[Rezi] Raumhafen Adamant – Die vergessene Schlacht

Autor: André Wiesler, Verlag: Ulisses-Spiele, Seiten: 351, Erschienen: 2010, Preis: 10,00 Euro, ISBN: 978-3-86889-066-2, Rezension von: Knoedelchen

Die vergessene Schlacht ist der erste Roman zum Rollenspiel Raumhafen Adamant und stammt aus der Tastatur von André Wiesler.

INHALT:

Die Vorkommen von Zhagur und Geterium auf dem Planeten Alpha Teta 43/347/12 wurden restlos abgebaut, darum beschließt das Kebil-Konsortium aus diesem Planeten ein Ferienparadies zu machen. Da Alpha Teta 43/347/12 aber nicht gerade nach einem verlockendem Ferienort klingt, benennt man den Planeten kurzerhand in Adamant um.

Damit der Planet für Sauerstoffatmer geeignet ist muss dieser zuerst terraformt werden. Ausserdem muss die sich im Orbit befindliche Raumstation einigen Umbau- und Erweiterungsarbeiten unterzogen werden um den zu erwartenden und erhofften Besucheransturm gerecht zu werden. Aus diesem Grund reisen die drei sentralitischen Klone Alpha, Beta und Gamma sowie deren Pilotin Lasa Junel nach Adamant. Die Aufgabe der Klone ist klar, Analyse und Klassifikation der Flora und Fauna Adamants und Bestimmung des Umfangs für das Terraforming, welches später durch die K’schigoten durchgeführt werden soll. Die K’schigoten, absolute Meister im Terraforming, haben allerdings andere Pläne. Diese wollen dem Kebil-Konsortium das komplette Terraformingpaket verkaufen. Aroul, Ingenieur und damit oberster K’schigote des Bautrupps, ist jedes Mittel recht um dieses Ziel zu erreichen. Während es zu Spannungen zwischen der Stationsbesatzung und den K’schigoten kommt, machen die Klone eine wichtige Entdeckung. Auf Adamant gab es , – entgegen der bekannten Informationen -, eine hochentwickelte Rasse und einige dieser Wesen existieren noch immer. Diese Wesen, die Flora und Faune müssen unter allen Umständen geschützt werden und so entbrannt ein Kampf zwischen den K’schigoten und der Besatzung von Raumhafen Adamant.

Hinzu kommt, das die Besatzung von Adamant auch untereinander so einige Feindschaften und Fehden auszutragen hat und so geht man nicht gerade zimperlich miteinander um. Es gibt aber noch eine andere Gefahr. Das verschüttete Wissen um eine andere Spezies und einer längst vergessenen Schlacht ruft die Agenten und den Wächter auf den Plan, denn jeder der davon weiß muss Sterben.

Fazit:

Raumhafen Adamant wirkt wie eine gelungene Mischung aus Soap und Krimi im SciFi-Gewand!

Eifersüchtige Frauen und KI’s, tödliche Intrigen, Erzfeinde und ominöse Mächte gepaart mit einer gehörigen Portion Humor sind die Zutaten die André Wiesler gekonnt zu einem Lesevergnügen ganz besonderer Art anrichtet.

Fast jeder Charakter kocht sein eigenes Süppchen, dieses macht die Geschichte nicht nur spannender sondern verleiht den Protagonisten tiefe und Glaubwürdigkeit.

Bis zur letzten Seite fieberten man mit den Charakteren über. Besonders gefallen haben mir die sentralitischen Klone die ein wenig an die KGM’s aus Buzz Lightyear erinnern. In ihrer genialen, naiven Art aber immer mit den besten Absichten, stellen die kleinen Intelligenzbestien eine Menge Blödsinn an und bringen einen immer wieder zum Schmunzeln.

Das Buch erinnert in seiner Covergestaltung stark an die bekannten großen SciFi-Romanreihen und dürfte so bei manchen Fan nostalgische Gefühle wecken.

Der einzige Wermutstropfen ist, das hin und wieder die Absätze zwischen den Szenenwechseln vergessen wurden, so das man beim zügigen lesen manchmal etwas verwirrt in einem anderen Handlungsstrang landet.

Bleibt zu hoffen das noch einige Romane zu Raumhafen Adamant das Licht der Welt erblicken werden.

Absolut empfehlenswerter Lesespaß.

[Rezi] Mara und der Feuerbringer

Germanische Mythologie, Baum Audienzen, zerstreute Professoren, sprechende Zweige, Götter, Monster und der ganz  normale Alltagswahnsinn sind die Zutaten für „Mara und der Feuerbringer“.

