefahren auf dem Muschelplanet. Um sich schlussendlich dem Kokon anzuvertrauen.

Schwarz Weiss sind nicht nur die eingeschränkten Gedanken oder die Figuren auf einem Schachbrett, sondern auch die Produktionsroboter auf den äußeren Monden der Galaxie. Diese gehen strickt ihrem Arbeitsauftrag nach, wobei dieser durch einige Elemente gestört wird. Diese ungewöhnlichen Ereignisse sorgen dafür, das schematisches Handeln erfolgen muss.

Ein Alte künstliche Mentalität verkauft uns in Brause, selbige. Dabei geht es nicht nur um das prickelnde Getränk, sondern auch um Verfallsdaten, einmalige Erlebnisse und Freundschaften.

Den Abschluss von Maschinenkinder bildet eine Koop-Story namens Outage. Hier haben Thorsten Küper und Uwe Post ihr Können mit einfließen lassen und der Story rund um Verschwörung und Systemkritiker Leben eingehaucht. Mehrere Fäden werden hier zum Ziel geführt und zeigen auf, was man sich alles bieten lassen muss. Systemkritik unerlaubt!

Mein Fazit:

Frank Hebben vereint in Maschinenkinder einen Überblick über sein Schaffen. Dabei vermischt er die unterschiedlichsten Subgenres und Stilelement und webt daraus eine Dichte, die man sich als Leser nur wünschen kann. Dabei dreht sich alles um „die große Maschine“, wobei diese in den unterschiedlichsten Formen, wie etwa einem Getränkeautomaten, dem Internet oder der Gesellschaft vorkommen kann. Die Detailliebe sorgt für einen schnellen Einstieg und läßt das Kopfkino eine gute Vorstellung abliefern.

Ein Wort möchte ich auch zur Aufmachung des Buches loswerden, denn das hat es aus meiner Sicht verdient. Es strotzt vor liebevoll durchdachten Details wie etwa den Seitenzahlen oder den Initiaten..

Leider verpasst es Frank Hebben aber das gesamte Potenzial der ein oder anderen Geschichte voll auszunutzen. So bergen viele Storys soviel Potenzial, das man mit ihnen auch ganze Romane hätte füllen können.

Alles in allen – bitte mehr davon!

Meine Bewertung:

4,5 von 5 analoge Dunkelheiten

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Weitere Infos:

Shayol Verlag im Netz

Frank Hebben im Netz

Frank Hebben bei Facebook

FIEBERGLASTRÄUME – Kybernetische Kurzgeschichten

Der Kabelgott, der durch dein Hirn spukt, der Horrortrip in deinen Adern, der schwarze Code in deinem Blut … Bist du dabei? Komm schon, zeig uns, was du draufhast! Stöpsel dich ein in die Fieberglasträume: 14 illustrierte Textfiles von den Avantgardisten des deutschen Cyberpunk, die deinen Geist durch digitale Welten jagen. Schillernd bunt und brutal. Fühle den Nervenkitzel, der dich packt, wenn du deine Chips auf Hochtouren taktest. In dieser Realität darfst du alles – aber lass dich nicht erwischen.
Wir haben dich gewarnt!

Mit Geschichten von:

Michael K. Iwoleit, Peter Hohmann, Sven Klöpping, Jens Ullrich, Niklas Peinecke, Thorsten Küper, André Wiesler, Michael Rösner, Frank Hebben, Christian Günther, Frank Werschke, Jan-Tobias Kitzel, Peer Bieber, Ingo Schulze und David Grashoff

Mit einem Vorwort von Rob Boyle

15 Farbtafeln

Umschlagbild: Christoph Jaszczuk

14,95 €, Taschenbuch, 336 Seiten
ISBN: 978-3-943795-40-0

[Gewinnspiel] Cyberpunks haben eine neue Heimat gefunden

Die ->HIER<- zur Verlosung ausgeschriebenen signierten Cyberpunk Romane aus der Kopffabrik von Christian Günther haben, pünktlich zum Weihnachtsfest, eine neue Heimat gefunden.

Ich wünsche viel Lesespaß!

Gewonnen haben:

Jan D.

38*** Wolfsburg

 

 

 

Sze K**

10** Wien (A)

 

 

 

 

[Hörspiel] Es wird wieder gelaufen!

