[Rezension] Tödlicher Auftrag

Autor: Joe Haldeman
Verlag: Mantikore-Verlag
Format: broschiert
Seitenzahl: 300
Erschienen: Feb. 2014
ISBN 13: 978-3939212454
Preis: € 12,95

von: Würfelheld

Haldeman, ja der sagt mir etwas. Habe vor langer Zeit mal sein Werk „Der ewige Krieg“ gelesen. Außerdem hat das Cover von diesem Werk irgendwie so ein Touch von etwas älteren und sehr wahrscheinlich meistens eingestaubten Shooter Klassiker wie etwas „Spec Ops“. Also Buch in die Hand, Deckel beiseite geklappt und die Nase reingesteckt.

Klappentext:
Jack Delay, ehemaliger Scharfschütze der US Armee, erhält ein sonderbare Lieferung: Im Paket sind ein Scharfschützengewehr samt Munition und ein paar Tausend Dollar in bar als „Anzahlung“. Der anonyme Absender verspricht noch mehr Geld. Delay soll dafür einen Mann töten. Was Delay zunächst für einen skurrilen Scherz hält wird schnell bitterer Ernst. Bald wird Jack Delay selbst zur Zielscheibe und muss sich entscheiden. Eine atemlose Hetzjagd auf Leben und Tod beginnt…

Zum Inhalt:
Nachdem Jack Delay schwer verwundet wird, muss er aus dem Aktiven Dienst der US Army, als Scharfschütze, ausscheiden. Er schlägt sich seit diesem Ereignis so durchs Leben, denn mit seiner Invalidenrente kann er sich keine großen Sprünge leisten und so beschließt er sich mal als Schriftsteller zu versuchen. Eines Tages erhält er durch seine Agentin ein, für seine momentanen Verhältnisse, unfassbares Angebot. Er soll einen Rohentwurf eines Horrorromans erstellen, wofür er 50.000 Dollar bekommen soll. Ohne lange zu überlegen sagt Jack zu.

Jack macht sich frisch ans Werk, ohne wirklich zu wissen, worauf er sich da eingelassen hat. Nachdem er einige Kapitel fertig gestellt hat, erhält er Post, welche einen Einblick in die sich anbahnende Zukunft erlaubt. Im Paket sind ein Scharfschützengewehr, passende Munition und Unterlagen zu Jacks nächstem Hit enthalten. Außerdem findet Jack eine eindeutige Botschaft, sollte er den Hit nicht durchführen, stirbt seine Lebensgefährtin Kit.

Jack offenbart sich Kit und die beiden beschließen ihrem Leben eine neue Richtung zu geben, sprich sie fliehen vor den Wahnsinn. Allerdings werden die Beiden schnell wieder aufgefunden und der Wahnsinn geht weiter. Eine wahre Hetzjagd, ohne Rücksicht auf Verluste, nimmt ihren lauf.

Mein Fazit:
Joe Haldeman zeigt mit „Tödlicher Auftrag“ das er weiß wovon er spricht und kann hier auch seine eigenen Vergangenheit einfließen lassen. Das merkt man auch, denn es ist kein Überhang zur Übertreibung oder Ex-Supersoldaten vorhanden. Die Protagonisten haben mich überzeugt und wirkten weder gezwungen noch gekünstelt.

Für mich zwar nicht neu, aber trotzdem erstklassig umgesetzt, finde ich die Perspektivwechsel. man könnte sogar sagen, Haldeman hat zwei Bücher erschaffen. So hat man als erstes die Jack-Perspektive und zum anderen die Horrorroman-Perspektive, die auf gelungene Art und Weise verschmelzen.

Das Ende von „Tödlicher Auftrag“ kommt etwas schnell um die Ecke, allerdings ist zu diesem Zeitpunkt alles gesagt und so bin ich mit einem Lächeln auf den Lippen aus diesem Werk ausgestiegen. Ich freue mich schon auf den nächsten Haldeman.