In „Mara und der Feuerbringer“ beschreibt Tommy Krappweis das Abenteuer der 14 jährigen Mara Lorbeer, einer Schülerin die aufgrund ihrer Tagträume bei ihren Mitschülern als Spinnerin gilt. Sie entschließt sich dazu keine Tagträume mehr zuzulassen um nicht weiterhin die Außenseiterin zu sein, zumal sie doch eigentlich sehr bodenständig ist. Ihre Mutter erleichtert ihr das ganze nicht gerade, den diese ist davon überzeugt eine Wicca zu sein. Eine Frau die zusammen mit anderen Wiccas in der Lage ist mit Bäumen zu sprechen, durch Hand auflegen zu heilen und auch sonst für alles esotherische aufgeschlossen ist – leider völlig erfolglos. Doch Maras Vorhaben wird völlig bedeutungslos als sie von einer Baum-Audienz, zu der sie von ihrer Mutter mitgeschliffen wurde, nach Hause kommt. Ein Zweig der in den Haaren ihrer Mutter steckt, klärt sie darüber auf das sie eine Seherin sei und eine sehr wichtige Aufgabe zu erfüllen habe. – Sie muss die Welt vor Loki retten und Ragnarök abwenden.

Zuerst nicht sicher ob sie wieder nur geträumt hat, beginnt Mara zu recherchieren. Schließlich findet sie nach anfänglichen Zögern Unterstützung bei einem Professor für germanische Mythologie. Und sie entdeckt das sie nicht nur in die Welt der Mythen sehen kann, sondern auch die Macht hat sie mitzuerleben, ja sogar Andere mitzunehmen.

Mara und der Professor kommen dem Rätsel Schritt für Schritt auf die Spur und erleben dabei einige mythische Legenden hautnah mit. Schließlich lüften die beiden das Geheimnis und stellen fest, das nicht alles so scheint wie es am Anfang aussah.

Tommy Krappweis erzählt die Geschichte mit viel Liebe. Gekonnt beschreibt er Situationen die jeder von uns schon einmal miterlebt hat und verleiht durch seinen lockeren Humor jedem einzelnen Charakter Struktur und Tiefe. Die Charaktere werde im Verlauf der Geschichte immer sympathischer und man fiebert mit. Im Verlauf des Buches wird einem die germanische Mythologie durch die Abenteuer von Mara und dem Professor spielerisch näher gebracht. Auf einigen Extraseiten gibt es neben der Danksagung auch noch viele Informationen über die germanische Mythologie, sowie einige Literaturempfehlungen.

Die gebundene Ausgabe überzeugt als ganzes, die wirklich gute Story, das schön gestaltete Cover mit den goldenen Zweigen, die mit zweigen umrandeten Seitenzahlen und die kleinen Illustrationen, welche die wichtigsten Passagen darstellen verstärken das Lesevergnügen. Das Buch ist in zwei Teile mit insgesamt 27 Kapiteln. 13 im ersten und 14 im zweiten Teil des Buches aufgeteilt.

Fazit: Absolut empfehlenswert. Ich habe das Buch verschlungen und war von dem gebotenen Stoff so sehr angetan, das ich mir den zweiten Teil auf jeden Fall zulegen werde. Wer ein schönes Buch für sich oder als Geschenk sucht liegt hier richtig.

[Rezi] Aurora von Alastair Reynolds

AuroraMit Aurora erscheint nun ein weiterer Roman aus der Feder von Alastair Reynolds. Dieser versetzt den Leser in die detailreiche Welt des Glitzerbandes. Diese Welt ist bereits aus seinen Werken Unendlichkeit und Die Arche bekannt. Ebenfalls trifft man auf einige Protagonisten aus den Vorgängerwerken.
Ein schlichtes Cover erhielt den Platz auf dem Paperback-Umschlag. Ein viel versprechender Klappentext begrüßt den Leser und macht diesen die fast 750 Seiten schmackhaft.

Kommen wir aber nun zum Inhalt.
Wir befinden uns auf einem Planeten namens Yellowstone, welcher den Mittelpunkt des Glitzerbandes darstellt. Dieser Planet wird von tausenden von Habitaten umgeben. Auf diesen Habitaten leben mehrere Millionen Menschen bzw. deren evolutionären Weiterentwicklungen. Dabei erhält man auch einen Einblick in diverse Lebensansichten. Die Sicherheit, Ordnung und Funktion des ganzen wird durch die Organisation Panoplia die auf Yellowstone ihr Hauptquartier hat, gewährleistet.