Vor langer Zeit bin ich auf die Cyberpunk Hörspiele Cassandra`s Run aufmerksam geworden und habe die bis dato sechs erschienen Teile gerne konsumiert. Nun gibt es Neuigkeiten vom Nürnberger Widerstand. Am 25.12.2012, ja genau vier Tage nach dem medial propagierten Weltuntergang geht es weiter.

Ich freu mich drauf!

[Gewinnspiel] Gewinne eine signierte Ausgabe von Maschinenkinder

MaschinenkinderWie bereits an dieser Stelle berichtet, erscheint bald die neue Collection von Frank Hebben.

Der Shayol Verlag wird Maschinenkinder demnächst auf die Leserschaft loslassen. Somit dürften die wild mit den Füssen scharrenden Fans, die Frank nach Prothesengötter ohne Zweifel haben dürfte, endlich Nachschub bekommen.

G*E*W*I*N*N*S*P*I*E*L

Du möchtest eine signierte Ausgabe von Maschinenkinder Dein eignen nennen. Dann beantworte einfach die nachfolgende Frage und sende bis zum 13.12.2012 – 22 Uhr eine E-Mail (Betreff: Maschinenkinder) mit Deiner Lösung und Adresse  an wuerfelheld [at] arcor [.] de .

Bei Erhalt mehrere richtiger Antworten entscheidet das Los!

Frage: Welchen Drink bestellt Céline in der Geschichte „Memories“ (in: Prothesengötter 2008)?

  • a. Vodka
  • b. Sunburn
  • c. Side Car
  • d. Bourbon

Tipp: eine entsprechende Leseprobe hält das WWW bereit.

WEITERE INFOS

Leseprobe zu Maschinenkinder

Frank Hebben im Netz

Shayol Verlag

ZU MASCHINENKINDER HEISST ES

„Atmosphärisch dicht und intensiv. Wie eine chinesische Tuschezeichnung: Das meiste entsteht erst im Auge, in der Phantasie, des Betrachters. Das zeigt, dass die skizzenhaften Striche gut gesetzt sind. Kann nicht jeder, ich würde sogar behaupten: Das können nur wenige. “ [Michael Szameit]

“Sicher, Geschichten wie sie in seinen Storysammlungen zu finden sind, hat man auf die eine oder andere Weise schon einmal gelesen […] [a]llerdings geht es Frank Hebben nicht darum, das Geschichtenerzählen neu zu erfinden, seine Storys sind sinnliche Erlebnisse. Es ist seine Bildersprache, die einen in diese düstere Welt zieht, dazu braucht er nur ein paar lässig hingeworfene Sätze, und schon riecht, schmeckt man seine Welten.” [Myra Çakan]

“Auf der Jagd! Nach Erinnerungen, die sie der Obhut digitaler Datenträger überlassen haben; nach den Resten ihres menschlichen Körpers; nach dem Kick, den man erlebt, wenn man den Tod eines anderen durchs Kabel miterlebt. All das suchen die Protagonisten dieser Geschichten in einem Labyrinth von miteinander verschalteten Maschinen, Leibern und Geistern. Die Ahnentafel dieser Wesen, die nur zum geringen Teil noch Menschen sind, ist weit verzweigt – jedes Einzelne von ihnen ist ein Maschinenkind.” [Jakob Schmidt]

„Frank Hebbens Geschichten schaffen, was nur der besten Literatur gelingt: Sie bringen einen dazu, Fragen zu stellen. Bei der einen Story mag man sich fragen, was Realität, was Illusion ist. Bei der nächsten, wie man in einer Zukunft, in der sich das Gedächtnis manipulieren lässt, der menschlichen Erfahrung und Erinnerung trauen kann. Er fordert unsere ethischen Maßstäbe heraus, indem er die Grenzen dessen erkundet, was als Kunst betrachtet werden kann. […] Er ist anregend, belesen und unterhaltsam. Hier kommt man mehr als nur auf seine Kosten. Man bekommt alles, was ein guter Autor einem geben kann.“ [Jeffrey Thomas]

[Rezi] Cyberabad

https://i1.wp.com/www.randomhouse.de/content/edition/covervoila/351_52973_119820_xxl.jpgAutor: Ian McDonald

Verlag: Heyne

Format: broschiert, 800 Seiten

VÖ: Juli 2012

ISBN 13: 978-3-453-52973-1

Preis: 10,99 €

von: Martin Wagner

Vermutungen über die nahe und ferne Zukunft sind fester Bestandteil vieler Unterhaltungen, denn auch wenn der Mensch in der Gegenwart lebt, ist es doch die Zukunft für die er lebt. Es ist deshalb nicht überraschend, dass sich Bücher, Filme und Fernsehserien, die sich mit der Zukunft beschäftigen, großer Beliebtheit erfreuen. Es ist dabei auch egal, ob es sich um fiktionale oder wissenschaftliche Umsetzungen des Themas handelt, die Zukunft interessiert immer.