Meine Wertung:
4 von 5 Scharfschützen

[Rezension] Jet

Autor: Russell Blake
Verlag: Luzifer-Verlag
Format: Klappbroschur
Seitenzahl: 321 Seiten
Erschienen: Oktober 2014
ISBN 13: 978-3943408379

von: Würfelheld

Ein Buch was mich wieder durch seinen Klappentext bekommen hat und das nicht nur weil mal wieder einer der sagenumwobensten Geheimdienste der Welt, der Mossad, eine Rolle spielt, sondern auch weil ich so ein wenig an die TV Serie Navy CIS und an das Buch „Der Mossad“ denken musste. Also mal sehen ob es hier auch Nackenschläge a la Gibbs gibt.

Klappentext:
Codename: Jet. Alter: 28 Jahre. Jet war einst des Mossads tödlichste menschliche Waffe, bis sie ihren eigenen Tod vortäuschte, um diese Identität für immer zu begraben. Aber die Geheimnisse der Vergangenheit lassen sich nicht einfach abschütteln. Als ihr neues Leben auf einer ruhigen Insel von einem brutalen Angriff bedroht wird, muss Jet zu ihrer geheimen Existenz zurückkehren, um die zu retten, die sie liebt. Eine wilde Achterbahnfahrt voller schockierender Wendungen beginnt … Fans von Lizbeth Salander, SALT und der Bourne-Trilogie werden ihre helle Freude an diesem unkonventionellen Thriller haben, der mit Höchstgeschwindigkeit auf ein erschütterndes Finale zusteuert.

Zum Inhalt:
Jet eine ehemalige Geheimagentin lebt mittlerweile wieder ein bürgerliches Leben, zwar mit einigen Einschränkungen, aber sie lebt. Sie hat sich auch eine neue Existenz aufgebaut, so betreibt sie ein Cafè. Eines Abend findet in ihrer Nachbarschaft Festlichkeiten statt, die Jet veranlassen ihren Laden früher schließen zu wollen. Doch kurz vor dem vorgezogenen Ladenschluss betritt ein merkwürdig anmutender Typ Jets Laden.

Ohne lange zu fackeln attackiert dieser Jet, welche sich dank ihres Trainings und noch immer ausgeprägten Instinkten erfolgreich Verteidigt und den Angreifer überwältigt. Kurz darauf folgen zwei weitere Typen, die jedoch ebenfalls von Jet ausgeschaltet werden können.

Diese Geschehnisse zwingen Jet zu handeln. Es scheint ganz so, als wenn jemand aus Jets Vergangenheit sie loswerden will, nur dafür kommen eine ganze Menge Leute in Frage. So macht sich Jet kurzentschlossen ans Werk und fängt an, der Sache auf den Grund zu gehen. Dafür muss sie einiges an Reisen, Geduld und Hinterhältigkeiten auf sich nehmen.

Meine Meinung:
Russell Blake versetzt seine Protagonisten sehr geschickt in unterschiedliche Zeitlinie bzw. Rückblenden und sorgt so dafür, dass das Buch nicht ins stocken gerät. Die Aufhänger sitzen so perfekt, das man jedes mal fluchen könnte, weil das Kopfkino im „Stop-and-Go“ hängt. Da aber in jeder Einblendung die Aktion so perfekt passt und man so mit wichtigen Daten versorgt wird, merkt man schnell das diese Szenenwechsel genau das Instrument sind, die dieses Buch mit tragen und auszeichnen, denn Russell Blake gelingt es diesen Bilderwahn, den man von der Kinoleinwand her kennt, perfekt ins innere Auge zu transportieren.

Wer in den letzten Jahren die neueren James Bond oder Jason Bourne Filme gesehen hat, wird sich in diesem Thriller schnell verlieben und nach Beendigung wieder von vorne anfangen wollen.

Ein Papiererlebnis, was sich in diesem Genre nicht zu verstecken braucht und mehr als einen Blick wert ist.