Tom Dreyfus, Polizei-Präfekt im Außendienst und ein Typ alter Schule, wird mit seinem Team, der Datenspezialistin Thalia und Sparver einem Hyperschwein zu einem der Habitate geschickt um eine Datensicherung bzgl. eines Ausschlussverfahrens durchzuführen. Dabei kommt es zu einer Auseinandersetzung zwischen den Habitatoberern und dem Präfektenteam.
Als das Team die aufgetretenen Probleme gelöst hat, und sich wieder im Hauptquartier befindet, hat sich die Schlinge bereits um Ihren Hals gelegt und fängt an sich immer enger zu ziehen. Denn was das Team bei Ihrem Außendiensteinsatz nicht ahnen konnte war, dass das Ausschlussverfahren erst der Anfang einer sehr gut vorbereiteten Verschwörung sein sollte und das sich das Netz dieser bereits bis in die obersten Reihen der Entscheidungsgremien gewoben hat. Diese Verschwörung wird durch eine KI angeführt, die eine neue Ära im Orbit des Glitzerbandes einleiten will. Dabei umfasst ihr Netz auch alte, unbeliebte Bekannte von Dreyfus, dem sogenannten Uhrmacher, einer unbekannten Lebensform, die die Menschheit schon vor Jahren vor große Schwierigkeiten gestellt hat.
Als das Präfektenteam den neuen Gegenspieler ausmacht versuchen sie Feuer mit Feuer zu bekämpfen und eine Zweckgemeinschaft mit dem Uhrmacher einzugehen. Dieser erweist sich allerdings wieder einmal als harter Knochen und bringt Tom Dreyfus bis an den Rand der Verzweiflung.

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[Rezi] Für eine Handvoll Daten

Mit „Für eine Handvoll Daten“ legt FanPro den mittlerweile achtzigsten Shadowrun Roman in deutscher Sprache vor.

Der Roman stammt aus der Feder von Stephen Dedman, der damit gleichzeitig sein Shadowrun-Roman Debüt feiert. Das Titelbild aus der Feder von Marc Sasso überzeugt nicht ganz.

Zur Story von „ Für eine Handvoll Daten“ sein auch noch einiges gesagt. Der Hutmacher, ein Mitarbeiter der Sicherheitsabteilung eines der grossen Konzerne, versucht sein Standing im selbigen zu verbessern. Bei diesem Versuch, der durch seine Position begünstigt wird, gerät er an alte Daten, die aus der Anfangszeit der Goblinisierung stammen. Dieses Daten enthalten Ergebnisse vom Forschungen die an Goblinisierten vorgenommen wurden. Durch die Nacht des Zorns und den damit verbundenen Aufständen schienen sowohl die Forschungsunterlagen als auch einige Proben vom entsprechenden Medikament in Vergessenheit geraten zu sein.

So beschließt der Hutmacher, mit Hilfe seines Arbeitskollegen, der Hase, einem Decker und mit Hilfe ihrer Fähigkeiten, einigen Ausleihen von Firmenressourcen und dem Anwerben einiger Söldner, die entsprechenden Sachen „auszubuddeln“ und damit richtig Kasse zu machen.

Durch die Recherche des Hasen, erfährt dieser und der Hutmacher davon, dass die gesuchten Dinge, auf einem verlassenen Gelände im Puyallup verborgen sein müssten. So wird dieses Gelände rechtens bei den Behörden erworben und man möchte mit der Bergung der Unterlagen beginnen.

Zur Vorsicht heuert der Hutmacher einen Privatschnüffler, der das Gelände überprüfen und dortige Anwesende vertreiben soll, an. Der Privatschnüffler findet heraus, das auf dem Gelände eine Art SINlosen Wohngemeinschaft lebt und dieses scheinen nicht dazu bereit zu sein, das Gelände zu verlassen. So teilt der Schnüffler das seinem Auftraggeber, dem Hutmacher auch mit.

So entschließt sich der Hutmacher, seinen Investment und seinem damit verbundenen Interesse an dem Gelände, gegenüber den Einwohner, härteren Nachdruck zu verleihen. So entschließt er sich ein Söldnerteam mit der Aufgabe, der Säuberung zu beauftragen.

Als das angeworbene Team dann einige Zeit später vor dem Gelände auftaucht, beginnt eine endlose Zeit des taktierens auf beiden Seiten. Dieses taktieren führt dann zu immer haarsträubenderen Manövern, auf beiden Seiten.

Zum Schluss noch einige Worte zum Roman im allgemeinen. Die Story des Romans wirkt nur bis zu einer gewissen Stelle glaubwürdig, und selbst für hart gesottene Shadowrun Fans sollte sich am Ende zu mindestens die Frage stellen, warum die „Krypta“-Runner unbedingt noch „in die Höhle des Löwen“ begeben müssen.

Die „Krypta“ Charakter sind durch den Autor gut mit Leben gefüllt worden. So läuft durch den Roman ein roter Faden, der Vergangenheit selbiger Charaktere und deren heutige Handlungsweise gut verknüpft. .

Das Söldner-Team, was den Gegenpart zu den „Krypta“Charakteren darstellt, handelt ungewöhnlich und nicht richtig nachvollziehbar. Sie geben aber ein Gutes Beispiel dafür ab, was man als „Aggressor“ nicht machen sollte.

  • Autor:Stephen Dadman
  • Titel: Für eine Handvoll Daten
  • Verlag: Fantasy Production
  • ISBN: 978-3890645711
  • Seiten: 379
  • Aufmachung: Paperback
  • Preis: € 9,-