Selbstverständlich verkaufen sich fiktionale Bücher und Filme besser als wissenschaftliche und das haben einige Autoren frühzeitig erkannt. Der Engländer Ian McDonald ist einer der bekanntesten Vertreter dieser Zunft und macht vor allen Dingen durch seine realistische Sicht auf zukünftige Errungenschaften von sich reden. Auch seiner neuester Roman „Cyberabad“, der in Deutschland beim Wilhelm Heyne Verlag erschienen ist, zeichnet sich dadurch aus und wurde vollkommen zurecht mit dem British Science Fiction Association Award ausgezeichnet. Der Roman entführt den Leser ins in der Moderne angekommen Indien des Jahres 2047 und in eine Zeit, in der sich die Zukunft der Menschheit entscheidet.

Um die Zukunft der Menschheit kämpfen in „Cyberabad“ zehn Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Unter diesen zehn bedeutenden Menschen sind auch ein Gangster, dessen Schulden ihn dazu zwingen gegen die eigenen Überzeugungen zu handeln, zwei Wissenschaftler, die eine Entdeckung machen, die direkt mit der Zukunft der Menschheit zusammenhängt, ein Polizist, der das Wissen und die Waffen besitzt, um eine entscheidende Rolle zu spielen, eine mysteriöse junge Frau mit besonderen Fähigkeiten, ein Politiker und seine große Liebe, und ein Stand-Up Comedian, der sein Leben um 180 Grad drehen muss, als er ein Drittel des großen Familienunternehmens erbt. Im Jahr 2047 ist Indien nicht mehr was es heute ist, Provinzen haben sich abgespalten und alte Feindschaften wurden neu entfacht und ein Krieg bricht aus. Gleichzeitig sorgt eine Dürre dafür, dass der Ganges kaum mehr als der Fluss Indiens sondern nur noch als Flüsschen vorhanden ist. Doch diese politischen und geologischen Probleme sind nur ein Faktor, der das Schicksal der Menschheit beeinflusst. Viel entscheidender sind der gesellschaftliche Wandel und die wissenschaftliche Entwicklung. Künstliche Intelligenzen sind seit Jahren aus den Medien und den Firmen nicht mehr wegzudenken und haben mittlerweile einen großen Einfluss. Bisher war es jedoch verboten eine KI zu schaffen, die dem Menschen überlegen ist. Leider lässt sich auch bei Künstlichen Intelligenzen die Evolution nicht dauerhaft verhindern und es kommt, wie es kommen muss und noch viel schlimmer als man es erwartet.

Viele Protagonisten, viele Antagonisten und viele Handlungsstränge führen dazu, dass man als Leser fast 100 Seiten braucht, bis man im Buch angekommen ist und die Zusammenhänge, die nicht überall klar zu erkennen sind, versteht. Hat man diese 100 Seiten aber hinter sich gebracht, erlebt man ein Lesevergnügen, das man so selten erlebt hat. Die Protagonisten und Antagonisten sind rund und man genießt schon bald deren Eigenarten, ihre Stärken und vor allen Dingen ihre Schwächen. Neben den Figuren sind es aber vor allen Dingen die möglichen technischen Entwicklungen, die McDonald einführt und vorstellt, die überzeugen können. Künstliche Intelligenzen, Drohnen, voll digitale Fernsehshows und vieles mehr lassen den SciFi-Fan lächeln und träumen. Protagonisten und technische Dinge sind aber nicht alles, was man für einen guten Roman braucht. Die Geschichte muss auch stimmig sein und auch das gelingt McDonald spielend. Einige Dinge sind zwar vorhersehbar, andere jedoch kommen völlig unerwartet und beides zusammen führt zu einem spannenden wissenschaftlichen Thriller, der völlig zurecht bereits in England preise gewonnen hat.

Fazit: „Cyberabad“ vom Meister der Science-Fiction Romane Ian McDonald ist ein spannender Thriller mit vielen Figuren und vielen Handlungssträngen, in den man sich langsam hinein finden muss, um ihn dann völlig genießen zu können. Realistische technische und politische Entwicklungen und Exotik, mehr kann man nicht mit SciFi machen.