Meine Wertung:
5 von 5 Geheimagentinnen

[Rezi] The Nazi Island Mystery – Ein Fall für Kay Blanchard

Verlag: Evolver Books

Autor: r.evolver

Format: Softcover, 138 Seiten

von: Martin Wagner

 

Pulp-Magazine, so genannt, wegen des Papiers aus dem sie bestanden, waren lange Zeit sehr erfolgreich und werden auch heute noch veröffentlicht. Oft auch als Schund- bzw. Trivialliteratur abgestempelt, haben doch einige der größten Autoren verschiedener Genres, insbesondere des Fantasy-, Horror, und Sciencefictiongenres, ihre ersten Schreibversuche in diesen Magazinen oder anderen Groschenheften begonnen. Weitere beliebte Genres sind Western und Spionagethriller und die verkaufen sich als Groschenhefte sogar zuweilen noch besser als ihre Taschenbuchvarianten.

Ein Sciencefiction-Spionagethriller dieses Formats ist das Büchlein „The Nazi Island Mystery“, eigentlich ein Onlinefortsetzungsroman, von r. evolver. Die Protagonistin des Buches ist die Agentin des britischen MI6 Kay Blanchard, einer Mischung aus einer nymphomanischem weiblichen Version von James Bond und einer Flower-Power-Drogenkosumentin.

Genau diese Frau erhält von ihrem Boss, mit dem sie gerne ein paar Nächte verbringen würde, der aber, zumindest für ihren Geschmack, eine viel zu hübsche Sekretärin hat, den Auftrag den Mord an einem Wissenschaftler im Vierten Reich, genauer in Wien, aufzuklären und natürlich die Hintermänner und -frauen dingfest zu machen. Das ist aber gar nicht so einfach, wenn man andauernd nur an das eine denkt und dabei auch noch die Wirkung verschiedenster Drogen testet. In Wien, nachdem sie etwas Spaß im Flugzeug hatte, muss sich Kay gegen ein paar katzenhafte Angreiferinnen zur Wehr setzen und erhält schließlich eine deutliche Warnung. Diese ignoriert sie natürlich und muss sich dann einem kommunistischen Werwolf stellen und anschließend ein Alienraumschiff stehlen, um schließlich ihrem Ziel, die Insel aus dem Titel des Buches, zumindest näher zu kommen. Zwischen drin hat sich Spaß mit Mann und Frau und Drogen. Aber auch auf der Insel kann sie der sadistischen Herrin der Insel nicht lange widerstehen, was es für sie alles andere als einfach macht. Man kann sich vorstellen, dass es ziemlich trashig und versaut weitergeht.

Trashig und versaut sind die richtigen Worte, um diesen Thriller zu beschreiben. Aber damit beschreibt man nur einen Aspekt und rückt ihn in ein schlechtes Licht, denn das Buch bietet mehr. Es bietet Action, Spannung und abgedrehte Szenen, die das Buch zu etwas Besonderem machen. Außergewöhnlich ist auch der Einstieg in jedes Kapitel, der nicht nur kurz das Kommende nennt, sondern auch einen Song als Soundtrack für das Lesen des Kapitels vorschlägt. Die Songs sind wirklich passend, wobei man so schnell durch die kurzen Kapitel liest, dass man den Song kaum komplett hören kann. Eine tolle Idee, die ich mit für einige Bücher wünsche und die natürlich auch etwas über den Autoren und seinen Musikgeschmack aussagt. Ein Blick noch auf die Protagonisten und Antagonisten. Die passen zum Buch, würden aber überall anders nur Kopfschütteln erzeugen, denn die passen in keine andere Welt als in eine, in der Werwölfe, Nazis und Aliens gemeinsam existieren. Schön ist, dass unsere Protagonistin eine tolle Hintergrundgeschichte erhält, die zumindest teilweise erklärt, wieso sie ist, wie sie eben ist.

Fazit:

„The Nazi Mystery Island“ ist ein trashiger Spionage-Thriller im Pulpformat, wie man es nach der Lektüre des Textes auf der Rückseite erwartet. Eine außergewöhnliche und wirklich durchgeknallte Protagonistin kämpft gegen noch schlimmere Antagonisten und lebt dabei in einer wirklich unglaublichen Welt. Zwar wird nicht jeder dieses Buch mögen, aber wer auf solche Geschichten steht, der macht mit dem Kauf nichts falsch.

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